doc 53K

Werbung
Informationstext
1 Reihenfolge der Aufgaben
1.1
Thomas sitzt vor seinen Hausaufgaben und döst vor sich hin. Da geht die Tür auf und seine
Mutter ruft: "Hast du denn immer noch nicht angefangen?"
Kommt dir diese Schwierigkeit, möglichst gleich nach dein Hinsetzen mit dem
Hausaufgabenmachen anzufangen, bekannt vor? Sie lässt sich leicht erklären
Zunächst einmal muss sich das Gehirn überhaupt auf Lernen einstellen. Es muss sich lösen
von dem, was du kurz vorher getan hast, ob das nun Musik hören, einkaufen oder schwimmen
war. Diese Umstellung braucht Zeit.
Wie du sicher weißt, können auch Sportler nicht -leich Höchstleistungen bringen, sondern
benötigen eine Anwärmzeit.
Genauso sollten wir beim Lernen eine Anwärmzeit, die unser Gehirn in Hochform bringt,
bewusst einplanen. Wissenschaftler haben festgestellt, dass wir in der ersten Viertelstunde nur
verhältnismäßig wenig leisten können.
Zwar sagen viele Leute : "Erledige zuerst das Schwierigste, dann hast du es anschließend
leichter!" Aber, weil du nun weißt, dass du in den ersten 15 Minuten noch nicht besonders
leistungsfähig bist, musst du für diese Anwärmzeit einen geeigneten Lernstoff aussuchen
nämlich einen möglichst leichten oder einen, der für dich persönlich interessant ist, z.B. aus
einem Fach, das dir besonderen Spaß macht.
Du schaffst dir dadurch einen gelungenen Lerneinstieg, und bist nun in der Lage, auch
schwierigere Aufgaben zügig zu lösen.
Jeder Arbeitsablauf ist in drei Abschnitte gegliedert. Man unterscheidet die Einstiegsphase,
die du schon als Anwärmphase kannengelernt hast, die Hauptarbeits- oder
Konzentrationsphase, die ca. 30 Minuten dauern sollte, und die Schlussphase.
Teile deine Hausaufgaben deshalb entsprechend ein: In der mittleren Phase - nach ca. 15
Minuten Anwärmzeit - sollten die schwierigen Aufgaben erledigt werden, danach wieder eine
etwas leichtere und zum Schluss noch einmal eine etwas härtere Nuss. So kannst du in der
Schlussphase die berühmte Endspurtsituation ausnutzen.
1.2.
Bei der Reihenfolge der Hausaufgaben muss aber noch etwas anderes bedacht werden:
a) Die mündlichen Aufgaben werden oft als weniger wichtig betrachtet und auf später
verschoben. Man macht sie am Abend oder morgens im Schulbus oder ab und zu auch gar
nicht in der Hoffnung, dass man nicht ausgefragt wird.
So eine Arbeitsweise ist aber ziemlich eintönig. Zuerst werden Vokabeln geschrieben, dann
wird ein Aufsatz geschrieben, eine Übersetzung geschrieben usw. - kurz es wird in einem fort
geschrieben. Dabei merkt man oft gar nicht, wie ermüdend solch eine eintönige Arbeitsweise
ist, wie sie das Leistungsvermögen behindert und den Lernfortschritt hemmt.
Um dem abzuhelfen, gibt es einen einfachen Tipp, dessen Anwendung fast immer eine
sichtbare Leistungssteigerung zur Folge hat: die SM - Formel, d.h. schriftliche und
mündliche Aufgaben sollen sich abwechseln.
b) Je ähnlicher zwei Lernstoffe sind, desto schwieriger ist es, sie zu behalten und
auseinanderzuhalten, wenn sie nacheinander gelernt werden.
Ähnliche geistige Aktivitäten beanspruchen die gleichen Ganglienzellen im Gehirn, deshalb. V
kommt es zu Ähnlichkeitshemmungen in Form von Verwechslungen.
Man sollte also z.B. deutsche und englische Grammatikregeln nicht hintereinander lernen.
Jetzt, da du den Sinn der Abwechslung verstanden hast, kannst du dich daran machen, deine
Hausaufgaben in eine sinnvolle Anordnung zu bringen. Dabei beachtest du
- die Arbeitsverlaufkurve
- die SM - Formel
- die Abwechslung der Fächer.
2.
Arbeitszeit und Pausen
2.1.
Da dein Körper keine Maschine ist, benötigt er ziemlich häufig und regelmäßig, Pausen. Aber
nicht nur aus biologischen Gründen sind Pausen wichtig. Du kannst sie auch gezielt zur
Leistungssteigerung einsetzen.
Unser Gehirn braucht nämlich Zeit, um den Stoff "verdauen" zu können. Auch wenn du nicht
mehr bewusst lernst, verarbeiten deine Ganglienzellen im Gehirn die Informationen weiter.
Um diesen Verarbeitungsvorgang nicht zu blockieren, ist es günstig immer wieder Pausen
einzulegen..
Das bedeutet aber nicht, dass du am besten so viele Pausen wie möglich einlegst. Um sinnvoll
zu arbeiten zu können, solltest du dich ungefähr nach folgenden Angaben richten:
1. Die Fünf-Minuten-Pause
Eine Pause von dieser Länge solltest du alle 20.- 45 Minuten—bewusst einlegen, nachdem du
eine Aufgabe abgeschlossen hast.
Stehe von deinem Arbeitsplatz auf, lege z.B. deine Lieblingsmusik auf (nach der Pause
wieder abschalten!) oder mache ein paar Gymnastikübungen.
Wer Schwierigkeiten hat, sich zu konzentrieren, sollte mit kurzen Lernzeiten (20 - 30
Minuten) anfangen und diese Zeit schrittweise verlängern.
2.
Die Entspannungspause
Nach einer bis eineinhalb Stunden Arbeitszeit solltest du dir zusätzlich eine längere Pause
gönnen, die etwa 20 Minuten dauert.
Verlasse auch hier deinen Arbeitsplatz und entspanne dich, indem du etwas ganz anderes tust.
3. Die Erholungspause
Dieser Pausentyp kommt sicherlich nicht häufig infrage: bei Deutschaufsätzen vielleicht und
vor allem bei der Vorbereitung für eine Schulaufgabe.
Nach etwa zwei bis zweieinhalb Stunden Arbeitszeit -musst du dich gründlich entspannen,
und zwar mindestens eine, höchstens zwei Stunden lang.
Untersuchungen haben ergeben, dass nach einer zweieinhalbstündigen Arbeitszeit - selbst bei
Einbeziehung von kurzen Pausen - die Leistungsfähigkeit unseres Gehirns so stark
abgenommen hat, dass Lernen uneffektiv wird : Weiterlernen nach diesem Zeitpunkt ist also
reine Zeitverschwendung. Was auf der einen Seite aufgenommen wird, wird auf der anderen
Seite wieder aus dein Gedächtnis hinausgedrängt.
Während dieser Erholungspause solltest du irgendetwas im Freizeitbereich unternehmen,
Freunde besuchen, Rad fahren usw.
Mache dir am Anfang jeder Pause klar, dass du einen Teil deiner Aufgaben jetzt bereits hinter
dir hast. Dieses kleine Erfolgserlebnis hilft sowohl bei der Entspannung als auch beim
erneuten Lerneinstieg nach der Pause.
2.2.
Noch ein Tipp für Wiederholungen bzw. die Vorbereitung von Schulaufgaben:
Unser Gedächtnis ist so beschaffen, dass es einige Zeit braucht, bis sich der Lernstoff so gut
verankert hat, dass er bei Bedarf auch wieder gefunden werden kann.
Daher sollte man am Tag vor einer Schulaufgabe keinen neuen Stoff mehr anrühren!
Frühzeitiges und regelmäßiges Wiederholen in überschaubaren Portionen ist unbedingt
anzuraten. Das prägt den Stoff besser ein, entlastet das Gedächtnis und gibt mehr Sicherheit.
Wichtig ist aber noch etwas anderes: die aktive und abwechslungsreiche Gestaltung der
einzelnen Wiederholungsphasen. Durch wiederholtes Lesen oder Angucken allein ist nur
wenig zu erreichen.
Günstig ist es z.B. mit allen Sinnen zu lernen, d.h. Notizen zu machen, Stichpunkte
aufzuschreiben, sich etwas laut vorzusprechen, bildliche Darstellungen anzufertigen,
vielleicht sogar beim Wiederholen auf und ab zu gehen usw.
3. Aufmerksamkeit und Konzentration
Konzentration ist die Fähigkeit, einem Lernstoff eine Zeitlang ungeteilte Aufmerksamkeit zu
widmen.
Wenn man mehrere Dinge gleichzeitig tut, wird die Aufnahme von Lernstoff erschwert. Ein
Schüler, der während des Lesens im Schulbuchlaut Musik hört oder einem Gespräch zuhört
oder an ein Treffen mit Freunden denkt, muss sich nicht wundern, wenn er am Ende über den
gelesenen Text kaum etwas weiß.
Die Aufmerksamkeit wechselt zwischen den verschiedenen Tätigkeiten hin und her und die
unterschiedlichen Eindrücke überlagern sich und löschen sich gegenseitig aus.
Die Konzentration kann verbessert werden, wenn vor dem Lernen ablenkende Dinge vom
Arbeitsplatz entfernt werden, wenn der Lernstoff immer wieder gewechselt wird und wenn
nicht zu lange nur ein einziger Lernweg benutzt wird.. Günstig ist auch eine kurze
Entspannung vor dem Lernbeginn.
Zum Schluss noch einige Anmerkungen zum Lernen bei Musik:
Beim Einprägen verbaler Inhalte - und der Großteil des Lernstoffes besteht aus solchen werden die gleichen Ganglienzellen angesprochen wie bei Texten von Musiknummern. Am
spürbarsten lenkt daher der eingeschaltete Radio ab, vor allem bei Sendungen mit neuen
Musiknummern und Sprecherkommentaren, am wenigsten CD-Aufnahmen mit ruhigerer
Instrumentalmusik.
Unbestrittene Erkenntnisse:
1. Alle, die ohne Musik überhaupt keine Lust zum Lernen haben, sollten dies bei ihrer
Zeitplanung mitbedenken: sie brauchen länger und müssen öfter wiederholen.
2.
Lernen und über Kopfhörer Musik hören, verträgt sich (gehirnbiologisch) nicht!
Stationen des Lernzirkels
Station 1:
a)
Schreibt in Stichpunkten auf, wie ihr bisher beim Hausaufgaben machen – mündliche und
schriftliche Aufgaben - vorgegangen seid. (Einzelarbeit)
Beispiel: Zuerst....
dann....
als nächstes....
Sprecht dann in eurer Gruppe darüber und tauscht dann eure Erfahrungen aus.
b)
Lest den Abschnitt 1.1. durch (Einzelarbeit) und vergleicht die Vorschläge zur Gestaltung,
von Hausaufgaben, die ihr dort findet, mit eurer Liste.
Diskutiert die Unterschiede. Was müsst ihr eventuell ändern?
Station 2
Nachdem ihr Abschnitt 1.1. und 1.2. gelesen und wichtige Hinweise über die Reihenfolge bei
Hausaufgaben erhalten- habt, sollt ihr zur Übung einen Arbeitsplan für Thomas erstellen, in
dem die Informationen aus dem Text berücksichtigt sind.
Thomas macht gern Englisch und Deutsch, weniger gern Geschichte; Mathe und Physik fallen
ihm am schwersten.
Folgende Aufgaben hat er zu erledigen:
Mathematik: Textaufgaben schriftlich
Deutsch: Gliederung schriftlich
Englisch: Vokabeln eintragen und lernen / Grammatikübung (schriftlich)
Französisch: Vokabeln lernen
Physik: Flüssigkeitsmenge berechnen (schriftlich)
Geschichte: Text im Buch lesen
Welche Reihenfolge schlagt ihr Thomas vor? Warum?
Station 3:
Stellt euch vor, ihr seid Lernberater für eure Schule. .Welchen Rat würdet ihr den drei
Schülern/innen geben,. die euch folgendes über ihre Art Hausaufgaben zu machen
berichten(Informationen dazu Abschnitt 1. 1 und 1.2.):
-
Anna:
Beim Hausaufgabenmachen fange ich immer mit Chemie an, weil mir
das am schwersten fällt. Am Anfang bin ich noch frisch und außerdem bin ich
dann mit dem Unangenehmsten fertig.
-
Martin:
Hausaufgaben sind für mich kein Problem. Ich habe einmal gelesen,
dass es wichtig ist, die einzelnen Aufgaben richtig anzuordnen. Deshalb mache
ich z.B. zuerst deutsche und englische Wortschatzübungen, anschließend Mathe
und Physik
-
Seval:
Vom Leistungssport weiß ich, dass man eine Anwärmzeit
braucht, bevor man wirklich gute Leistungen bringen kann. Ich denke, dass das
beim Gehirn ähnlich ist daher erledige ich zuerst Aufgaben, die mir leicht fallen
und die mich interessieren. Nach etwa 40 Minuten bin ich dann fit und kann mir
schwierigeren Lernstoff vornehmen.
Station 4
Lest die Informationen im Abschnitt 2.1 und 2.2 sorgfältig durch (Einzelarbeit).
Holt euch dann das Arbeitsblatt zu Station 4 und sucht den richtigen Weg durch den Irrgarten
vom Eingang zum Ausgang.
Nach Kontrolle des Lösungswegs verbessert ihr die Fehler und schreibt die Aussagen mit den
Nummern –3, 4, 2, 8, 5, 6, 7, 10 (Reihenfolge so einhalten!) als Merksätze auf.
Station 5
Holt euch das Arbeitsblatt zu Station 5. Betrachtet das unvollständige Schaubild, das dort
abgebildet ist. Ergänzt es (Informationen dazu in Abschnitt 2.1 und 2.2) und erklärt es euch
gegenseitig - als Übung für ein Kurzreferat am Ende des Lernzirkels.
Station 6
Bearbeitet folgende Aufgaben; Informationen dazu findet ihr in den Abschnitten 2.2. und 3.
1.Warum sollte man am Tag vor einer Schulaufgabe oder Prüfung keinen neuen Stoff mehr
lernen?
2.Was würdet ihr einem Schüler sagen, der an den beiden letzten Tagen vor einer
Schulaufgabe jeweils etwa 3 Stunden lernt, indem er die wichtigen Seiten im Schulbuch
mehrmals durchliest?
3:.Wie könnt ihr Konzentration und Aufmerksamkeit erhöhen?
Erstellt eine Liste mit Tipps!.
Station 7
Holt euch zur zusammenfassenden Wiederholung das Würfelspiel zum Thema „Lernen
lernen“ ab.
Lösungen Lernzirkel „Lernen lernen“
Station 1:
a) abhängig von der Gruppe
b) abhängig von der Gruppe
Station 2:
Reihenfolge der Aufgaben (z. B.):
1. Englisch: Vokabeln eintragen / Grammatikübung (schriftlich)
2. Geschichte: Text im Buch lesen
3. Mathematik: Textaufgaben schriftlich
4. Französisch: Vokabeln lernen
5. Deutsch: Gliederung schriftlich
6. Physik: Flüssigkeitsmengen berechnen (schriftlich)
7. Englisch: Vokabeln lernen
Grundsätze der Anordnung:
 Motivationsaufbau am Anfang, da er Englisch gerne mag
 Ähnlichkeitshemmung soll vermieden werden
 Schriftlich-Mündlich-Formel
Station 3:
 Anna: verstößt gegen Anwärmphase mit leichten Aufgaben; sie sollte Chemie in die
Hauptarbeits- oder Konzentrationsphase legen
 Martin: verstößt gegen die Regel der Ähnlichkeitshemmung; er sollte die Reihenfolge
wechseln (D – M – E – Ph)
 Seval: nach 40 Minuten Arbeitszeit ist die Konzentrationsphase bereits überschritten; er
sollte früher mit den schwierigen Aufgaben beginnen
Station 4:
1 R J
2 F B
3 R K
4 R C
5 F N
6 R E
7 R D
8 F G
9 R J
10 F B
11 F O
12 F Ausgang
Station 5:
Vgl. beiliegend Kopie
Station 6:
1. Das Gehirn braucht einige Zeit, damit der Lernstoff gut verankert wird. Daher ist die
Zeit am Tag vor der Schulaufgabe für das Lernen neuen Stoffs zu kurz.
2. Die Lernzeit ist zu lang. Er sollte versuchen mit allen Sinnen zu lernen: Günstig wäre
es, sich Stichpunkte zu machen oder bildliche Darstellungen anzufertigen.
3. Abhängig von der Schülergruppe.
Station 7:
Benötigt werden hier Spielfiguren und ein Würfel.
Herunterladen
Explore flashcards