was uns die Forschung Neues bringt

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Univ.-Prof. DI Dr. Barbara BOHLE
Leiterin des Instituts für Pathophysiologie und Allergieforschung an der Medizinischen Universität Wien
Zukunft der Allergietherapie – was uns die Forschung Neues bringt
Wien, 13. März 2013 – Die Medizinische Universität Wien hat die Bereiche Allergologie, Immunologie und
Infektiologie als einen ihrer Forschungsschwerpunkte definiert. Die Wissenschafter sind neuen Therapien
auf der Spur und entwickeln hochwirksame Impfstoffe. Dabei ist die Zusammenarbeit mit der
Forschungsgruppe Aerobiologie wichtig, um allgemeine Erkenntnisse zu gewinnen, auf welche Allergien
der große Fokus gelegt werden sollte. Aktuell wird an der Erforschung einer neuen Therapie für
Birkenpollen-Allergiker gearbeitet, die auch an einer Kreuzallergie gegen Apfel leiden. Eine
Allergieimpfung geht nun in die klinische Testphase.
Die Medizinische Universität Wien ist eine der größten medizinischen Forschungseinrichtungen im deutschen
Sprachraum. Das Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung gehört dabei zu ihren ältesten
Forschungsinstituten. Im Fachgebiet Allergologie, Immunologie und Infektiologie beschäftigen sich die
Forscher weltweit federführend mit den Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten allergischer Erkrankungen.
Die Grundlagenforschung als auch die angewandte und klinisch wissenschaftliche Arbeit zielt darauf ab,
krankheitsverursachende Vorgänge besser zu verstehen und daraus neue diagnostische Konzepte und
therapeutische Ansätze zu entwickeln. Die Ziele der derzeitigen Forschung sind klar gesteckt: Die Experten
arbeiten daran, Therapien mit effizienterer und noch sicherer Wirkung zu entwickeln. Zum einen sollen die
Behandlungszeiten damit verkürzt werden und zum anderen neue Verabreichungsformen gefunden werden.
Hand in Hand für Allergiker
In der Allergieforschung wird dabei eng mit der Forschungsgruppe Aerobiologie und Polleninformation
(ebenfalls an der MedUni Wien) zusammengearbeitet. Vor allem das Pollen-Tagebuch, das Zusammenhänge
zwischen dem Pollenflug und allergischen Beschwerden erkennen lässt und erstmals einen Einblick
ermöglicht, ab welcher Pollenmenge ein Allergiker in welcher geografischen Region mit Beschwerden
reagiert, liefert der Forschung wichtige Erkenntnisse und eine Basis für die Entscheidung, auf welche Allergien
in Hinblick auf die Entwicklung von neuen Impfstoffen der Fokus gelegt werden sollte.
Der Apfel fällt nicht weit vom Birkenstamm
Aktuell wird an der Erforschung einer neuen Therapie für Birkenpollen-Allergiker gearbeitet, die zugleich auch
an einer Kreuzallergie leiden. Von einer Kreuzallergie spricht man, wenn der Körper nicht nur auf ein
allergieauslösendes Protein (z.B. aus Birkenpollen) reagiert, sondern auch auf verwandte Allergene in Obst
und Gemüse (z.B. Apfel, Pfirsich, Haselnuss, Kiwi, Karotte, Sellerie).
Birkenpollen sind als häufige Allergenquelle bekannt. Rund 400.000 Österreicher leiden daran. Diese Form der
Allergie kann durch Impfstoffe bereits gut behandelt werden. Der Nachteil: Sie wirken nur selten auch gegen
die Kreuzallergie. In zehnjähriger Forschungsarbeit wurde deshalb ein künstlich hergestelltes Molekül (Mal d 1)
des Apfels entwickelt, der als häufigster kreuzreagierender Auslöser drei von vier Betroffenen nicht nur
während der Pollensaison, sondern das ganze Jahr über Probleme bereitet. Das Molekül wurde in Tropfenform
unter die Zunge verabreicht und damit der Verzehr des Apfels „imitiert“. Die Folge: Das Immunsystem wurde
aktiviert und erste Anzeichen von Toleranz konnten gemessen werden. Das deutet darauf hin, dass Betroffene
bei längerer Behandlungsdauer weniger sensibel reagieren und beim Biss in den frischen Apfel das Allergen
besser tolerieren können. Nun soll in einer Pilotstudie erstmals die Wirksamkeit dieses Impfstoffes
nachgewiesen werden. Ziel der Studie, die im November letzten Jahres startete, ist es herauszufinden, ob sich
zum einen das genetisch hergestellte Apfelallergen tatsächlich als Impfstoff gegen die Apfelallergie eignet
und zum anderen, ob es zusätzlich auch die ursächliche Birkenpollen-Allergie verbessern kann.
Österreichische Wissenschaft mit internationalem Ruf
Viele innovative Entwicklungen kommen aus der Medizinischen Universität Wien. Die Einrichtung hat in der
Vergangenheit wie in der Gegenwart viele Erfolge vorzuweisen, die ihr weltweit anerkanntes hohes Niveau in
der Grundlagen- wie auch in der klinischen Forschung unterstreichen. Ihre Allergieforschung gilt als
zukunftsweisend und zählt neben Salzburg und Graz zur internationalen Spitzenklasse. Dafür spricht nicht nur
die große Zahl an internationalen Auszeichnungen, die jedes Jahr an Forscher aus Österreich vergeben
werden. Die Wiener Wissenschafter sind auch gefragte Referenten auf internationalen Kongressen und ihre
Arbeiten werden in höchst renommierten wissenschaftlichen Fachzeitschriften publiziert.
Kontakt für Journalisten-Rückfragen:
Univ.-Prof. DI Dr. Barbara BOHLE
Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung
Medizinische Universität Wien
T: 01/40400-5114
E: [email protected]
Text und Foto in Printqualität gibt’s bei Elisabeth Leeb, T: 0699/1 424 77 79, E: [email protected] und auf
www.allergenvermeidung.org (Presse, Downloads).
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