Kapitel 12: Substanzinduzierte Störungen

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Substanzinduzierte Störungen
Substanzabhängigkeit
- Diagnosekriterien nach DSM-IV: mind. 1 Jahr 3 dieser Merkmale:
o Toleranzentwicklung
 Dosissteigerung
 verminderte Wirkung bei gleicher Dosis
o Entzugssymptome
 negative körperl. & psychische Wirkungen bei
Unterbrechung/Verringerung der Dosis
 Substanzeinnahme zur Linderung/Vermeidung der Entzugssymptome
o Einnahme größerer Mengen oder länger als beabsichtigt
o Erkenntnis & erfolglose Versuche der Substanzverringerung
o Zeit zur Substanzbeschaffung & Erholung von Wirkungen
o Aufgabe oder Einschränkung von sozialen, berufl. oder Freizeitaktivitäten
o Fortsetzung des Konsums trotz psychischer oder körperl. Probleme
- Diagnostik von Substanzabhängigkeit mit körperlicher Abhängigkeit bei
Toleranzentwicklung oder Entzugserscheinungen
Substanzmissbrauch
- Kriterien nach DSM-IV: 1 der Merkmale nach wdh. Drogenkonsum:
o Versagen bei wichtigen Verpflichtungen
 Fehlen bei Arbeit
 Vernachlässigen von Kindern
o Körperl. Gefährdung durch Konsum
 Maschinen bedienen / Auto fahren unter Drogeneinfluss
o Konfrontation mit Gesetz
o fortgesetzte soziale oder zwischenmenschliche Probleme
Substanzintoxikation
- Substanzeinnahme
o  Beeinträchtigung des Zentralnervensystems
o  fehlangepasste kognitive & verhaltensbezogene Wirkungen
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Alkoholmissbrauch und –abhängigkeit
Entzugssymptome
- ängstlich, depressiv, schwach, ruhelos
- kann nicht schlafen
- Tremor, besonders der kleinen Muskulatur von Fingern, Gesicht, Augenlieder, Lippen
& Zunge
- beschleunigter Puls
- steigender Blutdruck & Körpertemperatur
Delirium tremens
- relativ selten
- wenn Blutalkoholspiegel plötzlich sinkt
- Merkmale
o Zittern
o getrübtes Bewusstsein
o visuelle, teils auch taktile Halluzinationen
o Fieber
o Desorientierung
o Angst
o Änderung der wesentlichen Körperfunktionen (Paroxysmen)
Toleranzsteigerung
- trotz starkem Trinken keine Anzeichen von Trunkenheit & niedriger
Blutalkoholspiegel
o  Körper verarbeitet Droge effizienter
Polytoxikomanie
- = Konsum von mehr als 1 Droge zur gleichen Zeit
- 80-85% der Alkoholiker = Raucher
-  schwerwiegende Gesundheitsprobleme, da Synergiewirkung
o Interaktion der Wirkungen der einzelnen Substanzen  besonders starke
Reaktion
- Alkohol & Beruhigungsmittel  Suizidmethode
Prävalenz & Komorbidität
- Lebenszeitprävalenz: 20% bei Männern, 8% bei Frauen
- Punktprävalenz in Deutschland: 7-9%
o Männer & 20-44-Jährige ragen heraus
- Komorbiditäten
o Persönlichkeitsstörungen
o affektive Störungen
o Konsum anderer Drogen
o Schizophrenie
o Angst
o bei 25% der Suizide im Spiel
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Verlauf der Störung
- unterschiedliche Trinkmuster
- Frauen fangen später an zu trinken als Männer
o Anlass oft belastende Erfahrung
- Zeitraum zw. Problemtrinken & Alkoholismus bei Frauen kürzer
Kurzzeitwirkungen von Alkohol
- Zwei-Phasen-Wirkung
o bei steigendem Alkoholspiegel stimulierende Wirkung
 Gefühl der Verbundenheit mit anderen & des Wohlbefindens
o bei sinkendem Alkoholspiegel sedierende Wirkung
 Empfindung von mehr negativen Emotionen
- Während Intoxikationsphase
o Beeinträchtigung von
 komplexen Denkprozessen
 motorischer Koordination
 Gleichgewicht
 Sprache
 Sehvermögen
o depressiv
o Abstumpfung gg. Schmerz
- Neurochemische Prozesse
o Alkohol interagiert mit neuronalen Systemen im Gehirn
 Stimulation der GABA-Rezeptoren  Spannungsminderung
 Erhöhung des Serotonin- & Dopaminspiegels  angenehme Wirkung
 Hemmung der Glutamatrezeptoren  kognitive Beeinträchtigungen
Langzeitwirkungen anhaltenden Alkoholmissbrauchs
- Unterernährung
- Amnestisches Syndrom (Korsakow-Syndrom)
o wg. Mangel an Vitaminen des B-Komplexes
o  Konfabulationen
- Leberzirrhose
- Schädigung der endokrinen Drüsen & Bauchspeicheldrüse
- Herzversagen
- Bluthochdruck
- kapillare Hämorrhagien
- Schädigung von Hinzellen
- verminderte Effizienz des Immunsystems
- in Schwangerschaft
o  geistige Behinderung
o Alkoholembryopathie
 verzögertes Wachstum des Fötus
 Anomalien an Schädel, Gesicht & Gliedmaßen
- Das französische Paradox
o Alkohol in Maßen kann auch positive Auswirkungen haben
 bspw. Rotwein  reduziertes Risiko für koronare Herzerkrankungen &
Schlaganfall
o ABER: andere Variablen können hier einen vermittelnden Einfluss haben!!!
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Nikotin & Rauchen
Gesundheitsrisiken
- jeder 6. Todesfall in Europa durch Rauchen verursacht
o mehr Tote als durch Aids, Unfälle, Kokain, Crack, Heroin, Mord, Suizid
- Lungenkrebs, Lungenemphysem, Kehlkopf- & Speiseröhrenkrebs, Herzkrankheiten
- 5-10 Jahre nach Aufhören von Rauchen: Gesundheitsrisiken nehmen an & liegen nur
noch wenig über den von Nichtrauchern
o ABER: irreversible Schädigung des Lungengewebes
Passivrauchen
- höhere Konzentration von Ammoniak, Kohlenmonoxid, Nikotin & Teer als inhalierter
Rauch
- Folgen:
o Lungenschädigungen
o während Schwangerschaft  Frühgeburt, Geburtsfehler, geringeres Gewicht
o Kinder von Rauchern  öfter Infektionen der oberen Atemwege, Bronchitis,
Mittelohrentzündungen
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Marihuana & Cannabis
- Prävalenz: über 20 % der Erwachsenen: schon 1X Cannabis konsumiert
Wirkungen von Cannabis
- psychische Wirkungen
o entspannt
o kontaktfreudig
o hohe Dosen 
 schneller Stimmungswechsel
 Abstumpfung der Aufmerksamekit
 fragmentiertes Denken
 Gedächtnisstörungen
 Zeit scheint langsamer zu vergehen
o sehr hohe Dosen 
 Halluzinationen
 Panik
- kognitive Beeinträchtigungen, v.a. Verlust des Kurzzeitgedächtnisses bis hin zu
Lernbehinderung
- psychomotorische Beeinträchtigungen  besonders beim Autofahren
- physiologische Wirkungen
o Rötung & Jucken der Augen
o Austrocknung von Mund & Kehle
o gesteigerter Appetit
o evtl. leichter Blutdruckanstieg
o bei bereits geschädigter Herzfunktion gefährlich, da Herzschlag beschleunigt
wird
o Schädigung der Struktur & Funktion der Lunge
 Rauch wird tiefer inhaliert & länger in Lunge gehalten
o eingeschränkte Fruchtbarkeit nach langjährigem Konsum
o Toleranzentwicklung & Sucht
o Toleranzumkehr
 erfahrene Raucher brauchen zum Rausch nur wenige Züge
 unerfahrene Raucher brauchen für denselben Zustand viele Züge
- Therapeutische Wirkungen
o Milderung von Übelkeit & Appetitverlust aufgrund von Chemo
o Behandlung von Begleiterscheinungen von AIDS
o schmerzstillende Wirkung (bspw. bei Arthritis)
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Sedativa & Stimulanzien
Sedativa (= Beruhigungsmittel, Tranquilizer, Hypnotika)
- Opiate (Opium & seine Derivate Morphium, Heroin, Kokain)
- synthetische Barbiturate & Tranquilizer
o Alprazolam (Tafil)
o Bromazepam (Lexotanil)
o Larazepam (Tavor)
o Diazepam (Valium)
-  verlangsamen Aktivität des Körpers & mindern Reaktionsbereitschaft
-
psychische & physische Wirkungen von Opiaten
o euphorischer, benommener, träumerischer Zustand
o manchmal Beeinträchtigung der Koordination
o Heroin  Initialwirkung = Rush
  ekstatisches Gefühl
  selbstbewusst
  frei von Sorgen und Ängsten
 danach Abfall, der fast an Stupor grenzt
o Opiate wirken durch Stimulierung von Nervenrezeptoren des körpereigenen
Opioidsystems
o Toleranzsteigerung & starke Entzugserscheinungen
o Heroinsucht
 8 Std. nach Injektion
  Muskelschmerzen, Niesen, Schwitzen, Tränenfluss, gähnen
 innerhalb der nächsten 36 Std. Verschlimmerung
  unkontrollierbares Muskelzucken, Krämpfe, Schüttelfrost &
Hitzewellen bzw. Schweißausbrüche, Anstieg von Herzfrequenz
& Blutdruck, nicht schlafen, erbrechen, Durchfall
 Anhalten dieser Symptome für 72 Std., Abbau innerhalb 5-10
Tage
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-
synthetische Sedativa
o Wirkung von Barbituraten & Benzodiazepinen
 Muskelentspannung
 Angstmilderung
 kleine Dosen
  euphorischer Zustand
 hohe Dosen
  undeutliche & verschwommene Sprache
  unsicherer Gang
  starke Beeinträchtigung von Urteilskraft, Konzentration,
Arbeitsfähigkeit
  Verlust der emotionalen Kontrolle
  Reizbarkeit, Aggressivität, Verfall in tiefen Schlaf
 sehr hohe Dosen
  tödliche Wirkung, da extreme Entspannung der
Zwerchfellmuskeln  Erstickung
o Toleranzsteigerung & Entzugssymptome
 abruptes Absetzen  schwere & langwierige Entzugserscheinungen 
evtl. Tod
 Delirium, Krämpfe, andere Symptome ähnlich denen bei
abruptem Alkoholentzug
o 3 Konsumentengruppen
 stereotype Drogenabhängige
 Versorgung auf illegalem Markt
 Jugendliche & junge Erwachsene, meist männl. & antisozial
 Bürger mittleren Alters der Mittelschicht
 gg. Angst & Schlaflosigkeit auf Rezept
  Dosissteigerung  Sucht
 Tätige im Gesundheitswesen
 leichter Zugang
 Behandlung der mit Ängsten verbundenen Probleme
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Stimulanzien
- anregende Wirkung auf Gehirn & sympathisches Nervensystem
- verstärken Wachheit & motorische Aktivität
Amphetamine (Benzedrin, Dexedrin, Methedrin)
- gg. leichte Depression & als Appetitzügler
- gg. Müdigkeit & Erschöpfung
- heute glgtl. zur Behandlung hyperaktiver Kinder
- Benzedrin
o als Inhalationsmittel gg. verstopfte Nase
o anregende Wirkung
- verursachen Freisetzung von Noradrenalin & Dopamin & blockieren die
Wiederaufnahme dieser Neurotransmitter
- orale oder intravenöse Verabreichung
- Wirkungen
o überwach
o Hemmung der Magen-Darm-Funktionen, Appetitreduktion
o schnellerer Herzschlag
o Verengung der Blutgefäße in Haut & Schleimhäuten
o euphorisch, mehr aus sich herausgehen, scheinbar grenzenlose Energie,
unbändiges Selbstvertrauen
o höhere Dosen  Nervosität, Agitiertheit, Verwirrung, Herzklopfen,
Kopfschmerzen, Benommenheit, Schlaflosigkeit
o hohe Dosen  starker Argwohn & Aggressivität  Gefahr für andere
o höhere Dosen über längere Zeit  Zustand ähnlich paranoider Schizophrenie
mit Wahnvorstellungen
- rasche Toleranzsteigerung  intravenöse Verabreichung
Kokain
- schnelle Wirkung aufs Gehirn & Blockierung der Wiederaufnahme von Dopamin in
mesolimbischen Bereichen
- Wirkungen
o schmerzlindernd
o Hochgefühl
o gesteigertes sex. Verlangen
o Selbstvertrauen
o Wohlbefinden
o Gefühl, niemals zu ermüden
o Überdosis  Schüttelfrost, Übelkeit, paranoider Zusammenbruch, bedrohliche
Halluzinationen
o ständiger Konsum  Persönlichkeitsveränderungen, erhöhte Reizbarkeit,
beeinträchtigte soziale Beziehungen, paranoide Gedanken, Ess- &
Schlafstörungen
o Abbruch des Konsums  schwerwiegendes Entzugssyndrom
o da es die Blutgefäße verengt  bei Überdosis Gefahr des Myokardinfarkts
o erhöhtes Risiko von Schlaganfällen
o kognitive Beeinträchtigung
- Formen: Freebase & Crack
- Prävalenz: 1,5-2% bei bis zu 39-Jährigen
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LSD & andere Halluzinogene
-
-
Halluzinogene:
o LSD, Meskalin, Psylocybin
o Ecstasy, PCP (Angel Dust)
Wirkungen
o Synästhesien = Überfließen einer sensorischen Modalität zur anderen
 Farben werden gehört, Töne werden gesehen
o stark verändertes Zeitgefühl
o Bedürfnis nach Strukturierung oder Unterstützung durch Umgebung, da
 Verlust von Grenzen (zw. eigenem Selbstgefühl & Umgebung)
 Angst, auseinanderzubrechen
o Gedanken & Erinnerungen können unter der Selbstkontrolle lebhaft oder
unerwartet auftauchen
o labile Stimmung
 Depression  Heiterkeit
 gehobene Stimmung  Angst
o Spannung & Angst  Panik
o nach 4-5 Std.: Gefühl der Distanz & Überzeugung, dass man etwas unter
Kontrolle hat
o Wirkung abhängig von Dosis, Erwartung, Motivation & Umgebung
o Horrortrips
 wenn Aspekt beim Einnehmen Angst verursacht
 können sich zu Panikattacke entwickeln & Gefühl, verrückt zu werden
 kurze Dauer, klingen mit Abbau der Droge ab
 selten  psychotischer Zustand, der Hospitalisierung & intensive
Behandlung notwendig macht
o Flashbacks
 = nicht vorhersehbare Wiederkehr der psychodelischen Erfahrungen
nach Abklingen der Drogenwirkung
 oft in Zeiten von Stress, Krankheit, Erschöpfung
 haben Eigendynamik, nicht zurückzuführen auf physische
Veränderungen im Nervensystem
 bei 15-30% der Halluzinogenkonsumenten
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Ätiologie von Substanzmissbrauch & -abhängigkeit
Entwicklung
- positive Einstellung gg. Substanz
- Experimentieren
- regelmäßiger Konsum
- starker Konsum
- physische Abhängigkeit oder Missbrauch
-  Bsp. Rauchen
o eher positive Einstellung zum Rauchen & Experimente mit Tabak, wenn
Familienmitglieder rauchen
o eher regelmäßiges Rauchen, wenn Zigaretten leicht zugänglich
-  ABER: Modell trifft nicht auf alle Fälle zu, nicht jede der Stufen muss durchlebt
werden
Soziokulturelle Variablen
- Verhalten der Eltern & Gruppe
- Vorstellungen von akzeptablem Verhalten in best. Gesellschaft
- Bilder in Medien
- Kulturbedingte Einstellungen & Trinkmuster
o bspw. Wein trinkende Gesellschaften (Frankreich, Spanien, Italien)
- Zugänglichkeit der Substanz
o bspw. Barkeeper
- familiäre Situation
o psychiatrische Probleme, Ehekonflikte, Konflikte mit Gesetz, fehlende
emotionale Unterstützung der Eltern, fehlende elterliche Überwachung
- soziales Umfeld
Psychologische Variablen
- 1.) Wirkungen von Alkohol auf Stimmung
o Spannungsreduktion durch veränderte Kognitionen & Wahrnehmung
 Alkohol beeinträchtigt kognitive Verarbeitung & beschränkt
Aufmerksamkeit auf unmittelbar aktuelle Reize
  Alkoholmyopie: weniger Kapazität
 bei ablenkender Tätigkeit: Aufmerksamkeit darauf & nicht auf
Sorgen  Angstreduktion
 ist keine ablenkende Tätigkeit da  Verarbeitungskapazität auf
Sorgen gelenkt  Spannungserhöhung
o Drogenkonsum hat Funktion eines Verstärkers
 verstärkt positive , mildert negative Stimmung ab
o Alkohol kein spannungsreduzierendes Mittel, wenn Konsum nach belastenden
Situationen
o Wechselwirkung zw. positiven Erwartungen & Konsum
 Erwartung, dass Trinken Angst mindert  erhöhter Alkoholkonsum 
Verstärkung der positiven Erwartungen
o Menschen, bei denen Alkohol stark spannungsmindernd wirkt, haben hohe
Werte auf Angstsensitivitätsindex
- 2.) Überzeugungen über Schädlichkeit des Drogenkonsums & Häufigkeit, mit der
andere Drogen konsumieren
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-
3.) Persönlichkeitsmerkmale, die starken Konsum wahrscheinlicher machen
o ausgeprägter negativer Affekt
o ständiger Wunsch nach Erregung & positiverem Affekt
o Alkoholkonsum komorbid mit mehreren Persönlichkeitsstörungen
 antisoziale Persönlichkeitsstörung bei Männern
 Borderline-Persönlichkeitsstörung bei Frauen
Biologische Variablen
- Belege für genetische Disposition  familiäre Häufung
- höhere Konkordanz bei 1eiigen Zwillingen für
o Alkohol, Koffein, Rauchen
o starken Konsum & Missbrauch von Cannabis
o Drogenmissbrauch im Allgemeinen
- Subtypen des Alkoholmissbrauchs
o Adoptionsstudien bestätigen genetische Diathese
o 2 Subtypen des Alkoholmissbrauchs mit untersch. genetischer Grundlage
 Problemtrinken des Typs I
 Männer & Frauen
 nicht allzu ausgeprägtes Problemtrinken
 leichtes, im Erwachsenenalter einsetzendes Problemtrinken der
biol. Eltern & Adoptiveltern
 Bedeutung von genetischer Voraussetzung & Umgebung
 Alkohol zur Spannungsminderung (harm avoidance)
 Alkoholmissbrauch oder -abhängigkeit des Typs II
 nur Männer
 früher Beginn
 Zusammenhang mit antisozialem Verhalten der Adoptierten &
Alkoholmissbrauch der biol. Eltern
 Alkohol zur Verstärkung des Vergnügens (sensation seeking)
- Anlage zur Alkoholtoleranz wird vererbt
- Prädiktoren für Alkoholmissbrauch bei Männern
o geringe Intoxikation nach Alkoholgenuss
o geringes Schwanken des Körpers
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Therapie der Alkoholabhängigkeit
-
-
Eingestehen des Problems
Herkömmliche Klinikbehandlung  Entgiftung
physiologische Behandlungsformen
o Alkoholkonsum verleiden
 Disolfiram (Antabus) in Verbindung mit Alkohol  heftiges Erbrechen
o Alkoholverlangen reduzieren
 mittels Opiatantagonisten Naltrexon & Naloxon
o Behandlung komorbider Störungen
 Angsstörungen
 affektive Störungen
 antisoziale Persönlichkeitsstörung
Anonyme Alkoholiker
Paar- & Familientherapie
kognitive & verhaltensorientierte Therapien
o Aversionstherapie
 elektrischer Schlag oder medikamentös verursachte Übelkeit
o Kontingenzmanagement & Verhaltenstraining
 bspw. Verstärkung von mit Trinken unvereinbaren Verhaltensweisen
o Selbstkontrolliertes Verhaltenstraining
 Reizkontrolle
 bspw. nur noch zu besonderem Anlass trinken
 Veränderung des Trinkverhaltens
 bspw. nur noch Mixgetränke trinken
 Belohnung der Abstinenz
o kontrolliertes Trinken
  Vermeidung völliger Abstinenz & Trunkenheit
  erhöhte Selbstachtung, da Kontrolle über Problem
o Ermittlung von Situationen & Quellen für Rückfälle bzw. exzessives Trinken
o Fokussieren der persönlichen Verantwortung & Kontrolle
o Verdeutlichung des (nicht nur finanziellen) Preises des Trinkens
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Therapie von Drogenabhängigkeit (illegale Drogen)
- Entgiftung
- somatische Therapien
o Heroinsubstitution
 Methadon, Levomethadylazetat, Buprenorphin
 Opiatantagonisten (bspw. Naloxon)
 stufenweise Entziehung von Heroin bei gleichzeitiger
Dosissteigerung der Opiatantagonisten
  Verhinderung, dass Droge bei erneutem Konsum ihre
euphorisierende Wirkung entfaltet
 Medikamente zur Linderung der Entzugssymptome
- psychologische Therapien
o kognitive VT
o operanter Therapienansatz
o Selbsthilfe durch therapeutische Wohngemeinschaften
Therapie des Zigarettenrauchens
- Widerwille gg. Rauchen erzeugen
- geplantes Rauchen  Reduktion der Nikotinaufnahme über mehrere Wochen hinweg
- Anweisung des Arztes
- Nikotinersatztherapie
o Kaugummi, Pflaster, Inhalator
- Antidepressiva
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