PDF - Kölner Philharmonie

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extra mit Deutschlandfunk 4
Patricia
Kopatchinskaja
SWR Sinfonieorchester
Baden-Baden
und Freiburg
Teodor Currentzis
Montag
30. Mai 2016
20:00
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extra mit Deutschlandfunk 4
Patricia Kopatchinskaja Violine
SWR Sinfonieorchester
­Baden‑Baden und Freiburg
Teodor Currentzis Dirigent
Montag
30. Mai 2016
20:00
Pause gegen 20:45
Ende gegen 22:00
Das Konzert im Radio:
Sonntag 5. Juni 2016, Deutschlandfunk »Konzertdokument der Woche«, 21:05
PROGRAMM
Ludwig van Beethoven 1770 – 1827
Leonoren-Ouvertüre Nr. 3 C-Dur zu op. 72 (1806)
für Orchester
Adagio – Allegro
Alban Berg 1885 – 1935
Konzert für Violine und Orchester (1935)
»Dem Andenken eines Engels«
Andante – Allegretto
Allegro, ma sempre rubato, frei wie eine Kadenz – Adagio
Pause
Dmitrij Schostakowitsch 1906 – 1975
Sinfonie Nr. 15 A-Dur op. 141 (1971)
Allegretto
Adagio – Largo – Adagio – Largo
Allegretto
Adagio – Allegretto – Adagio – Allegretto
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ZU DEN WERKEN
Ludwig van Beethoven
Leonoren-Ouvertüre Nr. 3 C-Dur zu op. 72
So »etwas Unzusammenhängendes, Grelles, Verworrenes, das
Ohr Empörendes« sei »noch nie in der Musik geschrieben worden«, wetterte der Schriftsteller August von Kotzebue 1806 in der
Berliner Zeitschrift Der Freimüthige nach einer Aufführung von
Beethovens dritter Leonoren-Ouvertüre. »Die schneidendsten
Modulationen folgen auf einander in wirklich gräßlicher Harmonie, und einige kleinliche Ideen, welche auch jeden Schein von
Erhabenheit daraus entfernen, […] vollenden den unangenehmen,
betäubenden Eindruck.« Die Verdikte über neue Musik haben
sich in über 200 Jahren offenbar kaum verändert und sie trafen
auch Werke, die uns heute als Inbegriff des »Klassischen« gelten.
Vier Ouvertüren schrieb Beethoven zu seiner einzigen Oper,
die ursprünglich den Titel Leonore statt Fidelio trug. Jedes Mal
wenn er sie umarbeitete, kam eine weitere hinzu. »Dieses mein
geistiges Kind hat mir vor allen anderen die größten Geburtsschmerzen, aber auch den größten Ärger gemacht«, bekannte
er. Der von Kotzebue kritisierten Ouvertüre war indes der größte
Erfolg beschieden. Sie vermochte sich als Orchestersatz von
dem zugehörigen Bühnenwerk zu lösen und fand den Weg in
die Konzertsäle. Nur zwei Mal erfüllte sie ihre Funktion, das dramatische Geschehen vorzubereiten, und zwar als im März 1806
eine gestraffte Opernfassung am Theater an der Wien aufgeführt
wurde. Sie sollte den Misserfolg der Uraufführung der Leonore
vom Vorjahr ausbügeln − was freilich erst 1814, nach einer weiteren Umarbeitung, als Fidelio gelang. Chronologisch ist die Ouvertüre damit entgegen ihrer Zählung also erst die zweite.
Trotz ihrer Verselbständigung ist sie eng auf die Opernhandlung bezogen. »Fern davon, nur eine musikalische Einleitung zu
dem Drama zu geben, führt sie uns dieses bereits vollständiger
und ergreifender vor, als es in der nachfolgenden gebrochenen Handlung geschieht«, rühmte Richard Wagner an ihr. »Dies
Werk ist nicht mehr eine Ouvertüre, sondern das gewaltigste
Drama selbst.« In der Tat zeichnet Beethoven hier die Grundlinie
der Handlung, die Konflikte und Stimmungen der Figuren vor
und verleiht damit der Ouvertüre ein Gewicht, das sie für ihren
ursprünglichen Zweck problematisch erscheinen ließ.
Die schwermütige Einleitung zitiert die Arie des Florestan, der
zu Beginn der Oper bereits im Kerker sitzt, unrechtmäßig eingesperrt von seinem politischen Gegenspieler Don Pizarro. Als
Mann verkleidet, macht sich Florestans Frau Leonore auf, ihn zu
befreien. Da eine Kontrolle des Gefängnisses ansteht, beschließt
Don Pizarro voller Zorn, seinen Gefangenen zu ermorden, was
durch das beherzte Entgegentreten Leonores und die Ankunft
des Ministers gerade noch verhindert werden kann. Angekündigt
wird dieser Minister in der Mitte der Ouvertüre durch einen fernen Trompetenruf. Mit dem zweiten, nun schon näheren Trompetensignal, hebt die Flöte zuversichtlich mit dem Hauptthema
an. Nach einer verhaltenen Zwischenpassage führt schließlich
ein spektakulärer Aufstieg der Violinen zur triumphalen SchlussStretta, die heroisch-siegesgewiss die Gefangenenbefreiung in
strahlendem C-Dur feiert.
Alban Berg
Konzert für Violine und Orchester
(»Dem Andenken eines Engels«)
Die Bezeichnung »atonal« heißt »heute eigentlich soviel […] wie
keine Musik, ja wie Unmusik […] musikwidrig, häßlich, einfallslos, mißklingend und destruktiv«, beklagte Alban Berg in einem
Radio-Dialog des Wiener Rundfunks zur Frage »Was ist atonal?«
im April 1930. »Ich sage Ihnen«, schloss er, »daß dieser ganze
Schrei nach der Tonalität nicht so sehr dem Bedürfnis nach einer
Bezogenheit auf einen Grundton entspringt, sondern vielmehr
dem Bedürfnis nach bekannten Zusammenklängen, sagen wir es
offen, nach dem Dreiklang, und ich glaube behaupten zu können, daß eine Musik, wenn sie nur genügend solche Dreiklänge
enthält, nicht Anstoß erregt, auch wenn sie sonst noch so sehr
den heiligen Gesetzen der Tonalität widerspricht.«
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Den Beweis für diese These erbrachte er selbst fünf Jahre später in seiner letzten Komposition. Alban Bergs Violinkonzert ist
das erste Konzert, das der Zwölftontechnik verpflichtet war – und
wurde dennoch ein Publikumserfolg. Heute ist es das meistgespielte Stück des Komponisten wie der Neuen Wiener Schule
gleichermaßen.
Für ›genügend Dreiklänge‹ und somit Brücken zur Tonalität
sorgte Berg in seinem Konzert durch die Wahl einer Zwölftonreihe, die in den ersten neun Tönen vier ineinander verschachtelte
Dreiklänge besitzt und anschließend mit vier Ganztonschritten
endet. Dies wiederum ermöglichte ihm das Einmontieren tonaler
Zitate. Neben einem Volkslied aus Kärnten ist dies vor allem der
Bach-Choral »Es ist genug« aus der Kantate »O Ewigkeit, du Donnerwort«, den er aus einer Sammlung wählte, die ihm sein Schüler Willi Reich übersandte. »Ist das nicht merkwürdig«, schrieb
Berg zurück. »Die ersten vier Töne des Chorals (eine Ganztonfolge) entsprechen genau den letzten vier Tönen der Zwölftonreihe, mit der ich das ganze Konzert baue?«
Alban Berg schrieb das Violinkonzert im Auftrag des amerikanischen Geigers Louis Krasner, der ihm dafür ein stattliches Honorar bot. Zwar unterbrach er nur ungern die Arbeit an Lulu, die
Verfemung seiner Werke und der Musik des Schönberg-Kreises
im faschistischen Deutschland ließ es jedoch ratsam erscheinen, derart lukrative Angebote nicht auszuschlagen. In der für
ihn ungewöhnlich kurzen Zeit von nur vier Monaten schrieb der
sonst so skrupulöse Komponist das Konzert im Sommer 1935 in
seinem Haus am Wörthersee. Weitere vier Monate später starb
er an einer Blutvergiftung, die er sich durch einen entzündeten
Insektenstich zugezogen hatte. So konnte er der Uraufführung
des Konzerts auf dem Weltmusikfest der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik am 19. April 1936 in Barcelona nicht mehr
beiwohnen.
Zum Initial seiner Arbeit an dem Konzert wurde ein anderer
Todesfall. Ende April 1935 starb Manon Gropius, die Tochter aus
Alma Mahler-Werfels zweiter Ehe mit Walter Gropius, nach einjähriger Lähmung mit nur 18 Jahren an Polio. »Eines Tages mag
Dir aus einer Partitur, die ›dem Andenken eines Engels‹ geweiht
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sein wird, das erklingen, was ich fühle und wofür ich heute keinen Ausdruck finde«, schrieb Berg in seinem Kondolenzbrief an
die Mutter. Dass das Violinkonzert so zum doppelten Requiem
wurde − auf die schöne, engelsgleiche Teenagerin und unwissentlich auch auf sich selbst −, mag mit zum Erfolg des Stücks
beigetragen haben, da sich nun außer dieser romantischen
Geschichte auch ein geheimes Programm in dem Konzert erblicken ließ. Berg habe eine »Vision des lieblichen Mädchens«
zeichnen wollen, so Willi Reich. Im zweiten Teil folge dann »Katastrophe und Lösung«. Leben, Sterben, Verklärung ist demnach
der dramaturgische Dreischritt des Konzerts. Die Solovioline
wird dabei zur handelnden Person, ohne dass das virtuose Element jedoch allzu sehr in den Vordergrund rückt. Es gibt wenige
Violinkonzerte, in denen Solostimme und Orchester derart eng
miteinander verwoben sind, wo ein vergleichbar subtil instrumentiertes und verästeltes Stimmengewebe entsteht, das bei
aller Dichte doch auch transparent und damit zugänglich bleibt.
»Bergs Musik mag auf nichts verzichten«, schrieb sein Schüler
Theodor W. Adorno überaus treffend in seinem Nachruf 1936.
»Sie will Expression und Konstruktion vereinen; den Choc des
Chaotischen und den Rausch des Klingens; autobiographische
Geheimnisse und objektive Architektur.«
Alban Berg hat sein Konzert symmetrisch in zwei Sätzen angelegt, die ihrerseits jeweils aus zwei Teilen bestehen. Das eröffnende Andante beginnt scheinbar zufällig. Zur Harfe sind die
vier leeren Saiten der Geige zu hören, als wolle die Solistin ihr
Instrument erst stimmen. Später im Hauptteil exponiert die Solovioline dann die komplette Zwölftonreihe. Der Gestus dieser
Einleitung ist verträumt-melancholisch, doch in den TamtamSchlägen mag man bereits die Ankündigung des Todes vernehmen. Im folgenden Allegretto wird der Tonfall heiterer. Ein kleiner Walzer schleicht sich ein, es folgen Partituranweisungen wie
»wienerisch« oder »rustico« für die Solovioline. Vom Horn eingeführt und dann von Trompete und Violine übernommen, zitiert
Berg gegen Ende des Satzes das Kärntner Volkslied »Ein Vogerl
auf’m Zwetschengenbaum«, dessen frivoler Text sich musikalisch
jedoch nicht niederschlägt.
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Das Allegro zu Beginn des zweiten Satzes hat dann den Charakter einer Solo-Kadenz und wird von der Violine entsprechend
expressiv eröffnet. Wieder tauchen die mahnenden TamtamSchläge auf. In einer dissonanten Akkordtürmung durch die
Bläser ist dann der dramaturgische Höhepunkt erreicht. Neun
Töne der Zwölftonreihe sind clusterartig zu hören, die Geige im
dreifachen Forte. Berg nannte dies den »Lähmungsakkord«. Im
Adagio folgt anschließend der genannte Bach-Choral, zuerst in
der Violine, dann in den Klarinetten. Den Text dieses Sterbechorals schrieb Berg in die Partitur: »Es ist genug! Herr, wenn es dir
gefällt, so spanne mich doch aus. Mein Jesus kömmt! Nun gute
Nacht, o Welt! Ich fahr’ ins Himmelshaus. Ich fahre sicher hin mit
Frieden, mein feuchter Jammer bleibt darnieden. Es ist genug!«
Die Holzbläser imitieren hier den Klang einer Orgel. Nach zwei
Variationen des Chorals ist wie von fern noch einmal das Kärntner Volkslied zu hören, erst im Horn, dann in der klagenden Violine. Nachdem die Solostimme noch in höchste Höhen geführt
wurde, endet der Satz ähnlich beiläufig und leise wie das Konzert begann.
Dmitrij Schostakowitsch
Sinfonie Nr. 15 A-Dur op. 141
»Ich schrieb sie im Krankenhaus, und auch später, auf der Datscha, ließ sie mir keine Ruhe«, berichtete Schostakowitsch
rückblickend über seine 15. Sinfonie. »Es ist dies ein Werk, das
mich einfach mitriss, eines der wenigen Werke, die für mich
von Anfang an völlig klar waren – von der ersten bis zur letzten
Note.« In der Tat befand sich der 64-Jährige im Frühsommer 1971
einige Wochen und zum wiederholten Male zur Behandlung seiner schmerzhaften Lähmungen in einer Klinik in der Ural-Stadt
Kurgan. In nur vier Wochen war das Particell fertig. In seinem
Holzhaus in Repino nahe Leningrad instrumentierte Schostakowitsch seine Sinfonie anschließend und schloss die Partitur Ende
Juli ab. Die im Oktober geplante Uraufführung musste jedoch
verschoben werden. Der Komponist hatte im September seinen
zweiten Herzinfarkt erlitten und sich nun zu erholen. Daran, selbst
zu dirigieren, war ohnehin nicht mehr zu denken. Also leitete sein
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Sohn Maxim am 8. Januar 1972 die Uraufführung der 15. Sinfonie
im Großen Saal des Moskauer Konservatoriums.
Nach 18 Jahren kehrte Schostakowitsch mit seinem letzten Werk
in dieser Gattung zur reinen Instrumentalsinfonie in »klassischer« Viersätzigkeit zurück. Sie erscheint schlank und bisweilen fast kammermusikalisch reduziert gegenüber ihren opulenten Vorgängerinnen. Die Orchesterbesetzung ist lediglich bei
den Schlagzeugern ausgebaut − Celesta, Xylophon, Vibraphon,
Glockenspiel, Peitsche und Holzblöcke sind neben anderem
gefordert.
Erneut zeigt sich Schostakowitsch hier als ein an Mahler geschulter Verfremdungskünstler, der seine Sprache entfaltet, indem er
teils satirisch, teils humoristisch mit fremden Stimmen spricht.
Das Resultat reicht dabei vom Burlesken über das Skurrile und
Surreale bis ins Bizarre und Groteske. Kaum eines seiner Werke
steckt so voller Zitate, Allusionen und Anspielungen auf die
musikalische Tradition oder auf den eigenen Werkkatalog wie
seine letzte Sinfonie. »Ich weiß selbst nicht recht, warum all die
Zitate darin sind, aber es […] gelang mir einfach nicht, sie nicht
mit einzuschließen«, schrieb er in einem Brief. Vieles davon ist
sofort erkennbar, wie der berühmte Galopp aus Rossinis Ouvertüre zu Wilhelm Tell, anderes ist etwas verborgen, wie die Arbeit
mit Zwölftonreihen nach Schönberg’schem Muster. Vermutlich
ist längst noch nicht alles von der Musikwissenschaft dechiffriert,
aber es wird deutlich, dass diese Sinfonie ein Werk der Rückschau, der Erinnerns und des musikalischen Gedächtnisses ist.
Einem Komponistenkollegen hat Schostakowitsch sein Werk als
»eine fröhliche Sinfonie« angekündigt, ein Versprechen, das der
Komponist wenigstens im ersten Satz auch einlöste. Die übermütige Grundstimmung des kleinteiligen Allegrettos gibt das kapriziöses Flötensolo vor, das auf die eröffnenden Glockenschläge
folgt und von einem tänzelnden Fagott abgelöst wird. Das »Tell«Zitat erscheint als zweites Thema und wird von den Hörnern
angekündigt. »Der erste Satz beschreibt die Kindheit«, schrieb
Schostakowitsch 1972 in einer Zeitschrift, »nur ein Spielzeugladen, mit einem wolkenlosen Himmel darüber«. Dies eröffnet
Assoziationsräume: Wird hier nicht alles Mögliche ausprobiert
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wie von Kinderhänden? Klingt nicht Etliches wie ein aufgezogener Automat? Was davon ist überhaupt ernst gemeint, was bloße
Floskel? Die komplexe Fugatoschichtung der Streicher etwa, die
Trompetenfanfaren, die Trommelwirbel oder die Zirkusparade
gegen Ende?
In größten Kontrast zu diesem verspielten, schwerelosen Auftakt
beginnt der zweite Satz mit einem klagenden Bläserchoral, wie
wir ihn aus der Feder Strawinskys kennen. Ihm folgt in stetem
Wechsel ein elegisches Solocello mit einer Zwölftonreihe. Der
Satz repräsentiert einen der für Schostakowitsch so typischen
zerdehnten langsamen Sätze, mit ihrem Nebeneinander von
Schmerz und Resignation. Er besticht vor allem durch die wechselnden solistischen Auftritte. So bemächtigt sich etwa die SoloPosaune des Trauermarschs vom Anfang. Der zweite Soloauftritt
der Violine leitet den dramaturgischen Höhepunkt des Satzes
ein, das Klopfen des Holzblocks die tieftraurige Schlusspassage,
in der Celesta und Vibraphon hervortreten.
Mit drohenden Paukenschlägen geht dieser Satz in das kurze
scherzohafte Allegretto über, das von den Klarinetten mit einem
bogenförmigen Thema eröffnet wird. Die präsentierten Tanzmelodien in der Violine und den Klarinetten versetzt Schostakowitsch mit »falschen« Tönen und fügt Blechbläserglissandi
dazwischen. Und auch in diesen stets aufs Neue anhebenden
Reigen schreibt er, wie schon im zweiten Satz, mit der Tonfolge
D-Es-C-H sein Monogramm ein.
Am meisten Gewicht kommt sicherlich dem Schluss-Satz zu.
Den Ausgangspunkt bilden zwei Wagner-Zitate, die von Todesnähe künden. Auch den Todesboten aus Tschechows Novelle
Der schwarze Mönch hat Schostakowitsch als Inspirationsquelle
genannt hat. Daneben sind Zitate aus der Invasionsperiode von
seiner Leningrader Sinfonie zu hören. Die lieblich-schöne Violinmelodie, die gleich zu Beginn erklingt, stammt hingegen aus
einem Lied von Glinka. Der bald einsetzende unerbittliche Passacaglia-Rhythmus wird in einer enormen Steigerung zu einem
dissonanten neuntönigen Tutti-Akkord geführt. Anschließend
steuert das Geschehen auf eine lange Schlusspassage zu, mit
zahlreichen Anklängen an die drei vorangegangenen Sätze.
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Glinkas Melodie ist noch einmal zu hören, bis schließlich zu
einem 40 Takte währenden Orgelpunkt der Streicher nur mehr
das uhrwerkartige mechanische Geklapper der Percussionisten zu hören ist. »Morendo« (sterbend) steht unter dem letzten
A-Dur-Akkord.
Tilman Fischer
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BIOGRAPHIEN
Patricia Kopatchinskaja
Das Repertoire der Violinistin Patricia
Kopatchinskaja reicht von Barockem
und Klassischem (oft auf Darmsaiten
gespielt) bis zu neuen Auftragswerken oder Interpretationen moderner
Meisterwerke. Zu den Höhepunkten
der Spielzeit 2015/16 gehören Auftritte
mit der Staatskapelle Berlin, eine Residenz in der Laeiszhalle in Hamburg, die
Zusammenarbeit mit Teodor Currentzis und dem MusicAeterna Orchestra
bei den Festspielen in Bremen und auf Europa-Tournee, Auftritte
mit der Camerata Salzburg, mit der Chambre Philharmonique
unter Emmanuel Krivine, mit dem Chamber Orchestra of Europe,
mit Wladimir Jurowski und seinem Staatlichen Sinfonieorchester von Russland in Moskau sowie mit dem Houston Symphony
Orchestra und dem Seattle Symphony Orchestra. Zu den weiteren
Höhepunkten zählen ihre Konzerte mit dem London Philharmonic Orchestra unter Vladimir Jurowski und als zentrale Künstlerin
beim »Marin, Madness and Music«-Wochenende am Southbank
Centre, wo sie mit dem Orchestra of the Age of Enlightment die
Kafka-Fragmente von Kurtág mit Anu Komsi sowie Werke von
Galina Ustwolskaja aufführte. Patricia Kopatchinskaja führte in
der aktuellen Saison verschiedene neue Auftragswerke erstmals
auf, darunter Mark-Anthony Turnages neues Stück für Violine
und Cello mit Sol Gabetta; Mauricio Sotelos neue Komposition
für Streichorchester, Flamenco-Tanz und Percussion mit dem
Saint Paul Chamber Orchestra (dessen künstlerischer Partner sie
ist), ein neues Stück von Michael Hersch und die französische
Erstaufführung von Michael van der Aas neuem Violinkonzert.
Zu den Höhepunkten der letzten Spielzeit gehören Kopatchinskajas Debüt mit den Berliner Philharmonikern, mit denen sie
Peter Eötvös’ DoReMi unter der Leitung des Komponisten aufführte. Sie spielte außerdem beim Abschlusskonzert des Festivals
Mostly Mozart im Lincoln Center, war mit dem London Philharmonic Orchestra beim Edinburgh International Festival und dem
Santander Festival zu erleben und tourte mit dem Königlichen
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Philharmonischen Orchester Stockholm unter Sakari Oramo
durch die Schweiz.
Kammermusik liegt Kopatchinskaja besonders am Herzen, und
so arbeitet sie regelmäßig mit Künstlern wie Markus Hinterhäuser und Polina Leschenko sowie Mitgliedern ihrer Familie zusammen. Außerdem ist sie Gründungsmitglied des quartet-lab, ein
Streichquartett mit Isabelle van Keulen, Lilli Maijala und Pieter
Wispelwey, mit dem sie im Herbst 2015 auf eine großangelegte
Europatournee ging.
Kopatchinskaja ist eine produktive Aufnahmekünstlerin und in
der Spielzeit 2015/16 erscheinen drei wichtige Alben: Eine CD mit
Giya Kanchelis Kompositionen gemeinsam mit Gidon Kremer
und der Kremerata Baltica sowie TAKE 2 und Tschaikowskys Violinkonzert mit Teodor Currentzis und dem MusicAeterna Orchestra. Ihre Einspielung von Konzerten von Béla Bartók, György Ligeti
und Peter Eötvös gewann 2013 den Gramophone »Recording of
the Year Award«, einen ECHO Klassik und brachte ihr 2014 eine
Grammy Nominierung ein.
In der Kölner Philharmonie war Patricia Kopatchinskaja zuletzt im
Januar dieses Jahres, ebenfalls gemeinsam mit Teodor C
­ urrentzis,
zu hören.
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SWR Sinfonieorchester
Baden-Baden und Freiburg
Das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg gibt
immer neuen Bewegungen, Gästen und Musikstücken Raum, im
Sendegebiet des SWR und darüber hinaus. Die Saison 2014/15
führte die Musiker u. a. zu den großen Festivals in Berlin, Luzern,
Wien und Paris. An der Opéra Dijon spielten sie Alban Bergs
Wozzeck, in Baden-Baden einen mehrteiligen Schwerpunkt mit
Musik von Pierre Boulez zu dessen 90. Geburtstag. Unter der
Überschrift »Beethoven plus« konfrontierte ein Freiburger Festival unter der Leitung von François-Xavier Roth große Werke
Beethovens mit sinfonischer Musik jüngerer und jüngster Zeit.
François-Xavier Roth trat seinen Posten als Chefdirigent mit
dem Abschlusskonzert der Donaueschinger Musiktage 2011 an.
Seit ihrer Neu-Gründung im Jahr 1950 sind die Donaueschinger
Musiktage und das SWR Sinfonieorchester untrennbar miteinander verbunden. Etwa 500 Kompositionen wurden dort durch
das Orchester uraufgeführt, und das Orchester schrieb Musikgeschichte: mit Musik u. a. von Hans Werner Henze, Bernd Alois
Zimmermann, Karlheinz Stockhausen, Olivier Messiaen, Helmut
Lachenmann und Wolfgang Rihm. Bis heute ist das SWR Sinfonieorchester in Donaueschingen, aber auch darüber hinaus, ein
unverzichtbarer Partner für die Komponisten unserer Zeit.
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»Im Zentrum der europäischen Kultur«, wie es der langjährige
Chefdirigent Sylvain Cambreling formulierte, steht das Orchester
jedoch nicht nur in Bezug auf die zeitgenössische Musik. Seit seiner Gründung 1946 ist das SWR Sinfonieorchester Anziehungspunkt für internationale Dirigenten und Solisten und auch musikalischer Botschafter im In- und Ausland, zwischen Hamburg
und Madrid, Berlin und New York. Über 600 Werke aus drei Jahrhunderten hat das SWR Sinfonieorchester auf Tonträgern eingespielt. Motoren dieser vielfältigen Aktivitäten waren und sind die
profilierten Chefdirigenten von Hans Rosbaud über Ernest Bour
bis zu Michael Gielen, Sylvain Cambreling und François-Xavier
Roth. Sie leiteten und formten ein Orchester, das durch mehr als
sechs Jahrzehnte besonderer Herausforderungen zu einem selten erreichten Maß an Flexibilität und Souveränität gefunden hat.
Zu diesen besonderen Herausforderungen gehören auch zahlreiche Kinder- und Jugendprojekte. 2014 verbanden die PatchDays,
ein neues Mitmach-Projekt, die Orchestermusiker in mehreren
intensiven Arbeitsphasen mit insgesamt 300 Kindern und Laien
zu Workshops, Filmprojekten und gemeinsamen Aufführungen
im Freiburger Konzerthaus, 2015 folgte ein sinfonischer PatchDay
mit einem Orchester aus Freiburger Amateurmusikern, Musikschülern und Profis.
Das Orchester erhielt 2014 den Ehrenpreis der Deutschen Schallplattenkritik für seine Verdienste »um eine lebendige heutige
Musikkultur«, den Special Achievement Award der International Classical Music Awards, den ECHO Klassik als Orchester
des Jahres 2014 für die Einspielung der Logos-Fragmente von
Hans Zender und 2015 eine Grammy-Nominierung für die CD
mit Arnold Schönbergs unvollendeter Oper Moses und Aron. Zur
Saison 2016/17 wird das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden
und Freiburg mit dem Radiosinfonieorchester Stuttgart des SWR
fusionieren. Das neue SWR Symphonieorchester wird seinen Sitz
in Stuttgart haben und der künstlerischen Tradition seiner Vorgänger verpflichtet bleiben.
In der Kölner Philharmonie war das SWR Sinfonieorchester
Baden-Baden und Freiburg zuletzt im Mai 2014 zu Gast.
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Das SWR Sinfonieorchester ­
Baden-Baden und Freiburg
in der Kölner Philharmonie
Das heutige Konzert in der Kölner Philharmonie ist für das SWR
Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg in seiner jetzigen
Form leider das letzte Konzert hier auf diesem Podium.
Die ruhmreiche Vergangenheit dieses Orchesters, das durch
seine vielen Aufführungen von Werken der neuen und neuesten
Musik die Musikgeschichte nach dem Zweiten Weltkrieg mitgeschrieben hat, findet ein jähes Ende. Denn diese Formation, wie
sie heute Abend noch zu hören ist, wird es so nicht mehr geben.
Der Rotstift hat gesprochen und angebliche Sparzwänge ließen
keine Wahl. Durchaus gab es realistische Ideen, den Fortbestand
dieses Orchesters dennoch zu sichern, landauf landab war die
Unterstützung groß, besonders das Publikum zeigte sich solidarisch, es half nichts, die Zahlen regierten und nun wird aus zwei
Orchestern des Senders eins gemacht.
Seit 1989 war das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg regelmäßig zu Gast in der Kölner Philharmonie, fast jedes
Jahr kamen die Musikerinnen und Musiker aus dem Süden an
den Rhein und begeisterten das Publikum. Mit den Chefdirigenten Michael Gielen, Sylvain Cambreling und François-Xavier Roth
wurden in ungewöhnlichen Programmen Klassiker der Moderne
zum Klingen gebracht oder vermeintlich Bekanntes neu entdeckt. Dieser Klangkörper bereicherte in besonderem Maße
die Festivals MusikTriennale Köln und ACHT BRÜCKEN | Musik
für Köln mit neuer Musik in ausgezeichneter Interpretation. Das
letzte Konzert während des Festivals 2014 wurde für das Fernsehen aufgezeichnet, ein Glücksfall, denn nun kann man immer
wieder hören, wie gekonnt dieses Orchester Musik von Claude
Debussy, György Ligeti oder Pierre Boulez interpretiert.
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Wir schauen optimistisch in die Zukunft und daher haben wir das
neu formierte SWR Symphonieorchester eingeladen, im kommenden Jahr unter der Leitung von Tito Ceccherini während des
Festivals ACHT BRÜCKEN | Musik für Köln 2017 ein Konzert mit
Musik der Komponistin Unsuk Chin zu spielen.
Die große Vergangenheit wird die künstlerische Basis für eine
lebendige Zukunft sein.
Louwrens Langevoort
Intendant der Kölner Philharmonie
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Die Besetzung des
SWR Sinfonieorchester
Baden-Baden und Freiburg
Violine I
Jermolaj Albiker
Phillip Roy
Alexander Knaak
Ines Then-Bergh
Wolfgang Greser
Wolfgang
Schwarzmüller
Taru Erlich
Johannes Blumenröther
Dorothea Jügelt
Felix Borel
Min Wei
Matia Gotman
Hwa-Won Rimmer
Anna Breidenstein
Wolfgang Wahl **
Eva-Maria Bonk **
Violine II
Michael Dinnebier
Uta Terjung
Harald Paul
Matthias Fischer
Margaret MacDuffie
Susanne Kaldor
Michael MayerFreyholdt
Katrin Melcher
Nathalie Romaniuc
Maria Stang
Jing Wen
Leonidas Karampoulat *
Holger SchröterSeebeck **
Kirsten Harms **
Viola
Jean-Eric Soucy
Jean-Christophe Garzia
Elisabeth Kliegel
Ewald Adam
Christina Nicolai
Mitsuko Nakan
Esther Przybylski
Dorothea Funk
Ayano Yamazoe
Wontae Kim *
Alba Gonzalez **
David Kapchiev **
Violoncello
Frank-Michael
Guthmann
Panu Sundqvist
Thomas Nicolai
Dieter Wahl
Dita Lammerse
Markus Tillier
Alexander Richtberg
Michal Beck *
Camille Renault **
Indira Rahmatulla **
Kontrabass
Veit-Peter Schüssler **
Simon Backhaus **
Bertram Eppinger
Peter Hecking
Lars-Olaf Schaper
Valentin Vacariu
Thomas Karpisek *
Alexis Scharff **
Flöte
Michael Faust **
Marusa Groselj *
Daniel Lampert **
Trompete
Johannes Sondermann
Holger Schäfer
Posaune
Frederic Belli
Klaus Schießer
Julian Huss **
Tuba
Werner Götze
Pauke/Schlagzeug
Jochen Brenner
Franz Lang
Jochen Schorer
Markus Maier
Harfe
Ursula Eisert
Celesta
Christoph Grund **
Oboe
Washington Barella **
Ute Taxhet
Altsaxophon
Christine Rall **
Klarinette
Kilian Herold **
Andreas Kowalczyk *
Anton Hollich
Fagott
Eckart Hübner
Angela Bergmann
Paul-Gerhard
Leihenseder
Horn
Peter Bromig
Pascal Arets
Benno Trautmann
Horst Ziegler
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* Orchesterpraktikant
** Gast
Teodor Currentzis
Der Grieche Teodor Currentzis ist Künstlerischer Leiter der Staatsoper und
des Balletts Perm sowie Künstlerischer
Leiter des Ensembles für historische
Aufführungspraxis MusicAeterna und
des MusicAeterna Choir, die er beide
2004 während seiner Zeit als Chefdirigent an der Staatsoper Nowosibirsk
(2004 – 2010) gegründet hat. Music­
Aeterna wurde zum Ersten Orchester
der Staatsoper und des Balletts Perm ernannt.
Höhepunkte der Europatournee von Teodor Currentzis und
MusicAeterna in der Saison 2015/16 waren und sind die Neuinszenierung von Richard Wagners Rheingold im Rahmen der
Ruhrtriennale, die konzertanten Aufführungen von Mozarts DaPonte-Opern am Konzerthaus Dortmund und eine Tour mit Patricia Kopatchinskaja mit Konzerten in der Kölner Philharmonie, in
Berlin, Wien, Zürich und Rotterdam, La Traviata mit Bob Wilson
in Perm, Konzerte in St. Petersburg und Moskau sowie eine eine
Neuproduktion von Macbeth am Opernhaus Zürich.
Teodor Currentzis hat mit MusicAeterna in den vergangenen
Spielzeiten bei namhaften Festivals und in vielen wichtigen Konzerthäusern debütiert, so u. a. beim Festival in Aix-en-Provence,
beim Lucerne Festival, beim Helsinki Festival, in der Berliner
Philharmonie, in der Cité de la musique, bei den Festspielen
Baden-Baden, den Bregenzer Festspielen, im Wiener Musikverein und im Concertgebouw in Amsterdam.
Teodor Currentzis und MusicAeterna werden dieses Jahr die
Aufnahmen aller Da-Ponte-Opern Mozarts fertigstellen. Die
erste Aufnahme (Le nozze di Figaro) wurde im Januar 2014
veröffentlicht und gewann den ECHO Klassik für die »Beste
Opern­
einspielung des Jahres«, darauf folgte Ende des Jahres Così fan tutte. Die Einspielung von Don Giovanni wird 2016
erscheinen. Daneben veröffentlichte er mit dem Orchester 2015
The Sound of Light, eine CD-Zusammenstellung mit Ausschnitten
18
aus Musik von Jean-Philippe Rameau, sowie im Oktober Strawinskys Le Sacre du printemps. Vorherige Aufnahmen waren u. a.
Schostakowitschs Sinfonie Nr. 14, Mozarts Requiem und Purcells
Dido and Aeneas sowie Dmitrij Schostakowitschs Klavierkonzerte
mit Alexander Melnikov und dem Mahler Chamber Orchestra.
2006 verband Teodor Currentzis seine Leidenschaft für Alte
Musik mit zeitgenössischen Komponisten und Neuer Musik und
gründete das seitdem jährlich stattfindende Territory Modern Art
Festival, welches innerhalb kürzester Zeit zu einem der prestigeträchtigsten und progressivsten Festivals Moskaus avancierte.
Teodor Currentzis wurde bereits viele Male mit dem russischen
nationalen Theaterpreis Goldene Maske ausgezeichnet – so auch
2015, zusammen mit der Staatsoper und dem Ballett Perm für die
Produktion von Purcells The Indian Queen, für die er u. a. auch mit
dem Preis als »Bester Operndirigent« geehrt wurde. Seine Dirigate wurden bereits in den vorausgegangenen Jahren mehrfach
ausgezeichnet. So erhielt er Preise für die musikalische Leitung
des Wozzeck am Bolschoi-Theater (2009), für Prokofjews Cinderella (2007) sowie für Le nozze di Figaro im darauffolgenden Jahr.
Für den griechischen Dirigenten wurde Russland seit den 1990erJahren, als er begann Dirigieren zu studieren, immer mehr zur
Heimat. Sein Studium am St. Petersburger Konservatorium
absolvierte Currentzis bei Ilya Musin, dessen Schüler so prominente Namen tragen wie Odyseuss Dimitriadis, Valery Gergiev
und Semyon Bychkov.
In der Kölner Philharmonie war Teodor Currentzis zuletzt im
Januar dieses Jahres zu Gast, damals ebenfalls mit der Geigerin Patricia Kopatchinskaja. Auch in der kommenden Spielzeit
wird er bei uns zu erleben sein: Am 7. September führt er mit
Music­Aeterna Purcells The Indian Queen in einer neuen Fassung
von Peter Sellars auf. Am 2. April 2017 kommt er mit dem Mahler
Chamber Orchestra und dem Music­Aeterna Choir für die Interpretation von Luciano Berios Coro in die Kölner Philharmonie.
19
KölnMusik-Vorschau
Juni
MI
15
20:00
SA
11
Håkan Hardenberger Trompete
Mahler Chamber Orchestra
Daniel Harding Dirigent
20:00
Wiener Philharmoniker
Yannick Nézet-Séguin Dirigent
Ludwig van Beethoven
Leonoren-Ouvertüre Nr. 3 C-Dur
zu op. 72
Sinfonie Nr. 4 B-Dur op. 60
Anton Webern
Passacaglia op. 1
Mark-Anthony Turnage
Håkan
für Trompete und Orchester
Deutsche Erstaufführung
Anton Bruckner
Sinfonie Nr. 9 d-Moll WAB 109
KölnMusik gemeinsam mit der
Westdeutschen Konzertdirektion Köln
Edgard Varèse
Intégrales
für kleines Orchester und Schlagzeug
Köln-Zyklus der
Wiener Philharmoniker 2
Zu den namhaften Komponisten, die
Håkan Hardenbergers Können auf eine
neue Stufe katapultiert haben, gehört
der Engländer Mark-Anthony Turnage.
Nach dem Trompetenkonzert »From
the Wreckage«, bei dem Hardenberger
2005 auch mit Jazz flirten durfte, kommt
nun Turnages zweites konzertantes
Trompeten-Opus zur deutschen Erstaufführung – dirigiert vom Turnage-Fan
Daniel Harding.
SO
12
20:00
Andrè Schuen Bariton
Daniel Heide Klavier
Lieder von Franz Schubert, Felix
Dapoz, Jepele Frontull sowie
Franz Liszt
Tre sonetti di Petrarca S 270
für Singstimme und Klavier
Gefördert durch das
Kuratorium KölnMusik e. V.
19:00 Einführung in das Konzert
durch Oliver Binder
Francesco Paolo Tosti
Quattro canzoni d’Amaranta
L’ultima canzone
für Singstimme und Klavier
Dieses Konzert wird auch live auf
philharmonie.tv übertragen. Der
Livestream wird unterstützt durch JTI.
Liederabende 7
20
Klassiker! 6
Porträt Håkan Hardenberger 3
6 Konzerte
im Abonnement
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im Foyer
ab €
108,–
Im A
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35%
FR
SO
24
19
20:00
20:00
Hugh Masekela fl-h, voc
Abednigo Sibongiseni Zulu b, voc
Francis Manneh Edward Fuster perc,
voc
Cameron John Ward git, voc
Johan Wilem Mthethwa keyb, voc
Lee-Roy Sauls dr, voc
Gerhild Romberger Alt
Kölner Domchor
Chor des Bayerischen Rundfunks
Symphonieorchester des
Bayerischen Rundfunks
Bernard Haitink Dirigent
Gustav Mahler
Sinfonie Nr. 3 d-Moll
für Alt, Frauenchor, Kinderchor
und Orchester
Hugh Masekela gilt als der wichtigste
Jazz- und Weltmusiker Afrikas. Der
weltbekannte Flügelhornist, Trompeter,
Bandleader, Komponist und Sänger
bleibt seiner südafrikanischen Heimat
tief verbunden, während er mit seiner
Musik seit Jahrzehnten international
erfolgreich ist. Im Laufe seiner Karriere
spielte er mit vielen hochkarätigen
Musikern wie Paul Simon, Bob Marley,
The Byrds, U2 und Louis Armstrong, von
dem er als junger Mann eine Trompete
bekam. Hugh Masekela ist eine lebende
Legende, ein hervorragender Musiker,
der stets ausnahmslos weitere großartige Musiker um sich versammelt.
Gefördert durch das
Kuratorium KölnMusik e. V.
Internationale Orchester 6
DI
21
20:00
Signum Quartett
Florian Donderer Violine
Annette Walther Violine
Xandi van Dijk Viola
Thomas Schmitz Violoncello
so
26
Joseph Haydn
Streichquartett f-Moll op. 20,5
Hob. III:35 – aus: 6 Divertimenti
(Sonnenquartette) op. 20
11:00
Schülerinnen und Schüler
aus 12 Kölner Grundschulen
Péter Louis van Dijk
Iinyembezi
Gürzenich-Orchester Köln
Andreas Fellner Dirigent
Michael Mienert Regisseur
Johannes Brahms
Streichquartett Nr. 2 a-Moll op. 51,2
Singen mit Klasse!
Quartetto 6
Stefan Johannes Hanke
Der Muschelfischer oder
Gute Laune kauft man nicht
Gefördert durch das
Kuratorium KölnMusik e. V.
KölnMusik gemeinsam mit dem
Gürzenich-Orchester Köln
22
Foto: Marco Borggreve
Alexandre
Tharaud
spielt die »Goldberg-Variationen«
19:00 Einführung in das Konzert
koelner-philharmonie.de
0221 280 280
Mittwoch
29.06.2016
20:00
Philharmonie-Hotline 0221 280 280
­koelner-­philharmonie.de
Informationen & Tickets zu allen Konzerten
in der Kölner ­Philharmonie!
Kulturpartner der Kölner Philharmonie
Herausgeber: KölnMusik GmbH
Louwrens Langevoort
Intendant der Kölner Philharmonie
und Geschäftsführer der
KölnMusik GmbH
Postfach 102163, 50461 Köln
­koelner-­philharmonie.de
Redaktion: Sebastian Loelgen
Corporate Design: hauser lacour
kommunikationsgestaltung GmbH
Textnachweis: Der Text von Tilman
Fischer ist ein Original­­­beitrag für dieses
Heft.
Fotonachweise: Marco Borggreve S. 11 und
13, Mischa Blank S. 18
Gesamtherstellung:
adHOC ­Printproduktion GmbH
Foto: Klaus Rudolph
Gustav Mahler
Sinfonie Nr. 3 d-Moll
Bernard
Haitink
Dirigent
Kölner Domchor
Chor des Bayerischen Rundfunks
Symphonieorchester
des Bayerischen Rundfunks
Gerhild Romberger Alt
Gefördert durch
koelner-philharmonie.de
0221 280 280
Sonntag
19.06.2016
20:00
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