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Realschule Heubach ( Georg Brunner, Christian Beck und Klasse 9 a)
30.07.2015
Arbeitsfassung 2
Informationstafel: Hindenburg – Ehrenmal
Paul von Hindenburg wird in der Geschichtswissenschaft äußerst kritisch gesehen. Als Chef der Obersten
Heeresleitung (OHL) war er im 1. Weltkrieg mitverantwortlich für den Tod von Millionen Soldaten. Historiker
bezeichnen von Hindenburg als eine Person, die die alten, traditionellen und konservativen Ideale unter der
Herrschaft eines Kaisers schützte und dabei die Denkweise vieler Menschen der damaligen Zeit teilte, die sich
nach dem monarchischen System sehnten.
Von Hindenburg war nicht der überzeugte Vertreter der Demokratie in der noch jungen Weimarer Republik.
Nach Meinung von Historikern gab es seit der Wahl von Hindenburgs in das höchste Staatsamt im Jahr 1925
keine Gewähr mehr dafür, dass der Reichspräsident sich im Ernstfall als Hüter der Weimarer Verfassung
erweisen würde.
Der Reichspräsident spielte eine unrühmliche Rolle bei der Errichtung der NS – Diktatur. Wolfram Pyta spricht
in seiner Biografie über von Hindenburg davon, dass diesem bei der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler
am 30. Januar 1933 niemand hineingeredet habe. Der Reichspräsident setzte durch die „Verordnung zum
Schutz des deutschen Volkes“ und die „Verordnung zum Schutz von Volk und Staat“ im Februar 1933
demokratische Grundrechte außer Kraft und schuf so die Voraussetzungen dafür, dass das
Ermächtigungsgesetz zustande kommen konnte, mit dem Hitler seine Alleinherrschaft durchsetzte. Von
Hindenburg sagte Ende 1933, dass es immer seine Meinung gewesen sei, dass das Heil Deutschlands nur im
Zusammenschluss aller Parteien zu einer gemeinsamen Vaterlandspartei liege. Das sei Hitler nun gelungen.
Erbaut wurde das Denkmal in den Jahren 1930 – 1936 von der „Kriegerkameradschaft Heubach. Der
Kriegerverein in Heubach war nach dem Deutsch – Französischen Krieg 1870/ 1871 und der folgenden
Reichsgründung 1871 im Jahre 1875 gegründet worden. 1933 erfolgte die Verleihung des Ehrenbürgerrechts an
Adolf Hitler und den Reichspräsidenten von Hindenburg durch die Stadt Heubach.
Paul von Beneckendorff und von Hindenburg wurde am 2. Oktober 1847 in Poznan (Posen) geboren. Zu Beginn
des Ersten Weltkrieges (1914) wurde der ehemalige General reaktiviert, wurde Oberbefehlshaber der Truppen
an der Ostfront und übernahm 1916 zusammen mit Ludendorff die Oberste Heeresleitung.
1919 formulierte von Hindenburg den Satz von „einem Dolchstoß in den Rücken des Heeres“. 1925 wurde er
mit Hilfe der Rechtsparteien vom Volk zum Reichspräsidenten gewählt. Für viele Deutsche war er eine Art
„Ersatzkaiser“. 1932 kam es zur Wiederwahl von Hindenburgs im zweiten Wahlgang gegen Adolf Hitler. Der alte
und neue Reichspräsident war nun von der SPD und den Parteien der Mitte unterstützt worden.
Am 30. Januar 1933 ernannte er Adolf Hitler zum Reichskanzler, er unterzeichnete am 28. Februar 1933 nach
dem Reichstagsbrand die „Verordnung zum Schutz von Volk und Staat“ und ermöglichte den Weg Deutschlands
in die nationalsozialistische Diktatur.
Am 2. August 1934 starb von Hindenburg auf Gut Neudeck in Ostpreußen.
Von Hindenburgs Rolle zwischen Monarchie – Demokratie – Diktatur muss auch weiterhin zur kritischen
Auseinandersetzung Anlass geben.
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