Pressebeitrag für die Arbeitsgruppe

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Pressemitteilung
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MARTIN
oder
die Gerechtigkeit Gottes
- Lutherblues Ein Stück für Schauspieler und Rockmusiker
von JÜRGEN DEGENHARDT (Text)
und JÜRGEN KERTH (Musik)
Ausschnittweise konzertante Aufführung
am 04. Oktober 2008
um 20.00 Uhr in der
Stadtkirche zu Wittenberg
Ausführende:
Musik
Jürgen Kerth (Erfurt), Gitarre & Gesang
Stefan Kerth (Erfurt), Bass
Alexander Bätzel (Erfurt), Schlagzeug
Moderation
Klaus Helfricht (Wittenberg)
„Das Stück „Martin oder die Gerechtigkeit Gottes“ wurde zwischen 1982 und 1985
geschrieben. Es spiegelt in einer politisch notwendigen Camouflage die Situation in der SEDDiktatur der 80iger Jahre. Es wurde weder aufgeführt noch gedruckt, sondern sofort – wie
vom Autor im Grunde kaum anders erwartet – unterdrückt. Bis heute konnte es in den von
den alten SED-Funktionären beherrschten DDR-Theatern nicht auf die Bühne gelangen,
obwohl es Befürworter fand, die vorsichtig in den Dramaturgien dafür plädierten.
Als Parteiloser und nie „Linientreuer“ konnte der Autor nie eine feste Oberspielleiterstelle in
den Theatern finden, seitdem die DDR 1961 zugemauert worden war. Er begann deshalb zu
schreiben, was in der Deckung des Musiktheaters zu Erfolgen führte und eine freiberufliche
Tätigkeit ermöglichte. Das Schauspiel, von ergebenen Parteigenossen geleitet, wollte sich so
ein Stück, das gegen Dogmen für Gerechtigkeit, Freiheit, Menschenwürde, verbunden zudem
mit religiöser Thematik, eintritt, nicht „leisten“. Die Feigen waren wieder einmal die
Bundesgenossen der Diktatoren.“
Jürgen Degenhardt
vor der Uraufführung im Mitteldeutschen Landestheater, die am 16.6.1993 stattfand
In dieser konzertanten Aufführung der Kerth-Band erklingen ausgewählte Lieder des Stückes
in musikalischen Variationen des Blues. Schauspieler Klaus Helfricht, der die Uraufführung
des Stückes 1993 inszenierte, führt mit Zwischentexten, knappen Szenenbeschreibungen und
Sittenbildern aus der Lutherzeit durch das Stück.
Zu den Ausführenden:
Die Kerth-Band spielt ihren Blues in einem charakteristischen – fast möchte man sagen –
„Erfurter“ Stil, den eben nur die Kerths können.
„Seit 44 Jahren steht der Gitarrist Jürgen Kehrt nun auf der Bühne. Sein Stil ist irgendwo
der Schnittpunkt zwischen Santana, Johnny Winter, B.B. King und Jimi Hendrix. Deswegen
relativiert Kerth auch den gern gebrauchten Titel "Ostdeutscher Blueskönig": ›Meine Musik
soll genauso den Swing, Soul und Funk, Reggae und vieles anderes mehr beinhalten.‹ Er
wurde zu DDR-Zeiten mehrmals zum ›Nr.1-Gitarristen‹ gewählt. In den 90iger Jahren konnte
Kerth in den USA zahlreiche Konzerte spielen, wo er u. a. mit B. B. King auftrat.
Begeisterten und verblüfften ›Amis‹ erklärte er es so: ›Wenn du als Musiker an einem Ort
festgehalten wurdest und nicht in die Welt konntest, musst du dich zu all deinen Vorbildern
und legendären Konzerten, wie nach Woodstock oder ins ´Filmore East´ hinträumen. Du
musst dieses Feeling in deine Welt holen.‹ Mit seinem Sohn Stefan Kerth (Bass) und
Alexander Bätzel (Schlagzeug) stehen ihm zwei exzellente Musiker zur Seite.“
(aus dem „Wittenberger Stadtnetz“, anlässlich eines Auftrittes der Band am 29.2.2008 in der
Phönix Theaterwelt, Wittenberg)
Klaus Helfricht (Wittenberg), freier Autor und Regisseur, Schauspieler und Kabarettist, war
jahrelang am Mitteldeutschen Landestheater in der Lutherstadt tätig und hat die Uraufführung
von Degenhardts Lutherstück 1993 auf die Bühne gebracht.
Jürgen Degenhardt, 1930 in Dresden geboren, wuchs in Erfurt auf und studierte an der
Berliner Schauspielschule. Seine künstlerische Laufbahn begann er als Schauspieler und
Regieassistent am Deutschen Theater in Berlin. Er arbeitete als Regisseur beim DDRFernsehen, bei der DEFA und gastweise an verschiedenen Theatern der DDR. Als
freiberuflicher Autor verfasst er Texte für Film, Schallplatte, Funk und Theater. Mit dem
Schauspiel „Martin oder die Gerechtigkeit Gottes“ hat er noch einmal kräftig die Feder
geschwungen. Er schrieb dieses Stück in einer Zeit, als er politisch unter enormen Druck
stand: „Meine Bedrängnis, meinen Frust, meine Lage habe ich da hineingelegt.“
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