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Märkte und Verbraucher • Beitrag 5
Konsum
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Vom Wünschen und vom Wollen –
Jugendliche als Konsumenten
Foto: iStockphoto
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Im Konsumrausch? Menschen in einer belebten Einkaufsstraße
Nach einer Idee von Christine Krokauer, Würzburg
Dauer
7 Stunden
Inhalt
die Rolle der Bedürfnisse in unserem Wirtschaftssystem verstehen; materielle von immateriellen Bedürfnissen unterscheiden; den Einfluss verschiedener Faktoren auf unsere Kaufentscheidungen beurteilen; sich über persönliche Markenbindungen bewusst werden; das
eigene Kaufverhalten reflektieren; Lösungsvorschläge zur Vermeidung von Schulden erarbeiten; negative Folgen von Wirtschaftswachstum benennen; Überlegungen zu nachhaltigem
Konsum anstellen
Ihr Plus
eine Vorlage zur Gestaltung eines persönlichen Warenkorbs und ein Schaubild zur Konsumfreude Jugendlicher als Folie
6 RAAbits Wirtschaft • Berufliche Schulen • Februar 2012
Märkte und Verbraucher • Beitrag 5
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Konsum
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Materialübersicht
Stunden 1/2
Welche Rolle spielen Bedürfnisse in unserem Wirtschaftssystem?
M1
(Ab)
Das ist mir wichtig – mein persönlicher Warenkorb
M2
(Ab)
Stufe für Stufe – die Bedürfnispyramide nach Maslow
Stunden 3/4
Wie beeinflussen Marken unsere Kaufentscheidungen?
M3
(Ab)
Die Qual der Wahl – wie Kaufentscheidungen getroffen werden
M4
(Fo)
Ajax, Axe und Adidas – wo sind die Marken in unserem Leben?
M5
(Tx)
Fremdgehen? Niemals! – So entsteht Markenbindung
Stunden 5/6
Wofür geben Jugendliche ihr Geld aus?
M6
(Tb)
Handy, Cola, Muckibude – wo geht Ihr Geld hin?
M7
(Fo)
Wie viel Geld geht durch die Hände von Kindern und Jugendlichen?
M8
(Sb)
Schulden – die andere Seite des Konsums
Stunde 7
Welche Probleme entstehen durch Konsum?
M9
Wachstum um jeden Preis? – Konsum in der Kritik
(Tx)
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Minimalplan
Sie haben nur 3 Unterrichtsstunden Zeit? Dann setzen Sie folgende Unterrichtsmaterialien ein:
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Stunde 1
Die Rolle der Bedürfnisse in unserem Wirtschaftssystem
M2
Stunde 2
So werden Kaufentscheidungen getroffen
M3
Stunde 3
Konsum und Schulden
M 7, M 8
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Zusatzmaterial auf CD
ZM 1
(Tx)
Ich shoppe, also bin ich – eine kleine Geschichte des Einkaufens (nach M 1)
ZM 2
(Ab)
Verführung zum Kauf – Werbung unter der Lupe
(nach M 2)
ZM 3
(Tx)
Wie kann ich Schulden vermeiden?
(nach M 8)
ZM 4
(Ab)
Der Kauf-nix-Tag – es geht auch mal ohne
(nach M 9)
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M1
Das ist mir wichtig –
mein persönlicher Warenkorb
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Aufgaben
1. Gestalten Sie Ihren persönlichen Warenkorb. Schneiden Sie aus Zeitungen, Zeitschriften und
Werbeanzeigen diejenigen Dinge aus, die Sie gern kaufen oder kaufen würden.
2. Fertigen Sie einen zweiten Warenkorb an und legen Sie in ihn all das, was man mit Geld nicht
bezahlen kann – was aber dennoch wichtig für Sie ist. Versuchen Sie, auch für abstrakte Dinge ein
Bild zu finden, das Ihren Wunsch ausdrückt.
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M2
Stufe für Stufe –
die Bedürfnispyramide nach Maslow
Zeichnung: Thomas Plaßmann
Der amerikanische Psychologe Abraham Maslow erforschte gesunde, erfolgreiche und glückliche
Menschen. Dabei entdeckte er, dass man die menschlichen Bedürfnisse nach einer bestimmten
Rangordnung einteilen kann. Erst wenn die Bedürfnisse einer unteren Stufe gestillt sind, strebt der
Mensch nach Bedürfnissen der nächsthöheren Stufe.
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Individualität, Kreativität, Selbstlosigkeit
Anerkennung, Geltung, Selbstachtung
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Liebe, Freundschaft, Gruppenzugehörigkeit
materielle, berufliche Lebenssicherheit
Wasser, Luft, Nahrung, Unterkunft, Bekleidung, Schlaf
Aufgaben
1. Beschreiben Sie die Karikatur. Achten Sie besonders auf die Kleidung der Personen. Erläutern
Sie, auf welches Problem der Zeichner aufmerksam machen will.
2. Betrachten Sie das Schaubild. Ordnen Sie die Begriffe der jeweils passenden Stufe zu und tragen
Sie sie in die Pyramide ein.
3. Formulieren Sie ein Beispiel für jede Stufe. Überlegen Sie sich, ob und wie es Ihnen gelingt, diese
Bedürfnisse zu befriedigen.
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3) Welche Rolle spielen Bedürfnisse in unserem Wirtschaftssystem?
Bedürfnisse werden als Auslöser für jedes wirtschaftliche Handeln angesehen. In der Wirtschaftswissenschaft wird der Bedarf vom Bedürfnis unterschieden. Ein Bedürfnis wird zum Bedarf durch
den Entschluss sowie die Fähigkeit, finanzielle Mittel zu seiner Befriedigung aufzuwenden. Anders
formuliert versteht man unter Bedarf ein mit Kaufkraft ausgestattetes Bedürfnis. Der Bedarf zeigt
sich am Markt als Nachfrage nach Gütern (Waren, Dienstleistungen). Konsum – also die Inanspruchnahme von Gütern – basiert demnach auf dem Verlangen des Menschen, seine Bedürfnisse zu
befriedigen.
Vorschlag für ein Tafelbild
Mangel
Ziel
Die Rolle der Bedürfnisse
in unserem Wirtschaftssystem
BEDÜRFNIS
Kaufkraft
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Wunsch
NACHFRAGE
BEDARF
zeigt sich am
Markt als
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Kleine Geschichte des Einkaufens – Zusatzmaterial auf CD
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Wie haben sich die Bedürfnisse der Menschen im Laufe der Zeit gewandelt? Welche Waren wurden
wann konsumiert? Und mit welchen Mitteln wurden Bedürfnisse geweckt? Der Text in ZM 1 informiert die Lernenden über die Geschichte des Konsums.
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Erläuterung (M 2)
Zu Aufgabe 1: Ein kleiner Junge steht vor einem Elektrogeschäft und drückt seine Hände an die
Schaufensterscheibe. Dahinter sind Laptops und Handys ausgestellt. Er dreht sich erstaunt zu einem
Passanten um, der im Vorbeigehen mit erhobenem Zeigefinger mahnt: „Die wahren Werte sind
immateriell!“ Der Junge trägt Lumpen am Körper, während der Mann mit Hut, Schlips, Weste, Jacke
und Aktenkoffer teuer gekleidet ist. Der Junge sieht im Schaufenster Dinge, die er gern hätte. Er hat
ein Bedürfnis nach materiellen Dingen, die er sich aber bestimmt nicht leisten kann. Darauf verweist
sein Aussehen, denn offensichtlich kann er nicht einmal seine Grundbedürfnisse wie ordentliche
Kleidung decken. Der Mann hingegen sieht von der Kleidung her aus wie ein Geschäftsmann, der
gut verdient. Seine Mahnung, dass es im Leben doch nicht um materielle Dinge gehe, sondern um
Werte wie Freundschaft oder Liebe, wirkt aus seiner Position, in der er sich problemlos ein Handy
oder einen Laptop leisten kann, zynisch. Trotz der zynischen Mahnung des Mannes weist der Spruch
darauf hin, dass kein Mensch ohne immaterielle Werte, ohne private Beziehungen aufwachsen,
leben und alt werden kann. Wenn Waren einen sehr hohen Stellenwert haben, kann man diese Werte
manchmal aus dem Blick verlieren.
Zu Aufgabe 2: Zur Maslowschen Theorie der Bedürfnishierarchie ist anzumerken, dass die hierarchische Abfolge der einzelnen Stufen empirisch nicht bestätigt werden konnte. Dass beispielsweise das
Bedürfnis nach Sicherheit nicht da ist, solange physiologische Grundbedürfnisse nicht erfüllt sind,
ist eher unwahrscheinlich. Trotz dieser Kritikpunkte hat die Maslowsche Bedürfnispyramide in der
Betriebswirtschaftslehre eine starke Beachtung gefunden.
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Ajax, Axe und Adidas –
wo sind die Marken in unserem Leben?
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Aufgaben
1. Beschriften Sie die Gegenstände in dieser Wohnungsansicht. Ermitteln Sie, wie vielen Dingen Sie
eine Marke zuordnen können.
2. Überlegen Sie, welche Marken Sie selbst benutzen. Greifen Sie 3 Beispiele heraus und finden Sie
mehrere Gründe, warum Sie sich gegen ein No-Name-Produkt entscheiden.
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Wie viel Geld geht durch die Hände
von Kindern und Jugendlichen?
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Aufgaben
1. Betrachten Sie das Schaubild. Beschreiben Sie, für welche Personen welche Daten erhoben
wurden.
2. Vergleichen Sie das Schaubild mit dem Ergebnis, das Sie für Ihre Lerngruppe ermittelt haben.
Zeigen Sie auf, welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten es gibt.
3. Stellen Sie die Summe der Einnahmen der Summe der Ausgaben gegenüber. Erläutern Sie,
welche Schlüsse Sie aus diesem Vergleich ziehen.
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Schulden – die andere Seite des Konsums
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Ein eigenes Handy ist heutzutage so
selbstverständlich wie ein Fahrrad. 92
Prozent der 10- bis 18-Jährigen besitzen ein eigenes Mobiltelefon. Paradiesische Zeiten für Firmen, die ihr Geld
mit Handys, Klingeltönen und anderen Zusatzangeboten verdienen. Um
noch mehr Gewinne zu machen, ist
einigen Firmen dabei fast jedes Mittel
recht. In Jugendzeitschriften finden
sich viele supergünstige Angebote.
Die Folgen für immer mehr Jugendliche: gesprengte Konten oder Schulden bei Eltern oder Freunden. Einen
ausreichenden Schutz vor dem Schuldenmachen erhalten Jugendliche nur
durch ihr eigenes Kaufverhalten, aber
für Kaufverträge gilt:
Auf das Kleingedruckte kommt es an!
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Eine Werbung für Handyzubehör hat es bis vor den Bundesgerichtshof geschafft – allerdings mit
negativen Folgen für den Anbieter. Der Hersteller hatte Klingeltöne zum Herunterladen über eine
0190-Service-Telefonnummer für nur 1,86 Euro pro Minute versprochen. Das hört sich auf den ersten Blick wie ein Schnäppchen an. Der Haken daran: Es stand nicht dabei, wie lange das Herunterladen ungefähr dauert und wie hoch dann die endgültigen Kosten für die neuen Töne sind. Nun hat
ein Verbraucherschutzverband gegen diese Werbung geklagt – und gewonnen. Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass es verboten ist, für Klingeltöne in Jugendzeitschriften zu werben, ohne die
durchschnittliche Downloaddauer anzugeben. Die Begründung: Die Werbung nutzt die Unerfahrenheit von Kindern und Jugendlichen mit Kaufverträgen aus. Erlaubt ist Werbung demnach, wenn
Kinder und Jugendliche ausreichend über alle finanziellen Belastungen aufgeklärt werden, die auf
sie zukommen. Diverse Betreiber von Mobilfunknetzen haben zwar inzwischen auf die Bedürfnisse
der Kunden reagiert. Sie bieten lieber taschengeldfreundliche Lösungen an, als dass sie weniger
Handys verkaufen: Teure Rufnummern werden automatisch gesperrt und die Telefonierzeit pro
Monat ist festgelegt. Mit einem kleinen Schönheitsfehler: Die Handys sind viel teurer, sie kosten
mehr Grundgebühren.
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Grafik: picture-alliance/dpa-infografik
Die Zahlen sind alarmierend: Jugendliche verschulden sich immer häufiger. 128 000 junge Menschen unter 20 Jahren können derzeit ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen. Die
Versuchungen im Alltag sind groß: Schicke Handys, iPods oder Markenklamotten verlocken zum
Kauf. Für viele ist die Handyrechnung der erste Schritt in die Schuldenspirale.
Aufgaben
1. Betrachten Sie das Schaubild. Erläutern Sie, welche Gründe hauptsächlich für die Verschuldung
junger Erwachsener verantwortlich sind. Finden Sie zu jedem Punkt ein Beispiel.
2. Lesen Sie den Text. Erklären Sie, was Firmen bei ihrer Werbung für Klingeltöne beachten
müssen.
3. Klingeltöne, Spiele, Bilder – listen Sie Ihre Erfahrungen mit teuren Zusatzangeboten für Handys
auf. Formulieren Sie anschließend Tipps, wie Jugendliche hohe Handykosten vermeiden
können.
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