Alterszitate-Sammlung von Heinz Ernst

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Alterszitate-Sammlung von Heinz Ernst
«Ich habe mir niemals mich als alt vorgestellt. So wie diese armen Menschen, die sich nicht
mehr selber helfen können und so eine peinliche Karre vor sich herschieben müssen beim
Gehen… Natürlich wusste ich mit dem Verstand, dass ich eines Tages alt werden würde.
Aber es war trotzdem nicht vorstellbar für mich.»
Margarete MITSCHERLICH, deutsche Psychoanalytikerin, Ärztin und Autorin (1917 – 2012)
„Je älter man wird, desto hartnäckiger hinterfragen die Leute ihr Leben. Das geht manchmal
bis zur Selbstzerfleischung. Glücklich zu sterben, scheint wahnsinnig schwierig zu sein.
Solche Fragen beschäftigen mich in meinem Alter halt.“
Regine WEINGART, Co-Leiterin des St. Galler Kleintheaters Parfin de Siècle
«Ohne die Küche meiner Frau wäre ich nicht so alt geworden.»
Winston CHURCHILL, britischer Staatsmann (1874 – 1965)
«Du kannst dein Leben nicht verlängern, du kannst es nur vertiefen und das kannst du bis
ins hohe Alter.»
Fredy FREY, 80 (aus dem Schweizer Dokumentarfilm «Falten»)
„Heute stellen wir fest, dass ein alter Mensch die Techniken der Jungen nicht beherrscht, er
gleicht dem afrikanischen Häuptling, der noch alles über Geister weiss und nichts über
Kunstdünger.“
Adolf MUSCHG, schweiz. Dichter Schriftsteller und Literaturwissenschafter, geb. 1934
„Den Alten vermittelt man zunehmend das Gefühl, sie lebten zu lange, seien eine Last für die
Gesellschaft. Allein schon die Wortwahl: ‚Überalterung’, ‚unsolidarische Alte’“. Diese
Monetarisierung des Lebens spüre ich immer stärker.“
Angeline FANKHAUSER, ehemalige Nationalrätin, geboren 1936
„Ich mache weiter, bis der liebe Gott sagt: Jetzt ist Schluss!“
Helmut SCHMIDT, ehemaliger deutscher Bundeskanzler, 1918 - 2015
„Mit dem Älterwerden beginnt man die menschliche Natur zu akzeptieren. Das erspart viele
Schocks und ist darum gut für unsere Gesundheit.“
Donna LEON, US-amerikanische Schriftstellerin, geboren 1942
„Je älter ich werde, desto weniger Ängste habe ich. Es hat mit dem Vertrauen zu tun, dass
man irgendwie wieder Boden unter den Füssen findet. Darin konnte ich mich ziemlich üben
in meinem Leben.“
Verena DIENER, ehemalige Zürcher Ständerätin, geboren 1949
„Mein Credo ist: Alt ist, wer nicht mehr neugierig ist. Wenn die Lust, Neues zu entdecken,
erlischt, muss man sich einen neuen Job suchen.“
Hanspeter TRÜTSCH, Journalist und Bundeshausredaktor, geboren 1953
„Je älter ich werde, desto cooler nehme ich das Älterwerden.“
Gabi HUBER, Urner Nationalrätin und FDP-Fraktionschefin geboren 1956
„Solange ich gesund bin und klar denken kann, will ich tätig sein. Die Arbeit ist doch nicht an
ein Lebensalter gebunden. Sie ist eine natürliche Beschäftigung, die meinem Leben Inhalt
und Sinn gibt.“
Juhani ILMARINEN, finnischer Arbeitsphysiologe, geboren 1945
„Es ist ein Vorurteil, dass alte Menschen eigentlich nicht mehr kreativ seien. Aber es ist eine
Fiktion unserer mit einem Jugendwahn infizierten Gesellschaft, dass das Alter eine Krankheit
sei.“
Kurt AESCHBACHER, Schweizer Fernsehmoderator, geboren 1948
„Die körperlichen Alternsprozesse erleben meine Frau und ich in keiner Weise als etwas,
was unsere Attraktivität schmälern würde. Vielmehr sind diese Alternsprozesse natürliche
Spuren unseres - gemeinsamen - Lebens.“
Andreas KRUSE, deutscher Psychologe, Gerontologe und Demograf, geboren 1955
„Ich glaube an Gott. Und ich glaube an mich selbst. Darum kann ich meine Aufgaben
unabhängig vom Alter erfüllen.“
Sepp BLATTER, ehemaliger Präsident des Weltfussballverbandes FIFA, geboren 1936
„Die Vorstellung, dement zu werden, ist für mich als kopflastiger Mensch schon ein Graus.
Plötzlich ist kein Verlass mehr auf das Gehirn, das einem zeitlebens der verlässlichste
Verbündete war.“
Beni THURNHEER, Sportreporter, TV-Moderator und Showmaster, geboren 1949
„Der Glaube an die Wahrheit ist der einzige Glaube, den wir wirklich brauchen.“
Hans ERNI, Schweizer Maler, Grafiker und Bildhauer, 1909 - 2015
„Ich sehe, wie die Generationen weitergehen. Als meine Enkel geboren wurden, überkam
mich dieser Gedanke wie ein Ur-Gespür, relativierte meine Leben und machte mir bewusst,
dass ich in einer langen Reihe stehe.“
Arnold KOLLER, alt Bundesrat, geboren 1933
„Da wir die 70 passiert haben, ändern wir den Begriff kerngesund auf gern gesund.“
Peter BRUNSCHWILER, Weinfelden
"Mit dem Älterwerden habe ich gelernt, das, was ich mache, nicht mehr so ernst zu nehmen.
Ich nehme es viel lockerer."
Peach WEBER, Schweizer Komiker, geboren 1952
Auf die Frage, welches die wichtigste Erfindung der letzten hundert Jahre gewesen sei,
antwortet eine 100-jährige Frau am Schweizer Fernsehen: "Sicher nicht das Fernsehen oder
der Computer, vielleicht aber die Waschmaschine."
Fernsehen SRF, im August 2014
"Ich fühle mich nur lebendig, wenn ich schreiben kann. Schreiben hat etwas Belebendes,
lässt einen abheben und gibt eine Perspektive: Ein Roman muss fertig geschrieben werden.
Wenn ich nicht mehr schreiben kann, dann lebe ich nicht mehr."
Peter ZEINDLER, Schweizer Journalist und Schriftsteller, geboren 1934
"Die Menschen sind erwachsen genug, um selbst zu entscheiden, wann sie in Rente gehen
wollen. Heute dagegen funktioniert der Renteneintritt wie ein Befehl: Mit 65 raustreten!"
Norbert BLÜM, ehemaliger deutscher Politiker und Arbeitsminister, geboren 1935
"In meinem Alter gehört es zur Lebensversicherung, dass man noch Projekte hat. Ob man
sie dann auch zu Ende bringt, ist eine andere Frage. Aber wenn man nichts mehr vorhat,
fehlt die Spannung auf die Zukunft hin. Diese Spannung darf nicht abreissen. Lieber stürze
ich mitsamt der Brücke in den Abgrund, als dass ich bloss auf einem Felsen sitze und ins
Leere starre."
Adolf MUSCHG, Schweizer Dichter, Schriftsteller und Literaturwissenschafter, geboren 1934
"Gute Politik ist doch keine Frage des Alters, und es heisst nicht, dass diejenigen, die lange
dabei sind, schlechter sind als die Jüngeren. Im Gegenteil. Es braucht einen guten Mix. Ich
will meine Erfahrung jungen Frauen als Mentorin weitergeben."
Susanne LEUTENEGGER OBERHOLZER, Schweizer Politikerin , geboren 1948
"Je älter man wird, desto mehr begreift man. Man hat weniger Auseinandersetzungen, ist
ausgeglichener. Insofern dünkt mich das Altern absolut positiv. Ich finde es allerdings
schade, dass der geistige Reichtum, den man im Laufe seines Lebens erworben hat, nicht
auch mit einer körperlichen Bereicherung einhergeht, sondern vielmehr mit einem Abbau."
Mario BOTTA, schweizerischer Architekt, geboren 1943
"Alter ist überhaupt etwas Relatives. Wann man weiter arbeitet und empfänglich blleibt für
die Schönheiten der Welt, die uns umgibt, dann entdeckt man, dass Alter nicht
notwendigerweise Altern bedeutet."
Pablo CASALS, spanischer Cellist, Komponist und Dirigent, 1876 - 1973
"Ich wusste als junge Frau ganz genau: Du wirst als Künstlerin erst ernst genommen werden,
wenn du alt und hässlich bist. Dann kommen sie und werden deine Arbeiten anschauen. Und
genauso war es auch."
MANON, Zürcher Künstlerin, 1946 geboren als Rosmarie Küng
"Da ich mein eigener Chef bin, könnte ich mich natürlich pensionieren. Aber es ist das
Schicksal, das dies bestimmt. Solange ich auftreten kann und Freude habe daran und
solange ich ein Publikum habe, das Freude hat daran: Warum soll ich da nicht
weitermachen?"
Jakob DIMITRI, Schweizer Clown, geboren 1935
"In der Öffentlichkeit wird beklagt, dass immer mehr Ältere aus dem Bundestag ausscheiden.
Eigentlich hat die Menschheit schon immer als richtig empfunden, dass man die Weisheit
älterer Menschen für die Gesellschaft nutzen soll."
Heiner GEISSLER, deutscher Politiker, geboren 1930
"Mein Garten hat mir in all den Jahren viel Kraft gegeben. Das hat mir sehr geholfen, das
Altwerden als etwas Positives zu sehen."
Ruth Maria KUBITSCHEK, Schauspielerin und Autorin, geboren 1931
"Das vierte Alter hat seine eigenen Qualitäten. Wer langsamer geht, sieht mehr. Wer Zeit
hat, erlebt seine Mitmenschen neu. Wer seine Interessengebiete einschränken muss, kann
den Dingen besser auf den Grund gehen. Und in unserer Luxusoase Schweiz haben die
meisten Menschen auch im vierten Alter ein gutes Leben. Dafür können wir alle nur dankbar
sein."
Judith STAMM, Schweizer Juristin und Politikerin, geboren 1934
"Älterwerden ist das Beste, was der modernen Welt passiert ist, ein kultureller und ethischer
Wandel, der nur vernünftig scheint."
Theodore ROSZAK, US-amerianischer Sozialkritiker und Schriftsteller, 1933 - 2011
"Vor dem Alter an sich muss man keine Angst haben, aber wenn ich lese, dass man alte
Menschen im Heim unter die Dusche stellt, sie fotografiert und Bilder auf Facebook stellt,
packt einen tatsächlich die Angst - die Angst, die Selbständigkeit zu verlieren."
Endo ANACONDA, Schweizer Sänger, Songwriter und Schriftsteller, geboren 1955 als
Andreas Flückiger
"In meinen Augen ist es realistisch zu behaupten, dass wir im Vergleich zu früher je länger je
weniger demenzkranke Personen pro Altersgruppe verzeichnen werden, weil sich in der
Schweiz ein immer gesünderer Lebensstil durchsetzt."
Albert WETTSTEIN, ehemaliger Chefarzt Stadtärztlicher Dienst Zürich
"Ich habe Respekt vor dem Alter. Ich bin keine Meisterin im Loslassen; und so heiter, wie es
im Hesse-Gedicht steht, durchschreite ich nicht Raum um Raum. Ich musste in meinem
Leben für diverse Räume auch schon zwei- oder dreimal Anlauf nehmen, bis ich es
schliesslich über die Schwelle schaffte."
Verena DIENER, Schweizer Politikerin, geboren 1949
"Altern bedeutet heutzutage leider allzu oft etwas, dessen man sich zu schämen hat. Man
hat seine Anzeichen zu bekämpfen, dies aber möglichst unauffällig, sonst kommt man auch
wieder in die Kritik. Über Madonnas Jugendwahn etwa, ihr 'unwürdiges' Altern, sind schon
ganze Pamphlete verfasst worden."
Malena RUDER in Stil/NZZ am Sonntag, 24.02.2013
"Was heisst schon Überalterung? Das ist auch so ein Statistikerwort. Mit dem gleichen
Grund könnte man von der Unteralterung der Rockkonzerte reden und sagen, man müsse
unbedingt mehr Siebzigjährige an die Open Airs bringen. Die Interessen wandeln sich eben
mit den Lebensjahren. Man haut in jedem Jahrzehnt in etwas anderer Weise auf den Putz."
Peter VON MATT, Schweizer Germanist und Schriftsteller, geboren 1937
"Der Verlag hat mich gebeten, mein Rezept zu verraten, warum ich zwanzig Jahre jünger
aussehe. Ich meditiere, dusche abwechselnd warm und kalt, und ich ernähre mich gesund."
Ruth Maria KUBITSCHEK, deutsche Schauspielerin, geboren 1931
"Ich spüre nicht, dass ich älter werde; ich weiss nicht einmal, wie alt ich bin. Ich feiere keine
Geburtstage."
Irma DÜTSCH, jahrelang die beste Köchin der Schweiz, geboren 1944
"Behandle hilfsbedürftig gewordene ältere Menschen so, wie du als Kind und Jugendlicher
von den Erwachsenen behandelt werden wolltest." (Goldene Regel der Gerontologie)
Otfried HOEFFE, deutscher Philosoph, geboren 1943
"Zahlreiche Adjektive, die alle mit der Silbe 'un' beginnen, werden dem alternden und alten
Menschen zugeordnet: er ist unfähig erheblicher physischer Leistung, ungeschickt,
untauglich zu diesem und jenem, unbelehrbar, unerspriesslich, unerwünscht, ungesund, unjung."
Jean AMERY, österreichischer Schriftsteller, 1912 - 1978
"Ja, machen wir uns nichts vor! Der eigentliche Vorteil, den das Alter allen früheren
Lebensabschnitten gegenüber geniesst, hängt ursächlich damit zusammen, dass das ganze
Theater nun bald ein Ende hat."
John COWPER POWYS, walisischer Dichter und Schriftsteller, 1872 - 1963
"Zudem läuft im Alter die Zeit viel schneller, was der Langenweile entgegenwirkt. Die
Abnahme der Körperkräfte schadet wenig, wenn man ihrer nicht zum Erwerbe bedarf. Armut
im Alter ist ein grosses Unglück. Ist diese gebannt und die Gesundheit geblieben, so kann
das Alter ein sehr erträglicher Teil des Lebens sein."
Arthur SCHOPENHAUER, deutscher Philosoph, 1788 - 1860
"Merkwürdig finde ich manchmal, dass die Seele nicht zum alternden Körper passen will. Sie
bleibt jung - wie die Gefühle, die auch nicht älter werden."
Monica GUBSER, Schweizer Schauspielerin, geboren 1931
"Wenn ich mich so nackt im Spiegel betrachte, muss ich sagen: Mein Körper ist besser
zwääg als vor 30 Jahren. Denn erst seit meiner Pensionierung treibe ich intensiv Sport. Ich
mache täglich Kraft- oder Ausdauertraining und rudere. Samstag und Sonntag sind
Ruhetage."
Charles EUGSTER, 93, Wettkampfruderer, Bodybuilder und der vermutlich fitteste Senior
der Schweiz
"Wenn Sie es wirklich ernst meinen mit dem Gehirnjogging für Ihre geistige Fitness im Alter,
dann schalten Sie getrost den Bildschirm, egal ob TV oder PC, aus, rufen Ihren Enkel zu sich
und machen mit ihm einen Spaziergang im Wald. Das fördert sogar das
Gemeinschaftsempfinden, und so werden Sie beide glücklich und hundert Jahre alt."
Manfred SPITZER, deutscher Psychiater, Psychologe und Hochschullehrer, geboren 1958
"Es ist eine völlig falsche Vorstellung, dass jemand, der 65 wird, keine realwirtschaftlichen
Leistungen mehr erbringen kann oder soll. Man müsste mehr Anreiz dafür schaffen, da
immer mehr Menschen sich auch im Rentenalter noch einbringen wollen."
Silvano MÖCKLI, Politikwissenschafter, Universität St. Gallen
"Ich habe mit dem Älterwerden bis jetzt nur positive Erfahrungen gemacht. Früher ging ich
mit viel mehr Kraft auf die Bühne. Ich arbeitete mich durch, ich kämpfte! Heute bin ich
gelassener. Ich spiele ein Stück mit der Hälfte der Energie, die ich früher dafür brauchte. Ich
bin viel entspannter, kann während eines Auftritts auch durchatmen. Ich kann das Spiel
geniessen - es zu einem wirklichen Spielen mit dem Publikum werden lassen."
Gardi HUTTER, Schauspielerin und Clown-Komödiantin, geboren 1953
"Ist der Leidensdruck bei der Arbeit noch nicht so gross, dann steigt die Versuchung, eine
Standortbestimmung aufzuschieben. Aber das sollte man nicht tun. Aus zwei Gründen:
Erstens ist es wichtig, die zweite Hälfte des Berufslebens ebenso seriös zu planen und
vorzubereiten wie die erste, und zweitens ist es oft sinnvoll, in einer Phase der privaten und
persönlichen Veränderungen auch die berufliche Situation miteinzubeziehen."
Ruedi WINKLER, lic. oec. publ., Personal- und Organisationsentwicklung, Zürich
"Als Sterbebegleiterin möchte ich meine Zeit jemandem schenken, der froh ist, wenn jemand
da ist. Es ist eindrücklich, wie Menschen sich entspannen können, wenn ich bei ihnen sitze.
Obwohl viele schon nicht mehr bei sich sind, spüren sie meine Gegenwart. Manchmal
ergeben sich dabei Gespräche, aber vielfach braucht es keine Wort mehr. Das Wichtigste ist,
das Herz zu öffnen und die Liebe zu den Menschen fliessen zu lassen."
Meta ANTENEN, ehemalige Schweizer Leichtathletin, geboren 1949
"Tausend Sätze im Ohr: Alt werden ist die Hölle. Im Alter hat man endlich seine Ruhe, habe
ich gedacht. Werde du erst einmal so alt wie ich, mein Kind. Alter ist eine Frage der Haltung und ich habe, noch längst nicht alt, keinem dieser Sätze geglaubt. Oder besser: nichts
verstanden."
Sybil Gräfin SCHÖNFELDT, Schriftstellerin und Journalistin, geboren 1927
"Wenn du älter wirst, verlierst du das Interesse an Sex, deine Freunde sterben, deine Kinder
ignorieren dich. Es gibt natürlich noch andere Vorteile, aber die genannten sind doch die
grössten"
Richard NEEDHAM, englischer Politiker, geboren 1942
"Allmählich dämmert es unserer Gesellschaft, dass Golfspielen, Kreuzfahrten und
Fernsehkonsum nicht ausreichen, um das Alter sinnvoll zu bewältigen. Jedenfalls können wir
nicht 20 oder 30 Jahre einfach ausruhen, ohne unglücklich zu werden."
Beat BÜHLMANN, Gerontologe, Luzern
"Für ältere Menschen kommen recht gute Zeiten. Banken melden ein interessantes Detail:
Immer mehr Pensionierte beantragen einen Kredit, um ein eigenes Geschäft zu gründen."
Elisabeth KEISER, Psychologin und Berufs- und Laufbahnberaterin
"Ich nehme nicht wie Mick Jagger während eines Konzerts drei, vier Kilo ab. Dafür bewege
ich mich während des Fitnessprogramms in Massen. Nicht zum Abnehmen, sondern weil ich
damit eine gute und gesunde Körperhaltung erreiche."
Pepe LIENHARD, Schweizer Bandleader, Saxophonist, Flötist und Arrangeur, geboren 1946
"Je mehr wir unser Alter verleugnen, um als jung zu gelten, desto mehr befestigen wir im
Grund dieses Schreckensbild des Alters."
Betty FRIEDAN, US-amerikanische Feministin und Publizistin, 1921 - 2006
"Wo immer sie gerade waren, die Babyboomer haben alle Instanzen der Gesellschaft
verändert. Vor 40 Jahren wollten sie nicht erwachsen werden. Sie haben die Jugendkultur
erfunden. Jetzt werden sie das Altern neu erfinden."
Ton KOPER, Initiant der powerAge Foundation und Präsident des Stiftungsrates, geboren
1949
"Das Älterwerden hat den Vorteil, dass die Maturaprüfungen vorbei sind, der Militärdienst
und die Kinderkrankheiten. Im Alter kann man Energie sparen, indem man nicht mehr will,
was nicht zu einem passt."
Massimo ROCCHI, italienischer Schauspieler und Komiker, geboren 1957
"Gegen Wehmut im Alter hilft Dankbarkeit für das, was gesundheitlich funktioniert, und ein
glückliches Familienleben oder ein guter Freundeskreis."
Trudi GERSTER, Märchenerzählerin, geboren 1919 - 2013
"Klüger werden wir mit dem Alter nur, wenn wir das, was wir erleben, verarbeiten und nicht
lediglich verdrängen."
Werner KIESER, Fitness-Unternehmer, geboren 1940
"Als inzwischen sehr alter Mann denkt man naturgemäß in langen Zeiträumen – sowohl nach
rückwärts in der Geschichte als ebenso nach vorwärts in die erhoffte und erstrebte Zukunft."
Helmut SCHMIDT, deutscher Altbundeskanzler, 1918 - 2015
"Wenn ich gebrechlich werde, kann ich mir auch ein Altersheim vorstellen. Ich lebe
bescheiden, brauche nicht viel Platz, und am Materiellen hänge ich sowieso nicht."
Marie-Theres NADIG, Schweizer Skirennfahrerin und Olympiasiegerin, geboren 1954
"Ich setzte mich nicht mehr ans Klavier und singe meine Lieder. Worüber soll ein alter Mann
singen? Über die Liebe? Lächerlich! Über seine Träume? Wen interessiert das? Über
Politik? Er hat doch keine Zukunft mehr. Über den Tod? Peinlich!"
Georg KREISLER (1922 - 2011), Musiker, Kabarettist, Komponist, Satiriker und Schriftsteller
österreichischer Herkunft
"Mich an der Jugend festklammern, mir die Haare färben, mich spannen lassen - das ist mir
zu blöd. Innerlich läuft die Uhr sowieso weiter, sie lässt sich nicht aufhalten. Gestraffte
Gesichter wirken zudem lächerlich, sind Masken, mit denen man nicht einmal gscheit lachen
kann. Jede Falte hat doch ihren tieferen Sinn und Wert - für einen Schauspieler sowieso."
Peter WECK, Regisseur, Theaterintendant, Bühnen- und Filmschauspieler aus Österreich,
geboren 1930
"Kontake aller Art sind wichtig, gerade auf dem Weg des Älterwerdens. Solche Kontakte sind
aber nicht selbstverständlich: Man muss selbst etwas dafür tun. Und man kann etwas dafür
tun. Begegnungen sind überall möglich."
Martin MEZGER, Theologe und Altersspezialist, geboren 1949
"Mit 18 Jahren gilt man nicht mehr als besoners schützenswert, und das geht dann so weiter,
bis man hundert ist. Über den Schutz der älteren Person steht nichts in der Verfassung - das
wird sich auf Dauer angesichts der Grösse der Thematik ändern müssen."
Christiana FOUNTOULAKIS, schweizerische Rechtsprofessorin, geboren 1977
"Ich möchte mich abgrenzen vom Zwang zum ewigen Sexysein und von den absurden
Ansprüchen, die die heutige Gesellschaft an uns Frauen stellt. Es ist schön zu merken, dass
mir das immer besser gelingt. Ich bin 66 und stehe dazu."
Silvia JOST, schweizerische Schauspielerin, geboren 1945
"Das Alter bringt einen Wandel von Werten mit sich, von dem die übrige Gesellschaft
durchaus lernen könnte. Es ist ein Wandel von einem rein materiall definierten
Lebensstandard zu einer Lebensqualität, in deren Zentrum immaterielle Werte stehen wie
zum Beispiel Beziehungen."
Rolf APP, Wissenschafts- und Medienredaktor, Niederteufen
"Wer überzeugt ist, dass er selber etwas bewirken kann, altert besser als jemand, der sich
ständig vom Schicksal gebeutelt fühlt und allen anderen die Schuld zuschiebt."
Pasqualina PERRIG-Chiello, Honorarprofessorin und Entwicklungspsychologin an der
Universität Bern, geboren 1952
"Benehmen wir uns nicht wie alt gewordene Junge, sondern wie jung gebliebene Alte!"
Joachim FUCHSBERGER, deutscher Schauspieler und Entertainer, 1927 - 2014
"Bald werde ich 58. Ein Vorzug des Älterwerdens ist die Gelassenheit; die Erfahrung und
Einsicht, dass wesentliche Änderungen - wie wir sie vorhaben - Zeit brauchen. Hüst und hott
in der Strategie wäre Gift. Wir sind hier an der Giacomettistrasse in Bern, und nicht an der
Bahnhofstrasse in Zürich."
Roger DE WECK, Generaldirektor der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft,
geboren 1953
"Mit zwanzig Jahren fand ich, Musik, das sei jetzt mein Beruf. Damals aber hätte ich nie und
nimmer geglaubt, dass ich auch mit siebzig Jahren noch auftreten würde. Und jetzt spiele ich
mit siebzig mehr denn je. Mit siebzig aber muss man nichts mehr, man darf. Das gibt einem
ein Gefühl von Freiheit."
Irène SCHWEIZER, schweizerische Jazzpianistin, geboren 1941
"Im Gegensatz zu den USA sind in der Schweiz die Läden am Sonntag geschlossen. Diese
Ruhe schätze ich sehr, man bekommt ein ganz anderes Verhältnis zum Stress. Ich glaube,
das ist ein Grund, weshalb die Leute in der Schweiz so alt werden."
Donald S. BEYER, US-Botschafter in der Schweiz, geboren 1950
"Ich kann mir gut vorstellen, in einem Altersheim zu leben, in dem ich auf kleinem Raum alles
habe: Gesellschaft, Veranstaltungen, gutes Essen, Sicherheit, Geborgenheit und trotzdem
machen kann, was ich will."
Ueli SCHWARZMANN, Direktor der Zürcher Altersheime, 2011
„Jetzt, da ich weiss, wie Senioren ticken, finde ich, die Jungen sollten mehr auf die Alten
zugehen - das wäre viel einfacher als umgekehrt. Denn: die Alten sind uns voraus."
Debora BIFFI, Designerin, geboren 1979
„Mit 70 beginnt die Zäsur. Ab 70 ist man schlagartig auf sich alleine gestellt und selber für
sein 'Programm' verantwortlich."
Alfred GILGEN, alt Regierungsrat des Kantons Zürich, geboren 1930
„Der Mensch ist zwar die langlebigste Primatenart, aber der Ablauf seiner Alterung
unterscheidet sich nicht wesentlich von jenem bei Affen. Bisher waren Biologen davon
ausgegangen, dass die Menschen anders und langsamer altern. Die Untersuchung der
Alterung bei fast 3'000 Affen aus sieben Arten zeigt nun, dass die Unterschiede der Alterung
ausschliesslich auf den Lebensumständen beruht."
Schweizerische Depeschenagentur, 11.03.2011
"Es ist paradox, dass alte Menschen eigentlich nur dann geschätzt werden, wenn sie den
Massstäben der Jugend gerecht werden oder in jüngeren Jahren etwas Aussergewöhnliches
geleistet haben. Das Bild des Weisen, der allein aufgrund seines Erfahrungsschatzes
respektiert wird, ist überholt."
Simon M. INGOLD, Finanzfachmann, geboren 1980
"Das Alter ist die Zeit, wo man das nicht mehr tun soll, wofür man früher zu jung war."
William Somerset MAUGHAM, (1874 - 1965), englischer Schriftsteller
"Alter ist überhaupt etwas Relatives. Wenn man weiter arbeitet und empfänglich bleibt für die
Schönheit der Welt, die uns umgibt, dann entdeckt man, dass Alter nicht notwendigerweise
Altern bedeutet, wenigstens nicht Altern im landläufigen Sinne. Ich empfinde heute viele
Dinge intensiver als je zuvor, und das Leben fasziniert mich immer mehr."
Pablo CASALS (1876 - 1973), spanischer Cellist, Komponist und Dirigent
"Dank eingebautem Rechner, elektrischen Bremsen und einem laserkontrollierten
Entfernungsmesser warnt der 'intelligente Rollator' vor Zusammenstössen, bremst
automatisch und steuert sanft um Hindernisse herum. Bildschirmangaben und eine
elektronische Stimme weisen im Altersheim den Weg."
Tagesanzeiger, 26.10.2010, Seite 15
"Die Leute müssen bereit sein, alt zu werden und neue Rollen zu übernehmen. Gleichzeitig
soll die Gesellschaft entsprechende Rahmenbedingungen schaffen, die ein Altern in Würde
ermöglichen, auch für die Hochbetagten mit ihrer Verletzlichkeit."
Heinz RÜEGGER, schweizerischer Theologe, Ethiker und Gerontologe, geboren 1953
"Wenn man als Neunzigjährige sein Leben überblickt, glaubt man zu wissen, was man als
Sechsjährige gefühlt und gedacht hat, man fühlt die Zehnjährige in sich, man erinnert sich an
die Pubertierende, die Erwachsene, die Alternde usw., man hat all diese Menschen, die man
war, noch weiter in sich, nur nicht diejenige, die man morgen sein wird."
Margarete MITSCHERLICH, Psychoanalytikerin, Medizinerin und Autorin zahlreicher Bücher,
1917 - 2012
"Die Kunst eines erfüllten Älterwerdens scheint vielmehr in drei Entwicklungsschritten zu
liegen: sich erstens mit der Tatsache schmerzhafter Verluste zu versöhnen, zweitens seine
Reservekapazitäten so einzusetzen, dass sich das Talent entfalten kann und drittens ein
besseres Selbstwertgefühl zu entwickeln, auch wenn die Mechanik von Körper und Geist
anfälliger wird."
Margrit STAMM, Professorin am Departement für Erziehungswissenschaften der Universität
Freiburg/Schweiz
"Ich hoffe, aufs Alter hin nicht selbstgerecht zu werden oder zu denen zu gehören, die immer
alles schon gewusst haben. Ich möchte mir die Lebendigkeit erhalten, die Dinge auch anders
zu sehen und mir vorzustellen, dass etwas ganz anders ist, als ich denke."
Monika STOCKER, Schweizer Politikerin, geboren 1948
"Ich weigere mich aus zwei Gründen dagegen, Jung und Alt gegeneinander auszuspielen.
Erstens, weil die Generationenperspektive immer das 'Miteinander' im Auge haben sollte nicht das Gegeneinander der verschiedenen Altersgruppen. Und zweitens, weil die
demographische Realität - die erweiterte, gemeinsame Lebensspanne - auch enorme
Chancen birgt."
Pascale BRUDERER, schweizerische Nationalratspräsidentin des Jahres 2010, geboren
1977
"Für mich wäre es schlimm, wenn ich realisieren müsste, dass ich in meinen Sendungen nur
'Chabis' erzählt hätte. Aber nein, es ist hundertprozentig so, wie ich es erwartet habe. Das
Leben hat sich nach der Pensionierung nahtlos weiter entwickelt."
Eva MEZGER, pensionierte Fernsehmoderatorin bei Sendungen für ältere Zuschauer,
geboren 1934
"Alte Leute werden pensioniert und beziehen AHV. Doch nun bin ich geschockt, dass
plötzlich meine Schulfreunde in Rente gehen. Und schlimmer noch: Ich werde in zwei
Monaten offiziell zum Rentner. Ich blicke mich um und sehe Menschen, die im Vollbesitz
ihrer geistigen und der allermeisten ihrer körperlichen Kräfte sind. Weshalb soll man sie
ausmustern, ausgrenzen, entwerten?"
Roger SCHAWINSKI, Schweizer Journalist und Unternehmer, geboren 1945
"Je aktiver man lebt, sei es geistig, sozial oder körperlich, desto kleiner ist das AlzheimerRisiko. Alzheimer kann man nicht ausrotten. Aber man kann so die Krankheit in ein höheres
Alter verschieben und dafür sorgen, dass sie weniger lange dauert."
Albert WETTSTEIN, ehemaliger Chefarzt Stadtärztlicher Dienst Zürich
"Ich verstehe es nicht, wenn Leute sagen: Jetzt bin ich 60 und für dieses oder jenes zu alt.
Am 60. Geburtstag habe ich einen Berg bestiegen, auf dem ich noch nie war und von dem
ich nicht genau wusste, wie man hinaufkommt. Es war ein Vergnügen für mich, allein einen
Berg zu besteigen. Dieses Vergnügen habe ich mir selber zum Geburtstag geschenkt."
Bernhard RUSSI, Schweizer Abfahrtsweltmeister und Olympiasieger, geboren 1949
"Mit zunehmendem Alter sage ich mir: Ich will, was ich tue, gerne tun, mit Freude, und wenn
es gelungen ist, möchte ich Befriedigung spüren. Und wenn etwas nicht so gut gelingt, ärger
ich mich über mich, grummle mit mir, aber das ist selten."
Adolf DIETRICH (1877 - 1957), Maschinensticker, Kleinbauer, Autodidakt und bedeutendster
"naiver" Maler der Schweiz. Ihm wurden diese Worte in den Mund gelegt von Beat
Brechbühl, dem Verfasser des Buches "Fussreise mit Adolf Dietrich".
"Seit jeher ist Erziehung auch Sache der Grossmütter gewesen. Darum stimmt es mich gar
nicht so pessimistisch, dass unsere Gesellschaft ergraut: Wenn wir die Alterspyramide
unserer Gesellschaften auf den Kopf stellen, kann es sich für die Kinder nur in einem Mehr
an Zuwendung auszahlen."
Sarah HRDY, amerikanische Anthropologin, geboren 1946
"Ich hatte damals gerade das Nachdiplomstudium in Gerontologie absolviert. Planen und
arbeiten mit Seniorinnen und Senioren - und nicht für sie -, das sollte mein Leitmotiv
werden."
Eva EYMANN, Gerontologin, Konolfingen
"Ein Mensch von fünfzig Jahren denkt besorgt: Wenn ich jetzt schon so vergesslich werde,
wie wird das erst in fünf oder zehn Jahren sein? Das ist der Grund, weshalb man einem
Fünfzigjährigen einen höllischen Schrecken einjagen kann, wenn man ihn fassungslos fragt:
'Weisst du das denn nicht mehr?!'"
Douwe DRAAISMA, Professor für Psychologiegeschichte an der Universität Groningen (NL),
geboren 1953
"Wie wunderbar, wenn betagte Frauen Güte und Liebe durch ihr Antlitz strahlen. Dann wird
das Geistige spürbar. Es sind Menschen, die es aufgegeben haben, unter der Maske der
Frömmigkeit, des Scheins oder der Heuchelei zu leben."
Sabine SINGENBERGER im Werkbuch "jünger- älter", Verlag GeneRatio Luzern, 2000
"Je älter ich werde, desto entschlossener bin ich, nicht so sehr wie eine ausgebombte alte
Turnhalle auszusehen, sondern eher wie eine wunderschöne alte Klosterruine. Eine, wie
Poussin sie malte oder dieser andere Maler, dessen Name auch mit P beginnt. Oder war es
ein C?"
Virginia IRSONSIDE, Journalistin, Ratgeberin und Kummerkastentante, in London lebend
"Der Alternde gleicht durchaus dem Ingenieur, der eine Strasse durch den Dschungel bauen
soll und dabei keine der an der Universität erlernten Lösungen einfach übertragen kann. Was
er vor Ort findet, ist ganz anders als das, was er als selbstverständliche Grundlage seiner
Aktivitäten erwartet hat. Es gibt keinen elektrischen Strom, keine Baumaschinen - aber es
gibt andere Ressourcen, die er nutzen kann, wenn er sich von der Situation leiten lässt und
nicht von seiner mitgebrachten Idealvorstellung."
Wolfgang SCHMIDBAUER, deutscher Psychoanalytiker und Buchautor, geboren 1941
"Das ist das Alter. Die Logik hat ihr Recht verloren. Im alten Hirn herrscht Anarchie, und die
letzten Truppen scheinen sich ihre eigene Wirklichkeit zu entwerfen, manchmal jeden Tag
eine neue. Das verwirrt die Jungen, aber wenn sie auf der nicht mehr verbindlichen Logik
bestehen, verwirren sie die Alten, rütteln an dem letzten bisschen, das ihnen sicher scheint,
und machen sie misstrauisch."
Sybil Gräfin SCHÖNFELDT, österreichisch-deutsche Schriftstellerin und Journalistin,
geboren 1927
"Dieses Ende der Hormongewitter ist der grosse Vorteil des Älterwerdens, der ganz viele
andere Vorteile mit sich bringt: eine Lebensfreude, die ganz anders ist als jene zuvor, oder
ein neues Verständnis für die anderen Menschen und eine Geduld, eine Zuneigung, die
anders sind als früher. Es bringt also eine ganze Welt mit sich, und das ist schon sehr
schön."
La LUPA, Tessiner Sängerin und Schauspielerin, geboren 1947
"Das Alter gehört zum Leben, und irgendwie erachte ich es als Zeichen von innerer Armut,
wenn das Alter als solches zu einem grundsätzlichen Lebensproblem wird - Krankheit und
Leiden ausgeschlossen."
Samuel SCHMID, alt Bundesrat, geboren 1947
"Wer meint, dass die Steuerrechnung nach einer Pensionierung wesentlich tiefer ausfällt,
täuscht sich. Es fällt nämlich eine Reihe von Abzügen weg wie jene für Berufsauslagen und
Konto-3a-Einzahlungen. Die Renten der AHV und der Pensionskasse dagegen werden voll
besteuert."
Egon TANNER, Volkswirtschafter und Wirtschaftsredaktor beim Schweizer Fernsehen,
geboren 1943
"Vor allem bei allein lebenden Älteren wird Fernsehen als Möglichkeit gesehen, die Zeit
auszufüllen, sich vor allem duch Spiel- und Kriminalfilme sowie Serien abzulenken und seine
Probleme zu vergessen."
Regula SCHRÄDER-Näf, Psychologin und Buchautorin, geboren 1943
"Micheline Calmy-Rey wird in den Bundesrat gewählt. Die erste Grossmutter in der
Landesregierung. Etwas irritiert nehme ich zur Kenntnis, dass man im Parlament bei 57jährigen Frauen die grosse Lebenserfahrung schätzt. Im gewöhnlichen Berufsleben,
beispielsweise beim Fernsehen DRS, legt man dir in diesem Alter langsam die
Frühpensionierung nahe. Offenbar braucht man da keine Leute mit Lebenserfahrung."
Beatrice GERWIG, Tagesschau-Redaktorin von Schweizer Fernsehen DRS, geboren 1942
„Es getrauen sich mehr ältere Menschen, Dinge zu tun, die früher undenkbar waren. Sich mit
70 neu verlieben etwa. Die Babyboomer sind wie eine grosse Schar von wilden Hasen, die
Haken schlagen und in alle Richtungen rennen. Die früheren Rentner waren eher wie
Schildkröten."
François HÖPFLINGER, schweizerischer Gerontologe, geboren 1948
"Wer im Laufe eines langen Lebens in den verschiedensten Situationen so seine
Beobachtungen gemacht und Erfahrungen gesammelt hat, der sieht manches ruhiger,
abgeklärter und gelassener. Er weiss, dass in dieser verwirrten und rastlosen Welt alles nur
so dahin rast und sich die Ereignisse nur so überschlagen, er weiss, dass sich alles ständig
verändert, dass nichts bleibt, wie es ist."
Konrad ADENAUER, erster deutscher Bundeskanzler, 1876 - 1967
„Ich habe mich sehr verändert. Zum Beispiel kann ich nicht mehr gut hören. Deshalb muss
ich mich immer wie ein alter Spanner zu Ihnen rüberlehnen, als wollte ich in Ihren Ausschnitt
blicken. Aber anders würde ich Sie kaum verstehen."
Woody ALLEN, amerikanischer Regisseur und Autor, geb. 1935
„Man spricht vom ‚Herbst des Lebens' - liebenswürdige Metapher! Herbst? Auf den Herbst
muss ein Winter folgen, auf diesen wieder ein Frühling und ein Sommer. Für den Alternden
aber ist der Lebensherbst der letzte Herbst und damit auch schon kein Herbst mehr."
Jean AMÉRY (1912 - 1977); Über das Alter - Revolte und Resignation (Klett-Cotta, 1968)
"Altwerden bedeutet die allmähliche Umwandlung einer Welt mit vertrauten Gesichtern in
eine Art Wüste, die von fremden Gesichtern bewohnt ist."
Hannah ARENDT, jüdische, deutsch-amerikanische Publizistin und Gelehrte, 1906 - 1975
„Es ist absolut keine Last, einem geliebten Partner behilflich zu sein und ihm möglichst viel
Lebensqualität zu erhalten. Ich bin während siebzig Jahren verwöhnt worden - jetzt kann ich
auch etwas davon zurückgeben. Einen Angehörigen zu unterstützen, ist eine noble
Aufgabe."
Ralf ASSFALK, Gatte einer an Alzheimer erkrankten Frau
"Ich bin viel zu beschäftigt, viel zu gefragt, als dass ich mich alt fühlen würde. Ausserdem
bezeichne ich mich lieber als reif. Im Moment haben reife Menschen zum Glück wieder eine
Chance."
Lys ASSIA (geboren 1924 als Rosa Mina Schärer), schweizerische Schlagersängerin und
Schauspielerin
„Welche Bilder wir vom Alter haben, entscheidet darüber, wie wir das Alter selbst erleben.
Viele Untersuchungen zeigen, dass diejenigen Menschen ein erfülltes Alter haben, die auch
ein positives Altersbild haben, sich ihre Neugier bewahren und eine lebendige Ausstrahlung
behalten. Fitness, Life-Style-Programme und Anti-Aging tragen nicht ernsthaft zum Altersbild
bei, das sind meist nur Werbeklischees."
Helmut BACHMAIER, Prof. Dr., Mitglied des Stiftungsrates der Tertianum-Stiftung
„Nicht die Natur schafft die Probleme, sondern eine Wissenschaft, die nicht wahrhaben will,
dass die meisten Menschen das ständige Anwachsen der Lebenserwartung durchaus nicht
als Geschenk, sondern als veritable Drohung empfinden. Unbeeindruckt von solchen
Gefühlen sprechen die Gerontologen von «gewonnenen Jahren»"
Konrad ADAM, deutscher Journalist und Publizist
„Wer nicht das Glück hat, aus einer Familie von 100-Jährigen zu stammen, dem bleibt
vorerst nur die Hoffnung, durch gesunde Ernährung, Sport und zwei Glas Rotwein am Abend
Altersleiden wie Diabetes oder Herzinfarkt vorbeugen zu können."
Ulrich BAHNSEN in Die Zeit, 22.01.03
„Ältere Menschen sind überraschenderweise auch sehr anpassungsfähig und in der Lage,
ein positives Lebensgefühl aufrechtzuerhalten, selbst dann, wenn sich ihr Aktionsradius
einschränkt und die physischen Kräfte nachlassen."
Paul B. BALTES, deutscher Gerontologe (1939 - 2006)
„Ganz gleich, wie sich unsere Kenntnisse und Möglichkeiten auf dem Gebiet der Prävention
entwickeln - sie werden allesamt kalt und seelenlos bleiben, wenn sie nicht in eine
persönliche Philosophie der zweiten Lebenshälfte eingebunden werden, die auch die
grundsätzliche Akzeptanz unseres Alterns und Sterbens mit einschliesst."
Christoph M. BAMBERGER, deutscher Hormonexperte und Anti-Aging-Arzt
„Am schwersten ist es wohl, die Abhängigkeit von Liebe und Geschlechtstrieb abzuschütteln;
aber wenn man muss, lernt man es - wie es Millionen vor einem auch gelernt haben. Wenn
man älter wird, lässt dieses Feuer ja ohnehin nach; es wärmt einen, aber es verbrennt einen
nicht mehr."
Vicki BAUM, österreichische Musikerin (Harfenistin) und Schriftstellerin, 1888 - 1960
"Ich bin nämlich nicht der Ansicht, dass Altwerden mit Vertrotteln gleichzusetzen ist. ‚Nein,
das mache ich nicht, dazu bin ich zu alt!' - dieser Satz kommt mir nicht über die Lippen. Ich
lese alles, ich lerne alles und mache vieles, wofür ich früher keine Zeit hatte."
Maria BECKER, Schauspielerin, 1920 - 2012
„Anti-Aging boomt. Kein Wunder, denn wer möchte nicht so lange als möglich jung bleiben?
Aber bei genauem Hinsehen zeigt sich, dass Anti-Aging diskriminierend ist. Es impliziert
nämlich, dass Alter und Altern etwas Negatives ist, gegen das man ankämpfen muss."
Roberto BINSWANGER, Redaktor bei Seniorweb
„Man sagt, die Weisheit eines alten Menschen bestehe im resignierten Akzeptieren der
eigenen Grenzen. Doch um sie akzeptieren zu können, muss man sie erkennen. Um sie zu
kennen, muss man versuchen, ihnen einen Sinn zu verleihen. Ich bin nicht weise geworden.
Die Grenzen kenne ich wohl, aber ich akzeptiere sie nicht. Ich gestehe meine Grenzen ein,
aber nur, weil ich nicht anders kann."
Norberto BOBBIO, italienischer Rechtsphilosoph, 1909 - 2004
„Leute, die ihr ganzes Leben nicht gelesen haben, werden es auch nicht tun, wenn sie
verrentet sind. Auch wenn sie sagen, diese Bücher lese ich dann alle. Es ist ja nicht so, dass
es plötzlich eine Zäsur gibt, und man ist ein anderer Mensch. Oder ein neuer."
Silvia BOVENSCHEN, deutsche Literaturwissenschaftlerin, Autorin und Essayistin, geb.
1946
„Mit den Sehnsüchten ist es so eine Sache: Alle haben etwas - und allen fehlt etwas. Ich
beispielsweise besitze ein Haus, aber ich habe niemanden, mit dem ich das teilen kann.
Doch mein wohl grösster Wunsch ist es, noch lange bergsteigen zu können. Ich stürme die
Gipfel seit meiner Jugend. Und als Nächstes wäre mal wieder der Pilatus fällig. Der Aufstieg
dauert manche Stunde, aber Bewegung ist alles für mich."
Rolf BRÄM, Zürich, geboren 1929
„Ja, man sagt, im Alter nehmen alle Sinne ab, nur der Eigensinn nehme zu. Das muss aber
nicht sein. Denn Starrheit ist der Anfang vom Tod."
Niklaus BRANTSCHEN, Schweizer Jesuitenpater und Zenmeister (geb. 1937)
„Nichts wäre ich lieber gewesen als ein richtiger Alter, und so wie manche sich wünschen
reich zu werden, und an nichts anderes denken, bis es ihnen gelingt, so war mein heftigster
Wunsch, alt zu werden."
Elias CANETTI, Schrifsteller deutscher Sprache und Literatur-Nobelpreisträger, 1905 - 1994
"Die junge Generation hat auch heute noch Respekt vor dem Alter. Allerdings nur beim
Wein, beim Whiskey und bei den Möbeln."
Truman CAPOTE, amerikanischer Schriftsteller und Schauspieler, 1924 - 1984
„Was ich beobachte, ist, dass bei Vorträgen über das Alter relativ wenige Männer anwesend
sind. Frauen suchen eher Informationen zu Gesundheitsthemen, sie gehen auch häufiger
zum Arzt, lassen ihre Brille kontrollieren, testen ihr Gehör und schaffen wenn nötig ein
Hörgerät an. Sie besprechen ihre Probleme mit Freundinnen. Ich vermute, dass sie die ihnen
verschriebenen Medikamente konsequenter einnehmen und dass sie vielleicht im
Allgemeinen in Bezug auf Ernährungsempfehlungen mehr Disziplin zeigen."
Elinore CHAPMAN Herschkowitz, Germanistin, geboren 1944
„Grosse Dinge vollbringt man nicht durch körperliche Kraft, Behendigkeit und Schnelligkeit,
sondern durch Planung, Geltung und Entscheidung; daran pflegt man im Alter nicht nur nicht
abzunehmen, sondern gar noch zuzunehmen."
Marcus Tullius CICERO, römischer Politiker und Redner, 106 - 43 v. Chr.
„Das (Alterslimiten von 65 Jahren für Glarner Regierungsräte) würde ich bekämpfen, weil ich
es für falsch halte. Das Volk soll die Leute abwählen, die zu alt zum Regieren sind. Doch
man sollte keine starre Altersregelung haben. Das wird dem Leben nicht gerecht."
Pascal COUCHEPIN, schweizerischer Altbundesrat, geboren 1942
„Wenn man begriffen hat, was die Lebensbedingungen der alten Menschen bedeuten, wird
man sich nicht damit begnügen, eine grosszügigere 'Alterspolitik', eine Erhöhung der Renten,
gesunde Wohnungen und Freizeitgestaltung zu fordern. Es geht um das ganze System, und
die Forderung kann nur radikal sein: das Leben verändern."
Simone DE BEAUVOIR, französische Schriftstellerin, Philosophin und Feministin, 1908 1986
„Eine der grössten Errungenschaften seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist der Anstieg der
Lebenserwartung. Trotz Weltkriegen, Pandemien und Wirtschaftskrisen gewannen die
Menschen im Durchschnitt drei zusätzliche Monate in jedem Jahr."
Gabriele DOBLHAMMER, Rostocker Zentrum zur Erforschung des Demografischen
Wandels
„Nun, da ich das fünfzigste Lebensjahr erreicht habe, glaube ich, lange genug gelebt zu
haben. Dennoch würde ich gerne noch einmal jung sein, wenigstens für einige Jahre, denn
um mich herum sehe ich ein goldenes Zeitalter aufblühen."
ERASMUS von Rotterdam, bedeutender Gelehrter des europäischen Humanismus, 1469 1533
„Das ganze Leben basiert auf Selbstverantwortung. Warum soll dies beim Autofahren und
mit 72 aufhören? Der Fahrausweis auf Zeit birgt die Gefahr, dass sich die Leute in einer
falschen Sicherheit wiegen. Wir brauchen eine Diskussion über Fahrtüchtigkeit, nicht über
Senioren."
Angeline FANKHAUSER, alt Nationalrätin, geboren 1936
„Dieses ganze Gerede, dass die Gehirnzellen im Alter absterben, kommt eigentlich nur
daher, dass sich die Leute von allen Energiequellen abschneiden, die neue Ideen und
Hoffnung und Emotionen bringen."
Betty FRIEDAN, amerikanische Feministin und Publizistin, 1921 - 2006
„Ich verschwende nicht viel Zeit auf den Gedanken, was ich in meinem Leben hätte anders
machen sollen. Das Leben packt einen und vergeht - und einer der wichtigsten Leitsätze der
Wirtschaftswissenschaften lautet: Verlorene Kosten sind verlorene Kosten! Deswegen grüble
ich nicht."
Milton FRIEDMANN, US-amerikanischer Ökonom, 1912 - 2006
„Ich geniesse das Leben als mürrischer alter Mann. Es macht mir sehr Spass, unverblümt
meine Meinung zu sagen und zu wissen, niemand kann mir etwas dafür tun. Mit einer
Einschränkung: Zu Hause ist das umgekehrt. Dieses Recht hat sich Gundula vor 54 Jahren
herausgenommen."
Joachim FUCHSBERGER, deutscher Schauspieler und Entertainer, 1927 - 2014
„Letzthin hat mich meine Tochter gefragt, ob mein Mann und ich uns schon fürs Altersheim
angemeldet haben. Das hat mich total schockiert. Da möchte ich noch lange nicht hin.
Wenn's mal sein muss, tant pis. Aber es gibt zunehmend mehr neue Möglichkeiten, um
möglichst lange autonom zu Hause zu bleiben. Ich bin nicht jemand, der sich vorzeitig
Sorgen macht."
Giovanna GALLO, Italienerin, wohnhaft im Wallis, geboren 1945
„Ich fühle mich so alt, wie ich bin. Das interessiert mich gar nicht: gefühltes Alter, wahres
Alter. Die Leute haben eine solche Panik vor dem Alter. Sie sagen, man sei nur so alt, wie
man sich fühlt, und lachen dabei. Diese Society-Kosmetik! Das halte ich alles für totalen
Schwindel und Blödsinn."
Bruno GANZ, international tätiger Schweizer Schauspieler, geboren 1941
"Das Alter hat auch gesundheitliche Vorteile: Zum Beispiel verschüttet man ziemlich viel von
dem Alkohol, den man trinken möchte."
André GIDE, französischer Schriftsteller, 1869 - 1951
„Noch nach dem achtzigsten Geburtstag körperlich zu lieben, ist eine Leistung., die ich mit
Victor Hugo teile, aber noch komme ich Natalie Clifford Barney nicht gleich, die als
Neunzigerin ihr Verhältnis mit einer jungen Italienerin weiterführt."
Claire GOLL, deutsch-französische Schriftstellerin und Journalistin, 1890 - 1977
„mit welcher andacht schaut der mensch im alter empor zu den leuchtenden sternen, die seit
undenkbarer zeit so gestanden haben, wie sie jetzt stehen und die bald auch über seinem
grab glänzen werden."
Jacob GRIMM, deutscher Sprach- und Literaturwissenschaftler, 1785 - 1863
„Die demografische Struktur ist weder von Natur aus noch von der Vergangenheit her
vorgegeben. Es gibt keine verzerrte Altersstruktur. Bei genauerem Hinsehen ist die
klassische Alterspyramide mit breiter Basis an Kindern sogar eine mörderische Struktur."
Peter GROSS, Autor und Publizist, emeritierter Professor für Soziologie, geboren 1941
„Ich bin offensichtlich vom Schicksal begünstigt. Mein Leben war reich an bedeutsamen
Ereignissen, von Beginn meiner zivilen Laufbahn als Landwirt in Chesalles-sur-Oron an und
hernach während meiner militärischen Karriere, die mit meiner Wahl zum General und
Oberbefehlshaber der Armee gekrönt wurde. Und besonders reich wurde mein Leben durch
die treue Gefährtin, die mir beschieden war. Sie war meine sicherste Stütze, namentlich in
der Zeit des Aktivdienstes, und wir erlebten vor zwei Jahren das grosse Glück, miteinander
unsere Goldene Hochzeit feiern zu dürfen."
Henri GUISAN, General und Oberbefehlshaber der Schweizerischen Armee während der
Zeit des Zweiten Weltkrieges, 1874 - 1960
„Nie den Sex aufgeben. Sex ist wichtig, Sex ist gesund, belebend und erregend. Sex tut
einfach gut. Sex hält definitiv jung, körperlich und geistig. Sex stimuliert uns und Sex hilft uns
zu entspannen. Da ändert sich im Alter nichts."
Helen GURLEY Brown, amerikanische Chefredakteurin und Publizistin, geboren 1922 - 2012
„Nach und nach, Anfang Neunzigerjahre, gab ich alles ab. Man muss rechtzeitig abgeben,
das ist etwas vom Wichtigsten im Leben. Sonst stirbt es ab, bevor man abgibt. Oder man
stirbt selber."
Walther A. HEGGLIN, Hotelier, Politiker, geboren 1927 - 2013
„Herrlich ist für alte Leute
Ofen und Burgunder rot
und zuletzt ein sanfter Tod Aber später, noch nicht heute!"
Hermann HESSE, Dichter, Schriftsteller und Maler, 1877 - 1962
„Es ist seltsam - obwohl ich über achtzig bin, wäre ich gerne weiter Korrespondent. Wenn
eine Zeitung käme und mit fragen würde, wollen Sie nach Beirut - es würde mir extrem
schwer fallen, Nein zu sagen."
Arnold HOTTINGER, Orientalist, Auslandberichterstatter, Buchautor, geboren 1926
„In solchen Fällen war ‚der Alte' an der Reihe. Der mit Abstand Älteste war ich. Irgendeinmal
hatte es der Hinterste kapiert, dass der Alte politisch nicht mehr höher hinaus wollte. Meine
Karriere konnte im Rückspiegel betrachtet werden. Ich war für keinen mehr ein Konkurrent."
Helmut HUBACHER, 1975 - 1990 Präsident der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz,
geboren 1926
„Um die tägliche Diskriminierung schmackhaft zu machen greift man zu einem linguistischen
Lifting. Das Wort ‚Alte' existiert nicht mehr. Schönfärberisch spricht man von ‚Senioren' und
‚Pensionären', von ‚Ruheständlern' und ‚Veteranen', von ‚Betagten' und ‚Oldies'."
Heiner HUG, Schweizer Fernsehjournalist und Buchautor, geboren 1946
„Den letzten Lebensabschnitt mit allen machbaren und fragwürdigen Mitteln ausdehnen zu
wollen, finde ich absurd. Es gibt Millionen von Kindern auf der Welt, die Hunger haben. Diese
müssten zuerst eine Chance bekommen, bevor wir in den westlichen Ländern unser Leben
um jeden Preis zu verlängern versuchen."
Helen ISSLER, pensionierte Redaktionsleiterin und Moderatorin beim Schweizer Fernsehen,
geb. 1946
„Das wäre jetzt prätentiös, wenn ich als sehr alter Mensch sagen würde, dass mit dem Alter
die Weisheit zunimmt. Gewiss, man ist reicher an Erfahrungen, und Erfahrung ist auch eine
Form von Weisheit. Meine Erfahrungen möchte ich, so sehr ich es noch vermag, nutzen und
weitergeben. Gleichzeitig verliert man seine Gewandtheit, physisch und intellektuell."
Wojciech JARUZELSKI, polnischer Politiker und General, 1923 - 2014
„Dinge, die man im Leben falsch angepackt hat, sind eine sehr gute Lehre. Ich finde es auch
wichtig, mit Menschen wieder ins Reine zu kommen, mit denen man einmal Streit hatte. Man
sollte sich stets wieder in die Augen schauen können. Vor allem als alter Mensch."
Udo JÜRGENS, österreichischer Komponist und Sänger, 1934 - 1914
„Alter ist gekennzeichnet von verschiedenen Visionen: Ruhestand, Kontinuität,
Vergangenheits- bzw. Jugendorientierung oder Neuorientierung. Es gibt keinen Königsweg.
Vielmehr verleiht eine individuelle Mischung zwischen Musse, Fortsetzung, bisheriger
Interessen, aber auch das Wagen neuer Projekte einem eigenen Lebensstil seine Gestalt."
Urs KALBERMATTEN, schweizerischer Gerontologe, geboren 1947
„Im Alter ändert sich so vieles für einen Menschen, bei mir ist das jedenfalls so. Es kommen
Krankheiten, die man nur theoretisch erwartet hat. Und wenn sie sich dann praktisch
einstellen, wird es schwierig. Der Mensch hat es schwer, bei all den Unwägbarkeiten des
Alters die Heiterkeit zu bewahren."
César KEISER, Kabarettist, 1925 - 2007
„Ein sicheres Zeichen für das Alter eines Mannes ist, wenn er vergisst, seinen Hosenschlitz
zu schliessen. Die richtigen Probleme kommen aber erst, wenn er vergisst, ihn zu öffnen."
Ephraim KISHON, Satiriker, 1924 - 2005
„Man muss sich einen Stecken in der Jugend schneiden, damit man im Alter daran gehen
kann."
KONFUZIUS, chinesischer Philosoph, vermutlich 551 - 479 v. Chr.
„Es gibt so viele Abschiede: den Abschied vom Theater, den Abschied von der Stadtmission,
den Abschied von lieben Menschen, die sterben, den Abschied von schnellen Schritten.
Lauter kleine Tode. Die Welt wird klein und kleiner. Und einmal ist genug."
Lotti KÖNIG, Schauspielerin und Stadtmissionarin in Basel, 1909 - ?
„Alte Menschen gehören auf die öffentliche Bühne, damit Begegnungen zwischen den
Generationen möglich werden. Sie könnten etwa Patenschaften übernehmen, zum Beispiel
für junge Menschen, die arbeitslos sind, und so ihre Erfahrungen weitergeben."
Andreas KRUSE, deutscher Gerontologe, seit 1987 für die Altenberichte des Bundestags
verantwortlich, geboren 1955
„Dass es mir so gut geht, liegt an meiner Frau. Ganz sicher. Wenn mein Schatz nicht mehr
heimkäme, ich könnte nicht mehr leben. Wenn ich sie nicht mehr hätte. Sie ist da für mich,
kocht, ist lieb mit mir, seit vierzig Jahren. Darum geht es mir so gut. Das ist das Geheimnis.
Einfach etwas Wunderbares ist sie, die Frau."
Ferdi KÜBLER, Velorennfahrer, Skilehrer, PR-Fachmann, geboren 1919
„Wäre es nicht an der Zeit, dass die alten Menschen den jüngeren zeigten, wie viel
glücklicher sie sind, als wir alle denken?"
Gunhild KÜBLER, schweizerische Literaturkritikerin
„Aber dann - vor gut einem Jahr habe ich geheiratet. Wirklich, das hätte ich mir nie träumen
lassen. Hat das bei mir noch eingeschlagen. Sie ist Bibliothekarin, Buddhistin, noch jung, ich
bin fast neunzig und Protestant. Das geht bestens zusammen. Da werden die Diskussionen
interessant."
Jacques KUHN, Unternehmer, Erfinder, Tibetologe, geboren 1919
„Dankbarkeit bleibt somit die Grundstimmung, in der ich auch diesen zweiten Teil meines
Lebensberichts vorlege. Aus dieser Dankbarkeit heraus darf ich meinen Lebensweg vielleicht
noch eine kleine Weile in tapferer Heiterkeit weitergehen."
Hans KÜNG, geboren 1928, katholischer Theologe, in „Umstrittene Wahrheit; Piper 2007
„Wenn man alt ist, wird einem bewusst: Wir alle gehen auf's Sterben zu. Ich finde, das kann
einen ja auch heiter stimmen, oder? Man weiss, es ist halt einfach so. Ich hoffe, dass ich bis
zum Ende immer noch etwas Positives, etwas Heiteres, etwas zum Lachen habe. Nur so
kann man das Alter annehmen."
Margrit LÄUBLI, Kabarettistin, geboren 1928
„Das Alter lässt sich leicht ertragen, wenn man den Faltenwurf im Gesicht als künstlerische
Drapierung betrachtet."
Vivien LEIGH, britische Schauspielerin, 1913 - 1967
„Es gibt schliesslich kein Verbot für alte Weiber, auf Bäume zu klettern."
Astrid LINDGREN, schwedische Kinder- und Jugendbuchautorin (Pipi Langstrumpf), 1907 2002
„Viele Frauen behaupten, sie würden kosmetische Massnahmen für sich selber vornehmen
lassen, einfach weil sie es sich wert sind! In Wahrheit sind Männer der eigentliche Motor für
das weibliche Streben nach Schönheit - und dies bis ins höchste Alter. Dabei schliesse ich
mich nicht aus."
Madeleine MÄGLI, Kosmetikerin, geboren 1955
„Die wirklich alten Leute müssen keine Rolle mehr spielen im Leben. Und das zeigt sich auch
vor der Kamera. Da gibt es Parallelen zu Kindern: Auch die bewegen sich sehr natürlich,
offen und gelöst, wenn man sie fotografiert."
Ursula MARKUS, fotografierte Hochaltrige im Buch „Schöne Aussichten!", Schwabe, 2007
"Alles hat seine Zeit. In der Jugend rennt man den Frauen nach, dann dem Geld und im Alter
der Gesundheit."
Roland MARTY, ehemaliger Wirt und Weltenbummler aus Frauenfeld
„Ich bin, glaube ich, mit achtzig ein viel vergnügterer Mensch, als ich es mit zwanzig oder
dreissig war. Auf keinen Fall wäre ich gern nochmals Teenager. Die Jugend ist zwar etwas
Herrliches, aber sie durchzumachen ein recht schmerzhafter Prozess."
Henry MILLER, US-amerikanischer Schriftsteller und Maler, 1891 - 1980
„Das menschliche Gehirn ist auch in weit fortgeschrittenem Alter mit einer Fülle von
Möglichkeiten ausgestattet, die ungleich vielfältiger sind als das, was man ihm zubilligt."
Rita LEVI MONTALCINI, Neurobiologin und Nobelpreisträgerin, 1909 - 2012
„Viele Menschen freuen sich in forciertem Scheinoptimismus auf das Alter, besonders wenn
sie keine materiellen Sorgen haben. Man denkt an ein Leben ohne Zwang und hofft auf
individuelle Freiheit und beglückende Gartenarbeit."
Ernst MÜHLEMANN, thurgauischer Nationalrat und Brigade-Kommandant (1930 - 2009)
„Wenn ich wählen müsste zwischen einem Rollator und einem Mann, würde ich den Rollator
nehmen."
Milly MÜLLER, 87-jährig
„Nur auf das Alter nach Jahren abzustellen - ohne Berücksichtigung der individuellen
Fähigkeiten - ist reine Willkür. Ausserdem trifft die Alterslimiten die Betroffenen umso mehr,
als für sie nicht einzusehen ist, dass sie bis zum 65. Geburtstag eine anspruchsvolle
Tätigkeit ausüben konnten und ab dem ersten Tage nach Erreichung der Altersgrenze dazu
nicht mehr fähig sein sollen."
Marlies NÄF-Hofmann, ehemaliges Mitglied des thurgauischen Kantonsparlamentes
(Grosser Rat), geboren 1926
"Das Alter ist nicht mehr ein natürlicher physiologischer Prozess, an den man sich anpasst,
sondern eine 'Volkskrankheit', in die man von vornherein medikamentös eingreift. Anti-Aging
lautet das merkantil einträgliche Zauberwort. Vor allem der alternde Mann ist im Visier. Für
'Krankheitsbilder' im Alter sorgen immer strengere Organmesswerte. Sie diktieren eine
Neudefinition der Gesundheit aufgrund von Normen, die bei Jugendlichen festgelegt und
undifferenziert auf ältere Menschen übertragen werden."
Frank NAGER, Prof. Dr. med., schweizerischer Internist und Schriftsteller, geboren 1929
„Wir werden es nie ganz verstehen, zuletzt bleibt immer ein Geheimnis. Je länger ich es mir
überlege, je älter ich werde, desto öfter habe ich das deutliche Gefühl - ich war wie an einem
Sicherungsseil. Es kam, wie es musste, und es war richtig. Es gibt kaum einen Moment in
meinem Leben, auch nicht einen negativen, von dem ich nicht sagen kann: Er war erfüllt."
Eduard NEUENSCHWANDER, Architekt, Biologe, 1924 - 2013
„Dauernd höre ich 'Du bist aber auch noch fleissig.' Früher hat mir das nie jemand gesagt, da
war es eine Selbstverständlichkeit. Oder die Frage: 'Arbeiten Sie noch ein bisschen?' Dieses
'noch' ärgert mich masslos. Ja, was soll ich denn machen? Ein bisschen Freiwilligenarbeit?
Den Garten? Ewige Ferien? Dafür bin ich noch zu jung."
Klara OBERMÜLLER, schweizerische Journalistin, Schriftstellerin, Verlegerin und
Fernsehmoderatorin, geboren 1940
"36 Jahre lang habe ich mir vorgestellt, wie ich den Lebensabend auf Sizilien geniesse, aber
jetzt habe ich Heimweh nach der Schweiz!"
Angelo OLIVA, frühpensionierter Gastarbeiter, geboren 1943, wohnhaft in Solarino/Sizilien
„Der Generationenpakt erfordert ein Menschenbild, bei dem jeder Einzelne bereit sein muss,
sich gemeinsam mit anderen (und nicht gegen andere) weiterzuentwickeln.
Zukunftsprobleme können nur im Miteinander der Generationen gelöst werden. Gefordert
sind Eigeninitiative, Zivilcourage und soziale Sensibilität. Sich wirksam für Mitmenschen
einzusetzen und zu engagieren, heisst: Achtung vor dem gelebten Leben."
Horst W. OPASCHOWSKI, deutscher Erziehungswissenschaftler und Freizeitforscher,
geboren 1941
„Ich verliebte mich noch einmal. Mit allem, was dazu gehört. Verliebt sein ist eine ungeheure
Kraft. Fast dreissig Jahre sind Sunday und ich jetzt zusammen. Und es gibt für mich nichts
Schöneres, als zu wissen, dass diese Frau mich begleiten wird bis zur letzten Tür. Die Liebe
ist die beste Kraft, die es gibt. Fast noch besser als Musik."
Hazy OSTERWALD, Musiker, Bandleader, Komponist, 1922 - 2012
"Wirklich gut lebte ich, solange meine Frau gelebt hat. Wir waren 58 Jahre zusammen; sie
war 86, als sie starb. Solange sie noch am Leben war, bin ich gut gealtert. Als sie starb,
wurde ich schlagartig zum Greis. Und die Gebresten begannen sich zu häufen."
Paul PARIN, schweizerischer Psychoanalytiker und Schriftsteller, 1916 - 2009
„Die besten Jahre deines Lebens liegen vor dir, offen wie ein bunter Fächer, und du sitzt hier
rum und schmollst. Schau dir all die Frauen an, die erst lange nachdem sie - sagen wir - voll
erblüht waren, berühmt geworden sind."
Dorothy PARKER, amerikanische Schriftstellerin, 1893 - 1967
„Es ist viel von ‚Gerontokratie" die Rede, von einer Herrschaft der Alten. Die Befunde sind
hier eindeutig: Die mittlere Generation hat in der Schweiz das Sagen. Dabei reicht diese
‚Mitte' nach allgemeinem Verständnis heute vom 40. bis zum 60. Lebensjahr."
Pasqualina PERRIG-Chiello, Prof. Dr., schweizerische Generationforscherin
„Will man verstehen, weshalb manche Menschen ein gutes, glückliches und erfülltes Alter
haben und andere nicht, dann darf man das Alter nicht isoliert betrachten oder unter bloss
allgemeinen Gesichtspunkten, sondern muss es als Teil des individuellen Lebenszyklus
sehen."
Lily PINCUS, deutsch-britische Autorin, 1898 - 1981
„Grossmütter und Grossväter sind Verbindungsglieder und Schlüssel zur eigenen Herkunft
und Vergangenheit. Sie verkörpern das, was einmal war und woher man kommt. Dadurch
und mit ihren eigenen Erinnerungen stellen sie das Gedächtnis des eigenen sozialen und
kulturellen Hintergrundes dar."
Simone PRODOLLIET, Ethnologin, Mitarbeiterin von Caritas Schweiz, geboren 1957
„In der Jazzmusik kann man gut alt werden. Da gibt es keine Diskriminierungen. Im
Gegenteil. Man hat sehr viel Respekt vor Leuten, die lange dabei sind. Und die jungen Leute
wollen von uns alten Hasen lernen. Sie wollen mit uns zusammen musizieren, und das geht
prima."
Bill RAMSEY, Jazzsänger und Entertainer, geboren 1931
„Es stimmt zwar schon, dass junge Leute schneller als alte rennen können. Aber manchmal
kennen die Alten die besseren Abkürzungen."
Peter REBER, schweizerischer Liedermacher und Sänger, geboren 1949
„Die demografische Entwicklung lässt sich auf einen einfachen Nenner bringen: weniger
Menschen, weniger Konsumenten, weniger Junge, mehr Alte. Eigentlich ganz einfach. Und
dennoch begreifen viele Unternehmenslenker die Auswirkungen nicht."
Andreas REIDL, dipl. Betriebswirt, Inhaber einer Agentur für Generationen-Marketing
„Wir, die Älteren, hätten es in der Hand, einige Dinge zurechtzurücken, wenn wir
geschlossen stimmten. Nur eben, älter sein heisst zwar nicht dümmer werden, aber auch
nicht unbedingt gescheiter."
Iwan RICKENBACHER, geboren 1943, Prof. Dr., Kommunikationsberater und ehemaliger
Generalsekretär der CVP Schweiz
„Für meine Beerdigung wünsche ich mir als Schauspieler natürlich ein volles Haus und eine
schöne Inszenierung."
Walter RODERER, Schweizer Volksschauspieler, 1920 - 2012
"Ich habe Stammkunden, die seit 40 Jahren zu mir kommen. In den letzten zehn Jahren
wurde ich freier und habe immer mehr Freude an meinem Beruf bekommen."
Robert ROSENBERGER, 71, Herrencoiffeur in Zürich
„Freiheitschancen (im Hinblick auf eine ‚späte Freiheit') sind ungleich verteilt. Ökonomische
Ressourcen wie Pensionszahlungen definieren nicht aus sich bereits Freiheitschancen, ja
nicht einmal zureichend Zugangschancen. Aber sie sind ein sehr wichtiges zu beachtendes
Element in der Freiheitsdiskussion für das höhere Alter."
Leopold ROSENMAYR, österreichischer Familien-, Jugend- und Altersforscher, geboren
1925
"Wie immer man auch den literarischen Wert des Buches beurteilen mag, die Tatsache, dass
ich es zu Ende gebracht habe, hat mir neuen Lebensmut gegeben und lässt mich im reifen
Alter von dreiundneunzig Jahren das Leben mehr lieben denn je."
Arthur RUBINSTEIN, polnischer Pianist, 1887 - 1982
„Dem alternden Menschen erschliessen sich im Rückblick auf sein eigenes Leben oftmals
grössere Zusammenhänge, und er gelangt zu neuen Einsichten. Einige Lebensereignisse
erhalten einen anderen Stellenwert, und manchem Leid kann eine veränderte Bedeutung
beigemessen werden. Aus einer so gereiften Sichtweise können oftmals Weisheit, Güte und
Gelassenheit erwachsen."
Renate RUHLAND, Diplomarbeit an der Universität Duisburg-Essen, 2006
„Ich merke das Alter nur in den Knochen. Sie geben mir zu verstehen, dass ich nicht mehr
dreissig bin. Mein Kopf vermittelt mir das bedeutend weniger - mal abgesehen von der
Abteilung Namensgedächtnis."
Gunter SACHS, Fotograf, Filmregisseur, Kunstsammler und Astrologe, vor allem aber einer
der bekanntesten deutschen Lebemänner der 1960er und 70er Jahre und gilt quasi als
Prototyp eines deutschen Playboys, 1932 - 2011
„Fängst du dir zu beweisen an,
dass du noch jung geblieben bist,
dann lieber Freund, denk stets daran,
dass dies ein Alterszeichen ist."
Wolfgang SALPETER, deutscher Publizist
„Altern ist - in den Augen der Gesellschaft - teuer und unproduktiv, aber wir tun alles, um
noch länger zu altern. Altern ist das künftige Problem der ganzen Welt."
Frank SCHIRRMACHER; Das Methusalem-Komplott (Blessing, 2004), geboren 1959
"Je älter man wird, desto weniger Angst muss man haben, denke ich. Am meisten Angst
hatte ich in der Nazizeit und im Krieg."
Helmut SCHMIDT, deutscher Altbundeskanzler, 1918 - 2015
„Das heutige Gesicht des Alters ist ein anderes als das vor 50 und erst recht vor 100 Jahren.
Die vergleichsweise durchschnittlich bessere finanzielle und gesundheitliche Situation und
die daraus gewachsene grössere Unabhängigkeit der älteren und alten Menschen von der
Familie führten auch zu Veränderungen in ihrem Verhalten."
Reinhard SCHMITZ-SCHERZER, Professor em. für Soziale Gerontologie, geboren 1938
„Dieses sogenannte ‹Zufriedenheitsparadoxon› bedeutet, dass die Lebenszufriedenheit im
hohen Alter fast nicht oder gar nicht absinkt, obwohl die objektive Situation der Hochbetagten
durch viele Veränderungen zum Schlechteren ausgezeichnet ist. Offensichtlich gelingt es
den Meisten, die negativen Erfahrungen ihres Alters so zu verarbeiten, dass sie weiterhin
zufrieden sein können."
Hans-Dieter SCHNEIDER, Psychologe, Prof. emeritus, Universität Freiburg/Schweiz
„Wir leben mit den drei Polen: Mit der Vergangenheit lernen, in der Gegenwart leben, an die
Zukunft denken. Die drei Pole muss man in sich tragen, und das begreift man mit
zunehmendem Alter besser."
Peter SODANN, deutscher Schauspieler, geboren 1936
Solon, der zu den sieben Weisen Griechenlands gezählt wird, leistete - bereits hochbetagt als einziger athenischer Bürger dem Tyrannen Pisistratos Widerstand. Wutschnaubend
fragte der Tyrann den Philosophen: "Was gibt dir denn das Recht, als einziger gegen mich
zu sein?" Solon entgegnete: "Das Alter."
SOLON, griechischer Philosoph, 640- 559 v. Chr. (aus "Philosophenanekdoten", Reclam,
2006)
„In japanischen Firmen werden vor schwierigen Entscheiden oft die alten, ausgeschiedenen
Mitarbeitenden um ihre Meinung gefragt. Bei der eigentlichen Entscheidung sind sie dann
aber nicht dabei. Das finde ich ein interessantes Modell."
Judith STAMM, frühere CVP-Politikerin und Luzerner Nationalrätin, geboren 1934
„Mit entsprechenden Rollen kann man (als Schauspielerin) ins Alter hineinwachsen. Ich habe
schon oft mit einer weissen Perücke am Schauspielhaus die schönsten Rollen gespielt. Und
ich fand: Die steht mir ja gut! Also keine Angst vor dem Alter!"
Renate STEIGER, schweizerische Schauspielerin
"Im Gegensatz zu früher, als ich in den Nummern wechselnde Rollen spielte, bleibe ich nun
hundert Minuten am meinem Tisch sitzen, statt Stand-up- mache ich heute Sit-downComedy".
Emil STEINBERGER, schweizerischer Kabarettist, geboren 1933
„Der Verdrängungsmechanismus funktioniert ziemlich gut. Als junger Mensch schaute ich im
Tram oft alte Leute an und konnte nicht verstehen, wie die das überhaupt aushalten, die
Gewissheit, dass ihnen nur noch wenig Zeit bleibt. Das hält man offenbar aus bis 100. Man
könnte nicht leben, wenn man sich bewusst wäre, was alles passieren kann."
Martin SUTER, Schweizer Autor, geboren 1948
„Zum Beispiel macht der alte Mensch sich weniger Sorgen über das Altern als der junge.
Schwerhörigkeit mit 25 würde einen in Panik versetzen, anders in späteren Jahren, wenn
man dem Gockelstadium entronnen ist: willkommen zur gedämpften Kakophonie."
George TABORI, Schriftsteller, Drehbuchautor, Übersetzer, Dramatiker und
Theaterregisseur ungarischer Herkunft, 1914 - 2007
„Den Anti-Aging-Kampf kann niemand gewinnen, egal ob er mit dem Skalpell oder mit
Hormonen kämpft, wohl aber den für ein glückliches und erfülltes Älterwerden. Und älter
werden wir jetzt."
Eva TENZER, Älter werden wir jetzt (Krüger, 2005)
„Für 20-Jährige ist man mit 35 alt, für 40-Jährige mit 55, für 70-Jährige mit 85. Wie schön!
Selbst ist man es nämlich nie!"
Beni THURNHEER, schweizerischer Sportreporter und Quizmaster, geboren 1949
„Ich bin nun in das Alter gekommen, in dem ich erst mein Gebiss und mein Hörgerät nötig
habe, um zu fragen, wo meine Brille ist."
Tina TURNER, US-amerikanische Sängerin und Schauspielerin, geboren 1939
„Nach 41 Jahren als Musiker im Tonhalleorchester schaffte ich den nahtlosen Übergang ins
Leben als freier Musiker und Autor. Es ist schön, auch im Pensionsalter noch gefragt zu
sein."
Hans Martin ULBRICH, 66, Musiker und Autor aus Rüschlikon
„Nachdem ich kein Geld mehr verdienen musste, habe ich angefangen mit dem Malen.
Schön langsam, wie es der Vater mir zeigte. Strich um Strich, in aller Seelenruhe. Ein
grosses Abenteuer."
Fränzi UTINGER, 84, Sekretärin, Schmugglerin, Unternehmerin
"Wer von Kind an lernt, seinen Körper und seinen Kopf zu trainieren, seine sozialen
Beziehungen und seine Gesundheit zu pflegen, sich immer wieder zu orientieren, Übergänge
und Verlaust zu bewältigen, der hat grosse Chancen, dies bis in hohe Alter beizubehalten."
Ursula VON DER LEYEN, deutsche Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und
Jugend, geboren 1958
„Es ist kein Verdienst von politischen Ruheständlern, dass sie an den legitimen
Machtkämpfen nicht mehr teilnehmen. Sie sollten sich, von ihrer Unabhängigkeit profitierend
und aus ihrer Erfahrung schöpfend, zu Gehör bringen. An der Nachfrage fehlt es nicht."
Richard VON WEIZSÄCKER, deutscher Altbundespräsident, geboren 1920
„Gerade im Alter ist ein gutes Umfeld viel wert. Nach meiner Pensionierung habe ich
ausserdem den ‚Alt-Stadtrat-Club' gegründet, dessen Mitglieder sich dreimal pro Jahr treffen.
Wir sind alle im Alter milder geworden, und die Parteizugehörigkeit spielt sicher keine Rolle
mehr."
Monika WEBER, Schweizer Politikerin, geboren 1943
„Wenn man sagen würde: Er schwimmt noch ganz schön schnell für sein Alter - das würde
ich verstehen. Aber in Bezug auf das Denken, in Bezug auf die Vitalität, die Kultur und Kunst
sollte das Alter eigentlich keine Rolle spielen. Man kann auch mit 75 noch gut denken.
Dieses Noch ist etwas Beleidigendes."
Konstantin WECKER, deutscher Musiker, Liedermacher, Komponist und Autor, geboren
1947
„Ich rate allen Witwen und Witwern: Bleibt aktiv und gebt die Hoffnung nicht auf, einen
passenden Partner zu finden. Allein Stehende sollen wandern, in Kurse gehen oder ihr
Leben sonst interessant gestalten. Aber nicht nur im ‚Sprüngli' Kaffee trinken."
Ruth WESTHEIMER, Sexberaterin, Professorin und Autorin, geboren 1928
"Voraussetzung für eine spätere Pensionierung ist, dass man mit 45 bis 50 Jahren noch
einmal einen Neustart machen kann. Dazu mag ein Sabbatical dienen, eine Weiterbildung,
eine neue Ausbildung oder ein Berufswechsel. Eine solche Massnahme sollte auf 15 bis 20
Jahre Arbeitstätigkeit angelegt sein. Die Pensionierung, die dem heutigen Menschen
entspricht, würde dann zwischen 63 und 70 Jahren liegen."
Ruedi WINKLER, Personal- und Organisationsentwicklung, Zürich
„Die Mitte des Lebens ist heute etwa mit 50 Jahren - und wird von vielen als eine zweite
Pubertät empfunden: Als Zeit, sein bisheriges Leben zu überprüfen und vielleicht neue
Weichen zu stellen."
Peter WIPPERMANN, deutscher Trendforscher und Kommunikationsdesigner, geboren 1949
„Natürlich: Je schwächer man wird, je mehr man einen Stock braucht und die Brille nicht
stimmt, wird man körperlich unsicher. Aber die Standhaftigkeit kann ja auch im Kopf sein, im
Geist, im Gemüt."
Laure WYSS, Schweizer Schriftstellerin, 1913 - 2002
„Ich rede mit niemandem darüber, aber Angst habe ich keine vor dem Sterben. Es ist nicht
so, dass ich mich weigere, über den Tod zu sprechen, es fragt nur nie jemand. Sterben ist
ganz normal und soll so sein. Ich bin alt, und da hat man keine Angst mehr."
Arnold ZWAHLEN, Uhrmacher, Fotograf, geboren 1916
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