Makulopathie

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Auge und Diabetes
Augenerkrankungen bei
Diabetes mellitus
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Retinopathie und Makulopathie
Traktionsablatio
Rubeosis Iridis und neovaskuläres Glaukom
Katarakt
Transitorische Refraktionsstörungen
Trockenes Auge
Hornhauterosionen, Ulcus corneae
Pupillenstörungen
Normal
Makulaödem
Z.n. panretinaler Laserung
Glaukom
fortgeschrittenes Glaukom
Katarakt
fortgeschrittener Katarakt
Blendempfindlichkeit
Glaskörperblutung
Glaskörperblutung
Netzhautablösung
Das Auge
Blutgefäße
Ziliarapparat
Netzhaut
Aderhaut
Iris
Hornhaut
Sklera
Pupille
Linse
Kammerwinkel
Glaskörper
Sehnerv
Makula
Makula
Papille
Sehnerv
Fovea
zentralis
Blutgefäße
nasal
temporal
ca. 2,5 mm ca. 1,5 mm
Aderhaut
Glaskörper
Retinopathie
• Netzhautschädigung durch Mikroangiopathie
• häufigste Erblindungsursache bei
Erwachsenen in der westlichen Welt
• 1.800 Erblindungen pro Jahr in Deutschland
aufgrund diabetischer Retinopathie = 5/Tag
• Erblindungsrisiko allgemein: 11,6/100.000 PJ
• Erblindungsrisiko Diabetes: 60,6/100.000 PJ
• OR 5,2
Häufigkeit bei Typ 1
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präpubertär selten
nach 5 Jahren Diabetesdauer: > 60%
nach 15-20 Jahren Diabetesdauer: 95%
Makulopathie nach 15 Jahren: ca. 15%
proliferative RP: 5% nach 5 Jahren
proliferative RP: 50% nach 20 Jahren
Häufigkeit bei Typ 2
• Bei Diagnosestellung: 36%
• ohne Insulin:
– nach 20 Jahren 50%
– 5-10% proliferative Retinopathie
• mit Insulin:
–
–
–
–
50% nach 5 Jahren
80% nach 20 Jahren
30% proliferative RP
25% Makulopathie
Schema: Retinopathie und
Qualität der
Stoffwechseleinstellung
Ursachen / Risikofaktoren
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Diabetesdauer
schlechte Blutzuckereinstellung
schwankende Blutzuckerwerte
hormonelle Umstellung (Pubertät, Schwangerschaft)
schlechte Patienten-Compliance
Bluthochdruck / Nierenschädigung
Hyperlipidämie
Anämie
Was passiert im Auge?
• Schrankenstörung durch Schädigung der
Basalmembran (Mikroangiopathie)
• Leckage der Netzhautgefäße
• Austritt von Blut und Blutplasma
• Progressiver Kapillarverschluss
• Zunehmende Ischämie der Netzhaut
• Gefäßneubildungen
• Blutungen in Retina und Glaskörper
• Membranen und Narbenstränge nach Blutungen
• Netzhautablösung  Erblindung
Die Rolle des Blutdrucks
Konstant nicht höher als
140/90 mmHg
besser
120/80 mmHg
Erhöhte Blutdruckwerte...
… machen Ödeme
... führen häufiger zu Blutungen
… verschlechtern die Retinopathie
... erhöhen das Risiko zu erblinden
… schädigen die Gefäße (Fundus hypertonicus)
Einteilung
• nicht proliferative Retinopathie
= ohne Gefäßneubildung
Geschehen im Niveau der Netzhaut
Blutungen sind lokal  Visusverschlechertung
• proliferative Retinopathie
= mit Gefäßneubildung
Geschehen wächst in den Glaskörper ein
Blutungen in den Glaskörper  Erblindung
• Makulopathie  Verlust der zentralen Sehschärfe
 Erblindung
Nicht proliferative Retinopathie
• leichte Form
• Mikroaneurysmen
• harte Exsudate
• punktförmige Blutungen
• schwere Form
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gehäuft flächenförmige Blutungen
intraretinale mikrovaskuläre Anomalien
Cotton-Wool-Flecke (weiche Exsudate)
Ischämie-Zonen der Netzhaut
Verdickungen und Schleifenbildung der Venen
Exsudate
Mikroaneurysme
n
Ödem
Ödem
Normale Netzhaut
Eine Punktblutung
Kleine Punktblutungen
Zarte, staubfeine harte Exsudate
Mehrere Punkt- und Fleckblutungen
Punktblutungen, harte Exudate
Nicht proliferative Retinopathie
Mikroaneurysmen
harte Exsudate
Punktblutungen
Nicht proliferative RP
Schwere nicht-proliferative Retinopathie
4:2:1- Regel
20 Mikroaneurysmen
Blutungen
4 Quadranten
perlschnurartige
Venen
2 Quadranten
Intraretinale
mikrovaskuläre
Anomalien
1 Quadranten
IRMAs (intraretinale mikrovaskuläre
Anomalien), Flächen- und Punktblutungen
IRMAs, harte Exsudate, Punkt- und
Fleckblutungen
Zahlreiche IRMAs, Punkt- und
Fleckblutungen
Harte Exsudate, Blutungen, IRMAs
Punkt-, Fleck- und streifige Blutungen,
harte Exsudate und Cotton wool spots
Cotton wool spots sowie Punkt- und
Fleckblutungen
Punkt- und Fleckblutungen, IRMA, Cotton
wool spots und eine perlschnurartig
veränderte Vene
Cotton-Wool Herde,
Kreuzungszeichen
Nicht-proliferative Retinopathie
Proliferative Retinopathie
• Neovaskularisation
• in der Netzhaut
• im Glaskörper
• Entstehung
• aus der Papille
• aus den großen Netzhautgefäßen
• Komplikation
• Blutung
• Netzhautablösung
Gefäßneubildungen
Blutungen
Ischämie
Zone
Traktionsmembranen
Schleifenbildung
der Venen
Neovaskularisation
Bildung von Gefäßnetzen aus der Papille
Glaskörperblutung
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Rußregen
dunkle Flecken
Visusverlust
Lichtscheinwahrnehmung
 sofortige Überweisung zum Augenarzt!!!
Präretinale Blutung
Glaskörperblutung
Glaskörper-Einblutung
Netzhautablösung
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Bildung von Traktionsmembranen
Zug an der Netzhaut
Faltenbildung der Netzhaut
Ablösung der Netzhaut vom Untergrund
Zugrundegehen der Netzhaut
Erblindung
Netzhautablösung
Präretinale Blutung und
Netzhautablösung
Zug an der Netzhaut
Fibrotische Stränge, drohende Ablösung
Amotio retinae
Netzhautfalten
Blutungen
geschlängelte
Gefäße
nicht vaskulierte
Zonen
Traktionsmembran
Makulopathie
• Fokales Makulaödem (umschriebene Zonen
mit Blutungen und harten Exsudaten)
• Diffuses Makulaödem (am ganzen hinteren
Augenpol mit stark herabgesetztem Visus)
• Ischämische Makulopathie (ausgedehnter
Perfusionsausfall um die Fovea zentralis,
Zusammenbruch des Kapillarnetzes)
• klinisch signifikant: innerhalb 2 Papillendurchmesser von der Fovea zentralis
Klinische Signifikanz
Klinisch signifikantes Makulaödem
mit feinen harten Exsudaten
Diffuses diabetisches Makulaödem
Klinisch signifikantes
Makulaödem. Harte Exsudate
Makulopathie, Cotton-Wool-Spots
Makulopathie und Cotton wool Herde,
Papillenödem, streifige Blutungen
zahllose Mikroneurysmen, avaskuläre Zonen,
foveale avaskuläre Zone ist bereits erweitert!
Ischämische Makulopathie
Proliferative Retinopathie mit
Makulabeteiligung
Amsler-Gitter
Verzerrtes Sehen bei
Makulopathie
Augenärztliche Untersuchung
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Augenspiegelung
Funduskamera
Fluoreszenzangiographie
Perimetrie
Augeninnendruckmessung
Funduskamera
Fluoreszenzangiographie
Perimetrie
Augenbewegungen
Kontrolluntersuchungen
• mindestens 1x jährlich beim Augenarzt
• im Gesundheitspass Diabetes
dokumentieren!
• ACHTUNG: Typ-2 Diabetiker sind ältere
Menschen, die oft zusätzliche
Augenerkrankungen haben (Glaukom,
Katarakt, senile Makuladegeneration)
Bei Typ 1 Diabetes
• Ab dem 5. Erkrankungsjahr oder ab dem 11.
Lebensjahr 1 x jährlich.
• Bei schlecht eingestellten Patienten mit Diabetes
mellitus sind nicht behandlungsbedürftige
Veränderungen schon vor dem 5. Erkrankungsjahr
möglich.
• Wenn keine Retinopathie vorliegt, einmal jährlich.
• Wenn Retinopathie festgestellt, Kontrollintervalle
nach Maßgabe des Augenarztes.
Schwangerschaft und Retinopathie
• Mindestens zehn Prozent der Diabetikerinnen ohne vorbestehende
Retinopathie entwickeln diese während der Schwangerschaft
• Eine bereits bestehende Retinopathie kann sich im letzten
Schwangerschaftsdrittel dramatisch verschlechtern bishin zur
Erblindung, besonders bei EPH-Gestose (Diabetes ist ein
Risikofaktor für EPH-Gestose und Schwangerschaftshochdruck!)
• Vorsicht ist geboten mit einem zu schnellem Normalisieren der
Stoffwechseleinstellung, besonders bei vorgeschädigter Netzhaut
• Am besten Stoffwechseleinstellung und Netzhautsanierung
mindestens drei Monate vor der Konzeption!
Bei Schwangerschaft
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Wenn möglich, vor der geplanten Konzeption
ansonsten sofort bei Erstdiagnose
anschließend alle 3 Monate präpartal.
Bei schon bestehender diabetischer
Retinopathie monatlich
• Falls während der Schwangerschaft eine
Manifestation und/oder Progression der
diabetischen Retinopathie, in Absprache mit
dem Augenarzt
Bei Typ 2 Diabetikern
• Sofort bei Diagnosestellung
• dann 1 x jährlich
• Bei Retinopathie Kontrollintervalle nach
Maßgabe des Augenarztes
Behandlung der Retinopathie
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Jährliche Kontrollen beim Augenarzt!
Gute Stoffwechsel- und RR-Einstellung
Fettstoffwechselstörung behandeln
Nikotin-Verzicht!
keine medikamentöse Therapie möglich!
Laserkoagulation
Durchtrennung von Traktionsmembranen
Vitrektomie bei Glaskörperblutung
Indikation Laserbehandlung
• schwere nicht proliferative RP in Ausnahmefällen
• proliferative RP
–
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–
–
Neovaskularisation an der Papille
Periphere Neovaskularisation >1/2 Papillendurchmesser
Präretinale Blutung
Rubeosis iridis
• Makulopathie
– Gezielte Laserkoagulation bei Vorliegen eines
umschriebenen visusbedrohenden klinisch signifikanten
Makulaödems
– ggf. Gitterförmige („grid"-) Laserkoagulation bei diffusem
Makulaödem
Laserkoagulation
panretinale LK
fokale LK
Grid-LK
Laserkoagulation
Laserkoagulation
Panretinale Photokoagulation. Lasernarben
Frische Lasernarben
Laserung
Laserbehandlung
• Durch eine Laserkoagulation kann sowohl bei
proliferativer diabetischer Retinopathie als auch bei
fokaler diabetischer Makulopathie das Risiko eines
schweren Visusverlustes um ca. 50 Prozent
gesenkt werden.
• Die Laserbehandlung ist in der Regel in Tropfanästhesie möglich. Bei stärker empfundenem
Schmerz während der panretinalen Laserkoagulation kann diese auch in retrobulbärer
Lokalanästhesie durchgeführt werden.
Laserbehandlung
• Vor allem die panretinale Lasertherapie, mit der ein
Viertel bis ein Drittel der Netzhautfläche koaguliert
wird, hat Nebenwirkungen wie
– Einschränkung des Gesichtsfeldes
– Störungen des Sehens in Dunkelheit und
Dämmerung
– Ödem der Makula, Abfall der zentralen
Sehschärfe
• Diese Nebenwirkungen lassen sich in der Regel
nicht vermeiden; man muss aber bedenken, dass
nur durch eine panretinale Laserkoagulation die
drohende Erblindung verhindert werden kann.
Sinneszellen
Sehnervenfasern
Aderhaut:
gefäßführende Schicht
Gesichtsfeldeinschränkung
normal
Makulaödem
Vitrektomie
Transitorische Refraktionsstörungen
• Zucker ist in allen Körperflüssigkeiten zu hoch: Blut,
Urin, Speichel, Gewebe
• bei hohen Blutzuckerwerten wird Zucker auch in die
Augenlinse eingelagert
• Zucker zieht Wasser nach sich (osmotische Wirkung)
• die Linse hat dadurch mehr Volumen bei gleicher
Oberfläche  sie wird kugeliger
• durch gute Blutzuckereinstellung sinkt der Zuckergehalt
im Gewebe
• die Linse verliert Volumen  sie wird wieder flacher
Neovaskuläres Glaukom
• Die Kapillaren in den vorderen
Augenabschnitten haben dieselben
Störungen wie die in der Netzhaut
 sie verstopfen
 sie bluten
• dadurch kann das Kammerwasser nicht
abfließen
 der Augeninnendruck steigt
Rubeosis iridis
Glaukom = Erhöhung
des Augeninnendrucks
(Schlemm-Kanal)
(Ziliarkörper)
Glaukom = Erhöhung
des Augeninnendrucks
(Schlemm-Kanal)
(Ziliarkörper)
Druck auf den Sehnerv
normal
Glaukom
Bjerrum-Skotom
Sekundäres Glaukom
• langsame, schleichende Gesichtsfeldausfälle
• Erblindung
• schmerzhafter Glaukomanfall
 Augeninnendruckmessung bei jedem älteren
Diabetiker!
 Problem: Autofahren
Katarakt = grauer Star
Symptome des grauen Stars
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Veränderung der Kontaktlinsen- oder Brillenstärke
Verminderte Sehschärfe und verschwommenes Sehen
Sehen „wie durch einen Nebel“
Schwächere und blassere Wahrnehmung von Farben
Schlechte Sicht im Dunkeln und bei Dämmerung
Blendanfälligkeit
Verlust der Tiefenschärfe
Doppelsehen von Konturen
Augenermüdung und Kopfschmerzen
Linsentrübung
transparente Linse
getrübte Linse bei Katarakt
Augenveränderungen durch Neuropathie
• gestörte Pupillenmotorik  Blendanfälligkeit
• seltener Lidschlag  unregelmäßige Benetzung
der Oberfläche  trockenes Auge
• Verlust des Lidschlagreflexes  Fremdkörper
dringen leichter ein
• Hypästhesie der Hornhaut  Verletzungsgefahr
z.B. durch Staubkörnchen
• Infektionsanfälligkeit  bakterielle Besiedelung
Pupillenmotorik
Trockenes Auge
• Exsikkose aufgrund Polyurie
• Nebenwirkungen Blutdruck-Mittel!
• Tränenfilm-Mangel aufgrund autonomer
Dysregulation
• Epithelstörung aufgrund Mikrozirkulationsstörung
• Basalmembranstörung (AGE / Mikroangiopathie)
• Hypästhesie der Hornhaut wg. Neuropathie
 Verletzungsgefahr der Hornhaut  Ulcus corneae
Trockenes Auge
Beschwerden
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chronischer Reizzustand
Bindehautentzündung
Jucken, Brennen
Trockenheitsgefühl
Fremdkörpergefühl
• verminderte Tränenproduktion
Ulcus corneae
Ulkus corneae
Erblindungsursachen und Sehverlust
bei Diabetes mellitus
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Retinopathie, Makulopathie
Laserbehandlung
Glaskörperblutung
Netzhautablösung
Grüner Star (Glaukom)
Grauer Star (Katarakt)
Hornhauttrübung
Rat für den Patienten
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alle Sehveränderungen ernst nehmen
regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt
Nicht rauchen !!!
Blutzucker gut einstellen (HbA1c)
Blutzuckerschwankungen + Hypos vermeiden
Blutdruck gut einstellen
Blutdruckspitzen vermeiden
Erschütterungen, Druck und Bauchpresse vermeiden
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