Der Goldene Schnitt

Werbung
Ein Vortrag von Christine Reiber
am 04.12.2006
Proseminar für Lehramtskandidaten
WS 2006/2007
Altes Rathaus in Leipzig
Raffael „Sixtinische Madonna“
Da Vinci „Mona Lisa“
Der Goldene Schnitt
04.12.2006
Gliederung des Vortrags
1.
Einführung
2.
Definition
3.
Historisches
4.
Konstruktion
5.
Fraktale
5.1. Der Goldene Baum
7.
7.1. Linearisierung von Potenzen des
Goldenen Schnittes
7.2. Zusammenhang mit dem Goldenen
Schnitt
8.
8.2. Kunst
8.3. Körper des Menschen
5.3. Dimension des Fraktals
8.4. Natur
Regelmäßiges Fünfeck
6.1. Konstruktion
Goldener Schnitt in anderen Bereichen
8.1. Architektur
5.2. Goldenes Dreiecksfraktal und
Goldenes Quadratfraktal
6.
Fibonacci-Zahlen
9.
Der Goldene Schnitt in der Schule
6.2. Goldenes Dreieck
6.3. Goldener Schnitt im regelmäßigen Fünfeck
6.4. Falten
Proseminar für Lehramtskandidaten WS 2006/2007
Christine Reiber
Der Goldene Schnitt
04.12.2006
2. Definition
„Eine Strecke sei im Verhältnis des Goldenen Schnittes geteilt, wenn sich die beiden Teilstücke
zueinander verhalten wie das längere Teilstück zur ganzen Strecke.“
A
•
x
y
C
B
1
y
x

x x y
Proseminar für Lehramtskandidaten WS 2006/2007
Christine Reiber
Der Goldene Schnitt
04.12.2006
2. Definition
1 x x

x
1
x2  1  x  x2  x 1  0
• 
x1 
1 5
 0,618
2
y
3 5
 0,382
2


1  5
 x2 



1
,
618


2


1  5
 0,618 spiegelt das Verhältnis kleinere/größere Seite (y/x) wider
2
• Der Kehrwert  
1


1 5
 1,618 bestimmt das Verhältnis größere/kleinere Strecke (x/y)
2
Proseminar für Lehramtskandidaten WS 2006/2007
Christine Reiber
Der Goldene Schnitt
04.12.2006
2. Definition
A
•
x
C
y
B
1
y=1:
1
x

x x 1
1 5
 
2

x2  x 1  0

x1 
1 5
 ;
2

x2  x 1  0

x1 
1 5
1  5
 
  ; x2 
2
2
x2 
Zur Wiederholung:
x+y=1:
1 x x

x
1
Proseminar für Lehramtskandidaten WS 2006/2007
Christine Reiber
Der Goldene Schnitt
04.12.2006
2. Definition
•

1  5
 0,618
2
und

1


1 5
 1,618 sind die wichtigen Größen
2
beim Goldenen Schnitt.
• Es handelt sich dabei um irrationale Zahlen.
• Der Goldene Schnitt ist eine Stetige Teilung, d.h. er ist beliebig oft wiederholbar
Proseminar für Lehramtskandidaten WS 2006/2007
Christine Reiber
Der Goldene Schnitt
04.12.2006
3. Historisches
• Um 450 v. Chr.: Hippasos von Metapont (Mitglied des Pythagoreer-Bundes)
 Untersuchungen am regelmäßigen Fünfeck: Verhältnis Kantenlänge zu
Diagonale nicht als Quotient von ganzen Zahlen darstellbar
• Erste genaue Beschreibung des Goldenen Schnittes durch Euklid
(ca. 340 v. Chr.):
„proportio habens medium et duo extrema“
Teilung im inneren und äußeren Verhältnis
Euklid (365-300 v.Chr.)
• Ca. 1509: Luca Pacioli di Borgo San Sepolcro:
„De Divina Proportione“ – Göttliche Teilung/Göttliche Proportion
• Martin Ohm führt 1835 den Begriff „Goldener Schnitt“ ein
Proseminar für Lehramtskandidaten WS 2006/2007
Luca Pacioli (1445-1514)
Christine Reiber
Der Goldene Schnitt
04.12.2006
4. Konstruktion
T?
P
•
x
y
Q
s
• gesucht: Teilpunkt T, der PQ im Verhältnis des Goldenen Schnittes teilt
• Gleichung:
y
x

x x y
sx x

x
s


x 2  sx  s 2
• quadratische Ergänzung:
2
s
s
x  sx     s 2   
2
2
2
2
2

s

s
2
x   s  
2

2
2
• Konstruktion mit Hilfe des Satz des Pythagoras
Proseminar für Lehramtskandidaten WS 2006/2007
Christine Reiber
Der Goldene Schnitt
04.12.2006
4. Konstruktion
Um

und

ablesen zu können:
• Für s=1 und s/2=1/2 ergibt die Hypotenuse
2
2
5
s
1
s     12    
2
2
2
2
• Addieren bzw. Subtrahieren des Kreisradius:
5 1
5 1
 

2 2
2
und
Proseminar für Lehramtskandidaten WS 2006/2007
5 1
5 1
 

2 2
2
Christine Reiber
Der Goldene Schnitt
04.12.2006
5. Fraktale
Zur Wiederholung:
Fraktale sind Figuren, die Selbstähnlichkeiten aufweisen, das heißt bei denen Teilfiguren
eine verkleinerte Kopie der Gesamtfigur sind.
5.1. Der Goldene Baum
• Haupteigenschaft vom Baumfraktal: Verzweigung
Baumfraktal mit Stammlänge 1 und Verkleinerungsfaktor f=1/2
a) Ausgangslage; b) Fraktal
Proseminar für Lehramtskandidaten WS 2006/2007
Christine Reiber
Der Goldene Schnitt
04.12.2006
5. Fraktale
5.1. Der Goldene Baum
• Verkleinerungsfaktor so wählen, dass keine Zwischenräume offen bleiben, aber Äste sich
nicht überlappen
f cos(30)  f 3 cos(30)  f 4 cos(30)  f 5 cos(30)  ...
f3
f  f  f  f  ...  f (1  f  f  ...) 
1 f
3
4
5
3
2
1  f  f 2  f 2  f 1  0
-> positive Lösung:
Proseminar für Lehramtskandidaten WS 2006/2007
f1  
Christine Reiber
Der Goldene Schnitt
04.12.2006
5. Fraktale
5.1. Der Goldene Baum
Der Goldene Baum mit dem Verkleinerungsfaktor f=ρ
Proseminar für Lehramtskandidaten WS 2006/2007
Christine Reiber
Der Goldene Schnitt
04.12.2006
5. Fraktale
5.2. Goldenes Dreiecksfraktal und Goldenes Quadratfraktal
Goldenes Dreiecksfraktal mit f=ρ
Proseminar für Lehramtskandidaten WS 2006/2007
Goldenes Quadratfraktal mit f=ρ
Christine Reiber
Der Goldene Schnitt
04.12.2006
5. Fraktale
5.3. Dimension des Fraktals
Halbieren der Seitenlänge führt zu 4  2
2
Teilquadraten
3
 Bei einem Würfel dann 8  2 Teilwürfel
1
n   
f 
D
Proseminar für Lehramtskandidaten WS 2006/2007
D
log( n)
log( n)

log( f )
1
log  
f 
Christine Reiber
Der Goldene Schnitt
04.12.2006
5. Fraktale
5.3. Dimension des Fraktals
Dimension des Goldenen Baumes:
Verkleinerungsfaktor:
f 
1

2  D
D
log( 2)
 1,440
log(  )
 Dimension ist irrational
Proseminar für Lehramtskandidaten WS 2006/2007
Christine Reiber
Der Goldene Schnitt
04.12.2006
6. Regelmäßiges Fünfeck
6.1. Konstruktion
6.2. Goldenes Dreieck
Spitzes Goldenes Dreieck
mit den Basiswinkeln 72° und dem
Spitzenwinkel 36°
• Winkelhalbierende eines Basiswinkels trennt vom ganzen
Dreieck ABC ein dazu ähnliches Dreieck DAB ab
• Restdreieck BCD: Stumpfes Goldenes Dreieck
Setzt man a=1, ergibt sich durch Ähnlichkeit von ABC und DAB:
c 1 c

1
c
c2  c 1  0
 c1  
Proseminar für Lehramtskandidaten WS 2006/2007
Christine Reiber
Der Goldene Schnitt
04.12.2006
6. Regelmäßiges Fünfeck
6.3. Goldener Schnitt im regelmäßigen Fünfeck
Regelmäßiges Fünfeck – zusammengesetzt aus
einem spitzen und zwei stumpfen Goldenen
Dreiecken
 Seiten und Diagonalen stehen im Verhältnis des
Goldenen Schnittes
Proseminar für Lehramtskandidaten WS 2006/2007
Christine Reiber
Der Goldene Schnitt
04.12.2006
6. Regelmäßiges Fünfeck
6.3. Goldener Schnitt im regelmäßigen Fünfeck
Außerdem gilt:
Zwei Diagonalen, die sich nicht in einer Ecke des Fünfecks schneiden, teilen einander im
Goldenen Schnitt.
Für den Beweis benötigen wir folgende Merkmale eines regelmäßigen Fünfecks:
a)
Die Größe jedes Innenwinkels ist 108°
b) Alle Diagonalen haben dieselbe Länge
c)
Jede Seite ist parallel zu der ihr „gegenüberliegenden“ Diagonalen
Q ist Schnittpunkt der Diagonalen P1 P3
Strahlensatz:
QP1
QP3

P1 P2
P3 P5
Mit P1P2  P4 P5 und P3 P5  P1P3 :
Proseminar für Lehramtskandidaten WS 2006/2007
und P2 P5
QP1
QP3

P4 P5
P1 P3
Christine Reiber
Der Goldene Schnitt
04.12.2006
6. Regelmäßiges Fünfeck
6.3. Goldener Schnitt im regelmäßigen Fünfeck
QP1
QP3
Bleibt zu zeigen, dass gilt:

P4 P5
P1 P3
P4 P5  QP3
 zeigen, dass QP3 P4 P5 ein Parallelogramm ist
 Merkmal c): Seite und „gegenüberliegende“ Diagonale
sind paralell
Parallelogramm und es gilt:
Somit folgt:
QP1
QP3

P4 P5  QP3
QP3
P1 P3
Proseminar für Lehramtskandidaten WS 2006/2007
Christine Reiber
Der Goldene Schnitt
04.12.2006
7. Fibonacci-Zahlen
7.1. Linearisierung von Potenzen des Goldenen Schnittes
x2  x 1
 2   1
Heranmultiplizieren von

:
 3   2      1    2  1
Allgemein folgt durch Multiplizieren mit 
n
:
 n  2   n 1   n
Proseminar für Lehramtskandidaten WS 2006/2007
Christine Reiber
Der Goldene Schnitt
04.12.2006
7. Fibonacci-Zahlen
7.1. Linearisierung von Potenzen des Goldenen Schnittes
 n  an  an 1
an
n  2,3,4,...
sind die Fibonacci-Zahlen, für sie gilt:
an  2  an 1  an
mit a1  1 und a2  1
Analog:
(  ) 2  (  )  1
(  ) n  an (  )  an 1
Proseminar für Lehramtskandidaten WS 2006/2007
n  2,3,4,...
Christine Reiber
Der Goldene Schnitt
04.12.2006
7. Fibonacci-Zahlen
7.2. Zusammenhang mit dem Goldenen Schnitt
Mit Hilfe der Linearisierungsformeln können wir eine explizite Darstellung der FibonacciFolge bestimmen:
 n  (  ) n  an  an 1  an (  )  an 1  an (   )
Mit     5 :
an 

1 n
  (  ) n
5

n
n
1  1  5   1  5  
 
 

an 
5  2   2  


 Formel von Binet
Proseminar für Lehramtskandidaten WS 2006/2007
Christine Reiber
Der Goldene Schnitt
04.12.2006
7. Fibonacci-Zahlen
7.2. Zusammenhang mit dem Goldenen Schnitt
n 1
an 1  n 1  (  ) n 1
 n
an
  (  ) n
Mit

1

 
und somit   
  
n 1
 
    
  

n
 
1   
  
 
 0 und     0 für
  
n
n 
:
n 1
an 1
an
 
    
  

n
 
1   
  


n
  
1
 Goldener Schnitt kann durch den Quotienten zweier aufeinanderfolgenden FibonacciZahlen angenähert werden
Proseminar für Lehramtskandidaten WS 2006/2007
Christine Reiber
Der Goldene Schnitt
04.12.2006
8. Goldener Schnitt in anderen Bereichen
8.1. Architektur
Altes Rathaus in Leipzig
Turm teilt die Vorderfront des Rathauses im Goldenen Schnitt
Proseminar für Lehramtskandidaten WS 2006/2007
Christine Reiber
Der Goldene Schnitt
04.12.2006
8. Goldener Schnitt in anderen Bereichen
8.2. Kunst
Raffaels „Sixtinische Madonna“
Proseminar für Lehramtskandidaten WS 2006/2007
Christine Reiber
Der Goldene Schnitt
04.12.2006
8. Goldener Schnitt in anderen Bereichen
8.2. Kunst
Leonardo da Vincis „Mona Lisa“
Proseminar für Lehramtskandidaten WS 2006/2007
Christine Reiber
Der Goldene Schnitt
04.12.2006
8. Goldener Schnitt in anderen Bereichen
8.3. Körper des Menschen
Leonardo da Vinci: Ästhetische Proportionen des Menschen, z.B. teilt der Nabel den
Menschen im goldenen Schnitt
Proseminar für Lehramtskandidaten WS 2006/2007
Christine Reiber
Der Goldene Schnitt
04.12.2006
8. Goldener Schnitt in anderen Bereichen
8.4. Natur
Sonnenblume
Blütenstand nach dem Goldenen Schnitt
angeordnet
→ optimale Nutzung der Sonnenstrahlen
Proseminar für Lehramtskandidaten WS 2006/2007
Christine Reiber
Der Goldene Schnitt
04.12.2006
9. Der Goldene Schnitt in der Schule
• In der 9. Klasse als „Mathematische Exkursion“ (Lambacher Schweizer)
• Im Lehrplan der 9.Klasse:

Reelle Zahlen (irrationale Zahlen)

Satz des Pythagoras

Strahlensätze

Quadratische Gleichungen

Ähnliche Figuren
Verschiedene Themen des Lehrplans werden im „Goldenen Schnitt“ verarbeitet
Anschauliche Verwendung der gelernten Theorie
Proseminar für Lehramtskandidaten WS 2006/2007
Christine Reiber
Herunterladen