Kardinal Woelki und die „Homoehe“

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Kardinal Woelki und die „Homoehe“
Folgendermaßen äußerte sich Kardinal Woelki auf dem Katholikentag:
"Ich denke auch, dass wir uns darin einig sein sollten und einig sind, dass gerade in der Beurteilung eines solchen
sexuellen Verhältnisses oder einer sexuellen Beziehung große Unterschiede gibt. Dort, wo Menschen
Verantwortung füreinander übernehmen, wo sie in einer dauerhaften homosexuellen Beziehung dann auch
miteinander leben und umgehen, ist das in ähnlicher Weise zu einer heterosexuellen Beziehung zu sehen“
Was beinhaltet dieses Statement?
… Beurteilung eines solchen sexuellen Verhältnisses …
Fühlt sich Kardinal Woelki dazu berufen „sexuelle Verhältnisse“ zu beurteilen? Nach
unserem katholischen Glauben gibt es nur ein gottgewolltes sexuelles Verhältnis, nämlich das
in einer sakramentalen Ehe geschlossene. Die Beurteilung weiterer „sexueller Verhältnisse“
möge er bitte den Massenmedien überlassen.
Dort, wo Menschen Verantwortung füreinander übernehmen …
Es gibt viele Lebensbereiche, in denen Menschen Verantwortung füreinander übernehmen.
Ich denke da an die Pflege kranker Eltern unter Verzicht auf mancherlei Lebensgenuss, aber
auch an Eltern, die ihre Kinder nicht in „Aufbewahrungsanstalten“ abschieben, sondern sich
engagiert um eine menschenwürdige und glaubensfrohe Erziehung mühen, obwohl ihnen das
finanzielle Nachteile und die Verachtung aller „fortschrittlichen“ Mitbürger einbringt. Dem
Herrn Kardinal scheinen aber besonders die Menschen am Herzen zu liegen, die
… in einer dauerhaften homosexuellen Beziehung … miteinander leben
Zur „Dauerhaftigkeit“ homosexueller Beziehungen folgendes: Eine Beziehung zwischen
Homosexuellen dauert im Durchschnitt nur 1,5 Jahre. Dies geht aus einer Studie aus den
Niederlanden hervor, die von Dr. Maria Xiridou vom "Amsterdam Municipal Health Service"
anhand von Gesundheitsaufzeichnungen junger Homosexueller durchgeführt und im Magazin
„AIDS“ veröffentlicht wurde. Bei den Untersuchungen konnte auch festgestellt werden, dass
Schwule durchschnittlich acht Partner pro Jahr außerhalb ihrer Hauptbeziehung haben.
Interessant ist auch, dass sich die EKD bei der Einführung der Homopfarrer genau dieser
Argumentation bedient hat,
Besonders fragwürdig ist die Aussage:
… ist das in ähnlicher Weise zu einer heterosexuellen Beziehung zu sehen.
Was für eine heterosexuelle Beziehung meint der Kardinal hier? Das außereheliche
heterosexuelle Zusammenleben? Auch das ist nach unserem christlichen Glauben nicht nach
Gottes Ordnung und somit Sünde. Oder stellt er gar eine „Homoehe“ in die gleiche
Wertigkeit mit einer sakramental geschlossenen Ehe? Aber die Fragen, die sich hier stellen,
reichen noch tiefer. Der Kardinal belobigt in seinem Statement diejenigen, die
in einer dauerhaften homosexuellen Beziehung dann auch miteinander leben …
Das kann doch nur heißen, dass er dem Verharren in der Sünde sein Lob ausspricht.
Menschen, die sich zu einer „Homoehe“ entschließen, bekunden damit, dass sie keinen
Gedanken auf Umkehr verschwenden, sondern nach dem Motto leben „ … und das ist gut so“.
Umgekehrt wird daraus ein Schuh: Menschen, die homosexuell empfinden, sich aber
bemühen nach Gottes Geboten zu leben, mögen immer wieder scheitern, aber sie haben die
Zusage, in der Beichte die Barmherzigkeit Gottes zu erfahren. Das Lob des Kardinals für die
„Dauersünde“ ist kontraproduktiv. Er sollte die homosexuell empfinden Menschen loben, die
keine „dauerhafte“ Bindung eingehen, sondern sich um ein Leben aus dem Glauben bemühen.
Perspektivenwechsel: Ist dem Herrn Kardinal entgangen, dass die „Homoszene“ äußerst
aggressiv und intolerant ist. Bei allen Gebetszügen gegen die Abtreibung waren es vor allem
Homosexuelle, die in Missachtung demokratischer Spielregeln diese Gebetszüge massiv
störten und nur durch Polizeieinsatz von Gewalttaten zurückgehalten werden konnten. Die
Verbalattacken gegen den christlichen Glauben will ich hier gar nicht wiedergeben. Aber an
solchen Gebetszügen hat Kardinal Woelki wahrscheinlich noch nicht teilgenommen.
Überraschen kann diese Aggressivität allerdings nur den, der die Homoszene lediglich aus
einem durch die Massenmedien verdunkelten Verstand heraus beurteilt. Hier ein Auszug aus
dem Manifest „Schwul-revolutionär“ von Michael Swift, Gay Community News, 15.2.1987:
Alle Gesetze, die homosexuelle Betätigung verwehren, werden aufgehoben werden.
Stattdessen werden Gesetze verabschiedet werden, die Liebe zwischen Männern erzeugen.
Alle Homosexuellen müssen als Brüder zusammenstehen; wir müssen künstlerisch,
philosophisch, sozial, politisch und finanziell vereinigt werden. Wir werden nur triumphieren,
wenn wir dem lasterhaften heterosexuellen Feind gemeinsam die Stirn bieten. Wenn Ihr es
wagt, uns Warme Brüder, Schwule, Homos zu rufen, werden wir Eure feigen Herzen
erdolchen und an Euren kümmerlichen Leichen vorbeimarschieren.
Was Birgit Kelle und Herrn Lohmann passiert ist, nachdem sie sich in der Sendung „Hart,
aber fair“ gegen die „Homoehe“ ausgesprochen haben, dürfte Herrn Woelki ja bekannt sein.
Perspektivenwechsel: So werden aktuell im Land Berlin mit der staatlich finanzierten
Initiative „Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt“ ab sofort alle
Grundschulkinder fächerübergreifend, „weg von der klassischen Vater-Mutter- KindFamilie“ hin zu einer unterschiedslosen Offenheit für alle sexuellen Alternativen erzogen. Die
natürliche Familie aus Vater, Mutter und Kind(ern), Fundament unserer Gesellschaft, die
unter dem besonderen Schutz der staatlichen Ordnung steht (Art. 6 GG), wird in den
Kinderköpfen zur simplen Variante unter allerlei sexuell denkbaren Möglichkeiten degradiert.
In Berliner Handreichungen für Lehrer werden Unterrichtsbeispiele empfohlen, in denen
Siebtklässler pantomimisch Begriffe wie „Orgasmus“, „Porno“ oder „Sado-Maso“
darstellen sollen. Dies alles geschieht im Rahmen der gesetzlichen Schulpflicht ohne Eltern
die Möglichkeit zu geben, ihre Kinder davor zu schützen.
Das scheint Kardinal Woelki keine Sorgen zu bereiten. Er ist doch Kardinal in Berlin! Es
kann sein, dass ich es übersehen habe, aber zu diesem Skandal fand ich noch keine
Stellungnahme von ihm. Laien setzen sich heute entschiedener für christliche Überzeugungen
ein als der Kardinal von Berlin. Hier ein Auszug aus einer Stellungnahme von Frau Kuby:
Durch schamlosen Missbrauch der staatlichen Macht über Schulcurricula werden Kinder und
Jugendliche in ihrer Identität als Mädchen und Jungen verunsichert, sie werden durch Wort
und Bild, Rollenspiele und Körperübungen sexuell aktiviert und in die die ganze „Vielfalt“
jenseits der Heterosexualität praktisch eingeführt. Es genügt nicht mehr, Neunjährige zu
Verhütungsexperten auszubilden, indem sie im Klassenverband üben, Kondome über
Plastikpenisse zu ziehen; jetzt sollen die Erstklässler auf queer getrimmt werden. Damit
werden die Kinder aus den Familien herausgebrochen, welche kaum noch eine Chance
haben, gegen den Zugriff von Schule und Medien die Werte zu vermitteln, welche Kinder zu
bindungs- und leistungsfähigen Menschen machen. Sexualisierte Kinder verlieren das
Interesse an der Entfaltung ihrer Fähigkeiten und der Entdeckung der Welt. Der Reifeprozess
der Persönlichkeit kommt ins Stocken, das Sensorium für die Dimension des Glaubens
verschwindet. Wie Sigmund Freud feststelle, „beeinträchtigt jede frühzeitige Sexualtätigkeit
die Erziehbarkeit des Kindes“.
Belohnung: So ist es nicht verwunderlich, dass Kardinal Woelki für den „Respektpreis 2012“
des Berliner Bündnisses gegen Homophobie nominiert wurde. Mit ihm wurde auch der
tapfere Streiter der Homolobby, David Berger, für diese Auszeichnung vorgeschlagen. Die
Begründung des Kardinals für die Ablehnung des Preises, dass nämlich für ihn „als
katholischer Christ und erst recht als Priester …
die Achtung aller Menschen
selbstverständlich“ sei, ist äußerst schwach. Er muss doch ganz genau wissen, dass man ihm
diesen Preist nicht wegen seiner Achtung aller Menschen zuerkennen wollte, sondern weil er
den Interessen der Homolobby in vorbildlicher Weise gedient hat. Die Presse hat diesen
Dienst sehr wohl richtig verstanden. So sprach der Kölner Stadtanzeiger in einem Artikel über
den Katholikentag in Mannheim (Ausgabe 17.05.12) davon, dass Kardinal Woelki einen
Sinneswandel in der Katholischen Kirche für möglich halte.
Perspektivenwechsel: Papst Benedikt XVI. hatte den rund 40 französischen Bischöfen, die
sich am 17. November 2012 zum Ad-limina-Besuch in Rom aufhielten, in seiner Ansprache
bei der Audienz eingeschärft, „aufmerksam“ zu sein gegenüber Gesetzentwürfen, mit denen
der Schutz der Ehe zwischen Mann und Frau ausgehöhlt werden sollen. Und in der Botschaft
des Papstes zur Feier des Weltfriedenstages 1. Januar 2013 heißt es: „Auch die natürliche
Struktur der Ehe als Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau muss anerkannt und
gefördert werden gegenüber den Versuchen, sie rechtlich gleichzustellen mit radikal anderen
Formen der Verbindung, die in Wirklichkeit die Ehe beschädigen und zu ihrer
Destabilisierung beitragen, indem sie ihren besonderen Charakter und ihre unersetzliche
gesellschaftliche Rolle verdunkeln. Diese Grundsätze sind keine Glaubenswahrheiten, noch
sind sie nur eine Ableitung aus dem Recht auf Religionsfreiheit. Sie sind in die menschliche
Natur selbst eingeschrieben, mit der Vernunft erkennbar und so der gesamten Menschheit
gemeinsam…“
Angesichts der Äußerungen von Kardinal Woelki zu dieser Thematik mag jeder für sich
beurteilen, wie weit seine Loyalität gegenüber unserem Heiligen Vater noch reicht und wie
groß seine Bereitschaft ist, die Lehre der katholischen Kirche auch gegen Widerstände zu
verteidigen. Um dies zu verdeutlichen ist es notwendig, seine Position noch einmal deutlich
derjenigen des Papstes gegenüberzustellen:
Kardinal Woelki: Dort, wo Menschen Verantwortung füreinander übernehmen, wo sie in einer dauerhaften
homosexuellen Beziehung dann auch miteinander leben und umgehen, ist das in ähnlicher Weise zu einer
heterosexuellen Beziehung zu sehen“
Papst Benedikt XVI.: … Auch die natürliche Struktur der Ehe als Verbindung zwischen einem Mann und
einer Frau muss anerkannt und gefördert werden gegenüber den Versuchen, sie rechtlich gleichzustellen mit
radikal anderen Formen der Verbindung, die in Wirklichkeit die Ehe beschädigen und zu ihrer
Destabilisierung beitragen, indem sie ihren besonderen Charakter und ihre unersetzliche gesellschaftliche Rolle
verdunkeln.
Hingewiesen sei hier auch noch darauf, dass der Papst betont: „Diese Grundsätze sind keine
Glaubenswahrheiten, noch sind sie nur eine Ableitung aus dem Recht auf Religionsfreiheit.
Sie sind in die menschliche Natur selbst eingeschrieben, mit der Vernunft erkennbar und so
der gesamten Menschheit gemeinsam…“
Szenenwechsel nach Frankreich:
Dass diese Grundsätze mit der Vernunft erkennbar sind, zeigen auch die massiven Proteste
gegen die „Homoehe“ in Frankreich. Am Samstag, dem 17. November 2012 gingen nämlich
in Paris und in einem Dutzend weiterer französischer Städte mehrere hunderttausend
Menschen gegen den gesellschaftspolitischen Umbruch der Regierung auf die Straße. Die
Demonstrationen gingen von drei völlig unverdächtigen Personen aus: der Chefredakteurin
einer Satirezeitschrift und Chronistin der mondänen Welt, unter dem Pseudonym Frigide
Barjot bekannt und Sprecherin des Collectif pour l’humanité durable (Kollektiv für eine
nachhaltige Humanität); vom Sozialisten Laurence Tcheng von der Vereinigung La gauche
pour la mariage republicaine (Die Linke für die republikanische Ehe) und Xavier Bongibault,
Atheist und Homosexueller sowie Gründer von Plus gay sans mariage.
Anzumerken ist, dass der Erzbischof von Paris, André Kardinal Vingt-Trois im August an
Mariä Himmelfahrt betete: „Kinder und Jugendliche sollen aufhören ein Objekt der Wünsche
und Konflikte der Erwachsenen zu sein und die uneingeschränkte Liebe eines Vaters und
einer Mutter erfahren können.“ Das Gebet löste einen Sturm der Polemik aus in einem
Frankreich, das sich nach dem Wahlsieg des Sozialisten Hollande bei der
Präsidentschaftswahl mit großen Schritten auf die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher
Beziehungen mit der Ehe hinbewegt samt Adoptionsrecht für Homosexuelle. Der Erzbischof
von Paris und Primas von Frankreich ist plötzlich kein General mehr ohne Armee und die
Kirche wird plötzlich nicht mehr als schwunglos und in Selbstauflösung wahrgenommen.
Dazu gehört auch eine in der Vergangenheit kaum mehr wirklich gekannte Einigkeit der
Bischofskonferenz.
Johannes Kubon
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