Handout zur Präsentation Angelika Obleser, Michal Matejovic

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Step 4 – Tutorium
Kurzpräsentation
Michal Matejovic
Angelika Obeser
Die zweite Methode von Medienwirkungsforschungen ist das Experiment:
Experimente sind Untersuchungsmethoden unter strenger Kontrolle der Rahmenbedingungen
(Ceteris-Paribus-Klausel). Dadurch wird es möglich, einzelne Wirkungsfaktoren zu isolieren.
Nur sorgfältig durchgeführte Experimente sind in der Lage, Wirkungen zu „beweisen“.
3 Varianten werden unterschieden:
Variante 1:
Unter der ersten Variante ist eine Mehrfach-Messung mit einem Stimulus unter
Konstanthaltung der Rahmenbedingungen zu verstehen.
Variante 2:
Darunter ist eine systematische Variation der Stimuli mit jeweils einer Messung zu verstehen.
Variante 3:
Ist eine Kombination aus Variante 1 und 2.
Nach der Medienwirkungsforschung kommen wir nun zur Mediennutzungsforschung:
Die 5 Postulate des Uses and Gratifications Approach:
-
Das Publikum ist aktiv und betreibt einen zielorientierten Mediengebrauch.
Das Publikum strebt nach Bedürfnisgratifikationen (= Befriedigung).
Medien konkurrieren mit anderen Quellen der Bedürfnisbefriedigung.
Die Ziele der Mediennutzung lassen sich aus den Daten des Medienkonsums und der
von den Rezipienten berichteten Zuwendungsmotivation ermitteln.
Bewertungen über die kulturelle Bedeutung der Massenkommunikation sollten
unterbleiben, wenn es darum geht, die Zuschauerorientierungen zu erforschen.
Methoden der Nutzungsforschung:
-
Bedürfniskataloge zur Erfassung der Zuwendungsmotive/Korrelation mit der
tatsächlichen Mediennutzung
Tiefeninterviews und Gruppendiskussionen mit Mediennutzern über ihre
Nutzungsmotive
Erfassung psychosozialer Dispositionen der Mediennutzer bzw. der Korrelation mit
der Mediennutzung
Die Persönlichkeitsfaktoren bei Actionfilmpräferenzen zeigen, dass:
Präferenzen
Actionfilm
Horrorfilm
Romantikfilm
Persönlichkeitsfaktoren
Gewaltdisposition steigt
Erlebnissuche steigt
Angst- und Fremdbestimmung sinkt
Empathie und soziale Disposition sinkt
Gewaltdisposition steigt
Angst- und Fremdbestimmung steigt
Erlebnissuche steigt
Empathie und soziale Disposition sinkt
Angst- und Fremdbestimmung steigt
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Toleranz steigt
Empathie und soziale Disposition steigt
Erlebnissuche sinkt
Methoden der Rezeptionsanalyse
-
Retrospektive Interviews und Gruppendiskussionen mit Mediennutzern über ihre
Rezeptionserlebnisse bzw. –erfahrungen.
Rezeptionsbegleitende Befragungen.
Rezeptionsbegleitende Beobachtungen.
Rezeptionsbegleitende non-verbale Erfassung der Bewertungsreaktionen.
Rezeptionsbegleitende Erfassung der physiologischen Reaktionen.
Ansätze der Rezeptionsforschung:
Michael Charlton hat 1997 zwischen 2 grundlegenden Ansätzen der Rezeptionsforschung
unterschieden:
a) Kognitionswissenschaftliche Rezeptionsforschung:
Die Rezeption wird als konstruktive und wissensbasierte Verstehensprozess beschrieben,
der simultan aufsteigend (bottom-up) von der Reizgrundlage und absteigend (top-down)
von den im Langzeitgedächtnis gespeicherten Konzepten und Schemata verläuft.
Beispiel:
Da die Realität immer nur bruchstückhaft erkannt wird und dementsprechend viele Lücken
(gaps) entstehen, sucht der Rezipient in den Medien nach Überbrückungshilfen (gap bridges).
Dervin unterscheidet zwischen:
-
Entscheidungssituationen mit mehreren Alternativen
Angstsituationen, in denen kein Ausweg offen zu stehen scheint
Blockierungssituationen, wenn die angestrebte Lösung durch einen Umstand
verhindert wird
Problemsituationen, bei denen Umweltgegebenheiten einen Handlungsdruck ausüben.
b) Handlungstheoretische Rezeptionsforschung:
Die Rezeption wird als Teil sozialer Alltagspraxis gedeutet. Konkrete Rezeptionsakte bzw.
Rezeptionsresultate entstehen aus vorgegebenen sozialen und kulturellen Bedingungen
und wirken auf diese zurück.
Prof. Grimm hat das Schema von Michael Charlton durch den kognitiv-physiologischen
Ansatz ergänzt:
c) Kognitiv-physiologischer Ansatz:
Er bezieht sich neben den kognitiven Prozessen auch die lange vernachlässigten
emotionalen und physiologischen Vorgänge während der Medienrezeption mit ein.
Rezeption wird gedeutet als dialogischer Prozess der Auseinandersetzung zwischen
Rezipient und Kommunikator einerseits und verschiedenen Verarbeitungsebenen
(kognitiv, emotional, physiologisch) innerhalb des Rezipienten andererseits.
Beispiel:
Film  Männergewalt gegen eine Frau.
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Überdehnte Methoden der Medienwirkungsforschung, bzw. Medienrezeptionsforschung
Dieses Kapitel befasst sich mit den Effekten und Wirkungen der Medien und zeigt welche Voraussetzungen
erfüllt sein werden müssen, damit wir über Medienwirkung sprechen können.
Die Wirkung der Medien kann man mit folgenden Methoden feststellen:
Einmal-Befragungen:
Ist meistens sehr ungenau, denn Menschen haben die Tendenz zu glauben, dass sie nicht beeinflusst werden,
bzw. geben nicht zu dass Sie beeinflusst wurden.
Außerdem werden bei dieser Methode keine Veränderungen der Meinung, bzw. des Verhaltens festgestellt, da
die Befragung nur zu einem Zeitpunkt durchgeführt wird. Um Veränderung feststellen zu können, müsste eine
solche Befragung zu mind. 2 verschiedenen Zeitpunkten durchgeführt werden.
Gruppendiskussionen – Exploration von Nutzungsmotiven:
Diese Methode erfüllt das Kriterium ebenfalls nicht -> wird auch nur zu einem Zeitpunkt durchgeführt
Korrelationsstudien
(Korrelation = Zusammenhang zwischen zwei Variablen)
Bei dieser Methode wird der Zusammenhang von a & b sehr wohl erkannt, nicht jedoch die Wirkungsrichtung,
d.h. man weiss dass Agression und Fernsehen zusammenhängen – man weiss aber nicht ob:
Agressiv weil Fernsehen ODER Fernsehen weil agressiv?
Korrelation zwischen Medien- und Rezipientenagenda
Genaue Definition der Korrelation: ………
Zwei Richtungen:
Beeinflussung der Publikumsagenda durch Medienagenda (dieses ist der Fall bei Qualitätsmedien)
Beeinflussung der Medienagenda durch Publikumsagenda (dieses ist wiederum der Fall bei Boulevardmedien)
Positive & Negative Korrelation
Steigt das Interesse eines der beiden (Medien, Rezipient), so spricht man von einer positiven Korrelation.
Steigt das Interesse nur eines der beiden und sinkt das andere, so spricht man von einer negativen Korrelation –
z.B. „das kenne ich, das lese ich nicht“
Panel-Untersuchung
Die gleiche Gruppe wird in bestimmten Zeitabständen befragt (über Wissen, Meinung, Einstellung,
Handlung) und das mind. 2 mal.
,
Beide, Medien sowie auch Rezipienten, werden zu zwei verschiedenen Messzeitpunkten befragt.
Wenn sich bei der 2. Befragung der Medien eine Lösung ergibt, die sehr ähnlich ist wie die bei der 1. Befragung
des Publikums, so ist klar, dass sich die Medienagenda an der Publikumsagenda orientiert.
-> dieses gilt auch genau umgekehrt (1. Befragung der Medien ähnlich der 2. Befragung des Publikums)…..dann
orientiert sich die Publikumsagenda an der Medienagenda
.
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