Lernziel - dbmat.de

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Wichtige Risikofaktoren
(siehe „Handbuch der Herzgruppenbetreuung“ Kapitel 4)
 Hyperlipidämie
 Arterielle Hypertonie
 Rauchen
 Diabetes mellitus
 Metabolisches Syndrom
Lernziel:
Der Übungsleiter kennt die degenerativen Gefäßveränderungen, deren Risikofaktoren sowie die
Konsequenzen für die Stundengestaltung und Möglichkeiten der Beeinflussung.
Grundlagen – Info
Anzeichen für eine Erkrankung werden häufig fehlinterpretiert. Dabei lassen sich in vielen Fällen
Herzerkrankungen vermeiden. Voraussetzung dafür ist das Wissen um die wichtigsten
Risikofaktoren. Zu ihnen gehören u.a. Bewegungsmangel, Bluthochdruck, Übergewicht,
Rauchen, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, Stress und in der Familie vorkommende
Herzerkrankungen.
Hyperlipidämie
1. Hypercholesterinämie
Bis 225mg% kaum Anstieg der ischämischen Herzerkrankung, ab 250mg% gegenüber
225mg% Risikoverdoppelung
2. Hypertriglyceridämie
Eingeschränkt als Risikofaktor entsprechend der korrigierten Framingham-Studie.
Arterielle Hypertonie
Bluthochdruck ist ein Schrittmacher degenerativer arterieller Gefäßveränderungen. Erhöhte
Strömungsscherkräfte in den Gefäßen mit nachfolgender Intimaläsion können die Ausbildung
arteriosklerotischer Plaques fördern. Aufgrund von verengten Blutgefäßen steigt der Blutdruck
weiter an. Bei verengten Gefäßen muss das Herz immer mit erhöhter Anstrengung schlagen. Es
kann sich nicht zwischenzeitlich erholen. Die Folge kann eine Herzmuskelschwäche
(„Herzinsuffizienz“, „Myokardinsuffizienz“) sein. Andere mögliche Folgen sind arterielle
Durchblutungsstörungen in den Beinen oder ein Schlaganfall.
Rauchen
Zigarettenkonsum steigert die Blutgerinnungsneigung durch erhöhte Thrombozytenaggregation
und erhöhte Viskosität des Blutes. Dadurch wird eine gesteigerte Thromboseneigung
hervorgerufen. Außerdem wird eine Intimaschädigung begünstigt sowie der Sauerstoffgehalt
des Blutes durch Blockierung der O2-Bindungsstelle am Hämoglobin vermindert. Pfeifen- und
Zigarrenraucher, die nicht inhalieren, haben geringeres Risiko wegen der Vermeidung der COEinwirkung oder weil sie andere Typen sind, Stress etwa anders verarbeiten.
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Diabetes mellitus
Wir sprechen vom Diabetes mellitus Typ I und vom Diabetes mellitus
Typ II. Diabetes mellitus Typ I ist eine relativ seltene Autoimmunkrankheit mit ca. 250.000
Betroffenen in Deutschland, darunter viele Kinder.
Diabetes mellitus Typ II kommt dagegen häufig vor. Zu rechnen ist mit ca. 5 – 6 Millionen
Diabetikern Typ II. Vor wenigen Jahren oft noch als „Altersdiabetes“ bezeichnet findet sich diese
Stoffwechselstörung heute nicht selten schon im Kindesalter. Zugrunde liegt – wie auch beim
Diabetes mellitus Typ I – ein Defekt der Insulinsekretion der Bauchspeicheldrüse bzw. der
Insulinwirkung an den Zellen mit der Folge einer Hyperglykämie und dadurch sekundär
bedingter atherosklerotischer Gefäßerkrankungen.
Konkret betroffen sind die Herzkranzgefäße. Häufig also die diabetisch induzierte Koronare
Herzerkrankung, die nicht selten durch eine verminderte Schmerzwahrnehmung charakterisiert
ist. In der Kardiologischen Rehabilitation nach Bypass-Operation bzw. Dilatation hat jeder 2-te
Patient einen Diabetes mellitus Typ II.
Ferner ist die diabetische Retinopathie mit Visusbeeinträchtigung bis zur Blindheit zu nennen,
die diabetische Nephropathie – jeder 2-te dialysepflichtige Patient leidet unter Diabetes mellitus
Typ II – und die durch den Diabetes verursachte periphere arterielle Verschlusskrankheit (der
„diabetische Fuß“) sowie nicht zuletzt die diabetische Neuropathie mit Sensibilitätsstörungen,
z.B. der Füße.
Metabolisches Syndrom
Dabei handelt es sich um das gemeinsame Vorkommen von Adipositas, Hypertonie und Hyperbzw. Dyslipoproteinämie.
Die Glucoseaufnahme ist gestört im peripheren Zielorgan, vornehmlich in der
Skelettmuskulatur. Die Kombination mehrerer Risikofaktoren, die dieses Syndrom auszeichnet,
bedeutet eine erhöhte Inzidenz atherosklerotischer Gefäßerkrankungen auf der Grundlage einer
wahrscheinlich genetischen Disposition.
Gicht
Gicht ist eine komplexe Krankheit, verursacht durch eine Störung im Harnsäurestoffwechsel.
Harnsäure wird im Körper durch Abbau von Proteinen gebildet. Die Stoffwechselstörung führt zu
einem Anstieg der Harnsäurewerte im Blut. Übermäßiger Genuss von Bier, Wein und Proteinen
kann Anfälle auslösen, ist jedoch nicht Ursache der Krankheit. Rund 95% der Gichtpatienten
sind Männer. Gicht kommt bei Menschen unter 30 Jahren selten vor, 10 bis 20% der Fälle sind
genetisch bedingt.
Ein akuter Gichtanfall zeigt sich durch heftige Gelenkschmerzen, häufig in den großen Zehen,
aber auch in den Fußgelenken, Knien, Hüften, Schultern, Handgelenken oder Ellbogen. Der
Anfall setzt meist plötzlich ein: das Gelenk schwillt an, rötet sich, entzündet sich und ist äußerst
schmerzempfindlich. Anfälle, die nicht behandelt werden, dauern einige Tage bis eine Woche
oder länger.
Wiederholte Anfälle führen zu trophischer Gicht. Bei dieser Form lagern sich Harnsäurekristalle
als weißes kreidiges Material in weichem Gewebe der Gelenkbereiche ab. Chronische Gicht
kann zu Nierenschäden führen, da sich dort Harnsäuresteine bilden. Dies wird als Urat- oder
Gichtniere bezeichnet (Uratnephropathie). Eine hierdurch bedingte Durchblutungsstörung der
Niere führt über den entsprechenden Regelkreis zur Erhöhung des Blutzuckers.
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Didaktisch-methodische Überlegungen zur Erarbeitung
 Vortrag anhand der Folien III.3.2 oder / und der Power Point Präsentation III.3.2, M 01
 Gruppenarbeit (Gruppenarbeit M 02) zur Erarbeitung der Risikofaktoren mit anschließender
Darstellung im Plenum.
 Nachdem Informationen zu den Risikofaktoren vorgestellt wurden, können in einem
Unterrichtsgespräch die Risikofaktoren nach unterschiedlichen Gesichtspunkten (siehe
Folien der Power Point Präsentation) geordnet und gewichtet werden. Wesentlich ist das
Herausarbeiten der Beeinflussbarkeit von Risikofaktoren.
 In Einzelarbeit können anhand der Aufgabe III.3.2, M 03 wesentliche Veränderungen der
Körperfunktionen durch Stress (siehe III.3.2 TN-Info) erarbeitet werden. Vergleiche hierzu
auch die Ausführungen in Materialien Herzsport I.5.2.
Lehrmaterialien:
Power Point Präsentation III.3.2, M 01: Risikofaktoren
Folie 01 III.3.2, M 01: Risikofaktoren
Folie 02 III.3.2, M 01: Risikofaktor (Definition)
Folie 03 III.3.2, M 01: Risikofaktoren – Einteilung nach Beeinflussbarkeit
Folie 04 III.3.2, M 01: Nicht beeinflussbare Risikofaktoren
Folie 05 III.3.2, M 01: Risikofaktoren, die bereits eine Krankheit darstellen
Folie 06 III.3.2, M 01: Risikofaktoren aufgrund der Lebensweise
Folie 07 III.3.2, M 01: Beeinflussbare Risikofaktoren
Folie 08 III.3.2, M 01: Risikofaktoren Einteilung nach Bedeutung
Folie 09 III.3.2, M 01: Risikofaktoren – Stellenwert
Folie 10 III.3.2, M 01: Blutdruckwerte
Folie 11 III.3.2, M 01: Arterielle Hypertonie
Folie 12 III.3.2, M 01: Hypertonie – Ursachen
Folie 13 III.3.2, M 01: Bluthochdruck – Diagnose und Therapie
Folie 14 III.3.2, M 01: Bluthochdruck – Krankheitsverlauf
Folie 15 III.3.2, M 01: Bluthochdruck und Sport
Folie 16 III.3.2, M 01: Bluthochdruck – Geeignete Sportarten
Folie 17 III.3.2, M 01: Arterienquerschnitt
Folie 18 III.3.2, M 01: Richtwerte für Blutfette
Folie 19 III.3.2, M 01: Risiko: Cholesterin und Übergewicht
Folie 20 III.3.2, M 01: Cholesterin – Eigenschaften
Folie 21 III.3.2, M 01: Cholesterin – Aufbau
Folie 22 III.3.2, M 01: Das schädliche LDL
Folie 23 III.3.2, M 01: Das nützliche HDL
Folie 24 III.3.2, M 01: Adipositas
Folie 25 III.3.2, M 01: BMI
Folie 26 III.3.2, M 01: BMI der Deutschen
Folie 27 III.3.2, M 01: BMI bei Männern und Frauen
Folie 28 III.3.2, M 01: Übergewicht
Folie 29 III.3.2, M 01: Diabetes
Folie 30 III.3.2, M 01: Blutzuckerwerte
Folie 31 III.3.2, M 01: Diabetes mellitus
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Folie 32 III.3.2, M 01:
Folie 33 III.3.2, M 01:
Folie 34 III.3.2, M 01:
Folie 35 III.3.2, M 01:
Folie 36 III.3.2, M 01:
Folie 37 III.3.2, M 01:
Folie 38 III.3.2, M 01:
Folie 39 III.3.2, M 01:
Folie 40 III.3.2, M 01:
Folie 41 III.3.2, M 01:
Folie 42 III.3.2, M 01:
Folie 43 III.3.2, M 01:
Folie 44 III.3.2, M 01:
Folie 45 III.3.2, M 01:
Folie 46 III.3.2, M 01:
Folie 47 III.3.2, M 01:
Folie 48 III.3.2, M 01:
Folie 49 III.3.2, M 01:
Folie 50 III.3.2, M 01:
Folie 51 III.3.2, M 01:
Folie 52 III.3.2, M 01:
Folie 53 III.3.2, M 01:
Folie 54 III.3.2, M 01:
Diabetes – Diagnose und Therapie
Diabetes – Folgeschäden
Metabolisches Syndrom
Metabolisches Syndrom – Therapie
Cholesterin, Blutdruck und Rauchen
Rauchen
Rauchen – Wirkung des CO
Rauchen – Wirkung des Nikotins
Stress (I)
Stress (II)
Eustress / Disstress
Stress – Situation
Disstress – Situation
Eustress – Disstress (Abbildung)
Bewegungsmangel (Definition)
Bewegungsmangel – physiologische Auswirkungen
Bewegungsmangel – Merkmale
Bewegungsmangel – Folgen
Bewegungsmangel – Ursachen
Bewegungsmangel – Epidemiologie
Herzschutz Ausdauer
Voraussetzungen für den Herzschutz
Risikofaktoren (Werte) im Überblick
Power Point Präsentation III.3.3, M 01: Beeinflussbarkeit der Risikofaktoren
Folie 01 III.3.3, M 01: Bewegungsmangel – Epidemiologie
Folie 02 III.3.3, M 01: Paffenbarger-Kurve
Folie 03 III.3.3, M 01: Körperliche Aktivität und das Risiko an einerkoronaren Herzkrankheit zu
erkranken
Folie 04 III.3.3, M 01: Körperliche Aktivität und Apoplexierisiko
Folie 05 III.3.3, M 01: Risiko Bewegungsmangel
Folie 06 III.3.3, M 01: Risiko Cholesterin
Folie 07 III.3.3, M 01: Risiko Übergewicht
Folie 08 III.3.3, M 01: Risiko Bluthochdruck
Folie 09 III.3.3, M 01: Risiko Diabetes
Folie 10 III.3.3, M 01: Sport und Diabetes
Folie 11 III.3.3, M 01: Auswirkung von Sport
Folie 12 III.3.3, M 01: Risikofaktoren und Sport – eine Übersicht
Folie III.3.2, F 01:
Rauchen
Folie III.3.2, F 02:
Stress
Folie III.3.2, F 03:
Gicht
Folie III.3.2, F 04:
Hypercholesterinämie
Folie III.3.2, F 05:
Diabetes
Folie III.3.2, F 06:
Bewegungsmangel
Folie III.3.2, F 07:
Übergewicht
Folie III.3.2, F 08:
Bluthochdruck
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Folie III.3.2, F 09:
Norm- und Risikowerte
Gruppenarbeit III.3.2, M 02: Infos zu den Risikofaktoren der Koronaren Herzkrankheit
Arbeitsauftrag III.3.2, M 03: Gedankliche Bewertung und Stress
Teilnehmermaterialien
III.3.2 TN Risikofaktoren: Überblick über die Risikofaktoren
Die wichtigsten sympathikotonen und vagotonen Veränderungen der Körperfunktionen bei
Stress
Literatur
 Berbalk, A./ Boldt, F. et al.: 11 : 0 für die Gesundheit, in: Deutsche Zeitschrift für
Sportmedizin 53, Nr.7 + 8, 2002
 Brusis, O.A. et al.: Handbuch der Herzgruppenbetreuung, Spitta Verlag, Balingen, 2002
 Dietz, R./ Rauch. B.: Leitlinie zur Diagnose und Behandlung der chronischen koronaren
Herzerkrankung der DGK, 2003
 Girndt, J.: Herz- und Kreislaufkrankheiten durch Arteriosklerose, Wissenschaftliche
Verlagsgesellschaft, Stuttgart 1994
 Heyden, S: Präventive Kardiologie. Mannheimer Morgen Verlag, 1981
 LVPR Baden-Württemberg: Unsere Gesundheitsakademie, Folge 1 bis 3; in „Herz im Takt“
ab Ausgabe Winter/Frühjahr 2002
 Rost, R. et al.: Sport- und Bewegungstherapie bei inneren Krankheiten, 1991
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