Kristallisation_korrigiert

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Praktikum Chemie 1
Versuch 2
Kristallisation
WS 2006/07
Verfasserin:
Teammitglieder:
Datum:
Assistent:
e-Mail:
Huber Rebecca
Matthias Maya, Huber Rebecca
10.01.07
Maglinao Maha
[email protected]
Chemie Praktikum 1: Kristallisation / Reaktionskinetik
WS 2006/07
Abstract:
Ziel des Versuches war es, das Prinzip der Kristallisation näher kennen zu lernen. Dazu wurde
im ersten Versuch eine verunreinigte Stearinsäure durch Umkristallisieren gereinigt und die
Reinheit durch Bestimmung des Schmelzpunktes überprüft.
Die Resultate vom Schmelzpunkt-Messgerät ergaben für die Probe einen Schmelzpunkt
zwischen 68.5 °C und 70.4 °C. Das DSC lieferte einen Wert von 67.84 °C. Somit weicht der
ermittelte Schmelzpunkt nur leicht vom Literaturwert von 69 °C ab. (Vgl.
http://de.wikipedia.org/wiki/Stearins%C3%A4ure)
Bei der graphischen Auswertung der DSC-Daten ist zusätzlich zum Hauptpeak ein kleiner
Ausschlag zwischen 50-60 °C zu erkennen. Was auf eine leichte Verunreinigung hinweist.
Trotzt dieser kleinen Verunreinigung, kann man sagen, dass die Reinigung mittels
Umkristallisation gelungen ist.
1 Im zweiten Versuch wurde die Reaktionsordnung beim
Abbrennen einer Paraffinkerze bestimmt. Aus der graphischen
Darstellung wurde ersichtlich, dass es sich um eine Reaktion 0.
Ordnung handeln muss. Einführung
1.1 Ziele des Versuchs
In diesem Versuch sollte eine wichtige Methode zur Reinigung und Trennung von festen
Stoffen kennen gelernt werden. Hier anhand von verunreinigter Stearinsäure, die durch
Umkristallisieren gereinigt und danach auf ihre Reinheit mittels Schmelzpunktbestimmung
überprüft wurde.
Im zweiten Teil des Versuches ging es um die Anwendung der Kenntnisse über die Kinetik
chemischer Reaktionen; die Ordnung des kinetischen Prozesses beim Abbrennen einer Kerze
(Stearinsäure) sollte bestimmt werden.
1.2 Theorie
1.2.1 Kristallisation
Als Kristallisation wird der Vorgang der Bildung von Kristallen bezeichnet. Durch Abkühlen
einer Lösung bringt man sie in einen übersättigten Zustand und die Lösung beginnt zu
kristallisieren. Dabei addieren sich monomere Einheiten der Substanz (z.B H2O) zu einem
Kristall-Nukleus. Sobald sich ein Nukleus gebildet hat, kann der Kristall weiter wachsen.
Weitere gelöste monomere Einheiten lagern sich an der Oberfläche des Nukleus an. Wird die
Lösung langsam abgekühlt, können die Monomere den Platz mit der maximalen
Bindungsenergie auf der Kristalloberfläche finden. So wird die perfekte Kristallbildung
möglich.
Wird die Lösung zu schnell abgekühlt, kann es dazu kommen, dass das Lösungsmittel in den
Kristall eingeschlossen wird und der Kristall somit verunreinigt ist.
1.2.2 Reinigung durch Umkristallisation
Die wichtigste Methode zum Reinigen von festen Stoffen ist die Umkristallisation. Bei
diesem Vorgang wird zuerst ein geeignetes Lösungsmittel unter Erhitzung mit dem
Rohprodukt gesättigt, und anschliessend wird die Lösung durch Filtration von den unlöslichen
Bestandteilen getrennt. Nun lässt man die Lösung erkalten, und die Substanz wird in reiner
Form auskristallisiert und kann anschliessend mittels Filtration mit einer Nutsche vom
Lösungsmittel getrennt werden.
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Chemie Praktikum 1: Kristallisation / Reaktionskinetik
WS 2006/07
Beim Vorgang der Kristallisation spielen die Löslichkeiten des betreffenden Stoffes und der
Verunreinigung eine wichtige Rolle; die Wahl des Lösungsmittels sollte möglichst so
getroffen werden, dass der zu reinigende Stoff sich im Lösungsmittel viel schlechter als die
Verunreinigung löst. Auch wenn es sich genau umgekehrt verhält, ist eine Reinigung
möglich, wobei aber ein mehrfaches Umkristallisieren nötig ist, um eine gleichwertige
Reinheit zu erlangen. Bei der Wahl des Lösungsmittels muss zusätzlich darauf geachtet
werden, dass es sich chemisch inert verhält, also keine Reaktion mit den gelösten Substanzen
stattfindet.
1.2.3 Überprüfung der Reinheit mittels Schmelzpunktbestimmung
Da durch Verunreinigungen der Schmelzpunkt einer Substanz erniedrigt wird (Phänomen der
Schmelzpunkterniedrigung), kann die Reinheit der durch Umkristallisation gereinigten
Substanz durch Schmelzpunktbestimmung überprüft werden. Dies kann auf zwei Arten
geschehen. Mittels einer Schmelzpunktapparatur kann der Schmelzpunkt visuell bestimmt
werden. Dafür wird eine kleine Menge der Substanz in einem dünnen Glasröhrchen langsam
erwärmt und durch Beobachtung können folgenden Punkte erkannt werden:
- Sinterpunkt (1):
- Schmelzbeginn (2):
- Klarpunkt (3):
Erste Kristalle „backen“ zusammen
Neben der flüssigen Phase ist auch
noch die feste Phase erkennbar
Die ganze Substanz liegt in flüssiger
Phase vor.
Abb.1 Darstellung des
Sinterpunkts (1),
Schmelzbeginn (2) und
Klarpunkt (3)
Die zweite Variante ist die Schmelzpunktbestimmung mittels DSC (dynamische
Differentialkalorimetrie). Dabei wird eine kleine Probe gleichzeitig mit einer Referenz
erwärmt. Während der Phasenumwandlung wird Wärme verbraucht (Gitterenergie muss
aufgewendet werden). Das Gerät misst den Energieverbrauch und kann aus den Werten den
Schmelzpunkt errechnen.
1.2.4 Reaktionskinetik und Reaktionsordnung
Eine chemische Reaktion verläuft immer nach einer bestimmten Reaktionsordnung ab. Die
Reaktionsordnung hängt von der Reaktionsgeschwindigkeit in Bezug auf die Konzentration
der Substanz ab.

Reaktion 0. Ordnung: Die Reaktionsgeschwindigkeit bleibt konstant:
→ Die Masse nimmt proportional zur Zeit ab.

Reaktion 1. Ordnung: Die Reaktionsgeschwindigkeit verdoppelt sich, wenn die
Konzentration (Masse des reagierenden Stoffes) verdoppelt wird:
→ Die logarithmierte Masse nimmt proportional zur Zeit ab

Reaktion 2. Ordnung: Die Reaktionsgeschwindigkeit vervierfacht sich, wenn die
Konzentration (Masse des reagierenden Stoffes) verdoppelt wird:
→ Die reziproke Masse nimmt proportional zur Zeit zu.
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Chemie Praktikum 1: Kristallisation / Reaktionskinetik
WS 2006/07
1.3 Methoden
In diesem Versuch wurde verunreinigte Stearinsäure in Ethanol gelöst, da sie in Ethanol bei
hohen Temperaturen gut löslich ist und bei niedrigen Temperaturen nicht. Zudem war
bekannt, dass der verunreinigende Farbstoff in Ethanol viel besser löslich ist, als die
Stearinsäure. Und so durch Waschen mit Ethanol der Farbstoff aus der Stearinsäure
ausgewaschen werden kann. Weiter findet zwischen Ethanol und Stearinsäure keine
chemische Reaktion statt.
Beim zweiten Versuch wurde eine Paraffinkerze auf einer Waage verbrannt, um die
Reaktionsordnung zu bestimmen.
Eine verunreinigte Stearinsäure kann durch Filtration und Umkristallisation gereinigt werden.
Wenn es sich bei der Verunreinigung um einen Farbstoff handelt, kann die erfolgte Reinigung
optisch verfolgt werden. Durch den Vergleich der experimentell ermittelten Schmelzpunkte
mit Literaturwerten kann die Reinheit überprüft werden.
Die Reaktionsordnung der Verbrennung von Stearinsäure kann mittels graphischer
Darstellung der Masse in Abhängigkeit zur Zeit bestimmt werden.
2 Materialien und Methoden
2.1 Materialien und Geräte
2.1.1 Chemikalien
Für die Kristallisation wurde mit dem Farbstoff Phenolrot und Quarzsand verunreinigte
Stearinsäure verwendet. Der Farbstoff diente dazu, die Reinigung schon von Auge zu
beobachten. Als Lösungsmittel diente Ethanol.
Bei dem Versuch zur Reaktionskinetik wurde eine gebräuchliche kleine Paraffinkerze (1,95g)
verwendet.
2.1.2 Geräte
Um die Lösung herzustellen wurde eine Heizplatte mit integriertem Magnetrührer benötigt
und zum Filtrieren der Lösung wurde eine Keramkiknutsche verwendet.
Für den Kerzenversuch wurden keine speziellen Laborgeräte benötigt.
2.2 Methoden
2.2.1 Umkristallisation von Stearinsäure
Ca. 6 g verunreinigte Stearinsäure werden in ein 100 ml Becherglas gegeben und unter
Erhitzung (nicht höher als 60 °C) in 50 ml Ethanol gelöst. Anschliessend werden unlösliche
Verunreinigungen mit einem Faltenfilter in einem Glastrichter warm abfiltriert. (Siehe Abb.
2)
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Chemie Praktikum 1: Kristallisation / Reaktionskinetik
WS 2006/07
Abb. 2 Abfiltrieren der Verunreinigungen
Das Filtrat wurde während 30 min in einem EisWasserbad gekühlt, wobei die Stearinsäure
auskristallisierte. Die Lösung wurde während der
Auskristallisation möglichst nicht bewegt.
Die gebildeten Kristalle wurden mittels einer
Absaugflasche und einer Keramkiknutsche vom
Lösungsmittel getrennt (Abb. 3) und anschliessend mit
Abb. 3 Absaugflasche mit Nutsche.
gekühltem Ethanol gewaschen.
Der ganze Vorgang wurde wiederholt und anschliessend durch Ansaugen der Luft in der
Nutsche und danach im Vakuumtrockenschrank bei 40-50 °C getrocknet.
2.2.2 Schmelzpunktbestimmung
1. Die vollständig getrockneten Stearinsäurekristalle wurden in ein dünnes Glasröhrchen
gegeben und in der Schmelzpunkt-Apparatur unter Beobachtung erwärmt. Es wurde die
Temperatur am Sinterpunkt, beim Schmelzbeginn und beim Klarpunkt festgehalten.
2. Der Schmelzpunkt wurde mittels DSC (Differentialkalorimetrie) bestimmt.
2.2.3 Reaktionskinetik
Hier wurde eine Kerze auf einer Waage abgebrannt und 10 Minuten lang in einem Abstand
von 30 Sekunden ihr Gewicht notiert.
3 Resultate
3.1 Kristallisation
Durch die Filtration konnten alle (sichtbaren) Verunreinigungen abgetrennt werden. Nach
dem 1. Kristallisationsdurchgang und dem 1. Waschen war die Farbintensität der erneuten
Lösung bedeutend kleiner als zu Beginn. Nach der 2. Kristallisation und dem 2. Waschen war
die Stearinsäure weiss.
Anschliessend wurde die Schmelztemperatur der gereinigten Stearinsäure in der
Schmelzpunkt-Apparatur bestimmt. (Siehe Tab.1)
Tab. 1 Resultate Schmelzpunkt-Apparatur
1. Probe
Sinterpunk
t
68.5 °C
Schmelzbegin
n
69.0 °C
5
Klarpunk
t
70.4°C
Chemie Praktikum 1: Kristallisation / Reaktionskinetik
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Danach wurde der Schmelzpunkt mittels DSC (Dynamische Diffrentialkalorimetrie)
bestimmt. (Siehe Abb. 4)
Abb. 4 DCSAuswertung
Aus der Abb. 4 wird ersichtlich, dass der Schmelzpunkt der Probe
bei 67,84 °C liegt.
Weiter ist ein Hauptpeak nahe bei 69,24 °C auszumachen. Zwischen 50-60 °C ist noch ein
kleiner Peak ersichtlich.
3.2 Reaktionskinetik
Das Anfangsgewicht der Paraffinkerze betrug 1,95 g.
Zusammenhang 0. Ordnung
Zeit [min]
Masse[g]
Zeit [min]
Masse[g]
0,00
1,950
5,50
1,575
0,50
1,930
6,00
1,543
1,00
1,900
6,50
1,508
1,50
1,870
7,00
1,470
2,00
1,830
7,50
1,432
2,50
1,800
8,00
1,395
3,00
1,760
8,50
1,360
3,50
1,720
9,00
1,320
4,00
1,685
9,50
1,280
4,50
1,648
10,00
1,260
5,00
1,610
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Chemie Praktikum 1: Kristallisation / Reaktionskinetik
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Tab. 2 Masse der Kerze zur Zeit t
Abbrennen einer Paraffinkerze
2
1.9
1.8
1.7
Masse [g]
Masse der Kerze
1.6
1.5
1.4
1.3
1.2
1.1
1
0.00
2.00
4.00
6.00
8.00
10.00
12.00
Brenndauer [min]
Abb. 5 Graphische Darstellung der Kerzenmasse in Abhängigkeit zur Brenndauer.
Der Graph in Abb. 5 verläuft annähernd linear.
4 Diskussion
4.1 Auswertung der Umkristallisation
Die Reinigung der verunreinigten Stearinsäure ist durch die Umkristallisation gelungen. Das
Endprodukt war weiss und somit kann das Vorhandensein grosser Mengen Phenolrot
ausgeschlossen werden. Der in der Literatur angegebene Schmelzpunkt beträgt 69-70 °C. Der
mittels DCS ermittelte Schmelzpunkt betrug 67,84 °C und weicht somit um ca. 1°C vom
Literaturwert ab. Diese Abweichung lässt sich durch das Phänomen der
Schmelzpunkterniedrigung erklären. In der Stearinsäure sind noch leichte Verunreinigungen
enthalten, die den Schmelzpunkt erniedrigen. Dies ist aus der Abb. 4 ersichtlich, da zwischen
50-60 °C noch ein zweiter Peak vorhanden ist. Bei dieser Temperatur schmolz die
Verunreinigung und absorbierte dabei Wärme, was den Peak verursachte.
Der Wert, der mit der Schmelzpunkt-Apparatur gefunden wurde, ist leicht höher (68,570,4°C). Dies lässt sich damit begründen, dass es schwierig ist, mit dieser Methode sehr
exakte Resultate zu erhalten. Möglicherweise wurde bei der Bestimmung des Schmelzpunktes
die Temperatur leicht zu schnell erhöht. So stieg in der Zeit, bei welcher eine
Phasenveränderung effektiv begann, bis man sie auch visuell wahrnehmen konnte, die
Temperatur vielleicht noch weiter an
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Chemie Praktikum 1: Kristallisation / Reaktionskinetik
WS 2006/07
4.2 Verbesserungsvorschläge
Um die Reinheit zu verbessern, müsste die Umkristallisation so oft wie möglich durchgeführt
und die Lösung möglichst langsam abgekühlt werden, so dass sich kein Lösungsmittel im
Kristallgitter anlagern könnte. Der Versuch würde so aber viel zeitaufwändiger werden, und
man würde mehr Stearinsäure benötigen, da bei jeder Umkristallisation noch etwas
Stearinsäure in der Lösung gelöst bleibt und die Ausbeute so immer kleiner wird.
4.3 Ermittlung der Reaktionsordnung
Aus der Abb-5 wird ersichtlich, dass das Abrennen einer Paraffinkerze einer Reaktion 0.
Ordnung entspricht. So nimmt die Masse proportional zur Zeit ab, d.h. die
Reaktionsgeschwindigkeit bleibt konstant. Somit gilt für die Reaktion:
Stearinsäure +
C18H36O2+
Sauerstoff
26 O2 →
→
18 CO2
Kohlendioxid + Wasser
+
18 H2O
5 Quellen
Titelbild:
Abbildungen 1-3 und Theorie:
Versuchsanleitung: Versuch 2: Kristallisation
(Studiengang Materialwissenschaft, Chemie Praktikum I,
2006)
Versuchsanleitung: Versuch 2: Kristallisation
(Studiengang Materialwissenschaft, Chemie Praktikum I,
2006)
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