Zusammenfassung

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ZUSAMMENFASSUNG
Bernhard Beck
Kapitel 1 - 9
VWL
1. Grundfragen jeder Volkswirtschaft
1.1 Bedürfnisse, Konsumwünsche und Konsumgüter
Volkswirtschaft
Alle Einrichtungen und Verfahren, mit denen eine Gesellschaft Güter
zur Bedürfnisbefriedigung produziert und verteilt
Gewirtschaftet wird, um die menschlichen Bedürfnisse zu befriedigen.
Die Bedürfnispyramide von Abraham H. Maslow
1. physische Bedürfnisse (Existenzbedürfnisse z.B. Nahrung, Wohnung, schlafen, usw.)
2. Sicherheitsbedürfnisse (Grundbedürfnisse z.B. gesicherter Arbeitsplatz, Polizei, Alarmanlage, usw.)
3. soziale Bedürfnisse (z.B. Freunde, Familie, Geselligkeit, usw.)
4. Bedürfnis nach Wertschätzung (z.B. Anerkennung, Bestätigung, Achtung, usw.)
5. Bedürfnis nach Selbstverwirklichung (z.B. Zugehörigkeit zu einer Sekte, usw.)
Man unterscheidet zwischen Mangelbedürfnissen (1, 2, 3), welche leicht zu befriedigen sind und
Wachstumsbedürfnissen (4, 5), welche nicht zu stillen sind.
Die Volkswirtschaft hat die Aufgabe, die Güter zur Bedürfnisbefriedigung herzustellen.
Man unterscheidet die Güter folgendermassen:
Güter
Mittel zur Bedürfnisbefriedigung
Wirtschaftliche Güter
Materielle Güter
Konsumgüter
Verbrauchsgüter
Investitionsgüter
Freie Güter
Immaterielle Güter
Dienstleistungen
Infos
Rechte
Gebrauchsgüter
Unseren Bedürfnissen entspringen mehr oder weniger konkrete, bewusste Konsumwünsche, die wir
mit Konsumgütern stillen möchten.
Konsumgüter
Waren und Dienstleistungen, die direkt die Konsumwünsche erfüllen
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1.2 Unabsehbare Wünsche
Mit steigendem Lebensstandard wachsen die Wünsche. Unsere Wünsche nach Konsumgüter sind
unabsehbar.
1.3 Ressourcen
Produktionsfaktoren
Arbeit/Wissen
Kapital
Boden
Umwelt
Produktionsfaktoren
Die für die Produktion von Gütern eingesetzten Mittel – von der Natur
gegeben oder von Menschen geschaffen
Arbeitskraft/Wissen
Jede Form von körperlichen und geistigen Arbeit, produktive Tätigkeit
des Menschen, Know-how und Fähigkeiten
Kapitalgüter
Investitionsgüter, alle von Menschen hergestellten Waren und
Dienstleistungen, die zur Produktion verwendet werden (Realkapital)
z.B. Gebäude, Maschinen, Lastwagen, Leitungen, Lastwagen, Wissen
in Büchern und Patente
Boden, Bodenschätze
natürliche Ressourcen
Umweltgüter
frische Luft, sauberes Wasser, Sonnenschein, Windkraft, …
Unternehmerische Tätigkeit
Ein Unternehmer entscheidet, was wie produziert wird, führt
Neuerungen ein und trägt Risiken für seine Entscheidungen
1.4 Knappheit und Opportunitätskosten
Knappheit
Sie herrscht dort, wo der Wunsch nach Ressourcen oder Güter grösser
ist als ihre Verfügbarkeit. Sie ist das grundlegende Problem, mit dem
sich wirtschaftende Menschen auseinander setzen
Knappe Güter
Sie sind nicht in ausreichendem Masse verfügbar
Freie Güter
Güter, die in so grossem Mengen vorhanden sind, dass sie eine
Gesellschaft problemlos frei und gratis zur Verfügung stellen kann z.B.
Luft, Wind, …
Allokation
Zuteilung von knappen Ressourcen für die Herstellung von Gütern
Opportunitätskosten
(Alternativkosten)
Entgangener Nutzen der nächstbesten nicht gewählten Alternative –
das was wir aufgeben müssen, um ein Ziel zu erreichen z.B.
entgangener Kinobesuch dafür Partybesuch
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1.5 Produktionsmöglichkeitenkurven und Wirtschaftswachstum
Produktionsmöglichkeiten- Zeigt die verschiedenen Güterkombinationen, die ein Volkswirtschaft
kurve
mit den vorhandenen Ressourcen und gegebenen Produktionstechnik
produzieren kann
Wirtschaftswachstum
Eine Ausdehnung der Produktionsmöglichkeiten führt zu mehr und
begehrteren Waren und Dienstleistungen
1.6 Drei wirtschaftliche Grundfragen
1. Was sollen wir produzieren?
Es wird unterschieden zwischen Investitionsgütern und Konsumgütern. Hier wiederum wird
unterschieden zwischen Dienstleistungen und Waren. Bsp. Waffen oder Versicherungen? Oder
allgemein: Soll mehr in Investitionsgüter investiert werden, damit wir in Zukunft mehr und bessere
Güter produzieren?
2. Wie sollen die Güter produziert werden?
Dabei können wir zwischen verschiedenen Techniken wählen (Bsp. Energiegewinnung: durch
Windmühlen, Wasserkraft, …) und man muss die Beteiligung berücksichtigen (Wie viele können daran
mitarbeiten?)
3. Für wenn soll produziert werden?
Wenn einmal produziert ist, stellt sich die Frage nach der Verteilung. Wer darf die produzierten
Konsumgüter geniessen?
Was heisst wirtschaften?
Wirtschaften heisst, erstens mit knappen Ressourcen ein möglichst
grosses und qualitativ gutes Güterangebot zu schaffen und zweitens es
möglichst gereicht zu verteilen
Volkswirtschaftslehre
Die Lehre darüber, wie eine Gesellschaft ihre knappen Ressourcen
bestmöglich verwenden kann
1.7 Sechs grundlegende Koordinationsmechanismen
Diese sechs Mechanismen beschreiben die Koordination zwischen den einzelnen
Wirtschaftseinheiten:
1. Solidarität in Kleingruppen
Bezieht sich auf das Verantwortungsgefühl untereinander (in kleinen Gruppen vorhanden, in
grösseren Gruppen ist alles viel anonymer und man kann nicht mehr so gut auf einander eingehen
und Rücksicht nehmen). Da die Wirtschaft heute in einer grossen Gruppe (gesamte Menschheit)
stattfindet, können wir nicht mehr vom Prinzip der Solidarität ausgehen.
Weiter wichtig sind:
Arbeitsteilung:
Alle Güter, welche wir verbrauchen, wurden von hunderten von
Arbeitern gefertigt. Nicht jedes einzeln, das wäre zu uneffizient, aber im
grossen Ganzen.
Anonymität:
Das oben angesprochene Problem: in grossen Gruppen kennt man sich
nicht mehr so genau und gut, und kann/wird dementsprechend auch
weniger auf einander eingehen. Aufgrund dieser Anonymität kann die
Wirtschaft heute nicht mehr auf den zwei Grundmechanismen Tradition
und Solidarität funktionieren, da wir einfach zu egoistisch geworden
sind.
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2. Tradition
Ist in einigen Kulturen so wichtig, dass sie praktisch alle wirtschaftlichen Fragen von selbst regelt. Bsp.
Indianerstämme irgendwo im Urwald, die Rollen sind seit jeher ganz klar verteilt.
3. Hierarchie in Unternehmen
Eine klar gegliederte Organisation wirkt Missverständnissen entgegen.
4. Hierarchie im Staat
Auch hier sind die Rollen klar zugeordnet.
5. Interessensolidarität
Menschen mit gleichen Interessen schliessen sich zusammen und versuchen gemeinsam etwas zu
erreichen, so sind sie stärker.
6. Marktwirtschaft, Tausch, Kauf und Verkauf
Den Märkten wird grösstenteils freie Hand gelassen, sie ergänzen sich und das System funktioniert so
(meistens) am besten. Der Starke überlebt, der Schwache stirbt
Alle sechs Koordinationsmechanismen spiele eine wichtige Rolle in einer modernen Volkswirtschaft.
Ohne solidarische Bindungen und traditionelle Regeln könnten Märkte, Unternehmen und staatliche
Ordnung nicht funktionieren. Und erst eine staatliche Rechtsordnung macht Märkte möglich.
Andererseits ermöglichen nur Märkte die Koordination zwischen Milliarden von Individuen und
Unternehmen mit den verschiedensten Wünschen und Leistungen.
Weil alle sechs Koordinationsmechanismen unsere Wirtschaft lenken, sprechen wir von einem
gemischtwirtschaftlichen System.
1.8 Volkswirtschaftlich Denken
Modell
Ein stark vereinfachtes Abbild der Wirklichkeit, das die Erklärung
komplexer Zusammenhänge erleichtern soll
Mikroökonomie
befasst sich mit den Entscheidungen von Haushalten und Unternehmen
sowie ihrem Zusammenwirken auf einzelne Märkte
Makroökonomie
analysiert gesamtwirtschaftliche Grössen wie z.B.
Wirtschaftswachstum, Wechselkurse, Arbeitslosigkeit oder Inflation
positive Aussagen
normative Aussagen
versuchen die Welt zu beschreiben und zu erklären, wie sie ist
beziehen sich darauf, wie die Welt sein sollte
2. Angebot und Nachfrage
Markt
Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage
Grenznutzen
zusätzlicher Nutzen je zusätzliche Einheit
Gesamtnutzen
nimmt zu, solange der Grenznutzen positiv ist
1. Gossensche Gesetz
Gesetz vom abnehmenden Grenznutzen
der Konsum eines Gutes stiftet mit zunehmender Menge einen immer
geringeren Zusatznutzen (Grenznutzen)
z.B. nach 10 Snickers ist einem schlecht
2. Gossensche Gesetz
Gesetz vom Ausgleich der Grenznutzen
Man kauft immer das, was einem gerade den grössten Grenznutzen
verspricht. Ist ein Bedürfnis gestillt, kommt das nächste, worauf der
Grenznutzen des ersten Produktes sinkt
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Homo oeconomicus
Er will mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln möglichst viele
Bedürfnisse befriedigen. Er verhält sich dabei streng rational und
sucht überall aktiv und unermüdlich seinen Vorteil
- Nutzenmaximierer
- Kosten-Nutzen-Überlegung
- gossensche Gesetze gelten
Budgetrestriktion
Mögliche Güterkombination bei der Verwendung des gesamten zur
Verfügung stehenden Kapitals
Einkommensgerade: Sämtliche mögliche Güterkombinationen bei
Verwendung des ganzen Einkommens
Indifferenzkurve
Zeigt alle Güterkombinationen, welche einem Individuum den gleichen
Nutzen stiften. Das heisst, dass es für ein Individuum indifferent ist,
welche Kombination es wählt
- es gibt ein ganze Schar von Indifferenzkurven
- je weiter weg vom Ursprung, desto grösser der Nutzen
- Indifferenzkurven können sich nicht schneiden
- Ziel ist eine möglichst hohe Indifferenzkurve
Optimaler Konsumplan
Verbindung von Budgetrestriktion und Indifferenzkurven
Optimaler Punkt: wo die höchste Indifferenzkurve mit dem gegebenen
Einkommen erreicht ist  Tangentialpunkt
Wettbewerb und Marktformen:
vollständige Konkurrenz
Niemand kann den Marktpreis beeinflussen. Bedingungen sind:
1. sehr viele Anbieter und Nachfrager
2. Güterqualität und Verkaufsservice einheitlich (homogenes Gut)
3. vollständige Information aller Marktteilnehmer
4. freier Marktzutritt oder –austritt
Die Unternehmen werden gezwungen, ihre knappen Ressourcen
möglichst wirkungsvoll einzusetzen
Monopol
Ein Markt mit nur einem einzigen Anbieter.
Oligopol
Ein Markt mit wenigen Anbietern wie z.B. Migros, Coop und Denner
Monopolistische
Konkurrenz
Es gibt viele konkurrierende Anbieter, die angebotenen Güter sind nicht
völlig gleichartig z.B. Schuhfirmen
2.1 Nachfrage
Nachfragekurve
Sie zeigt, welche Menge die Nachfrager zu unterschiedlichen Preisen
zu kaufen bereit sind (leitet sich vom Preis-Konsum-Pfad ab)
Nachfragegesetz
Je höher der Preis, desto kleiner die Nachfrage und umgekehrt weil:
1. 1. Gossensche Gesetz
2. 2. Gossensche Gesetz
3. Realeinkommens-Effekt
superiore (normale) Güter
Ihre Nachfrage steigt mit steigendem Einkommen, Luxusgüter
inferiore Güter
Ihre Nachfrage sinkt mit steigendem Einkommen (tieferwertige Produke)
Substitutionsgüter
Güter, die einander ersetzen können, sodass ein Preisrückgang beim
einen Gut die Nachfrage nach dem anderen Gut senkt (z.B. Butter und
Margarine)
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Komplementärgüter
Güter, die miteinander gebraucht werden, womit ein Preisrückgang
beim einen Gut auch die Nachfrage nach dem anderen Gut erhöht (z.B.
Auto und Benzin)
ceteris paribus
lateinische Formel für die Annahme, dass alles andere unverändert
bleibt
Preiselastizität
der Nachfrage (EN)
Mengenänderung in %
Preisänderung in %
Beachte: Die Preiselastizität der Nachfrage ist immer negativ
elastisch
Preiselastizität > als 1 (z.B. -1.5)
z.B. Güter mit kleiner Wichtigkeit oder Ersatzprodukten
unelastisch
Preiselastizität < als 1 (z.B. -0.5)
z.B. Güter bei denen es keinen Ersatz gibt oder lebenswichtig sind
einheitselastisch
Preiselastizität = 1 (genau -1)
z.B. Eine Preisänderung von 10 % bewirkt eine Mengenänderung von
ebenfalls 10 %
vollkommen unelastisch
EN = 0  senkrechter Verlauf, z.B. Medikamente, usw.
vollkommen elastisch
EN = gegen ∞  waagrechter Verlauf, z.B. Zwiebeln auf dem Markt
Bestimmungsgründe:
Alternativen
vorhanden  elastische Nachfrage
nicht vorhanden  unelastische Nachfrage
Marktabgrenzung
eng  elastische Nachfrage
breit  unelastische Nachfrage
Zeithorizont
langfristig  elastische Nachfrage
kurzfristig  unelastische Nachfrage
Einkommenselastizität
Mengenänderung in %
.
Einkommensänderung in %
=0
Einkommen steigt/sinkt, Nachfrage bleibt gleich
z.B. Es braucht nicht mehr Salz in der Suppe wenn mehr Einkommen
0–1
Einkommen steigt stark, Nachfrage steigt
z. B. „mehr konsumieren“  „normale Güter“ - + 5%/+10%
 superiore Güter
>1
Einkommen steigt, Nachfrage steigt stark
z.B. „Luxusgüter“ - + 10%/+ 5%
 superiore Güter
<0
Einkommen steigt, Nachrage sinkt
z.B. Umstieg auf besserwertige Güter – 10%/+ 10%
 inferiore Güter
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Kreuzpreiselastizität
Mengenänderung in %
.
Preisänderung eines anderen Gutes in %
gibt an, wie empfindlich die nachgefragte Menge auf die Preisänderung
eines anderen Gutes reagiert. Man unterscheidet zwischen
Kreuzpreiselastizität bei Komplementärgütern und bei
Substitutionsgütern
>0
Substitutionsgüter (falls positiv) z.B. + 4%/+ 3%
<0
Komplementärgüter z.B. + 4%/- 3%
=0
unverbundene Güter (hängen nicht voneinander ab) z. B. 0 %/+- 3%
Gründe zur Verschiebung der Nachfragekurve
nach rechts:
- Einkommenserhöhung
- Substitutionsgüter werden teurer
- Komplementärgüter werden billiger
- Bedürfniserhöhung
- Erwartungen (von Preissteigerungen „Hamsterkäufen“)
nach links:
gleiche Ursachen einfach umgekehrt
2.2 Angebot
Bestimmungsgründe
Preis des gehandelten Gutes Preise für Inputs, Technik und
Organisation, Erwartungen
Angebotskurve
Zeigt das Verhältnis von Preis und angebotener Menge eines Gutes
Gesetz des Angebotes
Je höher der Preis für ein Gut, desto grösser auch die angebotene
Gütermenge (ceteris paribus)
Ertragsgesetz
Bei zunehmendem Einsatz von einem variablen Produktionsfaktroen
sinkt der Grenzertrag
Grenzertrag
Zusätzlicher Ertrag je zusätzlich eingesetzter Arbeitsstunde. Die Kurve
steigt bis zum optimalen Punkt W. Ab diesem Punkt überwiegen die
eingesetzten Arbeitsstunden so, dass aus Gewinn ein Verlust entsteht
(Kurve sinkt)
Grenzerlös
Zusätzlicher Erlös je zusätzlich produzierte Einheit
Kostenverlauf
Die Kurve der variablen Kosten VK wird mit den Fixkosten FK ergänzt.
So entstehen die Totalen Kosten TK
Grenzkosten
Zusätzliche Kosten je zusätzlich produzierte Einheit. Diese werden bis
zum Wendepunkt W immer kleiner, nachher steigen sie wieder
Folgerung
Eine Unternehmung maximiert ihren Gewinn, wenn gilt:
Preis = Grenzkosten
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Preiselastizität
des Angebots (EA)
Mengenänderung in %
Preisänderung in %
Beachte: Die Preiselastizität des Angebotes ist immer positiv
elastisch
EA > 1 z.B. Ressourcen einfach mobilisierbar, lagerfähig, rasch herstellbar
unelastisch
EA < 1 z.B. Ressourcen schwer mobilisierbar, nicht lagerfähig, lange
Herstellungszeit
Extreme
vollkommen unelastisch z.B. Van Gough-Bilder, Boden
vollkommen elastisch (unendlich) z.B. Autobahnvignette, Briefmarken
Gründe zur Verschiebung der Angebotskurve
nach rechts
- Inputpreise sinken
- Fortschritte in der Technik
- positive Erwartungen
- Erweiterung der Produktionskapazitäten
- Rekordernte
- sinkende Produktionskosten
4. Kostentheorie
variable und fixe Kosten
Gesamtkosten - langfristig sind alle Kosten variabel
sinkende Grenzkosten
Die Grenzkosten fallen dort, wo die Produktion im Team effizienter und
damit kostengünstiger ist, als wenn Einzelne isoliert an der Arbeit sind
Grenzprodukt, Grenzertrag die Produktionszunahme, die durch den Einsatz einer zusätzlichen
Ressourceneinheit (Arbeiter) erreicht wird
Hohes Grenzprodukt  niedrige Grenzkosten
Sinkendes Grenzprodukt  steigende Grenzkosten
Negatives Grenzprodukt
Gesetz vom abnehmenden Wird der Einsatz von (variablen) Ressourcen erhöht, während andere
Grenzprodukt
(fixe) Ressourcen unverändert bleiben, so kann zwar das Grenzprodukt
zunächst zunehmen und dann auf hohem Niveau bleiben. Doch früher
oder später werden Schranken erreicht, die bewirken, dass das
Grenzprodukt abnimmt. Die Produktion, die mit zusätzlichen variablen
Ressourcen erzielt werden kann, wird also immer kleiner und könnte
schliesslich sogar negativ werden.
Skalenerträge
Änderung des Produktionsergebnisses durch proportionale Änderung
aller Ressourceneinsätze
konstante Skalenerträge
Das Produktionsergebnis steigt proportional zum Einsatz aller
Ressourcen
zunehmende Skalenerträge Das Produktionsergebnis steig überproportional zum Einsatz aller
Ressourcen
sinkende Skalenerträge
Das Produktionsergebnis steigt unterproportional zum Einsatz aller
Ressourcen
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optimale Betriebsgrösse
Die Stückkosten können mit grösserem Einsatz aller Ressourcen nicht
mehr gesenkt werden
Grenzumsatz = Preis
Ein gewinnmaximierendes Unternehmen dehnt seine Produktion bis zu
jenem Punkt aus, wo die Grenzkosten dem Verkaufspreis entsprechen
Die Grenzkosten bestimmen das Verhältnis von Preis zu
angebotener Menge. Die Grenzkostenkurve wird zur
Angebotskurve
langfristiges
Betriebsminimum
kritische Preisuntergrenze, bei welcher der Umsatz genau den Gesamtkosten entspricht (Gewinn = 0)
Will ein Unternehmen lebensfähig bleiben, muss es langfristig
mindestens jenen Preis erzielen, der die Gesamtkosten abdeckt
kurzfristiges
Betriebsminimum
kritische Preisuntergrenze, bei welcher der Umsatz genau den variablen Kosten entspricht – und der Verlust genau den Fixkosten
Fazit
Die Angebotskurve entspricht der Grenzkostenkurve oberhalb des
langfristigen Betriebsminimums. Vorübergehend kann auch der kurze
Teil zwischen dem kurz- und dem langfristigen Betriebsminimum
dazukommen
5. Marktgleichgewicht
vollständige Konkurrenz
- Güter sind völlig homogen
- grosse Anzahl von Marktteilnehmern vorhanden
- freier Zutritt zum Markt möglich
- die Markteilnehmer sind vollständig informiert (Markttransparent)
Angebotsüberschuss
Die angebotene Menge übersteigt die nachgefragte Menge zum
herrschenden Preis
Nachfrageüberschuss
Die nachgefragte Menge übersteigt die angebotene Menge zum
herrschenden Preis
- je höher der Preis klettert, desto kleiner wird der Nachfrageüberschuss
Marktgleichgewicht
Angebot und Nachfrage sind gleich
Gleichgewichtspreis
Markträumungspreis
Preis, zu dem die Kaufziele mit den Verkaufszielen übereinstimmen
5.1 Konsumentenrente
Zahlungsbereitschaft
Höchstbetrag, den man für ein Gut zu zahlen bereit ist
Konsumentenrente
Zahlungsbereitschaft – effektiv bezahlter Preis  Betrag den man
„gespart“ hat
Die Käufer trachten danach, möglichst wenig für die gekauften Güter
auszugeben. Je tiefer der Preis für ein gekauftes Gut, desto besser sind
die Käufer dieses Gutes gestellt und desto höher ist die
Konsumentenrente. Die Konsumentenrente spiegelt somit auf den
meisten Märkten die „ökonomische Wohlfahrt“
Abschöpfung der KR möglich durch Preisdifferenzierung (z.B.
Bücher, DVD, Auto, Medikamente, Aktionen)
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5.2 Produzentenrente
Produzentenrente
Preis – Produktionskosten
Je höher der Verkaufspreis, desto mehr profitieren die Unternehmungen
 Produzentenrente = Wohlfahrt der Produzenten
5.3 Markteffizienz
Gesamtrente
Konsumentenrente + Produzentenrente
= Nutzen für Volkswirtschaft – Kosten der Volkswirtschaft
Marktgleichgewicht gibt die grösste Gesamtrente (Wohlfahrt)
6. Staatliche Markteingriffe
Marktmechanismus
- sorgt für Marktgleichheit
- steuert Produktionsstruktur
- steuert Einkommensverteilung
- steuert Einkommensverwendung
6.1 Abschaffung der marktmässigen Selbstregulierung
- Handel verbieten (z.B. Drogen) was zu einem Schwarzmarkt führt
- Staat produziert Güter selber (z.B. Militär)
6.2 Preis- und Mengenfestsetzung
Mindestpreise
staatlich festgelegte Preisuntergrenze. Der Preis darf nicht darunter
fallen, wohl aber darüber steigen
Folgen
Angebotsüberschuss  Staat kauft Überschuss, Produktion
kontingentieren, Absatz verbilligen
Höchstpreise
staatlich festgelegte Preisobergrenze. Der Preis darf nicht darüber
steigen, wohl aber darunter fallen
Folgen
Nachfrageüberschuss  staatlicher Wohnungsbau, staatliche Zuteilung
Eingriffe in die Preise ziehen deshalb Eingriffe in die Mengen nach
sich, wenn sie wirksam sein sollen  nicht marktkonforme
Massnahme
6.3 Beeinflussung der Angebotskurve
Ziele
Beeinflussung der Produktionsstruktur, der Einkommensverteilung, der
Einkommensverwendung oder die Einkommenserzielung für den
Staatshaushalt
Subventionen
Zahlungen des Staates, um die Produktion oder den Konsum eines
Gutes zu unterstützen
 Bewirkt eine Verschiebung der Angebotskurve nach unten bzw.
rechts
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Steuern und Zölle
obligatorische Zahlungen an den Staat
 Bewirkt eine Verschiebung der Angebotskurve nach links
3 Gründe für Steuern
- Geld für seine vielfältigen Aufgaben
- Einkommen umverteilen
- Konsum gewisser Güter eindämmen
Steuerinzidenz
die Frage nach dem Träger der Steuerlast
Preiselastizität des
Angebots
Je preiselastischer die Anbieter reagieren, weil sie Alternativen haben,
desto eher können sie die Steuer überwälzen – und umgekehrt
marktkonforme
Massnahmen
staatliche Massnahmen, die zwar Angebot und Nachfrage beeinflussen,
aber den Marktmechanismus selber nicht beeinträchtigen
nichtmarktkonforme
Massnahmen
staatliche Massnahmen, die den Preismechanismus beeinträchtigen
oder ausser Kraft setzen
6.4 Beeinflussungen der Nachfragekurve
- durch Aufklärung oder Werbung
- verfügbares Einkommen beeinflussen (durch Steuern)
7. Externe Effekte
private Güter
Güter, deren Produktion und Konsum praktisch keine externen Effekte
hervorrufen
öffentliche Güter
Güter mit bedeutenden externen Nutzen, sodass Trittbrettfahrer nicht
ausgeschlossen werden können. Weil nicht von allen Begünstigten ein
ausreichender Preis eingefordert werden kann, bieten
gewinnmaximierende Unternehmen öffentliche Güter nicht in
ausreichender Menge an
externe Effekte
Kosten und Nutzen, die in der Produktion oder beim Konsum entstehen,
aber am Markt vorbei wirken und deshalb nicht in den Marktpreisen
berücksichtigt sind
- Schäden und Kosten werden damit auf Aussenstehende übertragen,
ohne von den Verursachern abgegolten zu werden
- Nutzen werden Aussenstehenden gestiftet, ohne von den Empfängern
abgegolten zu werden
externe Kosten
negative externe Effekte
Schäden und Kosten, die sich nicht in den Marktpreisen widerspiegeln
und auf Aussenstehende abgewälzt werden
externe Nutzen
positive externe Effekte
Unentgeltliche Nutzenstiftung an Aussenstehende, an Trittbrettfahrer
pseudoexterne Effekte
pekuniäre externe Effekte
wirken nicht am Markt vorbei, sondern sind eine Folge des Wettbewerbs
auf den Märkten und haben Auswirkungen auf andere Märkte.
 Marktchancen steigen oder sinken
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Fazit Kosten
Wo externe Kosten auftreten, versagt also eine Marktwirtschaft zweifach:
- Erstens werden Kosten auf Dritte überwälzt – das Marktresultat ist
nicht leistungsgerecht
- Zweitens wird das Resultat ineffizient, weil die Preise die Knappheit
von Ressourcen zu wenig widerspiegelt. Mit zu niedrigen Preisen
werden die knappen Ressourcen verschwenderisch eingesetzt
Fazit Nutzen
Auch dort wo externe Nutzen auftreten, versagen Märkte zweifach:
- Erstens profitieren Trittbrettfahrer gratis von Leistungen – das
Marktresultat ist nicht leistungsrecht
- Zweitens wird das Resultat ineffizient. Weil für Güter mit grossen
externen Nutzen kein angemessener Preis verlangt werden kann, ist
ihre Produktion gering
7.1 Arten von externen Effekten
negativ
Produktion: Lärm, Gestank, Abgase, Gifte
Konsum: Abfälle, Rauchen, Autoabgase
positiv
Produktion: Geruch, Fernwärme, Stausee zum Baden, schöne Architektur
Konsum: Oldtimer, Impfungen, Parfum, Feuerwerk
7.2 Staatliche Massnahmen gegen externe Kosten
Appelle
Appelle an die Moral der Verursacher sind gut gemeint, können aber nie
das Problem lösen
Gebote und Verbote
- Auflagen vorgeben (Katalysatorenpflicht)
- Schadstoffgrenzwerte festlegen (Rauchgaskontrolle)
- Umweltverträglichkeitsprüfungen vorschreiben
- Verbote aussprechen (FCKW-Gase)
positiv: fair, für alle gleich
negativ: grosser Kontrollaufwand, kein zusätzlicher Anreiz sich sinnvoll
zu verhalten
Selbstregulierung
Man auferlegt sich selbst Standards, Kontrollen und Zielvorgaben um:
- ein besseres Image zu erhalten
- dem Staat zuvorzukommen
- öffentliche Aufträge zu erhalten
- ethisch korrekt zu handeln
 diese Punkte reichen aber nicht aus
Internalisierung der
externen Kosten
Die externen Kosten werden den Verursachern (Verursacherprinzip)
angelastet. Damit berücksichtigten die Verursacher die externen Kosten
bei ihren Entscheidungen
a) Coase Theorem
Staatliche Zuteilung von Eigentums-, Nutzungs- und Klagerechten.
 kostenlose Verhandlung zwischen Kontrahenten, bestmögliche
Lösung für beide Parteien, keine Vermögenseffekte
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b) Pigousteuer
Steuer in der Höhe der externen Kosten ( Verursacherprinzip), diese
können aber selten wirklich bewertet werden (Wie viel wert ist ein
Baum?)
 führt zur effizienteren Nutzung der Umweltressourcen
c) Lenkungsabgaben
auch bezeichnet als:
Standard-Preis-Ansatz
Abgaben mit dem Ziel, das Verhalten von Haushalten und
Unternehmen zu beeinflussen
Methode, um Umweltabgaben zu ermitteln. Die Abgabe muss so hoch
sein, dass ein festgelegter Mengengrenzwert nicht überschritten wird
Bedingungen für die Einführung von Lenkungsabgaben
- ökologisch relevante Belastung
- Emissionsnähe (direkter Wirkungszusammenhang)
- Erreichbarkeit des Umweltschutz-Zieles (wie hoch muss Abgabe sein?)
- Vorhersehbarkeit (Höhe der Lenkungsabgabe)
- Aussenhandelsneutralität (keine internationale Wettbewerbsverzerrung)
- Staatsquotenneutralität (Abgaben zurück an die Steuerzahler)
- Indexneutralität (im Teuerungsindex separat ausgewiesen werden)
d) Umweltzertifikate
- Nutzungsrechte an der Natur
- „Verschmutzungs“-Rechte können gekauft oder verkauft werden
Fazit
Die Internalisierung von externen Kosten ist um einiges besser als
Verbote und Gebote:
- kein Kontrollaufwand
- Entscheidungsspielraum für Konsumenten und Produzenten ist grösser
- Ausgestaltung kann flexibler gehandhabt werden
- ökonomisch effizient
- Innovationen werden gefördert
Wenn das Aussetzen eines Stoffes bereits in kleinen Mengen
verheerende Auswirkungen auf die Umwelt hat (Radioaktivität),
dann macht allerdings ein Verbot mehr Sinn.
8. Marktmacht
Marktmacht
Fähigkeit den Preis zu beeinflussen
Kartell
vertragliche Abmachung zwischen rechtlich selbständigen
Unternehmen, um untereinander den Wettbewerb zu verringern oder
auszuschalten
Absprachen/Kollusion
informelle Abmachung zwischen Unternehmen, um den Wettbewerb zu
verringern oder auszuschalten
Oligopol
ein Markt, auf dem nur einige wenige Unternehmen ein gleiches oder
ähnliches Produkt anbieten
Monopol
Ein einziges Unternehmen bietet ein Gut an, zu dem es keine nahe
Substitutionsgüter gibt
monopolistische
Konkurrenz
ein Markt ohne nennenswerte Zutrittsbarrieren, auf dem viele
Unternehmen ähnliche, aber nicht gleiche Produkte anbieten
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8.1 Marktzutrittsbarrieren
Patente
Schutzmassnahmen vom Staat wie auch Copyrights, staatseigene
Monopolbetriebe
Handelshemmnisse
Massnahmen, mit denen der Staat den Aussenhandel, vor allem die
Importe, einschränkt wie z.B. Grenzzölle (tarifäre Hemmnisse) oder
Einfuhrverbote, Mengenbeschränkungen oder abweichende
Produktnormen (nichttarifäre Schranken).
privater Zwang
organisiertes Verbrechen durch Gewalt oder Gewaltandrohung
hohe Fixkosten
für Forschung und Entwicklung z.B. Medikamente, Software
Marketingkosten
teure Werbung
zunehmende Skalenerträge Das Produktionsergebnis steigt überproportional zum Einsatz aller
Ressourcen. Neue Anbieter müssen sofort grosse Mengen verkaufen
können um zu rentieren.
Bei hohen Fixkosten und zunehmenden Skalenerträgen,
beobachten wir nicht nur erschwerten Marktzutritt, sondern sogar
einen Trend zu Unternehmenskonzentration.
Fazit
Ein Neuzutritt ist teuer, aber auch im Geschäft zu bleiben, ist teuer.
natürliche Monopole
praktisch unüberwindliche Zutrittsschranken. Ein Einziges Unternehmen
kann den Markt kostengünstiger beliefern, als zwei oder mehrere
Unternehmen zusammen.
 Leitungen für Wasser, Abwasser, Erdgas und Strom, Schienenwegen
Mit dem Wachstum der Nachfrage kann sich ein natürliches
Monopol z.B. in ein Oligopol verwandeln
lokale Marktmacht
In kleinen Wirtschaftsräumen übertrifft die optimale Betriebsgrösse den
gesamten Absatzmarkt schneller.
z.B. ein einziger Lebensmittelladen oder Bauunternehmen im Dorf
Folgerung
Immer mehr Waren und Dienstleistungen werden international
handelbar. Der Wettbewerb wird für immer mehr Güter global.
Wo für den Kunden der Wert eines Produktes mit seiner
Popularität steigt, begünstigt die Nachfrageseite
Monopolisierungstendenzen.
8.2 Gewinnmaximierung mit Monopol
Grundsatz
Wer den Gewinn maximieren will, dehnt seine Produktion aus, bis die
Grenzkosten den Grenzumsatz (Grenzerlös) erreichen
Grenzerlös ist kleiner als der Preis
Cournotscher Punkt
Punkt auf der Nachfragekurve bei dem die gewinnmaximale
Kombination von Menge und Preis erreicht ist
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Rente
- Monopolist schöpft Konsumentenrente ab
- Gesamtrente sinkt (Wohlfahrt sinkt)
Fazit
Monopolisten bieten kleinere Mengen an und verlangen höhere Preise.
Auch ein Monopolist maximiert seinen Gewinn, indem er diejenige
Menge verkauft, bei welcher der Grenzerlös den Grenzkosten
entspricht. Dabei ist der Preis auf der Nachfragekurve (anders als unter
vollständiger Konkurrenz) höher als der Grenzumsatz und die
Grenzkosten.
8.3 Gewinnmaximierung im monopolistischen Wettbewerb
Grundsatz
Anbieter verliert nicht alle Kunden wenn er einen etwas höheren Preis
als die Konkurrenz verlangt, da:
- die Güter nicht homogen sind
- Präferenzen bestehen
Gleich wie bei Monopol, aber Monopolgewinne ziehen neue Anbieter
an. Der Marktzutritt ist offen.
Die Nachfrage verschiebt sich nach links und wird elastischer.
Fazit
Langfristig werden die Gewinn wegkonkurriert. Die
Durchschnittskosten entsprechen dann dem Verkaufspreis.
8.4 Kooperation im Oligopol
Grundsatz
- wenige grosse Anbieter
- jeder kann den Preis mitbestimmen
- jeder beobachtet den anderen
- alle sind voneinander Abhängig
Fazit
Kooperationen können Gewinne aller erhöhen, können aber durch
ausscherende Anbieter gefährdet werden.
8.5 Kooperation im Kartell
Preiskartell
Der Kunde kann immer noch unter den Produkten der verschiedenen
Kartellmitglieder auswählen, doch preislich kann er nicht ausweichen.
Gebietskartell
Aufteilung des Marktgebietes auf die Kartellmitglieder. Kunde kann nicht
mehr zwischen verschiedenen Produkten auswählen. Jeder Kartelist
hat in seinem Bereich ein Monopol.
8.6 Preisdifferenzierung
Kaufbereitschaft
Unterscheidung von Nachfragekurven zweier Kundensegmente.
Geschäftsleute sind bereit, höhere Preise zu bezahlen, ihre Nachfrage
ist unelastischer
Beispiele
- Zuerst teure Erstausgaben, später dann billigere Taschenbücher
- Kinder-, Studenten- und Seniorenangebote
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9. Arbeitsmarkt
Faktor Arbeit
- Erwerbs- und Nichterwerbsarbeit
- Existenzsicherung durch Erwerbs- oder Arbeitseinkommen
- Arbeit ist nicht lagerfähig
- Nutzen durch Nichtgebrauch (über dem Existenzminimum  Freizeit)
- Arbeitsverträge sind immer unvollständige Verträge
- Heterogenität durch unterschiedliche Qualifikationen
Arbeitsnachfrage
Es wird genau soviel Arbeit nachgefragt, wie gebraucht wird, um den
Gewinn zu maximieren
Grenzkosten
Stundenlohn
zus. Kosten für zus.
Arbeitsstunde
=
=
=
Grenzerlös
Wertgrenzprodukt
zus. Erlös aus zus.
Arbeitstunde
Lohnsatz steigt
weniger Arbeitsstunden werden eingesetzt
Lohnsatz sinkt
mehr Arbeitsstunden werden eingesetzt
Voraussetzungen
- Vollständige Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt
- Vollständige Konkurrenz auf dem Absatzmarkt (nie gesättigt)
- Das Ertragsgesetz für die Arbeit gilt
- Alle weiteren Kosten der Unternehmung sind fest
 Nachfrage = Wertgrenzprodukt
Verschiebung der
Angebotskurve 
- mehr Arbeitskräfte
- Trend zu mehr Arbeit
Verschiebung der
Nachfragekurve 
- Wertgrenzprodukt steigt
- Arbeitsproduktivität steigt (schnellere Maschinen)
- Konjunkturlage gut (Güterpreise steigen)
Lohnstückkosten
effektive Arbeitskosten  Preis-Leistungs-Verhältnis der Arbeit
(Wieviel kostet es an Arbeit ein Stück herzustellen?)
Aussagekraft
Produktivität
ist sehr geschränkt, da:
- statistische Erfassung extrem schwierig (unterschiedlich Messmethoden)
- unterschiedliche Branchenzusammensetzung
(Dualwirtschaft = International und Binnenwirtschaft)
- Währungsumrechnung
Folgerung
Wirtschafspolitik muss vor allem Produktivitätspolitik sein!
Arbeitsproduktivität steigt bei folgenden Faktoren:
- Hohe Ausbildung und Qualifikation der Arbeitskräfte (Humankapital)
- Hohe Identifikation mit der Arbeit und dem Betrieb
- Hoher Kapitaleinsatz pro Arbeitsplatz (Kapitalintensität)
- Hoher Einsatz moderner Technologien und hoher Grad an Innovation
- Hoher Einsatz für Forschung und Entwicklung
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9.1 Verschiedene Ansichten über den Arbeitsmarkt
Arbeitslosigkeit
entsteht durch starre Löhne (Gesetze, Gewerkschaften)
Neoliberale
USA, Forderungen in Bezug auf den Arbeitsmarkt:
- flexible Löhne
- schwache Gewerkschaften
- wenig soziale Sicherheit
Vertr. soz. Marktwirtschaft
D, EU ohne England, CH, fordern:
- starken Staat
- hohe soziale Sicherheit
Schuld schlechte Leistung - ineffiziente Arbeitsorganisation
- falsche Produktentwicklung
- Filz
9.2 Typen von Arbeitslosigkeit
saisonal
Saisonale Nachfrageschwankungen
friktionell (Such-…)
Stellenwechsel mit Suche nach neuem Job
strukturell
Arbeitsnachfrage nicht gleich Arbeitsangebot
institutionell
Durch politische und gesellschaftliche Rahmenbedingen (Mindestlöhne,
falsche Bildungspolitik, zu luxuriöse ALV, extremen Kündigungsschutz)
konjunkturell
Konjunkturbedingt, Rezession
Sockelarbeitslosigkeit
Langfristiger Sockel, der unabhängig von der Konjunktur bestehet
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