Sehschwäche

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Sehschwäche = Amblyopie
Damit wir räumlich sehen können, müssen unsere Augen auf dieselbe Stelle gerichtet sein.
In beiden Augen entsteht jeweils ein leicht unterschiedliches Bild. Diese beiden Bilder werden im Gehirn zu einem einzigen Seheindruck verschmolzen und es entsteht ein Tiefensehen, auch räumliches oder dreidimensionales Sehen.
Bein Schielen hingegen treffen die Sehachsen nicht auf dieselbe Stelle, der Unterschied beider Bilder wird zu gross. Sie können im Gehirn nicht mehr zur Deckung kommen und miteinander verschmelzen, somit ist keine räumliche Wahrnehmung möglich. Das kindliche Gehirn wehrt sich, indem es das vom schielenden Auge übermittelte Bild unterdrückt. Dies bewirkt nach einiger Zeit (Monate oder Jahre) eine Sehschwäche.
Auch ein Auge, das eine höhere Fehlsichtigkeit aufweist, also stärker kurzsichtig oder weitsichtig oder stärker verkrümmt ist als das Partnerauge, kann bei fehlender Brillenkorrektur in
der Kindheit ein unscharfes Sehen ans Gehirn übermitteln und eine Sehschwäche bewirken.
Wenn ein Auge ständig von der Richtung des anderen abweicht (schielt), ist keine Zeit zu
verlieren, weil das schielende Auge vom Gehirn „abgeschaltet“ und über die Zeit sehschwach wird. Die Sehschärfe entwickelt sich normalerweise in den ersten Lebensjahren,
weswegen der Zeitpunkt für eine Therapie der Sehschwäche so früh wie möglich anzusetzen
ist. Je länger eine Sehschwäche oder Amblyopie beim Kind schon besteht, umso länger
kann die entsprechende Therapie in „der Sehschule“ dauern.
Ab etwa dem 10. Lebensjahr kann das Ungleichgewicht beider Augen kaum mehr beeinflusst
werden, weil die Augen ihre Bildinformation ans Gehirn weiterschicken und dieser Nervenweg ausgereift ist. Erwachsene können also nicht mehr mittels Sehschultherapie die verlorene räumliche Sicht zurückgewinnen. Auch beim Lesen ist später im Erwachsenenleben eine
Sehschwäche erkennbar, weil das sehschwache (amblyope) Auge weniger fliessend liest.
Kinder, die auffällig schielen, haben die besten Chancen rechtzeitig behandelt zu werden,
wenn die Eltern beim Kinderarzt das Sehvermögen testen oder in der Kinderkrippe/im
-garten eine Reihenuntersuchung stattfindet. Augenarzt und Orthoptistin (Sehschule) bemühen sich um ein bestmögliches, scharfes beidäugiges und dreidimensionales Sehen. Etwa
bei der Hälfte der Kinder mit einer Sehschwäche ist nicht das Schielen, sondern das Fehlen
einer Brille für das schwache (amblyope) Auge verantwortlich. Würde man früh mit der Brillenkorrektur einsetzen, könnten diese Kinder von einem Anstieg des Sehvermögens profitieren.
Grundsätzliches: Wie wird Schielen behandelt (Sehschule)?
Die Schielbehandlung basiert grundsätzlich auf diesen Schwerpunkten:
1. die Versorgung mit den fürs Kind individuell angepassten Brillengläsern, um Brechungsfehler (Weitsichtigkeit, Kurzsichtigkeit, Verkrümmung) auszugleichen.
2. Die Behandlung der Sehschwäche (Amblyopie) durch abdecken des besser sehenden
Auges, um das schwächer sehende Partnerauge zu trainieren, auch kleine Details zu erkennen und das beidäugige Sehen dreidimensional zu üben.
3. Die operative Korrektur eines abweichenden Auges (Schieloperation) bewirkt ein umlagern von Augenmuskeln, damit die Augen geradeaus gerichtet sind beim Betrachten von
Objekten und die Zusammenarbeit beider Augen ermöglicht wird.
Die häufigste Form beim Kleinkind ist ein Einwärtsschielen, welches unbedingt früh erfasst
und entsprechend behandelt werden sollte. Der Augenarzt begleitet zusammen mit der Orthoptistin (Sehschulfrau) ein schielendes Kind während vielen Jahren, um die Sehkraft bestmöglich zu unterstützen.
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