Strom - Physik

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Strom - Spannungscharakteristiken
Strom - Spannungscharakteristiken
1. Einführung
Legt man an ein elektrisches Bauelement eine Spannung an, so fließt ein Strom. Den Zusammenhang zwischen beiden Größen beschreibt die Strom – Spannungscharakteristik.
1.1. Lernziele
Bei diesem Versuch sollen Sie lernen,
Strom - Spannungscharakteristiken von verschiedenen Schaltelementen aufzunehmen,
aus den Kennlinien Schlüsse zu ziehen, um welche Arten von Widerständen es sich handelt,
wie man einfache Messgeräte als Strom- oder als Spannungsmessgeräte schaltet,
wie ein Spannungsteiler arbeitet.
1.2. Vorbereitung
1.2.1. Grundlagen
Kirchhoffsche Gesetze: Knotenregel und Maschenregel
Ohmsches Gesetz - Ohmscher Widerstand
elektrische Leistung, Wirkungsweise von Drehspulmessgeräten
Diodenkennlinie
1.2.2. Literatur
W. Walcher, Praktikum der Physik, Kap. 5.0.3 bis 5.1.4
84 UC 400 W154(6)
Klaus Beuth, Bauelemente der Elektronik,
Kap. 5.1 - 5.9 (S. 92 – 111)
84 UH 4000 E38 -2(4)
1.2.3. Aufgaben
1.2.3.1. Schreiben Sie den
Ausdruck für den Gesamtwiderstand
Schaltungen
der
in
Abb. 1.
vielen
Mess-
auf.
1.2.3.2. Bei
aufgaben wird die Schaltung von Abb. 2, die sog.
Wheatstone'sche Brücke,
Abbildung 1: Reihen- und Parallelschaltung von Widerständen.
verwendet.
Die Verbindungspunkte dreier stromtragender Leitungen heißen Knoten. Für den
ersten Knoten gilt:
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I 0 − I 1− I 3 = 0 .
Notieren Sie die Strombilanzen für
die anderen drei Knoten !
1.2.3.3. Ein geschlossener Stromkreis
heißt Masche. In jeder Masche ist die
Gesamtspannung Null. Für die Teilspannungen an den Widerständen
der
ersten
Masche
U 1 −U 3 U 5=0 .
gilt
also
Mit U =R⋅I folgt
R 1 I 1−R 3 I 3 R 5 I 5 =0 .
Abbildung 2: Beschaltung der Wheatstone'schen
Schreiben Sie die Gleichungen für Brücke.
die beiden anderen Maschen auf!
Was muss für die Widerstände R1, R2, R3, R4 gelten, damit durch R5 kein Strom fließt
(Abgleichbedingung)?
1.2.3.4. Berechnen Sie die Leistung P als Funktion des Verbraucherwiderstandes R für
Messaufgabe 4.3.2 dieses Versuchs (Abb. 3) und leiten Sie die Größe von R ab, für die
die Verbraucherleistung maximal wird.
1.2.3.5. Betrachten Sie einen belasteten bzw. unbelasteten Spannungsteiler.
Berechnen Sie für beide Fälle die Beziehung zwischen der Eingangsspannung U0 und
der geteilten Ausgangsspannung U als Funktion der beteiligten Widerstände R1,R2 und
des Lastwiderstands RL.
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2. Versuchsdurchführung
Geräte:
Netzgerät mit einstellbarer Spannung
Vorwiderstände R0 = 200 Ω, 500 Ω, 1000 Ω als Dekadenwiderstand
Testobjekte (siehe unten)
Multimeter
2.1. U – I – Kennlinien
Zur Messung der Abhängigkeit zwischen Spannung U und Strom I wird die Schaltung der
Abb. 3 benutzt.
Abbildung 3: Schaltung zur Aufnahme von U - I - Kennlinien.
Messung: Bei Inbetriebnahme der Schaltung werden alle Instrumente auf den unempfindlichsten Bereich geschaltet. Die Spannungsquelle auf 0 V gestellt und dann langsam hochgedreht. Die Polung ist zu beachten! Machen Sie sich durch Messung ohne Testobjekt klar,
welcher Fehler in der Strommessung unvermeidlich ist. Hängt dieser von der Empfindlichkeit
des Voltmeters ab?
Mit der angegebenen Schaltung von Abb. 3 messe man die Strom - Spannungscharakteristik
von folgenden Testobjekten:
Widerstand 470 Ω
”Black-Box” (auch umgepolt messen!)
Glühbirne, 12 V
Diode (auch umgepolt messen!)
Für R0 nehme man bei der Glühbirne 200 Ω und bei der Diode 1 kΩ, sonst ist R0 beliebig, jedoch so zu wählen, dass die in ihm verbrauchte Leistung 1 Watt nicht überschreitet.
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Auswertung
Stellen Sie Ihre gemessenen Größen in U – I - Diagrammen dar. Bestimmen Sie den betreffenden ”Widerstand” aus der Steigung der Kennlinie.
Bei nichtlinearen Kennlinien bestimme man den differenziellen Widerstand ∆U/∆I für zwei
verschiedene Werte von U. Diskutieren Sie die Ursache der Abweichung vom Ohmschen
Verhalten.
Was lässt sich über den Inhalt der ”Black-Box” aussagen?
Zeichnen Sie jeweils bei den einzelnen Diagrammen die entsprechenden Fehlerbalken ein.
Der Fehler setzt sich zusammen aus Ablesefehler und Fehler des Messgerätes
(Messungenauigkeit des Gerätes ±1,5 % vom Skalenendwert).
2.2. Elektrische Leistung
Man verwende die gleiche Schaltung (Abb. 3); anstelle des Testobjekts tritt nun ein Dekadenwiderstand. R0 sei 500 Ω. Stellen Sie am Netzgerät U0 fest ein (z. B. 10 V) und variieren
Sie nur R.
Messung: Messen Sie U(R) und I(R).
Auswertung: Berechnen Sie P(R) = U(R) · I(R) und tragen Sie die Werte in ein P-R-Diagramm ein. Betrachten Sie U0 und R0 als Generator und das Testobjekt als ”Verbraucher”.
Vergleichen Sie das Messergebnis mit dem Ergebnis der entsprechenden Vorbereitungsaufgabe.
2.3. Spannungsteiler
Benutzen Sie einen sog. Spannungsteiler (siehe Abb. 4), um aus einer
Spannung
U0
eine
einstellbare
Spannung U zu erzeugen.
Die
Ausgangsspannung
U
des
Spannungsteilers entspricht nur dann
dem Teilungsverhältnis der Widerstände, wenn im Sekundärkreis kein
Strom fließt, d.h. der Verbraucher unendlich großen Widerstand besitzt. Abbildung 4: Schaltung des Spannungsteilers.
Sie sollen in diesem Versuch herausfinden, wie ein endlicher Sekundärwiderstand die eingestellte Spannung verändert.
Benutzen Sie als Spannungsteiler den Dekadenwiderstand. Erzeugen Sie z. B. aus
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U0 = 20 V eine Spannung U = 12 V und schließen Sie an diese die 12 V-Glühbirne an.
Beschreiben und begründen Sie das Ergebnis. Schließen Sie als Sekundärwiderstände
500 Ω, 1 kΩ, 2 kΩ und 4 kΩ an und messen Sie für jeden Fall die Ausgangsspannung U.
Berechnen Sie jeweils die Spannungen, die sich unter Last ergeben sollten (Aufgabe
1.2.3.5).
Vergleichen Sie Ihre Messergebnisse und Ihre Berechnungen in einer Tabelle mit Fehlerangaben.
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