- Spielzeitheft 2016/17 (pdf - 8 MB)

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002 003
INHALT
VORWORT
004
EIN STÜCK VOM HIMMEL VON SHUMONA SINHA
008
GESPRÄCH MIT WOLFGANG TILLMANS
023
NEUPRODUKTIONEN
PROJEKTE
SCHWERPUNKTE
THEMEN
DER FALL MEURSAULT – EINE GEGEN- NO THEATER (AT) TOSHIKI OKADA
TOSHIKI OKADA
DARSTELLUNG
KAMEL DAOUD
AMIR
DIE SELBSTMORD-SCHWESTERN
REZA KOOHESTANI
VON
NACH DEM ROMAN VON
INSZENIERUNG
INSZENIERUNG
THE GREATEST SHOW ON EARTH
VON
PHILIPPE QUESNE, MEG STUART, FLORENTINA HOLZINGER & VINCENT
RIEBEEK U.A. 038
POINT OF NO RETURN (AT)
UND ENSEMBLE INSZENIERUNG
EIN PROJEKT VON
VON
ROTHENHÄUSLER 042
8 ½ MILLIONEN
YAEL RONEN
NACH DEM ROMAN VON TOM MCCARTHY VON GIESCHEAND
GIESCHE 044
NACH DEN ROMANEN VON
ZENTRUM FÜR POLITISCHE SCHÖNHEIT
058
TOP SECRET INTERNATIONAL (STAAT 1)
PROTOKOLL 060
HAMLET
NACH DEM ROMAN VON MIRANDA JULY INSZENIE-
RUNG CHRISTOPHER RÜPING 086
DER NSU-PROZESS (AT)
GEFAHRBAR
EIN PROJEKT VON ERSAN
MONDTAG
EIN PROJEKT VON GIESCHEAND 094
VON UND MIT THOMAS KÜRSTNER, NICOLAS STEMANN UND
SEBASTIAN VOGEL 096
DAS LEBEN. GEBRAUCHSANWEISUNG
DER KIRSCHGARTEN
114
KAMMERCAMPUS 129
KAMMERKLICKE 132
120
OSTERCAMP # 2 – TAUSCHEN UND TEILEN 132
PREMIERENKLASSE 132
KAMMERCLUB 133
TUSCH 133
SERVICE
MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER 173
EIN
VEREIN ZUR FÖRDERUNG DER MÜNCHNER KAMMERSPIELE 177
ABONNEMENT 178
SAALPLAN 180
VON
ANTON TSCHECHOW INSZENIERUNG
NICOLAS STEMANN 064
PROJEKT NR. 2
RÜPING 097
KAMMER INTERNATIONAL 128
INSZENIERUNG CHRISTOPH MARTHALER 092
SPIELZEITÜBERGREIFENDES PROJEKT NACH DEM ROMAN VON GEORGES PEREC LEITUNG CHRISTOPHER
VON WILLIAM SHAKESPEARE INSZENIERUNG CHRISTOPHER RÜPING 062
124
KAMMERSCHAU 128
KAMMERFLAT 130
116
WEITER IM PROGRAMM
BREAKFAST CLUB UND TISCHSZENEN 128
THEATERKONFERENZ 133
UND ENSEMBLE 090
DAS INTERNET
FREIE GRUPPEN
AKTIVITÄTEN
NACH WILLIAM SHAKESPEARE VON PHILIPPE QUESNE 088
TIEFER SCHWEB
MICHEL HOUELLEBECQ INSZENIERUNG JULIEN GOSSELIN - SVPLMC 046
VON RIMINI
DER ERSTE FIESE TYP
STURM
RYAN TRECARTIN INSZENIERUNG FELIX
UNTERWERFUNG/PLATTFORM
EINE MUSIKTHEATER-URAUFFÜHRUNG VON DAVID
MARTON UND ENSEMBLE INSZENIERUNG DAVID MARTON 084
YAEL RONEN 040
THE RE'SEARCH
MUNICH WELCOME THEATRE
JEFFREY EUGENIDES INSZENIERUNG SUSANNE KENNEDY 082
EIN JOYCE-PROJEKT
VON UND MIT
BORDERLINES – DAS THEATER UND DIE
KULTUR DER GEWALT IN MEXIKO
112
NACH DEM ROMAN
036
INSZENIERUNG ALEXANDER
068
KAMMER 4 YOU
THEATERCARD / KAMMERFLAT 182
KARTEN / PREISE / SERVICE 182
VON
RABIH MROUÉ INSZENIERUNG RABIH MROUÉ 066
ADRESSEN / KONTAKT / IMPRESSUM 192
004 005
E
s ist immer gut, feste Prinzipien zu haben, und ihnen auch dann zu
folgen, wenn das hin und wieder mit Nachteilen für die eigene Person
verbunden ist. Manchmal kann man Menschen aber auch eine große
Freude bereiten, wenn man alle Vorsätze sausen lässt, auf einmal, ohne
Vorankündigung, komplett das Gegenteil tut und einfach etwas macht,
worauf man gerade Lust hat.
Nichts sprach dafür, dass Wolfgang Tillmans zusagen
würde, die Schauspielerinnen und Schauspieler unseres
Ensembles für diese Spielzeitpublikation zu fotografieren. Als international renommierter Künstler ist er nicht
nur auf Jahre hinaus ausgebucht. Wir hatten ihn auch bereits im vergangenen Jahr mit dem Ansinnen behelligt.
Uns erreichte eine Serie bislang unveröffentlichter Aufnahmen zu architektonischen Fragestellungen, die er für
uns und unseren inhaltlichen Kontext aus seinem Archiv
ausgewählt hatte.
sind, und hoffe, Sie können diese Bilder auch als ein
kleines Geschenk an Sie – unser Publikum – wertschätzen. Die Aufnahmen zeigen unser Ensemble „in all
shapes and sizes“.
Wir alle leben in einer Zeit, in der sich die Welt, unsere
Gesellschaft, rasant verändert. Politische und gesellschaftliche Entwicklungen sind schwer vorauszusagen,
viele neue Mitbürgerinnen und Mitbürger kommen derzeit hinzu. Plötzlich meldet sich eine gesellschaftliche
Gruppe wieder zu Wort, die sich während der Nachkriegszeit glücklicherweise zu den NichtwählerInnen verabschiedet hatte. Gerade jetzt, in dieser politischen Situation, geht mir manchmal alles zu langsam. Ein Theater
von der Dimension der Münchner Kammerspiele ist ein
Schiff, das doch sehr zögerlich auf aktuelle Entwicklungen
reagiert. Kann das vielleicht doch auch eine Stärke sein?
LIEBE
ZUSCHAUERINNEN
Wenn ich nun die Layoutentwürfe dieser Publikation für
die kommende, unsere zweite Spielzeit in München
durchblättere, freue ich mich sehr, dass Wolfgang Tillmans in diesem Jahr tatsächlich zu uns ins Haus kam
und ganze fünf Tage mit unserem Ensemble an unterschiedlichsten Orten in München verbrachte. In dieser
kurzen Zeit sind etwa 5.000 Aufnahmen entstanden,
von denen eine kleine, vom Künstler selbst vorgenommene Auswahl in der Broschüre gelandet ist, die Sie nun
in den Händen halten.
Die kommende Spielzeit wird eingerahmt von zwei Produktionen, von denen wir uns erhoffen, dass sie die Gegenwart in anderer Weise reflektieren. Kamel Daouds
Erzählung „Der Fall Meursault“ lebt von einer großen
Idee. Es ist die gleiche Geschichte, die Albert Camus in
„Der Fremde“ ausbreitet, nur diesmal aus der Perspektive des ermordeten Algeriers, interpretiert und rekonstruiert durch seinen alt gewordenen Bruder, der hier als
Erzähler auftritt. Mit diesem Kunstgriff kommt eine
postkoloniale Perspektive ins Spiel.
Das Ergebnis ist eine Verneigung vor den Menschen, die
fast jeden Abend in den Münchner Kammerspielen auf
der Bühne stehen, eine Feier der Künstlichkeit und der
Möglichkeitsräume, die sich auftun können, wenn die
Kamera eines unendlich aufmerksamen Beobachters und
eines gewitzten Herstellers halb geplanter und dann doch
wieder unberechenbarer Situationen auf Gesichter und
Körper mit ihren individuellen Subjektivitäten und völlig
unterschiedlich formulierenden Ausdrucksrepertoires
trifft. Ich finde, es wird deutlich, wie heikel, wie politisch
solche Vorgänge gerade in ihrer symbolischen Dimension
Die Bühnenadaption wird inszeniert von Amir Reza
Koohestani. Vor 14 Jahren habe ich den Regisseur beim
Fadjr Festival in Teheran entdeckt. Damals hat er das
im Iran geltende Berührungsverbot der Geschlechter
übersetzt in eine Situation, in der ein Liebespaar, das
sich trennt, sein Schicksal an den entgegengesetzten
Enden eines langen Tisches verhandelt. Was für eine
Metapher wird er wohl für das Verhältnis von Mitteleuropa und dem Mittleren Osten erfinden? Koohestani
selbst stammt aus dem Iran und damit aus einer vollständig anderen Kultur.
Wie angekündigt, inszeniert Susannne Kennedy nach der
Pause im vergangenen Jahr wieder an den Münchner
Kammerspielen und beschäftigt sich mit den „Selbstmord-Schwestern“, dem immer noch verstörenden Erstling von Jeffrey Eugenides über den Selbstmord auf Raten
von fünf Schwestern, die der Enge ihrer Welt entfliehen
wollen - einige von Ihnen werden ihn auch aus der Verfilmung „The Virgin Suicides“ von Sofia Coppola kennen.
Wir freuen uns sehr auf ein Wiedersehen mit Toshiki
Okada, der sich diesmal an eine Überschreibung der japanischen Tradition des „No- Theater“ heranwagt. Christopher Rüping, ab dieser Spielzeit mit Nicolas Stemann
Hausregisseur an den Kammerspielen, setzt sich in der
konzentrierten Raumsituation der Kammer 2 (Spielhalle)
mit „Hamlet“ auseinander. In Kammer 1 wiederum
bringt er „Der erste fiese Typ“ von Miranda July zur Uraufführung. Nicolas Stemann hat seine Laufbahn mit
bleiben die gleichen. Die indisch-französische Autorin
Shumona Sinha kennt dies aus eigener Anschauung.
Ihre Erfahrungen verarbeitet sie in ihrem Roman „Erschlagt die Armen“ - für dieses Spielzeitheft wiederum
hat sie ein einführendes Essay verfasst: ein leidenschaftliches Plädoyer, „nach neuen soziokulturellen Umgangsformen, nach neuen humanistischen Lösungen
auf politischer und wirtschaftlicher Ebene zu suchen“,
um zusammen leben zu können.
Wenn Marthalers Metaphern der Vereinzelung von
Menschen mit Musik zusammentreffen, entstehen Situationen, Anordnungen und Konstellationen, die plötzlich etwas auf den Punkt bringen. In seinen stets sanften
Abenden spielen Ähnlichkeiten zwischen schweizerischen und bayerischen Mentalitäten eine bedeutende
Rolle. An der Volksbühne hat er mit der Figur der Tessa
UND
ZUSCHAUER
einer Inszenierung von Tschechows „Möwe“ begonnen
und setzt sich nun mit dem „Kirschgarten“ auseinander:
ein Stück über ökonomische Umwälzungen und ihre
Auswirkungen auf das Leben der Mittelklasse. Es ist
ausdrücklich erlaubt, in diesem Zusammenhang an den
aus Ängsten um den eigenen sozialen Abstieg gespeisten
Aufstieg der AfD zu denken. Mit Philippe Quesne und
den Wiener Festwochen arbeiten wir an einem Abend,
der von Shakespeares „Sturm“ handelt. Ersan Mondtag
macht eine Arbeit zum NSU-Prozess. She She Pop und
Gob Squad pausieren für eine Spielzeit, um freie Produktionen herausbringen und touren zu können. Beide
Gruppen kommen in der dritten Spielzeit wieder zurück.
Die Spielzeit geht zu Ende mit einem Vorhaben von
Christoph Marthaler, das wir ursprünglich für den Anfang gedacht hatten. In seinem Stück „Tiefer Schweb“
warten Menschen. Zwei ältere Herren, vielleicht Peter
Brombacher und Walter Hess, sitzen hinter Schreibtischen aus den 60er Jahren. MigrantInnen kommen vorbei
und geben Anträge ab. Die Realität ändert sich dramatisch. Aber die Prozesse der bürokratischen Bearbeitung
Blomstedt in der Musik von Helene Fischer zuletzt die
Wahrheit von Datingportalen im Internet aufgedeckt.
Früher habe ich gesagt, Theater muss wie Kino sein. Letzteres wird aber in Zeiten von Streamingportalen wie Netflix
auch immer mehr zu einer musealen Kunstform, die um
Relevanz und Kontakt mit dem, was Wirklichkeit genannt
wird, kämpfen muss. Aus diesem Grund finde ich es reizvoll, wenn Rimini Protokoll für die kommende Spielzeit
ein Projekt über Geheimdienste planen, an dem 100 Zuschauer pro Vorstellung mit Smart Watches herumspielen.
Ich freue mich, dass Sie uns bisher die Treue gehalten haben. Schon klar, leicht haben wir es Ihnen nicht immer gemacht. München hat das großartigste Theaterpublikum
im deutschsprachigen Raum – und davon haben die Kammerspiele die tollsten, nämlich die konfliktfreudigsten und
loyalsten Zuschauerinnen und Zuschauer der Stadt.
Matthias Lilienthal
006 007
I
t is always useful to have firm principles and to act according to them, even if this occasionally brings along disadvantages for one’s own person. Sometimes, however, letting
go of all principles, suddenly and without a prior warning,
in order to do just the opposite, to do what one really feels
like, can give great joy to others.
There was no reason to believe that Wolfgang Tillmans
would agree to photograph the actors and actresses of our
ensemble for this booklet. Not only that, as an internationally renowned artist, he is booked out for years in advance.
We also had already importuned him with our request last
year. As a result, we received a series of unpublished architectonic studies that he had selected for our thematic context from his archives.
This is a time in which our world, our society, rapidly changes. Political and social developments are difficult to predict;
many new co-citizens arrive. Suddenly a social group raises its voice that fortunately had retired into the domain of
non-voters in the post-war period. Especially now, in this
political situation, things take too much time for my taste. A
theatre of the dimension of the Münchner Kammerspiele is
a ship that only reacts to such development with hesitation.
Could this perhaps also be an advantage?
The new season is framed by two productions and we hope
that these will reflect our present times in a different manner. Kamel Daouds novel “The Meursault Investigation”
thrives on this big idea. It is the same story Albert Camus
unreels in “The Stranger”, only now from the perspective of
DEAR
When I now look at the drafts for the layout of the booklet
for our second season in Munich, I am pleased that this year
Wolfgang Tillmans could come in person, spend five days
with our ensemble, and visit different locations in Munich.
In this short period, around 5.000 photographs were taken
and a small selection suggested by the artist himself made it
into the booklet you are now holding in your hands.
The result is a bow in front of the people who spend almost
every evening on the stages of the Münchner Kammerspiele,
a celebration of artifice and of the spaces of possibility that
can open up if the camera of an infinitely attentive observer,
a witty producer of semi-arranged but eventually unpredictable scenarios, meets faces and bodies with their individual subjectivities and the completely diverse languages
that make up their repertoires of expression. I believe that
the political dimension of such processes, especially in their
symbolical function, becomes tangible in these pictures, and
I hope that you can appreciate them as a gift to you – our
audience. These takes show our magnificent ensemble in “all
shapes and sizes”.
the murdered Algerian man, a perspective that is interpreted
and reconstructed by his brother, who, by now grown old,
assumes the role of the narrator. This device introduces a
postcolonial perspective. Amir Reza Koohestani directs the
stage adaptation. I first encountered this director 14 years
ago at the Fadjr Festival in Tehran. At that time he had
translated the ban to touch members of the opposite sex that
prevails in Tehran into a situation in which a pair of lovers
in the process of separation negotiates their fates at opposite
ends of a long table. What metaphors will he invent for the
relationship between Central Europe and the Middle East?
Koohestani himself is originally from Iran and thus from an
entirely different culture.
We are happy that Susanne Kennedy, after a break in the
previous year, once more returns to the Münchner Kammerspiele, this time to work on “The Virgin Suicides”, a wonderful novel by Jeffrey Eugenides, that some of you will also
know through Sofia Coppola’s film adaptation. We are also
very pleased about a reunion with Toshiki Okada, who this
time dares to overwrite the Japanese Tradition of the “No-
theatre”. Christopher Rüping, who from this season onwards
joins Nicolas Stemann as an in-house director, uses the compact spatial conditions of Kammer 2 (Spielhalle) to grapple
with “Hamlet”. Nicolas Stemann started his career with a
performance of Chekhov’s “The Seagull” and now pursues
an interest in “The Cherry Orchard”, a piece about economic
changes and their consequences for the lifestyle of the middle
class. It is explicitly permitted to associate this situation with
the anxiety-driven rise of the AfD. In collaboration with
Philippe Quesne and the Wiener Festwochen, we arrange an
evening that will deal with Shakespeare’s “The Tempest”. Ersan Mondtag prepares a piece about the NSU process. She
She Pop and Gob Squad take a pause this season in order
to dedicate themselves to independent productions and go on
tour. Both groups will return for the third season.
Rimini Protokoll plans for the new season, in which about
100 spectators play around with Smart Watches.
I am glad that you keep faith in us. It has not always been
easy, that much is sure. Munich has the most magnificent
theatre audience in the German-speaking cultural space –
and out of this, the Kammerspiele get the best, the most
conflict-loving, and most loyal audience.
AUDIENCE
This season will end with Christoph Marthaler’s project
that was originally intended as a beginning. In his piece
“Tiefer Schweb”, there are two people, waiting. Two elderly men, perhaps Peter Brombacher and Walter Hess,
sit behind their desks, ’60s style. Migrants pass by and
submit applications. Reality changes dramatically. But the
bureaucratic processes remain the same. When Marthaler’s
metaphors of isolation meet music, situations, arrangements, and constellations come into being that suddenly
sum things up, bring something across. During his gentle
evenings, similarities between the Swiss and Bavarian
mentality play an important role. At the Volksbühne he
recently used the character Tessa Blomstedt and music
by Helene Fischer in order to disclose the truth about
dating portals.
I used to say, theatre should be like cinema. The latter
however also turns into an antiquated art form in the age
of streaming portals like Netflix and struggles for relevance
and for contact with what we call reality. This is the reason
why I feel attracted to a project about secret services that
Matthias Lilienthal
ESSAY
Shumona Sinha, deren Roman „Erschlagt die Armen!“
nicht nur in Frankreich für Furore und auch Skandalisierungen sorgte und es auf die Shortlist des renommierten französischen Prix Renaudot schaffte, wurde
1973 in Kalkutta geboren. 2001 kam sie als Migrantin
nach Frankreich, wo sie zunächst, wie ihre Protagonistin in „Erschlagt die Armen!“, als Dolmetscherin in
einer Asylbehörde arbeitete – eine Tätigkeit, die sie
nach Erscheinen ihres kontrovers diskutierten Romans
gezwungen wurde, einzustellen. Die Entlassung aus
der Behörde führte dann ihrerseits erneut zu erhitzten
Gemütern in der französischen Öffentlichkeit. Eine polarisierende Debatte war in der Welt: was es heißt, das
Leid Schutzsuchender verwalten bzw. reglementieren
und kartografieren zu müssen – und was es wiederum
für die Antragstellenden bedeutet, dieses Leid zu
Markte zu tragen, um Asyl zu erhalten. Eine indisch-stämmige und auf französisch schreibende Autorin hatte sie angestoßen, die intime Kenntnisse über
den bürokratischen Apparat „Abteilung Migration“
erhalten hatte.
Auch ihren Text für dieses Spielzeitheft hat Sinha mit
offenem Visier, aufwühlend und leidenschaftlich parteiergreifend geschrieben. Als die Schriftstellerin, deren
Text „Erschlagt die Armen!“ die Diskussionen zur
Spielzeitplanung immer wieder bestimmte und schließlich nicht nur Gedanken zu Kamel Daouds „Der Fall
Meursault“ oder Houellebecqs „Unterwerfung“ anreicherte, sondern auch zu der Perspektivierung des
konkreten Projektes „Tiefer Schweb“ von Christoph
Marthaler führte: Wie übersetzen wir Geschichten, die
nicht die unseren sind, so, dass sie zu den Unsrigen werden können? Wie hören wir Geschichten zu, die einander zu ähneln scheinen, ohne dass sie beginnen, uns
nicht mehr zu berühren und aufzurütteln?
Shumona Sinha lebt in Paris. Sie hat Literaturwissenschaft an der Sorbonne studiert. Neben „Erschlagt die
Armen!“ (2011) erschienen „Calcutta“ (2013) sowie ihr
Erstlingsroman „Fenêtre sur l'Abîme“, beide in den Éditions de l'Olivier.
(Benjamin von Blomberg)
EIN
STÜCK
VOM
HIMMEL
008 009
VON SHUMONA SINHA
A
m Anfang war das Nichts, die Finsternis, so dass selbst die Vorstellung von Finsternis noch nicht existierte. Aus diesem Nichts heraus
entstand das Licht, die kühne Liebe zwischen den Elementen, die explosive Schönheit der Gestirne, Galaxien in steter Bewegung, der mit der
Zeit fliehende Raum. Aus diesem Rausch der Energien und des fruchtbaren Chaos ging der Erdboden hervor, der eben war, solange die Mythologien den Panzer der Schildkröte stützten, und aus dem eine Kugel
wurde, die sich um sich selbst und um das drehte, was dann Sonne genannt wurde. Muss man es für einen Glücksfall halten, dass dort
menschliche Lebensformen auftauchten?
Seit der Mensch Boden unter den Füßen hat, hat er ihn vermessen und
besessen, für ihn zählte jeder Quadratzentimeter der Erde. Und er hat
den Stacheldraht erfunden. Die Eroberung der Einen durch die Anderen
begann und setzte sich fort. Die Umgangsformen und die Waffen haben
sich verändert, die Barbarei ist dieselbe geblieben, die Schlachtfelder
haben sich von der Erde in den Himmel ausgeweitet. Von der Monarchie
über das Kolonialsystem bis hin zum Kapitalismus ist der Mensch bei
der Errichtung seiner Zivilisation einer einzigen Regel gefolgt: dem unstillbaren Hunger nach Macht und Reichtum.
Die Geschichte der Menschheit ist eine Geschichte aus Blut, Wut und
Wehklagen, die von Siegesstürmen zum Schweigen gebracht wird.
EUROPA – ARZT ODER PATIENT?
Was ist so überraschend, so schockierend an den Migrationswellen vom Süden in den Norden? Länder und
ganze Kontinente werden vom Krieg, von Bürgerkriegen, von Völkermorden heimgesucht – das gehört seit
Jahrzehnten zum Alltag. Aber wer hat die Länder denn
so zugerichtet, als die Kolonien aufgegeben wurden?
Wer hat die Armut geschaffen? Die Hungersnöte? Die
Konflikte zwischen verschiedenen Gruppen?
Die Situation in Europa, in jedem Land Europas, ist als
Ganzes und einzeln betrachtet das Ergebnis eines Zusammenspiels von äußeren und inneren Faktoren: Europa, das schon aufgrund der internen Wirtschaftskrise in
einem kritischen Zustand ist, wird mit einer weltweiten
Krise konfrontiert. Die Globalisierung und die ökologische Katastrophe haben den Zusammenbruch ganzer
Gesellschaften herbeigeführt und nun wird Europa
von Bevölkerungen bestürmt, die Not leiden und
Schutz suchen.
WELCHE ROLLE SPIELT DIE RELIGION?
Dient die Religion in dieser weltweiten Krise als Waffe
oder als Zielscheibe? Ist sie der Ursprung oder der
Zielpunkt? Oder ist sie die Schlange, die sich in den
Schwanz beißt?
Seit mehr als zwei Jahrhunderten hat sich die westliche
Welt dank ihrer Kolonien wirtschaftlich bereichert und
politisch gestärkt. In Frankreich ist der Einfluss der
Kirche deutlich zurückgegangen, der Staat konnte sich
von der offiziellen Religion lösen und sein politisches
System auf modernen, demokratischen, sogenannten
laizistischen Prinzipien aufbauen: Das Christentum hat
sich in seine architektonischen Überbleibsel zurückgezogen, aus denen der Geruch von alten Steinen und
Nostalgie aufsteigt. Offiziell brauchen die westlichen
Regierungen die Religion nicht mehr. Aber das, was in
den Adern der post-jüdisch-christlichen Gesellschaft
fließt, findet auf der Ebene parlamentarischer Politik
keinen Ausdruck.
FOLGEN DER WESTLICHEN HEGEMONIE
Und was wird aus den ehemals mächtigen Zivilisationen? Die ruhmreiche Zeiten erlebt haben, bevor sie lange Phasen der Unterdrückung erleiden mussten? Die
nationalistische hinduistische Regierung in Indien begnügt sich mit ihrem riesigen Land, das vom Himalaja
bis zum Indischen Ozean reicht und von zahlreichen
unterschiedlichen Volksgruppen bewohnt wird. Die religiös motivierten Ausschreitungen richten sich gegen
die eine Milliarde Menschen vor Ort, die Leute bringen
sich gegenseitig um, an Ort und Stelle, in weiter Entfernung zum Westen, wie Tiere in einem Käfig, ohne jede
Möglichkeit, die Grenze zu überwinden. Was ist aus der
großen Wüste geworden? Das Gebiet auf halbem Weg
zwischen Okzident und Orient? Der riesigen Ölquelle?
Die Ölvorkommen unter Kontrolle zu halten, ist ein
neokolonialer Akt. Der Golfkrieg und seine Folgen haben ihren Ursprung in der Gier des Westens, dieses ölreiche Gebiet unter sich aufzuteilen. Ob es Russland
oder die USA waren, als dort der Krieg ausbrach, hat
Europa die Konsequenzen zu spüren bekommen. Was
hat die westliche Zivilisation für diese trockenen, armen, wüstenartigen Gebiete getan, außer das schwarze
Blut zu lecken? Die Hexenjagd? Der Mord an Saddam
Hussein und die Unterstützung des Irans, des Landes,
das bei der Missachtung der Menschenrechte alle Rekorde bricht? Für wie viele Jahrzehnte ist der Krieg vorprogrammiert?
Indien hat, wie Pakistan, Bangladesch, der Maghreb
und die Länder südlich der Sahara, seine Unabhängigkeit teuer bezahlen müssen. Im Zuge der Dekolonisation, als jedes Lager versuchte, das größte Stück vom Kuchen zu ergattern, wurde der einheitliche Körper der
Länder verstümmelt, die fruchtbare Erde geplündert,
gedemütigt und schließlich von den großen Pferden der
Kolonialherren in zwei Teile gerissen. Die Grenze teilte
mitunter Häuser, die Küche im einen Land, die Schlafzimmer im anderen. Eine scheinbar absurde, aber doch
sehr durchdachte Teilung. Bei der Aufspaltung des ehemaligen indischen Subkontinents befanden sich das
Ackerland in dem einem Land und die Fabriken im
anderen. In Afrika wurde einfach ein Lineal angelegt
und eine gerade Linie gezogen. Religionsgemeinschaften und Volksgruppen brachten sich gegenseitig um.
In der Erinnerung türmten sich die Leichen zu einem
unüberwindbaren Haufen auf.
WANDERBEWEGUNGEN
Nach der Unabhängigkeit, in den Tagen und Wochen
nach der Teilung, gingen die Menschen zu Fuß auf die
andere Seite der Grenze, ihr ganzes Leben zu einem
Bündel geschnürt, das ganze Leben mit einem Mal an
der Wurzel abgetrennt. Aus ihren verlassenen Küchen
auf der anderen Seite des Stacheldrahts stieg noch der
Brandqualm auf. Diese Menschen reisten nicht aus
Abenteuerlust, sie reisten aus Verzweiflung. Sie stammen aus einer Ebene, die sich vom Kontinent gelöst hat
wie ein abgefaultes Körperteil. Sie stammen aus der
Ebene, die von den Politikern mit der Axt in zwei Teile
geteilt wurde. Zunächst überschwemmten sie die Straßen und Gossen der nächstgelegenen Stadt auf dem alten Subkontinent. Aber das Land hielt dem Ansturm
nicht stand, reichte nicht aus, um die Menschenmassen
aufzunehmen. Das Elend war für Jahrzehnte vorpro-
ESSAY
grammiert. Denn dann hat ihr eigenes Land sie verraten, grausamer noch als die Politiker. Es rutschte in die
Bucht, wurde vom Wasser verschlungen. Das Land
ging auf Tauchgang. Sechs Monate unter Wasser, sechs
Monate unter freiem Himmel. Wie der Rücken einer
antiken Riesenschildkröte tauchten die Felder wieder
auf. Anderswo war der Himmel geizig, sadistisch. Oder
die Erde karg, unfruchtbar. Die Menschen starben wie
vertrocknete Gräser.
IM AUFNAHMELAND
Seither wandern die Leute aus. Überschreiten. Gehen
dorthin, wo sie nicht sein dürfen.
Aber weder das Elend noch die sich rächende Natur, die
ihr Land zerstört, können ihr Exil, ihre verzweifelte
Hoffnung auf Leben rechtfertigen. Kein Gesetz erlaubt
ihnen die Einreise nach Europa, wenn sie keine politischen oder religiösen Gründe vorbringen, wenn sie keine sichtbaren Spuren einer Verfolgung an sich nachweisen können. Also müssen sie die Wahrheit verstecken,
vergessen, verlernen und eine neue erfinden. Die Märchen der menschlichen Zugvögel. Mit gebrochenen Flügeln und schmierigen, stinkenden Federn. Mit Träumen, die traurig wie Lumpen sind.
Aber diejenigen, die vor Krieg, Völkermord, Armut und
Naturkatastrophen fliehen, sind keine bloßen Aktennummern oder Verwaltungskürzel. Wenn ihre politische Aufnahme in Europa nicht von sozialen und kulturellen Projekten begleitet wird, drohen soziokulturelle
Konflikte jeglicher Art. Der Fall von Köln ist da nur die
Spitze des Eisbergs. Der Körper der Frau ist noch immer, im Westen wie im Osten, auf der ganzen Welt, ein
Tabu, ein Streitpunkt; jede Gesellschaft, jede Religion
hat ihre eigene Art, dem weiblichen Körper Schuld zuzuweisen, ihn zu bestrafen und zu unterdrücken. Der
Angriff auf die Frau ist bloß das Symptom, das Fieber,
hinter dem eine ernstere Krankheit steckt.
UNSERE UNEINE NATUR
Aber ist das nicht der niemals endende Prozess der Zivilisation? Sind Konflikte und ständige Uneinigkeit
nicht schon immer die DNA unserer Gesellschaft?
Texanische Bauern jagen Opossums und Mexikaner,
die durch die Wüste kommen und ihr von Kakteen
eingefasstes Territorium überqueren, Buddhisten in
Myanmar vertreiben die muslimischen Rohingyas aus
dem Land, die Ungarn machen ihre Grenze dicht, die
mazedonische Polizei beschießt syrische Flüchtlinge
mit Tränengas, muslimische Franzosen radikalisieren
sich und ermorden Franzosen, die an die Kunst, die
Freiheit und das Leben glauben. Ist die Radikalisierung des Islam nicht vielmehr eine Islamisierung, der
010 011
ein sozioökonomisches Scheitern zugrunde liegt, das
indes keinen direkten Bezug zum Islam hat?
Länder sind Problemstellungen, niemals endende
Baustellen unter freiem Himmel, sie sind eine Bewegung und sie sind ständig in Bewegung, ihr Gleichgewicht ist eine Illusion von Gleichgewicht, jeden Augenblick kippt es. Die sozialen Umgangsformen für
ein friedliches Zusammenleben verschiedener Gruppen haben sich noch nicht etabliert. Die Angst vor
dem Anderen, die Verachtung des Anderen ist leider
nicht der extremen Rechten vorbehalten.
WER DARF DAZUGEHÖREN?
Frankreich zum Beispiel ist mehr schlecht als recht dabei, den Algerienkrieg zu verarbeiten und seine postkolonialen Beziehungen wieder in Ordnung zu bringen. Die Menschen, die zweifellos in voller
Berechtigung aus den ehemaligen Kolonien nach
Frankreich gekommen sind, bahnen sich ihren Weg
und erkämpfen sich voller Elan, Hoffnung und sicher
auch Groll ihren Platz auf französischem Boden. In
den Vorstädten schwelt eine Wut, die viele als legitim
betrachten. Ausgehend von dem Gefühl der Berechtigung dieses heiligen Zorns wird eine neue postkoloniale Hierarchie in der französischen Gesellschaft entworfen: Diejenigen, die Opfer des weißen Rassismus
waren und immer noch sind, zeigen eine neue Art von
Rassismus gegenüber denen, die ihre sogenannte Legitimität nicht aus einer postkolonialen Verbindung zu
Frankreich beziehen können. Es fragt sich, woher diese wahnsinnige Energie der Verachtung kommt, als sei
es nicht möglich, seinen Platz auf dieser Welt zu behaupten, ohne andere zu verdrängen, als müssten alle
ihr Territorium ständig wie Hunde markieren. Es fragt
sich, wann sich dieses schreckliche hierarchische System zwischen den Menschen und ihren ehemaligen
Herren etabliert hat, zwischen den früheren Dienern
vom nördlichen und vom südlichen Rand der Wüste,
zwischen den Reisenden vom blauen Fluss und denen
vom weißen Fluss, von den Inseln, von der Vulkaninsel, zwischen den Exilanten aus dem früheren roten
Regime, die alle den Glauben an die eigene Legitimität
zu einem geheimen Kult machen.
DIE HAUTFARBE BESTIMMT DEN SOZIALEN PLATZ
„Frankreich ist ein Land der weißen Rasse.“ Sollte
uns dieser vor Kurzem getätigte Ausspruch einer
rechten Politikerin schockieren? Hat sie nicht einfach
nur gesagt, was viele insgeheim denken? Ist nicht
hinreichend bekannt, dass die Länder riesige Laboratorien geworden sind, in denen jeder einzelne Mensch
Testperson in einer anthropologischen Forschung ist
und rund um die Uhr bezüglich seiner Größe und
seiner Farbe, der Form seiner Nase und seiner Nasenflügel, seiner Pupillen und seines Haaransatzes,
seiner Hüfte und seiner Fußsohlen studiert wird, in
denen jeder einzelne Mensch rund um die Uhr in aller Öffentlichkeit entblößt wird, um seinen Platz in
der Gesellschaft zu ermitteln? Der Überlebenskampf
ist vom Gehalt des Melanins im Blut bestimmt. Je
mehr es enthält, desto tiefer wird man vom Gewicht
der Erbsünde nach unten gezogen. Eine pyramidenförmige Architektur, bei der man aus der Dunkelheit von unten nach oben ins Licht aufsteigt, zum
Weißsein, zur „überlegenen Rasse“. Waren das nicht
schon immer die Spielregeln? Es gibt wenige Augenblicke in der Geschichte der Menschheit, in denen
wir nicht der Versuchung des Bösen in uns nachgegeben haben.
DER TEUFELSKREIS DES OKZIDENTS
Die Bedrohung durch ökologische und wirtschaftliche
Gefahren, durch religiösen Fanatismus und nukleare
Waffen ist auf der ganzen Welt dieselbe. Aber diese
Realität hat weder eine kollektive Bewusstwerdung
noch eine veränderte Solidarität zur Folge gehabt. Wir
sind immer stärker vereinzelt, unsolidarisch, isoliert
oder verstecken uns paradoxerweise hinter den nationalistischen oder religiösen Identitäten, die für die
weltweiten Krisen mitverantwortlich sind. Es gibt keine politische Ideologie mehr, die uns Sicherheit verspricht oder Hoffnung gibt. Der „amerikanische
Traum“ und der Triumph der Sowjetunion haben
trotz des Kalten Krieges jeder auf seine Weise blühende Landschaften versprochen. Dieser Traum ist geplatzt und die chinesische Oligarchie ist eine weltweite
ökonomische Bedrohung geworden, die gar nicht erst
eine bessere Zukunft verspricht. Die aufstrebende
Dritte Welt folgt dem vom Westen vorgegebenen
Schema für kurzfristigen Wohlstand. Indien und
Brasilien sind bereits daran gescheitert, den Gesellschaftsvertrag einzuhalten, und haben in großen Teilen
der Bevölkerung Unsicherheit, Angst und Hoffnungslosigkeit um sich greifen lassen, wie überall
sonst auf der Welt.
EINE ILLUSION VON HARMONIE?
In dieser weltweiten Ratlosigkeit scheint die Frage der
Grenzen zweitrangig, wenn nicht sogar unpassend,
weil wir diese ökonomische/politische/soziale Krise
ganz sicher nicht überwinden werden, indem wir versuchen, unsere Mitmenschen, unsere entfernten Nachbarn aus unserem Land fernzuhalten. Der entfesselte
Kapitalismus hat mit seinem Werkzeug, der Globali-
sierung, den Planeten zerstückelt und aus dem Gleichgewicht gebracht, die Menschen überschreiten die
roten Linien auf die gleiche Weise, wie es das Geld
und die Waren tun – nichts und niemand wird diese
Bewegung aufhalten. Wir können nur hoffen, dass es
uns gelingt, diesen Kreislauf zu durchbrechen, indem wir nach neuen soziokulturellen Umgangsformen, nach neuen humanistischen Lösungen auf politischer und wirtschaftlicher Ebene suchen, um
nebeneinander zu leben, um zusammen zu leben, in
einer Illusion von Harmonie.
(Übersetzt aus dem Französischen von Lena Müller)
ESSAY
The repercussions of Shumona Sinha’s novel “Assommons
Les Pauvres” reached way beyond France where the book
was published and where it made it on the shortlist for the
prestigious Prix Renaudot. Sinha was born in Kolkata in
1973. She moved to France in 2001, where (exactly like the
protagonist of “Assommons Les Pauvres”) she worked as an
interpreter at an asylum agency – an occupation she had to
quit, after her novel was published. The dismissal from the
agency inflamed new public discussions in France. A polarizing debate emerged: what does administrating, regulating, or mapping the suffering of those who are in need of
protection mean? An author of Indian origin, writing in
French, had gained intimate knowledge about the bureaucratic machine in the French migration department – and
caused a public debate.
Her text for this program conveys the same uncompromising
spirit, it is agitated and it agitates, it passionately takes
side. It seems to be written without precaution or consideration, determined to be personal, determined to present itself as the work of a writer – not a politician or sociologist.
This is what we had asked for. Sinha’s novel “Assommons
Les Pauvres” significantly shaped our discussions when
planning this theatre season and it influenced the outlines
for not only Christoph Marthaler’s “Tiefer Schweb”: How
can we translate stories that are not ours and make them
ours? How should we listen to stories that resemble one another in an unspeakably unsettling manner?
Shumona Sinha lives in Paris. She studied Literature at
the Sorbonne. She published her most recent work after
“Assommons Les Pauvres” (2011), “Calcutta” (2013), as
well as her first novel “Fenêtre sur l'Abîme”, with Éditions
de l'Olivier.
(Benjamin von Blomberg)
A
PIECE
OF
HEAVEN
012 013
BY SHUMONA SINHA
I
n the beginning was the void, darkness, so much so that the very idea
of darkness had not yet come into being. Out of this nothing light
emerged, the dangerous love between the elements, the explosive
beauty of stars, galaxies in motion, space running away with time. This
frenetic energy and fertile chaos gave birth to land. This land remained
flat for as long as mythology persisted in carrying a turtle on its back and
then it became a sphere that began to spin on its own axis, circling
something that it became customary to call the sun. Is there any point
in remembering that human life appeared only by chance?
When man discovered land beneath his feet he began to measure it and
stake his claim: every square inch of earth was precious. Barbed wire
was invented. Peoples began to invade other peoples and continue to
do so. The frameworks have changed, as have the weapons, but barbarity has not. Our battlegrounds have expanded from the earth up
into the sky. From monarchy through colonialism to capitalism, Man
has built his civilisation on a single principle: that of his insatiable
greed for power and wealth.
The History of Man is a history of blood, wrath and tears that have been
wiped away by the victors’ triumphs.
EUROPE – DOCTOR OR PATIENT?
Why are we so surprised, shocked even, by the current
wave of migrants from the south? Entire countries and
continents have been ravaged by war, civil war and genocide – this has been going on for decades. Weren’t the countries in question horribly disfigured when the colonial period ended? And didn’t this lead to misery, famine and
regional tensions?
The state in which Europe, individually and collectively,
finds itself, the state in which each and every country
within Europe finds itself, is the result of a combination of
external and internal factors: Europe, already in a critical condition on account of its own internal economic crisis, is now having to face a crisis of a global nature. Globalisation and environmental catastrophe have led to the
collapse of entire societies and now Europe is being invaded by traumatised peoples in need of a safe haven.
WHAT IS THE ROLE OF RELIGION?
In this global crisis, will religion function as a weapon or
a target? Is it the alpha or the omega of all this, or the
serpent who eats its own tail?
For more than two hundred years, the western world grew
rich and buttressed itself politically thanks to its colonies;
meanwhile the influence of the Church declined. In France
the State cleverly separated itself from the official religion
and built its regime on modern, democratic, so-called ‘secular’ principles. Christianity lingers only in those architectural remnants from whence emerges the scent of ancient stones mixed with nostalgia. Western political power
has no more official need of religion. But what runs in the
veins of post-Judeo-Christian society is not the product of
parliamentary politics.
CONSEQUENCES OF WESTERN HEGEMONY
What has become of ancient, once powerful civilisations
where periods of triumphant conquest were followed by
long periods in which they found themselves submissive to
other powers? The Hindu nationalist party in India contents itself with the vast territory that stretches from the
Himalayas to the Indian Ocean. India has a multitudinous diversity of peoples; it has a billion-strong population but its religious- and communitarian-inflected uprisings have a local focus. Its inhabitants kill each other on
home soil, far from the West, like lonely beasts in their
cages who have no hope of escape. And what has become of
the vast desert, the region that lies halfway between East
and West, with its giant oil wells? Meddling in oil-producing countries is an act of neo-colonialism. The Gulf War
and its aftermath were the products of Western greed for a
slice of this oil-rich region. Irrespective of who started it
– Russia or the United States – once war had broken out
in the region, Europe was bound to feel the consequences.
And what has Western civilisation done for this arid, poor
and deserted region apart from sucking its black blood? It
went on a witch hunt, assassinated Saddam Hussein and
lent its support to Iran, a country with an appalling human rights record. It is not unlikely that war will rage in
the region for decades to come.
India, just like Pakistan and Bangladesh, the Maghreb
and sub-Saharan Africa, has paid a high price for its independence. At the moment of decolonisation, when all the
interested parties tried to profit from the situation as best
they could, the unique character of each of these countries
was destroyed, the land was plundered, debased and finally parcelled up by the colonial moralists. The lines of partition occasionally ran right through houses: the kitchen
might belong in one country, the bedrooms in another.
These seemingly absurd divisions were the result of careful
calculation, however. When it came to the partition of the
ancient Indian subcontinent, one country got the fields
and another the factories. In the case of Africa, all it took
was a ruler and a few straight lines. Religious and ethnic
groupings took care of the rest. The piles of bodies are a
thing of memory, impossible to count.
MIGRATION MOVEMENTS
For days and weeks after independence, after partition,
people crossed on foot from the other side, their entire lives
squashed into a bundle, their entire lives suddenly cut off
from the root. The smoke from the fires in their abandoned
kitchens was still rising on the other side of the barbed
wire. Those people didn’t undertake their journey out of a
sense of adventure, but because they were desperate. They
were from a country that was cut off from the continent
like a gangrenous limb. They were from the country that
was severed by a political hatchet job. First they invaded
the streets and the pavements of the neighbouring town in
the ancient sub-continent. But an entire country was insufficient to contain this onslaught, these waves of men.
Several decades of misery followed. And, in a cruel blow
that had nothing to do with politics, the people were let
down by their land. It collapsed into the Bay, swallowed
up by the water. The earth tried its luck at underwater
diving: it spent six months underwater and six months
breathing the air. Farmland would reappear like the back
of a giant, ancient turtle. The sky was greedy and sadistic,
the earth, ungrateful and barren. Men died like wilted
grass.
IN THE HOST COUNTRY
Ever since then, people have migrated. Trespassed. Gone
where they have no right to go.
But neither misery nor the vengeful destruction of nature
ESSAY
is sufficient justification for exile and the insane will to
survive. There is no law that allows people to enter Europe for reasons other than the political or the religious.
One has to be able to provide evidence of serious persecution. So the only options left involve hiding, forgetting,
unlearning the truth and inventing a new one in its stead.
The stories of migratory peoples. Their broken wings
and filthy, stinking feathers. The shreds of their tragic
dreams. Tales of fairies have long since been displaced
by tales of fire.
But those fleeing war, genocide, misery and natural catastrophe are more than numbers on case files and official
statistics. If we are to avoid socio-cultural conflict, then
their arrival in Europe has to be strategically supported by
a social and cultural framework. What happened in Cologne is only the tip of an iceberg. A woman’s body, in the
West and in the East, throughout the world in fact, is still
taboo, the subject of controversy; every society and every
religion has its way of attaching guilt to the female body,
of punishing and annihilating it. Violence towards women
is but a feverish symptom of a more serious illness.
OUR DIVIDED NATURE
But isn’t this the eternal pattern of civilisation? Haven’t
conflict and perpetual discord been in our societies’ DNA
from the very beginning? The Texas farmer hunts opossums and desert-crossing Mexicans who pass through his
cactus-ridden territory; Myanmar’s Buddhists expel
Muslim Rohingyas; the Hungarians close their border;
the Macedonian police fires tear gas at Syrian migrants;
French nationals of the Muslim faith radicalise and murder French nationals whose faith manifests itself in art, in
liberty, in life. Is the radicalisation of Islam the Islamisation of a type of radicalism spawned by socio-economic
failure?
A country is a set of problems, an open-air building site,
unfinishable, a movement in perpetual motion, its equilibrium is an illusion that could tilt at any moment. The social codes that would enable the peaceful cohabitation of
peoples have not yet been learned. Fear of the Other, hatred of the Other is not, unfortunately, the preserve of the
extreme right.
WHO IS ALLOWED TO BELONG HERE?
France, for example, is still busy digesting the war in Algeria and establishing the nature of its postcolonial relationships. People who came – one assumes legally – from
the former French colonies are in the process of finding
their way, of carving out a place for themselves on French
soil with a great deal of enthusiasm and hope, but often
also with resentment. The outlying areas of French cities
are rumbling with an anger to which many are sympathet-
014 015
ic. This sense of righteous anger is feeding a nascent postcolonial hierarchy in French society: those who have been
and are still the victims of white racism are in turn practising a new form of racism towards those who do not enjoy
the purported legitimacy of the postcolonial tie to France.
It is crucial to enquire into the origins of this hysterical
drive towards contempt. It is as though it is impossible to
secure one’s own position in the world without eliminating
the Other, like a dog pissing against something in order to
mark its territory. It is crucial to enquire into when it
came about - this dreadful system of pyramidal hierarchy
between men and their former masters, between former
slaves from opposite sides of the desert, between those who
travelled the blue and the white rivers, the islands, the
volcanic archipelago, between those in exile from the ancien régime rouge, all of whom practise their belief in legitimacy like an arcane faith.
SKIN COLOR DETERMINES THE SOCIAL STATUS
“The French are a white race.” Is this statement, uttered
only recently by a female right-wing politician, really so
shocking? Doesn’t it merely express out loud what many
are thinking in private? Can we really pretend that nations have not in fact become giant laboratories in which
human beings, in order to determine their place in society,
have become the objects of anthropological study, where
size and colour, the shape of one’s nose and one’s nostrils,
one’s eyes and the roots of one’s hair, one’s hips and the
soles of one’s feet, are on permanent public display? Survival is determined by the quantity of melanin in your
blood. The more of it you have, the closer to the bottom
you are, contaminated by the weight of your original sin.
We inhabit a pyramidal structure from which people ascend from the darkness of the depths towards the light, towards whiteness, towards the “superior race”. Those have
always been the rules of the game, haven’t they? Rare are
those moments in the History of Man when we have been
able to ignore the call to crime buried in our blood.
THE VICIOUS CIRCLE OF THE OCCIDENT
We all face the same ecological and economic perils, the
same dangers presented by religious fanaticism and nuclear weapons. Nonetheless, these facts have failed to generate a collective examination of conscience or result in an
emergent solidarity. We are increasingly suffering from a
lack of integration, an absence of collectivism; we find
ourselves isolated, paradoxically sheltering behind the nationalist or religious identities which are at the very root
of our global crisis. We can no longer take hope or comfort
in political ideology. The “American Dream” and the triumph of the Soviet Union, the Cold War notwithstanding, created landscapes of prosperity, each in their own
fashion. This dream has been shattered. China’s oligarchy
represents a global economic threat with no pretensions to
a better future. The evolving developing world, in its
drive for short-term economic prosperity, is following the
schemata laid out by the West. India and Brazil have already failed to respect the contract of social justice, allowing uncertainty, fear and despair to flourish among the
majority of the population, as is the case elsewhere in
the world.
AN ILLUSION OF HARMONY?
In this global disarray the question of borders is secondary,
in bad taste even. There is no way in which we will overcome this economic/political/social crisis by attempting to
expel our fellow man, our neighbours, from our territory.
Aggressive capitalism, with globalisation as its tool, has
destabilised and dismembered the planet. Men cross red
lines as though they were products or money – nothing and
nobody can prevent these wrongs. We can only continue to
hope that we can end the cycle, by searching for new socio-cultural codes, new humanist solutions on the political
and economic front so that we can cohabit, actually live
together, in illusory harmony.
(Translated from French by Chantal Wright)
NEUPRODUKTION
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V.L.N.R. MAJA BECKMANN, PETER BROMBACHER, MAJA BECKMANN, STEFAN MERKI, DAMIAN REBGETZ
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NEUPRODUKTION
NIELS
BORMANN
022 023
GESPRÄCH MIT WOLFGANG TILLMANS
V
or genau einem Jahr haben wir in Deinem Berliner Studio gesessen
und ein Gespräch für das erste Spielzeitheft der Münchner Kammerspiele unter der Leitung von Matthias Lilienthal geführt. Der hatte
Dich damals gefragt, ob Du Dir vorstellen könntest, die Räume – die
Kammern – unseres Theaters zu fotografieren. Das hast Du damals
abgelehnt. Dafür bekamen wir von Dir eine Serie bislang unveröffentlichter Fotografien, die sich mit der Architektur unterschiedlicher Typen von Zimmern auseinandersetzen und auch Menschen zeigen, die
sich darin bewegen. Für die vorliegende Publikation bist Du nun zu uns
nach München gekommen und hast eigentlich mehr oder weniger das
getan, was Du damals nicht tun wolltest. Du hast Bilder aus dem Innenleben der Münchner Kammerspiele gemacht und in unterschiedlichen
Konstellationen sogar alle Mitglieder unseres Ensembles porträtiert
vorhersehen, ob es mir gelingt, mich zu allen genauso
besonders aufmerksam zu verhalten, und gleichwertige
Bilder zu produzieren. Das hat Matthias nicht davon
abgehalten, es trotzdem zu versuchen. Der Anruf kam
lustigerweise zwei Wochen, bevor ich tatsächlich nach
München reisen musste, um das Ausstellungsprojekt
„Playback Room” im Lenbachhaus zu eröffnen. Vier
Tage später hatte mein Freund Anders Clausen eine
Vernissage in der Galerie Rüdiger Schöttle. Mein Plan
war, mir zwischen diesen beiden Ereignissen die Museen
anzuschauen und in der Stadt eine schöne, entspannte
Zeit zu verbringen. Als dann auf einmal Matthias in der
Leitung war, dachte ich nur: Das ist Fügung! Da musst
IN ALL SHAPES AND
SIZES
– eine Aufgabe, die Du bei unserem letzten Interview als künstlerisch
wenig interessant beschrieben hattest. Wie kam es zu dem plötzlichen
Sinneswandel?
Du Dich ergeben und hingeben (lacht). In meine Entscheidung spielte natürlich auch hinein, dass ich die
Zusammenarbeit im vergangenen Jahr echt gut fand.
WOLFGANG TILLMANS Es war die Chuzpe. Nein, das ist über-
Die berühmte Gunst des Augenblicks.
trieben. Aber, sagen wir, die Kühnheit der Anfrage von
Matthias (lacht) hat wohl den Ausschlag gegeben. Matthias konnte in seinem eigenen Spielzeitheft nachlesen,
warum ich sowas eigentlich nicht mache. Ich empfinde es als Druck, allen Menschen aus einem Ensemble
gleich gerecht werden zu müssen, und ich kann auch nie
Es war ein Anstoß in eine ungewohnte Richtung. Seit
Beginn meiner Arbeit halte ich in meinem Studio, in
meinem Telefon und in meinem Kopf die Tür einen
Spalt auf, damit ein Raum für überraschende Anfragen bleibt: „Möchtest Du gerne Grandmaster Flash
024 025
fotografieren?” Sowas könnte ich mir selber nie im Leben ausdenken. Ich mag es, diesen Zufallsgenerator, der
vor allem durch Anfragen aus Redaktionen entsteht, in
meinem Leben zu haben. Der bringt mich immer wieder an Dinge, Themen und Orte heran, die ich nicht
unbedingt aus eigener Initiative aufsuchen würde – und
das ist in gewisser Weise auch bei meinem Ausflug ins
Theater der Fall.
Du würdest diese Fotoserie als Ergebnis einer redaktionellen Anfrage
sehen?
Ja, sie ist im Rahmen eines freien publizistischen Auftrags entstanden. Das ist keine Werbefotografie, aber
auch kein reines Kunstprojekt. Das bedeutet auch, dass
für mich nicht vorhersehbar ist, ob so ein Porträt von
einem Musiker, einem Wissenschaftler oder eben einem
Schauspieler zu einem Bild führt, das ich in meinen Ausstellungen oder Büchern verwenden kann. Nicht alles,
was ich mache, wird wirklich Kunst. Das ist nicht planbar. Es gefällt mir, den Fokus meiner Aktivitäten offen
und unbestimmt zu halten und erst, wenn es fertig ist, zu
entscheiden, was das ist. Bei einem Auftrag wie diesem
hier muss ich erst einmal nur garantieren, dass das entstandene Bild druckbar ist.
Hattest Du eine bestimmte Methode, mit der Du den Menschen hier begegnet bist? Ließ sich innerhalb der kurzen Zeit, die Dir zur Verfügung
stand, so etwas wie Privatheit oder Intimität herstellen? War das überhaupt angestrebt? Bei unserem Interview vor einem Jahr hast Du viel
von einem Fotografieren gesprochen, das ohne Anlass auskommt, von
Bildern, denen der Auftrag, aus dem heraus sie womöglich entstanden
sind, gerade nicht immer schon anzusehen ist.
DAS IST FÜGUNG!
DA MUSST DU
DICH ERGEBEN
UND HINGEBEN.
In der Serie, die als Teil des letzten Spielzeitheftes erschienen ist, waren hauptsächlich unbelebte Räume zu sehen.
Die wenigen Menschen, die darin vorkamen, waren nicht
Teil des Hauses, sondern Leute aus meinem engeren
sozialen Bezugsfeld. In dem Rahmen, in dem ich mich
nun bewegt habe, hätte es total gestelzt gewirkt, wenn
ich versucht hätte, so zu tun, als gäbe es keinen Anlass,
eine Beiläufigkeit hinzubekommen, die so einfach nicht
zu haben ist. Meine Herangehensweise war eher: Es ist
sowieso alles künstlich. Wo wir uns bewegen, ist immer
schon Fiktion. Wir kennen uns genauso viel, wie wir uns
eben kennen. Gerade sind es erst fünf Minuten, gleich
dann schon 15 Minuten, und wenn wir uns in drei Tagen
wieder treffen, haben wir uns zwischendurch vielleicht
auch noch einmal in der Kantine zugenickt, und dann
verbringt man noch einmal zwei Stunden miteinander.
Mit dem entsprechenden Willen, einer Freundlichkeit
und beidseitigen Offenheit macht das tatsächlich schon
einiges aus, was Intimität angeht. So ist dann über die
wenn auch begrenzte Zeit von etwas mehr als einer halben Woche jeder Charakter komplexer geworden. Es ist
immer wieder überraschend, wenn man plötzlich eine
neue Facette an jemandem entdeckt, die man beim ersten
Kennenlernen nicht gesehen hat.
Du bist nicht als leidenschaftlicher Theatergänger bekannt. Die Schauspieler unseres Ensembles wirst Du zum größeren Teil vorher nicht gekannt haben. Wie hast Du Dich auf diese Aufgabe vorbereitet? Warst Du
ein leeres Blatt Papier, das darauf wartet, in der Begegnung mit Inhalten
gefüllt zu werden?
Ich habe mir schon Kurzbiografien durchgelesen, Fotos
angeschaut und mir erzählen lassen, was das für Leute
sind, die ich in Kürze kennenlernen werde, als zwanzig
Einzelmenschen. Ich war dankbar für diese Aufgabe, und
habe geschätzt, dass das Ensemble, wie man im Englischen sagt, „in all shapes and sizes” kam: von jung bis alt,
Mann und Frau. Gleichzeitig wollte ich aber auch spüren, wie sie als Gruppe funktionieren, untereinander. Mir
wurde schnell klar, dass ich mit jedem von ihnen einmal
eine Stunde allein sein wollte, um dann Konstellationen
mit zwei, drei, vier, fünf Schauspielern zusammen zu kreieren. Während meines Aufenthalts ergab sich der Zufall,
dass ich zwei Nächte im Bayerischen Hof untergebracht
wurde. Beim Frühstück entdeckte ich diese Lounge im 6.
Stock, die das französische Design Studio Jouin / Manku
im modernen Stil eines James-Bond-Films neu gestaltet
hat und offenbar erst vor einigen Monaten fertiggestellt
worden ist. Mir kam das sofort als mögliche Location in
den Sinn, weil es sich um ein High-End-Luxus-Ambiente handelt, von der guten Sorte, das man aber nicht sofort
mit meiner Ästhetik in Verbindung bringen würde …
… und genauso wenig mit den Lebenswelten, in denen sich unsere
Schauspieler bewegen.
DA ENTSTEHT EINE
GEWISSE FORM
DER ABNUTZUNG.
Ja, ich wollte, dass möglichst viele von ihnen auch einmal
in dieser Lounge sind, weil sie dadurch in eine Situation außerhalb dieser Wände und Räume und Bretter der
Kammerspiele gebracht werden.
Bedeutet es eine besondere Herausforderung, Schauspieler zu fotografieren, im Unterschied zu Menschen aus anderen Berufsgruppen? Ich
könnte mir vorstellen, dass diese Protagonisten, weil sie es gewohnt
sind, Teil einer Inszenierung zu sein, immer schon selber eine Idee haben, wie sie gesehen werden wollen. Gehst Du da mit, oder versuchst Du
gegenzusteuern?
Sowohl als auch. Denn beides ist authentisch.
Weil man nicht sagen kann, nun sei doch mal, wie Du wirklich bist.
Genau. Es führt nicht zu mehr Wahrheit im Bild, wenn
man von jemandem verlangt, für eine gute Stunde einfach mal so die eigene Identität als Schauspieler in die
Tonne zu treten. Gleichzeitig lässt sich nicht bestreiten,
dass eine solche Selbstimagination schon ein erhebliches
Gepäck (lacht) darstellt, mit dem ich umgehen muss.
Grundsätzlich gibt es das Problem, dass Menschen, die
mehr als einmal im Monat fotografiert werden, etwa
Popstars, zu wissen glauben, wie das geht, wie sie aussehen, und daher denken, dass sie Dir etwas geben – einen
Look, von dem sie finden, dass er gut ist. Es ist wahnsinnig schwer, das wieder wegzubekommen. Ich mache
mittlerweile die gleiche Erfahrung, wenn ich selber
fotografiert werde. Da entsteht eine gewisse Form der
Abnutzung. Man kann nicht unendlich oft fotografiert
werden, ohne dass das nicht etwas mit Dir macht, in
Deiner Reaktion zur Kamera.
Das gilt dann aber mehr für Leute, die den Status einer Celebrity haben, oder?
Klar, Schauspieler werden wahrscheinlich nicht so oft fotografiert, sondern eher gefilmt oder eben auf der Bühne
von einem Publikum – oder vorher, bei den Proben, vom
Regisseur – angesehen. Vielleicht habe ich beim Fotogra-
fieren mit dem Ensemble der Kammerspiele deshalb oft
den Eindruck gehabt, dass sie zu wissen glauben, was als
nächstes von ihnen erwartet wird, und es gibt eine hohe
Bereitschaft, das dann auch zu tun. Möglicherweise habe
ich aber gar nichts gewollt oder verlangt, sondern einfach
selber nur abgewartet, was nun passiert. Oder ich sage:
Dreh den Kopf nur ein klein wenig zu mir hin, und dann
wird daraus eine Bewegung des ganzen Körpers. Zugespitzt formuliert, nicht in allen Fällen, aber der Tendenz
nach, scheint es so zu sein, dass die älteren Schauspieler relaxter mit solchen Situationen umgehen. Das wäre
doch schön, wenn man mit den Jahren einen gewissen
Frieden schließt, mit dem eigenen Selbstbild, während
man als Jüngerer noch mehr kämpft.
Klare Regieanweisungen gab es von Deiner Seite nicht?
Ich stifte schon auch ganz schön Verwirrung, weil ich
meistens nicht so genau artikuliere, was ich will. Dann
sage ich plötzlich, was ich will. Ich mache eine Situation lächerlich. Auf einmal soll wieder alles ernst sein.
Das mache ich überhaupt nicht kalkuliert, um irgendwelche Heiß-Kalt-Gefühle herbeizuführen. Im Grunde
ist das alles nur das Abbild meines eigenen Suchens, im
Bewusstsein von der Unmöglichkeit eines Bildes. Es ist
sehr unwahrscheinlich, dass nun auf einmal wirklich
AUF EINMAL SOLL
WIEDER ALLES
ERNST SEIN.
etwas Neues und Interessantes entsteht. Es haut aber
auch nicht hin, im Umkehrschluss zu sagen, ich bin einfach nur die Fliege an der Wand und beobachte ganz
unbeteiligt, wer Ihr so seid und was Ihr so macht. Wenn
Du fotografierst, dann bekommst Du am Ende nur das
heraus, was Du vorher an emotionalem Engagement
hereingegeben hast.
Zur Künstlichkeit des Inszenierten, so sehr man sich darin auch verfangen
kann, gibt es als Grundvoraussetzung keine Alternative?
Als ich mit Katja Bürkle und Damian Rebgetz zusammen war, musste ich an ein Lied denken, „Do You See
026 027
The Light” von Snap (lacht). Die beiden schauten gerade an die Decke und hatten so einen heiligen Blick,
als würden sie wirklich das Licht sehen. Ich dachte, ich
will dieses Stück hören. Wir haben das Video auf YouTube gesucht, den Track laut gespielt, und dann haben
Katja und Damian dazu getanzt. Da könnte man auch
sagen: Was für ein erfundener Quatsch! Aber in genau
dieser Situation ist ein ganz tolles Einzelporträt von
Katja entstanden, dem man gar nicht mehr ansieht, dass
wir gerade über Techno-Trash-Pop der Neunziger Jahre
abgelacht haben. Die Bereitschaft zur Peinlichkeit muss
eben auch von meiner Seite gegeben sein. Wenn Du als
da zeitgleich stattfand, ohne Erlaubnis, denke ich mal.
Ich meinte gleich zu Wiebke und Niels, das ist doch
bestimmt ein unautorisierter Pelz-Shoot. Da haben
wir das Model einfach gleich mit ins Bild genommen.
Natürlich ist ein Tropenhaus gleichzeitig immer auch
– egal, in welcher Stadt man sich aufhält – einer der
faszinierendsten Orte am Platz.
Ich finde, gerade in den Aufnahmen, die an fast schon abgeschmackten Locations entstanden sind, ist es gelungen, ein großes Maß an
Würde sichtbar werden zu lassen. Als müsste man den Umweg durch
das fast schon Lächerliche nehmen, um sowas herstellen zu können.
DA KÖNNTE MAN AUCH SAGEN:
WAS FÜR EIN ERFUNDENER QUATSCH!
Fotograf gut aussehen willst, dann sehen Deine Bilder
auch so aus. Da ist dann alles auf Nummer Sicher. Eine
Fotosituation, die vom Ungewissen und Ungeplanten
geleitet wird, wo auch das Licht und andere Faktoren
nur zum Teil geplant werden können, das ist der Bereich der mich interessiert. Oh my god, wie konnte ich
nur auf die Idee kommen, mit einigen Schauspielern ins
Gewächshaus zu gehen?
Im Gewächshaus entsteht doch automatisch diese New-Wave-Ästhetik,
gestylte Menschen im Neonlicht mit einer giftgrünen Riesenheuschrecke auf der Schulter.
Als hätte es noch eines Beweises bedurft, wie klischeehaft dieses Setting ist, fanden wir, gleich beim Eintreffen, ein Shooting einer Modeproduktion vor, das
In der Absurdität der Situation soll das Individuum
aufscheinen. Diesen Anstoß brauche ich gerade bei
Leuten, die ich noch nicht so gut kenne. Grundsätzlich würde ich sagen, dass meine besten Bilder am
Ende doch mit Menschen entstehen, denen ich sehr
nahe bin, und das über einen längeren Zeitraum. Die
Liebe zu Menschen, die hat sich, glaube ich, aber auch
in der Arbeit mit dem Ensemble der Münchner Kammerspiele gezeigt. Die wurde mir entgegengebracht,
und ich denke, die konnte ich in meiner Weise auch
erwidern. Das sieht man, hoffe ich.
DAS GESPRÄCH FÜHRTE CHRISTOPH GURK.
HASSAN AKKOUCH
NEUPRODUKTION
028 029
JELENA KULJIĆ
NEUPRODUKTION
030 031
NEUPRODUKTION
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V.L.N.R. SEBASTIAN WÄCHTER, ERROL MÜLLRITTER, HANS PATSCHORKE, HANS EBERT UND KOLLEGEN (BÜHNENTECHNIKER)
034 035
NEUPRODUKTION, PROJEKTE
DER FALL MEURSAULT – EINE GEGENDARSTELLUNG
NACH DEM ROMAN VON
KAMEL DAOUD INSZENIERUNG AMIR REZA KOOHESTANI PREMIERE 29. SEPTEMBER 2016 KAMMER 1
THE GREATEST SHOW ON EARTH
VON UND MIT
PHILIPPE QUESNE, MEG STUART, FLORENTINA HOLZINGER & VINCENT RIEBEEK U.A. 13. - 16. OKTOBER 2016 KAMMER 2
POINT OF NO RETURN (AT)
EIN PROJEKT VON
YAEL RONEN UND ENSEMBLE INSZENIERUNG YAEL RONEN URAUFFÜHRUNG 28. OKTOBER 2016 KAMMER 1
THE RE'SEARCH 8 ½ MILLIONEN
VON
RYAN TRECARTIN INSZENIERUNG FELIX ROTHENHÄUSLER URAUFFÜHRUNG
29. OKTOBER 2016 KAMMER 3
TOM MCCARTHY VON GIESCHEAND INSZENIERUNG
ALEXANDER GIESCHE URAUFFÜHRUNG 04. NOVEMBER 2016 KAMMER 2
NACH DEM ROMAN VON
UNTERWERFUNG/PLATTFORM
NACH DEN ROMANEN VON
MICHEL HOUELLEBECQ INSZENIERUNG JULIEN GOSSELIN - SVPLMC PREMIERE 19. NOVEMBER 2016 KAMMER 1
ZENTRUM FÜR POLITISCHE SCHÖNHEIT
TOP SECRET INTERNATIONAL (STAAT 1)
NO THEATER (AT)
VON
DIE SELBSTMORD-SCHWESTERN
NACH DEM ROMAN VON
VON
RIMINI PROTOKOLL URAUFFÜHRUNG DEZEMBER 2016 SPIELORT FOLGT
HAMLET
WILLIAM SHAKESPEARE INSZENIERUNG CHRISTOPHER RÜPING PREMIERE JANUAR
2017 KAMMER 2
DER KIRSCHGARTEN
VON
ANTON TSCHECHOW INSZENIERUNG NICOLAS STEMANN PREMIERE JANUAR 2017
KAMMER 1
PROJEKT NR. 2
VON
RABIH MROUÉ INSZENIERUNG RABIH MROUÉ URAUFFÜHRUNG FEBRUAR 2017 KAMMER 3
JEFFREY EUGENIDES INSZENIERUNG SUSANNE KENNEDY URAUFFÜHRUNG MÄRZ 2017 KAMMER 1
EIN JOYCE-PROJEKT
EINE MUSIKTHEATER-URAUFFÜHRUNG VON
DAVID MARTON UND ENSEMBLE INSZENIERUNG DAVID MARTON URAUFFÜHRUNG MÄRZ 2017 KAMMER 2
DER ERSTE FIESE TYP
NACH DEM ROMAN VON
PREMIERE NOVEMBER 2016
VON
TOSHIKI OKADA INSZENIERUNG TOSHIKI OKADA URAUFFÜHRUNG FEBRUAR 2017 KAMMER 1
NACH
MIRANDA JULY INSZENIERUNG CHRISTOPHER RÜPING URAUFFÜHRUNG APRIL 2017 KAMMER 1
STURM
WILLIAM SHAKESPEARE VON PHILIPPE QUESNE PREMIERE JUNI 2017 WIENER
FESTWOCHEN
DER NSUPROZESS (AT)
EIN PROJEKT VON
ERSAN MONDTAG UND ENSEMBLE PREMIERE JUNI 2017
KAMMER 2
TIEFER SCHWEB DAS INTERNET
INSZENIERUNG
CHRISTOPH MARTHALER URAUFFÜHRUNG JUNI 2017 KAMMER 1
EIN PROJEKT VON
GIESCHEAND JULI 2017 SPIELORT FOLGT
GEFAHRBAR
VON UND MIT
THOMAS KÜRSTNER, NICOLAS STEMANN UND SEBASTIAN VOGEL
DAS LEBEN. GEBRAUCHSANWEISUNG
EIN SPIELZEITÜBERGREIFENDES PROJEKT NACH DEM ROMAN VON
GEORGES PEREC LEITUNG CHRISTOPHER RÜPING
036 037
NEUPRODUKTION
„I
ch stand auf, und da ich Lust zum Sprechen hatte, sagte ich, übrigens
ganz unvorbereitet, ich hätte nicht die Absicht gehabt, den Araber zu
töten ... Ich antwortete hastig ... Die Schuld an allem hätte die Sonne.“
(Albert Camus: „Der Fremde“) – Der weltberühmte Roman
„Der Fremde“ von Albert Camus, erschienen 1942,
erzählt die Geschichte des Franzosen Meursault, der
am Strand von Algier im Sonnenlicht ohne erkennbaren Grund einen Araber erschießt. Das Opfer ist in
Camus’ Geschichte ohne Namen und Identität. Der
algerische Journalist und Schriftsteller Kamel Daoud
ändert das. Aus der Perspektive des älteren Bruders
erzählt er die Geschichte des ermordeten Moussa und
die des Bruders selbst. Zutiefst verletzt von der erfahrenen Ungerechtigkeit entfremdet dieser sich immer
weiter dem eigenen Leben, bis auch er zum apathischen Mörder wird. Wie Camus’ Meursault. „Der
Araber“ bekommt so den Namen und die Identität,
die ihm Camus verweigert hat. Auf aufsehenerregende Weise thematisiert Daoud mit seinem vieldiskutierten und vielschichtigen Erstlingsroman, der aus
dem Französischen in 26 Sprachen übersetzt wurde,
den Eurozentrismus von Camus’ existentialistischem
Klassiker und liest ihn sozusagen arabisch: von rechts
nach links.
Der 1978 in Schiras im Iran geborene Regisseur und
Autor Amir Reza Koohestani gehört seit seinen Inszenierungen „Dance on Glasses“ und „Time Loss“
zu den bekanntesten iranischen Theatermachern. In
seiner ersten Arbeit an den Kammerspielen wird er
sich besonders mit der politischen Dimension von
Daouds Roman auseinandersetzen: Wie wird die
Neuerzählung zur politisch wirksamen Handlung,
die in die Gegenwart hineinwirkt? Und wie viel wiegt
ein Mord, je nachdem, von wem und vor allem, wann
er begangen wird?
Albert Camus’s world-famous novel “The Stranger”, published in 1942, tells the story of the Frenchman Meursault,
who without any apparent reason shoots an Arab man, in
the sunlight at the beach of Algiers. The victim, in Camus’s
story, remains without name or identity. The Algerian journalist and writer Kamel Daoud tells the story of Moussa,
the murdered man, from the perspective of his older brother
and also explores the brother’s own story. The “Arab” receives the name and identity that Camus had denied him.
The director and author Amir Reza Koohestani was born
in Shiraz in 1978. Performances such as “Dance on Glasses” and “Time Loss” have turned him into one of today’s
best-known Iranian theatre makers.
DER FALL
MEURSAULT –
EINE GEGEN
DARSTELLUNG
NACH DEM ROMAN VON KAMEL DAOUD INSZENIERUNG: AMIR REZA KOOHESTANI
INSZENIERUNG: AMIR REZA KOOHESTANI
AUSSTATTUNG: MITRA NADJMABADI
MUSIK: MICHAEL KOOHESTANI
DRAMATURGIE: KATINKA DEECKE
PREMIERE 29. SEPTEMBER 2016 KAMMER 1
KOPRODUKTION
D
er französische Regisseur und Bühnenbildner Philippe Quesne baut
eine Manege. In diesem Setting setzen sich 14 international renommierte Künstlerinnen und Künstler und Kollektive aus den Bereichen
Choreografie und Performance mit einem vor allem im deutschsprachigen Raum marginalisierten Genre auseinander: dem Zirkus.
Meg Stuart taucht gemeinsam mit dem belgischen Modedesigner Jean-Paul Lespagnard in die clowneske Dimension der körperlichen Groteske ein. Vincent Riebeek
und Florentina Holzinger kommentieren ihre gemeinsame Arbeitsbiografie als Trapezakt, Valérie Castan und
Antonia Baehr inszenieren die monströsen Dimensionen der menschlichen Bestie. Eisa Jocson untersucht
das Wechselverhältnis von Exotik und Erotik im Spektakel, das Performance-Duo Hendrik Quast und Maika
Knoblich folgt dem Verhältnis von Mensch und Tier
im Akt der Dressur, und das japanische Kollektiv contact Gonzo spielt mit dem körperlichem Risiko, das im
Verhältnis von Mensch und Maschine steckt. Der Choreograf und Tänzer Jeremy Wade rettet zusammen mit
Karol Tymiński die Welt in einem Clownsentrée. Über
allem thront das neo-dadaistische 2-Mensch-Ding-Orchester Les Trucs als Zirkusband.
„The Greatest Show on Earth“ beschäftigt sich mit der
Tradition des Zirkus, um über den Stellenwert von Performance in unserer Zeit nachdenken zu können. Hier
ging es nie um die Opposition der Kunst zur Gesellschaft, sondern um die Affirmation der vollständigen
Ökonomisierung des Selbst, um die Ausstellung von
Exotismen und um die Befriedigung der Schaulust.
Vorbild ist der Zirkus auf der Höhe seines ökonomischen Erfolgs im 19. Jahrhundert – nicht sein sanfter
Nachfolger in der Art des Nouveau Cirque. Statt Kontemplation und Empfindsamkeit präsentiert der Zirkus
„alter“ Prägung das Disparate, Laute und eine Nummerndramaturgie, die mit Kontrasten und Brüchen arbeitet; er stellt Freaks und Fremde aus, und bietet ihnen
gleichzeitig einen geschützten Raum; er amüsiert, reizt,
erzieht und verblüfft.
Die Vereinnahmung performativer Prozesse durch neoliberale Ökonomien gefährdet das kritische Potenzial
der Live-Performance. „The Greatest Show on Earth“
reflektiert diese Krise und befragt das zeitgenössische
Theater – das sich den Schauwert der Bühne und ihre
Funktion als Affektmaschine nur selten eingesteht und
nicht-normative Körper weiterhin exotisiert – gleichzeitig auf seine formalen und ästhetischen Ausschlüsse. In
dieser Hinsicht ist dieser Abend eine Herausforderung
für KünstlerInnen, KuratorInnen und ZuschauerInnen.
Es geht um die Institution des Theaters selbst. 038 039
The French director and stage designer Philippe Quesne
builds an arena. In this setting, 14 internationally renowned
artists and collectives, choreographers and performers, explore a genre that is marginalized in the German-speaking
cultural space: the circus. Meg Stuart delves into the clownish dimension of the grotesque body together with the Belgium fashion designer
Jean-Paul Lespagnard. Vincent Riebeek and Florentina
Holzinger comment on their joint work history as a trapeze
act. Valérie Castan and Antonia Baehr stage the monstrous
dimensions of the human beast. Eisa Jocson examines the
reciprocal relationship between the exotic and the erotic as
part of the spectacle, the performance duo Hendrik Quast
& Maika Knoblich investigates the relationship between
human and animal in acts of dressage and the Japanese collective contact Gonzo play with the physical risk that shapes
the relationship between man and machine. The choreographer and dancer Jeremy Wade saves the world together with
Karol Tymiński in a clown’s entrée. On top of all this: the
neo-dadaistic 2-human-thing-orquestra Les Trucs.
“The Greatest Show on Earth” concerns itself with the tradition of the circus in order to allow for a reflection on the
status of performance arts in our times. It was never concerned with concepts that place art into opposition to society, but instead affirms the complete economization of the
self in order to expose exoticism and to satisfy the spectator’s
curiosity. The show is modeled on the circus at the peak of
its economic success in the 19th century. Instead of contemplation and sensitivity, the circus in the “old” style presents
itself as disparate and loud, it follows a dramaturgy of acts
that works with contrasts and inconsistencies, exhibits freaks
and foreigners – and at the same time offers them a protected
space – it amuses, tantalizes, educates, and amazes.
EINE PRODUKTION von Künstlerhaus Mousonturm, Frankfurt am Main und Internationales Sommerfestival Kampnagel, Hamburg. IN KOPRODUKTION mit Théâtre NanterreAmandiers und Münchner Kammerspiele. GEFÖRDERT DURCH die Kulturstiftung des
Bundes und die Rudolf Augstein Stiftung. MIT UNTERSTÜTZUNG der Tanzfabrik Berlin.
THE
EIN INTERNATIONALER
PERFORMANCE-ZIRKUS FÜR
DAS 21. JAHRHUNDERT
GREATEST
SHOW
VON UND MIT
PHILIPPE QUESNE
MEG STUART
ANTONIA BAEHR &
VALÉRIE CASTAN
EMMILOU RÖSSLING
EISA JOCSON
FLORENTINA HOLZINGER &
VINCENT RIEBEEK
CONTACT GONZO
MAIKA KNOBLICH &
HENDRIK QUAST
KAROL TYMIŃSKI &
JEREMY WADE
LES TRUCS U.A.
ON EARTH
KOPRODUKTION
13. – 16. OKTOBER 2016
KAMMER 2
040 041
NEUPRODUKTION
„E
very connection can change your life!“ titelt die Website von Tinder und setzt an die Stelle des englischen Wortes „relation“ schon
gleich vorweg das technisch anmutende und offenkundig zeitgemäße
Wort „connection“. Plattformen im Internet wie Tinder oder
Grindr sind die Kontaktbörsen der „digital natives“ des
21. Jahrhunderts: Tinder ist für Männer, die auf Frauensuche sind und umgekehrt. Grindr heißt das Äquivalent
für homosexuelle Männer. Bei Tinder lautet die Regel
für beide Partner: Ein Wisch auf dem Smartphone nach
links und der Kontakt ist abgelehnt, eine Wisch nach
rechts bekundet das potentielle Interesse beider Seiten.
Erst also, wenn beide nach rechts wischen ist die Kontaktaufnahme möglich. Etwa 1,4 Milliarden Mal am Tag
werden auf diese Weise Fotos bewertet, entstehen Kontakte oder werden dankend abgelehnt. Tinder schlägt
auch Freunde und Freunde von Freunden auf Facebook
vor für den besseren „Match“ (Treffer). Tinder und
Grindr sind moderne Technologien, die es ermöglichen
sollen, Bedürfnisse zu befriedigen, wann und wie man
es wünscht. Sie ersparen einsame Momente an der Bar
oder ersetzen die Kontaktanzeige in der Zeitung, die ohnehin längst als ein Relikt vergangener Zeit erscheint. In
immer wechselnden Profilen kann sich jeder Nutzer neu
erfinden. Das Ich, die eigene Individualität als optimiertes und anpassungsfähiges Produkt, könnte die kulturpessimistisch ausgedeutete Kurzformel heißen.
Jedoch, was heißt es zu leben und zu lieben heute? Wie
gestalten sich Beziehungen und welche und wie viele unterschiedliche Beziehungsformen existieren überhaupt?
Sind Beziehungen tatsächlich so schwierig aufrechtzuerhalten, wie es manchmal erscheint oder ist man einfach
nicht bereit, Schwierigkeiten und Probleme gemeinsam
zu bestehen? Ist man EinzelkämpferIn, nicht vorbereitet,
Kompromisse zu finden, weil man immer noch an die
eine romantische Liebe glaubt, an ganz viele oder an gar
keine mehr? Aufregend soll es sein und bleiben und nie
langweilig werden. Weil keine Zeit ist für die Liebe, man
zu beschäftigt ist, mit allem, sich selbst und der Glückssuche? Oder aber sind diese Technologien Abbild einer
neu hinzugewonnen Freiheit, die anhand ihrer nutzerfreundlichen Oberfläche auch noch leicht zu haben ist?
Bieten diese Plattformen nicht auch die revolutionäre
Verbreitung der Idee, es sei möglich immer die Wahl zu
haben, sei es den spontanen Impulsen des Körpers zu
folgen oder seien es längerfristige Beziehungsvorhaben?
Diese Technologien bergen Möglichkeiten und werfen
Fragen auf: Wie beeinflussen sie die Einzelnen – die sie
nutzen, aber auch die sie nicht nutzen und wie wirken
sie sich auf die Gesellschaft aus?
„Point of no Return“ ist der assoziative Arbeitstitel
der neuen Stückentwicklung von Yael Ronen. Er benennt den Punkt, an dem klar zu erkennen ist, dass eine
Entscheidung nicht mehr rückgängig gemacht werden
kann. Gleichzeitig befragt er, inwiefern Technologien
wie Tinder und Grindr längst Alltag geworden sind.
Yael Ronen, der es immer wieder gelingt, auch eigenwilligste sowie politisch kontroverse Themen in leichten,
aufwühlenden, lustvollen, tragikomischen Inszenierungen zu verarbeiten – zuletzt etwa in „Erotic Crisis“, wo
sie unterschiedliche Formen der Krise innerhalb von Beziehungen untersucht hat – ist Hausregisseurin am Maxim Gorki Theater in Berlin und inzwischen ständiger
Gast des Berliner Theatertreffens. Für ihre erste Arbeit
an den Kammerspielen hat sie sich nichts weniger vorgenommen, als sich gemeinsam mit dem Ensemble, die
Fragen nach Liebe und Sex sowie nach den Veränderungen des gesellschaftlichen Diskurses unter dem Einfluss
moderner Technologien zu stellen und zum Forschungsgegenstand für das Theater zu erklären.
INSZENIERUNG: YAEL RONEN
KOSTÜME: AMIT EPSTEIN
RECHERCHE / DRAMATURGISCHE MITARBEIT: BASTIAN ZIMMERMANN
DRAMATURGIE: JOHANNA HÖHMANN
“Every connection can change your life!” – this catchphrase
on the website “Tinder” replaces the word “relation” with
the more technical and more seasonable term “connection”.
Internet platforms such as Tinder and Grindr offer the opportunity to find what everyone needs. These technologies
allow us to fulfill our desires whenever, wherever, and however we want them to be fulfilled. But what is the meaning of living and of loving today? How are relationships
formed and which forms of relationships exist? Yael Ronen
and the ensemble declare nothing less than the issues of love
and sex under the influence of growing technologies as the
research topic of the theatre.
EIN PROJEKT VON YAEL RONEN UND ENSEMBLE, INSZENIERUNG: YAEL RONEN
POINT OF
NO RE
TURN (AT)
URAUFFÜHRUNG
28. OKTOBER 2016
KAMMER 1
042 043
NEUPRODUKTION
„#
# Ich möchte, dass ihr mir sagt, wie ihr euch fühlt.“ (aus „The
Re'Search“) – Der amerikanische Künstler Ryan Trecartin schafft
Videokunstwerke, die mit schnellen Schnitten und collageartigen Verfahren das Zeitalter des Internets spiegeln und weiterdenken. In seinen detaillierten Drehbüchern entwirft er aus StraßenSlang, Twitterabkürzungen und Netzsymbolen eine
Poetik der (nahen) Zukunft. Seine Texte handeln von
der Möglichkeit der Teilhabe in einer immer virtueller
werdenden Welt, in der das eigene Dasein endet, wenn
man seine Identität nicht immer wieder neu im digitalen
Rampenlicht performt: iParticipate. „The Re’Search“ ist
voll von existenzieller Verzweiflung, intensiven Gefühlsäußerungen und Missverständnissen auf der Suche nach
einem Leben, das Geschlechter-, Rassen- und Klassengrenzen endlich hinter sich lassen könnte. Dabei ist „The
Re’Search“ das Marktforschungstool, das dieses Leben
entwirft. Vielleicht ist es also die Umarmung der Technologie, gar die Verschmelzung mit dem Digitalen, die
ein neues, besseres und gerechteres Menschsein ermöglicht. In aller Ambivalenz.
Der Regisseur Felix Rothenhäusler, der in der vergangenen Spielzeit mit Reinhard Jirgls „Nichts von euch
auf Erden“ an den Kammerspielen debütierte, setzt mit
„The Re’Search“ seine Auseinandersetzung mit zukünftigen Lebensentwürfen fort. Für die angemessene Erforschung des Sprachkunstwerks „The Re’Search“ gestaltet der Münchner Künstler Jonas von Ostrowski eine
räumliche Situation, die auch vor und nach der Vorstellung zum Verweilen einladen wird. Es ist die erste
Theateradaption eines Textes von Ryan Trecartin.
The American artist Ryan Trecartin creates video artworks that reflect and rethink the age of the Internet
through quick cuts and collage-like procedures. His texts
deal with the possibility of taking part in a world that
becomes increasingly dematerialized. In which one’s own
being ends if identity is not continuously performed for
the digital spotlight: iParticipate. “The Re’Search“ is the
digital market research tool that designs a life without
gender, race or class limitations.
The director Felix Rothenhäusler continues his analysis
of life concepts for the future at the Münchner Kammerspiele with “The Re’Search“. It is the first theatre adaptation of a text by Ryan Trecartin.
INSZENIERUNG: FELIX ROTHENHÄUSLER
BÜHNE: JONAS VON OSTROWSKI
KOSTÜME: ELKE VON SIVERS
MUSIK: MATTHIAS KRIEG
DRAMATURGIE: TARUN KADE
THE RE'
SEARCH
VON RYAN TRECARTIN
INSZENIERUNG: FELIX ROTHENHÄUSLER
URAUFFÜHRUNG
29. OKTOBER 2016
KAMMER 3
044 045
NEUPRODUKTION
„S
ince the information is here why not use it?“ (Bruno Latour) –
Wann hörten die Gefühle auf, echt zu sein? Wann
begannen jede Geste und jede Handlung bewertet zu
werden als seien sie inszeniert? Wann hat es angefangen,
dass keine Handlung mehr für sich steht, sondern stets
auch Zeichen wurde für das, was man sein wollte? Seit
wann findet Wirklichkeit nur noch als Hyper-Realität
statt? Und wann wurde Authentizität zum Schimpfwort?
In Echtzeit läuft man durch Straßen, macht Liebe, gibt
Geld aus. In Echtzeit sieht man dem eigenen Leben zu
und wundert sich, wann das eigentlich angefangen hat.
Wiederholung, Vervielfältigung und Remontage sind
zentrale Methoden in Tom McCarthys Roman „8 ½
Millionen“, den Alexander Giesche erstmals für die
Bühne adaptieren wird. Er erzählt von einem Mann, der
endlich wieder den einen Moment erleben möchte. Bevor
jede Handlung ungelenk wurde und second hand. Der
Mann investiert sein gesamtes Vermögen in die perfekte Wiederholung vergangener Ereignisse seines Lebens.
Diese immer vollständigere Simulation der eigenen
Vergangenheit verspricht ihm Verschmelzung mit sich
selbst. Alles wird zur Re-Inszenierung der Wirklichkeit –
bis schließlich die Inszenierung größer ist als das Leben
selbst. Und die Gegenwart die Vergangenheit einholt.
Auch in ihrem neuen Projekt „8 ½ Millionen“ befasst
sich die Gruppe GIESCHEand mit der Frage nach den
Auswirkungen von Fortschritt und Technologie auf
unser Welterleben. Als „8 ½ Millionen“ vor ein paar
Jahren erschien, überschlug sich die europäische Presse
mit Lob, endlich ein Roman, der lesbar und doch klug
und komplex genug sei, ein Lebensgefühl auf den Punkt
zu bringen – erst dieses Jahr wurde der Roman verfilmt
und auf der Berlinale einer internationalen Öffentlichkeit präsentiert. Tom McCarthy lebt als mehrfach ausgezeichneter Künstler und Schriftsteller in London,
er ist Generalsekretär der International Necronautical
Society, einem semi-fiktiven Avantgarde-Netzwerk. Mit
„8 ½ Millionen“ läuten GIESCHEand die zweite Spielzeit des Projektes „Future Shock“ an den Münchner
Kammerspielen ein.
When did we cease to experience our emotions as authentic?
When did we start to judge each of our gestures and actions
as if they were a performance? When did authenticity turn
into a pejorative term?
Tom McCarthy’s novel “Remainder“ tells the story of a
man who once again wants to experience the one special
moment. Before all action became awkward and second-hand. The man invests his entire fortune into the
perfect repetition of the past events of his life. Everything
turns into a re-staging of reality – until the staging becomes bigger than life itself. And the present catches up
with the past.
In their new project “Remainder“, the group GIESCHEand once again explores the consequences of progress and technology for our way of experiencing the world.
With “Remainder“, GIESCHEand initiate the second
season of the project “Future Shock” at the Münchner
Kammerspiele.
INSZENIERUNG: ALEXANDER GIESCHE
AUSSTATTUNG: NADIA FISTAROL
VIDEO: FLORIAN SCHAUMBERGER
DRAMATURGIE: KATINKA DEECKE
IM RAHMEN DES Projektes „Future Shock“,
GEFÖRDERT IM Fonds Doppelpass der
Kulturstiftung des Bundes
URAUFFÜHRUNG 04. NOVEMBER 2016 KAMMER 2
NACH DEM ROMAN VON TOM MCCARTHY VON GIESCHEAND
046 047
NEUPRODUKTION
„D
er Islam gehört zu Deutschland.“ (Christian Wulff) – Am Ende gibt
es einen Terroranschlag. Oder einen neuen Präsidenten. Vielleicht
gibt es auch zuerst eine islamistische Attacke und anschließend die
Wahl eines Moslems zum Staatsoberhaupt. In Michel Houellebecqs 2015 erschienener politischer Fiktion „Unterwerfung“ markiert die Wahl eines muslimischen Präsidenten das Ende von bürgerkriegsähnlichen Unruhen in
der französischen Hauptstadt. Statt sich angesichts erodierender Sicherheiten und brüchig gewordener bürgerlicher Werte den einfachen Lösungen des Front National (oder der AfD oder der Pegida oder der Dänischen
Volkspartei oder der italienischen Forza Nuova oder der
ungarischen Jobbik-Partei oder der polnischen Partei
Recht und Gerechtigkeit oder oder oder oder) zu überlassen, entscheidet sich Houellebecqs Frankreich für die
islamische Alternative. Die Vorteile sind nicht von der
Hand zu weisen, sagt sich François, seines Zeichens Literaturprofessor an der Sorbonne und Protagonist von
Houellebecqs Roman, und konvertiert kurzerhand zum
Islam: Sind neben der öffentlichen Ordnung doch auch
eindeutige Geschlechterverhältnisse wiederhergestellt.
Der Mann François darf sich endlich wieder als solcher
fühlen, schließlich hat in Houellebecqs Version des Islam nur er Zugang zu öffentlichen Ehren und Ämtern
und die aus der Öffentlichkeit verdrängte Frau kann alle
Zeit und Kraft in die Befriedigung der sexuellen und
sonstigen Bedürfnisse des Mannes investieren. Genau
wie ihre Mitfrauen, Polygamie ist schließlich erlaubt ...
Bevor allerdings der Islam Westeuropa befrieden kann,
gilt es brutale islamistische Anschläge zu überstehen.
15 Jahre vor „Unterwerfung“ schreibt Houellebecq
„Plattform“: Mit Bomben weisen die Terroristen hier
den westlich-aufgeklärten Laizismus in seine Schranken. Eine Kultur, die nicht Transzendenz sondern Hedonismus, Lust und Selbstverwirklichung befördert,
hat gegen eine sinnstiftende Religion, die erst durch
Bomben ihre Ernsthaftigkeit und dann durch soziales
Engagement ihre Fürsorge beweist, schlechte Karten.
Der junge französische Regisseur Julien Gosselin, der
mit seiner Adaption von Houellebecqs „Elementarteilchen“ vor drei Jahren europaweit bekannt wurde und
im Juli 2016 mit der Aufführung von Roberto Bolaños
Monumentalwerk „2666“ beim Festival d’Avignon Premiere hat, verschränkt für seine erste Arbeit außerhalb
von Frankreich Houellebecqs Romane „Unterwerfung“
und „Plattform“.
INSZENIERUNG: JULIEN GOSSELIN
KOSTÜME: CAROLINE TAVERNIER
MUSIK: GUILLAUME BACHELÉ
VIDEO: JÉRÉMIE BERNAERT
DRAMATURGIE: KATINKA DEECKE
The times of Islamic terror
attacks are history and a
Muslim becomes the French
President. Michel Houellebecq wrote two novels that
seem to make up part of the
same story with an interval
of 15 years. In “Platform”,
Islamic fundamentalists
put a sudden end to European hedonism, while in
“Submission” Islam constitutes the mainstream of
French society. The prejudices are unmistakable: along with the new
public order, unambiguous gender roles are
re-established and a man
can feel like a real man
once again. In Houellebecq’s version of Islam, it
is only the man who has
access to public honors and
positions. The woman is
ousted from public offices
and therefore free to invest
all her time and energy into
satisfying the men's sexual
and other desires. Just like
all the other women: polygamy is part of the program.
For his first work outside
France, the young French director Julien Gosselin, whose
adaptation of Houellebecq’s “The Elementary
Particles” became famous
throughout Europe three
years ago and who currently works on a performance
of Roberto Bolaño’s “2666”
for the Festival d’Avignon,
juxtaposes Houellebecq’s
novels “Platform” and
“Submission”.
UNTERWERFUNG /
PLATTFORM
NACH DEN ROMANEN VON MICHEL HOUELLEBECQ
INSZENIERUNG:
JULIEN GOSSELIN - SVPLMC
PREMIERE 19. NOVEMBER 2016 KAMMER 1
UNTERW
WIEBKE PULS, NIELS BORMANN
ENSEMBLE
048 049
GUNDARS ĀBOLIŅŠ, FRANZ ROGOWSKI
ENSEMBLE
050 051
NEUPRODUKTION
WIEBKE
PULS, MAJA BECKMANN, FRANZ ROGOWSKI
052 053
FRANZ ROGOWSKI, MAJA BECKMANN
ENSEMBLE
054 055
JULIA RIEDLER, NIELS BORMANN
ENSEMBLE
056 057
What happened so far (inter alia)? In 2014 the Zentrum
für Politische Schönheit (Center for Political Beauty)
feigned a high profile campaign, which they attributed to
Federal Minister of Family Affairs Manuela Schwesig.
The campaign pursued the goal of getting 55.000 Syrian
children to Germany. For the 25th anniversary of the fall
of the Berlin Wall, the Zentrum für Politische Schönheit
displaced the memorial for those who died at the wall to
the outer borders of the EU. The aim was to draw attention to the many refugees who died in the attempt to cross
the Mediterranean Sea. For these anonymous victims, the
campaign “The Dead are coming” performed a ritualistic
funeral in the core of Berlin’s government quarter.
The Center for Political Beauty stirs debates. Philipp
Ruch and his “Storm troop for the creation of moral beauty, political poetry, and human generosity” adopt current
affairs. In a manner that is controversial, assailable,
and sometimes disconcerting. The Zentrum für Politische
Schönheit operations don’t need a fixed stage. They often
take place outside the theatre because their central stage is
the stage that is provided by the media: the newspapers,
television, the Internet. This is where the political debates
that the Zentrum für Politische Schönheit targets with
its “aggressive humanism” transpire. After actions at the
Maxim Gorki Theatre in Berlin, at the Berlin Biennial,
at the Theatre Dortmund, at Steirischer Herbst and the
Neue Gesellschaft für Bildende Kunst in Berlin, they perform their first action in Munich. The precise plan still is
a top secret.
Z
ZENTRU
POLITIS
SCHÖN
as bisher geschah (u.a.): 2014 fingierte das Zentrum für politische Schönheit (ZPS) eine öffentlichkeitswirksame Kampagne
der Familienministerin Manuela Schwesig, 55.000 syrische Kinder in
Not nach Deutschland holen zu wollen. Zum 25. Jahrestag des
Mauerfalls entführte das ZPS das Denkmal der Mauertoten an die EU-Außengrenzen, um auf die vielen bei
der Flucht im Mittelmeer ertrinkenden Menschen aufmerksam zu machen. Für diese häufig anonym bleibenden Toten war dann die Aktion „Die Toten kommen“
2015 eine rituelle Beerdigung inmitten des Berliner
Regierungsviertels.
Das Zentrum für politische Schönheit sorgt für Gesprächsstoff. Philipp Ruch und seine „Sturmtruppe zur
Errichtung moralischer Schönheit, politischer Poesie
und menschlicher Großgesinntheit“ nehmen sich zentraler gesellschaftlicher Themen an. Auf eine Weise,
die kontrovers ist, angreifbar und manchmal aufwühlend. Die Aktionen des ZPS haben keine feste Bühne.
Sie finden (meist) außerhalb des Theaters statt, denn
ihr zentraler Ort ist die mediale Bühne: die Zeitungen,
das Fernsehen, das Internet. Hier finden die politischen
Debatten statt, auf die das ZPS mit seinem „aggressiven Humanismus“ abzielt. Nach Aktionen am Maxim
Gorki Theater in Berlin, bei der Berlin Biennale, am
Theater Dortmund, beim Steirischen Herbst und bei
der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst in Berlin
kommt das Zentrum für Politische Schönheit zum ersten Mal für eine Aktion nach München. Was sie hier
vorhaben, bleibt noch Verschlusssache.
PREMIERE
NOVEMBER 2016
ZENTRUM FÜR
P O L I T I SC H E
SCHÖNHEIT
P O L I T I SC H E
SCHÖNHEIT
W
058 059
PREMIERE
NOVEMBER 2016
NEUPRODUKTION
060 061
W
as halten Staaten für geheim? Welche Geheimnisse versuchen andere Staaten mit ihren Geheimdiensten aufzudecken? Wie werden
diese Informationen weitergereicht, gesammelt, ausgewertet? Wann
können Geheimnisse zu einer wertvollen Währung werden? Jede
Information verändert ihren Wert in dem Moment, in
dem sie mit jemandem geteilt wird: Wann wird sie wertlos? Und kann man das im Vorhinein wissen?
Rimini Protokoll beschäftigt sich in seiner Tetralogie
„Staat 1-4“ über zwei Jahre hinweg mit Phänomenen
der Postdemokratie. Der erste Teil dreht sich um das
globale Netz der Staats-Geheimnisse und Geheimdienste – den Staat im Staat. Das Regietrio lädt die
Zuschauerinnen und Zuschauer ein, mittels moderner
Gadgets unauffällig selber Agierende zu werden: als
JournalistIn verdeckte Ermittlungen fremder Geheimdienste zu belauschen, sich in Whistleblower nach der
Veröffentlichung ihrer Geheimnisse hineinzuversetzen
oder sich für die Dauer der Aufführung eine Legende
zuzulegen. Mit welchen Tricks kommen Sie an Informanten in einem feindlichen Land? Wie können Sie Geheimdienste und Informationsfluss in einer modernen
Demokratie kontrollieren? Zwischen den Ölgemälden
der ständigen Sammlung eines Museums oder in der
Lounge eines Hotels begegnet sich das Publikum als
kaum von normalen BesucherInnen zu unterscheidende Beobachtende und scrollt mit subtilen Gesten und
gezielten Bewegungen durch Dateien und Archive, die
sich ihnen Schritt für Schritt öffnen: 100 Lebensgeschichten von Menschen aus Politik, Journalismus und
Spionage, GeheimnisträgerInnen und AktivistInnen
aus über 30 Ländern zwischen Teheran und Vancouver, zwischen Santiago de Chile und Moskau bilden das
Spielfeld. Die ZuschauerInnen beobachten und verfolgen andere MitspielerInnen, werden von bekannten und
fremden Menschen kontaktiert, bilden Koalitionen oder
entziehen sich der Verbindung. In einer Welt, geprägt
von Big Brother und Big Data führen ein Algorithmus
und eine Smartwatch durch Räume der Konspiration
und schlagen neue Begegnungen vor. Die ZuschauerInnen entscheiden, welcher Biografie gefolgt und wie
transparent die eigene Biografie gestaltet wird.
In its “Top Secret International” project, Rimini Protokoll
sets out on a quest for trace-seekers around the world who
experienced the transition from modem-based peer-to-peer
communication to the big data cloud. While missions and
concepts of the enemy change, techniques remain similar.
Nonetheless, secret services are not keen on revealing their
cards across national borders. How can you bring together
the strategists and scouts from different nations? Perhaps in
a theater project, where names and roles have always been
passed down from actor to actor and where fiction and reality have always tried to lay trails in different directions.
Rimini Protokoll’s project embraces both anthracite-gray
bureaucracy and dazzling James Bond style. They will
look for the leak, begin to collect information and sell it.
They will make up biographies for spectators and send
them into the field to procure information. They will play
a double game until all doubts have been dispelled: all this
is secret, and then again not, because at the time this is
being written someone is obviously already reading along.
The project aims to simulate the interconnections of algorithms and big data absorbers that brought about a digital
cloud sphere whose dynamic force, similar to international
high-speed business transactions, is no longer negotiable or
purposefully controllable. The viewers’ interfaces are interlinked to form a botnet that creates filter scripts on the
basis of all terms entered by users, differentiating between
those hunting and those being hunted.
„Top Secret International (Staat 1)“ IST EINE PRODUKTION VON Rimini Protokoll und den
Münchner Kammerspielen, IN KOPRODUKTION MIT dem Goethe-Institut.
IM RAHMEN VON „100 Jahre Gegenwart“, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
Die Produktionsserie „Staat 1 – 4“ IST EINE KOOPERATION ZWISCHEN dem Haus der Kulturen
der Welt, den Münchner Kammerspielen, dem Schauspielhaus Düsseldorf, dem
Staatsschauspiel Dresden, dem Schauspielhaus Zürich und Rimini Protokoll.
www.staat1-4.de
KONZEPT / SKRIPT / REGIE: HELGARD KIM HAUG, STEFAN KAEGI, DANIEL WETZEL
INTERACTION DESIGN: STEFFEN KLAUE
SYSTEM DEVELOPMENT: STEFAN CUROW, MARTIN OHMANN
TECHNISCHE LEITUNG: SVEN NICHTERLEIN
PROJEKTKOORDINATION: JESSICA PÁEZ
DRAMATURGIE: IMANUEL SCHIPPER
INTERAKTIVE BESUCHE IM GLOBALEN NETZ DER GEHEIMDIENSTE VON RIMINI PROTOKOLL
URAUFFÜHRUNG
DEZEMBER 2016
SPIELORT FOLGT
TOP
SECRET INTERNATIONAL (STAAT 1)
NEUPRODUKTION
062 063
NEUPRODUKTION
INSZENIERUNG: CHRISTOPHER RÜPING
BÜHNE: RAMONA RAUCHBACH
KOSTÜM: ANNA MARIA SCHORIES
MUSIK: CHRISTOPH HART
DRAMATURGIE: KATINKA DEECKE
VON WILLIAM SHAKESPEARE
INSZENIERUNG: CHRISTOPHER RÜPING
He was only 17 when he
turned his back to the
world. He started reading
books and withdrawing
from his friends, he changed
his eating habits and began
to provoke the women in his
surrounding. Eventually he
blamed his parents and all
the other grown-ups for the
degeneration of a world that
could only be saved by its
own destruction. He made
this his personal task. – In
these or in similar words
Hamlet’s story could be
told if it happened today.
Uncompromising and calculating – this is how Hamlet prepares his holy war.
If man is not good enough,
man has to go. If there is no
hope left in this world, the
world must go.
Starting in the season
2016/17,
Christopher
Rüping is an in-house director at the Kammerspiele.
He presents his interpretation of “Hamlet” – Shakespeare’s work about a young
radical, too intelligent to
fall prey to desperation
while his cold anger gives
way to destruction – in
Kammer 2.
PREMIERE
JANUAR 2017
KAMMER 2
'm the living holocaust / the slaughter from the past / now you will
suffer / I shall be the last.“ (Euthanasia, Edge of Sanity) – Er war erst
17, als er beschloss, der Welt den Rücken zu kehren. Er begann,
Bücher zu lesen, was er bis dato nie getan hatte, und zog
sich von seinen Freunden zurück, denen er vorwarf,
selbstsüchtig und eitel zu sein. Er stellte seine Ernährung um und begann, die Frauen seiner Umgebung zu
provozieren – manchmal forderte er sie auch zornig auf,
sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen. Schließlich
gab er seinen Eltern und der Gesamtheit der Erwachsenen die Schuld an der Verkommenheit der Welt, die
anders nicht mehr zu retten sei als durch vollständige
Zerstörung. Und das genau sei sein Auftrag. – So oder
so ähnlich könnte Hamlets Geschichte erzählt werden,
würde sie sich heute ereignen. Nicht mehr nur eine faule
Stelle gilt es zu beseitigen, um Platz für einen besseren
Ersatz zu schaffen. Da die verfaulte Stelle mittlerweile den ganzen Apfel durchfressen hat, muss der ganze
Apfel weg. Nicht nur der König muss weg, sondern Dänemark. Nein, nicht nur Dänemark, sondern die Welt.
Die Gegenwart, durchsetzt von Vetternwirtschaft und
Hedonismus, von Dekadenz und Narzissmus, quält
Hamlet, mit kühlem Kopf nimmt er dankbar den Auftrag ihrer Auslöschung an. Kompromisslos und berechnend bereitet Hamlet seinen Heiligen Krieg vor. Nichts
soll übrig bleiben vom Vorhandenen, die ganze Welt
muss weg, damit Platz werde für etwas anderes. Wenn
der Mensch nicht gut ist, muss der Mensch weg. Und
wenn die Welt keine Hoffnung mehr hat, muss eben die
Welt weg.
Christopher Rüping ist ab der Spielzeit 2016/17 Hausregisseur an den Münchner Kammerspielen, wo er
über die gesamte Spielzeit hinweg „Das Leben. Gebrauchsanweisung“ von Georges Perec an verschiedenen Orten und in verschiedenen Formaten erlebbar
machen wird (siehe Seite 097). Auf den Bühnen der
Kammerspiele inszeniert er nach „Der Spieler“ im
Frühjahr 2017 die Uraufführung von Miranda Julys
„Der erste fiese Typ“ in der Kammer 1 (siehe Seite
086) und eben „Hamlet“, Shakespeares Werk über einen
Radikalen, der zu klug für die Verzweiflung ist und seinen kühlen Zorn in die totale Auslöschung überführt.
HAM
LET
„I
064 065
NEUPRODUKTION
E
ine Bestandsaufnahme vorweg: Der Kirschgarten ist Schönheit.
Ist Refugium. Ist Vehikel der Kontemplation und Erinnerung, der
Tradition und Selbstvergewisserung. Er ist Insel der Seligen. Nutzlos
exklusiv. Ist (Hoch-)Kultur. Der Kirschgarten ist von unschätzbarem
immateriellen Wert. Einst war die Ernte der Kirschen auch
materiell einträglich und knallharte Währung gewesen.
Er sicherte der Familie um die Gutsbesitzerin Ljubow
Ranjewskaja ihr Einkommen und eine herausgehobene
Stellung. Sie residieren abseits des Gartens in einem
Herrenhaus, seit Jahrhunderten sind sie die Besitzenden. Aber ihr Wohlstand ist in Gefahr. Die Kirschdevisen versiegen. Auch ihre kultur- und ideentreibende
Dominanz verkümmert. Die Grenzen ihrer Festung
sind durchlässig geworden.
Und andere wollen jetzt hinein. Der Kaufmann und gesellschaftliche Emporkömmling Lopachin etwa, der frisches Geld hat wie Heu und das große Geschäft wittert.
Seine Vision: Kirschgarten weggeholzt, Immobilienpark
hingeplankt. Oder aber all die Land(durch)streichenden
ohne festen Wohnsitz, die auch teilhaben wollen und ihr
Recht fordern und Ansprüche geltend machen.
Mit allen Mitteln halten die Kirschgärtler an ihrem
Kirschgarten fest. Aber reichen ihre Argumente aus,
ist deren legitimierende (Wirk-)Macht noch beeindruckend genug, ihn gegen andere zu verteidigen und auch
für die Zukunft zu erhalten?
Nicolas Stemanns Bereitschaft, sich immer wieder
neu herauszufordern, ist Motor seiner Regisseurstätigkeit. Nach Shakespeares „Der Kaufmann von Venedig“ und der Jelinek-Uraufführung „Wut“ in München, nach „Borgen“ an der Schaubühne in Berlin (die
gleichnamige dänische Politserie über die Abgeordnete
Birgitte Nyborg, die im politischen Geschäft sauber
zu bleiben versucht) und nach einem Lessing/Jelinek
„Nathan“-Projekt für das Théâtre Vidy in Lausanne
im September 2016 wendet sich der Hausregisseur
der Kammerspiele nun Tschechow zu. Und kehrt damit gewissermaßen zu seinen Anfängen zurück: Seine
Abschlussarbeit an der Theaterakademie in Hamburg
1997 hieß „TerrorSpiel“ – nach „Die Möwe“ von Anton Tschechow. Darüber hinaus entwickelt Stemann gemeinsam mit seinen Musikerkollegen und Wegbegleitern
der ersten Stunde, Thomas Kürstner und Sebastian
Vogel, an den Kammerspielen die „Gefahrbar“ (siehe
Seite 096) weiter, ein Stand-Up Konzert-Happening.
Let’s begin with an inventory: The cherry orchard is
beauty. It is an Island of the Blessed. It is useless and
exclusive. It is (high-)culture. – The cherry orchard is of
immeasurable immaterial value.
The harvest of cherries used to be profitable in a material
sense. It secured the income of farm-owner Ljubow Ranjewskaja’s family. But their prosperity is threatened. The
borders of the fortress are permeable.
Others want to enter it. The merchant Lopachin for example. His vision: cut down the cherry orchard, make
space for real estate. Or all those who are traversing the
area, those without a permanent abode, those who also
want their share, and who now demand justice.
With all means available the owners of the cherry orchard seek to keep their property. But are their arguments
enough to defend it and to maintain it for the future?
In-house director Nicolas Stemann turns to Chekhov and
thus returns to his own artistic beginnings. “TerrorSpiel”
(1997), his final project at the Theatre Academy in
Hamburg was based on Anton Chekhov’s “The Seagull”.
Beyond this, Stemann proceeds to develop the “Gefahrbar”,
a format located between stand-up comedy and political
talk show.
INSZENIERUNG: NICOLAS STEMANN
BÜHNE: KATRIN NOTTRODT
VIDEO: CLAUDIA LEHMANN
KOSTÜME: MARYSOL DEL CASTILLO
MUSIK: THOMAS KÜRSTNER UND SEBASTIAN VOGEL
DRAMATURGIE: BENJAMIN VON BLOMBERG
DER
KIRSCH
GARTEN
VON ANTON TSCHECHOW
INSZENIERUNG: NICOLAS STEMANN
PREMIERE
JANUAR 2017
KAMMER 1
066 067
NEUPRODUKTION
R
abih Mroué, Schauspieler, Regisseur und Autor aus dem Libanon,
setzt seine Arbeit an den Kammerspielen fort. Seine erste
Arbeit hier, „Ode to Joy“, nahm das Münchner OlympiaAttentat von 1972 zum Ausgangspunkt einer Beschäftigung mit Terrorismus und untersuchte das Verhältnis der
Palästinenser zu dieser Geschichte aus einer kritischen
wie auch persönlichen Perspektive. Mroués künstlerische Auseinandersetzung gilt der Frage nach Strategien
medialer Repräsentation in Bezug auf politische Themen. Dabei spielen für ihn persönliche und kulturelle
Dimensionen immer eine Rolle und die Frage, inwiefern mediale Bilder unsere Wahrnehmung beeinflussen.
Auch reale Begebenheiten und deren Fiktion sind für
Mroué wichtiges Bezugssystem. „Riding on a Cloud“
zum Beispiel, eine Arbeit, die im Rahmen von Spielart
an den Kammerspielen zu sehen war, erzählt die Geschichte seines Bruders Yasser Mroué, der im Bürgerkrieg verletzt wurde, die Fähigkeit richtig zu sprechen
verlor und dessen erneute Aneignung der Welt sich infolgedessen über das Filmen von Videos vollzieht.
Rabih Mroué wird seine Auseinandersetzung mit Geschichte, mit aktuellen Ereignissen, politischen Einschnitten sowie deren Darstellung und Narration im
Theater auch in seinem Projekt für die nächste Spielzeit
fortführen. Wie häufig in seinen Arbeiten wird dabei das
Verweben dokumentarischer und recherchierter Materialien Ausgangspunkt für seinen Theaterabend sein:
Diese Grundlage könnte etwa der „Cairo Congress of
Arab Music“ (Kongress für arabische Musik) von 1932
in Kairo bieten, die erste große internationale Versammlung zur Untersuchung und Dokumentation verschiedener Musikstile, zu der auch europäische Gäste wie Paul
Hindemith oder Béla Bartók eingeladen waren – in der
Musikwelt traf hier vielleicht harmonisch zusammen,
was uns bis in die Gegenwart hinein mit politischer
Brisanz beschäftigt und mit Konflikt behaftet scheint.
Ebensogut könnten für Mroué die Migrationsgeschichten Geflohener in München Gegenstand einer künstlerischen Annäherung und Vergegenwärtigung der aktuellen
Gegenwart sein.
Rabih Mroué, an actor, director and author from Lebanon,
continues his collaboration with the Kammerspiele. “Ode
to Joy”, his first work in this context, focused on the Munich
massacre at the Olympics in 1972 in order to investigate
terrorism. It particularly explored the relationship of Palestinians to this story from a critical and from a personal
perspective. Mroué’s artistic pursuit is dedicated to finding
strategies for the use of media when representing political
topics. Personal and cultural dimensions are always important in his works, as is the question to what point the
images in the media influence our perception.
VON RABIH MROUÉ
INSZENIERUNG: RABIH MROUÉ
PROJEKT
INSZENIERUNG: RABIH MROUÉ
DRAMATURGIE: JOHANNA HÖHMANN
IN KOPRODUKTION MIT dem Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt am Main,
dem Ashkal Alwan Beirut und dem HAU - Hebbel am Ufer Berlin.
NR.2
URAUFFÜHRUNG
FEBRUAR 2017
KAMMER 3
068 069
NEUPRODUKTION
D
er japanische Regisseur und Autor Toshiki Okada erzählt in seinen Stücken Geschichten aus einem Japan, das geprägt ist von
Einflüssen des globalen Kapitalismus. Die Brücke schlagend
zwischen Tradition und Moderne verbindet er alltägliche Situationen mit einer choreografischen Form,
die die Gegenwart fremd erscheinen lässt: im Theater
von Toshiki Okada wird die Zeit gedehnt und der Blick
auf die Wirklichkeit verschoben. Mit dem Ensemble
der Münchner Kammerspiele macht er sich nun zum
ersten Mal an eine Adaption einer der ursprünglichsten Formen des japanischen Theaters: No-. No- ist eine
tänzerisch-musikalische Theaterform, die besonders
für streng stilisierte Bewegungsmuster und aufwändige
Masken und Kostüme bekannt ist. „Die Hauptfiguren
im No- -Theater sind Geister. Obwohl sie Geister sind,
sind sie noch Teil von unserer Welt. Sie haben noch etwas zu erledigen, weil sie im Leben nicht das erreicht
haben, was sie erreichen wollten. Deshalb bleiben sie
Geister. Oft erzählen sie ihre traurige Geschichte einem
Priester. Zum Beispiel die Geschichte einer unerfüllten
Liebe. Sie erzählen es dem Priester, damit er sie erhört
und ihnen helfen kann. Um die Person zu erlösen, die
diese Welt nicht verlassen kann.“ (Toshiki Okada).
Toshiki Okada wird die klassische Struktur des No- aufgreifen, die Masken, die Musik und das Bewegungsvokabular und die Handlung in ein zeitgenössisches Japan
übertragen. Welche unerlösten Geister warten hier darauf, endlich sterben zu dürfen?
Nach der Wiederinszenierung von „Hot Pepper, Air
Conditioner and the Farewell Speech“ mit dem Ensemble der Kammerspiele in der vergangenen Spielzeit
entwickelt Toshiki Okada mit „No- Theater“ nun zum
ersten Mal eine neue Arbeit in Deutschland.
The Japanese director and author Toshiki Okada writes
plays about a Japan that is shaped by the influences of global capitalism. Bridging tradition and modernity, he unites
ordinary situations with a choreographic form that makes
the present appear strange. With the actors of the Münchner
Kammerspiele he now seeks to adapt the most original form
of Japanese theatre: No-. He will use the classic structure of
the No- theatre and apply it to contemporary Japan. Which
unredeemed ghosts are still waiting for their deaths? This is
Toshiki Okada’s first production of a new work in Germany.
VON TOSHIKI OKADA
INSZENIERUNG:
TOSHIKI OKADA
INSZENIERUNG: TOSHIKI OKADA
BÜHNE: DOMINIC HUBER
DRAMATURGIE: TARUN KADE
URAUFFÜHRUNG
FEBRUAR 2017
KAMMER 1
NO
THEATER (AT)
NEUPRODUKTION
THOMAS
HAUSER, BRIGITTE HOBMEIER
070 071
NEUPRODUKTION
CHRISTIAN
LÖBER, ANNA DREXLER
072 073
NEUPRODUKTION
THOMAS
SCHMAUSER, STEFAN MERKI
074 075
NEUPRODUKTION
KATJA
BÜRKLE, ANNETTE PAULMANN, KATJA BÜRKLE
076 077
CHRISTIAN LÖBER, WALTER HESS, ANNA DREXLER
ENSEMBLE
078 079
THOMAS HAUSER, DAMIAN REBGETZ
ENSEMBLE
080 081
DIE SELBSTMORD-SC
082 083
NEUPRODUKTION
„T
he Virgin Suicides“ (dt. „Die Selbstmord-Schwestern“) ist der Erstlingsroman des US-amerikanischen Autors Jeffrey Eugenides, der ihn
über Nacht berühmt machte. Als dann auch noch Sofia Coppola
den Text kongenial verfilmte, war gewiss: hier reiht sich
ein Autor souverän in die Reihe der großen Romanciers
Amerikas ein. Nach vielen Jahren des kategorischen
Neins zu einer etwaigen Dramatisierung des Stoffes –
der Roman erschien 1993 – stimmten nun Eugenides und
die Filmemacherin erstmalig einer Bühnenadaption zu.
Eine biedere und manisch prüde Familie in Nordamerika: fünf Schwestern und ihre Eltern. Das Einfamilienhaus ist wie eine geschlossene Welt ohne Ausgang.
Alle Kinderwünsche und Jugendträume scheitern an der
kühlen Irrationalität der Eltern, zerschlagen sich an deren verbissenem und perfidem Glauben. Jeder Regung,
jedem Werden und Erblühen der Pubertierenden sind
Kontrolle und Regeln vorangestellt. Unter Beobachtung
einer Schar von Jungen des Ortes, für die die Schwestern zusehends zur fixen, alles vereinnahmenden Attraktion werden, wollen nun die Mädchen nicht nur in ihren
Träumen der Enge entfliehen. Die Eltern aber bestrafen
jeden Versuch des Ausbruchs, sie halten ihre Töchter
drakonisch unter Verschluss und in ihrer Welt gefangen.
Nur durch das Fenster im Kinderzimmer sind die fünf
Mädchen bald mit der Außenwelt verbunden, bis alles
Leben in ihnen erstickt und bis es sie in den Tod treibt.
Susanne Kennedy – sie gehört dem zukünftigen künstlerischen Team an der Volksbühne Berlin unter der Intendanz von Chris Dercon an – kehrt nach ihren Inszenierungen „Fegefeuer in Ingolstadt“ und „Warum
läuft Herr R. Amok?“ an die Münchner Kammerspiele
zurück. In „Die Selbstmord-Schwestern“ führt sie ihre
künstlerische Strategie der Voice Over-Technik fort
und untersucht den Blick, dem die Mädchen der Lisbon-Familie ausgeliefert sind, aus der Perspektive und
Erinnerung der mittlerweile gealterten Männer. Sie
erzählen die Geschichte der fünf Töchter und geben
ihnen eine Stimme.
“The Virgin Suicides” is the debut novel of US-American
writer Jeffrey Eugenides which instantly made him famous. Since Sofia Coppola’s congenial film adaptation it is
certain that this author has confidently written himself into
the league of America’s greatest novelists. After many years
of a categorical “no” as an answer to requests for a theatre
adaptation of the story – the novel appeared in 1993 – Eugenides and the filmmaker finally agreed to a stage version.
A conservative and manically prudish family in North
America: five sisters and their parents. The family home is
a self-enclosed world without exit. Every childish wish or
juvenile desire shatters when confronted with the parents’
cold irrationality, their dogged and perfidious religiosity.
Observed by a gang of boys from the village, for who the
sisters increasingly turn into a fixation and all-consuming
attraction, the girls seek to escape their confinement – not
only in their dreams. The breakout leads to the parents’
punishment as it leads the girls to wish for their own deaths.
Susanne Kennedy, the director of “Fegefeuer in Ingolstadt” and “Warum läuft Herr R. Amok?”, returns to the
Münchner Kammerspiele. In “The Virigin Suicides”, she
continues to pursue her strategy of voice-overs and explores
the gaze that the Lisbon girls are exposed to from the perspective of the boys who are by now aged men. They tell the
story of the five daughters of the Lisbon family and give
each of them a voice.
INSZENIERUNG: SUSANNE KENNEDY
BÜHNE: LENA NEWTON
KOSTÜME: TERESA VERGHO
VIDEO: RODRIK BIERSTEKER
SOUND: RICHARD JANSSEN
DRAMATURGIE: JOHANNA HÖHMANN
NACH DEM ROMAN „THE VIRGIN SUICIDES“
VON JEFFREY EUGENIDES
INSZENIERUNG: SUSANNE KENNEDY
URAUFFÜHRUNG
MÄRZ 2017
KAMMER 1
DIE SELBSTMORD-SCHWESTERN
084 085
NEUPRODUKTION
F
INSZENIERUNG: DAVID MARTON
BÜHNE: CHRISTIAN FRIEDLÄNDER
KOSTÜME: TABEA BRAUN
DRAMATURGIE: KATINKA DEECKE
URAUFFÜHRUNG
MÄRZ 2017
KAMMER 2
EIN JOYCE-
The opera house of the
Kammerspiele existed for
almost a year before it went
up in flames, as a symbolic act. The director and
musician David Marton
will continue to pursue
activities that transcend
clearly confined concepts of
authorship, but he will turn
away from works that belong to the repertoire of the
opera which – up to now –
constituted the central point
of departure and reference.
Marton will continue his
work at the Münchner
Kammerspiele with "A
Joyce-Project“. Together
with his ensemble of musicians and actors he will
invent a reflection about
the Irish writer and about
the the moment when nonsense becomes sense. This
is the premier of a piece,
composed by a collective of
musicians.
EINE MUSIKTHEATER-URAUFFÜHRUNG VON DAVID MARTON
UND ENSEMBLE
INSZENIERUNG: DAVID MARTON
PROJEKT
ast ein ganzes Jahr lang gab es das Opernhaus der Kammerspiele, bevor
es in einem symbolischen Akt in Flammen aufging. Mit den Inszenierungen von „La Sonnambula“ und „Figaros Hochzeit“
hat der Regisseur und Musiker David Marton Subjektivität und Nähe statt Monumentalität und Starrummel zum
Besonderen seines Opernhauses erklärt. Und auch über
die Inszenierungen hinaus hat das Opernhaus vergangene Spielzeit kleinere und größere Vorschläge gemacht,
was Oper und Repertoire ohne den Druck von Größe und
Geld sein könnten.
In der neuen Spielzeit nun wird David Marton sich abkehren von den Werken des Opernrepertoires. Ausgangspunkt
und Referenz seiner musiktheatralen Arbeit wird stattdessen James Joyce sein, der mit „Ulysses“ oder „Finnegans
Wake“ der Literatur einen weltschöpfenden Status verlieh.
Dazu erfand Joyce eine Sprache, die mit Musik womöglich mehr zu tun hat als mit Literatur. Denn um Welt und
Menschheit in einem Buch zu fassen – und nichts weniger ist der Anspruch – und den komplexen, immer komplexeren Zusammenhängen auf Augenhöhe begegnen zu
können, schuf Joyce eine Sprache zwischen Polyglottheit,
Ethymologie und Neologismus, die ihm erlaubte, sich ins
Verhältnis zu setzen. Durchzogen von Schalk ebenso wie
von Gelehrsamkeit verweigerte Joyce dabei Sinn durch
Übermaß an Sinnhaftigkeit. Diesem Moment, in dem UnSinn in Sinn umschlägt, widmet sich David Marton mit
seinen MusikerInnen und DarstellerInnen. Eine Uraufführung. Komponiert von einem MusikerInnen-Kollektiv.
086 087
NEUPRODUKTION
„I
can play very annoying girl, very lost girl and then all the things in the
spectrum between.“ (Lena Dunham) – Cheryl Glickman, die Protagonistin in Miranda Julys „The First Bad Man“, dürfte Anfang 40 sein. Sie
ist erfolgreiche Angestellte in einem Büro für Selbstverteidigungsvideos
für Frauen. Ansonsten ist sie viel (und gern) allein. Ab und an
führt sie Gespräche mit fremden Babys – deren Mütter sie
insgeheim verachtet – als wäre ihr eigenes ungeborenes in
ihnen inkarniert. Ein wenig fürchtet sie sich vor dem Gärtner, der sie durch die Fenster ihres Hauses permanent beobachtet, aber irgendwie ist es auch angenehm, dass da jemand
ist. Ihre Aufmerksamkeit gefangen hält ein ausgeprägtes
psychosomatisches Leiden: Globus hystericus nennen es die
Ärzte. Was heißt, dass sie Schmerzen beim Schlucken hat
und ein Kloß im Hals einfach nicht verschwinden will.
Philip, der über 60 Jahre alt und seit jeher Cheryls „Liebhaber in Gedanken“ ist, hat ihr deswegen einen Chromatherapeuten empfohlen. Und da wird sie auch hingehen.
Ihm zuliebe – auch wenn sich schließlich herausstellt, dass
Philips sexuelles Interesse sich eher an dem Körper einer
16-jährigen entfacht, er sich die „starke“ Cheryl aber durchaus als moralische Instanz dieser Intimität wünscht.
Eines Tages dann zieht Clee bei ihr ein. Sie ist Anfang 20
und die Tochter ihrer Chefs. Clee weiß nicht recht, was
sie eigentlich mit ihrer Zeit anfangen soll. Fernsehen mag
sie, Serien, abhängen mit Chips und Cola Light. Zunächst
heißt es, sie bleibe nur für ein paar Tage. Dann aber bleibt
sie länger. Und breitet sich lust- und gewaltvoll in Cheryls
Leben aus.
Hausregisseur Christopher Rüping inszeniert den Erstlingsroman von Miranda July, dieser künstlerisch vielseitigen Alleskönnerin, die nicht erst seit ihrem Film „Ich und
Du und Alle, die wir kennen“ und dem Kurzgeschichtenband „Zehn Wahrheiten“ zum Sprachrohr moderner
Großstadtbewohnerinnen und ihrer Befindlichkeiten und
(sexuellen) Neurosen geworden ist: Wohin nur mit all den
Gefühlen? Wohin nur mit mir? Wohin mit der achso kultivierten Innerlichkeit, der Sanftheit, dem Begehren? Ist das
jetzt Liebe? Oder das? Oder sie? Oder er?
Der „Spiegel“ schrieb: „Jede Zeile eine Überraschung: Wie
Miranda July, die Päpstin des Passiv-Aggressiven, über
Männer und Frauen schreibt, ist hochmodern und raubt
einem schlicht den Atem.“
INSZENIERUNG: CHRISTOPHER RÜPING
BÜHNE: JONATHAN MERTZ
KOSTÜME: LENE SCHWIND
MUSIK: CHRISTOPH HART
In-house director Christopher Rüping stages a play based
on Miranda July’s debut novel. An artistically versatile
all-rounder, Miranda July, created a voice for the modern
urban women, her sensitivities and (sexual) neuroses, long
before the movie “We and You and Everyone We Know”
and the short story collection “No One Belongs Here More
Than You”: Where can I put all these feelings? Where can
I put myself? Where can I put all this oh-so-cultivated
interiority, the tenderness and the longing? Is it love?
Or this? Or her? Or him? German magazine “Spiegel”
writes: “Each line is a surprise: the style in which
Miranda July, the popess of passive aggression, writes
about men and women is highly modern and will take
away your breath.”
DER
ERSTE
FIESE
TYP
NACH DEM ROMAN VON
MIRANDA JULY
INSZENIERUNG:
CHRISTOPHER RÜPING
URAUFFÜHRUNG
APRIL 2017
KAMMER 1
„O
brave new world, That has such people in't“ sagt Miranda in Shakespeares „Sturm“. „Oh brave new World“ schreibt Aldous Huxley
über drei Jahrhunderte später und zeichnet ein düsteres Gesellschaftsbild. Seither sind wieder einige Jahrzehnte vergangen. Was
bleibt vom heutigen „Sturm“ zu erzählen, gerade wenn
ein Regisseur wie Philippe Quesne sich dieses Stoffes als
Vorlage annimmt? Die Kammerspiele setzen mit dem
Projekt zu Shakespeares „Der Sturm" ihre Zusammenarbeit mit dem Regisseur, Bühnenbildner und Bildenden Künstler fort. Waren es in der letzten Spielzeit die
Nebelschwaden und Berglandschaften Caspar David
Friedrichs, die Philippe Quesne zu seiner Inszenierung
„Caspar Western Friedrich“ inspirierten, sind es nun
die einsamen und stürmischen Gefilde einer abgeschiedenen Insel. Quesne wird die Magie von Shakespeares
„Der Sturm“ in die Magie des Theaters überführen, um,
wie häufig in seinen Inszenierungen, die Frage nach der
Macht der Natur zu stellen und danach, wie die Kultur,
der Mensch zu ihr im Verhältnis steht.
In Shakespeares „Sturm“ ist Miranda gemeinsam mit
ihrem Vater Prospero auf einem Boot ausgesetzt. Prospero, einst Herzog von Mailand, hatte sich lieber seinen
Büchern gewidmet, so dass es seinem Bruder Antonio
ein Leichtes war, mit Hilfe des Königs Alonso seine
Macht zu untergraben und ihn zu vertreiben. Schließlich gestrandet auf einer Insel, muss sich eine neue Gesellschaftsordnung fügen. Prosperos magische Kräfte
ermöglichen ihm die Insel allmächtig zu beherrschen
und die Ordnung dieser Gesellschaft zu beeinflussen.
Er wird zum herrschenden Magier, der anstatt von Lakaien nun einen Luftgeist für sich dienen lässt. Verräter, Liebende, Geister, Adlige muss er in Schach halten,
ihren Trieben Einhalt gebieten, Schuld sühnen, Rachegelüste aufhalten, bis die Karten neu gemischt sind,
Liebe gewährt wird und der Magie abgedankt – doch
nur Kraft der Magie konnten die Naturgesetze für einen Moment außer Kraft gesetzt, die Welt neu geordnet
werden. Das ist die bittere Seite dieser Utopie einer Insel, die in Shakespeares „Sturm“ ihren Anfang nimmt.
Den Inszenierungen Quesnes ist die uneingelöste Utopie
nicht fremd: Die Räume, die er für die Bühne schafft,
sind magische Räume, in denen die Einsamkeit wie die
Gemeinsamkeit der DarstellerInnen immer ambivalent
ist. Vielleicht wird in diesem „Sturm“-Projekt der Luftgeist Ariel den Raum regieren oder man wird Prospero
die Bücher lesen sehen, die ihn als einziges Hab und
Gut auf seiner erzwungenen Flucht begleiten und von
denen niemand je weiß, was in ihnen geschrieben stand.
Oder die Insel, die die Bühne ist, wird bald menschenleer sein, während nur noch eine Windmaschine den
Sturm ausruft – auf die schöne neue Welt.
STUR
STURM
088 089
NEUPRODUKTION
“O brave new world that has such people in’t”, says Miranda
in Shakespeare’s “The Tempest”. “Oh brave new world”,
writes Aldous Huxley more than three centuries later, drawing a rather bleak picture of society. Several more decades
have passed: which words will today’s tempest inspire?
While Philippe Quesne drew inspiration from Caspar David
Friedrich’s wafts of mist and mountain sceneries for his performance “Caspar Western Friedrich” last season, he now
turns to an isolated and tempestuous desert island. Philippe
Quesne will channel the magic of Shakespeare’s “The Tempest” into the magic of the theatre in order to pursue questions
about the might of nature and its relationship to culture and
humankind, concerns that are central in many of his productions. Perhaps the spirit Ariel will dominate this “Tempest”
project; perhaps the island will really be deserted soon. Or
the spectators will watch Prospero reading his books, the only
possessions that kept him company on his involuntary flight,
and nobody knows anything about their contents. Meanwhile a wind machine will announce the tempest – and a
brave new world.
INSZENIERUNG UND BÜHNE: PHILIPPE QUESNE
DRAMATURGIE: JOHANNA HÖHMANN
EINE KOPRODUKTION mit den Wiener Festwochen und dem Théâtre Nanterre-Amandiers.
NACH WILLIAM SHAKESPEARE
VON PHILIPPE QUESNE
PREMIERE
JUNI 2017
WIENER FESTWOCHEN
MÜNCHEN PREMIERE
ZUR SPIELZEITERÖFFNUNG 2017/18
NEUPRODUKTION
„I
ch weise den Vorwurf der Anklage, ich sei ein Mitglied einer terroristischen Vereinigung namens 'NSU'
gewesen, zurück.“ (Beate Zschäpe) – Am 06. Mai 2013 begann vor dem 6. Strafsenat des Oberlandesgericht
München der sogenannte NSU-Prozess. Ursprünglich auf 85 Verhandlungstage angesetzt (ein
Tag kostet 150.000€), ist 269 Verhandlungstage später im größten Gerichtsprozess nach
der Wiedervereinigung in Deutschland immer noch kein Ende in Sicht (Stand: März
2016). Der Hauptangeklagten Beate Zschäpe ist es gelungen, den Prozess durch monatelanges Schweigen, durch Ausspielen ihrer Verteidiger gegeneinander und eine lang angekündigte aber letztlich nichtssagende Erklärung immer wieder in die Länge zu ziehen.
Sie bestreitet bis heute, Teil des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ gewesen und an
dessen rechtsextremistisch motivierter Mordserie gegen mindestens neun Männer aktiv
beteiligt gewesen zu sein. Die gesammelten Prozessprotokolle erzählen eine Geschichte
des deutschen Rechtsextremismus im 21. Jahrhundert. Sie erzählen auch von verpassten
Möglichkeiten, skurrilen Formalitäten und persönlichen Schicksalen. Und sie zeichnen
ein Bild des deutschen Rechtsstaates.
Der Regisseur Ersan Mondtag, der sich bereits in „Party #4 – NSU“ im Münchner
Club MMA mit dem Prozess beschäftigt hat, begegnet den Protokollen mit einem Kollektivkörper: chorisch, orchestral, vorwurfsvoll. In seiner ersten Arbeit an den Münchner Kammerspielen – in den beiden letzten Jahren Spielort von theaterübergreifenden
NSU-Protokolllesungen der drei Münchner Stadt- und Staatstheater – entsteht nun für
jedes Prozessjahr ein eigener Theaterabend. Vier Abende oder ein Marathon.
INSZENIERUNG: ERSAN MONDTAG
BÜHNE UND LICHT: RAINER CASPER
KOSTÜM: TERESA VERGHO
MUSIK: MAX ANDRZEJEWSKI
DRAMATURGIE: TARUN KADE
090 091
On May 6th 2013, the socalled NSU process started
before the Sixth Criminal
Division of the Higher Regional Court in Munich.
Originally scheduled for 85
trial days, the case is not
finished yet after 269 days
in court and has turned into
the largest trial that has ever
taken place after the German reunification (status in
March 2016). The protocols
of the trial retell a story of
German right-wing extremism in the 21st Century.
They also tell us about lost
chances, bizarre formalities,
and personal fates. They
draw a picture of the constitutional state Germany.
The director Ersan Mondtag, who already set a focus
on the trial in “Party #4
– NSU” at the Mixed Munich Arts Club, confronts the
protocols with a collective
body, the result: a chorus,
an orchestra, and also an
accusation. In his first work
for the Münchner Kammerspiele, Mondtag develops a
new performance for every
year of the trial: either four
evenings or a marathon.
NSU
PROZESS
EIN PROJEKT VON ERSAN MONDTAG UND ENSEMBLE URAUFFÜHRUNG
JUNI 2017
KAMMER 2
DER NSU-PROZESS (AT)
NEUPRODUKTION
B
isher hatten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Amtes für
Passdokumente und Ansässigkeitsbescheinigungen der zentralen
Verwaltungsbehörde der Bodenseeregionen (ZVdBR) den unerwarteten Ansturm als temporäres Phänomen abgehakt. Hatten den
massiven Anstieg des Antragsvolumens verdrängt,
allmählich sich häufende Zuständigkeitsfragezeichen
ignoriert und waren stets ruhig und sachlich geblieben,
auch wenn der sogenannte „Kunde“ ohne Dolmetscher
nur sehr undeutlich zu verstehen war. Ganz plötzlich
jedoch spuckte der Apparat im Vorzimmer des Amtes
keine Wartenummern mehr aus. Die Büros verwaist, die
Angestellten verschwunden, kurzfristig abgetaucht in
unbekannter Mission. „Tiefer Schweb“, wie man an den
Ufern des Bodensees anlässlich solch rätselhafter Fälle
und in Anspielung auf die Bezeichnung des tiefsten und
unergründeten Areals des Binnenmeers zu sagen pflegt.
Hier im Dreiländereck, wo die Grenzen Österreichs,
der Schweiz und Deutschlands so eng verlaufen, dass
man in Zeiten des freien Personenverkehrs (formerly
known as „Schengen-Abkommen“) innerhalb von Sekunden drei Staaten besuchen konnte, haben sich die
Beamten des ZVdBR an einen geheimen Ort zurückgezogen, um unter Ausschluss der Öffentlichkeit ein Einbürgerungsbewältigungstraining (EBT) zu absolvieren.
Christoph Marthaler, der zuletzt 2002 in München das
Stück „In den Alpen“ von Elfriede Jelinek uraufführte,
inszeniert in der Saison 2016/2017 erstmals wieder an
den Kammerspielen. Und zwar ein Kammerspiel. Eines,
das davon erzählt, wie viele Bedeutungen das Wort Gemeinsinn enthält, wenn eine sehr kleine Gruppe von bewährten Verwaltungskräften ganz unvorbereitet aus der
Spur gerät und keine andere Möglichkeit mehr sieht, als
alle geltenden Vorschriften außer Kraft zu setzen.
092 093
Up to now the employees of the department for passports and
residency certificates at the central office of the Lake Constance region (ZVdBR) had shrugged the unexpected onrush
off as a temporary phenomenon. They had blocked out the
massive increase of applications, ignored the accumulating
doubts about into whose competence these request would
fall, and they had always remained calm and businesslike,
even in cases when so-called “clients” were hard to understand without the aid of an interpreter. Suddenly however,
the machine in the antechamber to the offices refuses to dispend any more queue numbers. The offices themselves are
orphaned; the employees have disappeared, are gone on an
unknown mission. The officials at the ZVdBR have withdrawn to a secret place. Under the exclusion of the public,
they go through special training for successfully managing
the naturalization process (EBT). Christoph Marthaler,
whose last production in Munich was the premier of Elfriede
Jelinek’s “In den Alpen” in 2002, directs another piece at
the Kammerspiele in the 2016/17 season. A chamber play.
It tells a story about the multiple meanings a concept like
community spirit can assume if a very small group of welltried civil servants unexpectedly are thrown off course and
decide that their only option for dealing with the situation is
disregarding the rules.
INSZENIERUNG: CHRISTOPH MARTHALER
KONZEPTION: CHRISTOPH MARTHALER, MALTE UBENAUF, UELI JÄGGI
BÜHNE: DURI BISCHOFF
DRAMATURGIE: MALTE UBENAUF
TIEFER
SCHWEB
INSZENIERUNG: CHRISTOPH MARTHALER
URAUFFÜHRUNG
JUNI 2017
KAMMER 1
TIEFER
SCHWEB
094 095
NEUPRODUKTION
„E
s gibt kein Internet. Vielleicht gab es das Internet einmal, aber nun
ist es nur noch ein verschwommener Fleck, eine Wolke, eine Deadline, eine Weiterleitung, eine 404-Meldung. Falls es überhaupt je
existierte, sehen konnten wir das Internet noch nie. Es
hat keine Form und kein Gesicht. Nur diesen Namen,
der alles und nichts zugleich bedeuten will. Trotzdem
versuchen wir immer noch, auf den Zug aufzuspringen,
reinzukommen ins Internet, Teil des Netzwerkes, des
Sprachspiels zu werden, wir wollen, dass Suchanfragen
über unseren Namen laufen, wollen, dass das Internet
uns als vorhanden bedenkt. Niemals aber werden wir
Teil sein des Internets. Teil von etwas, das nicht existiert. All die Jahre, die wir über das Verschwinden einer
kritischen Außenperspektive klagten, hätten wir uns
besser mit Informations-Netzwerken beschäftigen sollen. Immer noch versuchen wir reinzukommen. Aber es
klappt nicht, immer noch nicht. Netzwerke sind Ränder,
wie Bruno Latour sagt. Wir dachten, es wären Fenster,
aber es waren Spiegel! Trotzdem müssen wir weitermachen, immer mehr in uns einlassen, immer mehr
in uns aufnehmen – nicht Informationen, sondern die
Welt selbst.“ (Aus: e-flux journal, The Internet Does
Not Exist)
Die Gruppe GIESCHEand begibt sich auf die Suche
nach diesem Internet, das nie existierte und doch alles
durchdringt. In einer Installation zwischen Virtualität
und Performance, die das menschengemachte Ökosystem Internet begehbar macht, beenden GIESCHEand
ihr spielzeitübergreifendes Projekt „Future Shock“.
„The internet does not exist. Maybe it did exist only a short
time ago, but now it only remains as a blur, a cloud, a
friend, a deadline, a redirect, or a 404. If it ever existed,
we couldn’t see it. Because it has no shape. It has no face,
just this name that describes everything and nothing at the
same time. Yet we are still trying to climb onboard, to get
inside. Just try to get in. You can’t. Networks are all edges,
as Bruno Latour points out. We thought there were windows but actually they’re mirrors. And in the meantime we
are being faced with more and more – not just information,
but the world itself.” (e-flux journal, The Internet Does
Not Exist)
The group GIESCHEand sets out to search for the Internet – this phenomenon that never existed and yet seems
to pervade everything. With an installation that locates
itself between virtual world and performance, and thus
makes the human-made ecosystem “Internet” traversable,
GIESCHEand conclude their cross-season project “Future
Shock”.
INSZENIERUNG: ALEXANDER GIESCHE
DRAMATURGIE: TARUN KADE
DAS
INTER
NET
EIN PROJEKT VON GIESCHEAND
IM RAHMEN DES Projektes „Future Shock“,
GEFÖRDERT IM Fonds Doppelpass der
Kulturstiftung des Bundes
JULI 2017
SPIELORT FOLGT
GEFAHRBAR
E
ndlich: Die Gefahrbar, einst am Burgtheater in Wien
installierte und Stadtgespräch erregende Veranstaltungsreihe, setzt sich an den Kammerspielen fort. In
einer Mischung aus Stand-Up, Polit-Talk, Happening
und Melodien für Millionen-Unterhaltungsshow kultivieren Nicolas Stemann und seine Wegbegleiter der
ersten Stunde, die Musiker Thomas Kürstner und
Sebastian Vogel, auf den Vorbühnen der Bühnen die
gepflegt ungepflegten Zwischentöne des ungeprobten
Kabaretts – wenn denn bei Musikern, dass sie sich
nicht vorbereitet haben, heißt, dass sie auch tatsächlich unvorbereitet sind! Vielmehr sollte man sie eine
schnelle theatrale Eingreiftruppe nennen. Zu ihrem
Prinzip haben sie erklärt, tagesaktuell auf politisch
heißgekochte Themen zu reagieren. In sie einzugreifen, indem sie sie, nur diesen einen Tag lang, auf ihre
Lächerlichkeit hin testen, diese aufspießen und zu
schnellen Texten, Gesprächsanlässen, Kleinstkompositionen oder auch kurzen Akkordkombinationen für
endlose Minimal-Variationen verdichten und dieses
Material gemeinsam mit Gästen mal aus dem Ensemble, mal aus kultureller/politischer Öffentlichkeit den
ZuschauerInnen anbieten. Die dabei wiederum zurückgelehnt ein Getränk trinken oder sich wie auch sonst
immer in Stimmung bringen können, um Teil dieser
nicht immer ungefährlichen Improvisationsübungen in
Sachen „Stresstest Wirklichkeit/öffentliche Meinung“
zu werden, bzw. die Herausforderung zu meistern: wie
nur verbringe ich meinen Feierabend in München und
wie läute ich die Nachtschicht ein?
VON UND MIT THOMAS KÜRSTNER,
NICOLAS STEMANN, SEBASTIAN
VOGEL UND GÄSTEN
096 097
E
Finally: the “Gefahrbar”, a series once installed at the
Burgtheater in Vienna, is about to be continued at the
Kammerspiele. “Gefahrbar” is a fusion of stand-up, political talk, happening, and the melodies of big entertainment
shows. Performing on the pre-stages to the stages, Nicolas Stemann and his companions, the musicians Thomas
Kürstner and Sebastian Vogel, cultivate the more or less
well-bred nuances and noises of an un-rehearsed cabaret
show. The theatrical emergency group has made it their
principle to respond to politically hot topics. They intervene by testing them for absurdity, condensing them into
speedy texts, discussion prompters, micro-compositions, or
chord combinations for endless minimal variations. This
material is presented to the audience in collaboration with
members of the ensemble or guests from the cultural and
political sphere.
s gibt einen Roman des Sprachkünstlers und Schriftstellerphilosophen Georges Perec, in dem dieser systematisch auf den Buchstaben E verzichtet („La Disparition“). Das heißt, auf den am stärksten gebräuchlichen,
gewohnte Sprachlaute und Worte, Sinn und Zusammenhang erst erschaffenden Vokal. In „Les Revenentes“ bestimmt dann gerade dieses E über alles andere. Nicht nur,
indem es fleißig zum Einsatz kommt, es ersetzt gleich
auch noch alle anderen Vokale. Das E triumphiert. Der
Titel des Romans auf deutsch: „Dee Weedergenger“.
Der Vorzeige-Nerd und Sonderling vordigitalisierter
Zeiten Georges Perec erforscht in all seinen Werken akribisch Ordnungssysteme und setzt diese radikal konsequent in Szene. Ordnungssysteme, die das Prinzip des
Schreibens klar programmieren und doch gerade auf
keine übergeordnete, sinnstiftende Programmatik verweisen – als provozierende Absage an all die Klare-Ansage-Hungrigen seiner Zeit der 1970er und 1980er Jahre.
In „Das Leben. Gebrauchsanweisung“ ist einer dieser
Repräsentanten der weltweit Ordnungssuchenden ein
müder, visionsloser Millionär namens Bartlebooth. Eines Tages entschließt dieser sich, sein ganzes Leben fortan nur noch einem Projekt zu widmen, dessen Nutzen
sein soll, keinen Nutzen zu haben! Das Prinzip: 10 Jahre
lang will er sich die Technik des Aquarellierens aneignen. Dann 10 Jahre um die Welt jetten und in fünfhundert Hafenstädten ebensoviele Hafenansichten malen,
sogenannte Seestücke, die er stets nach Fertigstellung
nach Paris schickt, damit sie dort von einem Puzzlehersteller in Puzzle mit jeweils 750 Teilen zerlegt werden.
Für weitere 10 Jahre will Bartlebooth sie anschließend
wieder zusammenlegen, um sie dann, 20 Jahre später, an
dem Ort ihrer Entstehung mithilfe einer Reinigungslösung in Seewasser aufzulösen.
An den Kammerspielen nun widmet sich Hausregisseur
Christopher Rüping eine ganze Spielzeit lang diesem
„Das Leben. Gebrauchsanweisung“, um sich nach und
nach Perecs Werk zu erschließen und dann zu Beginn der
Spielzeit 2017/18 eine Inszenierung aus dem gefundenen
Material entstehen zu lassen. Dazu nimmt er die Hilfe
des gesamten Ensembles und aller MitarbeiterInnen der
Kammerspiele in Anspruch – so wie es in „Das Leben.
Gebrauchsanweisung“ auch nicht nur um Barthlebooth geht, bzw. er sein Vorhaben nicht allein in die Tat
umsetzen kann und alle 99 MieterInnen seines Pariser
Wohnhauses in der Rue Simon-Crubellier 11 und deren
Lebensgeschichten in sein Lebensprojekt verwickelt ...
DAS
LEBEN.
GEBRAUCHSANWEISUNG
The author Georges Perec meticulously researches systems
of classification in his works and presents them in a radically consequent style. In “Das Leben. Gebrauchsanweisung”
(“Life a User’s Manual”), the representative of those seeking for order all around the world is a tired and unimaginative millionaire named Bartlebooth. One day he decides
to dedicate the rest of his life to one single project, the point
of which is that it will be entirely useless! The idea: he will
spend 10 years learning how to paint watercolors. He will
then spend the following ten years jetting around the world,
visiting 500 ports and painting 500 watercolors, so-called
sea pieces, which are sent to Paris where a jig-saw puzzle
manufacturer uses them in order to create jig-saw puzzles
with 750 pieces each. Bartletbooth plans to spend another
10 years trying to re-assemble the puzzles in order to finally
bring them back to their place of origin, where he intends
to dissolve them in the sea water with the aid of a cleansing
solution.
At the Kammerspiele, in-house director Christopher Rüping
will dedicate one season to “Das Leben. Gebrauchsanweisung”. He will slowly approach Perec’s work and will then
present a performance assembled from the collected material
at the beginning of the 2017/18 season. For this, he will require the help of the entire ensemble and of all employees of
the Kammerspiele.
EIN SPIELZEITÜBERGREIFENDES
PROJEKT NACH DEM ROMAN VON
GEORGES PEREC
IN ALLEN KAMMERN, AUCH DENEN
JENSEITS DER KAMMERN
LEITUNG: CHRISTOPHER RÜPING
098 099
ENSEMBLE
100 101
ENSEMBLE
102 103
NEUPRODUKTION
104 105
STEFAN MERKI
BRIGITTE HOBMEIER, SAMOUIL STOYANOV
ENSEMBLE
106 107
ENSEMBLE
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S
SCHWERPUNKTE THEMEN
SCHWERPUNKTE THEME
SCHWERPUNKT
BORDERLINES –
112 113
SCHWERPUNKTE
A
ngesichts der Entwicklung an den Grenzen innerhalb
und an den Rändern der EU erscheint es sinnvoll,
den durch die Krise Europas bedingten Tunnelblick
hinter sich zu lassen, die Perspektive historisch und
geografisch zu weiten und auf eine Region zu schauen, in der das Wohlstandsgefälle zwischen Nord und
Süd, Flucht und Migration eine zentrale Rolle spielen.
Es geht um Mexiko und um die vielfältigen Demarkationslinien, die das Land symbolisch, politisch und kulturell von den USA trennen.
Vom Mai 2016 bis zum Frühjahr 2017 wird sich
Deutschland mit einer Vielzahl an Projekten in ganz
Mexiko präsentieren. Umgekehrt stellt Mexiko ein Jahr
lang seine Kultur in Deutschland vor. Die Münchner
Kammerspiele nehmen daher diesen Austausch zum
Anlass für ein Festival mit dem Titel „Borderlines –
Das Theater und die Kultur der Gewalt“. In einem
engen thematischen Zusammenhang damit steht Stefan Puchers Inszenierung „América“ nach dem Roman
von T. C. Boyle, die bereits im Mai 2016 ihre Premiere
erlebte.
Die Veranstaltungsreihe gibt Einblicke in die gesellschaftspolitische Situation des Landes und stellt ausgewählte aktuelle Produktionen aus dem Bereich des
Freien Theaters vor, überwiegend als europäische
Erstaufführungen. Neben Gastspielen etablierter Gruppen wie LAGARTIJAS TIRADAS AL SOL, die ihre Arbeiten auf
internationalen Festivals präsentieren, liegt das Augenmerk auf jungen RegisseurInnen und PerformerInnen
wie MARIANA VILLEGAS, die ihre ersten eigenen Produktionen
realisieren.
Exklusiv für das Festival wird ÁNGEL HERNÁNDEZ ARREOLA,
herausragender Vertreter eines engagierten, ortsspezifischen Theaters in Mexiko, eine neue Arbeit entwickeln. Von München aus wird der Regisseur entlang
der Fluchtrouten an die Grenzen der EU reisen und im
Rahmen des Festivals die Ergebnisse seiner Recherche
präsentieren. Ángel Hernández Arreola setzt so seine
langjährige künstlerische Kollaboration mit Arbeitsmigranten in mexikanischen Güterzügen fort und stellt
damit auch die Frage nach der Vergleichbarkeit der
Situation an den südlichen Grenzen Europas und der
Vereinigten Staaten.
Neben der Beschäftigung mit Fragen von Herkunft
und Identität, die häufig in postkolonialen Gesellschaften artikuliert werden, sind viele der hier zu zeigenden
Arbeiten von einer Auseinandersetzung mit der in Mexiko allgegenwärtigen Gewalt geprägt. Nicht nur die
indigene Kultur mit ihren bis in die Gegenwart reichenden Einflüssen ist zutiefst theatral. Ist die Gewalt
auf so fundamentale Weise selber performativ geworden, welche Möglichkeiten hat dann das Theater, auf
Distanz zur schlechten Wirklichkeit zu gehen? Lässt
sich die Frage nach der Darstellbarkeit von Gewalt mit
in den letzten Jahren hierzulande geführten Debatten
um einen neuen Realismus und interventionistische
Kunst kurzschließen?
IN KOOPERATION MIT dem Goethe-Institut Mexiko
GEFÖRDERT DURCH die Kulturstiftung des Bundes
MIT UNTERSTÜTZUNG VON Secretaría de Cultura.
DAS THEATER UND DIE KULTUR DER
GEWALT IN MEXIKO
KURATOREN: CHRISTOPH GURK, ILONA GOYENECHE
22. BIS 27. NOVEMBER 2016
In the face of the developments at the inner and outer
borders of the EU, it seems sensible to leave the tunnel
vision that accompanies the crisis in Europe behind and
to shift the perspective to other historic and geographic
constellations: for instance to a region in which a strong
prosperity gap between North and South and issues of
flight and migration play a central role. The reference is
to Mexico and the multiple demarcation lines that separate the country symbolically, politically, and culturally
from the USA.
From May 2016 to spring 2017, Germany will present
itself in Mexico with various projects. In reverse, Mexico
will present its culture in Germany for the period of one
year. The Münchner Kammerspiele take this exchange
as an occasion for a festival with the title “Borderlines –
The Theatre and Cultures of Violence”.
The event will provide insights into the social situation
of the country and present selected new independent theatre productions, most of them shown for the first time in
Europe.
Beyond a concern with questions of origin and identity,
as they are often articulated in the context of postcolonial societies, many of the works grapple with the violence
that appears to be omnipresent in Mexico. Pieces to be
shown include works by LAGARTIJAS TIRADAS AL SOL, MARIANA
VILLEGAS and ÁNGEL HERNÁNDEZ ARREOLA.
B
114 115
SCHWERPUNKTE
EIN KONVERSIONSPROJEKT
VON BJÖRN BICKER UND MALTE JELDEN
D
ie Münchner Kammerspiele möchten sich für die Realität von Flucht und Ankunft
öffnen. Nachdem das Projekt mit dem dreitägigen OPEN BORDER KONGRESS in der
Spielzeit 2015/2016 gestartet ist, haben die Künstler Björn Bicker und Malte Jelden
begonnen, gemeinsam mit Geflohenen und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
des Theaters, Schulungen, Strategien und Projekte zu entwickeln, die es ermöglichen, Menschen mit Fluchterfahrung und ihre Themen in die Arbeits- und Gestaltungsprozesse des Theaters einzubinden. Das OPEN BORDER ENSEMBLE, das sich aus
Künstlerinnen und Künstlern verschiedenster Disziplinen mit und ohne Fluchterfahrung zusammensetzt, wurde gegründet. Ein MitarbeiterInnen-Komitee, das die
Öffnung des Theaters begleitet, hat sich gebildet. Das regelmäßige WELCOME CAFÉ hat
seine Türen als Ort der Begegnung geöffnet. Diese und viele andere Aktivitäten will
das Theater nun verstetigen und mit dem entstehenden Wohn- und Kulturprojekt
BELLEVUE DI MONACO in der Müllerstraße verbinden.
GEFÖRDERT DURCH die Kulturstiftung des
Bundes
The Münchner Kammerspiele want to engage with the realities of flight and arrival. Since the start of the project
with the three-day OPEN BORDER CONGRESS in October 2015,
artists Björn Bicker and Malte Jelden have continued their
collaboration with refugees and employees of the Kammerspiele; they have developed trainings, strategies, and projects that allow people with experiences of flight and migration to integrate their topics into the workflow of the theatre.
The OPEN BORDER ENSEMBLE, composed of artists from various disciplines with and without experiences of flight and
migration, was founded. A committee of employees accompanies the process of transformation that the theatre goes
through. The WELCOME CAFÉ regularly opens its doors in order
to provide a space for encounters. These and other activities
will be integrated into the creative and organizational processes of the theatre and combined with BELLEVUE DI MONACO,
a project that seeks to create space for living and culture.
MUNICH
WELCOME
THEATRE
MUNICH
WELCOME
THEATRE
FREIE
FREIE GRUPPEN
E
inrichtungen wie „Schwere Reiter“ oder demnächst
das in „HochX“ umbenannte „iCamp“ leisten wertvolle Arbeit im Bereich des Freien Theaters Münchens.
Zahlreiche Produktionen, die in Theatern und auf Festivals in ganz Europa gastieren, gehen allerdings nach
wie vor an München vorbei, wenn sie nicht alle zwei
Jahre zum Festival „Spielart“ eingeladen werden. Die
Arbeit von lokalen Künstlerinnen und Künstlern könnte von mehr Austausch mit überregionalen Kolleginnen
und Kollegen profitieren.
Was weiterhin fehlt, ist eine Institution mit interdisziplinärer Ausrichtung und internationaler Strahlkraft
wie z.B. Kampnagel in Hamburg, wie das Künstlerhaus
Mousonturm in Frankfurt, wie die Kaserne in Basel
oder wie das HAU – Hebbel am Ufer in Berlin – ein
Produktionshaus, das in der Lage ist, spartenübergreifend KünstlerInnen zu fördern, zu koproduzieren oder
einzuladen und das so entstehende künstlerische Potential zu einer innovativen Kraft nicht nur innerhalb der
Theaterwelt, sondern im Kulturleben Münchens insgesamt zu machen.
Bis die Pläne des Kulturreferats, ein solches Haus auf
dem Kreativquartier an der Dachauer Straße zu etablieren, konkrete Gestalt annehmen, nehmen die Münchner Kammerspiele einen Teil dieser Aufgaben interimistisch wahr. Zweimal bis dreimal im Monat werden
ausgewählte Vorstellungen von Freien Gruppen aus
München, aus dem deutschsprachigen Raum und aus
der ganzen Welt gezeigt, entweder als Einladung oder
auf der Grundlage einer Koproduktion. Im Zusammenspiel mit dem Repertoirebetrieb ist eine Vielfalt der
Produktionsformen und der aus ihnen hervorgehenden
künstlerischen Sprachen angestrebt.
Die Stücke und Performances von KünstlerInnen wie
Chris Kondek & Christiane Kühl, FUX, Corinne Maier,
Florentina Holzinger & Vincent Riebeek, She She Pop,
Gintersdorfer/Klaßen, Rimini Protokoll, Markus&Markus oder Toshiki Okada wurden auf Anhieb angenommen
und waren durchweg gut besucht. Von diesem Erfolg er-
116 117
GRUPPEN
mutigt, legen die Münchner Kammerspiele in der kommenden Spielzeit einen Akzent auf die Förderung junger lokaler ProtagonistInnen und stärken gleichzeitig die
Zusammenarbeit mit internationalen Kunstschaffenden.
D
en Anfang macht gleich in den ersten Oktobertagen
der Schweizer Regisseur und Autor MILO RAU, der mit
Arbeiten wie „Die letzten Tage der Ceausescus“, „Hate
Radio“, „Breiviks Erklärung“, „Civil Wars“ oder „Das
Kongo Tribunal“ zu einem der provokantesten, aber auch
luzidesten VertreterInnen eines global orientierten zeitgenössischen politischen Theaters avanciert ist.
In „Five Easy Pieces“ unterzieht sein International Institute Of Political Murder die Ästhetik des realistischen
Erzähltheaters und der Grausamkeit einer theatralen
Untersuchung. Die Produktion ist in Zusammenarbeit
mit dem Genter Produktionshaus CAMPO, das für seine
Kinder- und Jugendtheaterarbeit weltweit gefeiert wird,
entstanden und thematisiert das Leben und die Verbrechen des Marc Dutroux – und damit verschiedene Tabus
und Schmerzpunkte des privaten wie politischen Lebens. In fünf Übungen größter Einfachheit – Kurzszenen und
Monologe für die Kamera – schlüpfen die jugendlichen
SchauspielerInnen in verschiedene Rollen. Sie spielen einen Polizeioffizier, den Vater von Marc Dutroux, eines
der Opfer, die Eltern eines der toten Mädchen. Gemeinsam mit erwachsenen SchauspielerInnen einstudierte
Reenactments – eine Tatortbegehung, die Unabhängigkeitserklärung des Kongo, eine Beerdigungszeremonie,
eine Szene aus dem Alltag von Marc Dutroux’ Vater –
führen sie hin zu ihren Rollen und Schicksalen.
So entspannt sich einerseits ein historisches Panorama
belgischer Geschichte, von der Unabhängigkeit des Kongo bis zur Großdemonstration des „Weißen Marsch“.
Andererseits fragt die Inszenierung nach den Grenzen
von dem, was Kinder wissen, fühlen und tun dürfen.
Was bedeutet es, sie dabei zu beobachten? Und was erfahren wir dadurch über unsere eigenen Ängste, Hoffnungen und Tabugrenzen? Hat der Komponist Igor Stravinsky vor hundert Jahren seine „Five Easy Pieces“ als Erziehungsinstrument
komponiert, um seinen Kindern das Klavierspielen
beizubringen, und hat Marina Abramović mit „Seven
Easy Pieces” ikonische Aktionen der Performancekunst
nachgespielt, werden die Kinder in Milo Raus „Five
Easy Pieces“ nun eingeführt in die emotionalen und
politischen Absurditäten und Abgründe der Erwachsenenwelt. Was heißt es, mit Kindern Theater für Erwachsene zu machen? Was erzählt das über Macht und
Unterwerfung, über Theater und Performance, über
Mimesis und Menschsein? „Five Easy Pieces“ ist ein
Experiment über das Erzählen von Geschichte(n) in
fünf Anläufen.
rapide zurückgehen. Die globale Ausbreitung von Video-Streaming löst Konsum und Nachfrage aus dem
zeitlichen Diktat der TV-Programme. Zeit für ein Klagelied auf den Tod des Fernsehers, den Freund der Familien und Weggefährten von Alleinstehenden.
Beherzt stimmen die PerformerInnen die „Elegy For Television“ an: werfen letzte Blicke zurück, trauern um die
Struktur, die das Fernsehprogramm ihrem Alltag verlieh,
zelebrieren die Befreiung von dessen Diktat und honorieren das Verschwinden. In einem Mosaik von Reenactments fragen sie nach den Ritualen des Fernsehzeitalters,
nach den verlorenen Momenten von Gemeinschaft, der
Synchronisation von Nachbarschaften und Nationen und
zappen durch individuelle und kollektive Erinnerungen.
N
I
achdem ein mit KünstlerInnen aus aller Welt besetzter Performance-Zirkus seine Zelte aufgeschlagen
und die „Greatest Show On Earth“ in die Kammer 2
gebracht hat (mehr Informationen hierzu auf Seite 038),
beginnt die Münchner Choreographin ANNA KONJETZKY
ein auf drei Jahre angelegtes Performance-Projekt, das
die Diskussion um Interaktivität weitertreiben will. Und
um den „Shared Space“, verstanden als einen demokratischen und von DarstellerInnen wie Publikum geteilten
Raum, in dem die Gesetze und Hierarchien der frontalen Spielsituation weitgehend suspendiert sind.
Der erste Teil – „Wah Wah“ – erlebt Ende Oktober seine
Uraufführung. Es geht um euphorische Zustände, wie
sie vom Körper selbst beim Laufen oder auf wilden Partynächten erzeugt werden, um das „Eigenblutdoping“,
um Strategien der Selbststimulierung, die der Kulturtheoretiker Diedrich Diederichsen in seinem gleichnamigen Essayband als Modus Operandi von Produktivität im Zeitalter des Neoliberalismus analysiert hat.
E
nde Dezember, genau ein Jahr nach dem umjubelten
Gastspiel seiner Soloperformance „Something For
The Fans“, präsentiert DAMIAN REBGETZ, festes Mitglied im
Ensemble der Münchner Kammerspiele, eine neue Produktion. Für „Elegy For Television“ hat er sich mit Fabian Holle, Baly Nguyen und Melanie Jame Wolf zu einem
vierköpfigen Team gleichberechtigter RegisseurInnen
und DarstellerInnen zusammenschlossen.
Seriösen Prognosen zufolge wird der Fernseher zum
Ende des kommenden Jahrzehnts aus den Haushalten
verschwunden sein. Die sogenannte „Cord Cutting Revolution“ beschreibt das Phänomen, dass die Abonnementzahlen für Sendungen, die durch Kabel und Satellit
in linearer zeitlicher Folge übertragen werden, weltweit
m Rahmen einer Doppelvorstellung hat der Münchner Regisseur, Autor und Performer OLIVER ZAHN
im Frühjahr 2016 zwei Essay-Performances an den
Münchner Kammerspielen zusammen aufgeführt:
„Situation mit ausgestrecktem Arm“, eine Kulturgeschichte des Hitlergrußes, und „Situation mit Doppelgänger“, eine Bergungsstudie über die Aneignung
afrodiasporischer kultureller Idiome durch Weiße.
Der dritte Teil dieser Serie, „Situation mit Zuschauern“, erlebt im Januar 2017 seine Uraufführung.
Oliver Zahn, Absolvent des Regiestudiengangs an der
Theaterakademie August Everding, inszeniert das
Finden, Streamen und Ansehen fünf kontroverser, im
Netz verfügbarer Videos, die eine Positionierung zum
Akt des Zuschauens verlangen.
Die Performance thematisiert unseren Umgang mit
Bildern von Enthauptungen, mit Snuff-Filmen, mit
Hasspredigten und mit intimen Aufnahmen fremder
Menschen. Gleichzeitig reflektiert sie die Implikationen
dieses Vorgangs: Was sind die Grenzen des Zeigbaren?
Welche Verantwortung hat die Betrachterin, der Betrachter? Wie politisch ist der Blick? Wo ist die Schwelle
zwischen Zeugenschaft und Voyeurismus? Was sollte
gesehen werden?
Wir alle sind „Peeping Toms“, Lauschende und Schnüffelnde. In „Situation mit Zuschauern“ geht es um die
Lust an Beobachtung und Voyeurismus, die hier und
heute einfacher zu befriedigen ist als jemals zuvor. Welcher Ort wäre für eine Erforschung dieser Lust und ihrer Konsequenzen besser geeignet als das Theater? Es
ist die Schau-Stätte an sich: Ihr einzig irreduzibler Bestandteil ist die Rolle der Zuschauerin und des Zuschauers – ein Archetyp, der in der unermesslichen Bilderflut
des Zeitalters digitaler Kommunikation neu verstanden
werden muss.
118 119
Institutions such as “Schwere Reiter” or in the near future
also the “HochX”, previously called “iCamp”, do valuable
work in the independent scene in Munich. Nevertheless,
multiple productions that give guest performances in theatres
and at festivals all over Europe bypass Munich, unless they
are invited to the biennial theatre festival “Spielart”. Local
artists could benefit from an improved exchange with internaional colleagues.
Munich still misses out on an institution with interdisciplinary alignments and an international radiance, such as
Kampnagel in Hamburg or the Künstlerhaus Mousonturm
in Frankfurt, such as the Kaserne in Basel or the HAU –
Hebbel am Ufer in Berlin – a production house that would
bring forth, co-produce, and invite artists from various disciplines and transform the generated artistic potential into an
innovative force not only for the theatre world but also for
Munich’s entire cultural life.
Until the plans of the Kulturreferat to establish such a house
in the creative quarter at Dachauer Straße manifest themselves, the Münchner Kammerspiele take on some of the tasks
in the interim. Up to three times a month, selected pieces by
independent groups from Munich, from the German-speaking cultural space and from all over the world are shown, either as guest performances or in form of co-productions. In
combination with the more established repertoire, we aspire
toward diversity in our production formats, toward a theatre
with multiple artistic languages.
The pieces and performances of artists such as Chris Kondek
& Christiane Kühl, FUX, Corinne Maier, Florentina
Holzinger & Vincent Riebeek, She She Pop, Gintersdorfer/Klaßen, Rimini Protokoll, Markus&Markus or Toshiki
Okada were adopted without hesitation and attracted a considerable audience. Encouraged by this success, the Münchner Kammerspiele will again put an accent on the promotion
of young local protagonists and simultaneously strengthen
the collaborations with international artists throughout the
next season.
T
he kick-off in early October is presented by the Swiss
director and author MILO RAU, whose works such as “Die
letzten Tage der Ceausescus”, “Hate Radio”, “Breiviks
Erklärung”, “Civil Wars” or “Das Kongo Tribunal” turned
him into one of the most provocative, but also one of the most
lucid, representatives of a globally-oriented contemporary
political theatre.
In “Five Easy Pieces”, his International Institute Of Political Murder examines the aesthetics of the realist narrative
theatre and of cruelty. The production emerges in collaboration with the Ghent-based Production house CAMPO,
that is celebrated on a worldwide level for its theatre work
with children and young adults, and centers on the life and
crimes of Marc Dutroux – hence also on the diverse taboos
and points of pain in private and political life.
In five simple exercises – short scenes and monologues for the
camera – the young actors assume diverse roles. They play a
police officer, Marc Dutroux‘s father, one of the victims, the
parents of a dead girl. Reenactments rehearsed together with
grown-up actors – the investigation of a crime scene, the declaration of independence of the Congo, a funeral ceremony, a
scene from the everyday life of Marc Dutroux‘s father – lead
them to their roles and fates.
Thus, on the one hand, a historical panorama of Belgian
history, reaching from the independence of the Congo to the
White March in Brussels, develops. On the other hand, the
performance seeks to determine the limits of what children
know, feel, and what they are allowed to do. What is the
meaning of observing them in such situations? And what can
we learn about our own fears, hopes and taboos?
While composer Igor Stravinsky created his “Five Easy Pieces” a hundred years ago as a means of education to teach his
children play the piano, and Marina Abramović reenacted
iconic actions from the field of performance art in her “Seven
Easy Pieces”, the children in Milo Rau’s “Five Easy Pieces”
will be introduced to emotional and political absurdities and
the abysses of the grown-up world. What are the implications
of making theatre for grown-ups with children? Was does this
tell us about power and submission, about theatre and performance, about mimesis and being human? “Five Easy Pieces”
is an experiment in telling (hi)stories in five attempts.
INDEPENDENT
A
fter a performance-circus that accommodates pieces by
artists from all over the world has set up its tents and
brought the “Greatest Show on Earth” into Kammer 2
(more information on page 038), the Munich based choreographer ANNA KONJETZKY will initiate a performance project that
stretches over a period of three years and intends to propel
discussions about interactivity and the concept of a “Shared
Space”, a democratic space used by actors and audience alike
that suspends the rules and hierarchies of the frontal theatre.
The first part – “Wah Wah” – will premier in October. It
deals with the euphoric conditions that are produced by the
body itself, for instance while running or during wild party
nights or through “own blood doping“, a strategy of self-stimulation which cultural critic Diedrich Diederichsen, in his
essay collection of the same name, analyses as the modus operandi of productivity in the age of neoliberalism.
T
oward the end of December, precisely one year after the acclaimed guest performance of his solo show “Something for
the Fans”, DAMIAN REBGETZ, a stable member of the ensemble
of the Münchner Kammerspiele, will present a new production. For “Elegy For Television”, he joins forces with Fabian Holle, Baly Nguyen and Melanie Jame Wolf in order to
assemble a team of four directors and actors, all of them on
equal footing.
According to serious prognoses, television will have disappeared from households by the end of the coming decade. The
so-called “Cord Cutting Revolution” describes the worldwide
phenomenon that the subscriptions for TV shows transmitted
via cable and satellite in a linear fashion rapidly decrease.
The global availability of video streaming emancipates consume and demand from the temporal dictate of the TV program. It is time to lament the end of TV, friend of families
and companion of singles.
The performers dauntlessly strike up their "Elegy for Television”: they allow themselves final glances backward, mourn
the structure that television used to give to their everyday
life, celebrate the liberation from this dictate, and honor the
medium’s disappearance. In a mosaic of reenactments, they
single out the rituals of the television age, the lost moments
of community, the synchronization of neighborhoods and nations, and zap through individual and collective memories.
I
n the context of a double performance in spring, the Munich
based director, author, and performer OLIVER ZAHN combined
two essay performances at the Münchner Kammerspiele:
“Situation mit ausgestrecktem Arm”, a cultural history of
the Nazi salute, and “Situation mit Doppelgänger”, a study
about the appropriation of cultural idioms from the African
Diaspora by whites.
The third part of the series, “Situation mit Zuschauern”,
will have its premier in January 2017. Oliver Zahn, graduate of the theatre academy August Everding, explores the
processes of finding, streaming, and watching five controversial videos that are available online and require the spectator
to take a stance.
The performance raises the question of how we should deal
with images of beheadings, snuff films, hate speeches, and
intimate takes of strangers. Simultaneously it reflects the implications of this procedure: Where are the limits of the showable? What is the responsibility of the spectator? How political is the gaze? Where can we locate the threshold between
testimony and voyeurism? What should be seen?
All of us are “Peeping Toms”, eavesdroppers, and snoopers.
“Situation mit Zuschauer” exposes the pleasures of watching
and voyeurism, which are more easily satisfied today than
ever before. What could be a better place for this investigation than the theatre? It is a site of showing and looking: its
one irreducible component is the role of the spectator – an
archetype, who needs to be redefined in the face of the immeasurable flood of images in the age of digital communication.
GROUPS
120 121
WEITER IM PROGRAMM
WEITER IM PROGRAMM / WIEDERAUFNAHMEN
RECHNITZ (DER WÜRGEENGEL)
VON
ELFRIEDE JELINEK INSZENIERUNG JOSSI WIELER
ROCCO UND SEINE BRÜDER
NACH DEM FILM VON
LUCHINO VISCONTI IN EINER FASSUNG VON SIMON STONE INSZENIERUNG
SIMON STONE
LA SONNAMBULA
NACH DER OPER VON
VINCENZO BELLINI UND FELICE ROMANI INSZENIERUNG DAVID MARTON
HOT PEPPER, AIR CONDITIONER AND THE FAREWELL SPEECH
INSZENIERUNG
TOSHIKI OKADA
NICHTS VON EUCH AUF ERDEN
JUDAS
VON
REINHARD JIRGL INSZENIERUNG FELIX ROTHENHÄUSLER
VON
LOT VEKEMANS INSZENIERUNG JOHAN SIMONS
ADOLF HITLER: MEIN KAMPF, BAND 1 & 2
VON
RIMINI PROTOKOLL (HAUG / WETZEL)
DER KAUFMANN VON VENEDIG
VON
WILLIAM SHAKESPEARE INSZENIERUNG NICOLAS STEMANN
DER SPIELER
NACH DEM ROMAN VON
FJODOR DOSTOJEWSKI INSZENIERUNG CHRISTOPHER RÜPING
AMÉRICA MITTELREICH
T. C. BOYLE INSZENIERUNG STEFAN PUCHER
JOSEF BIERBICHLER INSZENIERUNG ANNA-SOPHIE MAHLER
ODE TO JOY
NACH DEM ROMAN VON
NACH DEM ROMAN VON
INSZENIERUNG
RABIH MROUÉ
PEACHES CHRIST SUPERSTAR
NACH ANDREW LLOYD WEBBERS
„JESUS CHRIST SUPERSTAR“ VON UND MIT PEACHES
WAR AND PEACE
NACH DEM ROMAN VON
LEO TOLSTOI VON GOB SQUAD
122 123
WEITER IM PROGRAMM
WEITER IM PROGRAMM / WIEDERAUFNAHMEN
WARUM LÄUFT HERR R. AMOK?
VON
RAINER WERNER FASSBINDER UND MICHAEL FENGLER INSZENIERUNG SUSANNE KENNEDY
MARIA STUART
SUSN
WUT DIE ZOFEN
VON
FRIEDRICH SCHILLER INSZENIERUNG ANDREAS KRIEGENBURG
VON
HERBERT ACHTERNBUSCH INSZENIERUNG THOMAS OSTERMEIER
50 GRADES OF SHAME
EIN BILDERBOGEN NACH
VON
ELFRIEDE JELINEK INSZENIERUNG NICOLAS STEMANN
FIGAROS HOCHZEIT
VON
WEDEKINDS „FRÜHLINGS ERWACHEN“ VON SHE SHE POP
EKZEM HOMO
VON UND MIT
GERHARD POLT UND DEN WELL BRÜDERN AUS’M BIERMOOS INSZENIERUNG JOHAN SIMONS
WOLFGANG AMADEUS MOZART UND LORENZO DA PONTE INSZENIERUNG DAVID MARTON
CASPAR WESTERN FRIEDRICH
INSZENIERUNG
PHILIPPE QUESNE
VON
JEAN GENET INSZENIERUNG STEFAN PUCHER
124 125
AKTIVITÄTEN
LAST EXIT
Podiumsdiskussionen
Eine Veranstaltung der Allianz Kulturstiftung und der Abendzeitung in Zusammenarbeit mit den Münchner Kammerspielen und Parlavent
MBEMBE LESEN
MitarbeiterInnen der Kammerspiele lesen das wichtige
Buch über die Entstehung des rassistischen Denkens im
Kapitalismus von Achille Mbembe: „Kritik der schwarzen Vernunft“.
THE BREAKFAST CLUB
Bei Kaffee und Croissants erfahren, was in den Kammerspielen als Nächstes passiert.
TISCHSZENEN
Gemeinsam kochen, essen – und besprechen, was anliegt.
AKTIVI
TÄTEN
NO LIMITS?
Globale Perspektiven auf Migration und Flucht in länderübergreifender Diskussion.
WELCOME CAFÉ
für Menschen mit und ohne Fluchterfahrung / for refugees
and locals / ouvert aux réfugié(e)s et Munichois(es) /
pala e tradine thaj minhenke(o)
Ein Projekt des Goethe-Instituts und der Münchner Kammerspiele
RITOURNELLE
Festivalnacht für avancierte elektronische Popmusik
//
.
WUSS
/
Party hosted by Damian Rebgetz und Gästen aus dem
Ensemble – Resist, submit and come and go as you please!
BAR
JAHRHUNDERTBRIEFE
DAS LEBEN. GEBRAUCHSANWEISUNG
Eine Kooperation mit der Literaturhandlung und der Offenen Akademie der
Volkshochschule
Inzwischen eine Institution in der Stadt, wenn die Gehwege hochgeklappt werden
Ein spielzeitübergreifendes Projekt nach dem Roman von
Georges Perec, Leitung: Christopher Rüping
EPISODE
Neuigkeiten aus der Welt der Fernsehserien mit ExpertInnen und TheoretikerInnen aus dem Umfeld der
Filmzeitschrift „Cargo“
FUTURE SHOCK
Blicke in die Zukunft von und mit GIESCHEand
gefördert im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes
GEFAHRBAR
von und mit Thomas Kürstner, Nicolas Stemann und
Sebastian Vogel
Bedeutsame Briefwechsel gelesen von Mitgliedern des
Ensembles
Konzeption: Dr. Rachel Salamander
KASPER KÖNIG &
Der Kunstprofessor, Kurator und ehemalige Direktor
des Museum Ludwig in Köln trifft AkteurInnen der Bildenden und Darstellenden Kunst zum Artist-Talk.
KONZERTE
Mit Auftritten von Künstlern wie Young Fathers, Julia Holter, Actress, Battles, Jessy Lanza oder Pantha du
Prince wurde der Stellenwert, den Musik an den Münchner Kammerspielen einnimmt, deutlich erhöht. In der
kommenden Spielzeit geht es weiter. Den Anfang machen Konzerte mit Omar Souleyman, Meridian Brothers
- und ein von den Mitgliedern der Band The Notwist
kuratiertes Festival.
KA
4Y
KAMMER
4YOU
4YO
KAMME
AMMER
128 129
KAMMER 4 YOU
FÜR ALLE
FÜR STUDIERENDE
BREAKFAST CLUB
TISCHSZENEN
KAMMERCAMPUS
ine „geschlossene Gesellschaft“ ist der Breakfast
Club auf keinen Fall. Eher ein „Zusammenschluss von
Menschen mit gemeinsamen Interessen“. Das heißt, all
jene, die wissen wollen, was als nächstes an den Kammerspielen passieren wird, sind eingeladen zu kommen.
Welche Premiere steht an, welches Konzert oder Gastspiel ist geplant bzw. welche Diskussion drumherum
wird geführt? Und: Unter welchen Bedingungen werden all diese Veranstaltungen konzipiert und realisiert?
Während DramaturgInnen, RegisseurInnen, aber
auch SchauspielerInnen Einblicke in den Ausblick gewähren, können Sie (ein zweites Mal) frühstücken. Für
Kaffee und Croissants ist gesorgt. Der Eintritt ist frei.
E
D
M
The Breakfast Club is by no means a private society. It is
an association of people with common interests. Everyone
who wants to know what will happen next at the Kammerspiele is invited to participate. Which premiers, concerts or
guest performances are scheduled, what are the discussions
that evolve around these events? And: under which conditions are all these events conceptualized and realized? Join
us for a (second) breakfast, while dramaturges, directors,
and actors offer inside views. Coffee and croissants will be
available. There is no admission fee.
The most decisive discussions often take place in the kitchen.
Not necessarily during meals but rather while we are preparing food. While we are cutting and frying, while we are
looking for spices and ingredients. The decisive question
for us is how you feel about our work: what did you think
about performances and topics, about pieces by independent groups, about the Kammerflat or about the drinks at
our bar? This is why we want to cook and eat together and
talk to each other. Is there any message you want to give
to us in advance as an appetizer? You can contact us at:
[email protected]
KAMMERSCHAU
KAMMER INTERNATIONAL
J
All new shows in Kammer 1 with English surtitles
English speakers are welcome!
Every month we offer an excursion through the Münchner
Kammerspiele exploring the internal processes from concept
to staging.
Enjoy international directors and actors from Australia,
France, Japan, Latvia and Lebanon, contemporary programmes, critical and entertaining works, in one of the most
important theatres in Germany, live shows by bands from all
over the world and loads of places to eat and hang out set in
a beautiful and historic Art Nouveau theatre built in 1901,
the only one of its kind which still exists today and is located
in the heart of the city centre! Come and join us!
Special offer: see 3 shows, pay for 2
For more information please write to
[email protected]
ehrmals pro Spielzeit verwandeln sich die Münchner Kammerspiele für Studierende in ein interdisziplinäres Labor: Für jeweils ein langes Wochenende
experimentieren junge Theaterschaffende mit Diskussionsformaten und neuen Darstellungsformen, besuchen
Vorstellungen und treffen auf deutsche und internationale Künstlerinnen und Künstler.
Im Austausch mit KommilitonInnen anderer, aber doch
verwandter Studiengänge sind die Studierenden eingeladen, bei Vorstellungsbesuchen, Seminaren und Workshops über den Horizont ihres Ausbildungskontextes
hinauszuschauen und so ihren Blick auf die Welt des
Theaters und seine Wirkung auf die Einzelnen und die
Gesellschaft zu erweitern.
PraktikerInnen treffen auf Theorie, AktivistInnen auf
Ästhetik, angehende PerformerInnen auf die JournalistInnen in spe. Wie sich die Theaterformen stetig neu
erfinden und in Beziehung zu anderen Künsten setzen, so sind auch die Studiengänge im Bereich der
darstellenden Künste einem stetigen Wandel unterzogen. Neben den klassischen Ausbildungsmöglichkeiten
zum/r RegisseurIn oder zum/r TheaterwissenschaftlerIn entstehen neue interdisziplinäre Studiengänge, die
z.B. Theorie und Praxis, Kunst und Forschung oder
Theater und Performance Art miteinander in Verbindung bringen. Der KammerCampus bringt sie zusammen und verspricht einen interessanten Austausch und
spannende Diskussionen. KammerCampus #6 findet
rund um die Aufführungen von „The Greatest Show
on Earth“ statt und bringt Studierende verschiedener
Zirkus-, Performance- und Tanzausbildungen zusammen. Beim KammerCampus #7 treffen sich anlässlich
des Festivals „Borderlines“ Dozierende aus Mexiko
und Deutschland, die an der Schnittstelle von Lehre,
Forschung und Theaterpraxis arbeiten, zu einem Austausch in München.
FÜR S
eden Monat gibt es eine Exkursion durch die Münchner Kammerspiele. Erforscht werden die internen
Abläufe von der Konzeption bis zur Inszenierung. Die
Exkursion startet auf einer Probebühne, durchläuft die
Werkstätten und endet auf der Bühne der Kammer 1
(Schauspielhaus).
ie entscheidenden Gespräche finden häufig in der
Küche statt. Gar nicht unbedingt beim Essen selbst,
sondern eher bei dessen Zubereitung. Beim Schnibbeln
und Brutzeln, während der Gewürz- und Zutatensucherei. Entscheidend wiederum für uns ist, wie es Ihnen mit
unserer Arbeit ergeht: Mit den Inszenierungen und Themenschwerpunkten, mit den Stücken der freien Gruppen, der Kammerflat oder den Mix-Getränken in der
Bar. Also wollen wir zusammen kochen und essen und
reden. Haben Sie schon jetzt einen Gruß an die Küche?
Wir sammeln Ihre Fragen vorab:
[email protected]
Several times a year the
Münchner Kammerspiele
will become an interdisciplinary lab for students:
On four long weekends
young theater talents will
experiment with discussion
formats and new types of
presentation, visit eminent
performances and meet
with German and international artists. Practitioners
will encounter theoreticians, aesthetes will bump
into activists and performers-to-be will make contact
with critics-to-be.
130 131
S
tudierende, SchülerInnen und Auszubildende bis 30
Jahre zahlen einmalig 80 Euro und gehören damit
zum Club: Ihr könnt Euch bei fast allen Veranstaltungen (außer Konzerten und Premieren) auf die Gästeliste
setzen lassen oder einfach spontan vorbei kommen –
solange der Vorrat reicht.
Karten können bereits einen Tag vor dem regulären
Vorverkaufsbeginn gebucht werden. Die Karte ist ein
Kalenderjahr lang gültig. Bei Verlust ist eine Ersatzkarte für 10 Euro erhältlich.
Die KAMMERFLAT gibt es direkt an unserer Theaterkasse in
der Maximilianstraße 28, telefonische Bestellung unter
089 / 233 966 00 oder per Fax unter 089 / 233 966 05.
80 Euros for one year Kammerspiele. Students, pupils and
trainees of up to 30 years old pay a one-time fee of 80 Euro
and become members of the club: They can request to be put
on the guest list for almost all performances at the Münchner Kammerspiele or pass by on the spur of the moment and
pick up a ticket – while stocks last. (Not included: concerts
and premieres).
Tickets can be booked already one day prior to the regular
beginning of advance ticket sales. The card is valid for one
year. In the event of loss a replacement card is available at 10
Euro. You can get the KAMMERFLAT directly at our box office
on Maximilianstraße 28; you can place your order by phone
at +49/89 / 233 966 00 or by fax at +49/89 / 233 966 05.
FÜR NUR 80 EURO 300 TAGE IM JAHR
IN DIE KAMMERSPIELE GEHEN!
132 133
KAMMER 4 YOU
FÜR KINDER UND
JUGENDLICHE
FÜR SCHULEN
FÜR LEHRERINNEN
UND LEHRER
KAMMERKLICKE
OSTERCAMP # 2 – TAUSCHEN UND TEILEN
KAMMERCLUB
THEATERKONFERENZ
J
ugendliche zwischen 14 und 21 richten sich in den
Kammerspielen ein, um dort Theater zu machen.
Sie greifen auf alle Ressourcen des Theaters zu, feiern
Feste, zerren die privatesten Momente an die Öffentlichkeit, üben sich in lustvollem Scheitern und überlassen alles dem Zufall. Sie erarbeiten sich Kompetenzen
in den verschiedensten Bereichen des Theaters, wie
Schauspiel, Regie, Ausstattung, Licht-, Ton- und Videotechnik. Unterstützung bekommen sie von den Profis. Dieses Angebot ist eine Kooperation mit dem Verein
für Sozialarbeit und richtet sich an Jugendliche aus betreuten Wohngruppen, mit und ohne Fluchterfahrung.
I
n den Osterferien laden wir wieder 100 Kinder und
Jugendliche dazu ein, für fünf Tage das Stadttheater
zu besetzen. Gecoacht von Künstlerinnen und Künstlern wird das Thema „Tauschen und Teilen“ ins Visier
genommen. Recherche ist angesagt! Informationen über
alternative Besitzmodelle werden eingeholt. Das angehäufte Wissen wird weitergedacht, radikal auf sich
selbst bezogen und in eine künstlerische Form gebracht.
Es wird getanzt, performt, gekämpft, gesungen, spekuliert und visioniert und bei der abschließenden Werkschau auf einer Bühne der Kammerspiele vor Publikum
präsentiert.
F
ür einen Monat laden wir eine Schule dazu ein, eine
temporäre Partnerschaft mit einem Künstlerkollektiv
einzugehen. In der Dachkammer begibt sich das, um die
Schülerinnen und Schüler erweiterte Kollektiv auf intensive Entdeckungsreise. Vier Wochen lang verbringen
die Jugendlichen einen Teil ihres Unterrichts im Theater. Gemeinsam mit den Künstlerinnen und Künstlern
forschen sie zu aktuellen Themen und performativen
Formen und führen einen Dialog auf Augenhöhe. Es
entstehen Geschichten, Musikstücke, Bühnenbilder,
Szenen, Videos oder Choreographien, die am Ende des
Monats präsentiert werden.
I
Young people between 14 and 21 years of age set up at the
Kammerspiele to create theater. Supported by professionals,
they develop competences in a wide variety of theatrical
fields, such as drama, directing, dramaturgy, set design,
light, sound and video technology. This offering is a cooperation with the Association for Social Work and is particularly adressed to young people with reduced access to education, training and jobs.
During the Easter holidays, 100 children and youngsters
will invade the theater for five days and occupy rehearsal
stages and workshops. Coached by artists, scientists and
experts, they will gather material and turn it into an artistic
form that will be presented to the public. The topic of Easter
Camp #2 will be „swapping and sharing“.
For one month we invite a school to enter into a temporary
partnership with a collective of artists. Together they research
current topics and types of performances. They engage in a
dialog at eye-level. This interaction results in stories, muscial
pieces, stage-sets, videos and choreographies which are presented at the end of the month.
The tension which exists between text and production is under examination. We are looking for material for theater and
school. A joint theater visit puts the finishing touch to the
meeting.
Mit freundlicher Unterstützung der Fondation d'entreprise Hermès.
TUSCH
D
We take a mobile information booth to a school and
invite young people to engage in theater and performance.
TUSCH – "Theatre and School" is a project to promote cultural and aesthetic education at Munich schools. It serves
to establish ongoing and sustainable partnerships between
Munich schools and theatres.
Elke Bauer, Anne Schulz
[email protected]
PREMIERENKLASSE
heater und Schule“ ist ein Projekt zur Förderung
kultureller und ästhetischer Bildung an Münchner
Schulen. Etabliert werden kontinuierliche und nachhaltige Partnerschaften zwischen Münchner Schulen
und Theatern. Die Münchner Kammerspiele gehen
Partnerschaften mit Schulen ein, an denen Theater
im Rahmen des Unterrichts stattfindet: die LudwigThoma-Realschule in Berg am Laim und das AlbertEinstein-Gymnasium in Harlaching. Eine Kooperation
des Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und
Kultus, des Referats für Bildung und Sport München
und Münchner Theatern.
KONTAKT KAMMER 4 YOU
„T
FÜR SCHULKLASSEN
ie Schülerinnen und Schüler der Premierenklasse wissen als Erste was gespielt wird.
Sie begleiten den Entstehungsprozess einer Inszenierung. Sie treffen Künstlerinnen und Künstler zum Konzeptionsgespräch und erhalten Einblicke in die zu Grunde
liegenden Ideen für Regie, Bühne und Kostüm. Sie lernen die Abläufe am Theater
kennen und besichtigen die Räumlichkeiten, die Probebühne, die Werkstätten und die
Bühne. Die Premierenklasse besucht Proben und kommt mit den beteiligten Schauspielerinnen und Schauspielern ins Gespräch. Abschluss ist der gemeinsame Besuch
der Aufführung.
m Reclamheft steht „Wald“ und auf der Bühne steht ein
Stuhl. Untersucht wird das Spannungsfeld zwischen
Text und Inszenierung. Gesucht wird nach Stoff für
Theater und Schule. Dabei soll die Differenz zwischen
Lektüre und Aufführung Inspiration für eine vertiefende
Auseinandersetzung sein, die neue Perspektiven eröffnet.
Der gemeinsame Theaterbesuch und das sich anschließende Kantinengespräch beschließen das Treffen. Die
„Theaterkonferenz“ ist eine Kooperation mit dem Pädagogischen Institut München und wird als Lehrerfortbildung anerkannt und bescheinigt.
JELENA KULJIĆ, HASSAN AKKOUCH, KATJA BÜRKLE
HASSAN AKKOUCH, KATJA BÜRKLE, JELENA KULJIĆ
ENSEMBLE
136 137
THOMAS HAUSER, BRIGITTE HOBMEIER
ENSEMBLE
138 139
SAMOUIL STOYANOV, JOCHEN NOCH
ENSEMBLE
140 141
ENSEMBLE
ANNETTE PAULMANN, JOCHEN
142 NOCH
143
JELENA KULJIĆ, HASSAN AKKOUCH, ANNETTE PAULMANN, THOMAS HAUSER
ENSEMBLE
144 145
146 147
MAJA BECKMANN, PETER BROMBACHER, STEFAN MERKI
ENSEMBLE
148 149
PETER BROMBACHER, MAJA BECKMANN, STEFAN MERKI, FRANZ ROGOWSKI, DAMIAN REBGETZ
ENSEMBLE
150 151
SAMOUIL STOYANOV, NIELS BORMANN, GUNDARS ĀBOLIŅŠ, WALTER HESS
152 153
BRIGITTE HOBMEIER, WIEBKE PULS, WALTER HESS
ENSEMBLE
154 155
JOCHEN NOCH, THOMAS SCHMAUSER, ANNA DREXLER
ENSEMBLE
156 157
PETER BROMBACHER, JOCHEN NOCH
ENSEMBLE
158 159
JULIA RIEDLER
ENSEMBLE
160 161
ENSEMBLE
162 163
CHRISTIAN LÖBER
JULIA RIEDLER, THOMAS SCHMAUSER, JOCHEN NOCH
ENSEMBLE
164 165
JELENA KULJIĆ, HASSAN AKKOUCH, PATRICK WASCHKAWITZ (BÜHNENTECHNIKER)
ENSEMBLE
166 167
MICHAEL PARKER (BÜHNENTECHNIKER), HASSAN AKKOUCH, JELENA KULJIĆ , THOMAS FRÖSCHL (BÜHNENTECHNIKER)
NEUPRODUKTION
WIEBKE
PULS
170 171
VICE
SERVIC
172 173
MITARBEITERINNEN UND
MITARBEITER 2016/17
ENSEMBLE UND GÄSTE
SERVICE
SERVICE
Gundars Ābolin, š
Hassan Akkouch
Maja Beckmann
Thorbjörn Björnsen
Jan Bluthardt
Niels Bormann
Zeynep Bozbay
Paul Brody
Peter Brombacher
Katja Bürkle
Gonzalo Cunill
Johannes Geller
Marie Goyette
Anna Drexler
Daniel Dorsch
Thomas Hauser
Walter Hess
Brigitte Hobmeier
André Jung
Manal Khader
Hans Kremer
Jelena Kuljić
Johan Leysen
Christian Löber
Daniel Lommatzsch
Lina Majdalanie
Oliver Mallison
Stefan Merki
Rabih Mroué
Jochen Noch
Annette Paulmann
Peaches
Gerhard Polt
Wolfgang Pregler
Wiebke Puls
Damien Rebgetz
Julia Riedler
Franz Rogowski
Mahin Sadri
Steven Scharf
Hildegard Schmahl
Thomas Schmauser
Hannah Schutsch
Sylvana Seddig
Maximilian Simonischek
Nurit Stark
Samouil Stoyanov
Anna Maria Sturm
Ivana Uhlířová
Çiğdem Teke
Edmund Telgenkämper
Marie Rosa Tietjen
Mona Vojacek-Koper
Christoph, Karl und
Michael Well
Michael Wilhelmi
Yuka Yanagihara
DRAMATURGIE
INTENDANZ
GÄSTE
Matthias Lilienthal
INTENDANT
Leonie Kusterer
ASSISTENTIN DES INTENDANTEN
Anne Pöhlmann
KÜNSTLERISCHE PRODUKTIONSLEITUNG
Juliane Hahn
Benjamin von Blomberg
CHEFDRAMATURG
Katinka Deecke
Johanna Höhmann
Tarun Kade
DRAMATURGEN
Manon Haase
DRAMATURGIEASSISTENTIN
Malte Ubenauf
Imanuel Schipper
Bastian Zimmermann
MUSIK UND FREIE GRUPPEN
Christoph Gurk
KURATOR
N.N.
FSJ KULTUR PRODUKTION / SCHWERPUNKT
MUSIKPROGRAMM
MITARBEITERIN KÜNSTLERISCHE PRODUKTIONSLEITUNG
Maja Polk
GASTSPIELE UND PROJEKTE
N.N.
LEITUNG DEVELOPMENT
GESCHÄFTSFÜHRENDE DIREKTION
Oliver Beckmann
GESCHÄFTSFÜHRENDER DIREKTOR
Birgit Weindl
BÜROLEITERIN
Christina Stroh
KÜNSTLERISCHES VERTRAGSRECHT
KÜNSTLERISCHES BETRIEBSBÜRO
Martina Taube-Jedryas
KÜNSTLERISCHE BETRIEBSDIREKTORIN
Irene Therese Tutschka
KOMMUNIKATION
Katrin Dod
LE ITERIN KOMMUNIKATION, PRESSESPRECHERIN
Janina Pauls
STELLV. LEITERIN KOMMUNIKATION, MARKETING UND
ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
Lisa Mayerhöfer
ONLINE-REDAKTION
Annika Reiter
GRAFIKERIN
N.N.
FSJ KULTUR
KAMMER 4 YOU
Elke Bauer
Anne Schulz
N.N.
DISPONENTIN
FSJ KULTUR
Katharina Reiners
Verena Schmidt
INSZENIERUNG / ARBEITEN VON
MITARBEITERINNEN
N.N.
FSJ KULTUR
Christopher Rüping
Nicolas Stemann
(HAUSREGISSEURE)
ausbau.sechs
Björn Bicker
Alexander Giesche
Gob Squad
Julien Gosselin
Malte Jelden
Susanne Kennedy
Anna Konjetzky
Amir Reza Koohestani
Andreas Kriegenburg
Anna-Sophie Mahler
Christoph Marthaler
David Marton
Ersan Mondtag
Rabih Mroué
Toshiki Okada
Thomas Ostermeier
Peaches
Stefan Pucher
Philippe Quesne
Damian Rebgetz
Yael Ronen
Rimini Protokoll
Felix Rothenhäusler
She She Pop
Johan Simons
Simon Stone
Jossi Wieler
Oliver Zahn
Zentrum für Politische
Schönheit
REGIEASSISTENZ
Verena Regensburger
Anta Helena Recke
Yana Thönnes
Lulu Tikovsky
GAST
MUSIK / SOUNDDESIGN
Max Andrzejewski
Guillaume Bachelé
Julia Selina Blank/Junges
Vokalensemble München
Santiago Blaum
Bendix Dethleffsen
Daniel Dorsch
Stefan Gregory
Christoph Hart
Mathias Susaas Halvorsen
Sir Henry
Manuel Horstmann
Richard Janssen
Michael Koohestani
Matthias Krieg
Thomas Kürstner und
SERVICE
S
174 175
Sebastian Vogel
Jeff McGory
Carl Oesterhelt
Nils Ostendorf
Maarten Schumacher
Wolfgang Siuda
Volkan Türeli
Christopher Uhe
Christoph, Karl und
Michael Well
Lars Wittershagen
MUSIKER
Sachiko Hara
Anno Kesting
Manfred Manhart
Alissa Rossins
Andrjej Slota
Petra Slottova
Miriam Ströher
Maximilian Strutynski
Stephan Wirth
AUSSTATTUNG
Ingken Benesch
Duri Bischoff
Tabea Braun
Rainer Casper
Marysol del Castillo
Barbara Ehnes
Amit Epstein
Nadia Fistarol
Sandra Fox
Christian Friedländer
Sina Barbra Gentsch
Lotte Goos
Dominic Huber
Pola Kardum
Romy Kießling
Andreas Kriegenburg
Pascale Martin
Jonathan Mertz
Rabih Mroué
Henriette Müller
Ralph Myers
Mitra Nadjmabadi
Lena Newton
Katrin Nottrodt
Jonas von Ostrowski
Johanna Perret
Bettina Pommer
Philippe Quesne
Anja Rabes
Ramona Rauchbach
John Renaud/Mundi
Thu Trang Schaad
Anna Maria Schories
Lene Schwind
Matthias Singer
Elke von Sivers
Andrea Schraad
Lea Søvsø
Caroline Tavernier
Teresa Vergho
Nina Wetzel
Annabelle Witt
Katrin Wolfermann
VIDEO
Jérémie Bernaert
Roderik Biersteker
Miles Chalcraft
Meika Dresenkamp
Sebastian Dupouey
Benjamin Krieg
Claudia Lehmann
Pierre Martin
Ute Schall
Florian Schaumberger
Bert Zander
AUSSTATTUNGSASSISTENZ
Marie Häusner
Sophia May
Aleksandra Pavlović
Veronika Schneider
Katharina Schütz
INSPIZIENZ
Jürgen Cleffmann
Lutz Müller-Klossek
Stefanie Rendtorff
Barbara Stettner
SOUFFLEUSEN UND SOUFFLEURE
Sandra Petermann
Joachim Wörmsdorf
STATISTERIE
Irene Therese Tutschka
LEITERIN
TECHNISCHE DIREKTION
Klaus Hammer
TECHNISCHER DIREKTOR
Richard Illmer
TECHNISCHER LEITER
Fabian Iberl
BETRIEBSINGENIEUR UND STELLVERTRETENDER
WERKSTÄTTENLEITER
Daniel Prütz
Julia Schröder
ASSISTENTEN DER TECHNISCHEN DIREKTION
Fiona Hamann
Julia Pfänder
OFS VERANSTALTUNGSTECHNIK
AUSZUBILDENDE
Diana Dorn
Fabian Kraxenberger
Friederike Rückauf
Claudio Zeeb
VERANSTALTUNGSTECHNIK
Janna Körber
Wenche Linnerud
KOSTÜMABTEILUNG
Marleen Johow
TAPEZIEREREI
BÜHNE
Hans-Björn Rottländer
Josef Hofmann
BÜHNENOBERMEISTER
Dieter Böhm
Oliver Cagran
Trevor Nelthorpe
BÜHNENMEISTER
Michael Aguirre
Thomas Aichinger
Manuel Balog
Josef Baumgartner
Frank Beyer
Sami Bilir
Richard Bobinger
Andreas Böheim
Arcangelo Contento
Massimo Contento
Pasquale Contento
Ernes Dzinovic
Florian Eder
Hans Erbert
Peter Friedel
Thomas Fröschl
Axel Gäbel
Michael Hellenbarth
Wolfgang Klöckner
Michael Lehr
Martin Maier
Frank Matterne
Andreas Merkl
Errol Müllritter
Michael Parker
Hans Patschorke
Ludwig Riedl
Patrick Rummel
Rudolf Sailer
Martin Schall
Maria Sperl
Thomas Spiegler
Kay Stenzel
Florian Thoma
Sebastian Wächter
Patrik Waschkawitz
Peter Weidenthaler
Volker Wiltsch
BÜHNENMASCHINERIE
Ulrich Heyer
LEITER
Gerhard Fritzsche
Thomas Grill
Florian Obermeier
Michael Preußer
Stephan Preußer
Le Siedsma
Sophia Stainer
Stefan Wickop
BELEUCHTUNG
Christian Schweig
LEITER
Jürgen Tulzer
STELLVERTRETENDER LEITER
Alexander Stainer
Peter Weberschock
Horst Weißmann
Wolfgang Wiefarn
Rupert Zech
BELEUCHTER
Jürgen Kulisch
Gerd Heier
Josef Weberschock
HAUSELEKTRIK
TON
Wolfram Schild
LEITER
Johann Jürgen Koch
STELLVERTRETENDER LEITER
Viola Drewanz
Brigitte Fischer
Christel Franz-Hennessy
Robert Göing
Christine Söring
Martin Sraier-Krügermann
Katharina Widmaier-Zorn
N.N.
FSJ KULTUR
VIDEO
Nicolas Hemmelmann
LEITER
Egon Schweiger
STELLVERTRETENDER LEITER
Jens Bassfeld
Ikenna Okegwo
Dirk Windloff
N.N.
Stephan Mariani
Stefan Schmid
Peter Schultheiss
N.N.
FSJ KULTUR
BELEUCHTUNGSMEISTER
Julia Molloy
Michael Barth
Nicolas Boden
Robert Borkner
Daniel Capellino
Tankred Friedrich
William Grüger
Christian Kosmale
Max Kraußmüller
Sebastien Lachenmaier
Christian Mahrla
Charlotte Marr
Michael Pohorsky
Falko Rosin
Klaus Saller
REQUISITE
Stefan Leeb
LEITER
STELLVERTRETENDE LEITERIN
Daniel Bittner
Klaus Dorstewitz
Dagmar Dudzinski
Robert Herrmann
Manuel Kößler
Heidemarie Sänger
Anette Schultheiß
Sabine Schutzbach
Wolfgang Staudinger
N.N.
KOSTÜMABTEILUNG
WERKSTÄTTENLEITUNG
BETRIEBSINSPEKTION
LEITERIN
LEITER
LEITER
Edeltraud Reislhuber
Adrian Bette
Robert Grünbeck
STELLVERTRETENDE LEITERIN
KONSTRUKTEUR
STELLVERTRETENDER LEITER
DAMENSCHNEIDEREI
MALSAAL UND THEATERPLASTIK
Beatrix Türk
Doris Kugler
Rainer Bernt
Evi Eschenbach
GEWANDMEISTERIN
LEITERIN
Tanja Hellgermann
Monika Ising
Arite Pissang
Bettina Raab
Marija Ruzic
Barbara Schmitt
Marte Spiekermann
Angelika Stingl
Julia Stingl
Jessica Watermann
Peter Weinmann
MASSSCHNEIDERINNEN, ANKLEIDERINNEN
STELLVERTRETENDER LEITER
Oliver Freitag
Jeanette Raue
Frederic Sontag
Ingrid Weindl
THEATERMALER/INNEN
Gabriele Obermaier
THEATERPLASTIKERIN
SCHREINEREI
Hannes Zippert
LEITER
HERRENSCHNEIDEREI
Andreas Eisenhofer
Christine Neudecker
GEWANDMEISTER/IN
Gabriele Andrä
Andreas Biberger
Bernd Canavan
Friederike Diemer
Petra Dziak
Pavla Engelhardtova
Melanie For
Sandra Janas
Selina Lieb
Theresia Nachtmann
Fabiola Schiavulli
Leonhard Schlittenbauer
Simon Staron
Gunther Weichslgartner
MASSSCHNEIDER/INNEN, ANKLEIDER/INNEN
MASKE
Brigitte Frank
LEITERIN
Raimund Richar-Vetter
STELLVERTRETUNG
Miriam Funck
Sylvia Janka
Elvira Liesenfeld
Caroline Montfort
Tommy Opatz
Katharina Pade
Sofie Reindl
Nicola Richter
Marisa Schleimer
Sylvia Wollmann
Susanne Dölger
STELLVERTRETENDE LEITERIN
Michael Buhl
Josef Friesl
Stefan Klodt-Bussmann
Clemens Künneth
Wolfgang Mechmann
Sebastian Nebe
Josef Piechatzek
Norbert Strobl
Franz Wallner
SCHLOSSEREI
Peter Weidinger
LEITER
Fritz Würzhuber
STELLVERTRETENDER LEITER
Jürgen Goudenhooft
TAPEZIEREREI
Gundula Diener
LEITERIN
Christian Petzuch
STELLVERTRETENDER LEITER
Bettina Grabmair
Guntram von Loeffelholz
Christian Biersack
Siegfried Gratz
Axel Lehmann
Alexander Thielemann
Werner Weiherer
CONTROLLING UND INNENREVISION
Gabriele Weber-Hobeth
LEITERIN
Leopold Schandroch
VERTRIEB UND ZENTRALE AUFGABEN
Matthias Jörg
LEITER
THEATERKASSE
Heidi Oram
LEITERIN
Pia Weidner-Bohnenberger
STELLVERTRETENDE LEITERIN
Helmut Höß
Cornelia Mihm
Irmgard Streitel
Theresia Wick
IT-SERVICE
Vinzenz Brandtner
LEITER
Christian Schuster
FOYER UND ZENTRALE DIENSTE
Walter Neubert
LEITER
Sigrid Dervieux
STELLVERTRETENDE LEITERIN
Jürgen Danneberg
Gerold Fleischer
Bakary Fofana
Helga Lenz
Jürgen Wächter
VERWALTUNG, PERSONAL UND
ORGANISATION
Christine Maaß
LEITERIN
Barbara Schlemer
STELLVERTRETENDE LEITERIN
PERSONALBÜRO
Barbara Schlemer
STELLV. ABTEILUNGSLEITERIN
Cornelia Engl
Helga Förster
Petra Gottlob
Christina Köpf
N.N.
GAGEN- UND ENTGELTBUCHHALTUNG
Anita Holzinger
LEITERIN
Edith Schmid
Katrin Schuster
FINANZEN
Stefan Stettner
LEITER
RECHNUNGSWESEN
Robert Kulynycz
LEITER UND STELLV. ABTEILUNGSLEITER FINANZEN
FINANZBUCHHALTUNG
Maria Dorscht
LEITERIN
Richard Mlynarz
Werner Sager
MATERIALWIRTSCHAFT
Günther Oeder
LEITER
Thomas Brunner
Franz-Michael Glas
Helmut Schneidereit
PERSONALRAT
Ulrich Grether
VORSITZENDER
Robert Kulynycz
Julia Molloy
STELLVERTRETER/IN
Tankred Friedrich
Robert Hermann
Andreas Merkl
Richard Mlynarz
Marija Ruzic
Katrin Schuster
SCHWERBEHINDERTENVERTRETUNG
Richard Młynarz
STELLVERTRETUNG
LIEBE THEATERFREUNDE!
176 177
D
ie Münchner Kammerspiele sind immer ein wichtiges Theater gewesen, manchmal ein aufregendes,
derzeit ein umstrittenes, aber immer eines, das sich von
anderen unterscheidet! Der Förderverein der Münchner
Kammerspiele wurde 1977 zur Förderung des Theaters
gegründet und begleitet seitdem das Theaterleben an
den Münchner Kammerspielen. Mit dem Intendanten
Matthias Lilienthal sind wir der großen weiten Welt
nun noch einen Schritt näher gekommen. Er stellte uns
in seiner ersten Spielzeit als Intendant Schauspieler,
Künstler und auch freie Theatergruppen aus der ganzen Welt auf den Bühnen von Kammer 1, 2 und 3 vor
und bereichert und konfrontiert uns mit völlig neuen
Denkansätzen, Lebenswelten und Bühnensituationen!
Nächste Spielzeit zum Beispiel mit einem Mexiko-Festival im November!
Als Mitglied des Fördervereins der Münchner Kammerspiele genießen Sie viele Vorteile, die anderen
Theaterfans kaum zugänglich sind: zwei Tage vor dem
offiziellen Vorverkaufsstart haben Sie die Möglichkeit,
sich Ihre Karten zu sichern. Zudem sind Mitglieder
des Fördervereins eng in die Aktivitäten des Theater
eingebunden. Dazu gehören kostenlose Probenbesuche, Gespräche mit der Theaterleitung und den Dramaturgen sowie Begegnungen mit Schauspielern nach
den Jahresversammlungen. Eine jährliche Recherche- oder Gastspiel-Reise mit der Theaterleitung ins
In- oder Ausland gehört außerdem zu den Highlights.
Das Engagement des Fördervereins drückt sich nicht
zuletzt in der Verleihung eines Förderpreises an junge
Künstler des Theaters aus.
Beteiligen Sie sich aktiv am Geschehen und Leben der
Münchner Kammerspiele!
Mit Ihrem Beitrag und Ihrer Spende will der Verein
den Münchner Kammerspielen zur Mithilfe bei der
Finanzierung von Projekten ungewöhnlicher Art, zu
Gastspielen wichtiger deutscher und ausländischer
Theater, zu mehr Gastspielen der Münchner Kammerspiele, verhelfen.
Den Freunden der Kammerspiele ist es wichtig, kein
exklusiver Club zu sein!
Es sollen sich in ihm möglichst viele Freunde, auch die
kritischen, versammeln.
Der geringe Beitrag soll vielen ermöglichen mitzumachen und sich zu engagieren, die Höhe von Spenden ist
natürlich nach oben offen!
Selbstverständlich arbeitet der gesamte Vorstand ehrenamtlich, damit jeder Betrag dem Zweck des Vereins,
der Förderung der Münchner Kammerspiele, zugutekommt!
Der Verein ist außerdem gemeinnützig und stellt eine
steuerlich absetzbare Spendenbescheinigung aus.
Ihr
Peter Haslacher
VORSITZENDER DES VEREINS ZUR FÖRDERUNG DER MÜNCHNER KAMMERSPIELE E.V.
Damit der Verein seine Aufgabe sinnvoll erfüllen kann,
bitten wir um Spenden in der nachgenannt empfohlenen
Höhe. Großzügigere Spenden sind herzlich willkommen!
KONTAKT
Jeannette Ahrens
Eschenstraße 16
82110 Germering
089 / 454 194 42 / Fax -43
[email protected]
EINZELMITGLIED
EHRPAARE / PARTNER
FIRMENMITGLIEDER
JUNGE MITGLIEDER (BIS 30 JAHRE)
JAHRESBEITRAG IN EUR
20
30
50 10
ERWÜNSCHTE SPENDE IN EUR
60
90
150
30
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ABONNEMENT 2016/17 ABONNEMENT 2016/17
ABONNENTEN HABEN VORTEILE
- Alle wichtigen Inszenierungen sehen
- Einladung zu exklusiven Abo-Veranstaltungen
- Freier Eintritt zu allen Einführungen und
Künstlergesprächen
- Feste Platzreservierung in der Kammer 1 (Schauspielhaus)
- Karten vor dem offiziellen Vorverkaufsbeginn kaufen
- 30% Ermäßigung auf zusätzliche Karten
- Ermäßigung auch im Thalia Theater Hamburg,
im Burgtheater Wien und im Schauspielhaus Zürich
- Übertragbarer Abo-Ausweis
- MVV inklusive
ABO-ANGEBOTE 2016/17
Die 6 bzw. 7 wichtigsten Inszenierungen für Sie ausgewählt
PREMIEREN-ABO
5 Premieren in der Kammer 1 (Schauspielhaus), 1 Premiere
in der Kammer 2 (Spielhalle) oder Kammer 3 (Werkraum)
(kann ggf. auch die 2. Vorstellung in der Kammer 2 oder
3 beinhalten)
PLATZKATEGORIE 1
PLATZKATEGORIE 2
PLATZKATEGORIE 3
PLATZKATEGORIE 4
224 EUR
189 EUR
154 EUR
119 EUR
AVANTGARDE PREMIEREN-ABO
3 Premieren in der Kammer 1 (Schauspielhaus)
3 Premieren in der Kammer 2 (Spielhalle) / in der Kammer 3
(Werkraum) (kann ggf. auch die 2. Vorstellung in der
Kammer 2 oder 3 beinhalten)
PLATZKATEGORIE 1
PLATZKATEGORIE 2
PLATZKATEGORIE 3
PLATZKATEGORIE 4
180 EUR
159 EUR
138 EUR
117 EUR
ZWEITAUFFÜHRUNGS-ABO
6 Vorstellungen in der Kammer 1 (Schauspielhaus)
PLATZKATEGORIE 1
PLATZKATEGORIE 2
PLATZKATEGORIE 3
PLATZKATEGORIE 4
222 EUR
186 EUR
150 EUR
114 EUR
ABO-KLASSIKER
6 Vorstellungen in der Kammer 1 (Schauspielhaus)
1 Vorstellung in der Kammer 2 (Spielhalle) / in der
Kammer 3 (Werkraum)
jeweils an einem von Ihnen ausgewählten Wochentag
PLATZKATEGORIE 1
PLATZKATEGORIE 2
PLATZKATEGORIE 3
PLATZKATEGORIE 4
171 EUR 146 EUR
120 EUR 95 EUR
ABO FÜR MENSCHEN MIT BEHINDERUNGEN
(mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50)
6 Vorstellungen in der Kammer 1 (Schauspielhaus)
1 Vorstellung in der Kammer 2 (Spielhalle) / in der
Kammer 3 (Werkraum)
jeweils an einem von Ihnen ausgewählten Wochentag
PLATZKATEGORIE 1
PLATZKATEGORIE 2
PLATZKATEGORIE 3
PLATZKATEGORIE 4
140 EUR
119 EUR
98 EUR
77 EUR
NACHMITTAGS-ABO
4 Vorstellungen in der Kammer 1 (Schauspielhaus)
sonntags um 15 Uhr
PLATZKATEGORIE 1
PLATZKATEGORIE 2
PLATZKATEGORIE 3
PLATZKATEGORIE 4
ZUSÄTZLICHER JUGENDPLATZ IN DEN PLATZKATEGORIEN 1 BIS 4
JUNGES ABO
95 EUR
78 EUR
64 EUR 48 EUR
28 EUR (BIS 18 JAHRE)
Das flexible Abo für alle bis 30 Jahre: Sechs Vorstellungen freier Wahl für 29 € (Gilt in den Platzkategorien 3
- 5 sowie an der Abendkasse auf den besten verfügbaren
Plätzen).
ABO-VORTEILE
PROGRAMM UND ABO-VORSTELLUNGEN
Intendant Matthias Lilienthal und sein künstlerisches
Team stellen Ihnen exklusiv den neuen Spielplan in der
Abo-Konferenz vor. Die für das Abo geplanten Inszenierungen werden zu Spielzeitbeginn per Brief bekannt
gegeben (Änderungen vorbehalten).
BEKANNTGABE ABO-TERMINE
Die Abo-Termine in der Kammer 1 (Schauspielhaus)
stehen zum Spielzeitbeginn bereits für die erste Hälfte
der Spielzeit fest und werden per Brief bekannt gegeben.
Ende Januar folgen die restlichen Termine. Die Abo-Termine in der Kammer 2 (Spielhalle) und in der Kammer
3 (Werkraum) werden mit dem Monatsspielplan sowie
unter www.kammerspiele.de/abo veröffentlicht.
ABO-AUSWEIS IST EINTRITTSKARTE UND MVV-TICKET
Der Abo-Ausweis gilt am Tag des Abo-Aufrufs als Eintrittskarte und als MVV-Ticket für die Hin- und Rückfahrt im gesamten MVV-Gebiet. Der Abo-Ausweis ist
übertragbar und kann für die Abo-Aufrufe weiter gegeben werden. Außerdem erhalten Sie damit freien
Eintritt zu allen Einführungen sowie Publikums- und
Künstlergesprächen. Bei Verlust des Abo-Ausweises erhalten Sie für 5 Euro einen Ersatzausweis. Bei Nichterscheinen zu Vorstellungsbeginn verfällt der Anspruch
auf Sitzplatz und Einlass.
VORGEZOGENER VORVERKAUF
Für AbonnentInnen beginnt der Vorverkauf einen Tag
vor dem regulären Verkaufsstart, in der Regel am 2. eines
Monats für das Programm des Folgemonats.
ABO-ERMÄSSIGUNG
Mit dem Abo sparen Sie bis zu 40 % gegenüber dem
Normalpreis. Für weitere Vorstellungen können Sie
mit dem Abo-Ausweis Karten zu 30 % Ermäßigung
für sich kaufen. Diese Karten sind personalisiert und
nur in Verbindung mit dem Abo-Ausweis gültig. Diese Ermäßigung gilt auch im Thalia Theater Hamburg,
im Burgtheater Wien und im Schauspielhaus Zürich.
ABMELDEN DES ABO-TERMINS
Die Abmeldung eines Termins ist kostenlos und bis
zwei Werktage vorher persönlich, schriftlich oder telefonisch möglich. Sie erhalten einen Wertgutschein, den
Sie an der Theaterkasse für einen anderen Termin in
der laufenden Saison einlösen können. Ab der dritten
Abmeldung fällt jeweils eine Bearbeitungsgebühr von 5
EUR pro Platz an.
LAUFZEIT UND VERLÄNGERUNG
Ihr Abo gilt für eine Spielzeit. Wenn Sie AbonnentIn
bleiben möchten, brauchen Sie nichts weiter zu tun. Ihr
Abo verlängert sich automatisch um eine weitere Spielzeit zu den für die neue Spielzeit geltenden Konditionen.
Über Änderungen werden Sie frühzeitig informiert. Das
Abo kann bis zum 31. Mai beidseitig gekündigt werden.
ZAHLUNGSBEDINGUNGEN
Wenn Sie Abonnent geworden sind, senden wir Ihnen
eine Rechnung. Sie können Ihr Abo dann per Überweisung oder an der Tageskasse bezahlen, oder Sie erteilen uns eine Einzugsermächtigung. Sollte die Zahlung
nicht fristgerecht eintreffen, behalten wir uns vor, den
Abo-Platz weiterzugeben.
PERSÖNLICHE BERATUNG
Pia Weidner-Bohnenberger vom Abo-Service ist Ihre
Ansprechpartnerin.
Telefon 089 / 233 966-02
E-Mail: [email protected]
www.kammerspiele.de
180 181
SAALPLAN PARKETT
SAALPLAN BALKON
RECHTS
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REIHE 12
13 12
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16
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REIHE 13
13 12
REIHE 14
15 14
REIHE 15
13 12
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REIHE 16
13 12
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REIHE 17
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REIHE 18
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RE I
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PREISSTUFE IN EURO
K
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KAT. 2
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KAT. 3
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KAT. 4
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KAT. 5 8
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LOGE 6
3
LOGE 5
LM
N
3741 44
3134 37
2527 29
1920 22
9 10
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1
3
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2
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6
LOGE 7
28
2
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LOGE 8
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REIHE 1
23 22
REIHE 2
25 24
REIHE 3
24 23 22
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LOGE 4
LOGE 1
4
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4
LOGE 3
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1
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2
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3
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18
2
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23
4
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A 6 EUR B 9 EUR C 12 EUR D 15 EUR E 19 EUR F 22 EUR G 25 EUR H 28 EUR
A 4 EUR B 5 EUR C–G 6 EUR H–L 7 EUR M–N 8 EUR
WELCHE PREISSTUFE FÜR DIE JEWEILIGEN VERANSTALTUNGEN GILT, ENTNEHMEN SIE BITTE DEM MONATSSPIELPLAN.
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11
2
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REIHE 11
14 13 12
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REIHE 10
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REIHE 9
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REIHE 8
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REIHE 7
14 13 12
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REIHE 5
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REIHE 4
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THEATERCARD
DAS GANZE THEATER ZUM HALBEN PREIS
Alle Vorstellungen der Münchner Kammerspiele auf allen Bühnen 1 Jahr lang für die Hälfte. Ideal für alle, die
häufig ins Theater gehen, flexibel planen und ihr Programm frei wählen wollen. Die Theatercard ist auch als
Geschenk beliebt.
KARTENKAUF
PREISE
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DIE PREISE
Maximilianstraße 28, 80539 München
[email protected]
Telefonservice 089 / 233 966-00
Fax 089 / 233 966-05
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10 – 18 Uhr, Samstag
10 – 13 Uhr
VORVERKAUF
THEATERCARD FÜR 60 EURO
für eine Person
Der Vorverkauf beginnt jeweils am 3. des Monats für den
Spielplan des gesamten Folgemonats. In Ausnahmefällen sind auch längere Vorverkaufszeiträume möglich.
gelten für den Vorverkauf an unserer Theaterkasse, für
Online-Buchungen im Internet über
www.kammerspiele.de und an der Abendkasse.
Die Garderobengebühr beträgt 1 EURO.
Die THEATERCARD gilt für den Kauf von einer Karte, die
THEATERCARD+ für den Kauf von zwei Karten pro Veranstaltung, Premieren und Sonderveranstaltungen ausgenommen. Karten können Sie bereits einen Tag vor
dem regulären Vorverkaufsbeginn buchen. Die Kombination mit weiteren Ermäßigungen ist nicht möglich.
Die Karte ist 1 Jahr lang gültig. Bei Verlust ist eine
Ersatzkarte für 10 Euro erhältlich.
Mit einer Eintrittskarte für die Münchner Kammerspiele
sind Hin- und Rückfahrt mit dem MVV kostenlos. Die
Hinfahrt ist ab 15 Uhr oder drei Stunden vor Vorstellungsbeginn möglich, die Rückfahrt bis 6 Uhr des Folgetages.
ONLINE-TICKETS
Karten können jederzeit online unter www.kammerspiele.
de im Webshop gekauft werden.
Achtung: Kostenlose Rollstuhl-Plätze können nur über
unsere Theaterkasse gebucht werden.
STUDIERENDE, AUSZUBILDENDE, SCHÜLERINNEN UND SCHÜLER
erhalten Sonderkonditionen (Altersgrenze 30 Jahre).
Kartenkontingente sind auch im Vorverkauf oder über
das Internet verfügbar. Der Einlass ist nur gegen Vorlage
eines gültigen Ermäßigungsnachweises (Schülerausweis etc.) möglich.
VORVERKAUF ÜBER MÜNCHEN TICKET
Alle Karten gibt es auch bei München Ticket und allen
an München Ticket angeschlossenen Vorverkaufsstellen.
Achtung: Preise zuzüglich Vorverkaufs- und Servicegebühr.
Gerne können Sie mit girocard, MasterCard oder Visa
bezahlen.
VERSANDARTEN
Für nur 80 Euro 300 Tage im Jahr in die Kammerspiele
gehen!
Studierende, SchülerInnen und Auszubildende bis 30
Jahre zahlen bei Vorlage eines gültigen Ermäßigungsnachweises (Schülerausweis, Immatrikulationsbescheinigung etc.) einmalig 80 Euro und gehören damit zum
Club: Sie können sich bei fast allen Veranstaltungen der
Münchner Kammerspiele auf die Gästeliste setzen lassen oder einfach spontan vorbei kommen und sich eine
Karte holen – solange der Vorrat reicht.
Karten können bereits einen Tag vor dem regulären
Vorverkaufsbeginn gebucht werden. Die Karte ist 1 Jahr
lang gültig. Bei Verlust ist eine Ersatzkarte für 10 Euro
erhältlich.
Überblick über den Spielplan, Hintergrundinformationen zu Premieren, Repertoire, Extras und vieles mehr –
jeden Monat pünktlich zum Vorverkaufsbeginn in Ihrem
Briefkasten – natürlich kostenfrei. Bestellung unter www.
kammerspiele.de/newsletter-abo/
NEWSLETTER
BARGELDLOSE ZAHLUNG
KAMMERFLAT
Sollten Sie eine Veranstaltung einmal nicht wie geplant
besuchen können, buchen wir Ihre Karten bis spätestens
zwei Werktage vor der Vorstellung innerhalb des laufenden Vorverkaufszeitraums gegen eine Service-Gebühr
von 5 Euro pro Karte gerne um.
MONATSSPIELPLAN
MVV-TICKET INKLUSIVE
THEATERCARD+ FÜR 100 EURO
für zwei Personen
UMBUCHUNG
Eintrittskarten können auch telefonisch oder online bestellt werden.
Wir hinterlegen Ihnen Karten an der Abendkasse für einen Aufpreis von 1,90 Euro oder senden sie gegen eine
Versandpauschale von 3,90 Euro mit der Post.
Auf Wunsch erhalten Sie die Tickets auch kostenfrei per
E-Mail als PDF. Diese [email protected] können Sie
bequem zu Hause ausdrucken. Unsere [email protected] beinhalten natürlich auch das MVV-Ticket für
die Hin- und Rückfahrt.
ABENDKASSE
Restkarten – soweit vorhanden – sind an der Abendkasse erhältlich, die am jeweiligen Spielort eine Stunde vor
Vorstellungsbeginn öffnet.
An der Abendkasse hinterlegte Karten müssen bis spätestens 15 Minuten vor Vorstellungsbeginn abgeholt
werden.
GRUPPENERMÄSSIGUNG
An der Theaterkasse erhalten Sie beim Kauf von 10
Karten einer Vorstellung oder von 16 Karten für mehrere Vorstellungen einen Nachlass von 10 % (ausgenommen sind Preise A und B sowie Sonderveranstaltungen).
Regelmäßige Informationen über das Programm und
besondere Angebote per E-Mail – zu abonnieren unter
www.kammerspiele.de/newsletter-abo/
ONLINE-SPIELPLAN
Unter www.kammerspiele.de finden Sie die Spielplaninformationen stets auf dem letzten Stand, dazu Biografien, Fotos, Texte zur Geschichte des Hauses und aktuelle
Nachrichten. Per Online-Buchung können Sie Ihre Karten
bequem von zu Hause aus kaufen.
BARRIEREFREI
sind ermäßigte Theaterkarten für Einzelveranstaltungen
zu den Konditionen für Studierende erhältlich. Den München-Pass stellen die städtischen Sozialbürgerhäuser aus.
zugänglich sind das Parkett in der Kammer 1 (Schauspielhaus), die Kammer 2 (Spielhalle) und die Kammer
3 (Werkraum). Bei Bewegungseinschränkungen erkundigen Sie sich bitte an der Theaterkasse nach Besonderheiten, z.B. begehbares Bühnenbild.
MENSCHEN MIT BEHINDERUNGEN
FÜR ROLLSTUHLFAHRER
SERVICE UND BARRIEREFREIHEIT
SCHWERHÖRIGE
erhalten gegen Pfand jeweils zur Vorstellung an der
Garderobe drahtlose Kopfhörer oder Induktionsempfänger für Hörgeräte.
MIT MÜNCHEN-PASS
mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50
erhalten einen Preisnachlass von 50 %. Der Einlass ist
nur gegen Vorlage eines Schwerbehindertenausweises
möglich. Begleitpersonen (bei B im Ausweis) erhalten
ebenfalls 50 % Ermäßigung. Für Rollstuhlfahrer ist der
Eintritt kostenlos.
GESCHENKGUTSCHEINE
Verschenken Sie individuelle Gutscheine. Die Gutscheine können für Eintrittskarten, Abonnements, TheaterCards etc. verwendet werden. Das Einlösen ist nur
an unserer Theaterkasse möglich.
stehen spezielle Plätze zur Verfügung, die bei Bedarf
umgerüstet werden. Da nur eine begrenzte Anzahl von
Plätzen zur Verfügung steht, sollten diese spätestens
zwei Tage vor dem Vorstellungstag an unserer Theaterkasse bestellt werden. Achtung: Kostenlose RollstuhlPlätze können nur über unsere Theaterkasse und nicht
online gebucht werden.
SONNTAGSVORSTELLUNGEN
In den Monaten November bis März beginnen die
Sonntagsvorstellungen in der Regel um 18 Uhr. In den
Monaten April bis Oktober um 19 Uhr.
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Premieren
Was folgt
Oper
Gaetano Donizetti La Favorite Karel Mark Chichon — amélie Niermeyer 23 Okt 2016
Dmitri Schostakowitsch Lady MaCbeth voN MzeNsK Kirill Petrenko — harry Kupfer 28 Nov 2016
Gioachino Rossini seMiraMide Michele Mariotti — david alden 12 Feb 2017
Umberto Giordano aNdrea ChéNier omer Meir Wellber — Philipp stölzl 12 Mär 2017
Gian Carlo Menotti the CoNsuL opernstudio der bayerischen staatsoper 28 Mär 2017
Richard Wagner taNNhäuser
Kirill Petrenko — romeo Castellucci 21 Mai 2017
Franz Schreker die GezeiChNeteN
ingo Metzmacher — Krzysztof Warlikowski 01 Jul 2017
Carl Maria von Weber oberoN, KöNiG der eLFeN
ivor bolton — Nikolaus habjan 21 Jul 2017
Ballett
THEATER DER STADT
Yuri Grigorovich — Aram Chatschaturjan sPartaCus 22 Dez 2016
Christopher Wheeldon — Joby Talbot aLiCe iM WuNderLaNd 03 Apr 2017
MüNChNer oPerNFestsPieLe 24 Jun – 31 Jul 2017 baLLettFestWoCheN 03 – 11 Apr 2017
THEATER DER STADT
InformatIon / Karten tageskasse der Bayerischen Staatsoper marstallplatz 5 80539 münchen t +49.(0)89.21 85 19 20 [email protected] www.staatsoper.de
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Casebere
Postwar:
Kunst zwischen
Pazifik und Atlantik,
1945 — 1965
14.10.16 — 26.03.17
Sara
MacKillop
— 12.06.16
Eine
Geschichte
13.05 — 18.09.16
13.05 — 18.09.16
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köstliche Weine sowie bayerische Bier­
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und lassen Sie sich von unserer Küche
und unserem Service verwöhnen.
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