Das orthodoxe Judentum

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Judentum
Der Davidstern (hebräisch magen david = Schild Davids) ist eines der Symbole des
Judentums.
Unter Judentum (von griechisch Ioudaïsmos, hebräisch ‫יהדות‬Jahadut) versteht man
einerseits die Religion, die Traditionen und Lebensweise, die Philosophie und meist
auch die Kulturen der Juden (Judaismus) und andererseits die Gesamtheit der Juden.
Die jüdische Religion, die als „ethischer Monotheismus“ umschrieben wird, ist die
älteste der monotheistischen abrahamitischen Religionen. Sie hat eine Geschichte
von mehr als 3000 Jahren, in denen sie sich entwickelt hat.
Man unterscheidet zwischen aschkenasischem und sephardischem Judentum, seit
dem 19. Jahrhundert wird das aschkenasische Judentum unterteilt in
Reformjudentum, orthodoxes Judentum mit verschiedenen Strömungen und in die
historisch-positive Richtung des konservativen oder liberalen Judentums.
Grundlage des Judentums ist die Torah (hier deutsch „Gesetz“), die fünf Bücher
Moses, die den für das Judentum wichtigsten Teil der hebräischen Bibel (Tanach)
bilden, sowie die die Torah erläuternden rabbinischen Schriften, die
traditionellerweise als „mündliche Torah“ bezeichnet werden.
Die Tora
Die Tora (Gesetz, Weisung) umfasst die 5 Bücher Mose, darüber hinaus aber auch alle
Lehren, die für einen Juden verbindlich sind und seine Lebensführung bestimmen.
Das erste Buch Mose beschreibt die Erschaffung der Welt und das Leben der Erzväter.
Das zweite Buch berichtet von der Zeit in Ägypten, dem Auszug unter der Führung
von Mose, den 40 Jahren in der Wüste und der Rückkehr ins gelobte Land. Das dritte
Buch handelt von den Anweisungen für die Priester, Vorschriften zur Zubereitung der
Speisen und Verhaltensmaßregeln für den Umgang mit anderen Menschen. Das
vierte Buch handelt vom Aufenthalt in der Wüste und den damit verbundenen
Anforderungen und Ereignissen, wie die Ordnung innerhalb der Stämme, die Wunder,
die Gott wirkte, um sein Volk zu beschützen. Das fünfte Buch ist die Tora. Für die
Juden ist die Tora das Abschiedsgeschenk Mose und sie nennen es Debarim (Rede).
Die Reden enthalten unteranderem die Weisung die Gesetze zu achten. Im Talmund
(Belehrung) sind die Erläuterungen zur Tora niedergelegt, die zunächst mündlich
überliefert und später schriftlich fixiert wurden. Die Auslegung der Texte ist Aufgabe
der Rabbiner.
Nach der Tora, den fünf Büchern Mose, beginnt die Geschichte des jüdischen Volkes
mit dem Bund, den Gott mit Abraham schließt Die jüdische Tradition sieht Abraham
als den Begründer des Monotheismus, des Glaubens an einen einzigen, unsichtbaren
Gott. Diesen Bund setzt Gott mit Abrahams Sohn Isaak und dessen Sohn Jakob fort,
der seit dem Ringkampf am östlichen Ufer des Flusses Jabbok Jisrael genannt wurde.
Jakob hatte zwölf Söhne, die als Stammväter der Zwölf Stämme Israels (Israeliten)
gelten. Diese ziehen von Kanaan, dem heutigen Palästina bzw. Israel nach Ägypten,
wo ihre Nachfahren vom Pharao versklavt werden. Aus dieser Sklaverei werden die
von Moses angeführten Hebräer durch Gott befreit, der ihnen am Berg Sinai die,
schriftliche und mündliche, Tora offenbart. Obwohl das jüdische Volk an dieser
Aufgabe häufig scheitert, was die späteren Propheten immer wieder beklagen, bleibt
der Bund mit Gott ungebrochen.
Bereits in hellenistischer Zeit fanden Auswanderungsbewegungen aus Palästina statt.
Das so genannte Hellenistische Judentum(war eine Bewegung in der
griechischsprachigen jüdischen Diaspora,die versuchte die hebräisch- jüdische
Volksreligion in die Sprache & Kultur des Hellenismus zu übersetzen) entstand.
Spätestens seit der Zerstörung des jüdischen Staates im 1. Jahrhundert nach Christus
und der Zerstörung Jerusalems unter Hadrian (der Jerusalem in Aelia Capitolina
umbenannte) zerstreuten sich die Juden als regional greifbares und geschlossenes
Volk endgültig. Die große Mehrheit siedelte innerhalb des Römischen Reiches. In der
Spätantike und dem frühen Mittelalter verschob sich der Schwerpunkt nach
Babylonien, damals Teil des Sassanidenreichs.
Die übrigen Anhänger des Judentums verteilten sich im Hochmittelalter auch in
andere Teile Europas, im Spätmittelalter, nach Osteuropa, ferner in die islamische
Welt und im Anschluss, Vertreibung aus Spanien 1492, wieder ins heutige Palästina
sowie auch in die Neue Welt. Juden wurden oft verfolgt und ghettoisiert, konnten
sich stellenweise aber auch unter Beibehaltung von Glaube und Tradition als
integraler Bestandteil der lokalen Gesellschaften etablieren.
Die jüdische religiöse Tradition ist eine monotheistische Religion, deren Gott auch als
der Gott Jisraels bezeichnet wird. Dieser Gott wird im orthodoxen Verständnis als
Schöpfer des Universums angesehen, der auch heute noch aktiv in der Welt handelt
(Theismus). Einige wenige jüdische Philosophen des Mittelalters (Gersonides,
Abraham ibn Daud) tendieren allerdings zu einer eher distanzierten Positionierung
dieses Gottes (Deismus), der sich von seiner Schöpfung entfernt habe.
Die jüdische Religion basiert auf den religiösen Überlieferungen der Juden. Diese
Überlieferungen teilen sich auf in eine schriftliche Lehre, die in der Tora niedergelegt
ist (schriftliche Tora), und eine mündliche Lehre, auch: mündliche Tora, die im Talmud
diskutiert wird. Dieser ist historisch gesehen in Mischna und Gemara aufgeteilt. Auf
beiden beruht die Halacha, das jüdische Gesetz. Die Halacha beruht aber auch auf
rabbinischen Gesetzgebungen.
Glaube Der Begriff Jüdischer Glaube bezieht sich auf die religiösen Traditionen des
Judentums in der jüngsten Geschichte, in der biblischen und vorbiblischen Zeit und in
der Vielfalt seiner Strömungen. Das religiösen Traditionen tragende, bewahrende und
lehrende Judentum der Gegenwart wird rabbinisch genannt. Häufig wird im Sinne
dieses Begriffs von den jüdischen Glaubensprinzipien gesprochen. Diese sind jedoch
im Unterschied zum Christentum nicht allgemeingültig definiert. Auch der Glaube an
die Existenz Gottes ist im Judentum nicht dogmatisch, im Gegensatz zum Beispiel zum
islamischen Glaubensbekenntnis, der Schahāda. Das Judentum kennt keinen
Katechismus.
Religiöse Führung
Jüdische Gemeinden werden geistlich und rechtlich von einem Rabbiner( =
Funktionsträger in der jüdischen Religion) geleitet. Sephardische Juden sowie die
Karäer bezeichnen ihren geistlichen Leiter auch als Chacham (Weiser). Die
Gottesdienste werden von einem Vorbeter geleitet; zu ihrer Durchführung wird ein
Quorum bzw. (hebräisch) Minjan, d. h. die Versammlung von zehn religiös
volljährigen jüdischen Personen (in der Orthodoxie nur Männer), benötigt. Die
allgemeine, weltliche Leitung einer jüdischen Gemeinde hingegen liegt bei einem von
den Gemeindemitgliedern zu wählenden Gemeindevorstand.
Religiöse Strömungen des Judentums der Gegenwart
In der Gegenwart gibt es verschiedene Strömungen innerhalb des religiösen
Judentums. Die Gruppierungen unterscheiden sich nicht in erster Linie, aber auch in
Hinblick auf Gottesvorstellungen und Glauben. Es werden orthodoxe und nicht-
orthodoxe jüdische Strömungen unterschieden. Eine Mittelstellung zwischen
Orthodoxie und dem liberalen Judentum nimmt das im 19. Jahrhundert sich
formierende konservative Judentum ein. (konservative Judentum= entstandene
Glaubensgemeinschaft mit eigener Tradition und Identität)
Einer der grundlegenden Unterschiede zwischen orthodoxem Judentum und den
nicht-orthodoxen Strömungen ist das Verständnis der Offenbarung am Berg Sinai
(Wallfahrtsort der Nabatäer= Verbund antiker nordwestarabischer
Nomadenstämme), wobei die Orthodoxie vom buchstäblichen Sinn der von Moses
empfangenen Tora als unbedingt gültiger Weisung ausgeht. Das nicht-orthodoxe
Judentum versteht diese Offenbarung nicht als absolut, sondern als einen
fortdauernden Prozess des Dialoges Gottes mit seinem Volk, in der Zeit und in den
Kulturen.
Im Kontext dieser historisch-kritischen Auslegung der Offenbarung entstanden alle
nicht-orthodoxen Strömungen des Judentums. Da sie alle die Entwicklung betonen,
gehören sie zum progressiven Judentum ( = Strömung des Judentums, die die
Offenbarung der Tora , Mischna und Talmud nich als ,,Sinai wörtlich diktiert‘‘
verstehen, sonder als einen über längeren Zeitraum andauernden Prozess) im
weitesten Sinne. Alle religiösen jüdischen Strömungen der Gegenwart haben ihren
Ausgang in den Impulsen der Geistesgeschichte vor allem Deutschlands und Europas
ab Ende des 18. Jahrhunderts. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts hat sich der
Schwerpunkt der wissenschaftlichen und theologischen Entwicklung des Judentums
in die USA verlagert. Aus Deutschland sind die Beiträge zur Entwicklung jüdischen
Denkens und Geistesleben nach der Shoa unbedeutend. Langsam entwickelt sich
dieses aber zunehmend unter der Zuwanderung jüdischer Menschen aus der
ehemaligen UdSSR, aus der Diaspora Osteuropas und Asiens.
Die 3 Zeichen:
Zur ständigen Mahnung an die göttlichen Gebote dienen drei besondere Zeichen: die
Mesusa (Türpfosten), die Tefillin (Gebetsriemen) und der Tallit (Umhängetuch). Der
Tallit wird beim Gottesdienst und bei der Andacht getragen. Die Tefillin werden beim
Gebet und beim Torastudium getragen. Die Mesusa ist eine Kapsel aus beliebgem
Material und enthält ebenfalls Bibelverse. Sie wird an der Innenseite des rechten
Türpfostens angebracht.
Der jüdische Kalender: Der jüdische Kalender wurde um 350n.Chr. geschaffen und
errechnet sich aus der Nebeneinanderstellung von Sonnen- und Mondjahren. Es gibt
einen Zyklus von 19 Mondjahren und sieben Schaltjahren.
Das orthodoxe Judentum: besteht aus den beiden Hauptrichtungen modern- und
neuorthodoxes Judentum, begründet durch Samson Raphael Hirsch im 19.
Jahrhundert und dem ultraorthodoxen Judentum, das sich in Chassidim (erfordert die
strenge Einhaltung religiöser Regeln) und Mitnagdim unterteilt. Als Jude gilt im
orthodoxen Judentum, wer von einer jüdischen Mutter geboren wurde oder nach
den Regeln des orthodoxen Judentums zum Judentum übergetreten ist.
Das ultraorthodoxe Judentum: ist die theologisch, politisch und sozial konservativste
Richtung innerhalb des Judentums. Es entstand im 19. Jahrhundert als Reaktion auf
die jüdische Aufklärung und die Emanzipationsbestrebungen der Juden in Mittel- und
Osteuropa. Ultraorthodoxe Juden gibt es sowohl unter den schkenasischen wie unter
den sephardischen Juden. Äußerlich an ihrem Kleidungsstil erkennbar, unterscheiden
sie sich von den übrigen orthodoxen Juden, die oft als ,,modern orthodox‘‘
bezeichnet werden, dadurch, dass sie weltlichem Wissen ablehnend
gegenüberstehen und ein streng reguliertes, meist auf ein rabbinisches Oberhaupt
ausgerichtetes Leben abseits der Gesellschaft, sowohl der jüdischen wie nicht
jüdischen, führen.
Humanistisches Judentum: ist eine Bewegung im Judentum der USA, die als Quelle
jüdischer Identität die jüdische Kultur und Geschichte hervorhebt anstatt des
Glaubens an einen übernatürlichen Gott. Die philosophischen Anschauungen lassen
sich folgendermaßen zusammenfassen:
 Ein Jude ist jemand, der sich mit der Geschichte, Kultur und Zukunft des
jüdischen Volkes identifiziert
 Das Judentum ist die Historische Kultur des jüdischen Volkes
 Die Menschen haben die Macht und Verantwortung, ihr Leben zu formen
unabhängig von einer übernatürlichen Instanz
 Ethik und Moral dienen menschlichen Bedürfnissen, Menschen entscheiden
nach Erwägung der Konsequenzen des Tuns statt nach vorgegebenen Gesetzen
oder Geboten
Die entscheidende Eigenart des humanistischen Judentums ist, dass seine Rituale und
Zeremonien ohne Gebete oder eine anderweitige Anrufung eines übernatürlichen
Gottes erfolgen.
Der Säkularismus: und der praktische Atheismus verbreiteten sich unter den Juden im
19. Jahrhundert während der Ausbreitung der aufklärischen Haskalah (,,Bildung,
Aufklärung‘‘- Hauptvertreter war Mendelssohn (=Philosoph), als viele jüdische Führer
jegliche traditionelle religiöse Praxis und Glaubensweise zugunsten von Vernunft und
Wissenschaft ablehnten.
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