mit dem AXIOS-Stent - DGE-BV

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Endosonographisch geführte Drainagen peripankreatischer
Flüssigkeitsansammlungen (PFCs) mit dem AXIOS-Stent
Reichel S, Füldner F, Will U
SRH Waldklinikum Gera, III. Medizinische Klinik, Gera, Deutschland
Fragestellung
Der AXIOS-Stent wurde als selbstexpandierender Metallstent mit großem Durchmesser zur
endosonographisch-geführten transmuralen Drainage peripankreatischer Flüssigkeitsansammlungen
(PFCs) konzipiert.
Methodik
Wir therapierten im Zeitraum von 10/2011 bis 05/2015 78 Patienten (68% männlich) mit PFC mit
einem AXIOS-Stent. In 53 Fällen (68%) lag eine Pancreatic pseudocyst und in 25 Fällen (32%) eine
Walled-off necrosis (WON) (nach revidierter Atlanta-Klassifikation) vor. Eine Infektion war bei 41/53
Fällen bzw. 22/25 Fällen nachweisbar.
Bei 78 Pat. wurden 84 AXIOS-Stents gelegt (3 Pat. mit je zwei nicht miteinander kommunizierende
PFCs; 2 Pat. mit fuchsbauartiger Ausdehnung der PFC, die einen zweiten Zugang erforderlich
machte; 1 Pat. mit Dislokation des AXIOS-Stents bei Anlage, so dass eine erneute Einlage
erforderlich war). Es wurden 31 Cold-AXIOS-Stents und 53 Hot-AXIOS-Stents (Vorteil
Direktpunktionstechnik) implantiert.
Die Größe der PFC betrug durchschnittlich 8 (4-16) cm. Der Zugangsweg wurde je nach Lokalisation
transgastrisch (85%) oder transduodenal (15%) gewählt.
Ergebnisse
Der technische Erfolg lag bei 94%. In 4 Fällen kam es zur Dislokation des AXIOS-Stents bei Anlage,
in einem Fall entfaltete sich der AXIOS-Stent nur unvollständig.
In 29 von 78 Fällen erfolgte eine primäre oder im Verlauf zusätzliche perkutane Drainage.
Der klinische Erfolg war abhängig von der Art der PFC. Während die alleinige Implantation des
AXIOS-Stents bei Pat. mit symptomatischen sowie infizierten Pancreatic pseudocysts in 96% der Fälle
zum klinischen Erfolg führte, war die Therapie von Pat. mit Walled-off necrosis primär nur in 72% der
Fälle erfolgreich. Nach Erweiterung der Therapie um eine Nekrosektomie konnten 96% der Pat. mit
WON erfolgreich therapiert werden. 2 Pat. mussten nach Versagen der endoskopischinterventionellen Therapie operiert werden.
Die endoskopische Stententfernung erfolgte in 61/84 Fällen, überwiegend geplant nach
Therapieabschluss (49/61 Fälle) im Mittel nach 103 (2-895) Tagen und war stets erfolgreich. Weitere
Indikationen zur Stententfernung waren Dislokation des AXIOS-Stents (5), Obturation (2), Rezidiv (1),
vor Nekrosektomie (4). Gründe für die Nicht-Entfernung waren: Stententfernung nicht vorgesehen
(3/23), Spontanabgang (9/23), intraoperative Stententfernung (1/23), Stententfernung vom Pat. nicht
wahrgenommen (9/23), Pat. verstorben (1/23).
Die Gesamtkomplikationsrate lag bei 13 % (Majorkomplikationen n=8, Minorkompliaktionen n=2).
Die 30 Tage Mortalität betrug 1,3%.
Schlussfolgerung
Die Drainage von PFC mit dem AXIOS-Stent ist eine sichere und effektive Methode mit niedriger
Komplikationsrate. In Kombination mit perkutaner Drainage und endoskopischer Nekrosektomie ist
diese Technik auch bei komplexen WON erfolgreich.
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