Beispiel Andocksystem (ADS) Komponenten im System Systemleistung: Leitung des Flugzeugpiloten mittels Display auf die für den Flugzeugtyp vorgeschriebene Stoppposition. Sensor für Bugradposition und Achsenwinkel eines anrollenden Flugzeugs auf Basis von Video-Bildsequenzen. Passagierbrücke Einrollleitlinie B 737-300 Rollfeld Stopposition Computer Vision Videokamera Display 1_Seite 1 ADS im Flughafen-Informationssystem Komponenten im System Tower Touchdownzeit, Flugzeugtyp, Flugnummer Vorfeldkontrolle Leitsystem Gate-Nr, Gateankunft (Soll), Flugzeugtyp, Flugnummer Gate Gateankunftzeit (ist), Stopposition Videoauswertung Regler: Display Typ Lage ADS Flugzeugmodell Status, Position, Winkel, Zeit Computer Vision 1_Seite 2 ADS: Systemanforderungen Komponenten im System Videoauswertung Regler: Display Typ Lage ADS Flugzeugmodell Status, Position, Winkel, Zeit ● Sensor: CCD-Videokamera im PAL-Format (576x768 Pixel) ● Hardware / Platform: Standard-PC-System / Betriebssystem Windows NT ● Messfrequenz: mindestens 12 Hz ● Messgenauigkeit: Bugradposition +/- 0,2 m, Winkel Flugzeugachse/Leitlinie +/- 2° ● Operationelle Anforderungen: Fehltyperkennung, Pushbackerkennung, MultiLeitlinienfähigkeit ● Beleuchtung: Tageslicht, Flutlicht, Allwetterfähigkeit bis Cat III Sichtbedingung Computer Vision 1_Seite 3 ADS: Messaufgabe Komponenten im System Die Messung erfolgt in zwei Schritten: 1. Bestimmung der Position des Flugzeugs im Bild. 2. Rückschluss auf die Position des Flugzeugs auf dem Rollfeld (im Raum): Objektpunkt auf der Bildebene, z.B. Triebwerksmitte y Bildebene z Szenenpunkt Sehstrahl Höhe der Triebwerksmitte über dem Boden Rollfeld(Boden) Voraussetzung: Die Abbildungseigenschaften der Kamera und die Orientierung zwischen Kamera und Boden ist bekannt. Computer Vision 1_Seite 4 Erinnerung: Kameramodell und -kalibrierung Begriffe Kamerakalibirierung (Eichung) = Ermittlung eines Parametersatzes, so dass das Kameramodell das Abbildungsverhalten der Kamera möglichst gut approximiert. Kameramodell = Mathematische Beschreibung (Approximation) des realen Abbildungsverhaltens des Sensors. z.B. Lochkamera: Die Transformation P : R³ R² ist durch 5 Parameter gegeben: f Brennweite (Abstand Ursprung Koordinatensystem und Bildebene) (cx, cy) Bildhauptpunkt (Durchstoßpunkt der z-Achse im Bild in Pixeln) dx / dy Breite / Höhe eines Pixels in der Einheit des Kamerakoordinatensystems f xc f yc i cx j cy d x zc d y zc Computer Vision 1_Seite 5 Kamerakalibrierung Begriffe Was wird für die Kamerakalibrierung benötigt? Marke 1 (2, 0, 0)T Marke 3 (4, 0, 0)T Marke 0 (0, 0, 0)T Marke 8 (0, 2, 0)T gemessen (soll) projiziert (ist) Kalibrierkörper und die IDs und Weltkoordinaten der Marken z.B. Schachbrettmuster Größe der Quadrate 2 cm Computer Vision Bild vom Kalibrierkörper und die Bildkoordinaten der Marken 1_Seite 6 Kamerakalibrierung Begriffe Bemerkungen zu den Kalibriermarken: ● Auch Landmarken kommen als Kalibriermarken in Frage (z.B. Markierungen auf dem Rollfeld von Flughäfen). ● Auch mit (ausreichend genauen) CAD-Modellen können Kameras kalibriert werden: Dann wird die Lageschätzung um die Kameraparameter erweitert. gemessen (soll) projiziert (ist) Computer Vision 1_Seite 7 Kamerakalibrierung Begriffe Bemerkungen: ● Standard für CCD-Kameras: Kalibrierung nach Roger Tsai (Lochkamerasystem plus radiale Verzeichnung) Radial verzeichnetes Schachbrettmuster (Fischauge) ● Die Kalibriermarken müssen alle relevanten Bereiche des Bildes abdecken. ● Eine echte 3D-Verteilung der Marken stabilisiert die Kalibrierung. ● Die Mindestanzahl an Kalibriermarken ist durch die Anzahl der zu bestimmenden Parameter gegeben (eine Marke liefert zwei Gleichungen!) Computer Vision 1_Seite 8 ADS: Kameramodell Komponenten im System Abbildungsmodell nach Roger Tsai (Lochkamera plus radiale Verzeichnung) Bringe Markierungen auf dem Boden an und ziehe ein Bild mit diesen Markierungen ein. Projiziere die Markierungen auf das Bild (rote Kreuze) Optimiere die Abbildungsparameter, so dass projizierte Markierungen und abgebildete Markierungen möglichst gut übereinstimmen. Computer Vision 1_Seite 9 ADS: Messaufgabe Komponenten im System Die Messung erfolgt in zwei Schritten: 1. Bestimmung der Position des Flugzeugs im Bild. 2. Rückschluss auf die Position des Flugzeugs auf dem Rollfeld (im Raum). Lösung hier: Suche bestimmte Objektpunkte im Bild durch Schablonenanpassung. Computer Vision 1_Seite 10 Kreuzkorrelation Komponenten im System Seien g und s zwei gleich große Bilder mit Breite B und Höhe H. Dann heißt B 1 H 1 g ( x, y ) s( x, y ) x 0 y 0 Korr( g , s ) B 1 H 1 2 B 1 H 1 2 g ( x, y ) s ( x, y ) x 0 y 0 x 0 y 0 Kreuzkorrelation von g und s. Computer Vision 1_Seite 11 Schablonenanpassung Komponenten im System ● Gegeben seien ein Bild g und eine Schablone s. ● Schiebe die Schablone s über das Bild g und berechne an jeder Bildpunktposition die Kreuzkorrelation. ● An der Position, an der die Schablone und das Bild am besten übereinstimmen, ist die Kreuzkorrelation am größten. Schablone s Kreuzkorrelationsbild Bild g Computer Vision 1_Seite 12 ADS: Objektmodell Komponenten im System Objektmodellierung: Modell aus Triebwerkseinlass, Frontscheibe, Hauptfahrwerk (in Form von Schablonen) und deren geometrischer Zusammenhang (Gitter) Schablonen, starres Gitter Centerline Stopposition Die Übereinstimmung des Modells mit dem Bild wird durch Schablonenanpassung (z.B. Korrelationskoeffizient) gemessen. Computer Vision 1_Seite 13 ADS: Suchvorgang im Fangbereich Komponenten im System Start Korrelationsverlauf beim Vorgang "Searching" für Sequenzen mit folgenden Merkmalen: Flugzeugtyp: 737; Kamera: color; Mittelwert-Template. Korrelationsverlauf für verschiedene Sequenzen Suchposition festlegen ce3 ce4 ce5 ce25 3D-Template an Suchposition transformieren ce24 Korrelationswert ce19 361 321 281 241 161 Sequenz 121 ce8 ce16 Bild-Nr. Bild-Nummer 81 ce12 ce6 ce17 Korr. berechnen für Umgebung um Suchposition ce18 ce13 ce14 ce10 ce11 ce21 ce22 ce7 Nein Template gefunden Korr>Schwellwert ce26 ce27 ce9 41 Bild einziehen ce15 ce23 201 Sequenz ce20 Ja ce1 1 ce2 Flugzeugposition über 3D-Fit berechnen Tracking Computer Vision 1_Seite 14 ADS: Objektverfolgung Komponenten im System Start Aktuelle Flugzeugposition aus "Searching" Schablone an aktuelle Flugzeugposition transformieren Schablone mit aktuellem Bildinhalt überblenden Bild einziehen Korrelation für Schablone berechnen Aktuelle Flugzeugposition über 3D-Fit berechnen ja Stop-Postion Stop nein Computer Vision 1_Seite 15 ADS: Verfolgungsergebnisse Komponenten im System KKV-Werte für "Tracking" Vorgang; Fluzeugtyp: 737; Kamera: SW; 3D; 5 P Korrelationsverlauf für verschiedene Sequenzen t3d_3 t3d_4 t3d_5 t3d_25 t3d_24 t3d_19 t3d_20 1 t3d_8 t3d_16 0.8 t3d_15 t3d_12 0.6 Korrelationswert t3d_6 0.4 t3d_17 t3d_18 0.2 371 334 0 t3d_2 t3d_1 t3d_9 t3d_27 t3d_26 t3d_7 t3d_23 t3d_22 t3d_21 t3d_11 t3d_10 t3d_14 t3d_13 t3d_18 t3d_17 t3d_6 t3d_12 t3d_15 t3d_16 t3d_8 t3d_20 t3d_19 297 260 223 186 149 112 Sequenz 75 t3d_10 t3d_11 t3d_21 t3d_22 t3d_23 t3d_7 t3d_27 1 t3d_9 t3d_3 t3d_5 t3d_4 t3d_14 t3d_26 38 t3d_25 t3d_24 Sequenz BildNummer Bild-Nr. t3d_13 t3d_1 t3d_2 Computer Vision 1_Seite 16 ADS: Auswerteergebnisse 30 30 25 25 20 20 15 Komponenten im System 15 10 10 5 5 481 449 417 385 353 321 289 257 225 193 161 129 97 65 33 0 1 0 -0 0 0, ,5 5 Andocksequenz 3: f=16mm Stop: x=-0.17, y=1.5 25 25 20 20 15 15 10 10 5 5 0 Computer Vision 481 449 417 385 353 321 289 257 225 193 161 129 97 65 33 0 0 1 -0,5 Andocksequenz 10: f=16mm Stop: x=-0.31, y=0.7 1_Seite 17 ADS: Auswerteergebnisse Komponenten im System 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0 -5 0 5 10 15 20 60 50 40 30 20 10 0 -2 -1,5 Computer Vision -1 -0,5 0 1_Seite 18 Zusammenfassung Operationelle Anforderungen Komponenten im System Lösungskonzept Bildauswertung Geschwindigkeit Latenzzeit Genauigkeit EinsatzRandbedingungen Zuverlässigkeit Systemanforderungen Sensoren Nutzungskonzept Aufgabendefinition Datensätze Algorithmen HW-/SW-Konzept Echtzeitlösung Trainingsumgebung Testumgebung Systemintegration Szene KommunikationsEinbindung Hardware Betriebssystem Verfügbarkeit Computer Vision 1_Seite 19 Korrelationskoeffizient Komponenten im System Seien g und s zwei gleich große Bilder mit Breite B und Höhe H. Dann heißt B 1 H 1 g ( x, y ) g s( x, y ) s Kov( g , s ) x 0 y 0 ( g , s) 2 V ( g )V ( s ) B 1 H 1 B 1 H 1 2 g ( x, y ) g s( x, y ) s x 0 y 0 x 0 y 0 Korrelationskoeffizient von g und s. positiv g und s heißen un negativ korreliert, wenn Computer Vision 0 0 0 ist. 1_Seite 20 Schablonenanpassung Komponenten im System ● Gegeben seien ein Bild g und eine Schablone s. ● Schiebe die Schablone s über das Bild g und berechne an jeder Bildpunktposition den Korrelationskoeffizienten. ● An der Position, an der die Schablone und das Bild am besten übereinstimmen, ist der Betrag des Korrelationskoeffizienten am größten. Schablone s KorrelationsKoeffizientenbild (Betrag) Bild g Computer Vision 1_Seite 21