Bean Koch Seminar Donatello Wintersemester 22/23 16/17.12.22 Die Pazzi Madonna Grunddaten: • • • • • • Künstler: Titel: Entstehungszeit: Maße: Material: Technik: (gequetschtes Relief) Donatello Pazzi-Madonna ca. 1420 74,5 x 73 x 6,5 cm Marmor „rilievo schiaccato“ Geschichte des Werkes: • • • • • • Namensgebung durch vermutete Auftraggeber und spätere Besitzer des Reliefs, der florentiner Familie Pazzi Provenienz bis 19 Jh. allerdings ungesichert Erwerb durch Wilhelm von Bode 1886 für die königlich preußische Kunstsammlung Relief kommt in beschädigtem Zustand in Berlin an, ist in 14 Teile zerbrochen Bleibt bis zum 2. Weltkrieg in Berlin, wird dann in eine Salzmine in Merkers, Thüringen verlegt ab 1956 wieder in Berlin, heute Teil der Skulpturensammlung des Bode-Museums Beschreibung und Ikonographie: • • • • • • • • • • • Madonna steht mit ihrem Kind in einer Fensternische (Zentralperspektive? Nein, Erfahrungsperspektive, es gibt hier keinen einheitlichen Fluchtpunkt, die unteren Geraden sind zu stark verkürzt) Rahmen nicht original Lebensgroße Darstellung, ihr Oberkörper ist zu sehen, auf Hüfthöhe abgeschnitten durch Brüstung Ist im nach links gewandtem Profil zu sehen Trägt einen schweren Mantel und einen am Hinterkopf sitzenden Schleier Madonna legt ihre Stirn zärtlich an die des Jesuskindes (auch im Profil (rechtsgewandt) zu sehen), welches sie in ihren Armen trägt Madonna und Kind schauen sich tief in die Augen, Jesus greift mit seinem linken Arm nach ihrem Schleier Blick des Betrachters durch abgeschlossenen Bogen von Marias Schleier und ihrem Arm auf Mutter-Kind-Beziehung gerichtet Auf byzantinischen Madonnentypus der Eleusa zurückzuführen, wo das Kind seinen Kopf an die Wange seiner Mutter legt Hier wird eine innige Mutter-Sohn Beziehung dargestellt Maria scheint wehmütig, vielleicht weil sie den Opfertod ihres Sohnes vorrausahnt Rezeption: die Orlandini Madonna • • Ca. 1426 von Michaelozzo, einem Freund von Donatello Auch Flachrelief, allerdings keine Fensternische als Hintergrund, gerahmt mit antiker Säulenarchitektur Bean Koch Seminar Donatello Wintersemester 22/23 16/17.12.22 Die Zentralperspektive in der Kunst • • • • Filippo Brunelleschi (Bildhauer, Architekt) entdeckt die Zentralperspektive in Florenz Kunsthistorische Annahme das Pazzi Madonna und Masaccios Geburtsteller (Abb. unten) die ältesten erhaltenen Beispiele für Zentralperspektive in Skulptur/Malerei sind -> hier allerdings nur Erfahrungsperspektive, nicht mathematisch/geometrisch korrekt konstruiert Erste korrekte Anwendung der Zentralperspektive in Masaccios Dreifaltigkeitsfresko, Gemälde das ca. 1528 entstanden ist Links: die Vorderseite des Geburtstellers Rechts: Es gibt keinen exakten konstruierten Fluchtpunkt, deswegen Erfahrungsperspektive Quellen: • • • https://de.wikipedia.org/wiki/Donatello (zuletzt: 15.12.22) https://de.wikipedia.org/wiki/Pazzi-Madonna (zuletzt: 15.12.22) https://recherche.smb.museum/detail/863076 (zuletzt: 15.12.22)