2013_13d_Volkskrankheit Sitzen

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therapie Leipzig
Fachmesse mit Kongress
für Therapie, Medizinische
Rehabilitation und Prävention
(21. bis 23. März 2013)
Leipzig, 12. März 2013
Bewegt euch! Sitzen gefährdet die Gesundheit
Ob im Klassenzimmer oder im Büro, im Auto, vor dem Computer oder dem Fernseher:
Für Viele ist stundenlanges Sitzen im Beruf und in der Freizeit zur Normalität
geworden. Doch wer viel sitzt, verkürzt sein Leben – der Bewegungsapparat
verkümmert, Herzkreislauf- und Stoffwechselerkrankungen nehmen zu. Die
„Volkskrankheit Sitzen“ wird auf der Pressekonferenz des Deutschen Verbandes für
Gesundheitssport und Sporttherapie e. V. (DVGS) zur „Prävention ohne
Scheuklappen“ am 22. März 2013, ab 10.30 Uhr, im Presseclub auf der therapie Leipzig
thematisiert. Warum Sitzen die Gesundheit gefährdet und wie wieder mehr Bewegung
in den Alltag kommt, erläutert Professor Gerhard Huber von Institut für Sport und
Sportwissenschaft der Universität Heidelberg und DVGS-Vorstandsmitglied. Darüber
hinaus stehen Professor Ingo Froböse, Leiter des Instituts für Bewegungstherapie
und bewegungsorientierte Prävention und Rehabilitation der Deutschen
Sporthochschule Köln und Uwe Dresel vom Team Prävention DAK Gesundheit
Hamburg für Fragen zur Verfügung.
„Zu langes Sitzen kann zu einer langfristig tödlichen Gewohnheit werden. Wer mehr als neun
Stunden am Tag sitzend verbringt, gefährdet seine Gesundheit nachweislich und erhöht sein
Sterberisiko. Dies wächst linear zur Sitzzeit“, warnt DVGS-Vorstandsmitglied Professor
Gerhard Huber vom Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Heidelberg. Der
Zusammenhang zwischen langen Sitzzeiten und Erkrankungen sei größer als bislang oft
angenommen. Nicht nur der Bewegungsapparat sei betroffen: „Inzwischen wissen wir, dass
durch das Sitzen die Energiebilanz verändert wird und dadurch verstärkt pathologische
Prozesse im Körper auftreten. Dies kann zum Beispiel zu Herzkreislauf- und
Stoffwechselerkrankungen führen sowie ebenfalls das Entstehen bestimmter Krebsarten
begünstigen.“ Zur Vielzahl der durch Sitzen und Bewegungsmangel hervorgerufenen
Krankheiten zählten ebenso Diabetes und Adipositas (Fettleibigkeit).
Aktiv werden!
Schon in der Schule starte der verhängnisvolle Kreislauf des Dauersitzens. Dieser beginne
bereits auf dem morgendlichen Schulweg: „Immer öfter werden die Kinder mit dem Auto
gebracht, statt gemeinsam zu laufen oder Rad zu fahren“, beobachtet Professor Huber. Und
nach dem Unterricht lockten Computer oder Fernsehsofa. So zeige die von der EU
geförderte HELENA-Studie, dass europäische Jugendliche durchschnittlich neun Stunden
pro Tag sitzen – mehr als 70 Prozent ihrer Wachzeit. „Wir haben uns eine Sitzwelt
geschaffen und zahlen den Preis mit wachsenden Krankheitsraten.“ Denn der Mensch sei
nicht zum Sitzen geschaffen, betont der Wissenschaftler: „Sonst wären unsere Hintern noch
viel breiter und unsere Beine kürzer.“ Nur körperliche Aktivität könne Ausgleich schaffen:
„Wer glaubt, es sei besser, Sitzen durch Liegen zu ersetzen, liegt falsch. Je mehr Restzeit –
also Sitz- minus Schlafzeit – zur Aktivzeit wird, umso besser ist es.“ Allerdings könne auch
Sport die gesundheitlichen Schäden durch das Langzeitsitzen nicht völlig kompensieren.
Selbst bei ausreichender Bewegung stelle der „sedentary lifestyle“ (sedere – lateinisch für
sitzen) einen eigenständigen Risikofaktor dar.
Stuhl weg – Gehen und Stehen in der Sitzung
„Für ein Forschungsprojekt haben wir 150 Mitarbeiter der Universität Heidelberg befragt. Die
durchschnittliche Sitzzeit betrug deutlich mehr als neun Stunden“, berichtet Gerhard Huber.
Dabei senke Sitzen nach und nach die Leistungsfähigkeit. „Warum müssen Meetings zum
Beispiel immer zu sprichwörtlichen Sitzungen werden?“, fragt der Professor, „Im
gemeinsamen Gehen oder Stehen würden wir vermutlich schneller zu Lösungen kommen.“
Beim Telefonieren könne man ebenfalls aufstehen oder herumlaufen. „Jede Unterbrechung
des Sitzens, jede Treppenstufe, jede intensive Bewegungspause, jeder zurückgelegte Meter
ist nützlich!“, unterstreicht er. Es ginge nicht nur darum, Spaß an der Bewegung zu
vermitteln, sondern die gesundheitliche Notwendigkeit vor Augen zu führen.
Mehr Bewegung – in jedem Alter
„Je älter die Menschen werden, umso mehr müssen wir in die Trickkiste greifen, um ihnen
Bewegung schmackhaft zu machen“, erklärt Professor Huber. Kinder dagegen müsse man
einfach nur „loslassen“. Eine Schlüsselfunktion habe der Weg zur Arbeit beziehungsweise
zur Schule: Wer mit Bus oder Straßenbahn komme, solle öfter mal eine Station eher
aussteigen und den Laufweg als Entspannung erleben. Unternehmen könnten zum Beispiel
durch Bonussysteme Anreize geben, vom Auto auf das Fahrrad umzusteigen. Wichtig seien
ebenso Firmen-„Parkplätze“ für Fahrräder. Im Büro sollte das Sitzen mindestens alle 20
Minuten kurz unterbrochen werden. Bei den Jüngeren setze die „Bewegte Schule“ mit
kleinen Bewegungselementen mitten im Unterricht und Herumtoben in der Pause an.
„Studien zeigen, dass zweiminütige Unterbrechungen gut in den Schulalltag integriert
werden können“, so Gerhard Huber. Interessant seien Initiativen wie „Walking Bus“. Beim
„laufenden Bus“ treffen sich Grundschüler – begleitet von einem Erwachsenen – zu festen
Zeiten an vereinbarten „Haltestellen“ und gehen gemeinsam zur Schule: „Der Fußmarsch
verbessert zudem die Konzentrationsleistung der Kinder.“
Über die therapie Leipzig:
Die therapie Leipzig bietet als einzige Fachmesse mit Kongress für Therapie, Medizinische Rehabilitation
und Prävention in Deutschland einen kompletten Marktüberblick. 2011 zeigten 243 Aussteller auf 14.000
Quadratmetern Fläche den 11.300 Messebesuchern ihre Innovationen und aktuelle Branchentrends. Den
Kongress mit mehr als 130 Seminaren nutzten über 2.500 Physio- und Ergotherapeuten, Masseure, Ärzte,
Sportwissenschaftler und Sporttherapeuten sowie Führungskräfte von ambulanten Rehazentren, Akut- und
Reha-Kliniken zur Fort- und Weiterbildung. 2013 unterstützen 18 Verbände und wissenschaftliche
Gesellschaften die therapie Leipzig und wirkten an der Konzeption und Umsetzung des
Fortbildungsprogrammes mit.
Ansprechpartner für die Presse:
Corinna Schwetasch,
Pressesprecherin therapie Leipzig
Leipziger Messe GmbH
Telefon: +49 (0)341 / 678 6524
Telefax: +49 (0)341 / 678 166524
E-Mail: [email protected]
therapie Leipzig im Internet:
www.therapie-leipzig.de
www.leipziger-messe.de
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