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MEMO/06/147
Brüssel, den 29. März 2006
Fragen und Antworten zur Kampagne gegen
Kohlenmonoxid „HELP - Für ein Leben ohne Tabak“
Was ist Kohlenmonoxid?
Kohlenmonoxid oder CO ist ein gasförmiger Luftschadstoff, der aus der Verbrennung
stammt. CO ist hochtoxisch, aber farb- und geruchlos und gilt deshalb auch als
„unsichtbarer Mörder“. Es befindet sich in Kraftfahrzeugabgasen und entsteht bei der
Warmwasserbereitung, beim Heizen mit Kohle sowie beim Rauchen von Zigaretten,
Zigarren und Pfeifen. Von den Hunderten von toxischen Bestandteilen des
Tabakrauchs ist das Kohlenmonoxid sowohl für Raucher als auch für Nichtraucher
besonders gefährlich. Der CO-Wert im Körper eines Rauchers liegt über dem für EUStädte festgelegten CO-Luftverschmutzungsgrenzwert (8,5 ppm1 ). Nichtraucher
stoßen beim Atmen umso mehr CO aus, je länger sie passiv mitgeraucht haben.
Welche Auswirkungen hat CO auf den Körper?
CO geht in der Lunge auf das Blut über und bindet sich an das Hämoglobin der roten
Blutkörperchen. Die Bindung des CO an diese Zellen ist 200-mal stärker als die des
Sauerstoffs. Folglich lähmt das CO die roten Blutkörperchen und erlaubt ihnen nicht,
den für das Funktionieren der Organe – insbesondere Herz, Gehirn und Muskeln –
so wichtigen Sauerstoff aufzunehmen. Die Leistungsfähigkeit des Herzens nimmt ab,
das Risiko von Blutgerinnseln steigt und die Entwicklung des Fötus im Mutterleib ist
bedroht.
Wo und wann kann ich meinen Atem testen lassen?
Zwischen März und November 2006 wird die HELP-Kampagne bei mehr als 200
Events in ganz Europa präsent sein. Es wurden 25 spezielle HELP-Stände
entworfen (einer pro Mitgliedstaat). In jedem HELP-Zelt heißt ein Expertenteam des
„European Network for Smoking Prevention“ (ENSP – Europäisches Netz für
Tabakprävention) Raucher und Nichtraucher willkommen, die ihren CO-Wert
messen lassen möchten.
Der CO-Test ist anonym und die Ergebnisse werden von den Zeltmitarbeitern
aufgezeichnet. Anschließend werden sie im Hinblick auf den Aufbau einer
Datenbank kodiert. Professor Bertrand DAUTZENBERG, international anerkannter
Lungenspezialist und Tabakologe (Groupe Hospitalier Pitié Salpêtrière, Paris) sowie
Koordinator des europäische Netzes rauchfreier Krankenhäuser, wird anhand dieser
Daten eine europäische Studie durchführen.
1
ppm: parts per million = Teile je Million Teile.
PP-2006-00476-00-00-DE-TRA-00 (EN)
Wozu soll ich meinen CO-Wert testen?
Durch die Messung Ihres CO-Werts können Sie
- herausfinden, welche Auswirkungen das Rauchen auf ihren Körper hat;
- Ihr Raucherprofil erstellen;
- sich der Gefahren des Passivrauchens bewusst werden;
- dank individueller Beratung einen persönlichen Ausstiegsplan festlegen und
umsetzen;
- beim Aufhören einen raschen Abfall ihres CO-Werts feststellen.
Welche gesundheitlichen Folgen hat das Rauchen?
Tabakbedingte Krankheiten sind weltweit die zweitwichtigste vermeidbare
Todesursache (etwa 5 Millionen Tote pro Jahr), während sie in Europa an erster
Stelle stehen. Jedes Jahr verursacht der Tabak mehr als 650 000 Todesfälle in den
25 Mitgliedstaaten der Europäischen Union, d. h. einen von sieben Todesfällen2. Von
zwei Rauchern stirbt einer an den Folgen seiner Sucht, aber auch das Leben von
Nichtrauchern ist gefährdet. In einer im April 2004 veröffentlichten Studie zeigt das
British Medical Journal3 die verheerenden Folgen des Passivrauchens auf: Den
Autoren zufolge ist die Mortalität von Erwachsenen, die täglich Kontakt zu einem
Raucher haben, um 15% erhöht, auch wenn sie selbst nie geraucht haben.
Was ist die HELP-Kampagne?
HELP ist die zweite wichtige EU-weite Kampagne der Europäischen Kommission
gegen das Rauchen. Es handelt sich um eine der größten jemals konzipierten und
durchgeführten internationalen Kampagnen im Gesundheitsbereich. Sie baut auf den
Erfahrungen der ersten Kampagne – „Feel Free to Say No“ – auf, die von 2002 bis
2004 lief und mehr als eine Milliarde Kontakte mit jungen Leuten in der EU zeitigte
(vergl. IP/04/1284). „HELP“ wurde im Jahr 2005 mit einer Roadshow, Presse- und
PR-Kampagnen, einer Werbekampagne und einer Website lanciert.
Wer sind die Partner der HELP-Kampagne?
Die Kampagne wird in Partnerschaft mit nationalen und lokalen Organisationen aus
ganz Europa, die den Tabakkonsum bekämpfen, durchgeführt. Diese Maßnahmen
werden gemeinsam mit dem European Network for Smoking Prevention (ENSP)
entwickelt, das mit seinen etwa 600 Mitgliedsorganisationen das größte europäische
Netz gegen Tabakkonsum ist.
Worauf konzentriert sich die HELP-Kampagne?
Die drei wichtigsten Prioritäten sind:
- Prävention des Rauchens
- Aufgabe des Rauchens
- Gefahren des Passivrauchens
2
3
ASPECT-Bericht (Analysis of the Science and Policy for European Control of Tobacco),
Europäische Kommission 2004.
Sarah E. Hill “Mortality among never smokers living with smokers” (Mortalität von
Nichtrauchern, die mit Rauchern leben) – British Medical Journal, 5.4.2004.
-2-
PP-2006-00476-00-00-DE-TRA-00 (EN)
Wie viel kostet die Kampagne?
Insgesamt sind für die Kampagne bis zu 72 Millionen EUR für den Zeitraum 20052008 (4 Jahre) vorgesehen.
An welche Zielgruppen richtet sich die Kampagne?
Während Erwachsene heute anscheinend recht gut über die schädlichen
Auswirkungen des Rauchens informiert sind, stellen junge Menschen und ganz
besonders Mädchen die Hauptrisikogruppe dar. Acht von zehn Raucher haben
schon als Teenager angefangen. Deshalb richtet sich die HELP-Kampagne
vorwiegend an Jugendliche (zwischen 15 und 18) und an junge Erwachsene
(zwischen 18 und 30).
Welche Ergebnisse gibt es bisher?
Im ersten Jahr erreichten die drei HELP-Fernsehspots, die auf 80 TV-Kanälen in der
EU ausgestrahlt wurden, mehr als 1,1 Milliarden Mal die Zielgruppe der
Jugendlichen (etwa 115 Millionen Personen). Parallel dazu wurden mehr als 137
Millionen Besucher der HELP-Website (www.help-eu.com) registriert und mehr als
2 100 Zeitungsartikel in der europäischen Presse veröffentlicht. Im Oktober 2005
wurden zur Bewertung der Kampagne 25 000 Menschen in ganz Europa befragt;
dabei stellte sich heraus, dass die Kampagne große Wirkung hatte.
29% der befragten Europäer gaben an, die Kampagne bemerkt zu haben, und 48%
der jungen Menschen unter 25 erinnerten sich an eine der Werbebotschaften. 76%
der Europäer (83% der jungen Menschen), die die Kampagne gesehen hatten,
fanden sie gut. 88% der Europäer, die die Kampagne gesehen hatten, verstanden
die Botschaften. Zwei Drittel der jungen Nichtraucher unter 25 gaben an, der Inhalt
der Werbung könnte jemanden veranlassen, gar nicht erst mit dem Rauchen
anzufangen. 61% der Raucher in Europa meinten, die Werbung habe sie dazu
gebracht, über ihre Gewohnheit nachzudenken.
Wie wird die nächste HELP-TV-Werbung aussehen?
Im Jahr 2006 soll eine vierte HELP-TV-Anzeigenserie entstehen. Die vorherigen
Serien benutzten eine Papierpfeife als Symbol der Zigarette, um das Rauchen als
absurdes Verhalten lächerlich zu machen. Die Papierpfeife wird aufgrund des
positiven Echos als Hauptmotiv beibehalten, daneben sollen die Gefahren des
Passivrauchens und andere Gesundheitsgefährdungen stärker betont werden.
Junge Mädchen sollen besonders angesprochen werden.
Was ist das Jugendmanifest?
Das Projekt „Jugendmanifest“ wird in enger Zusammenarbeit mit dem Jugendforum
„Jeunesse“ entwickelt, das Jugendorganisationen und einzelstaatliche Jugendräte
aus ganz Europa vertritt. Von Herbst 2005 bis Frühjahr 2006 werden einzelstaatliche
Konsultationen über junge Menschen und Rauchen organisiert. Ziel ist der Entwurf
eines europäischen Jugendmanifests zum Thema Tabak auf der Grundlage dieser
Konsultationen. Fünfundzwanzig nationale Jugendkonferenzen wurden organisiert,
und 25 Jugendmanifeste verfasst, aus denen ein einziges EU-Dokument entstehen
soll.
Wo finde ich weitere Informationen?
Siehe www.Help-eu.com
-3-
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