Perfusionsbestimmung des menschlichen Herzens mittels First-Pass

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Perfusionsbestimmung des menschlichen Herzens mittels „First-Pass“MRT
S. Hirn, F. Fidler, C.M. Wacker, P. Jakob, A. Haase
Physikalisches Institut, Lehrstuhl für Experimentelle Physik V, Würzburg
EINLEITUNG:
Die Bestimmung der myokardialen Durchblutung ist
unerlässlich für die Beurteilung der Vitalität und
Leistungsfähigkeit des Herzmuskels. Die „First-Pass“
Methode ist eine dynamische Messung der Signaländerung des Myokardgewebes nach Gabe von MRKontrastmittel (Gd-DTPA). Die Möglichkeit der
Perfusionsquantifizierung ist prinzipiell gegeben und
wäre ein zusätzlicher wichtiger Schritt, um in Zukunft
die Anatomie und Funktion des Herzens in einem
Messprotokoll umfassend zu untersuchen. Im ersten
Teil der Arbeit soll die „First-Pass“ Messung, wie sie
klinischer Standard ist, implementiert werden und erste
am Probanden aufgenommene Daten dargestellt werden.
Im zweiten Teil sollen effektivere Abtastmethoden wie
„Radiale“ und „Helikale“ Bildgebungstechniken
vorgestellt werden, mit denen schnelle Bilder mit einer
räumlich ausreichend hohen Auflösung aquiriert werden können. Insbesondere sollen die Probleme, die im
Rahmen dieser Arbeit aufgetreten sind, diskutiert
werden.
METHODEN: KLINISCHER FIRST PASS
Die Perfusionsmessungen [1] erfolgten an einem 2T
Bruker. Die verwendete SR-TurboFLASH Sequenz hat
die Parameter TE 1.3 ms, TR 2.8ms, Flipwinkel 18°,
Schichtdicke 10mm, FOV 25x25cm. Die sequentielle
Aufnahme von 40 EKG-getriggerten Einzelaufnahmen
erlaubt nach Injektion von 0.05 mmol/kg Gd-DTPA
die Verfolgung des Kontrastmitteldurchgangs.
Bild 1: zeigt 4 Bilder, aus einer Serie von 40 Bildern,
Matrix 128x70 , (a) Precontrast ,(b) Bolusdurchgang im
rechten Ventrikel, (c d ) im rechten u. linken Ventrikel
Die Auflösung kann herzfrequenzabhängig von 128 x
50 bis 128 x 90 ( Lesepunkte x Phasenschritte) gewählt
werden. Dabei werden 3 Kurzachsenschnitte pro
Herzschlag aufgenommen. Für die quantitative
Auswertung wird im Augenblick das MMID4 Modell
[2] und das Fermimodell [3] verwendet.
Bild 2: First-Pass Signal – Zeit Kurven
Aus dem Signalverlauf des Blutes im linken Ventrikel
kann die arterielle Inputfunktion unmittelbar vor Eintritt
ins Myokard gewonnen werden.
Vorteile der kontrastmittelgeschützten Methode sind
• die kurze Messzeit des Verfahrens von etwa
40 sec.
• Wiederholung der Messung je nach
verwendetem Kontrastmittel (bei Gd-DTPA
nach 20 min)
• Keine Strahlenbelastung des Patienten im
Gegensatz zu PET
Nachteile sind
• die geringe Ortsauflösung und geringe SignalRauschverhältnis aufgrund der kurzen Messzeit
• die geringe Anzahl von nur 3 repräsentativen
Schichten reicht nicht aus, das ganze Myokard
abzudecken, unter Umständen liegt der Infarkt
nicht im Schichtbereich und könnte so dem
Nachweis entgehen
• geringes Kontrast-Rauschverhältnis im Myokard, da geringe Kontrastmitteldosen verwendet werden müssen, um einen hinreichend
linearen Zusammenhang zwischen Signalintensität und Kontrastmittelkonzentration auch
im Ventrikel zu gewährleisten
• zeitaufwendiges Segmentieren der Daten (siehe
Bild 3)
lückenlose Untersuchung des gesamten Herzens ist
damit prinzipiell möglich, da nicht nur einzelne
Schichten untersucht werden, sondern das gesamte
Volumen. Man könnte ein genaues Bild über die Lage
des Infarkts erhalten. Die Messungen am Phantom
zeigten potentielle Möglichkeiten der Anwendung.
Deren Vorteil sollen nun auch für medizinische
Untersuchungen am Menschen genutzt werden.
Diese Abtastmethoden der „Radialen“ und „Helikalen“
Bildgebung stehen noch am Anfang der Entwicklung,
da die in vivo aufgenommenen Bilder noch nicht
klinisch ausreichend sind.
Bild 3: Segmentierungssoftware Cardio Perfusion
RADIAL
Mit „Radialer“ Abtastung des k-Raums und einer
geringen Anzahl von Projektionen verkürzt sich die
Aufnahmezeit pro Bild, ohne dass sich die Bildqualität
wesentlich verschlechtert. Mit der Zeitersparnis wäre es
möglich, mehr als 3 Schichten innerhalb eines Herzschlagintervalls aufzunehmen, um so das Myokard
geeigneter abzudecken.
An einem speziell für das Problem angefertigten
Phantom erkennt man mit 128 x 32 Projektionen mehr
Strukturen als mit einem vergleichbaren SR-TurboFLASH mit 2D FT Abtastung gleicher Auflösung.
DISKUSSION:
Um die quantitative MRI Perfusionsmessung zu einem
klinisch relevanten diagnostischen Verfahren zu
machen, sind die Verfahren zu optimieren, was
Auflösung und Messzeit betrifft. Weiter ist es nötig, den
Kontrast-Rauschabstand sowie den Signal-Rauschabstand zu optimieren. Für eine erfolgreiche
quantitative MRI Perfusionsmessung müssen in Zukunft
validiertere Auswertmodelle und einfache Segmentierungssoftware bereitgestellt werden.
LITERATUR:
[1] N Wilke, M Jerosch-Herold Assessing Myocardial
Perfusion innn Coronary Artery Disease with Magnetic
Resonance First-Pass Imaging, Card. Magn Reson.
Imag. Vol.16 (2), pp.227-246, 1998
[2] National Simulation Resource, University of
Washington, Seattle, WA 98195-7962, 2000
[3] M Jerosch-Herold, N Wilke Magnetic Resonance
Quantification of the Myocardial perfusion Reserve
with a Fermi Function Model for Constrained
Deconvolution, Med. Phys. Vol.25 (1), pp.73-84, 1998
[4] Rasche V, de Boer RW, Holz D, et al.
Continuous radial data acquisition for dynamic MRI.
Magn Reson Med , Nov 1995, 34(5) p754-61
Bild 4: Phantombilder (a) radial 128 x 32,
(b) 2D FT SR-TurboFLASH 128 x 32
Da der linke Ventrikel mit Myokard eine rotationssymmetrische Form besitzt (siehe Bild 3), ist die radiale
Bildgebung also prinzipiell eine dem Problem besser
angepasste Methode.
HELIKAL
Eine weitere Methode ist die „Helikale“ [4] Bildgebung,
bei der Prinzipien der Spiral CT benutzt werden. Dabei
wird bei jeder Projektion dem Anregungspuls eine neue
Offsetfrequenz gegeben, wodurch bis zu 10 Schichten
(Schichtdicke 10mm) mit einer Auflösung von 128 x 32
spiralförmig aufgenommen werden können. Eine
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