Gesetze

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Übersicht über wichtige ökonomische Gesetze zum Marktverhalten
Alfred Marshall (UK, 1842-1924): Das Marshall'sche Scherentheorem
Angebot und Nachfrage greifen ineinander wie die Klingen einer Schere und bestimmen so
den Gleichgewichtspreis und die Absatzmenge. Eine höhere Nachfrage bedingt einen höheren
Preis und umgekehrt. Beim Gleichgewichtspreis ist die Angebotsmenge genauso hoch wie die
nachgefragte Menge.
Jean Baptiste Say (Frankreich, 1767-1832): Say’sches Theorem
Wer am Markt irgendein Gut anbietet, tut dies aus keinem anderen Grund als dem, dass er
Einkommen erzielen und damit irgendwelche anderen Güter kaufen will. Ein erhöhtes
Güterangebot ist letztlich immer auch mit einer entsprechenden höheren Nachfrage an Gütern
verbunden, auch wenn Angebot und Nachfrage von Gütern strukturell nicht übereinstimmt:
Jedes Angebot schafft sich selbst die notwendige Nachfrage.
Joe Bain (geb. 1912, USA): Gesetz der Massenproduktion
Mit höherer Produktionsmenge kann kostengünstiger gearbeitet werden, da ja z.B. Maschinen
und Anlagen eingesetzt werden können, die bei geringerem Absatz nicht rentabel wären. Die
Kosten solcher Anlagen verteilen sich bei steigendem Absatz auf immer mehr Gütereinheiten.
Infolgedessen sinken die Kosten pro Stück um so weiter, je größer die Produktionsmenge ist.
Johann Heinrich v. Thünen (1783-1850, HRRDN/ Deutscher Bund): Gesetz des
sinkenden Grenzertrages (am Beispiel der Kartoffelernte)
Am Anfang vollzieht sich die Ernte zügig und ohne Komplikationen, die großen Kartoffeln
werden schnell geerntet. Je mehr Kartoffeln man aber ernten will, desto mühsamer wird die
Ernte, entsprechend steigen Arbeitszeit und damit Kosten. Die Kosten pro Kilo Kartoffeln
nehmen bei steigender Erntemenge tendenziell zu. Ähnliches gilt für die Industrieproduktion.
Mit steigender Produktion ergeben sich knappe Fachkräfte, höhere Transportkosten bei
begrenzten Kapazitäten der Zulieferer, höhere Transportkosten zum Zwecke der
Kundenbelieferung sowie steigende Bürokratie.
Anne Robert Jacques Turgot (Frankreich, 1727-1781): Ertragsgesetz1
Die Größe eines Unternehmens ist begrenzt ausdehnbar, da jeder Betrieb seine Produktion nur
so weit ausdehnen wird, wie der erzielbare Preis gerade noch die Kosten der zuletzt
produzierten Einheit – die sogenannten Grenzkosten – deckt. Nicht alle Unternehmen sind
gleich effizient, die am ineffektivsten arbeitenden Betriebe werden aus dem Markt
ausscheiden müssen. Der Marktpreis entspricht daher am Ende genau des Produktionskosten
des Anbieters, der sich gerade noch im Markt halten kann – auch Grenzanbieter genannt.
Wenn die Nachfrage steigt, weiten alle Betriebe ihre Produktion aus, wobei die Kosten
steigen. Daher steigt der Marktpreis. Preisverfall aufgrund technologischen Fortschritts wird
durch dieses Gesetz nicht erklärt (vgl. Computer).
(Zusammengestellt aus: Suntum, Ulrich van: Die unsichtbare Hand. Berlin, Heidelberg 1999.)
Studieren Sie die vorliegenden Theoreme und beurteilen Sie begründet, inwiefern diese als
Gesetze bezeichnet werden können!
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Vorher bereits von v.Thünen entdeckt.
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