HYPOTHESEN (3

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HYPOTHESEN
Die besondere Funktion von Hypothesen
Der Mensch beobachtet ein Phänomen und stellt Vermutungen über
dessen mögliche Ursachen an. Für die meisten Phänomene sind in
der Kultur bereits Antworten enthalten. Viele Erklärungen sind eine
Mischung aus Fakten ,Aberglauben und Mythologie. Es ist Aufgabe
des Wissenschafters, die meisten Erklärungen für Phänomene die in
sein Gebiet fallen, anzuzweifeln. Seine Zweifel sind systematisch. Er
besteht darauf, die Erklärungen von Phänomenen durch
systematische empirische Untersuchungen zu kontrollieren. Aus
diesem Grund muß er seine Aussagen so formulieren, dass sie auch
empirischen Kontrollen zugänglich sind. Er formuliert Aussagen in
Form von Theorien und Hypothesen. AUSSAGEN SIND IN
WIRKLICHKEIT HYPOTHESEN. Wenn eine kausale Aussage nicht als
überprüfbare Hypothese formuliert werden kann, dann kann man sie
als metaphysische Erklärung betrachten, die als solche der
wissenschaftlichen Untersuchung jedoch nicht zugänglich ist.
Damit ist die Funktion von Hypothesen aber noch nicht erschöpft.
Eine Hypothese sagt auch aus, dass beim Auftreten von x y ebenfalls
auftritt., daher ist eine Hypothese auch eine VORAUSSAGE., weil aus
x y vorhergesagt wird. Wenn man dann die Variation von x beobachtet
und feststellt, dass y gleichsinnig variiert, ist die Hypothese bestätigt.
Selbst wenn Hypothesen nicht bestätigt werden, sind sie von Wert.
Selbst wenn y nicht mit x kovariiert, hat sich das Wissen erweitert.
Negative Ergebnisse sind manchmal ebenso wichtig wie positive, weil
sie die Gesamtheit des Unwissens kleiner werden lassen.
Der Wissenschafter kann aber nicht positive von negativen
Ergebnissen unterscheiden, wenn er keine Hypothesen benutzt und
es fällt schwer, sich die moderne Wissenschaft in ihrer strengen
Methodik ohne die steuernde Funktion der Hypothese vorzustellen.
BEGRIFFE
HYPOTHESEN sind vorläufige Annahmen über Zusammenhänge
zwischen realen Phänomenen.
Im Gegensatz zu singulären Aussagen, in denen einzelne Tatsachen
beschrieben werden, besitzen sie meist die Struktur einer Allaussage,
bei der es darum geht, gleichbleibende, allgemeine Beziehungen –
Gesetznäßigkeiten - zwischen ausgewählten Bestandteilen der
Realität aufzufinden. diese Beziehungen sind von der Art „wenndann“. „je-desto“ etc.
Hypothesen müssen gewisse Kriterien erfüllen:
Sie müssen LOGISCH UND EMPIRISCH ÜBERPRÜFBAR sein.
Sie müssen im ZUSAMMENHANG MIT BESTIMMTEN (ANDEREN)
THEORIEN STEHEN, sie müssen begründbar sein und bis zu einem
gewissen Grad NEU und INFORMATIV.
Die THEORIE eines bestimmten Objektbereiches ist die Gesamtheit
der logisch miteinander verbundenen nomologischen Hypothesen ,
die zur Erklärung und Vorhersage des Verhaltens der Phänomene
dieses Bereiches herangezogen werden.
Man kann immer neue Konsequenzen (PRÜFHYPOTHESEN
bzw.Basissätze) aus ihr ableiten, die Voraussagen über konkrete
Situationen beinhalten.
Die SITUATIONSBEDINGUNGEN (z.B.Persönlichkeitsvariablen als
Leistungsbedingungen, Unterrichtssituationen etc.) werden mit den
empirischen Forschungsmethoden erfaßt, dann kann festgestellt
werden, ob die Voraussagen eingetroffen sind.
BASISSÄTZE (Protokollaussagen) sind sehr einfache singuläre
Aussagen über beobachtbare Phänomene, über deren Wahrheit
intersubjektiv Konsens besteht (z.B. „Der IQ dieser Gruppe v. Kindern
beträgt durchschnittlich x)
ÜBERPRÜFUNG VON HYPOTHESEN
Aus der zur Diskussion stehenden Theorie werden mit Hilfe von
Randbedingungen Prüfhypothesen bzw. Basissätze logisch abgeleitet.
BEISPIEL:
A. ALLGEMEINE HYPOTHESE:
Je höher der soziale Rang eines Gruppenmitglieds, desto größer ist
seine Übereinstimmung mit den Gruppennormen.
B. SITUATIONS- bzw. RANDBEDINGUNGEN:
In der Klasse 1a nimmt der Schüler Peter den höchsten Rang ein.
C.PRÜFHYPOTHESEN (d.h.: Schlußfolgerungen aus A und B; Anhand
der Schlußfolgerungen wird die Richtigkeit der Allgemeinhypothese
überprüft, die eine korrekte Erfassung der Situationsbedingungen
voraussetzt).
In der Klasse 1a stimmt der Schüler Peter am stärksten mit den
Gruppennormen überein.
Da die Situationsbedingungen bereits bestimmt sind, kann man jetzt
mit geeigneten Methoden Beobachtungsdaten sammeln, die mit den
Voraussagen (Prüfhypothesen)
zu konfrontieren sind.
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