Leonard Bloomfield

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Leonard Bloomfield
Leonard Bloomfield wurde am 1. April 1887
in Chicago geboren. Er war der Neffe von
Maurice Bloomfield, ein amerikanischer
Indologe und Sprachwissenschaftler. Seine
Familie zog später nach Wisconsin. 1906
absolvierte er sein Studium Germanistik an
der Harvard Universität. Dabei war er vor
allem an die komparatieve Aspekten der
Sprache interessiert. Seine Doktoberarbeit
schrieb er an der Wisconsin und Chicago
Universität; der Titel: “A Semasiological
Differentiation in Germanic Secondary
Ablaut.", das er 1909 vollendete. Danach
unterrichtete Bloomfield ein Jahr an der
Universität von Cincinnati, bevor er zur
Universität von Illinois ging. Anschließend
studierte er ein Jahr Deutsch in Leipzig und
Göttingen. Zurück an der Universität von
Illinois beschäftigt er sich vor allem mit den
indonesichen Sprachen (Tagalog) und
nordamerikanischen Indianersprachen
(Algonkingruppe), wo er zur linguistischen
Grundlagenforschung kam. Er wollte diese Sprachen nicht mit dem Latein vergleichen,
sondern eine Erklärung für die Sprachen finden aus die Sprachen selber heraus. Auch auf
anderen Fronten setzte Bloomfield sich für eine Verbesserung des amerikanischen
linguistischen Lebens ein. Er war einer der Mitgründer der „Lunguistic Society of
America“, die eine andere Weise von Lesen lernen forderte. Während des Zweiten
Weltkrieges schrieb er Material zum Leselernen für die Soldaten der amerikanischen
Armee. 1940 wurde er zum Professor an der Universität von Yale berufen. In diese
Periode widmete er sich vor allem dem Studium der Indianersprachen.
1946 erlitt er einen Schlaganfall, der dafür sorgte, daß Bloomfield nur noch wenige
Stunden unterrichten konnte. Dazu kam, daß seine Frau an Depressionen litt und er für
seine erkrankte Frau sorgen musste. Leonard Bloomfield starb am 18. April 1949.
Bloomfield wird als Begründer des amerikanischen Strukturalismus, der behavioristichen
Sprachforschung und des Deskriptivisimus gesehen.Viele amerikanische Linguisten
bezeichnen sich als Folglinge Bloomfields, obwohl sie nicht von ihm unterrichtet worden
sind. Die Methoden Bloomfields werden aber immer noch als nützlich und hilfreich
gesehen.
Seine wichtigsten Werke:
1914. Introduction to the Study of Language.
1917. Tagalog Texts with Grammatical Analysis.
1926. A set of postulates for the science of language
1928. Menomini Texts.
1933. Language. London.
1935. The Stressed Vowels of American English. University of Chicago.
1939. Linguistic Aspects of Science.
1942. Outline guide for the practical study of foreign languages
1945. Spoken Dutch und Spoken Russian
Spoken Dutch
Wie schon kurz in der Biografie erwähnt, hat Bloomfield in den Kriegsjahren
Lesematerial für Militäre entwickelt. Einem Monat nach Pearl Harbor haben sich die
Amerikaner überlegt, in welchen Ländern der Einsatz ihrer Truppen notwendig sei. Dafür
brauchten sie Soldaten, die die Sprache des bezüglichen Landes sprechen konnten.
Anhand des Buches „Spoken Dutch“ möchten wir hier zeigen, wie Bloomfield
strukturiert den Amerikanern Niederländisch lernt, wie also sein Strukturalismus in der
Praxis funktioniert. Weil es in dieser Zeit noch nicht viele Textbücher gab, die die
verschieden europäischen Sprachen lernend vermittelten, wurden Bloomfield und andere
Linguistikkollegen beauftragt, ein neues Lernprogramm zu entwickeln. In knapp 600
Seiten wird dem Amerikaner die elementare holländische Sprache beigebracht. Die Form
des Materials sollte vor allem autodidaktisch sein. Selbstverständlich fing Bloomfield
nicht bei Null an. Schon einigen Monaten war die amerikanische Armee in Vorbereitung
auf eventuellen Einsatz der Militäre in Europa. Fast alle Linguisten, vereint im
„Linguistic Society of America“, waren dazu beauftragt, für über 30 Sprachen
Lernmaterial zu entwickeln. Das Buch ist in 30 „Units“ eingeteilt, begleitet von 24
doppelseitig abspielbaren Kassetten mit Tonbandaufnahmen der Sprache. Die Linguisten
waren der Meinung, dass das Lernen einer Sprache optimal ist, wenn es von einem
zweisprachigen Dozenten gelehrt wird únd (noch besser) wenn anwesend im bezüglichen
Land. Weil der Optimalfall hier nicht möglich war, ersetzt der Text den Lehrer und die
Tonbandaufnahmen ersetzten die praktische Sprechakten.
Zum Kurs „Spoken Dutch“
Das Buch enthält alle Vokabular und Grammatik, notwendig für das fließende Sprechen
über tagtägliche Themen. Das Material soll dafür sorgen, dass man die Sprache so schnell
wie möglich lernt. Das folgende Prinzip gilt als Basis: wenn man eine Sprache verstehen
will, sollte man sich im Hören der Sprache trainieren und wenn man sich verständigen
möchte, sollte man die Aussprache üben. Eine kurze Beschreibung der holländischen
Sprachgebiete wird gegeben (die Niederlande und ihre Kolonien). Es wird darauf
hingewiesen, dass auch in Belgien eine „Art“ Niederlädisch gesprochen wird, genauso
wie in Süd-Afrika, das dem Holländischen stark ähnelt. Auch gibt Bloomfield den Leser
den Hinweis, dass es in Holland verschiedenen Arten der Aussprache gibt (so wie in fast
allen Ländern der Welt der Fall ist). Zum Kurs braucht man, wie schon eher erwähnt, das
Buch und die Tonbänder.
Der Text ersetzt den Lehrer, der zu jedem Kapittel eine Erläuterung gibt; die Tonbänder
gibt den Lernenden die Sprache selbst. Am besten wäre es, in einer Gruppe zu lernen,
wobei man einen führenden Sprecher ernennt. Dieser Sprecher muss nicht unbedingt ein
native Speaker sein; es kann auch einer der Lernenden sein. Seine Aufgabe ist es, die
Gruppe zu begleiten und die Gespräche zu kontrollieren.
Der Kurs besteht aus fünf Kapitteln. Jeder Kapittel enthält sechs Einheiten, wovon der
letzte eine Zusammenfassung des betreffenden Einheits gibt.
Alle Einheiten sind wie folgt erstellt:
 Allgemeine Sätze (und Tipps für die Aussprache)
 Idiomübungen
 Wie würden Sie es sagen?
 Zuhören
 Konversation
Jede Einheit sollte in etwas 5 Stunden zu erlernen sein. Das ist aber nur eine
Einschätzung. Das heißt, dass man innerhalb von 130 Stunden die holländische
Umgangssprache schon ziemlich gut beherrscht.
Erläuterung der Einheiten
In den allgemeinen Sätzen werden den Studenten einigen Wörtern gelernt, zuerst in
kurzen Phrasen, dann in Sätzen. Die Sätze werden im Buch in der ersten Spalte auf
Englisch gezeigt. Die rechte Spalte gibt die holländische Übersetzung. Zur
Vereinfachung der Aussprache „buchstabiert“ die mittlere Spalte das Holländische. Die
Aussprache sollte aber besser vom Tonband gelehrt werden; der Text dient mehr als
Unterstützung zur Aussprache. Die Tipps zur Aussprache dienen meistens den schwierig
auszusprechenen Wörtern.
Wenn man zu den Idiomübungen kommt, wird man merken, dass man schon einige
Sachen auf Holländisch sagen kann. In dieser Übung wird gezeigt, wie man andere
Wörter in den schon erlernten Sätzen einsetzen kann und somit andere „neue“ Sätze
bilden kann und je nach dem anderes ausdrücken kann. Die Patrone der Satzbildung wird
deutlich gemacht.
Wie würden Sie es sagen ist ein Training, womit man das gerade Erlernte selber testen
kann. Wenn notwendig sollte man das, was man noch nicht beherrscht, nachschlagen.
Der Begleiter achtet darauf, dass jeder Teilnehmer das Kapittel gut beherrscht.
Zuhören bietet eine Reihe von kurzen Konversationen, die das gerade Bestudierte
wiederholen. Man lernt so die Sprache zu verstehen und die Aussprache wird nochmal
geübt.
Zuletzt die Konversation: sie bildet das Zentrum der ganzen Einheit. Gespräche werden
miteinander geübt, aber diesmal ohne die Texte im Buch. Der Gesprächsleiter sollte
Themen auswählen, worüber gesprochen wird und gibt Tipps zu diesen Gesprächen (was
kann man in einer Situation noch mehr zu diesem Thema sagen?).
Jede Einheit endet mit den Wörtern der gerade besprochenen Einheit, alphabetisch
aufgelistet.
Bloomfield weist daraufhin, dass die Schriftsprache des Holländischen nicht unbedingt
mit der Aussprache übereinstimmt. Der Student sollte zunächst nicht auf die
Schreibweise des konventionellen Holländischen achten, sondern sich vor allem auf die
Aussprache konzentrieren. Erst nach den ersten sechs Einheiten sollte man sich mit der
Rechtschreibung befassen, dies um Verwirrung vorzubeugen.
Beispiele zum Aufbau des Buches:
Englische Äquivalente
Nützliches beim Hören
This is where you start.
(show him in the book)
This is where you stop.
(show him in the book)
Please start.
Wait a minute.
All right, go on.
BĕGHINT – uu als-t-uuBLIEFT HIER.
tot-HIER
Please speak slower.
Please speak faster.
Please speak louder.
Thanks!
BĕGHINT-uu-maar.
EEN OOGHĕblik.
JAA, GHAAT-uu-maar
VERdĕr.
SPREEKT-uu als-t-uuBLIEFT was-LANGzaamĕr.
SPREEKT-uu als-t-uuBLIEFT wat-VLUGHĕr.
SPREEKT-uu als-t-uuBLIEFT wat-HARDĕr.
DANK-uu!
Konventionelle
Schreibweise
Begint u als ‘t u blieft hier.
Tot hier.
Begint u maar
Eén ogenblik.
Ja, gaat u maar verder.
Spreekt u als ‘t u blieft wat
langzamer.
Spreekt u als ’t u blieft wat
vlugger.
Spreekt u als ’t u blieft wat
harder.
Dank u!
Diese ersten Sätzen werden benutzt, wenn man den Begleiter darauf aufmerksam machen
will, dass er zu schnell oder zu langsam redet, usw. Die kapital gedruckten Buchstaben
spricht man lauter. Die einzelnen Vokale entsprechen einen kurzen Klang, zwei Vokale
nebeneinandern haben eine lange Aussprache. Bloomfield weist noch darauf, dass das
„G“ und „CH“ einen total anderen Klang haben als irgendeinen amerikanischen Klang.
Nach dieser kurzen Einführung geht der Kurs dann endlich los.
Das Buch fängt mit folgendem an:
Greetings and General phrases.
Englische Äquivalente
Nützliches beim Hören
The day
Good day!
The morning
Good morning
The evening
dĕ-DACH
ghoedĕn-DACH!
dĕ-MORghĕn
ghoedĕn-MORghĕn
dĕ-Aavĕnt
Konventionelle
Schreibweise
de dag
goeden dag!
de morgen
goeden morgen
de avond
Die Übungen werden natürlich im Laufe des Buches immer schwieriger, bis man zuletzt
selbstständig vollständige und korrekte Sätze bilden kann. In der 26. Einheit hat
Bloomfield einige Übungen, die das Militär betreffen, aufgenommen, damals natürlich
wichtig, aber für Nicht-Militären wird dieses Kapittel nur wenig wertvoll sein.
Man sieht am Aufbau des Buches, dass Bloomfield sehr strukturiert mit dem
Sprachenerwerb vorgeht. Er fängt mit den einfachen Phrasen an und beendet jedes
Kapittel mit einigen schwierigeren Sätzen, worin die erlernten Wörter vorkommen. Das
zugleich üben der Aussprache ist für Bloomfield der Schlüssel zum Erfolg des
Spracherlernens.
Links/Erklärungen
Maurice Bloomfield
23.2.1855 in Bielitz (Östereich) geboren, 12.6.1928 in San Francisco gestorben. Ein
amerikanischer Indologe und Sprachwissenschaftler. Er war vor allem in der Vedischen
Religion und in der vergleichenden Mythologie spezialisiert.
Behavioristischen Linguistik
Vom Behaviorismus ausgehende Forschungsrichtung, die sich mit sprachlichen Verhaltensweisen
befaßt (Sprache als Sonderfall innerhalb des menschlichen Verhaltens) und für eine
mechanistische Sprachauffassung eintritt. Von der behavioristischen Sprache werden die
Eigenbeobachtung, das Sprachgefühl als linguistisches Kriterium und alle Aussagen über
Sprache, die nicht unmittelbar beweisbar sind, abgelehnt. Demgemäß richtet sich ihr
Hauptaugenmerk auf die lautliche Seite der Sprache (auf die Eigenschaft und Regularitäten der
akustischen Signale), während zum Beispiel die Bedeutung als Gegenstand
sprachwissenschaftlicher Untersuchungen unbeobachtet bleibt und nicht zur Sache tut. Die
behavioristische Sprachforschung ist von Bedeutung für die Entwicklung des amerikanischen
Strukturalismus, wovon Bloomfield der Hauptvertreter war. Die Forschung ist auf die Theorie
J.B. Watsons basiert. Es handelt sich dabei um eine Forschungsrichtung der amerikanischen
Psychologie, die ihre Vorläufer im amerikanischen Funktionalismus (W. James, J.R. Angell) und
der experimentellen Tierpsychologie hat.
W. James
11.1.1842 in Chocorua geboren, 26.8.1910 gestorben. Ein amerikanischer Philosoph und
Psychologe. Er ist als Gründer und Verbreiter des Pragmatismus berühmt geworden. Dieser
Pragmatismus nennt man auch Humanismus.
Behaviorismus
Der Behaviorismus fordert, daß sich die Psychologie als Wissenschaft nur dem objektiven
beobachtbaren und meßbaren Verhalten (behavior) von Lebewesen (Tier und Mensch) unter
wechselnden Umweltbedingungen, das heißt den Reaktionenen der Organismus auf Reize
zuzuwenden habe, wobei als Mittel der Beschreibung nur der naturwissenschaftliche
Kategorienapparat erlaubt ist, was soviel bedeutet als: nur pragmatisch nachweisbar Material ist
für diese Forschung interessant. Die Deskription von Bewußtseinsinhalten und Übertragung
eigener Erfahrung auf andere Menschen werden wegen ihre Fehlerhäufigket als
Forschungsmethoden konsequent abgelehnt. Ausgeklammert werden alle traditionelle Begriffe
wie Denken, Fühlen, Wollen, u.a. weil sie nur auf Selbstbeobachtung vorgegeben sind. Viele
„kontrollierte“ Experimenten werden benutzt (wie z.B. Problemkäfige und Labyrinthe für Tiere).
Die Reizgegebenheiten und Reaktionen der Tiere gelten dabei als Hauptforschungsgebiet. Alles
Verhalten kommt durch Erfahrung zustande und ist somit erlernt. Diese Theorie hat auch für die
Menschen Gültigkeit. Die Lehre des Behavoirismus lehnt an die russische Reflexologielehre,
wovon Pawlow und Bechterew die wichtigsten Vertreter waren.
I.P. Pawlow (Iwan Petrowitsch)
www.nwlink.com/~donclark/hrd/ history/history1.html
14.9.1849 in Rjasan geboren, gestorben 27.2.1936 in St. Petersburg. Berühmt geworden
durch seine Untersuchungen nach dem Verdauungsverhalten von Hunden. Pawlow
beobachtete, dass nach mehrmaligem Anbieten von akustischen Reizen (Glockenläuten)
und einer darauffolgenden Fütterung bereits die Tonwahrnehmung ausreichte, um bei
dem Hund Speichelfluss auszulösen, der Appetit signalisierte. Man nennt heute nach
Pawlow den Lernvorgang "Konditionierung" und die beschriebene Reaktion
"konditionierten Reflex". Es handelt sich um einen erlernten, nicht natürlichen Reflex.
Pawlow meinte, diese Befunde auch lernpsychologisch auf den Menschen anwenden zu
können. So erklärte er, dass Psychosen durch Abwehrreaktionen gegen eine Überflutung
durch erregende Signale hervorgerufen würden.
W.M. Bechterew (Wladimir Michailowitsch)
Geboren am 20.1.1857 in Sorali , gestorben am 24.12.1927 in Moskau. Russischer Neurologe und
Psychologe, der sich vor allem mit Verhaltenstherapie und Reflexologie befaßt hat. Hat mit
Pawlow zusammengearbeitet. Entdecker der Krankheit von Bechterew (eine chronisch
reumatische Krankheit an der Wirbelsäule).
Strukturalismus
Sprachtheorie, die die moderne Linguistik als autonome Wissenschaft begründet, indem sie
Sprachen als strukturierte Systeme von Zeichen auffaßt und exakte Methoden zu ihrer
Beschreibung entwickelt. Die europäische Richtung geht auf F. de Saussure zurück, der den
Gegenstandsbereich der Linguistik mittels Dichotomien neu definierte. Eine Sprache wird ab jetzt
nicht nur als Ergebnis der historischen Entwicklung (Diachronie) gesehen, sondern als
Zusammenwirken gleichzeitiger Einheiten (Synchronie). Sie ist nicht zu fassen inm konkreten
individuellen Sprechen (Parole), sondern als überindividuelles System von Werten, das als
soziale Institution in einer Sprachgemeinschaft gilt (Langue). Die Struktur der Langue wird
bestimmt durch die willkürliche und konventionelle Beziehung zwischen Ausdruck (Signifiant)
und Inhalt (Signifier), die das sprachliche Zeichen konstituiert.
Der amerikanische Strukturalismus (Deskriptivismus, Distribution) der von Leonard Bloomfield
begründet wurde, beschreibt Sprache als synchrones System. Sein Gegenstand ist jedoch nicht die
Langue, sondern die beobachtbare gesprochene Sprache, vor allem die noch unerforschten
Sprachen der Indianer und anderer Völker ohne schriftliche Überlieferung. Er entwickelt exakte
Analysemethoden, um aus einem Korpus von Äußerungen ohne Rückgriff auf die Bedeutung
dieser Äußerungen die Grammatik einer Sprache zu ermitteln. Diese haben zum Ziel,
Äußerungen in sich wiederholende gleiche Teile zu segmentieren, die Teile als Formen der
Sprache zu identifizieren und nach ihrer Distribution zu klassifizieren. Segmentierung und
Klassifikation haben eine Grammatik zum Ergebnis, die die Formen strukturell, das heißt nach
ihrer Klassenzugehörigkeit und ihrer Distribution, beschreibt, ihre Bedeutungen jedoch als nicht
beobachtbar unberücksichtigt läßt. Die Verdienste des Strukturalismus liegen vor allem in der
Erkenntnis der Systemfähigkeit der Sprachen und in der Entwicklung theoretisch fundierter
Analysemethoden, die auf allen Ebenen (Phonologie, Morphemik, Syntax, Semantik) exaktere
Beschreibungen ermöglicht haben. Er vernachlässigt aber den sprechenden Menschen, seine
Sprachfähigkeit (sowie sie von Humboldt beschrieben wurde) und sein kommunikatives Handeln.
Funktionalismus
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Psychologie in den Vereinigten Staaten vor allem als
Gegenrichtung zum Strukturalismus entstandene, darwinischtisch orientierte Psychologie, deren
Programm von J.R. Angell entwickelt wurde. Der Funktionalismus sieht die psychologische
Funktionen in Abhängigkeit von den Antrieben oder Bedürfnissen. Beim Funktionalismus leigt
also der Schwerpunkt auf den (verhaltens)physiologischen Vorgängen, weniger auf den
eigentlichen psychologischen Bewußtseinszuständen.
Deskriptivismus
Forschungsrichtung der Sprachwissenschaft, die nicht von abstrakten Theorien ausgeht, sondern
induktiv, beschreibend von der konkreten Sprache (parole).
Distribution
Die Summe aller Umgebungen, in denen ein sprachliches Element vorkommt in Gegensatz zu
jenen, in denen es nicht vorkommen kann. Der Distributionalismus, eine von Z.S. Harris in den
amerikanischen Strukturalismus eingeführte Methode, bestimmt die verschiedenen sprachlichen
Elementen (Phoneme, Morpheme, Semem) nicht aufgrund bedeutungsdifferenzierender
Funktionen, sondern lediglich durch Feststellung ihrer Umgebung und Verteilung im Satz.
Distrubution lässt sich verteilen in:
Äquivalente Distribution: Zwei Elemente kommen in gleicher Umgebung vor, und zwar entweder
als freie Varianten, d.h. ohne bedeutungsunterscheidende Funktion, oder in kontrastiver, d.h.
bedeutungsunterscheidender Funktion.(gehört zur Phonologie)
Partiell äquivalente Distribution: Zwei Elemente kommen in weitgehend, aber nicht
ausschließlich gleicher Umgebung vor, und zwar entweder inkludiert die Verteilung des einen
Elementes die des anderen, oder die Verteilung zweier Elemente ist überlappend.
Komplementäre Distribution: Zwei Elemente kommen nie in gleicher Umgebung vor.
(weisst Allophome, Allomorphe usw. aus)
Phonem
Kleinste Einheit eines Lautes, der einen Bedeutungsunterschied anzeigt
Morphem
Kleinste bedeutungsunterscheidende Einheit eines Wortes
Semem
Die Bedeutung eines Morphems
Geschichtliche Einordnung (1850 – 1950)
Allgemein:
Während dieser ganzen Periode ist Industrialisierung in Aufschwung. Sämtliche Erfindungen, wie
die Dampfmaschine, der laufende Band, der Telegraph, das Telefon, elektrisches Licht, usw.
prägen das ganze 19e Jahrhundert und denr Anfang des 20. Jahrhunderts.
Aufschwung des Kommunismus, Sozialismus und Marxismus
Evolutionstheorie von Charles Darwin, auch bekannt als Darwinismus. Die Theorie handelt von
der Entstehung und die Entwicklung des Lebens. Die Theorie besagt, daß die Sorten, wie sie auf
Erden im Laufe der Zeit entstanden sind, die Folgen natürlicher Auswahl sind. Zuerst entstand die
chemische Evolution, worin vor Milliarden Jahren organsiche Molekule gebildet wurden. Dieses
Stadium wurde von „Einzelligen“ gefolgt, die in der Lage waren, sichselbst zu multiplizieren.
Hieraus entstanden komplexe Organismen, die sich fortpflanzen konnte. Darwin behauptete, daß
die Menschen von den Affen abstammten. Natürlicherweise entstand in der Zeit eine Unmenge
von Unglaub und Unruhe über diese extreme Aussage.
Daten:
1854 – 1856: Krimkrieg.
1861 – 1865: Amerikanischer Bürgerkrieg: Mißlunger Versuch der südlichen Staaten der
Vereinigten Staaten sich von den anderen Staaten zu trennen, verursacht durch die enorme
wirtschaftliche und soziale Unterschiede zwischen dem industrialisierten Norden und dem
agrarischen Süden. Direkter Auslöser war die Abschaffung der Sklaverei.
1870 – 1871: Blitzkrieg zwischen Deutschland und Frankreich. Entstand vorwiegend durch
interne Umstände: Kaiser Napoleon III wollte sein Prestige vergrößern, Bismarck wollte
Deutschland vereinigen. Das letzte hat geklappt, in Frankreich enstand die dritte Republik. Die
französische Niederlage verursachte eine tiefe Krise im nationalen Selbstvertrauen.
1.5.1886: Tag der Arbeit. In Chicago streiken 25.000 Arbeiter für eine 40-Stundenwoche. Bei
dem Streik explodiert eine Bombe. Die Anarchisten werden verantwortlich gehalten und während
eines Prozesses werden 4 Menschen zum Tode verurteilt. Seit 1891 feiert man am 1. Mai in
Gedächtnis an diesen Verurteilungen den Tag der Arbeit.
1899 – 1902: Der „Boeren“ Krieg in Süd-Afrika zwischen England und die südafrikanische
„Boeren“. Kampf ging vor allem um die Verteilung der Bodenschätze (oft Gold) zwischen den
Engländern und die „Boeren“.
1914 – 1918: Der Erste Weltkrieg, ausgelöst von dem Mord auf Kronprinz Franz Ferdinand von
Österreich in Sarajewo. Österreich wollte mit den Serben „abrechnen“. Diese Abrechnung
eskalierte und wurde zum Ersten Weltkrieg. Beendet durch den Frieden von Brest-Litowsk und
den Frieden von Versailles.
1917: Russische Revolution. Während des 1. Weltkriegs verschlechterte sich die wirtschaftliche
und militärische Lage Ruslands. Im Februar 1917 wurde Zar Nicolaus II gestürzt und ersetzt
durch eine sozialistisch-demokratische Regierung unter der Führung des Menschewieken
Kerenski. Die ganze Zarenfamilie wurde erschossen. Der Krieg und damit die noch schlimmere
Situation für Rusland sorgte dafür, daß Lenin im Oktober 1917 eine radikale bolschewistische an
die Macht bringen konnte. Lenin verteilte das Land zwischen den Bauern und schloß 1918 den
Frieden von Brest-Litowsk. Weil die Bolschewisten, die sich jetzt Kommunisten nannten, nicht in
der Lage waren, die Mehrheit des Volkes zu gewinnen, schufen sie eine Diktatur des Proletariats.
Die Folge war ein Bürgerkrieg, der erst 1921 von der kommunistischen Roten Armee entschieden
wurde.
1940 – 1945: Zweiter Weltkrieg. Eines der schwarzesten Seiten in der europäischen Geschichte.
1933 kommt in Deutschland Adolf Hitler mit seiner NSDAP an die Macht. Einigen Jahren später
findet Österreich Anschluß zum Reich. Am 1. September 1939 marschieren Hitler und seine
Truppen in Polen ein. Andere Länder werden rasch erobert. Als am 6. Dezember 1941 Pearl
Harbor von den Japanern bombardiert wird, mischt sich, in Anschluß auf England, auch die USA
in den Krieg. Obwohl Hitler ein Nicht-Angriffs Abkommen mit Russland hat, invasiert Hitler
Russland. Am 4. Juli 1944 landen die allierten Truppen in der Normandie und im Mai 1945 wird
die Befreiung Europas gefeiert. Hitler und vieler seiner Konsorten verüben Selbstmord.
Literaturverzeichnis:
Meyers Lexicon
Leonard Bloomfield, Spoken Dutch, Holt Spoken Language Series
http://online-media.uni-marburg.de/anglistik/let/free/viplin/bloomfield_vip.html
http://cognet.mit.edu/MITECS/Entry/langendoen
Linda Biro
Elisa Candido
Martine Matusz
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