Ministère du Développement durable et des Infrastructures

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Ministère du Développement durable et des Infrastructures – Département Environnement :
Definition der Biotope / Habitate - Ökobonus (Version vom 19.06.2013)
1.
Definition der Biotoptypen
Eine fachgerechte Anwendung des Bewertungs- und Kompensationsverfahren OEKOBONUS setzt
u.a. voraus, dass eine eindeutige, nachvollziehbare Biotopbestimmung möglich ist. Um
sicherzustellen, dass die im Rahmen einer Eingriffsbewertung erhobenen Biotope korrekt und
einheitlich bestimmt werden, bedarf es verbindlicher Biotopdefinitionen. Definitionen
verschiedener Biotoptypen werden auf den folgenden Seiten vorgestellt.
Für die geschützten Biotope (national geschützte Biotope sowie Lebensraumtypen von
besonderer Bedeutung nach Anhang 1 der FFH-Richtlinie) liegen Referenzwerke mit
entsprechenden Definitionen vor:




Biotopkataster Luxemburg – Erfassung der geschützten Offenlandbiotope nach Art. 17 des
luxemburgischen Naturschutzgesetzes. Kartieranleitung
Kurzanleitung zur Erfassung der nach Art. 17 des luxemburgischen Naturschutzgesetzes
geschützten Biotope in den Siedlungs- und Gewerbegebieten
http://www.environnement.public.lu/conserv_nature/dossiers/Cahiers_habitats_et_esp
eces/index.html
Typologie forestière, evaluation bio-économique des forêts du Grand-Duché de
Luxembourg
(Komplette Referenzen: siehe Literaturverzeichnis)
Die in den nachfolgenden Definitionsvorschlägen gemachten Aussagen zum Schutzstatus und zu
den entsprechenden notwendigen Mindestgrößenanforderungen basieren auf Art. 17 des Gesetzes
vom 19. Januar 20041 sowie dem Leitfaden zur Interpretation dieses Artikels : Instructions
d’application des dispositions de l’article 17 de la loi du 19 janvier 2004 concernant la
protection de la nature et des ressources naturelles (Ministère de l’Environnement, 2006). Im
Folgenden werden nach Art. 17 geschützte Biotoptypen beim Schutzstatus mit “Art. 17“
vermerkt, wenn es sich um Biotoptypen handelt, die nur national geschützt sind. Handelt es sich
dagegen um Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie.2, wird zusätzlich die NATURA
2000 - Codierung der EU für den jeweiligen Lebensraumtyp angegeben.
Auch für alle nicht geschützten Biotoptypen ist eine entsprechende Definition zu erstellen, wie
sie bis jetzt nur für einen Teil der Biotoptypen gemacht worden ist. Es wird vorgeschlagen, die
unterschiedlichen Biotoptypen entsprechend dem nachfolgenden Schema zu charakterisieren.
B: Beschreibung des Biotoptyps
P: Pflanzengesellschaften
S: Schutzstatus
K: Kennarten
A: Anmerkung
Loi modifiée du 19 janvier 2004 concernant la protection de la nature et des ressources naturelles.
Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden
Tiere und Pflanzen.
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Definition der Biotope / Habitate - Ökobonus (Version vom 19.06.2013)
Die nachfolgende (unvollständige) Aufzählung der einzelnen Biotoptypen lehnt sich an die
Biotopliste mit Grund- und Planungswerten der OEKOBONUS-Studie (2009) an. Sie ist sowohl der
in Kapitel 1 vorgestellten Neufassung der Biotoptypenliste anzupassen, wie auch den
nachfolgenden Änderungen an dieser Liste die sich ggfs. aus der Überarbeitung des
Naturschutzgesetzes ergeben werden. Darüber hinaus ist sie um die Definitionen aller
Biotoptypen zu ergänzen.
1. Gewässer
1.1.Quellen
1.1.1. Naturnahe Quelle
1.1.1.1 Naturnahe Quelle (Kalkarm oder kalkreich)
B.: Quellbereiche welche permanent oder zeitweise Grundwasser ausschütten. Je nach
Austrittsart verschiedene Quelltypen (Sturz-, Tümpel- oder Sickerquellen). Häufig findet
man auch vorübergehend/zeitweise trockene Quellen, welche jedoch durch eine
entsprechende Vegetation (z.B. Feuchtezeiger wie Juncus inflexus) (vgl. Kap. 3.3.3.:
Quellflur) zu erkennen sind.
Grundwasser kann kalkreich oder kalkarm sein. Im Falle von kalkreichem Wasser im
Vergleich zu den Kalktuffquellen (s. 1.1.1.2.) noch keine Kalkablagerungen.
P.:
Silikatquellfluren:
 Stellario-alsines-Montietum rivularis
 Cardamine amara-Basalgesellschaft
K.: s. Kap. 3.3.3: Quellflur
S.: Art. 17 (alle nicht gefassten und nicht zur Trinkwassergewinnung genutzten Quellen),
keine Mindestgröße.
A.: s. auch Kartieranleitung zum Biotopkataster
1.1.1.2 Kalktuffquellen
B.: Quelltypen auf Kalkgestein, durch Kalkausfällungen (Kalksinter) gekennzeichnet.
Kalktuff: Form von Kalksinter, welcher sich im Wasser, meist um Blätter, Moose oder
sonstige Pflanzen absetzt.
Durch typische Moosvegetation gekennzeichnet. Einzige charakteristische höhere
Pflanze: Equisetum telmateia (Riesen-Schachtelhalm).
P.: Cratoneuretum filicino-commutati (Moosgesellschaft).
K.: Moose: Palustriella commutata (= Cratoneuron commutatum), Philonotis calcarea,
Eucladium verticillatum sowie zahlreiche andere (auch teils seltenere) Moose.
S.: FFH 7220*, Art. 17, keine Mindestgröße.
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A.:
s.
auch
Kartieranleitung
zum
Biotopkataster
und
http://www.environnement.public.lu/conserv_nature/dossiers/Cahiers_habitats_et_esp
eces/index.html.
1.1.2. Naturferne Quelle
B.: Alle gefassten Quellen für die Trinkwassergewinnung aber auch Quellen welche z.B. als
Viehtränke genutzt werden und so modifiziert wurden, dass keine Quellstrukturen (Quellmund, –
bach) mehr deutlich erkennbar sind.
K.: /
P.: /
S.: /
1.2.Fließgewässer
P.: Verband Ranunculion fluitantis oder flutende Wassermoose.
K.: Butomus umbellatus, Callitriche hamulata, C. obtusangula, C. platycarpa, C. stagnalis,
Groenlandia densa, Myriophyllum alternifolium, Potamogeton natans, P. nodosus, P. pectinatus,
Ranunculus fluitans, R. penicillatus, R. trichophyllus, Sagittaria sagittifolia, Sparganium
emersum, Veronica beccabunga.
Moose: Fissidens crassipes, Fontinalis antipyretica, Hygroamblystegium tenax, Leptodictyum
riparium, Scapania undulata.
S.: (für 1.2.1 bis 1.2.5.1.):
FFH 3260 (Fließgewässer mit flutender Vegetation des Ranunculion fluitantis oder flutenden
Wassermoosen
Art. 17 (Alle Fließgewässer mit permanentem Abfluss), keine Mindestgröße.
A.: s. auch:
http://www.environnement.public.lu/conserv_nature/dossiers/Cahiers_habitats_et_especes/
index.html
Weitere Vegetationstypen welche zusammen mit Fließgewässern vorkommen können:
Kleinröhrichte, Röhrichte, gewässerbegleitende Hochstaudenflur, Auwaldstreifen usw.
1.2.1. Naturnaher Bachabschnitt
B.: Teilbereich eines Baches dessen Fließgewässerstruktur abflusstechnisch weitgehend einem
natürlichen Zustand entspricht. Abflussbeschleunigungen (z.B. Begradigungen) oder –
verzögerungen (z.B. Aufstau) anthropogenen Ursprungs sind nicht vorhanden.
Sie sind strukturreich und oft von Ufergehölzern begleitet und entsprechen weitestgehend dem
heute potenziell natürlichen Gewässerlauf.
Heutzutage nur noch vorwiegend in Wäldern oder auf Sukzessionsflächen vorzufinden.
Ausnahme: Bachstrecken, welche erst kürzlich renaturiert worden sind. Hierbei handelt es sich
um Gewässer welche sich in einer breit angelegten Talmulde frei entwickeln können.
Pflanzungen mit typischen Ufergehölzern fehlen meist, weshalb die Laufkrümmung nur vereinzelt
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oder gar nicht auftritt. Diese renaturierten Bachstrecken werden als naturnah eingestuft, auch
wenn die typischen Merkmale eines naturnahen Bachlaufs noch unterentwickelt sind.
In der Unterwasservegetation bzw. am Ufer sind keine oder nur mit einem geringen Prozentsatz
(<25%) Neophyten vorhanden.
1.2.2. Ausgebauter Bachabschnitt
1.2.2.1.
Mäßig ausgebauter Bachabschnitt
B.: Bachabschnitt mit künstlichen Veränderungen an der Bachsohle und/oder im
Uferbereich (z.B. Befestigungsmaßnahmen), diese treten jedoch nur stellenweise auf und
überwiegen nicht. Auch der Lauf des Baches kann verändert worden sein, seine
Laufkrümmung kann durch anthropogene Nutzung im Umfeld deutlich beeinträchtigt
worden sein, fällt jedoch nicht völlig gestreckt oder geradlinig aus.
1.2.2.2.
Stark ausgebauter Bachabschnitt
B.: Er ist durch wesentliche Eingriffsmaßnahmen im Bereich des Bachbettes und/oder des
Uferbereiches verändert worden. Bachtypische Strukturen fehlen gänzlich, Lauf völlig
geradlinig oder gestreckt, Ufer befestigt.
Durch den Ausbau kommt es häufig zu einer Verringerung der Artenzahl, Wuchsformen
und Vielfalt von Pflanzengesellschaften. Zudem geht er meist mit einer Veränderung der
Trophie bzw. Belastung einher, verursacht durch die Lichtstellung und vielfache
Reduzierung der Fließgeschwindigkeit welche eine Eutrophierung als Folge hoher
Nährstoffkonzentrationen fördern.
1.2.3. Naturnaher Flussabschnitt
B.: Teilbereich eines Flusses dessen Fließgewässerstruktur abflusstechnisch weitgehend einem
natürlichen Zustand entspricht. Abflußbeschleunigungen (z.B. Begradigungen) oder –
verzögerungen (z.B. Aufstau) anthropogenen Ursprungs sind nicht vorhanden.
Sie sind strukturreich und oft von Ufergehölzen (auch Auenwälder) begleitet und entsprechen
weitestgehend dem heute potenziell natürlichen Gewässerlauf.
Ausnahme: Flussstrecken, welche erst kürzlich renaturiert worden sind. Hierbei handelt es sich
um Gewässer, welche sich in einer breit angelegten Talmulde frei entwickeln können.
Pflanzungen mit typischen Ufergehölzern fehlen meist, weshalb die Laufkrümmung nur vereinzelt
oder gar nicht auftritt. Diese renaturierten Flußstrecken werden als naturnah eingestuft, auch
wenn die typischen Merkmale eines naturnahen Flußlaufs noch unterentwickelt sind.
In der Unterwasservegetation bzw. am Ufer sind keine oder nur in mit einem geringen
Prozentsatz (<25%) Neophyten vorhanden.
1.2.4. Ausgebauter Flussabschnitt
1.2.4.1.
Mäßig ausgebauter Flussabschnitt
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B.: Flussabschnitt mit künstlichen Veränderungen an der Flusssohle und/oder im
Uferbereich (z.B. Befestigungsmaßnahmen), diese treten jedoch nur stellenweise auf und
überwiegen nicht. Auch der Lauf des Flusses kann verändert worden sein, seine
Laufkrümmung kann durch anthropogene Nutzung im Umfeld deutlich beeinträchtigt
worden sein, fällt jedoch nicht völlig gestreckt oder geradlinig aus.
1.2.4.2.
Stark ausgebauter Flussabschnitt
B.: Er ist durch wesentliche Eingriffsmaßnahmen im Bereich des Flußbettes und/oder des
Uferbereiches verändert worden. Flußtypische Strukturen fehlen gänzlich, Lauf völlig
geradlinig oder gestreckt, Ufer befestigt.
Durch den Ausbau kommt es häufig zu einer Verringerung der Artenzahl, Wuchsformen
und Vielfalt von Pflanzengesellschaften. Zudem geht er meist mit einer Veränderung der
Trophie bzw. Belastung einher, verursacht durch die Lichtstellung und vielfache
Reduzierung der Fließgeschwindigkeit welche eine Eutrophierung als Folge hoher
Nährstoffkonzentrationen fördern.
1.2.5. Fließgewässer technischer Art
1.2.5.1.
Graben mit ganzjährigem Fließgewässercharakter
B.: Geradlinige Rinne von geringer, konstanter Breite mit meist Steilufern welche meist
zu Be- oder Entwässerungszwecken angelegt wurde. Regelmäßiges Querprofil und
geradliniger Verlauf. Besitzt keine natürliche Quelle, wird aber häufig angelegt um
Wasser aus Quellbereichen abzuleiten.
Führen das ganze Jahr über Wasser und können demzufolge eine ähnliche Wasserfaunaund flora aufweisen wie Bäche.
1.2.5.2.
Graben mit sehr langsam fließendem bis stehendem Wasser
B.: Geradlinige Rinne von geringer, konstanter Breite mit meist Steilufern welcher meist
zu Be- oder Entwässerungszwecken angelegt wurde. Regelmäßiges Querprofil und
geradliniger Verlauf.
Aufgrund des sehr langsam fließenden bis stehenden Wassers höhere Belastungen
und/oder Eutrophierung vorhanden. Keine oder sehr geringe Durchgängigkeit des Grabens
für die Wasserfauna (z.B. aufgrund von Aufstaumaßnahmen).
1.2.5.3.
Graben (trocken oder zeitweise trocken fallend)
B.: Geradlinige Rinne von geringer, konstanter Breite mit meist Steilufern, welcher meist
zu Be- oder Entwässerungszwecken angelegt wurde. Regelmäßiges Querprofil und
geradliniger Verlauf.
Er führt meist nur Wasser nach stärkeren oder längeren Niederschlägen, ansonsten
trocken; kann jedoch durch eine an Feuchte gebundene Vegetation begleitet werden.
1.2.5.4.
Kanäle
B.: Künstlicher Wasserlauf, welcher als Schifffahrtsweg oder aber zur Zu- und Ableitung
von Wasser (Abwasser-/Bewässerungskanal, Mühlkanal) genutzt wird.
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1.2.5.5.
Technische Rinne, Halbschale
B.: Künstlicher Hohlkörper geringer Tiefe, welcher z.B. mit Betonplatten abgedeckt ist.
Eine Halbschale ist ein nicht geschlossener künstlicher Hohlkörper für ähnliche Zwecke.
1.2.5.6.
Verrohrung
B.: Künstlicher geschlossener rundlicher Hohlkörper zum Weiterleiten von Flüssigkeiten,
Gasen u.ä.
3.
Gehölzarme terrestrische und semiterrestrische Biotoptypen
3.3. Tauch- und Schwimmblattvegetation, Quellfluren, Röhrichte und Großseggenriede
3.3.1. Tauch- oder Schwimmblattvegetation
Werden bei den Gewässerbiotopen behandelt.
3.3.2. Vegetation einer Kies-, Sand- oder Schlammbank
B.: Befindet sich in amphibischen Uferbereichen von Flüssen und Bächen, welche
zeitweise überflutet aber auch zeitweise trocken fallen können. Kennzeichnend für
diesen Lebensraum sind raschlebige Annuelle wie z.B. Chenopodium- und PolygonumArten (Schotter oder auf grobem aber nährstoffreichem Sand), Bidens-Arten auf
schlickreicheren Uferstreifen.
An nährstoffreichen Teichen oder Gräben kann man auf den im Sommer auftauchenden
Uferbänken bzw. an den wenig betretenen Rändern üppige annuelle Krautfluren vorfinden, die
Zweizahn-Gesellschaften (Bidention). Es handelt sich hierbei um stark nitrophile
Schlammbewohner welche oft in engem Kontakt mit den wechselnassen Zwergbinsenfluren des
Nanocyperetalia (Zwergbinsenfluren) auftreten bzw. diese im Spätsommer durchsetzen.
P.: Bestände der Klassen Isoëto-Nanojuncetea oder Littorelletea (FFH 3130) und Bidentetea.
K.: Alisma lanceolatum, A. plantago-aquatica, Alopecurus aequalis, Bidens frodosa, B.tripartita,
Centaurium pulchellum, Centunculus minimus, Chenopodium glaucum, C. rubrum, Corrigiola
litoralis, Cyperus fuscus, Eleocharis acicularis, E. ovata, Gnaphalium uliginosum, Gypsophila
muralis, Hypericum humifusum, Illecebrum verticillatum, Juncus bufonius, Limosella aquatica,
Lythrum prortula, L. hyssopifolia, Persicaria dubia, Potamogeton polygonifolius Ranunculus
sceleratus Rorippa palustris Rumex maritimus,, Sagina apetala, Spergularia rubra, Veronica
scutellata.
S.: FFH 3130, Art. 17 (Schlammbank-Vegetationsformen auf oligo- bis mesotrophen Ufern von
Gewässern, Mindestgröße 25 m2).
Alle anderen Gesellschaften sind nicht geschützt, sind in Luxemburg mittlerweile jedoch selten
geworden und können auch seltene Arten enthalten.
A.:
s.
auch
Kartieranleitung
zum
Biotopkataster
http://www.environnement.public.lu/
conserv_nature/dossiers/Cahiers_habitats_et_especes/index.html
und
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3.3.3. Quellflur
B.: Vegetationsformationen welche direkt am Quellmund einer Quelle gedeihen. Sie sind
kennzeichnend für Quellen (s. auch Kap. 1.1.1)
K.: z.B. Stellaria alsine (Quell-Stermiere), Cardamine amara (Bitteres Schaumkraut) oder
Veronica beccabunga (Bach-Ehrenpreis).
Je nach Quell-Art (sumpfig, tümpelartig, fließend, sickernd) unterschiedliche Ausprägung
der Quellflur, die Nutzungsform der umliegenden Fläche (Beweidung/Viehtritt,
Nährstoffeintrag) hat ebenfalls einen entscheidenden Einfluß auf Aussehen und
floristische Zusammensetzung der Quellflur.
S.: Art. 17 (da Bestandteil von Quellen, keine Mindestgröße).
3.3.4. Kleinröhricht
B.: Röhricht bestehend aus kleinwüchsigen Arten an und in Bächen, wasserführenden
Gräben, Altarmen und im Verlandungsbereich von Stillgewässern. Hochwüchsige Arten
wie Schilf oder Rohrkolben fehlen bzw. sind insignifikant. Sie wachsen an meso- bis
eutrophen, sehr feuchten bis nassen, quelligen oder sumpfigen Standorten sowie im
flachen Wasser.
K. : Apium nodiflorum (Knotenblütriger Sellerie), Berula eracta (Berle), Leersia
oryzoides (Queckenreis), Nasturtium officinalis (Gewöhnliche Brunnenkresse), Veronica
anagallis-aquatica (Blauer Wasser-Ehrenpreis), V. beccabunga (Bach-Ehrenpreis).
A.: Obwohl kein Art. 17 Biotop, können in diesem Biotoptyp einige seltene Arten
vorkommen.
3.3.5. Röhricht
Artenarme Bestände hochwüchsiger Grasarten oder grasartigen Pflanzen im
Verlandungsbereich von Gewässern, an Ufern, in Überflutungsbereichen oder auf Flächen
mit hochanstehendem Grundwasser, teils auch an Gräben. Landröhrichte auf feuchten,
brachliegenden Äckern oder Grünland.
3.3.5.1. Teichsimsenröhricht
B.: Stillwasserröhricht welches auch im tiefen Wasser gedeiht.
K.: Schoenoplectus lacustris (Gewöhnliche Teichsimse) oder S. taberbaemontani (SalzTeichsimse).
S.: Art. 17 , Mindestgröße 100 m2.
A.: s. auch Kartieranleitung zum Biotopkataster.
3.3.5.2. Schilfröhricht
B.: Durch Schilf (Phragmites australis) geprägt. Aufgrund seiner Polykormonbildung,
bildet das Schilf natürliche Monokuluturen in denen andere Arten vorwiegend nur am
Rand anzutreffen sind.
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Aus standortökologischen Gründen wird unterschieden zwischen Schilf-Wasserröhrichten
und Schilf-Landröhrichten.
K.: Phragmites australis
S.: Art. 17, Mindestgröße 100 m2 .
A.: s. auch Kartieranleitung zum Biotopkataster.
3.3.5.2.1. Schilf-Wasserröhricht
B.: Schilfröhrichtbestände in Gewässern oder an deren Ufern.
3.3.5.2.2. Schilf-Landröhricht
B.: Schilfröhrichte auf feuchten bis nassen Standorten außerhalb von Gewässern, wie z.B.
auf sumpfigen mineralischen Böden. Entwicklung z.B. auf brachliegenden Äckern oder
Grünland. Bei Grundwasserspiegel-Absenkungen können sie als Relikte über viele Jahre
bestehen bleiben.
3.3.5.3. Rohrkolbenröhricht
B.: Stillwasserröhricht eutropher Standorte.
K.: Typha latifolia (Breitblättriger Rohrkolben), seltener durch
(Schmalblättriger Rohrkolben)
T. angustifolia
S.: Art. 17. Mindestgröße 100 m2 .
A.: s. auch Kartieranleitung zum Biotopkataster.
3.3.5.4. Wasserschwadenröhricht
B.: Röhrichte gebildet vom Großen Schwaden (Glyceria maxima) an sehr nährstoffreichen
Seen und Flüssen mit stehendem oder sehr langsam fließendem Wasser.
K.: Großer Schwaden (Glyceria maxima)
S.: Art. 17, Mindestgröße 100 m2 .
A.: s. auch Kartieranleitung zum Biotopkataster.
3.3.5.5. Rohrglanzgrasröhricht
B.: Röhricht der Fließgewässer oder stehender Gewässer mit stark schwankendem
Wasserstand
K.: Phalaris arundinaceae
S.: Art. 17, Mindestgröße 100 m2 .
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A.: s. auch Kartieranleitung zum Biotopkataster.
3.3.5.6. Sonstiges Röhricht
B.: Niedrige Röhrichte an langsam fließenden Bächen und Gräben oder durchsickerten
meso- bis eutrophen Quellbereichen.
K.: Glyceria-Arten (ohne G. maxima) sowie weitere meist kleinflächige Röhrichte aus
Sparganium-Arten, Butomus umbellatus, Acorus calamus oder Alisma plantago-aquatica.
S.: Art. 17
A.: s. auch Kartieranleitung zum Biotopkataster.
3.3.6. Großseggenriede
B.: Artenarme Biotoptypen feuchter bis nasser Standorte die zeitweise trocken fallen
können, meist durch eine oder mehrere Großseggen geprägt. Diese können sowohl einen
rasigen als auch einen bultigen Wuchs aufweisen. Unterschieden wird zwischen
nährstoffarmen und nährstoffreichen Großseggenrieden.
S.: Art. 17, Mindestgröße 100 m2 .
A.: s. auch Kartieranleitung zum Biotopkataster.
3.3.6.1. Großseggenriede nährstoffarmer Standorte (bultig/rasig)
B.: Besiedeln oligo- bis mesotrophe Standorte, z.B. am Rand nährstoffarmer
Stillgewässern.
K.: Carex paniculata bei großen Wasserstandsschwankungen, Carex rostrata bei geringen
Wasserstandsschwankungen.
3.3.6.2. Großseggenriede nährstoffreicher Standorte (bultig/rasig)
B.: Sind auf eutrophen Standorten vorzufinden, daher weiter verbreitet als die
nährstoffärmeren Großseggenrieder. Carex elata und C. vulpina welche vorwiegend in
Feuchtgrünland und im Randbereich eutropher Gewässer vorkommen, auf Böden mit
größeren Wasserstandsschwankungen.
Die häufigen Seggen C. acuta (Schlanke Segge) und C. acutiformis (Sumpf-Segge) treten
z.B. als Sukzessionsstadien von Feuchtbrachen auf. In Verlandungszonen eutropher
Gewässer kann man ebenfalls Seggen mit rasigem, of auch lückigem Wuchs vorfinden wie
z.B. Carex riparia (Ufer-Segge) und C. vesicaria (Blasen-Segge).
K.: Carex acuta, C. acutiformis, C. elata, C. riparia, C vesicaria, C. vulpina.
3.6.2. Borstgrasrasen
B.: Grünlandbestände geringen Ertrages auf bodensauren, nährstoffarmen, mäßig
trocknen bis feuchten Böden. Durch Beweidung oder einschürige Mahd entstanden. Heute
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meist kleinflächige Reliktbestände innerhalb Weiden oder in Brachen, in Luxemburg
vorwiegend im Ösling.
P.: Polygalo-Nardetum, Festuco-Genistetum-sagittalis, Juncetum squarrosi (auf feuchten
Standorten)
K.: Arnica montana, Botrychium lunaria, Carex pilulifera, Danthonia decumbens,
Deschampsia flexuosa, Galium saxatile, Genistella sagittalis, Hieracium lactucella, H.
pilosella, Juncus squarrosus, Meum athamanticum, Nardus stricta, Pedicularis sylvatica,
Polygala serpyllifolia, Viola canina.
S.: 6230, Mindestgröße 25 m2, nicht geschützt: Borstgrasrasen mit < 3 Charakterarten
oder in einer längeren Brachephase befindlich.
A.: s. auch Kartieranleitung zum Biotopkataster und:
http://www.environnement.public.lu/conserv_nature/dossiers/Cahiers_habitats_et_esp
eces/index.html
3.6.2.1. Borstgrasrasen (alle Standorte)
In Nutzung befindlich, meist jedoch nur kleinflächige Restbestände innerhalb größerer
Parzellen vorhanden.
3.6.2.2. Borstgrasrasen (brachgefallen, alle Standorte)
Nicht in Nutzung befindlich. Falls Brachestadium bereits lange besteht, bzw. Sukzession
zu weit fortgeschritten, ist dieser Biotoptyp nicht mehr geschützt.
4.
Gehölzbestände und Gebüsche
5.
Wälder
Die Differenzierung der verschiedenen natürlichen und naturnahen Waldtypen erfolgt aufgrund
ihrer pflanzensoziologischen Merkmale. In den Jahren 1993 bis 2002 wurde landesweit eine
flächendeckende pflanzensoziologische Kartierung der Wälder Luxemburgs durchgeführt, die
digital beim Département Environnement vorgehalten wird. Die Kartierung erfolgt aufgrund des
zum Zeitpunkt der Kartierung vorhandenen floristischen Artenspektrums, ist also nicht einer
Kartierung der potenziellen natürlichen Vegetation gleichzusetzen.
Die hier verwendeten pflanzensoziologischen Begriffe/Einteilungen stimmen mit den
Lebensraumtypen der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie überein: ein Hainsimsen-Buchenwald nach
vorliegender Kartierung entspricht dem Lebensraumtyp Hainsimsen-Buchenwald (LuzuloFagetum, FFH- Code 9110) nach Anhang I der FFH-Richtlinie.
Vollständige Definitionen der Wald-Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH Richtlinie liefert der
vom Umweltministerium veröffentlichte Bericht „Cahiers Habitats“ (Dezember 2000, Verfasser:
Ministère du Développement durable et des Infrastructures – Département Environnement :
Definition der Biotope / Habitate - Ökobonus (Version vom 19.06.2013)
ERSA). Die nachfolgende Beschreibung der Waldtypen ermöglicht eine eindeutige Bestimmung,
im Zweifelsfall sollten jedoch zusätzlich die Cahiers Habitats konsultiert werden (Internet:
www.environnement.public.lu/conserv_nature/dossiers/Cahiers_habitats_et_especes/cahiers_Ha
bitats_complet.pdf).
Grundsätzlich ist bei Eingriffsbewertungen, welche bewaldete Flächen betreffen, die
pflanzensoziologische Kartierung der Wälder zu konsultieren. Auch wenn aufgrund der großen
zeitlichen Stabilität der natürlichen und naturnahen Waldgesellschaften davon auszugehen ist,
dass die Abgrenzungen und Typen-Bestimmungen auch heute noch ihre Gültigkeit haben, sollten
diese trotzdem im Rahmen einer durchzuführenden Eingriffsbewertung überprüft werden.
Änderungen können sich auch aufgrund der forstlichen Nutzung und Nutzungsänderung ergeben,
so können etwa als Nadelbaum-Bestand kartierte Flächen im Rahmen der forstlichen Nutzungen
mittlerweile in Laubbaumpflanzungen umgewandelt worden sein. Auch können, zum Zeitpunkt
der Kartierung sehr dichte Beständen ohne nennenswerte Krautschicht sich mittlerweile durch
Bestandsaufhellungen (Läuterungen oder Durchforstungen) in Bestände weiterentwickelt haben,
deren ausreichend ausgeprägte Krautschicht eine Zuweisung zu einer bestimmten
Waldgesellschaft erlaubt. Da die verschiedenen Waldbiotoptypen wie etwa 5.6 Laubbaumbestand
(einheimische standortgerechte Baumarten) und 5.4 Buchenreiche Wälder mittlerer Standorte
(mit ihren zahlreichen Unterteilungen) sich in ihrem Grundwert stark unterscheiden können, ist
bei einer Eingriffsbewertung zu prüfen, ob die pflanzensoziologische Kartierung noch der
aktuellen Situation entspricht.
5.1
Bruch-, Sumpf, und Auenwälder
5.1.1
Bruchwald
B: Permanent bodennasse, sumpfige Waldflächen, meist nur wenige Ar groß.
Am Rand von Teichen/Tümpel (Mardellen) auch an Fließgewässer möglich (siehe auch
5.1.2 Auenwälder).
Aufgrund des nässebedingten Sauerstoffmangels und der daraus resultierenden,
schlechten Streuzersetzung weist der Oberboden einen hohen organischen Anteil auf.
Die Bruchwälder Luxemburgs gehören überwiegend zum Typ des Erlenbruchwaldes, der
Birkenbruchwald kommt kaum vor.
P: siehe nachfolgend 5.1.1.1 bis 5.1.1.5
S: Art.17, sowie 91D1 für Betulion pubescentis (5.1.1.5.)
K: Baumschicht: Alnus glutinosa überwiegt, außer für Betulion pubescentis (5.1.1.5.) wo
Betula pubescens dominiert.
Weitere Baumarten: Quercus robur, auf saurem Substrat auch Betula pubescens
Strauchschicht:
Salix cinerea, Salix aurita, S x multinervis (S. aurita x cinerea)
Krautschicht: Iris pseudacorus, Solanum dulcamara, Humulus lupulus, Ribes nigrum,
Lycopus europaeus
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Definition der Biotope / Habitate - Ökobonus (Version vom 19.06.2013)
Eine weitere Aufteilung aufgrund von Indikatorarten in folgende Gesellschaften ist
möglich:
5.1.1.1.
Langährenseggen-Erlen-Bruchwald (Carici-elongateae-Alnetum)
Kennarten: Carex elongata, C. paniculata, C. acuta, C acutiformis, C. pseudocyperus,
Phragmites australis, Peucedanum palustre, Typha latifolia
5.1.1.2.
Großkräuter-Erlen-Bruchwald (Macrophorbio-Alnetum) (mesotroph)
Kennarten: Cirsium oleraceum, Epilobium hirsutum, Stachys palustris, Symphytum
officinale
5.1.1.3 Winkelseggen-Erlen-Bruchwald (Carici remotae-Alnetum) (mesotroph)
Kennarten: Crepis paludosa, Carex remota, Cardamine amara.
5.1.1.4 Glattseggen-Erlen-Bruchwald (Carici-laevigatae-Alnetum) (oligotroph)
Kennarten: Sphagnum div.sp., Equisetum sylvaticum, Scutellaria minor, Blechnum
spicant.
5.1.1.5 Betula pubescens auf Torfböden (Betulion pubescentis)
Baumschicht: Betula pubescens überwiegt.
5.1.2. Auenwälder
B: Fließgewässerbegleitende Wälder, die sporadisch überschwemmt werden. In
Luxemburg fehlt dieser Waldtyp an größeren Fließgewässern fast ganz, an kleineren
Gewässern findet man ihn oft als schmalen Waldstreifen („Galeriewald“) im direkten
Uferbereich. Kleinflächig kann er auch noch im Austrittsbereich von Quellen vorkommen.
Auenwälder unterscheiden sich von Bruchwäldern durch ihre relativ starken
Wasserstandsschwankungen, welche mit einem Sedimenteintrag verbunden sind.
P: siehe nachfolgend 5.1.2.1 bis 5.1.2.5.
S: 91E10* (prioritärer Lebensraum nach FFH-RL), Art.17.
K: die Auenwälder lassen sich aufgrund ihrer Baum- und Strauchschicht in einerseits
Korbweidengebüsch und Silberweidenwald und andererseits Erlen-Eschen-Auwälder
differenzieren.
Weidendominierte Typen
Baum- und Strauchschicht: Salix purpurea, S. viminalis und S. alba sowie das Fehlen von
Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior.
Erlen-Eschenauwälder
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Baumschicht: Fraxinus excelsior und Alnus glutinosa.
5.1.2.1.
Korbweidengebüsch (Salicetum triandro-viminalis)
5.1.2.2.
Silberweidenwald (Salicetum albae)
5.1.2.3.
Seggen-Erlen-Eschenwald (Carici-(remotae)-Fraxinetum)
5.1.2.4.
Sternmieren-Erlen-Eschenwald (Stellario-nemosi-Fraxinetum)
5.1.2.5.
Eschen-Ulmen-Auenwald (Pruno-(Ulmo)-Fraxinetum)
5.2 Wälder trockenwarmer Standorte
5.3.
Schluchtwälder
5.4 Buchenreiche Wälder mittlerer Standorte
B: Die Baumschicht wird eindeutig von der Buche (Fagus sylvatica) beherrscht. Er
entwickelt sich auf ausreichend nährstoffversorgten Böden mit ausgeglichenem
Wasserhaushalt, wie sie z.B. für die Regionen des Luxemburger Sandsteins
charakteristisch sind. Der Buche können in unterschiedlichen Proportionen andere
einheimische Laubholzarten wie Traubeneiche (Quercus petraea), Esche (Fraxinus
excelsior), Bergahorn (Acer pseudoplatanus), Kirsche (Prunus avium) beigemischt sein.
Die Abgrenzung der buchenreichen Wälder mittlerer Standorte zu den HainsimsenBuchenwäldern erfolgt aufgrund der unterschiedlichen Artenzusammensetzungen der
jeweiligen Krautschichten.
Kennarten sind die namensgebenden Waldmeister (Galium odoratum) und Einblütiges
Perlgras (Melica uniflora).
Weitere Kennarten: Convallaria majalis, Mycelis muralis, Neottia nidus-avis, Epipactis
atrorubens, Galium sylvaticum, Anemone nemorosa
Die verschiedenen Untergesellschaften werden aufgrund der jeweiligen Kennarten
identifiziert (siehe 5.4.1.1 bis 5.4.1.5.)
S: Art. 17, 9130
A: Neben den hier beschriebenen Buchen-dominierten Waldtypen können, auf
gleichartigen Standorten, und gleichartiger Krautschicht auch Bestände vorkommen, in
denen statt der Buche die Traubeneiche vorherrscht (> 50% der Beschirmung). Es wird
angenommen, dass in derartigen Beständen der natürlicherweise hohe Anteil der Buche
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an der Artenzusammen-setzung durch die Bewirtschaftung entscheidend zurückgedrängt
worden ist. Diese Waldtypen werden als (Perlgras)-Eichen-Buchenwälder bezeichnet.
5.4.1. Perlgras-Buchenwälder Gutland + Perlgras-Eichen-Buchenwälder
Die Abgrenzung der buchenreichen Wälder mittlerer Standorte zu den Hainsimsen-Buchenwälder
erfolgt aufgrund der unterschiedlichen Artenzusammensetzungen der jeweiligen Krautschichten.
Kennarten sind die namensgebenden Waldmeister (Galium odoratum) und Einblütiges Perlgras
(Melica uniflora).
Weitere Kennarten: Convallaria majalis, Mycelis muralis, Neottia nidus-avis, Epipactis
atrorubens, Galium sylvaticum, Anemone nemorosa
Die verschiedenen Untergesellschaften werden aufgrund der jeweiligen Kennarten identifiziert
(siehe 5.4.1.1 bis 5.4.1.5.)
5.4.1.1.
Perlgras-Buchenwald mit Fingersegge (Melico-Fagetum caricetosum)
Diese Untergesellschaft ist auf kalkhaltige/kalkreiche, trockene Böden beschränkt.
Baumschicht: Acer campestre, Sorbus torminalis
Strauchschicht: artenreich, mit Ligustrum vulgare, Lonicera xylosteum, Viburnum lantana,
Clematis vitalba
Krautschicht: Carex digitata, Actaea spicatum, Campanula persicifolia, Cephalanthera div.sp.,
Epipactis helelborine, Orchis mascula,
5.4.1.2.
Perlgras-Buchenwald mit Aronstab (Melico-Fagetum aretosum)
Weniger Kalkanzeiger als 5.4.1.1.
Krautschicht: Arum maculatum, Daphne mezereum, Primula elatior, Campanula trachelium,
Geranium robertianum, Paris quadrifolia, Ranunculus ficaria.
5.4.1.3.
Perlgras-Buchenwald mit Waldschwingel (Melico-Fagetum festucetosum)
Auf Schatthänge und enge Täler mit hoher Luftfeuchtigkeit beschränkt.
Krautschicht von Festuca altissima bestimmt. Vorkommen vom Gymnocarpium dryopteris
möglich, andere Farnarten häufig vorhanden.
5.4.1.4.
Typischer Perlgras-Buchenwald (Melico-Fagetum typicum)
Milium effusum, Carex sylvatica, Poa nemoralis (Neben Galium odoratum und/oder Melica
uniflora)
Keine oder kaum weitere Indikatoren anderer Untergesellschaften.
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5.4.1.5.
Perlgras-Buchenwald mit weisser Hainsimse (Melico-Fagetum luzuletosum)
Luzula luzuloides, Deschampisa flexuosa, Maianthemum bifolium neben den Kennarten Galium
odoratum und Melica uniflora der Perlgras-Buchenwälder, wodurch sie von den
Hainsimsenbuchenwäldern unterschieden werden.
5.4.2. Orchideen-Buchenwald (Cephalantero-Fagetum)
5.4.3
Hainsimsenbuchenwälder Gutland + Hainsimsen-Eichen-Buchenwälder
5.4.3.1.
Hainsimsenbuchenwald mit Farnen und Goldnessel (Luzulo-Fagetum
dryopteridetosum)
5.4.3.2.
Hainsimsenbuchenwald
festucetosum)
mit
Waldschwingel
(Luzulo-Fagetum
5.4.3.3.
Hainsimsenbuchenwald mit Flattergras (Luzulo-Fagetum milietosum)
5.4.3.4.
Typischer Hainsimsenbuchenwald (Luzulo-Fagetum typicum)
5.4.3.5.
Hainsimsenbuchenwald mit Flattergras (Luzulo-Fagetum milietosum)
5.4.3.6.
Hainsimsenbuchenwald mit Heidelbeere (Luzulo-Fagetum vaccinietosum)
5.4.4. Perlgras-Buchenwälder Oesling
5.4.4.1.
Perlgras-Buchenwald mit Aronstab (Melico-Fagetum aretosum)
5.4.4.2.
Perlgras-Buchenwald mit Waldschwingel (Melico-Fagetum festucetosum)
5.4.4.3.
Typischer Perlgras-Buchenwald (Melico-Fagetum typicum)
5.4.4.4.
luzuletosum)
Perlgras-Buchenwald
mit
weisser
Hainsimse
(Melico-Fagetum
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5.4.5. Hainsimsen Buchenwälder Oesling
5.4.5.1.
Hainsimsenbuchenwald mit Flattergras (Luzulo-Fagetum milietosum)
5.4.5.2.
Typischer Hainsimsenbuchenwald (Luzulo-Fagetum typicum)
5.4.5.3.
Hainsimsenbuchenwald
deschampsietosum)
5.4.5.5.
mit
Drahtschmiele
(Luzulo-Fagetum
Hainsimsenbuchenwald mit Heidelbeere (Luzulo-Fagetum vaccinietosum)
5.5 Eichen- und Hainbuchen-Eichenwälder mittlerer Standorte
5.5.1. Eichen- und Hainbuchenwälder
5.5.1.1.
Eichen-Hainbuchenwälder mit Bärlauch (Primulo-Carpinetum allietosum)
5.5.1.2.
Eichen-Hainbuchenwälder
corydaletosum)
mit
Lerchensporn
(Primulo-Carpinetum
5.5.1.3.
Eichen-Hainbuchenwälder mit Waldmeister und Scharbockskraut (PrimuloCarpinetum ficario-asperuletosum)
5.5.1.4.
Eichen-Hainbuchenwälder
asperuletosum)
5.5.1.5.
Typische
Carpinetum typicum)
mit
Waldmeister
Eichen-Hainbuchenwälder
mit
(Primulo-Carpinetum
Lerchensporn
(Primulo-
5.5.2. Eichenniederwälder
5.5.2.1.
aretosum)
Eichen-Hainbuchen-Niederwald
mit
Aronstab
(Querco-Carpinetum
5.5.2.2.
Typischer Eichen-Hainbuchen-Niederwald (Querco-Carpinetum typicum)
5.5.2.3.
Eichen-Hainbuchen-Niederwald mit Hainsimse und Goldnessel (QercoCarpinetum lamio-luzuletosum)
5.5.2.4.
Typischer Eichen-Hainbuchenniederwald (Luzulo-Carpinetum typicum)
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5.5.2.5.
coryletosum)
Eichen-Hainbuchen-Niederwald
mit
Haselnuss
(Luzulo-Quercetum
5.5.2.6.
Typischer Glockenblumen-Eichenniederwald (Campanulo-Quercetum)
5.5.2.6.
melicetosum)
Glockenblumen-Eichenniederwald mit Perlgras (Campanulo-Quercetum
5.6.
Laubbaum-Bestand (einheimische, standortgerechte Baumarten)
5.7.
Sukzessionswälder
5.7.1. Sukzessionswald aus einheimischen Laubbäumen
5.7.2. Sukzessionswald aus Laub- und Nadelbäumen
5.7.3. Sukzessionswald aus Nadelbäumen
5.8.
Naturferne Waldbestände
5.8.1. Laubbaumbestand (Exoten)
5.8.2. Mischbestand aus Laub- und Nadelbäumen(Exoten)
5.8.2.1.
Mischbestand mit überwiegendem Laubbaumanteil
5.8.2.1.
Mischbestand mit überwiegendem Nadelbaumanteil
5.8.3. Nadelbaumbestand
5.8.3. Parkwald
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2.
Literaturverzeichnis
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Großherzogtum Luxemburg. Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie.
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rezenten Gewässerdynamik und ihrer natürlich und anthropogen bedingten Steuerung in
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Auftrag des Observatoire de l’Environnement und des Ministère de l’Environnement.
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(2009): Arten, Biotope, Landschaft. Schlüssel zum Erfassen, Beschreiben, Bewerten.
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luxemburgischen Naturschutzgesetzes geschützten Biotope in den Siedlungs- und
Gewerbegebieten (3. Überarbeitet Fassung) (Verfasser: efor-ersa).
Ministère de l’environnement (Hrsg., 2008): Biotopkataster Luxemburg – Erfassung der
geschützten Offenlandbiotope nach Art. 17 des luxemburgischen Naturschutzgesetzes.
Kartieranleitung, Teil 1: Geländekartierung. – Bearbeitung: S. NAUMANN in
Zusammenarbeit mit D. BAUER, C. JUNCK, Y. KRIPPEL, S. SCHNEIDER, I. SCHRANKEL & C.
WALZBERG.
http://www.environnement.public.lu/conserv_nature/dossiers/Cadastre_des_biotopes/i
nd ex.html.
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Definition der Biotope / Habitate - Ökobonus (Version vom 19.06.2013)
Riecken, U. et al. (2006): Rote Liste der gefährdeten Biotoptypen Deutschlands. Zweite
fortgeschriebene Fassung. Bundesamt für Naturschutz. Bonn, Bad Godersberg.
http://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/58979/LRT_3260.pdf
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