Pressemeldung Seminar Typ 2

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Pressebericht Typ 2-Seminar vom 14. März 2015
Typ 2-Seminar an der Diabetes-Akademie – Auftaktveranstaltung
Mit dem Typ 2-Seminar startet die Diabetes-Akademie Bad Mergentheim in das neue Jahr
Am vergangenen Wochenende fand an der Diabetes-Akademie, zum Auftakt der
Fortbildungssaison, das Diabetes-Seminar für Menschen mit Typ 2-Diabetes statt. Im gut
gefüllten Hörsaal in der Diabetes-Klinik lauschten die Zuhörer den Experten und nahmen
interessante Neuigkeiten mit nach Hause.
Dr. Eric Martin, Apotheker aus Marktheidenfeld, referierte über den Zusammenhang
zwischen Medikamentenwirkung und Nahrungsaufnahme. Für einen guten Therapieerfolg
kommt es nicht nur darauf an, dass verordnete Medikamente sorgfältig eingenommen
werden, sondern wann und wie die Einnahme erfolgt ist von ebensolcher Bedeutung. „Alle
Medikamente, die sofort wirken sollen, müssen auf nüchternen Magen eingenommen
werden“, berichtet der Referent. Werden sie während oder nach einer Mahlzeit
eingenommen, so verzögert der Speisebrei die Aufnahme der Wirksubstanzen, so dass der
Wirkeintritt unter Umständen erst Stunden später erfolgt. Medikamente sollten nach
Möglichkeit auch nicht geteilt werden. Zwar weisen manche Medikamente Bruchrillen auf, so
dass eine möglichst gleiche Teilung erfolgen kann, jedoch gelingt eine gleiche Teilung nicht
immer. Bei einer Tablettenteilung werden die Wirkstoffe auch an der Bruchstelle frei gelegt,
so dass unter Umständen geschmackliche Beeinträchtigungen beim Schlucken der Tablette
die Folge sind.
Des Weiteren erfuhren die Teilnehmer, dass auch bestimmte Nahrungsmittel dazu führen
können, dass Medikamente überhaupt nicht aufgenommen werden. Beispielsweise
verändert das gleichzeitige Trinken von Grapefruitsaft oder zum Teil sogar Orangensaft, dass
bestimmte Wirkstoffe nicht mehr abgebaut werden und sich im Körper anhäufen. Auch das
Trinken von Milch, Kaffee oder Tee ist für die Medikamentenaufnahme nicht ideal. Am besten
sollte zum Schlucken Leitungswasser verwendet werden.
Osteoporose – ein großes Problem
Von der Universitätsklinik Würzburg war Dr. Lothar Seefried nach Bad Mergentheim
gekommen. Er sprach über das hohe Risiko, eine Osteoporose zu entwickeln. Mit
zunehmendem Lebensalter wird die Knochensubstanz immer weniger. Daher ist Vorbeugen
von besonderer Wichtigkeit. Ein wesentlicher Faktor, um eine Knochenerweichung zu
verhindern, ist die Gabe von Vitamin D. „Wir leben alle mit einem mehr oder minder stark
ausgeprägten Vitamin-D-Mangel“, erläuterte Dr. Seefried. Die Ursache ist, dass die
Sonneneinstrahlung in Deutschland nicht ausreicht, um die Vitamin-D-Bildung in der Haut
ausreichend anzuregen. Daher sollte jeden Tag eine Tablette mit 1000 IE Vitamin D3
genommen werden. Die Präparate sind preisgünstig und rezeptfrei in der Apotheke zu
haben. Neben der Vorbeugung mit Vitamin D sollte mit zunehmendem Alter auch die
Muskulatur und das Knochenskelett trainiert werden. Kraftsport und Ausdauersport sind
genauso wichtig wie die Koordination. Tanzen bspw. fördert die Konzentration und die
Koordination und ist damit eine gute Möglichkeit, Stürzen vorzubeugen. Wenn sich der
Verdacht auf eine Knochenerweichung ergibt, zum Beispiel weil die Körpergröße schrumpft
oder der Rücken rund wird, so sollte man unbedingt einen Osteologen aufsuchen, so der
Experte.
Suchterkrankungen – auch im Alter ein Problem!
Der Chefarzt der Psychiatrie des Krankenhauses Tauberbischofsheim, Dr. Jähnel, berichtete
über Suchterkrankungen im Alter. Im Vordergrund steht der Alkoholmissbrauch gefolgt von
Tablettenmissbrauch und Nikotinabhängigkeit. Zwar nehme der Alkoholkonsum im Alter ab
und es werde der Alkohol auch nicht mehr so gut vertragen, jedoch sind in Deutschland
immer noch rund 1,6 Millionen Menschen alkoholabhängig. Bei diesen Patienten bestimmt
der Gedanke an Alkohol das Leben. Auch größere Mengen an Alkohol führen nicht mehr zum
gewünschten Rausch und dies führt zu einer permanenten Dosissteigerung, die dann wieder
negative Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit hat. Man darf daher das übermäßige
Trinken von Alkohol, wenn auch gesellschaftlich akzeptiert, nicht auf die leichte Schulter
nehmen, sondern sollte sich professionelle Hilfe suchen.
Eine weitere Abhängigkeitserkrankung ist die Sucht nach Tabletten. Insbesondere die
Schlafmittel
vom
Benzodiazepin-Typ
stehen
im
Vordergrund.
Auch
sogenannte
Z-Substanzen, die früher einmal als eher harmlos eingestuft wurden, führen zu einer
erheblichen Abhängigkeit. „Der durch Tabletten hervorgerufene Schlaf ist ein künstlicher
Schlaf, der nicht den gewünschten Erholungseffekt bringt“, erläuterte der Referent. Wer eine
Tablettenabhängigkeit aufweist, der sollte sich ebenfalls professionelle Hilfe suchen.
Flash-Glucose-Monitoring
Der Vorsitzende der Diabetes-Akademie, Prof. Thomas Haak, stellte ein neues System zur
Stoffwechselüberwachung vor. Das sogenannte Flash-Glucose-Monitoring misst den
Blutzucker im Gewebe. Der Sensor hierfür wird auf die Haut des Oberarmes aufgeklebt, der
Messfühler wird 4 mm tief in der Haut getragen. Dort kann das System über 14 Tage den
Gewebezucker, der weitestgehend dem Blutzucker entspricht, messen. Abgelesen werden
die Werte durch einen sogenannten Scanner, mit dem man über den Sensor fährt und auf
diese Weise den aktuellen Gewebezucker ablesen kann. Gleichzeitig zeigt das Gerät die
Blutzuckerverläufe der letzten acht Stunden sowie einen Trend, ob der Blutzucker fällt oder
steigt. Auf diese Weise kann beliebig oft der Stoffwechsel überprüft werden. „Aktuell ist das
Gerät noch keine Kassenleistung, jedoch wird es dies wahrscheinlich werden“, erläuterte
Prof. Haak in seinem Vortrag. Langfristig wird dieses System die Blutzuckermessung bei
Menschen mit Insulintherapie ersetzen.
Am Nachmittag hatten die Patienten die Gelegenheit in Workshops die Themen zu
diskutieren und zu vertiefen. Die Veranstaltung zeigte, aufgrund der hohen Beteiligung,
wieder einmal, dass die persönliche Fortbildung immer noch lohnenswert ist und auch im
Zeitalter des Internets weiterhin Bestand haben wird.
TJH
Die nächste Veranstaltung ist die
Frühjahrstagung am 25.04.2015
um 09:45 Uhr im Hörsaal der
Diabetes-Klinik Bad Mergentheim
Nähere Info unter www.diabetes-akademie.de
oder unter der Telefon-Nr. 07931 8015
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