digitalelektronik

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DIGITALELEKTRONIK
Polytechnische Schule
Vom Byte zum Computer
Arbeitsblätter
Josef Stiegler
Polytechnische Schule
Maiselgasse 1
1030 Wien
September 2001
Name: ………………………………
Klasse: …………………………………………….
Inhalt
1. Was ist Digitaltechnik? ..................................................................................................
1.1. Grundbegriffe .......................................................................................................
1.2. Warum gewinnt die Digitaltechnik an Bedeutung? ..............................................
1.3 Gegenüberstellung von Digital- und Analogtechnik ............................................
1.4. Codeumsetzer ......................................................................................................
1.5. Duales Zahlensystem...........................................................................................
1.6. Pegelfestlegung....................................................................................................
3
3
3
3
3
4
5
2. Digitales Rechnen ................................................................................................
2.1. Allgemeines ..........................................................................................................
2.2. Dezimalsystem .....................................................................................................
2.3. Duales Zahlensystem...........................................................................................
2.4. Schaltalgebra .......................................................................................................
5
5
6
6
8
3. Grundgatter .......................................................................................................... 11
3.1. UND ….............................................................................................................. …11
3.2. ODER.................................................................................................................... 11
3.3. NICHT ................................................................................................................... 11
4.
Aufgaben und Lösungen: Grundgatter................................................................. 12
5.
Simulationsprogramm .......................................................................................... 13
6. Zusammengesetzte Grundgatter ..........................................................................
6.1. NAND ...................................................................................................................
6.2. NOR......................................................................................................................
6.3. EXOR ...................................................................................................................
6.4. EXNOR.................................................................................................................
7.
15
15
15
15
15
Aufgaben und Lösungen: Zusammengesetzte Grundgatter ................................ 16
8. Übungen – Grundgatter........................................................................................ 20
8.1. Schaltbilder, Wahrheitstabelle, Funktion.............................................................. 20
9.
Einfache Stromkreise ........................................................................................... 25
9.1. Schaltungen im einfachen Stromkreis .................................................................
9.2. Richtiges Löten.....................................................................................................
9.3. Schaltungen für Lötübungen ................................................................................
9.4. Digitalisierung von Installationsschaltungen ........................................................
9.5. Vom Problem zur Schaltung.................................................................................
9.6. IC-Schaltungen.....................................................................................................
9.7. Timer 555 .............................................................................................................
27
27
28
31
32
34
40
10. Flip Flop................................................................................................................ 44
11. Zähler ................................................................................................................... 48
12. Rechenschaltungen.............................................................................................. 53
13. Literatur ................................................................................................................ 55
© Josef Stiegler
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1. Was ist Digitaltechnik?
1.1. Grundbegriffe
Wie funktioniert eine Fahrstuhl- oder eine automatische Pumpensteuerung? Wie kann man Zahlen elektrisch addieren,
Texte und Bilder bearbeiten?
Die Digitaltechnik ist heute ein Teilgebiet der technischen Informatik. Ihre Aufgabe ist es, Informationen zu verarbeiten
und darzustellen. Es besteht ein Trend von der Analogtechnik zur Digitaltechnik. Analoge Sachverhalte aus Schaltungen
und Steuerungstechnik werden durch digitale Signalverarbeitung ersetzt.
Die Begriffe der Digitaltechnik sind in der Regel englischen bzw. lateinischen Ursprungs. So ist das Wort digital aus dem
lateinischen Wort "digitus" = Finger, was soviel bedeutet wie "mit Hilfe der Finger" sowie aus dem englischen Wort "digit"
= Ziffer oder Stelle, was "in Ziffernform" bedeutet, hergeleitet.
1.2. Warum gewinnt die Digitaltechnik an Bedeutung?
• Digitale Signale sind beim Übertragen und beim Speichern weniger störanfällig als analoge Signale.
• Durch Codierung sind viele verschiedene Anwendungen möglich.
• Die Informationen können mit Hilfe von digitalen Gattern, Mikroprozessoren oder Computer bearbeitet werden.
• Der technische Fortschritt bei der Miniaturisierung der Bauelemente der Digitaltechnik ermöglicht die
Realisierung des hohen Aufwands.
1.3. Gegenüberstellung von Digital - und Analogtechnik
Digitaltechnik
Bei digitalen Größendarstellungen werden
abzählbare Elemente verwendet.
Ein einfaches Beispiel hierfür ist der elektronische
Digitalrechner, der die Zahl 3 durch 3 Impulse
darstellt. Für die Zahl 230 000 würde man 230 000
Impulse benötigen.
Analogtechnik
Zur Darstellung der Zahl 2 benötigt man hier
beispielsweise 2 Volt, für die Zahl 6,3 dann eine
Spannung von 6,3 Volt.
In der Messtechnik hat die analoge Größendarstellung
eine große Bedeutung, da sie den Vorteil großer
Anschaulichkeit hat.
Bei Zeigermessinstrumenten, z. B. dem Voltmeter,
Man verwendet zur Darstellung von Zahlen auch
bestimmt die Größe des Winkels zwischen der
digitale Signale sogenannte Ziffern, engl. Codes.
Nullstellung des Zeigers den Wert.
Digitale Größen bestehen aus abzählbaren Elementen
1.4. Code-Umsetzer
Ein Code dient zur Übertragung von Informationen in einer Zeichenart zu einer anderen Zeichenart. Das bedeutet eine
formale Änderung, wobei der Inhalt der Information unverändert bleibt.
1.4.1. Binär Codes (binary codes)
Der binär Code ist auch bekannt als binäre Verschlüsselung oder Dualcode. Dieser Code basiert auf zweiwertiger Basis,
also nur zwei verschiedene Zeichen. Zur Darstellung ausreichend großer Mengen unterschiedlicher Zeichen werden
Kombinationen von Binärzeichen (sogenannte Bitmuster) gebildet.
Das Wort "binär" bedeutet auch zweiwertig, dual oder bivalent.
Es bezeichnet die Eigenschaften einer Speicherzelle, einen von zwei Werten anzunehmen. Datenverarbeitungssysteme (DV-Systeme) bestehen aus elektronischen Bauelementen; diese elektronischen Bauelemente können nur zwei
verschiedene Zustände - der Strom fließt oder fließt nicht - annehmen, deshalb werden Sie auch binäre oder duale
Bauelemente genannt.
Alle zweiwertigen Zustände haben eines gemeinsam: sie können in kurzer Zeit die Form verändern, da sich im Idealfall
elektrische oder magnetische Felder bzw. Licht mit einer Geschwindigkeit von 300 000 km/sec bewegen. Daraus lässt
sich die hohe Geschwindigkeit folgern, mit der die Rechner heutzutage arbeiten.
Um den zweiwertigen Zustand auch außerhalb des Rechners darzustellen, verwendet man das binäre Zahlensystem.
Dabei werden die beiden Ziffern 0 und 1 als jeweiliger Ausdruck für einen der beiden möglichen Werte verwendet.
Grundlage für dieses Bit ist der Inhalt 0 oder 1; für die Darstellung einer Dezimalzahl sind mindestens 4 Bit nötig. Mit 4
4
Bit können 2 = 16 Zeichen verschlüsselt werden, also auch die Dezimalzahlen 0-9.
1.4.2. ASCII – Code
Der ASCII-Code (American Standart Code for Information Interface) ermöglicht nicht nur die Verschlüsselung von
Dezimalzahlen, sondern auch von Texten und Zeichenketten. Diese Darstellung nennt man auch alphanumerische
8
Darstellung. Mit jeweils 8 Bit = 1 Byte werden die alphanumerischen Zeichen verschlüsselt, d. h. es können 2 = 256
verschiedene Zeichen verschlüsselt werden. Aufgrund des Internet wurde es notwendig mehr Information speichern zu
können – Erweiterung des Codes auf 2 Byte: 256x256=65 536 Zeichen. Der ASCII-Code verwendet 128 Zeichen,
Großbuchstaben, Kleinbuchstaben, Ziffern und Sonderzeichen, sowie Steuerungssignale. Für 128 Zeichen sind nur 7 Bit
notwendig, da bei der alphanumerische Darstellung aber 8 Bit zur Verfügung stehen, verwendet man das 8te Bit als
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Prüfbit. Das 8te Bit ist dann 1, wenn die Quersumme der Bit mit dem Wert 1 geradzahlig ist . Die 8 Bit Verschlüsselung
der Ziffer 7 ist beispielsweise 0011 0111.
1.4.3. Modelldarstellung
1.4.4 Binäre Grundverknüpfungen
wie die Negation (NOT), Konjunktion (AND) und Disjunktion (OR) sind meist aus dem Alltagsleben bekannt und können
zur Lösung einfacher digitaltechnischer Probleme herangezogen werden. Elektronische Schaltglieder (DIN-Symbole)
und deren Funktionsweise (Wahrheitstafel) können hieran thematisiert werden. Auf der Grundlage eines
Simulationsprogrammes können Schaltungen mit Hilfe des Rechners auf dem Bildschirm gezeichnet und getestet
werden. Komplexere Fragestellungen werden mit Hilfe einer Wahrheitstafel mit Eingangs- und Ausgangsvariablen in
eine abstrakte Form gebracht, die zugleich einen Lösungsansatz bietet (Digitalisierung).
Dieser Lösungsansatz wird vereinfacht und umformuliert (mathematisch- logische Schreibweise), um hieraus ein
Schaltschema aufzubauen. Dabei werden die Regeln und Gesetze der Schaltalgebra eingeübt. Hierdurch wird formales
Denken und logisches Formulieren eingeübt: wesentliche Grundlagen jeder Naturwissenschaft.
Der Mathematiker George Boole(1815-1864) war der Begründer der mathematischen Logik. Seiner Ansicht nach ist eine
Aussage "wahr" oder "falsch", oder sie wird "negiert" – etwas anderes kann es nicht geben!
Die "Boolesche Algebra" ist das allgemeine mathematische Beschreibungsmittel von Schaltungen auf binärer
Basis (0,1).
1.5. Duales Zahlensystem
Das duale Zahlensystem findet vielfältig Anwendung: beim Aufbau einer Schaltwerttabelle, bei Verfahrensweisen wie
dem elektronischen Rechnen sowie binärem Zählen bis hin zu Codierungsproblemen bei einer
speicherprogrammierbaren Steuerung oder einfacher Programmiersprachen.
Nennwerte: 0 und 1
Basis: 2
Größter Nennwert: 1
0
1
2
Stellenwerte: 2 =1, 2 =2, 2 =4, usw.
Dafür werden zwei Wertigkeiten verwendet, die je nach Verwendungsbereich in unterschiedlicher Form dargestellt
werden. Das Duale Zahlensystem ist entstanden, weil man in der elektronischen Datenverarbeitung nur 2 Zustände
unterscheiden kann.
Diese sogenannten binären Zustände werden üblicherweise mit 1 und 0 abgekürzt.
Anwendungsbereich
Form
Form
Elektronisches Bauteil
Zustand 0
Zustand 1
Relais oder Schalter
offen
geschlossen
Röhre oder Transistor
nicht leitend
leitend
Digitaltechnik
0
1
Aussagenlogik
falsch
wahr
Physik
low
high
Elektrischer Impuls / Volt / Zeichnung
Impuls nicht vorhanden / 0 V /
Impuls vorhanden / 5 V /
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Will man die Zahl 5 in eine Dualzahl umwandeln muss man sie in die 2er Potenzen aufteilen. Die höchste ist 22(4). Zieht
0
man 4 von 5 ab bleibt 1 noch übrig also 2 (1). Die verwendeten Potenzen bekommen den Wert 1 und die nicht
verwendeten den Wert 0. Die Dualzahl für 5 ist also 101.
Potenz
22
21
20
Wert
4
2
1
Dualzahl
1
0
1
Man schließt eine Diodenreihe am Druckerport an. Wenn man nun Diode 6 zum Leuchten bringen will, sendet man die
Zahl 32 an den Druckerport. Diese Zahl wird umgewandelt in die Dualzahl 00100000. Dies bedeutet PIN 6 bekommt als
einziger einen HIGH-Pegel. Aus der Tabelle kann man ablesen welche Zahl das ist. Leuchten zum Beispiel:
die PINs 1 und 3, dann stellt das die Zahl 1 + 4 = 5 dar.
PIN
8
7
6
5
4
3
2
1
Potenz
27
26
25
24
23
22
21
20
Wert
128
64
32
16
8
4
2
1
Dualzahl 0
0
1
0
0
0
0
0
Pegel
LOW
LOW
HIGH
LOW
LOW
LOW
LOW
LOW
1.6. Pegelfestlegung für TTL Schaltkreise
U +UB 5 V
L – Pegel: 0 – 0,8 V höchstens Eingang
0 – 0,4 V höchstens Ausgang high 2 V
H – Pegel 2 V mindestens Eingang verbotener Bereich
2,4 V mindestens Ausgang 0,8 V
Zuordnung bei der positiven Logik:
Der H-Pegel entspricht dem digitalen Impuls 1.
Der L-Pegel entspricht dem digitalen Impuls 0.
Bei der negativen Logik ist die Zuordnung umgekehrt.
Um Informationen verarbeiten oder anzeigen zu können, werden logische Pegel definiert. In binären Schaltungen
werden für digitale Größen Spannungen verwendet. Hierbei stellen nur zwei Spannungsbereiche die Information dar.
Diese Bereiche werden mit H (high) und L (low) bezeichnet.
H kennzeichnet den Bereich der näher an Plus liegt.
L kennzeichnet entsprechend den Bereich der näher an Minus liegt.
Beispiel mit 2 Logik-Familien
Pegel
H
L
von
+2,4 V
0V
TTL
Betriebsspannung +5 V
bis
+5 V
+0,7 V
von
+3 V
0V
CMOS
Betriebsspannung +3..15 V
bis
+15 V
+3 V
2. Digitales Rechnen
2.1. Allgemeines
Die hauptsächlich verwendeten Zahlensysteme sind: Dezimal- , Dual-(Binär-),und das Hexadezimalsystem.
Sie werden als Stellenwertsysteme bezeichnet, weil in diesen Systemen jedem Zahlenwert außerdem ein Stellenwert
zugeordnet ist. Bei der Dezimalzahl 3 752 gibt z. B. die 5 durch ihre Stellung an, dass es sich um 5 Zehner handelt.
Haben Informationen nur zwei Zustandsmöglichkeiten, nennt man sie binär (etwa Schalter an/aus). Mehrstellige
Informationen, etwa achtstellige eines Byte, nennt man digitale Informationen. Wir Menschen sind es gewohnt,
Zahlenwerte im Dezimal- oder Zehnersystem darzustellen. Ein Mikroprozessor verarbeitet jedoch nur die Signalzustände
"0" und "1", also die Ziffern des Dualsystems. Jedes Zahlensystem kann durch drei Merkmale
beschrieben werden:
ZIFFERN z. B.: 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9; 0 1 ...
BASIS (Grundzahl) z. B. Basis 10, Basis 2 ...
STELLENWERTE z. B. Potenz der Basis 100, 101 , 102 ... 2 0, 21 , 23 ...
Mit einer Programmiersprache verhält es sich wie mit jeder anderen Sprache auch in ihr sind die Worte (hier heißen sie
Anweisungen), die Rechtschreibung und die Grammatik festgelegt. Die Sprache des Rechners kennt nur zwei Zustände:
"EIN" und "AUS".
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a)
Signalzustände
Signalzustand "0" = keine Spannung = 0 V = AUS
Signalzustand "1" = Spannung vorhanden = 5 V = EIN
b)
Das Bit ist die Einheit für ein binäres Signal, und damit die kleinste informationstechnische Einheit
(nur 2 mögliche Signalzustände: "0" oder "1"). Ein Signal, dessen Zustand ausschließlich durch zwei Werte
beschrieben wird, ist ein binäres Signal und wird als BIT = BINARY DIGIT bezeichnet.
c)
Das Byte ist die Einheit von 8 aufeinanderfolgenden Binärzeichen (1 Byte = 8 Bit).
1 Byte = 8 Bit kleinste Dateneinheit für den PC. 1 Byte kann genau ein Zeichen speichern.
Das Wort fasst 2 Byte, d. h. 16 Bit zu einer Einheit zusammen, die 16 Binärstellen bilden ein Wort.
d)
Maßeinheit für die Kapazität:
Kilobyte KB 210 = 1 024 Byte ~ 1 000 Byte (1 Buchseite – ca. 2 KB)
Megabyte MB 220 = 1 048 576 Byte ~ 1 Million Byte (1 Buch mit ca. 500 Seiten – ca. 1 MB)
30
Gigabyte GM 2 = 107 3741 824 Byte ~ 1 Milliarde Byte (= 1 024 Megabytes)
2.2. Dezimalsystem
Ziffern: 0, 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9
Basis im Dezimalsystem 10
Stellenwerte: 100 = 1 101 = 10 102 = 100 ...
Die Zahl 52 setzt sich also zusammen aus: Ziffer x
2 *
5 *
Stellenwert
0
1 (10 )
1
10 (10 )
=
=
=
ZAHL
2
+ 50
52
a) System
Das Dezimalsystem hat die Basis B = 10 und den Ziffern von 0 bis 9. Die Potenzen bilden die Stellenwerte. Die erste
Stelle links vom Komma hat immer den Stellenwert 10° = 1 (Einer)!
b) Zahl
Man erhält den Zahlenwert, wenn man jede Ziffer mit ihrem Stellenwert multipliziert und so erhaltene Produkte addiert.
c) Addition
Man addiert zwei Dezimalzahlen nach folgendem Prinzip:
Stellenweise von rechts (kleinste Stelle) nach links (größter Stellenwert).
Bei Überschreiten des Ziffernvorrates („Zehnersprung“) wird ein Übertrag
bei der nächst höheren Stelle gesetzt.
c) Subtraktion
Man subtrahiert zwei Dezimalzahlen nach folgendem Prinzip:
Stellenweise von rechts (kleinste Stelle) nach links (größter Stellenwert).
Man ermittelt die Differenz zwischen dem Subtrahenden und dem
Minuenden. Ist der Minuend kleiner als der Subtrahend, so addiert man
zum Minuend das Zehnerkomplement des Subtrahenden und notiert
einen Übertrag beim höheren Stellenwert.
Zahl 1: 725 361
+ Zahl 2: 96 830
Übertrag: 111 - - Ergebnis: 822 191
Zahl 1: 725 361
- Zahl 2:
96 830
Übertrag: 111 - - Ergebnis: 628 531
Minuend
-Subtrahend
2.3. Dualsystem
Das duale Zahlensystem hat eine praktische Bedeutung in der EDV, da sich die Zeichen 0 und 1 in die elektronischen
Signale „ein“ und „aus“ umsetzen lassen.
Ziffern 0 und 1.
Basis 2.
0
Stellenwerte 2 = 1
21 = 2
22 = 4 ...
a) System
Das Dualsystem hat die Basis 2 und die Ziffern von 0 bis 1. Die Potenzen zur Basis 2 bilden die Stellenwerte. Die erste
Stelle hat immer den Stellenwert 2°=1.
b) Zahlenumwandlung:
Man erhält den Zahlenwert, wenn man jede Ziffer mit ihrem Stellenwert multipliziert und so erhaltene Produkte addiert
(einfache Umrechnung in eine Dezimalzahl).
Die Umwandlung einer Dezimalzahl in eine Dualzahl erfordert etwas mehr Aufwand. Nach dem Restwertalgorithmus wir
die umzuwandelnde Zahl durch die Basis (2) dividiert, der Quotient und der Rest (0 oder 1) werden notiert. Der Quotient
wird erneut durch die Basis (2) dividiert, Quotient und Rest werden gebildet, usw. Dieses Verfahren wird solange
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fortgesetzt, bis der Quotient 0 wird. Von unten nach oben gelesen ergeben dann die Reste die Ziffernfolge der gesuchten
Dualzahl.
Die binäre Zahl 110010 entspricht der dezimalen 50, denn:
1*25 + 1*24 + 0*23 + 0*22 + 1*21 + 0*20 = 32 + 16 + 0 + 0 + 2 + 0 = 50
50 : 2 = 25
25 : 2 = 12
12 : 2 = 6
6:2=3
3:2=1
1:2=0
Rest 0 (Stelle 6)
Rest 1 (Stelle 5)
Rest 0 (Stelle 4)
Rest 0 (Stelle 3)
Rest 1 (Stelle 2)
Rest 1 (Stelle 1)

c) Addition
DezimalDuales
system Zahlensystem
14
1110
+6
+0110
1111- - Übertrag
20
10100 Ergebnis
d)
Subtraktion
DezimalDuales
system Zahlensystem
20
10100
-6
0110
1111- - Übertrag
14
01110 Ergebnis
e)
Regel
0+0=0
0+1=1
1+0=1
1 + 1 = 0, Übertrag 1
Regel
0-0=0
1-0=1
1-1=0
0 - 1 = 1, Übertrag 1
Prinzip:
Stellenweise von rechts (kleinste Stelle) nach
links (größter Stellenwert).
Man ermittelt die Differenz zwischen dem
Subtrahenden und dem Minuenden. Ist der
Minuend kleiner als der Subtrahend, so beträgt
die Differenz 1 und es erfolgt der Übertrag 1
(beim höheren Stellenwert).
f) Division
Multiplikation
Regel
1/ 1=1
0/ 1=0
Dezimalsystem
6:3=2
-6
0
Auch die Multiplikation ist der im Dezimalsystem ähnlich.
Regel
1*1=1
1*0=0
Dezimalsystem
5 * 13
5 .
15
65
Prinzip:
Stellenweise von rechts (kleinste Stelle)
nach links (größter Stellenwert).
Bei Überschreiten des Ziffernvorrates
(„Zweiersprung“) wird ein Übertrag bei der
nächsthöheren Stelle gesetzt.
Die Summe zweier Einser führt also zu
einem Übertrag, der bei der Stelle
berücksichtigt wird.
Dualsystem
101 * 1101
101.
101. .
101
111 - - (Übertrag)
1000001
Ergebnis
f)
Aufgaben:
1.
Wie groß ist der Informationsgehalt einer 8-stelligen Binärinformation? L: 1 Byte
Wie viel KByte sind 3600 Byte? L: 3,516 KByte
Rechne 1,44 MByte in Byte um! L: 1 509 949 Byte
2. Berechne den Dezimalwert folgender Dualzahlen!
a) 110111(2)
L: 55
b) 1010(2)
L: 10
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Dualsystem
110 : 11= 10
- 11
000
- 000
0
3. Übertrage folgende Dezimalzahlen in die Dualwerte!
a) 37(10) L: 100101
b) 14(10) L: 1110
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4. Addiere folgende Dualzahlen!
a) 111+100
L: 1011
b) 11011+10111
L: 110010
5. Subtrahiere folgende Dezimalzahl!
a) 111-110
L: 1
b) 11001-111
L: 10010
6. Multipliziere folgende Dualzahlen!
a) 111*101
L:100011
b) 1010*11001
L: 11111010
7. Dividiere folgende Dualzahlen!
a) 1001:10
L:1001
b) 110110011:101 L:1010111
8. Wandele (31)10 in eine Dualzahl um! L: 11111
2.4. Schaltalgebra
Schaltalgebra ist eine Sonderform der Boolschen Algebra, die von dem englischen Mathematiker Boole entwickelt
wurde. Sie befasst sich mit formaler Beschreibung von digitalen Schaltnetzen (aus logischen Bauelementen aufgebaut)
und sie dient der Berechnung und Vereinfachung der Digitalschaltungen (z. B. zur Bestimmung der Steueraufgaben und
Rechenvorgängen).
In der Schaltalgebra existieren nur zwei Konstanten, "0" und "1", sowie eine Reihe von Variablen, denen man die Werte
"logisch 1" und "logisch 0" zuordnen kann. Ist ein Schalter offen, so nimmt die Variable den Wert "0" an.
Ist ein Schalter geschlossen, so nimmt die Variable den Wert "1" an.
Die Vereinfachungsregeln aus der Zahlenalgebra
Punktrechnung geht vor Strichrechnung ⇒ hier UND geht vor ODER.
Es lässt sich jede beliebige Schaltung aus NICHT, UND und ODER zusammensetzen.
Aus NAND oder NOR lässt sich ebenfalls jede beliebige Schaltung aufbauen.
a) Vorrangregeln
1.) Negation oder Inversion (NICHT-Verknüpfung)
2.) Konjunktion (UND-Verknüpfung)
3.) Disjunktion (ODER-Verknüpfung)
b) Klammersetzung
NOR–Verknüpfung keine Klammern erforderlich
UND–Verknüpfung keine Klammern erforderlich
ODER-Verknüpfung: Klammern unbedingt erforderlich damit die Bedeutung der Gleichung erhalten bleibt.
Klammern sind vor allem dann zu setzen, wenn die De Morganschen Gesetze auf NAND- oder NOR-Verknüpfungen
angewendet werden.
Rechenzeichen
"^" = UND
"v" = ODER
_
" " = NICHT
Rechenregel
UND-Verknüpfung
_
A^A=0
A^0=0
A^1=A
A^A=A
Rechenregeln
ODER-Verknüpfung
_
A v A =1
Av0=A
Av1=1
AvA=A
Inversionsregel
doppelte hebt sich auf
c) Kommutativgesetz (Vertauschungsgesetz)
Das Kommutativgesetz besteht entweder nur aus ODER- bzw. UND-Gliedern, dessen Variablen beliebig vertauscht
werden können – Vertauschbarkeit der Eingänge.
UND:
A^B = B^A
Schaltbild:
ODER: A v B = B v A
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d) Assoziativgesetz (Verbindungsgesetz bzw. Zuordnungsgesetz)
Das Assoziativgesetz fasst mehrere Eingänge zusammen.
UND: A ^ (B ^ C) = (A ^ B) ^ C = A ^ B ^ C ODER: A v (B v C) = (A v B) v C = A v B v C
Schaltbild:
e) Distributivgesetz (Verteilungsgesetz)
Schaltbild:
Das Distributivgesetz besteht aus UND- und ODER-Gliedern,
es dient der Umformung der Gleichung (ausklammern und
ausmultiplizieren), wodurch diese vereinfacht wird.
UND: A ^ (B v C) = (A ^ B) v (A ^ C)
ODER: A v (B ^ C) = (A v B) ^ (A v C)
f) De Morgan Gesetze
Die Schaltalgebra wurde von dem englischen Mathematiker DeMorgan erweitert; er hat auch neue Gesetze aufgestellt.
Es existieren zwei Gesetze, die sehr praktisch bei der Auflösung von negierten Ausdrücken sind. Diese sind besonders
für NAND- und NOR-Verknüpfungen wichtig.
Um einen Schaltterm nach de Morgan umzuwandeln, müssen die Teilterme negiert (invertiert) werden, wobei sich
doppelte Negierung aufhebt.
Die Gatter werden – ein NAND-Glied in ein ODER-Glied bzw. ein NOR-Glied in ein UND-Glied mit negierten Eingängen
(OR ⇔ NAND; AND ⇔ NOR) zerlegt.
g) Entspricht der Gleichung für die NAND-Verknüpfung
_ _ ____
AvB=A^B
Schaltbild:
Funktionstabelle:
B
0
0
1
1
A
0
1
0
1
_
A
1
0
1
0
_
B
1
1
0
0
_ _
AvB
1
1
1
0
A^B
0
0
0
1
____
A^B
1
1
1
0
h) Entspricht der Gleichung für die NOR-Verknüpfung
_ _
____
A^B= AvB
Schaltbild:
Funktionsstabelle
B
0
0
1
1
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A
0
1
0
1
_
A
1
0
1
0
_
B
1
1
0
0
_ _
A^B
1
0
0
0
AvB
0
1
1
1
____
AvB
1
0
0
0
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3. Grundgatter UND – ODER - NOT
3.1. AND- UND-Konjunktion
Der hydraulisch Zylinder einer Presse wird nur ausgefahren werden, wenn die Schalter A und B
gleichzeitig betätigt werden und damit Signal "1" liefern.
Wahrheitstabelle
Input A
0
0
1
1
Englische
Bezeichnung
And Gate
Input B
0
1
0
1
Beschreibung der Funktion - Signale
Das Ausgangssignal Q ist nur dann 1, wenn alle
Eingangssignale 1 sind.
Das Ausgangssignal Q ist nur dann 0, wenn mindestens ein
Eingangssignal 0 ist.
Output Q
0
0
0
1
Schaltzeichen
Funktionstabelle
Prinzipschaltung - Schließer
Reihenschaltung
0
1
0
1
IC-Nr. der Schaltkreisfamilien TTL 7408 CMOS
3.2. OR- ODER-Disjunktion
Die Türklingel (Q) des Hauses läutet beim Drücken der Klingeltaste an der Gartentür (A) oder an
der Hauseingangstür (B).
Wahrheitstabelle
Input A
0
0
1
1
Englische
Bezeichnung
OR Gate
Input B
0
1
0
1
Beschreibung der Funktion - Signale
Das Ausgangssignal Q ist dann 1, wenn mindestens ein
Eingangssignal 1 ist.
Das Ausgangssignal Q ist nur dann 0, wenn alle Eingangssignale 0 sind.
Output Q
0
1
1
1
Schaltzeichen
Funktionstabelle
Prinzipschaltung – Schließer
Parallelschaltung
IC-Nr. der Schaltkreisfamilien TTL 7432 CMOS 4071
3.3. NOT- NICHT– Negation–Inverter
Befindet sich die Flüssigkeit unterhalb der vorgeschriebenen Höhe, so wird die Lichtschranke
nicht unterbrochen und gibt das 1-Signal ab. Beim Überschreiten der zulässigen Höhe unterbricht
die Flüssigkeit den Weg des Lichtes. Das entstehende 0-Signal bringt eine Alarmlampe zum
Aufleuchten.
Wahrheitstabelle
Input A Output Q
unterhalb der Höhe
0
1
Höhe überschritten
1
0
Beschreibung der Funktion - Signale
Der Ausgang Q ist dann 1, wenn der Eingang 0 ist.
Der Ausgang Q ist dann 0, wenn der Eingang 1 ist.
Das Eingangssignal invertiert zum Ausgangssignal.
_
Der Ausgang Q ist invers zum Eingang A ⇒ Q
Prinzipschaltung – Öffner
Englische Bezeichnung
Inverter (NOT)
Schaltzeichen
1
0
IC-Nr. der Schaltkreisfamilien
TTL 7404
© Josef Stiegler
CMOS 4069
Funktionstabelle
Seite 11
12.07.2005
4. Aufgaben und Lösungen: Grundgatter
Aufgaben: Gatter UND
1)
2)
3)
4)
5)
Zeichne das Schaltbild! Erstelle die Wahrheitstabelle! Beschreibe die Funktion!
Wie lautet die englische Bezeichnung des Gatters?
Erstelle die Funktionstabelle des Gatters!
Welche Bausteine enthalten UND-Gatter?
Zeichne die Prinzipschaltung im Stromkreis!
Aufgaben: Gatter ODER
1)
2)
3)
4)
5)
Zeichne das Schaltbild! Erstelle die Wahrheitstabelle! Beschreibe die Funktion!
Wie lautet die englische Bezeichnung des Gatters!
Erstelle die Funktionstabelle des Gatters!
Welche Bausteine enthalten ODER-Gatter?
Zeichne die Prinzipschaltung im Stromkreis!
Aufgaben: Gatter NOT
1)
2)
3)
4)
5)
Zeichne das Schaltbild! Erstelle die Wahrheitstabelle! Beschreibe die Funktion!
Wie lautet die englische Bezeichnung des Gatters?
Erstelle die Funktionstabelle des Gatters?
Welche Bausteine enthalten NOT-Gatter (Inverter)?
Zeichne die Prinzipschaltung im Stromkreis!
Lösungen - Gatter UND:
1) Wahrheitstabelle, Schaltbild
Funktion: Der Ausgang A des UND - Gatters besitzt
immer dann das logische Signal 1, wenn beide
Eingänge ein logisches 1-Signal besitzen. A = 1 wenn .. E1 = 1 und E2 = 1
2) Englische Bezeichnung: UND – Gatter = AND – Gate
3) Funktiontabelle: Q = A ^ B oder A = E1 ^ E2
4) Bausteine: 74 LS 08 vier UND-Gatter, je zwei Eingänge; 74 LS 21 zwei UND-Gatter, je vier Eingänge
5) Prinzipschaltung im Stromkreis
Lösungen - Gatter ODER:
1)
2)
3)
4)
5)
Wahrheitstabelle, Schaltbild
Funktion: Der Ausgang A des ODER - Gatters besitzt
immer dann das logische Signal 1, wenn einer der
Eingänge E1 oder E2 oder beide Eingänge ein logisches
1-Signal besitzen. A = 1 wenn .. E1 = 1 oder E2 = 1 oder E1 = 1 und E2 = 1
Englische Bezeichnung: ODER - Gatter = OR - Gate
Funktiontabelle: Q = A v B oder A = E1v E2
Bausteine 74 LS 32 .. vier ODER-Gatter, zwei Eingänge
Prinzipschaltung im Stromkreis
© Josef Stiegler
Seite 12
12.07.2005
Lösungen - Gatter NOT:
1)
3)
Wahrheitstabelle, Schaltbild
Funktion: Der Ausgang A des Inverters entspricht
immer dem entgegengesetzten (negierten)
Wert des Eingangs. A = 1 wenn .. E1 = 0
Englische Bezeichnung: Inverter (NOT)
__
Funktionstabelle: A = E1 oder
4)
5)
Bausteine 74 LS 04 .. sechs Inverter, je ein Eingang
Prinzipschaltung im Stromkreis
2)
Die LED leuchtet, wenn der Öffner nicht betätigt wird.
Der Stromkreis wird durch Drücken der Taste (E=1) geöffnet (=Öffner-Taste), wodurch kein Strom mehr durch die
Lampe fließen kann, diese also nicht leuchtet (A=0).
5. Simulationsprogramm: Digital Works
www.mecanique.co.uk /digital-works/
United Kingdom Version 3.04.39, kostenloser Download für 30 Tage
Digital Works ist ein Programm, welches Konstruktion und Simulation eines digitalisierten Schaltkreises
ermöglicht, um sein Verhalten zu analysieren.
DieseSchaltungen können aus Grund-Gattern, also Schaltnetzen wie NOT, AND, OR, NAND, NOR, XOR
(= EXOR), XNOR (= NEXOR) oder auch aus Schaltwerken wie Flip Flops, Register, RAM/ROM-Modulen oder
Zählern zusammengesetzt werden.
Arbeitsplatzfenster
© Josef Stiegler
Seite 13
12.07.2005
Gatter, Eingangsgeräte, Ausgangsgeräte, Simulationsfunktionen
Im Arbeitsplatzmenü stehen folgende Elemente und Funktionen zur Auswahl zur Verfügung:
Anleitung
Ein Gatter („gate“) ist das fundamentale Element einer jeden digitalen Schaltung. Digital Works beinhaltet sieben "GatterTypen" , die aus der Menüleiste in den Arbeitsplatz eingefügt werden können.
Hierzu klickt man zuerst auf das Icon in der Auswahlmenüleiste und dann auf die Einfügestelle im Arbeitsplatz.
Dort ist es auch möglich durch wiederholtes Anklicken mit der linken Maustaste die Objekte zu verschieben. Die Gatter
können alle beliebig in verschiedene Richtungen gedreht werden, hierzu klickt man auf den Ausgang des Gatters und
zieht es herum.
Das Interaktive Input
ermöglicht im Simulationsbetrieb
Eingabe eines „1“ oder „0“-Signals und damit die Simulation eines Schaltnetzes.
eine userdefinierte
Erzeuge folgendes Schaltbild (Term Q= A ^ B).
1. Positioniere die Eingänge A und B, das
AND-Gatter sowie den Ausgang Q (LED) und
beschrifte sie.
2. Markiere das Leitungs-Icon
und
verbinde die Schaltelemente („attatch“ bedeutet:
durch Klick kann hier eine Verbindung
geschaffen werden).
3. Starte mit „run“
die Simulation und
setze mit dem Schalter „interactive input“
nacheinander die Inputs A und B und
beobachte die Reaktion der Inputs und des
Outputs ein rotes Signal (Standard) bedeutet
High-Level („1“).
Aufgabe:
Erstelle das abgebildete Schaltbild (3 Eingänge,
AND-Gatter, ODER-Gatter, LED als Output!
Simuliere alle Möglichkeiten für die Eingänge!
Notiere die Reaktion des Output in einer Tabelle!
Hinweis:
Braucht man bei einem Gatter mehr als zwei
Eingänge, so kann man durch Klick mit der rechten
Maustaste die Zahl der Eingänge auf maximal vier
erhöhen (nur bei AND-, NAND-, OR- und NOR-Gatter
möglich).
© Josef Stiegler
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6. Zusammengesetzte Grundgatter
6.1. NAND - Nicht UND
Wahrheitstabelle
Input A
0
0
1
1
Input B
0
1
0
1
Output Q
1
1
1
0
Beschreibung der Funktion - Signale
Der Ausgang Q ist 0, wenn alle Eingänge 1 sind.
Der Ausgang Q ist 1, wenn mindestens ein Eingang 0 ist.
Funktionstabelle
Schaltzeichen
Prinzipschaltung Öffner
Parallelschaltung
IC-Nr. der Schaltkreisfamilien TTL 7400 CMOS 4011
6.2. NOR - Nicht ODER
Wahrheitstabelle
Input A
0
0
1
1
Input B
0
1
0
1
Beschreibung der Funktion - Signale
Der Ausgang Q ist 1, wenn alle Eingänge 0 sind.
Der Ausgang Q ist 0, wenn mindestens ein Eingang 1 ist.
Output Q
1
0
0
0
Schaltzeichen
Prinzipschaltung Öffner
Reihenschaltung
Funktionstabelle
IC-Nr. der Schaltkreisfamilien
TTL 7402 CMOS 4001
6.3. EXOR (XOR) - Exklusiv ODER
Wahrheitstabelle
Input A
0
0
1
1
Input B
0
1
0
1
Beschreibung der Funktion - Signale
Der Ausgang Q ist 1, wenn alle Eingänge unterschiedlich sind.
Der Ausgang Q ist 0, wenn alle Eingänge gleich sind.
Output Q
0
1
1
0
Prinzipschaltung
Schaltzeichen
Funktionstabelle
IC-Nr. der Schaltkreisfamilien
TTL 7486 CMOS 4030
6.4. EXNOR (XNOR) - Exklusiv Nicht ODER
Wahrheitstabelle
Input A
0
0
1
1
Input B
0
1
0
1
Output Q
1
0
0
1
Beschreibung der Funktion - Signale
Der Ausgang Q ist 0, wenn alle Eingänge unterschiedlich
sind. Der Ausgang Q ist 1, wenn alle Eingänge gleich sind.
Prinzipschaltung
Schaltzeichen
Funktionstabelle
IC-Nr. der Schaltkreisfamilien
TTL 74 ?? CMOS 4077
© Josef Stiegler
Seite 15
12.07.2005
7. Aufgaben und Lösungen: Zusammengesetzte Grundgatter der Digitaltechnik
7.1. Aufgaben: Gatter NAND - Nicht UND
1)
2)
3)
4)
5)
6)
7)
8)
Zeichne das Schaltbild! Erstelle die Wahrheitstabelle! Beschreibe die Funktion!
Wie lautet die englische Bezeichnung des Gatters?
Erstelle die Funktionstabelle des Gatters mit dem Schaltbild!
Welche Bausteine enthalten NAND-Gatter?
Zeichne die Prinzipschaltung im Stromkreis!
Erstelle die Wahrheitstabelle des NAND-Gatters mit dem Simulationsprogramm - Ausdruck!
Simuliere die Verschaltung der logischen Grundgatter UND und Inverter.
Trage die Ausgangswerte in die Wahrheitstabelle ein!
Ergänze das Schaltbild:
9)
10)
11)
12)
Verschalte die Eingänge eines NAND-Gatters so, dass aus ihm ein Inverter wird – 2 Möglichkeiten!
Verschalte 2 NAND-Gatter so, dass aus ihm ein UND-Gatter wird – Simulation mit Wahrheitstabelle!
Verschalte 3 NAND-Gatter so, dass aus ihm ein OR-Gatter wird – Simulation mit Wahrheitstabelle!
Verschalte 2 Inverter und 1 ODER-Gatter, dass sie ein NAND-Gatter ersetzen – Simulation mit
Wahrheitstabelle!
13) Verschalte 4 NOR-Gatter, dass sie ein NAND-Gatter ersetzen – Simulation mit Wahrheitstabelle!
14) Verschalte 2 Inverter und 1 UND-Gatter, dass sie ein NOR-Gatter ersetzen – Simulation
mit Wahrheitstabelle!
15) Verschalte 4 NAND-Gatter, dass sie ein NOR-Gatter ersetzen – Simulation mit Wahrheitstabelle!
7.2. Aufgaben: Gatter NOR - Nicht ODER
16)
17)
18)
19)
20)
21)
22)
Zeichne das Schaltbild! Erstelle die Wahrheitstabelle! Beschreibe die Funktion!
Wie lautet die englische Bezeichnung des Gatters?
Erstelle die Funktionstabelle des Gatters mit dem Schaltbild!
Welche Bausteine enthalten NOR-Gatter?
Zeichne die Prinzipschaltung im Stromkreis!
Erstelle die Wahrheitstabelle des NOR-Gatters mit dem Simulationsprogramm - Ausdruck!
Simuliere die Verschaltung der logischen Grundgatter ODER und Inverter.
Trage die Ausgangswerte in die Wahrheitstabelle ein!
23) Ergänze das Schaltbild:
24) Verschalte die Eingänge eines NOR-Gatters so, dass aus ihm ein Inverter wird - 2 Möglichkeiten!
25) Verschalte drei NOR-Gatter so, dass aus ihm ein UND-Gatter wird – Simulation mit Wahrheitstabelle!
26) Verschalte zwei NOR-Gatter so, dass aus ihm ein OR-Gatter wird – Simulation mit Wahrheitstabelle!
7.3. Aufgaben: Gatter EXOR (XOR) - Exklusiv ODER
27)
28)
29)
30)
31)
32)
Zeichne das Schaltbild! Erstelle die Wahrheitstabelle! Beschreibe die Funktion!
Wie lautet die englische Bezeichnung des Gatters?
Erstelle die Funktionstabelle des Gatters mit dem Schaltbild!
Welche Bausteine enthalten EXOR-Gatter?
Zeichne die Prinzipschaltung im Stromkreis!
Erstelle die Wahrheitstabelle des EXOR (XOR)-Gatters mit dem Simulationsprogramm - Ausdruck!
7.4. Aufgaben: Gatter EXNOR (XNOR) - Exklusiv Nicht ODER
33)
34)
35)
36)
37)
38)
Zeichne das Schaltbild! Erstelle die Wahrheitstabelle! Beschreibe die Funktion!
Wie lautet die englische Bezeichnung des Gatters?
Erstelle die Funktionstabelle des Gatters mit dem Schaltbild!
Welche Bausteine enthalten EXNOR-Gatter?
Erstelle die Wahrheitstabelle des EXNOR (XNOR)-Gatters mit dem Simulationsprogramm - Ausdruck !
Zeichne die Prinzipschaltung im Stromkreis!
© Josef Stiegler
Seite 16
12.07.2005
7.5. Aufgaben: Schaltungen mit dem Grundgatter
39) Wie heißen die digitalen Gatter in der Schaltung?
40) Erstelle die Wahrheitstabelle für diese Schaltung
mit dem Simulationsprogramm!
41) Wie heißen die digitalen Gatter in der Schaltung?
42) Welche Wahrheitstabelle besitzen die Gatter?
Lösungen – Aufgaben 7.1.: Gatter NAND - Nicht UND
1) Schaltbild , Wahrheitstabelle
Beschreibung der Funktion - Signal
Der Ausgang Q ist 0, wenn alle Eingänge 1 sind.
Der Ausgang Q ist 1, wenn mindestens ein
Eingang 0 ist.
2)
NAND
3) Funktionstabelle
E1
0
0
1
1
4)
E2
0
1
0
1
E1^ E2
0
0
0
1
Schaltbild
______
A = E1 ^ E2
1
1
1
0
TTL 7400. CMOS 4011
5). Prinzipschaltung im Stromkreis
9)
1. Möglichkeit
Die Eingänge des NAND–Gatters werden miteinander verbunden.
Dadurch entfallen die Zustände, bei denen die Eingänge unterschiedliche
Signale besitzen. Die Eingänge E1 und E2 verschmelzen zu einem
Eingang. Ist dieser 0 so wird der Ausgang 1, ist er 1 so wird der Ausgang 0
2. Möglichkeit
Ein Eingang des NAND–Gatters wird an +Ub (+5V) gelegt.
Dieser führt immer 1-Signal. Dadurch entfallen zwei Zustände.
Der zweite Eingang wird als Eingang für die neu entstandene
Schaltung benutzt. Ist er 0, so wird der Ausgang 1, ist er 1, so
wird der Ausgang 0.
10)
© Josef Stiegler
11)
12)
Seite 17
12.07.2005
13)
14)
15)
Lösungen – Aufgaben 7.2.: Gatter NOR - Nicht ODER
16)
Schaltbild , Wahrheitstabelle
Beschreibung der Funktion - Signale
Der Ausgang Q ist 1, wenn alle Eingänge 0 sind.
Der Ausgang Q ist 0, wenn mindestens ein Eingang 1 ist.
17)
NOR
Schaltbild
18) Funktionstabelle
E1
0
0
1
1
E2
0
1
0
1
E1^ E2
0
1
1
1
19) TTL 7402 CMOS 4001
23)
______
A = E1 ^ E2
1
0
0
0
20) Prinzipschaltung des Stromkreises
24)
1. Möglichkeit
Die Eingänge des NO –Gatters werden
miteinander verbunden. Dadurch
entfallen die Zustände, bei denen die Eingänge unterschiedliche Signale
besitzen. Die Eingänge E1 und E2 verschmelzen zu einem Eingang.
Ist dieser 0 so wird der Ausgang 1, ist er 1 so wird der Ausgang 0.
2. Möglichkeit
Ein Eingang des NOR–Gatters wird an GND (0 V) gelegt. Dieser
führt immer 0-Signal. Dadurch entfallen zwei Zustände. Der zweite
Eingang wird als Eingang für die neu entstandene Schaltung benutzt.
Ist er 0, so wird der Ausgang 1, ist er 1, so wird der Ausgang 0
25)
© Josef Stiegler
26)
Seite 18
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Lösungen – Aufgaben 7.3.: Gatter EXOR - Exklusiv ODER
27) Schaltbild, Wahrheitstabelle
Beschreibung der Funktion - Signale
Der Ausgang Q ist 1, wenn alle Eingänge unterschiedlich
sind. Der Ausgang Q ist 0, wenn alle Eingänge gleich sind.
28) XOR oder EXOR
29) Funktionstabelle
__ __
E1 E2 E1 E2
0
0
1
0
0
1
1
1
1
0
0
0
1
1
0
1
Schaltbild
__
E1^ E2
0
0
1
0
__
E1^ E2
0
1
0
0
30) TTL 7486 CMOS 4030
31) Diese Schaltung ist bei Hausinstallationen als
Wechselschaltung bekannt.
__
__
(E1 ^ E2) v (E1 ^ E2)
0
1
1
0
31) a)
Lösungen – Aufgaben 7.4.: Gatter EXNOR - Exklusiv Nicht ODER
Beschreibung der Funktion - Signale
Der Ausgang Q ist 0, wenn alle Eingänge unterschiedlich sind.
Der Ausgang Q ist 1, wenn alle Eingänge gleich sind.
33) Schaltbild, Wahrheitstabelle
34) XNOR oder EXNOR
35) Funktionstabelle
__ __ __ __
E1 E2 E1 E2 E1^ E2
0
0
1
0
1
0
1
1
1
0
1
0
0
0
0
1
1
0
1
0
36) TTL 74??
CMOS 407
Schaltbild
E1^ E2
0
0
0
1
Lösungen – Aufgaben 7.5.:
Schaltungen mit dem Grundgatter
__ __
(E1 ^ E2) v (E1 ^ E2)
1
0
0
1
38)
39) 2 Inverter, 2 UND-Gatter, 1 ODER-Gatter
40)
4 NAND-Gatter
41)
© Josef Stiegler
42)
Seite 19
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8. Übungen – Grundgatter
8.1. Schaltbilder, Wahrheitstabelle, Funktion
8.1. 1. Aufgaben: Zeichne zu den Funktionen Nr. 7 bis 12 die Schaltbilder!
_ _
Nr. 7 Q = A ^ B ^ C
Nr. 9 Q = (A ^ B) v ( A ^ C )
Nr. 8 Q = A v ( B v C )
Nr. 10 Q = A v B v C
8.1. 2. Aufgaben : Ergänze die Wahrheitstabelle – mit dem
Simulationsprogramm - zu den Schaltbildern Nr. 1 bis 18!,
Erstelle die Funktionstabelle zu den Schaltbildern Nr. 1 bis 18!
Beschrifte die Gatter! A, B, C = Eingang X, X1, X2, Q = LED
Nr. 11
Nr. 12
zur Nr. 1
A
X
0
0
1
1
0
0
1
1
Seite 20
X
Q
X
Q
X
Q
X1
X2
Q
X1
X2
Q
0
1
0
1
zur Nr. 9
A
B
0
0
1
1
Q
0
1
0
1
zur Nr. 8
A
B
0
0
1
1
X
0
1
0
1
zur Nr. 7
A
B
0
0
1
1
Q
0
1
0
1
zur Nr. 6
A
B
0
0
1
1
X
0
1
0
1
zur Nr. 5
A
B
0
0
1
1
Q
0
1
0
1
zur Nr. 4
A
B
0
0
1
1
X
0
1
0
1
zur Nr. 3
A
B
© Josef Stiegler
Q
0
1
zur Nr. 2
A
B
Schaltbilder, Wahrheitstabellen
_
_
Q=Av B v C
Q = (A v B) v C
0
1
0
1
12.07.2005
Wahrheitstabelle zur Nr. 10
A
B
C
X
0
0
0
0
1
1
1
1
0
0
1
1
0
0
1
1
Wahrheitstabelle zur Nr. 11
A
B
C
X
0
0
0
0
1
1
1
1
0
0
1
1
0
0
1
1
0
0
1
1
0
0
1
1
0
0
1
1
0
0
1
1
X1
Wahrheitstabelle zur Nr. 16
A
B
C
X1
0
0
0
0
1
1
1
1
0
0
1
1
0
0
1
1
© Josef Stiegler
X2
Q
0
0
1
1
0
0
1
1
0
0
0
0
1
1
1
1
Seite 21
0
0
1
1
0
0
1
1
Q
0
1
0
1
0
1
0
1
Wahrheitstabelle zur Nr. 15
A
B
C
X
0
1
0
1
0
1
0
1
Q
0
1
0
1
0
1
0
1
Wahrheitstabelle zur Nr. 14
A
B
C
X
0
0
0
0
1
1
1
1
Q
0
1
0
1
0
1
0
1
Wahrheitstabelle zur Nr. 13
A
B
C
X
0
0
0
0
1
1
1
1
Q
0
1
0
1
0
1
0
1
Wahrheitstabelle zur Nr. 12
A
B
C
X
0
0
0
0
1
1
1
1
Q
0
1
0
1
0
1
0
1
Q
0
1
0
1
0
1
0
1
12.07.2005
Wahrheitstabelle zur Nr. 17
A
B
C
X1
0
0
0
0
1
1
1
1
0
0
1
1
0
0
1
1
X2
Wahrheitstabelle zur Nr. 18
A
B
C
X1
Q
0
1
0
1
0
1
0
1
0
0
0
0
1
1
1
1
0
0
1
1
0
0
1
1
X2
Q
0
1
0
1
0
1
0
1
8.1. 3. Aufgaben: Erstelle zu den Schaltbildern Nr. 1 bis 6 die Funktionen!
Lösungen - Schaltbilder, Wahrheitstabelle, Funktion
Lösungen - Aufgaben 8.1. 1. – Schaltbilder 7 - 12
© Josef Stiegler
Seite 22
12.07.2005
Lösungen – Aufgaben 8.1.2. zur Wahrheitstabelle Nr. 1-18.
zur Nr. 1
A
X
0
1
zur Nr. 8
A
B
Q
1
0
0
1
zur Nr. 2
A
B
X
Q
A
0
0
1
1
0
1
0
1
0
1
1
1
1
0
0
0
A
zur Nr. 3
B
X
Q
0
0
1
1
0
1
0
1
1
1
1
0
0
0
0
1
A
zur Nr. 4
B
X
Q
0
0
1
1
0
1
0
1
1
0
0
0
0
1
1
1
A
zur Nr. 5
B
X
Q
0
0
1
1
0
1
0
1
1
0
0
1
0
1
1
0
zur Nr. 6
B
X
0
1
0
1
1
1
0
0
1
1
0
1
A
zur Nr. 7
B
X
Q
0
0
1
1
0
1
0
1
0
0
1
0
Wahrheitstabelle zur Nr. 17
A
B
C
X1
0
0
0
0
1
1
1
1
0
0
1
1
0
0
1
1
0
1
0
1
0
1
0
1
© Josef Stiegler
0
1
0
1
A
B
0
0
1
1
0
1
0
1
0
0
0
0
0
0
1
1
X1
X2
Q
1
1
0
0
1
0
1
0
1
1
1
0
zur Nr. 9
X1
X2
1
1
0
0
1
0
1
0
0
0
0
0
1
1
1
1
0
0
1
1
0
0
1
1
A
0
1
0
1
0
1
0
1
0
0
0
0
1
1
1
1
Q
1
0
0
0
Wahrheitstabelle zur Nr. 10
A
B
C
X
A
0
0
0
0
1
1
1
1
Q
0
1
1
1
0
1
1
1
0
1
1
1
1
1
1
1
0
0
1
1
0
0
1
1
0
1
0
1
0
1
0
1
0
0
0
0
0
0
1
1
Wahrheitstabelle zur Nr. 16
A
B
C
X1
0
0
0
0
1
1
1
1
0
0
1
1
0
0
1
1
X2
Q
1
1
1
1
1
1
1
0
0
0
0
0
1
1
1
0
0
1
0
1
0
1
0
1
1
0
0
0
1
0
0
0
0
0
1
1
0
0
1
1
0
0
1
1
0
0
1
1
0
0
0
0
1
1
1
1
0
1
0
1
0
1
1
1
A
X2
Q
0
0
0
0
1
0
0
0
1
1
0
0
0
1
0
0
0
1
0
1
0
1
0
1
0
0
0
0
0
0
1
1
Q
0
0
0
0
0
0
0
1
Wahrheitstabelle zur Nr. 12
B
C
X
Q
A
Wahrheitstabelle zur Nr. 15
B
C
X
Q
0
0
0
0
1
1
1
1
Q
0
0
1
1
1
0
1
0
0
0
1
1
Wahrheitstabelle zur Nr. 11
A
B
C
X
0
0
0
0
1
1
1
1
0
1
0
1
0
1
0
1
0
0
1
1
1
1
1
1
1
0
0
0
0
0
0
0
Wahrheitstabelle zur Nr. 13
B
C
X
Q
0
0
1
1
0
0
1
1
0
1
0
1
0
1
0
1
1
1
1
0
1
1
1
0
Wahrheitstabelle zur Nr. 14
B
C
X
Q
0
0
1
1
0
0
1
1
0
1
0
1
0
1
0
1
1
0
0
0
1
0
0
0
Wahrheitstabelle zur Nr. 18
A
B
C
X1
0
0
0
0
1
1
1
1
Seite 23
0
0
0
0
1
1
1
0
0
0
1
1
0
0
1
1
0
1
0
1
0
1
0
1
0
1
0
1
1
1
1
1
1
1
1
1
0
1
1
1
X2
Q
1
1
1
1
1
1
0
0
0
1
0
1
1
1
0
0
12.07.2005
Lösungen – Aufgaben 8.1.2. zur Funktionstabelle Nr. 1-18.
Nr. 2
Nr.1
A
0
1
X
1
0
Q
0
1
A
0
0
1
1
Nr. 3
B
0
1
0
1
_
Q=X
1
0
0
0
X=AvB
0
1
1
1
Nr. 4
_____
AvB X=AvB
0
1
1
0
1
0
1
0
B
0
1
0
1
_
Q=X
0
1
1
1
Nr. 6
A
0
0
1
1
B
0
1
0
1
_
X=A
1
1
0
0
B
0
1
0
1
_
Q=A v B
1
1
0
1
_
Q=X
1
1
1
0
_
B
1
0
1
0
A
0
0
1
1
_
A^B
0
0
1
0
B
0
1
0
1
A
0
0
0
0
1
1
1
1
B
0
0
1
1
0
0
1
1
C
0
1
0
1
0
1
0
1
OR
X=AvB Q = C v X
0
0
0
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
_
X=B
1
0
1
0
A
0
0
1
1
Q=A^B
0
0
1
0
B
0
0
1
1
0
0
1
1
C
0
1
0
1
0
1
0
1
© Josef Stiegler
_
Q=X
1
0
0
1
B
0
0
1
1
0
0
1
1
_
_
B A(X1) B(X2) Q = X1vX2
0
1
1
1
1
1
0
1
0
0
1
1
1
0
0
0
Nr. 11
C
0
1
0
1
0
1
0
1
A
0
0
0
0
1
1
1
1
X=BvC Q = A v X
0
0
1
1
1
1
1
1
0
1
1
1
1
1
1
1
B
0
0
1
1
0
0
1
1
C
0
1
0
1
0
1
0
1
X=A^ B Q = C ^ X
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
1
0
1
1
Nr. 13 NAND (zerlegt in UND und NOT)
NOT _ _
Q=CvX
1
0
0
0
0
0
0
0
A
0
0
0
0
1
1
1
1
Nr. 14 NOR bzw. NAND (zerlegt in OR/UND und NOT)
OR
NOT_ _
BvC X=BvC
0
1
1
0
1
0
1
0
0
1
1
0
1
0
1
0
_
_ _
A ^ B X =(A^B)v(A^B)
0
0
1
1
0
1
0
0
Nr. 8
Nr. 12 NOR (zerlegt in OR und NOT)
A
0
0
0
0
1
1
1
1
X=A^B
0
0
0
1
Nr. 10
_
_
B A(X1) B(X2) Q = X1^X2
0
1
1
1
1
1
0
0
0
0
1
0
1
0
0
0
A
0
0
0
0
1
1
1
1
_
A
1
1
0
0
Nr. 7
Nr. 9
A
0
0
1
1
B
0
1
0
1
Nr. 5
A
0
0
1
1
A
0
0
1
1
A
0
0
1
1
UND
Q=A^X
0
0
0
0
1
0
0
0
NOT_ _
Q=A^X
1
1
1
1
0
1
1
1
Seite 24
B
0
0
1
1
0
0
1
1
UND
C B^C
0
0
1
0
0
0
1
1
0
0
1
0
0
0
1
1
NOT_ _
X=B^C
1
1
1
0
1
1
1
0
Q=A^X
0
0
0
0
1
1
1
0
Nr. 15
A
0
0
0
0
1
1
1
1
B
0
0
1
1
0
0
1
1
C
0
1
0
1
0
1
0
1
X=A^B Q = C v X
0
0
0
1
0
0
0
1
0
0
0
1
1
1
1
1
12.07.2005
Nr. 16 NOR (zerlegt in OR und NOT)
A
0
0
0
0
1
1
1
1
B
0
0
1
1
0
0
1
1
OR NOT _ _
C BvC X1 = BvC
0
0
1
1
1
0
0
1
0
1
1
0
0
0
1
1
1
0
0
1
0
1
1
0
OR
X2 = A^X1 Q = X2vB
0
0
0
0
0
1
0
1
1
1
0
0
0
1
0
1
Nr. 17
A
0
0
0
0
1
1
1
1
B
0
0
1
1
0
0
1
1
NAND (zerlegt in UND und NOT)
C
0
1
0
1
0
1
0
1
X1 = A ^ B
0
0
0
0
0
0
1
1
UND
X1 ^ C
0
0
0
0
0
0
0
1
Nr. 18
A
0
0
0
0
1
1
1
1
B
0
0
1
1
0
0
1
1
NOT_ _
Q = BvX2
1
1
0
0
0
1
0
0
NOT__ _
X2 = X1^C
1
1
1
1
1
1
1
0
Q = A^X2
0
0
0
0
1
1
1
0
NAND (zerlegt in UND und NOT)
C
0
1
0
1
0
1
0
1
ODER
UND
NOT_ _
UND
X1 = B v C X2 = A ^ B X2 = A ^ B Q = X1 ^ X2
0
0
1
0
1
0
1
1
0
0
1
0
1
0
1
1
1
0
1
1
1
0
1
1
1
1
0
0
1
1
0
0
Lösungen - Aufgaben zu 8.1. 3. – Schaltbilder 1 - 6
_
Nr. 1
Q=A^B^C
Nr. 2 Q = A ^ ( B v C )
_
Nr. 3 Q = (A v B) v C
Nr. 5
Nr. 4 Q = A v B v C
Nr. 6
_
Q=A^ B ^C
Q = A v (B v C)
9. Einfache Schaltkreise
9.1. Aufgabe
Beschreibe die Funktionsweise!
© Josef Stiegler
9.2. Aufgabe
Beschreibe die Funktionsweise!
Seite 25
12.07.2005
Lösung zu 9.1. Aufgabe
Der Stromkreis wird durch Drücken der Taste
geschlossen (= Schließer-Kontakt):
A = 1; hierdurch erhält die Lampe Spannung
und leuchtet (X = 1).
Lösung zu 9.2. Aufgabe
Die Taste ist nicht gedrückt (A = 0) der Stromkreis
ist geschlossen; hierdurch erhält die Lampe
Spannung und leuchtet (X = 1).
Der Stromkreis wird durch Drücken der
Taste (A = 1) geöffnet (= Öffner-Taste),
wodurch kein Strom mehr durch die
Lampe fließen kann, dies also nicht
leuchtet (X = 0).
_
Es gilt also: X = A („Negation“) NICHT-Schaltung
Vergleiche mit der Wahrheitstabelle!
Es gilt also: X = A
9.3. Aufgabe
Beschreibe die Funktionsweise!
Lösung zu 9.3. Aufgabe
9.4. Aufgabe
Beschreibe die Funktionsweise!
Lösung zu 9.4. Aufgabe
Bei einer Reihenschaltung zweier Schließer
gibt es vier Schaltmöglichkeiten:
A geöffnet und B geöffnet ⇒ Stromkreis
geöffnet ⇒ Lampe leuchtet nicht;
A geschlossen und B geöffnet ⇒ Stromkreis
Geöffnet ⇒ Lampe leuchtet nicht;
A geöffnet und B geschlossen ⇒ Stromkreis
geöffnet ⇒ Lampe leuchtet nicht;
A geschlossen und B geschossen ⇒
Stromkreis geschlossen ⇒ Lampe leuchtet;
Bei einer Parallelschaltung zweier Schließer
gibt es vier Schaltmöglichkeiten:
A geöffnet und B geöffnet ⇒ Stromkreis
geöffnet Lampe leuchtet nicht;
A geschlossen und B geöffnet ⇒ Stromkreis
geschlossen ⇒ Lampe leuchtet;
A geöffnet und B geschlossen ⇒ Stromkreis
geschlossen ⇒ Lampe leuchtet;
A geschlossen und B geschossen ⇒ Stromkreis
geschlossen ⇒ Lampe leuchtet;
X = A ^ B („Konjunktion“) UND-Schaltung
Vergleiche mit der Wahrheitstabelle!
X = A v B („Disjunktion“) ODER-Schaltung
© Josef Stiegler
!
Vergleiche mit der Wahrheitstabelle!
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12.07.2005
Die einfachsten Informationstypen lassen sich durch Schalter realisieren, die – je nach dem, ob sie geschlossen oder
geöffnet sind, eindeutige und duale Signale liefern. Die Art des Signals hängt von der Beschaffenheit des Schalters ab, ob er
durch mechanischen Tastendruck einen Stromkreis schließt (= Schließer) oder öffnet (= Öffner), ob er in einem Relais durch
den Signalstrom, der durch eine Spule geleitet wird, einen Magneten bewegt und damit einen zweiten Stromkreis schließt,
oder ob er wie ein Transistor als „elektronischer Schließer“ funktioniert. Durch die Anordnung von Schaltern in Schaltkreisen
lassen sich die logischen Grundoperationen NOT, AND und OR realisieren.
9.1. Schaltungen im einfachen Stromkreis
Sie ordnen die vielen eingegebenen Signale nach ganz bestimmten, festgelegten mathematischen Regeln
einander zu. So stellen sie gewissermaßen für alle eingehenden Signale die "Weichen".
Verknüpfungsglieder ermöglichen bestimmte Rechenoperationen, wie Addition, Subtraktion, Multiplikation,
etc. Verknüpfungsglieder dienen in der modernen Elektronik zur Datenverarbeitung und zur Digitalisierung.
Allgemein werden heute Schaltungen der Digitaltechnik mit elektrischen Bauteilen ausgeführt: Widerstände,
Dioden, Transistoren, Kondensatoren, etc.
Dadurch werden die Schaltungen mit sämtlichen Bauteilen zu unübersichtlich.
Also ersetzt man Baugruppen wie Flip Flop durch vereinfachte Schaltsymbole.
Verknüpfungsglieder, die nach bestimmten Kriterien aufgebaut werden, sind Schaltkreisfamilien.
RTL - Resistor-Transistor-Logic
Die Glieder dieses Systems sind mit Widerständen und Transistoren aufgebaut.
DCTL – Direct-Coupled Transistor Logic
Die Glieder dieses Systems sind mit direkt miteinander gekoppelten Transistoren aufgebaut.
DRL - Dioden-Resistor-Logic
Die Glieder dieses Systems sind mit Dioden und Widerständen aufgebaut.
DTL - Dioden-Transistor-Logic
Die Glieder dieses Systems sind hauptsächlich mit Dioden und Transistoren aufgebaut.
TTL - Transistor-Transistor-Logic
Die Glieder dieses Systems sind aus Transistoren aufgebaut.
MOS
Die Glieder dieses Systems sind mit N-Kanal-MOS-FET oder P-Kanal-MOS-FET aufgebaut.
9.2. Richtiges Löten
Falls eine elektronische Schaltung nicht funktioniert, so kann dies auch auf falsche Löttechnik zurückzuführen sein.
Deshalb sollten die folgenden Hinweise für richtiges Löten unbedingt beachtet werden.
9.2.1. Lötkolben
Der Lötkolben sollte eine maximale Leistung von 30 Watt haben und eine gut verzinnte und gereinigte
Lötspitze besitzen.
Die Lötkolbenspitze sollte leicht angeschrägt oder meißelförmig sein. Um sauber Löten zu können, muss die Spitze
allseitig verzinnt und gereinigt werden. Die schwarze Zunderschicht kann bei Kupferlötspitzen (nicht bei Dauerlötspitzen) mit einer Feile und Schleifpapier entfernt werden. Anschließend muss die Lötkolbenspitze wieder verzinnt
werden.
Das Verzinnen muss während des erstmaligen Erwärmens des Lötkolbens (auch bei einem neuen Lötkolben)
geschehen.
Die Lötspitze sollte nach fast jeder hergestellten Lötverbindung mit einem Stück Stoff (ev. Papiertaschentuch,
Schwamm ...) abgewischt werden.
© Josef Stiegler
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12.07.2005
9.2.2. Lötzinn
Als Lötzinn kann jedes qualitativ hochwertige Elektronik-Lötzinn mit Kolofoniumfüllung (= Flussmittel) mit einem
Durchmesser von 1 mm verwendet werden. Lötwasser oder Lötfett sind für den Aufbau von elektronischen
Schaltungen auf keinen Fall geeignet.
9.2.3. Beschreibung des Lötvorgangs
Die zu verlötenden Drähte müssen sauber sein und sich an der Verbindungsstelle berühren. Bereits ohne
Lötung sollte die Verbindung elektrisch leitend sein. Nötigenfalls werden die Drähte miteinander verdrillt,
bevor sie verlötet werden.
Der flache abgeschrägte Teil der verzinnten Spitze des Lötkolbens muss die Lötstelle berühren, damit eine gute
Wärmeübertragung möglich ist.
Gleichzeitig mit dem Lötkolben wird das Lötzinn auf die Kontaktstelle zwischen Lötkolben und Draht zugeführt. Dabei
wird auf das Lötzinn ein wenig Druck ausgeübt. Wenn das Lötzinn nun zu verfließen beginnt, wird weiteres Lötzinn
nachgedrückt. Ist genügend Lötzinn an der Lötstelle verflossen, entfernt man zuerst das Lötzinn und dann
den Lötkolben. Es ist nicht sinnvoll, sich das Lötzinn mit der Lötspitze irgendwo vom Arbeitstisch zur Lötstelle zu holen.
Auf dem Weg dorthin verdampfen die sich im Zinn befindlichen Löthilfsmittel, die für ein gutes Verfließen des Zinns auf
der Lötstelle sorgen sollen.
Die Lötung selbst ist zügig vorzunehmen. Bei längerer Lötdauer als 3 Sekunden sind besonders die Halbleiter
gefährdet, da über einer Temperatur von 180° C die Kristallstruktur des Siliziums zerfällt.
Mit dem Lötzinn ist sparsam umzugehen. Kleine silbrig glänzende Lötstellen zeugen von gekonnter Lötarbeit.
gute Lötstelle
schlechte Lötstelle
Um schlechte - „kalte“ - Lötstellen zu vermeiden, darf während des Abkühlens die Lötstelle nicht erschüttert werden.
Luftzufuhr durch Anblasen der Lötstelle beschleunigt den Kühlvorgang.
Eine kalte Lötstelle erkennt man an der graumatten Oberfläche des Lötzinns. Dann wurde entweder zu kurz
oder mit zu geringer Temperatur gelötet. In diesem Fall muss erneut bei der Lötung Lötzinn zugeführt werden.
Wichtig! Zusätzliches Lötzinn ist deshalb notwendig, weil auf der schlechten Lötstelle kein Kolophonium
mehr vorhanden ist.
Bei Litzendrähten und stärkeren Kupferdrähten werden vor der eigentlichen Lötverbindung zuerst die Enden
verzinnt.
9.3. Schaltungen für Lötübungen:
Dioden-Widerstand-Logik (DRL) - Dioden-Transistor-Logik ( DTL)
9.3.1 UND-Schaltung (DRL)
R1 = 120 Ohm (braun, rot, braun)
LED (langer Draht + )
Batterie 4,5 V (+ Anode, - Kathode)
© Josef Stiegler
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9.3.2 ODER-Schaltung (DRL)
R1 = 120 Ohm (braun, rot, braun)
LED (langer Draht + )
Batterie 4,5 V (+ Anode, - Kathode)
9.3.3 NICHT-Schaltung (DTL)
R1 = 1,8 kOhm (braun, grau, rot)
R2 = 120 Ohm (braun, rot, braun)
LED (langer Draht + )
Transistor BC 548 (oder ähnlich)
Batterie 4,5 V (+ Anode, - Kathode)
9.3.4. NAND-Schaltung (DTL)
R1 = 1,8 kOhm (braun, grau, rot)
R2 = 120 Ohm (braun, rot, braun)
LED (langer Draht + )
Transistor BC 548 (oder ähnlich)
Batterie 4,5 V (+ Anode, - Kathode)
9.3.5. NOR-Schaltung (DTL)
R1 = 1,8 kOhm (braun, grau, rot)
R2 = 120 Ohm (braun, rot, braun)
LED (langer Draht + )
Transistor BC 548 (oder ähnlich)
Batterie 4,5 V (+ Anode, - Kathode)
© Josef Stiegler
Seite 29
12.07.2005
9.3.6. UND-Schaltung (DRL)
R1 = 1 kOhm / 0,25 W
V1 = 1N4001
V2 = 1N4001
Wenn man beide Dioden mit +UBat verbindet, so sperren sie.
Durch den Widerstand R1 wird der Ausgang Q auf das Potential
von +UBat gelegt.
Wird eine Diode mit 0 V verbunden, so fließt jeder Strom im
Stromkreis über die Diode auf 0 V ab.
9.3.7. ODER-Schaltung (DRL)
R1 = 1 kOhm / 0,25 W
V1 = 1N4001
V2 = 1N4001
Wenn man beide Dioden mit 0 V verbindet, so sperren sie.
Über den Widerstand R1 fließt jeder Strom im Stromkreis auf 0 V ab.
Wird eine Diode mit +UBat verbunden, so wird der Ausgang Q auf das
Potential von +UBat gelegt.
9.3.8. NICHT-Schaltung (DTL)
R1 = 1 kOhm / 0,25 W
R2 = 150 Ohm / 0,25 W
V1 = BC 140/16
Wird er Eingang E mit 0 V verbunden, so sperrt der Transistor,
und über den Widerstand R2 liegt der Ausgang Q auf dem
Potential von +UBat
Wird der Eingang mit +UBat verbunden, so leitet der Transistor,
und über den Widerstand R2 fällt fast die ganze +UBat ab.
9.3.9. NAND-Schaltung (DTL)
R1 = 1 kOhm / 0,25 W
R2 = 150 Ohm / 0,25 W
V1 = 1N4001
V2 = 1N4001
V3 = 1N4001
V4 = BC 140/16
Die NAND-Schaltung entspricht einer Kombination aus
einer UND- und NICHT-Schaltung. Der BasisVorwiderstand der NICHT-Schaltung wird jedoch durch
eine Diode ersetzt.
9.3.10. NOR-Schaltung (DTL)
R1 = 1 kOhm / 0,25 W
R2 = 150 Ohm / 0,25 W
R3 = 1 kOhm / 0,25 W
V1 = 1N4001
V2 = 1N4001
V3 = BC 140/16
Die NOR-Schaltung entspricht einer Kombination aus
einer ODER- und einer NICHT-Schaltung.
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9.4. Digitalisierung von Installationsschaltungen
Wechselschaltung - Funktionsbeschreibung
Im Bild ist der Grundzustand der Schaltung dargestellt, die Lampe E1 ist ausgeschaltet, denn in jedem der
beiden möglichen Stromwege ist ein Schaltkontakt geöffnet.
(Grundstellung: S1-Schließerkontakt offen, Öffnerkontakt zu S2-Öffnerkontakt zu, Schließerkontakt offen)
Wird der Schalter S1 (Schließerkontakt zu, Öffnerkontakt offen) betätigt, fließt ein Strom von L1 über den
Schließerkontakt von S1 und den Öffner von S2 zur Lampe E1, dann nach N. Die Lampe ist aktiviert, sie
leuchtet.
Wird S1 (Schließerkontakt offen, Öffnerkontakt zu) erneut betätigt, verlöscht die Lampe wieder. Bleibt S1
(Schließerkontakt zu, Öffnerkontakt offen) in seiner Stellung und wird S2 (Öffnerkontakt offen,
Schließerkontakt zu) betätigt, so verlöscht die Lampe ebenfalls, denn der Öffnerkontakt von S2 öffnet den
Stromweg. Zwar wird der Schließer von S2 geschlossen, doch ist der zweite Stromweg durch die Betätigung
von S1 bereits unterbrochen.
Gleiches gilt, wenn S2 aus dem Grundzustand heraus betätigt wird. Die Schaltung ermöglicht es also, die
Lampe E1 an beiden Schaltstellen Ein- bzw. Auszuschalten. Man nennt die Schaltung eine
Wechselschaltung.
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Schütz – Funktionsbeschreibung
Man nennt K2 den Haltekontakt des Schützes und die Schaltung eine Selbsthalteschaltung, bei der es mit
einem Taster möglich ist, ein Schütz dauerhaft einzuschalten, um es mit einem zweiten Taster wieder
auszuschalten.
Wird Taster S1 (Schließerkontakt) betätigt, fließt ein Strom vom Außenleiter L1 über die Taster Ö1
(Öffnerkontakt) und S1 (Schließerkontakt) zur Erregerspule von Schütz K1 und von dort zurück zum
Neutralleiter N. Die Erregerspule zieht an und betätigt den Schützkontakt K2.
Wird nun Taster S1 (Schließerkontakt) losgelassen bleibt der Stromfuß von L1 nach N, über Taster
Ö1 (Öffnerkontakt) und Schützkontakt K2 bestehen. Das Schütz ist weiterhin aktiviert.
Erst wenn durch die Betätigung von Taster Ö1 (Öffnerkontakt) der Stromweg unterbrochen wird, fällt das
Schütz K1 in seine Ruheposition zurück und damit öffnet sich der Kontakt K2.
Wird Ö1 (Öffnerkontakt) nun losgelassen ist der Stromweg über K2 unterbrochen und das Schütz zieht nicht
wieder an. Erst eine erneute Betätigung von S1 (Schließerkontakt) würde das Schütz wieder aktivieren.
9.5. Vom Problem zur Schaltung
Vorgangsweise
Um die gewünschte Funktion zu erhalten, sollte man die folgende Punkte beachten:
Aufgabe Nr. 1:
1.
Sprachliche Beschreibung der Funktion der gesuchten Schaltung z. B.
Das Haus erhält eine Alarmanlage. Es ertönt die Sirene, wenn die Fenster oder Türen
unbefugt geöffnet werden.
1.
Eingangsvariablen und deren Anfangszustände:
Fenster (F): F = 0 geschlossen
F = 1 offen
2.
Tür (T): T = 0 geschlossen
T = 1 offen
Ausgangsvariable und deren Anfangszustände:
Sirene (Q): Q = 0 unbetätigt
Q = 1 betätigt
4.
Erstellen der Wertetabelle, Funktion:
Möglichkeit
Fenster, Tür geschlossen
Fenster offen, Tür geschlossen
Fenster geschlossen, Tür offen
Fenster offen, Tür offen
5.
Input
Input
Output
Fenster (F) Tür (T) Sirene (Q)
0
0
0
1
0
1
0
1
1
1
1
1
Eventuell Vereinfachung und Umformung mit Hilfe der Schaltalgebra:
Q = F oder T oder Q = F v T
6.
Schaltung:
E1 = Fenster - Input
E2 = Tür – Input
A = Sirene Q - Output
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Aufgabe Nr. 2:
1.
Sprachliche Beschreibung
Ein Safe kann nur mit den richtigen beiden Schlüsseln geöffnet werden.
2.
Eingangsvariablen und deren Anfangszustände:
Schlüssel Nr. 1: Nr. 1 = 0 nicht vorhanden
Nr. 1 = 1 vorhanden
3.
Ausgangsvariable und deren Anfangszustände:
Safe (Q): Q = 0 nicht offen
Q = 1 offen
4.
Erstellen der Wertetabelle, Funktion
Möglichkeit
Nr. 1 nicht vorhanden, Nr. 2 nicht vorhanden
Nr. 1 vorhanden, Nr. 2 nicht vorhanden
Nr. 1 nicht vorhanden, Nr. 2 vorhanden
Nr. 1 vorhanden, Nr. 2 vorhanden
Input
Nr. 2
0
1
0
1
Schlüssel Nr. 2: Nr. 2 = 0 nicht vorhanden
Nr. 2 = 1 vorhanden
Input
Nr. 1
0
0
1
1
Output
Safe
0
0
0
1
Q = Nr. 1 und Nr. 2
Q = Nr. 1 ^ Nr. 2
Schaltung: E1 = Schlüssel Nr. 1 - Input
E2 = Schlüssel Nr. 2 - Input
A = Safe Q - Output
5.
Aufgabe Nr. 3:
1.
Sprachliche Beschreibung
Ein Fahrstuhl fährt, wenn die Zieltaste (C) gedrückt, die Tür (A) geschlossen und die Nottaste (B) nicht gedrückt ist.
2.
Eingangsvariablen:
A = 0 offen
A = 1 geschlossen
B = 0 Nottaste gedrückt
B = 1 Nottaste nicht gedrückt
3.
Ausgangsvariable - Fahrstuhl fährt (Q):
Q = 0 Motor ausgeschaltet
Q = 1 Motor eingeschaltet
4.
Erstellen der Wertetabelle, Funktion
Input
Zieltaste (C)
0
1
0
1
0
1
0
1
Input
Nottaste
0
0
1
1
0
0
1
1
Input
Input
_________
Nottaste (B) Tür (A)
1
0
1
0
0
0
0
0
1
1
1
1
0
1
0
1
Output
_
Motor Q = A ^ B ^ C
0
0
0
0
0
1
0
0
C = 0 Zieltaste nicht gedrückt
C = 1 Zieltaste gedrückt
Freigabe nur dann, wenn alle
Bedingungen zutreffen:
Q = A und (nicht B) und C
_
Q=A^ B^C
5. Schaltung
A = Input - Tür
B = Input - Nottaste
C = Input - Zieltaste
Q = Output - Motor
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9.6. IC-Schaltungen
Wie lassen sich logische Verknüpfungen technisch verwirklichen – mit den IC-Schaltungen.
9.6.1. TTL
Die am meisten angewendeten Logikfamilien sind die mit der Bezeichnung TTL und CMOS. Wir wollen uns daher mit
den grundlegenden Eigenschaften und Daten der beiden Schaltkreisfamilien TTL und CMOS kurz soweit beschäftigen,
wie es für die praktische Anwendung erforderlich ist.
Die TTL-Schaltkreisfamilie entwickelte sich bereits sehr früh in der Halbleitergeschichte, löste sehr schnell die heute
kaum noch bekannten RTL- und DTL-Schaltkreisreihen der ersten Stunde ab und galt fast 30 Jahre als die bedeutendste
Schaltkreisfamilie. Die moderneren Vertreter dieser Schaltkreisreihe, etwa die 74LS-Reihe, haben nach wie vor eine
hohe Bedeutung in der modernen Schaltungstechnik.
Entwicklung der TTL-Familien
Jahr Baureihe
1963 Standard-TTL
1967 Low-Power
1967 High-Power
1969 Schottky
1971 Low-Power-Schottky
1978 Fast
1980 Advanced Low-Power-Schottky
1981 Advanced Schottky
Bezeichnung
74xx
74Lxx
74Hxx
74Sxx
74LSxx
74Fxx
74ALSxx
74ASxx
TTL bedeutet Transistor-Transistor-Logik und sagt uns nichts anderes, als dass sowohl Signal-Ein- als auch
Auskopplung über Transistoren erfolgt. Im Gegensatz dazu erfolgte dies bei den ersten bipolaren Schaltkreisen über
Dioden-Transistor (DTL) oder Widerstands-Transistor- (RTL) Kombinationen.
Die Ausführung mit "normalen" Transistoren gegenüber der in der MOS- und CMOS-Technik üblichen unipolaren
Transistoren gab der Schaltkreisfamilie die Einordnung in die Reihe der bipolaren Schaltkreise.
Die TTL-Baureihen gliedern sich, wie gesagt, in mehrere, historisch gewachsene Reihen. Während zunächst die
sogenannten Standard-TTL-Schaltkreise mit der Bezeichnung 74xxx den Markt dominierten, kamen später Reihen mit
sehr schnellen Schaltzeiten wie die High-Speed-Reihe 74Sxxx oder aber verringerter Leistungsaufnahme wie die
74Lxxx-Reihe sowie Kombinationen aus beiden Reihen (74LSxxx) hinzu. Letztere dominiert heute TTL-Anwendungen.
Temperaturbereich 0 bis +70 C (Standard)
Seine Funktionsweise ist schnell erklärt: Die Transistoren werden als Schalter betrieben, und zwar so, dass sie nicht
gleichzeitig leiten oder sperren können. Daher ist je nach Schaltzustand immer nur einer der beiden Transistoren leitend
und schaltet den Ausgang entweder nach Masse (Ausgangspegel = L) oder zur Betriebsspannung (Ausgangspegel = H)
durch.
So kann man z. B. mehrere NAND-Gatter so ausgangsseitig zusammenschalten, dass eine zusätzliche ANDFunktion entsteht. Durch Parallelschaltung von AND-Gattern oder OR-Gattern lassen sich dann in Ableitung
zusätzliche AND-Verknüpfungen mit kaskadierbaren Eingängen oder zusätzliche NOR-Funktionen erzielen.
Die TTL-Familie deckt heute nahezu alle denkbaren Anwendungen mit Schaltkreisen niedrigen und mittleren
Integrationsgrades ab und ist mit nahezu 1 000 Typen am Markt vertreten (ohne Spezialtypen).
TTL-Pegel und Störabstand.
Pegel und Spannungen
Die wichtigsten Daten von TTL-Schaltkreisen aus
Anwendersicht sind
•
die Signalpegel an Ein- und Ausgang,
•
Ein- und Ausgangsströme,
•
die Verzögerungszeiten,
•
und die Betriebsspannungsbereiche.
Der Bereich des L-Pegels geht beim TTL-Eingang
von 0 bis 0,8 V, der des H-Pegels von 2 bis 5 V.
Das heißt, im Spannungsbereich des L-Pegels
erkennt jedes TTL-Gatter an seinem Eingang L, ab
2 V dann H.
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Und dazwischen?
Der Spannungsbereich zwischen 0,8 V und 2 V ist "restricted area", verbotene Zone. Ausgangsseitig sind die Pegel
für H zwischen 2,4 V und 5 V sowie für L zwischen 0 und 0,4 V definiert.
Diese Pegelreserve wird Störabstand genannt und ist bei TTL relativ gering, nämlich bei H und L jeweils nur 0,4 V, was
TTL etwas störanfälliger macht als z. B. CMOS.
Die Betriebsspannung muss im schmalen Bereich zwischen 4,75 und 5,25 V liegen und ist gut zu stabilisieren. Nur
spezielle TTL-ICs weisen einen geringfügig erweiterten Bereich auf. Bei höheren Betriebsspannungen steigt die
Verlustleistung sehr schnell an und der Schaltkreis wird thermisch zerstört.
Entwicklung der Dichte von integrierten Schaltkreisen
Bezeichnung der Integrationsdichte
Transistor
Small Scale Integration
Very Large Scale Integration
Ultra Large Scale Integration
Super Large Scale Integration
Extra Large Scale Integration
Giga Scale Integration
Abk.
SSI
VLSI
ULSI
SLSI
ELSI
GSI
Transistoren
pro Baustein
2
< 10
104 - 105
105 - 106
106 - 107
107 - 108
109
Jahr
1951
1960
1975
9.6.2. Übungen mit TTL-Bausteinen
9.6.2.1 Simuliere die Bausteine mit Digital Works – Menü Patrs Centre, Integrated Circuits
Eingabe: Input (Schalter)
Verarbeitung: Wir verwenden im folgenden und integrierte Schaltkreise (integrated circuits, ICs)
aus der TTL-Familie. Diese ICs erhalten die Bezeichnung 74LS.. Jeder IC wird an die
Betriebsspannung U = 5 V und an elektrische Masse (U = 0 V) angeschlossen.
Ausgabe: Output (Leuchtdioden; light emitting diods, LEDs)
9.6.2.2 Stecke einen IC mit seinen Kontaktstiften in die Steckplatte! So können alle Ein- und Ausgänge übersichtlich
"beschaltet" werden. Entferne den IC immer mit einem kleinen Schraubendreher; zieht man den IC mit den Fingern aus
der Platte, besteht Verletzungsgefahr! Baue immer zuerst die Schaltung auf und lege erst dann die Betriebsspannung
an! Funktioniert die Schaltung nicht, oder erwärmt sich der IC, so klemme sofort die Batterie ab und suche den Fehler!
Für die korrekte Beschaltung gilt grundsätzlich:
•
Ein offener Eingang verhält sich wie 1.
•
Ein an Masse gelegter Eingang verhält sich wie 0.
•
Der Zustand eines Ausganges wird mit Hilfe einer Leuchtdiode untersucht, die über
einen 470-Widerstand an Masse gelegt wird: Die LED leuchtet, wenn der Ausgang 1 ist.
NOT (Inverter)
TTL 7404 Erstelle die Wertetabelle!
Zeichne einen Schaltplan für ein Gatter!
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AND
TTL 7408 Erstelle die Wertetabelle!
Zeichne einen Schaltplan für ein Gatter!
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OR
TTL 7432 Erstelle die Wertetabelle!
Zeichne einen Schaltplan für ein Gatter!
NOR
TTL 7402 Erstelle die Wertetabelle!
Zeichne einen Schaltplan für ein Gatter!
NAND TTL 7400 Erstelle die Wertetabelle! Zeichne einen Schaltplan für ein Gatter!
Aus NAND TTL 7400 entsteht ein NOT
Ein NAND-Glied soll hinsichtlich seines logischen Verhaltens untersucht werden. Dazu verwenden wir den TTL-IC 7400.
Seine Pin-Belegung ist in der Skizze dargestellt. Beachte die Beschaltung von Pin 14 mit dem positiven Batteriepol und
die Beschaltung von Pin 7 mit dem negativen Pol!
Eine mögliche Versuchsanordnung ist in der untenstehenden Schaltskizze gezeigt. Beachte die richtige Polung der LED:
Da die Leuchtdiode nur eine Stromrichtung zulässt, ist ihre kürzere Elektrode an die negative Spannung zu legen.
Ein sogenannter "Inverter" sooll aus einem NAND-Glied aufgebaut werden, wenn die beiden Eingänge A und B miteinander
verbunden werden.
Erstelle die Wertetabelle!
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Aus NAND TTL 7400 entsteht ein AND
Durch die Kombination eines NAND-Gliedes mit Inverter entsteht ein AND-Glied:
3 = Ausgang vom Nand mit als 4,5 Inverterschaltung verbunden.
Erstelle die Wertetabelle!
Aus NAND TTL 7400 entsteht ein OR
Erstelle die Wertetabelle!
9.6.3. CMOS
Erst mit der Fortentwicklung der unipolar MOS -Technik hin zu CMOS durchbrach man die technologischen Schranken,
so dass moderne CMOS-Reihen heute in Schaltzeit und Ausgangslaststrom den TTL-Schaltkreisen ebenbürtig sind und
diese vielfach direkt ersetzen können.
CMOS-Pegel und Störabstand
CMOS unterscheidet sich auch wesentlich durch einen
erweiterten Betriebsspannungsbereich von TTL. Er reicht
von 3 V bis 15 V. So kann CMOS sowohl in TTLSchaltungen mit ihren strengen 5 V eingebunden werden als
auch in analoge Schaltungen, die z. B. mit 9 V oder 12 V
arbeiten.
Und schließlich sind CMOS-Schaltungen störsicherer als
TTL-Schaltkreise. Dies ist durch den gegenüber TTL
erweiterten Störabstand von Eingangs- und Ausgangspegel
bedingt. Bei 5 V Betriebsspannung erkennt die CMOS-Reihe
(4000er-Serie) am Eingang einen L-Pegel zwischen 0 V und
1,5 V und einen H-Pegel zwischen 3,5 V und 5 V. Am
Ausgang sind es entsprechend 0 V bis 0,05 V für L und 4,95
V bis 5 V für H. Daraus resultiert ein Störspannungsabstand
von 1,45 V. Bei höheren Betriebsspannungen vergrößert er
sich auf 2,95 V bei 10 V Betriebsspannung.
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Bezüglich der Eingangsbeschaltung besteht ein entscheidender Unterschied zwischen TTL-ICs und CMOS-ICs:
Während offene TTL-Eingänge stets H-Pegel annehmen (und man deshalb unbenutzte TTL-Eingänge oftmals offen
lassen darf), kommt es bei offengelassenen CMOS-Eingängen zu undefinierten statischen Aufladungen, die das Gate in
die Nähe der Schwellenspannung (Potential etwa in Mitte der Übergangskennlinie) bringen. Es kommt damit zu
undefinierten Schaltzuständen und ständiger Ruhestromaufnahme der CMOS-ICs.
Man löst dies am einfachsten, indem man die funktionell gleich benutzten Eingänge parallel legt, anderenfalls werden
unbenutzte Eingänge je nach ihrer Funktion stets mit Masse (L-Pegel) oder direkt mit +Us (H-Pegel) verbunden. Bei
Grundgattern gilt in diesem Sinne die Regel: Freie NAND-Eingänge werden an + Us gelegt, freie NOR-Eingänge legt
man an Masse. Dies gilt, wenn in einem CMOS-IC ein oder mehrere Gatter unbenutzt bleiben, sinngemäß für deren
sämtliche Eingänge (wobei dann gleichgültig ist, ob auf H- oder L-Pegel gelegt). Aus diesem Grund müssen unbenutzte
CMOS-Eingänge stets beschaltet werden! Unbenutzte Gatterausgänge bleiben selbstverständlich offen.
TTL und CMOS zusammenschalten?
Vergleicht man nun die Pegeldiagramme von TTL und CMOS, so wird man feststellen, dass man einen TTL-Eingang
sogar direkt an einen CMOS-Ausgang anschließen kann, denn sowohl dessen 0,05 V für L als auch die 4,95 V für H
liegen innerhalb der entsprechenden TTL-Bereiche. Umgekehrt geht dies jedoch grundsätzlich nicht, wenn man sich das
Pegeldiagramm für den CMOS-Ausgang und TTL-Eingang ansieht.
CMOS Gatter - Schaltzeichen NOT–(Inverter)
Diese Zusammenfassung mehrerer Gatter bzw. Bauelemente in einem Gehäuse bezeichnet man als
Integrierten Schaltkreis (IC). So enthält z. B. CMOS-IC 4069 insgesamt 6 NOT-Gatter, deren Ein- und
Ausgänge an den einzelnen Anschlüssen (Pin) des Gehäuses herausgeführt werden. An Pin 7 (–U) und Pin
14 (+U) liegt die Stromversorgung für das gesamte IC. Das Grundprinzip eines CMOS-Gatters ist aus 2
Feldeffekttransistoren aufgebaut.
Aufbau und Funktion eines NOT-Gatters
H-Pegel am Gate des n-Kanal-FET
Legt man bei einem n-Kanal-FET eine positive Spannung zwischen Gate und Source, fließt kein Strom
in das Gate, sondern es bildet sich unter dem Gate, wie bei einem Kondensator, ein elektrisches Feld.
Dieses Feld bewirkt, dass sich zwischen den sonst getrennten, n-dotierten Anschlüssen Drain und Source
ein leitender Kanal im p-dotierten Silizium bildet. Ein n-Kanal-FET steuert also durch, wenn eine positive
Gate-Spannung (H-Pegel, logisch 1) anliegt.
L-Pegel am Gate des n-Kanal-FET
Liegt am Gate dagegen ein L-Pegel (logisch 0), so verschwindet das elektrische Feld und der Transistor
sperrt zwischen Drain und Sourceals (selbstsperrend bzw. als Anreicherungstyp).
p-Kanal-FET
Vom selben Typ, aber bezüglich der Halbleiterdotierung umgekehrt gepolt, ist der p-Kanal-FET, der
mit dem n-Kanal-FET in Reihe geschaltet ist. Der p-Kanal-FET leitet, wenn er mit einem L-Pegel
(logisch 0) am Gate angesteuert wird; er sperrt, wenn ein H-Pegel (logisch 1) am Gate anliegt.
© Josef Stiegler
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Beim Inverter werden 2 komplementäre FET (n-Typ und p-Typ) wie oben abgebildet in Reihe geschaltet (C-MOS ... C
= complementary = komplementär). Es werden beide Gate-Anschlüsse und beide Drain- Anschlüsse miteinander
verbunden. Auf Grund dieser Anordnung leitet jeweils nur ein Transistor, der andere sperrt. Das genau ist der Grund für
das invertierende Verhalten (1-0, 0-1) dieser Transistoranordnung.
MOS-Technologie
Das übliche Verfahren zur Herstellung von FETs ist die MOS-Technologie. MOS bedeutet metal-oxidsemiconductor
(Metall-Oxid-Halbleiter) und beschreibt den Aufbau des FET. Drain, Source und Trägermaterial bestehen aus dotiertem
Halbleitermaterial. Unter dem Gate-Anschluss, der zumeist aus
Aluminium (Metall) besteht, befindet sich eine isolierende Siliziumoxidschicht, die für den enorm hohen
Eingangswiderstand von etwa 1015 Ohm verantwortlich ist. Die komplementäre Anordnung und der
hohe Eingangswiderstand bewirken, dass die logische NOT-Funktion aus nur 2 Transistoren aufgebaut werden kann.
Die weiteren Bauelemente eines Gatters haben lediglich Schutzfunktion.
9.6.4. Übungen mit CMOS-Bausteinen
NOT ... NICHT–Funktion Erstelle die Wahrheitstabelle!
AND ... UND–Funktion Erstelle die Wahrheitstabelle!
NAND ... UND-NICHT–Funktion Erstelle die Wahrheitstabelle!
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OR ... ODER–Funktion Erstelle die Wahrheitstabelle!
NOR ... ODER-NICHT–Funktion Erstelle die Wahrheitstabelle!
9.7. Timer IC 555
Der Timer 555 ist ein elektronischer Taktgeber – exakte Impulserzeugung. Die Experimentierplatine besteht aus 10
Lüsternklemmen, IC-Sockel, Timer 555, Vorwiderstand 510 Ohm und einer LED – kurzer Fuß zeigt zur
Minusschiene. Die Innenschaltung des Bausteines besteht aus 22 Transistoren, 16 Widerständen und 2 Dioden.
Pinbelegung:
1 Masse – Ub Batterie bzw. Netzteil
2 Trigger-Eingang – Auslöser, Eingang, Einschalten des
Gerätes
3 Ausgang – Signalausgang, Anschluss LED ...
4 Reset – zurücksetzen in den alten Zustand
5 Steuer-Spannung – Hilfseingang zur Stabilisierung einer
Schaltung
6 Schaltschwelle – Signaleingang, Anschluss von
zeitbestimmenden Bauteilen: Widerstand, Elko ...
7 Entladung - Signalausgang, Anschluss von zeitbestimmenden Bauteilen: Widerstand, Elko ...
8 + Ub Batterie oder Netzteil
Betriebsspannung: Ub = 4,5 V - 15 V
Steuerspannung: 2/3 der Betriebsspannung
Laststrom am Ausgang: max. 200 mA (direkter Anschluss von Lämpchen, LED, Summern)
Grenzen der Bauteile: Widerstandswerte 1 kOhm bis 10 Mega Ohm, Kondensator 100 pF bis 10000 uF
Betriebstemperatur: 0 bis 70° C.
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9.7.1.
Sensortaste
Stückliste: Experimentierplatine
Funktionsbeschreibung: Pin 8 – Pluspol
Pin 1 – Minuspol
Die LED brennt, wenn gleichzeitig Klemme 1 und 2 mit
dem Finger berührt werden. Pin4 verbinden mit dem
Minuspol – in die ursprüngliche Lage zurückversetzt.
Weitere Erfindungsaufgaben:
Pin 1 und Pin2 mit zwei langen Drähten –
Füllstandsanzeiger, Feuchtigkeitsmelder ...
9.7.2.
Flipflop
Stückliste: Experimentierplatine
2 Taster
Funktionsbeschreibung:
Eingänge SET und RESET
Erstelle die Wahrheitstabelle!
9.7.3.
Monostabile Kippschaltung oder Ausschaltverzögerung oder Monoflop
Stückliste: Experimentierplatine
1 Taster
Elko 100 uF
Widerstand R 47 kOhm
Funktionsbeschreibung:
Die Schaltung hat zwei Betriebszustände, die
a)
Ruhephase: am Ausgang treten keine Signale auf und die
b)
Arbeitsphase: LED leuchtet einen genau definierten Zeitraum
auf. Ausgelöst wird die Schaltung durch ein Nullsignal, welches
entsteht, wenn Pin 2 mit Masse verbunden wird. Die Länge der
Arbeitsphase wird durch zeitbestimmte Bauteile R und C
definiert.
Die Leuchtdauer wird berechnet:
t = 1,1 Faktor * R in Ohm * C in F
oder C = t / 1,1*R oder R = t / 1,1*C
Beispiel:
R = 47 kOhm = 47 000 Ohm
C = 100 µF = 0,0001 F
t = 1,1 * 47 000 * 0.0001 = 5,17 Sekunden - Leuchtdauer
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9.7.4.
Monostabile Kippschaltung Abbruchtaste
Stückliste: Experimentierplatine
2 Taster
Elko 100 uF
Widerstand R 47 kOhm
Funktionsbeschreibung:
Wird der Eingangs-Taster kurz gedrückt, so erlischt die
LED sofort – Pin 2 wird mit Masse verbunden.
Wird der RESET-Taster betätigt, so leuchtet die LED, die
Schaltung wird aktiviert „triggert“.
9.7.5. Monostabile Kippschaltung
mit stufenloser Verweilzeiteinstellung
Stückliste: Experimentierplatine
2 Taster
Elko 100 uF
Widerstand R 1 kOhm
Poti 1MOhm
Funktionsbeschreibung:
Mit dem Potentiometer P lässt sich der Widerstandswert
variabel gestalten.
Kürzeste Leuchtdauer:
t1 = 1,1 * C * R2
= 1,1 * 1 kOhm*100 uF = 0,11 sec
Längste Leuchtdauer:
t2 = 1,1 * C * (R1 + R2)
= 1,1* 1 MOhm*100 uF = 110 sec
9.7.6. Monostabile Kippschaltung
mit stufenloser Verweilzeiteinstellung
über den Steueranschluss
Stückliste: Experimentierplatine
2 Taster
Elko 100 uF
Widerstand R 33 kOhm
Poti 1 kOhm
Funktionsbeschreibung:
Die Leuchtdauer lässt sich auch durch eine
Spannung an Pin 5 beeinflussen.
9.7.7.
Schwellwertschalter
Stückliste: Experimentierplatine
Elko 100 uF
Widerstand R1
Poti R2
Funktionsbeschreibung:
Steigt die Spannung an Pin 2 auf über 1/3 der Batteriespannung, so
erhält Pin 3 Nullpotential. Die LED leuchtet nicht. Sinkt die Spannung
an Pin 2 auf unter 1/3 der Batteriespannung, so erhält Pin 3
Pluspotential. Die LED leuchtet.
Pin2 < 1/3 Ub -> Pin3 = pos.
Pin2 > 1/3 Ub -> Pin3 = null
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9.7.8.
Akustischer Schalter
Stückliste: Experimentierplatine
Elko 100 uF, 10nF
Widerstand R1 10 kOhm
Widerstand R3, R4 22 kOhm, 100 kOhm
Poti R2 10 kOhm
Summer / Lausprecher
Funktionsbeschreibung:
Die folgende Beschaltung des Timers 555 lässt schnell einen
akustischen Schalter realisieren. Ab einen bestimmten
Lautstärkepegel, leuchtet die LED in der Schaltung für die
durch R und C festgelegte Zeit auf - monostabile Kippschaltung.
Die Empfindlichkeit des Schalters ist durch das 10 kOhm Poti
einstellbar.
Die Tonfrequenz kann durch Vergrößern oder Verkleinern der
Widerstandswerte von R1, R2 und von C1 verändert werden.
9.7.9. Zeitgeberschaltung oder Blinklicht oder astabiler
Multivibrator
Stückliste: Experimentierplatine
Elko 100 uF,
Widerstand R1, R2 1 kOhm, 1 kOhm
Funktionsbeschreibung:
Das Blinklicht, ein Impulsgenerator, blinkt in einer gewissen
Frequenz. Diese wird durch die Werte von R1, R2 und C
bestimmt.
klein - R1, R2 1 kOhm – hohe Frequenz - LED blinkt schnell
groß - R1, R2 10 kOhm – niedere Frequenz - LED blinkt langsam
großer Elkowert 500 uF – niedere Frequenz
kleiner Elkowert 100 nF – hohe Frequenz
Mit der hier vorgestellten Beschaltung lassen sich an Pin3 Frequenzen
bis zu 1 MHz erzeugen. Wird der Schalter an Pin4 geschlossen, so wird
der Vorgang unterbrochen – beim Öffnen wird der Vorgang wieder in
Gang gesetzt.
Die Frequenz in Abhängigkeit der Bauteile:
f = 1 / [ 0.7 * C * (R1 + 2*R2) ]
Das Signal sieht dann so aus:
Impulsdauer: t = 0,7 * C *(R1 + R2)
Impulspause: tp = 0,7 * C * R2
Periodendauer: T = ti + tp
9.7.10. Zeitgeberschaltung (ti = tp)
Stückliste: Experimentierplatine
Elko 100 uF,
Widerstand R1, R2 1 kOhm, 1 kOhm
LED
Funktionsbeschreibung:
Mit einer Diode erreicht man, dass die Impulspause
Gleich der Impulsdauer ist, jedoch unter der
Voraussetzung R1 = R2!
Die Frequenz in Abhängigkeit der Bauteile:
f = 1 / ( 1,4 * C * R1)
© Josef Stiegler
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10. Flipflop (Signalspeicher)
10.1. RS Flipflop mit 2 NOR-Gatter (TTL-Baustein)
Das einfachste Element zur Speicherung eines logischen Signals ist das RS-Kippglied. Es besitzt mindestens zwei
Eingänge, und zwar den Setzeingang S und einen Rücksetzeingang R. Der R-Eingang und der S-Eingang reagieren
genauso wie logische Schaltungen auf die anliegenden Spannungspotenziale. Vorhanden sind weiterhin mindestens ein
Speicherausgang Q, oft auch noch der zugehörige komplementäre Ausgang Q.
Es hat zwei Eingänge, einer dient zum Zurücksetzen (Reset), der andere zum Setzen (Set) des Flip-Flops. Der Zustand
des Ausgangs Q bzw. Q bleibt jeweils auch nach Verschwinden des Eingangssignals erhalten.
Elektronische Schaltungen oder Bauelemente, die zur Speicherung von Signalzustände über die Dauer ihres Auftretens
hinaus festzuhalten, werden bistabile Kippglieder, bistabile Kippstufen oder Flipflops genannt.
Bistabile Kippstufen haben grundsätzlich zwei (bi = zwei) stabile Zustände, einen Setzzustand und einen
Rücksetzzustand. Ein bistabiles Kippglied kann nur ein einzelnes Signal speichern. Man bezeichnet den
Informationsgehalt eines solchen Signals als 1 bit. Mit einem Flipflop kann daher der Informationsgehalt 1 bit
gespeichert werden.
Setzzustand:
Entsprechend der Festlegung befindet sich das Flipflop im Setzzustand, wenn am Ausgang Q 1-Signal und am
komplementären inversen Ausgang Q 0-Signal liegt.
Über den Setzeingang S (abgeleitet von set = setzen) kann der Speicher durch ein entsprechendes Signal in den
Setzzustand gebracht werden. Man bezeichnet diesen Vorgang als "Setzen" eines Speichers. Der Setzzustand bleibt
auch dann weiter erhalten, wenn das Setzsignal nicht weiter vorhanden ist. Weitere Signale am Setzeingang sind
wirkungslos, da dieser Eingang "verriegelt" wird.
Rücksetzzustand:
Es befindet sich dagegen im Rücksetzzustand, wenn am Ausgang Q 0-Signal und am komplementären inversen
Ausgang Q 1-Signal liegt. In den Rücksetzzustand kann das bistabile Kippglied nur noch durch ein entsprechendes
Signal am Rücksetzeingang R (abgeleitet von reset = rücksetzen) gebracht werden. Dieser Vorgang wird als
"Rücksetzen" eines Speichers bezeichnet. Auch der Rücksetzzustand bleibt erhalten, wenn das Rücksetzsignal nicht
mehr vorhanden ist.
Simuliere die Wahrheitstabelle mit der Schaltung des RS-Flipflops!
Überprüfe die angebenen Zustände mit dem Menüpunkt Logic Probe!
Wahrheitstabelle
_
S R Q Q
0
0 S S
1
0
0
1
0
1
1
0
1
1 U U
© Josef Stiegler
Zustand
Speichern
Setzen
Rücksetzen
Unbestimmt
Schaltbild:
beide Eingänge L-Pegel – beide Ausgänge unverändert (Q 1, Q quer 0) – sie speichern
H-Pegel am S-Eingang, Ausgang Q wird auf L-Pegel gesetzt, bleibt bis Setzen
H-Pegel am R-Eingang, Ausgang Q wird auf H-Pegel gesetzt, bleibt bis Rücksetzung
beide Eingänge auf H-Pegel - die Ausgänge führen zufällige Pegel - verboten
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10.2 Ergänze den Zustand 0, 1 im Ausschnitt eines Signal-Zeitdiagramms
Zeitpunkt t1
Zeitpunkt t2
Zeitpunkt t3
Zeitpunkt t4
S
1
0
0
0
R
0
0
1
0
Q
1
1
0
0
Im Signal-Zeit-Plan tritt bei R = 0 und S = 0 zum Zeitpunkt t2 der Wert Q = 1 auf, weil zum Zeitpunkt t1 der Wert
Q = 1 vorlag. Zum Zeitpunkt t4 liegt ebenfalls die Kombination R = 0; S = 0 vor. Hier tritt dann aber der Wert Q = 0 auf,
weil zum Zeitpunkt t3 der Wert Q = 0 vorlag.
10.3 Darstellung einer verbotenen Kombinationen im Signal-Zeitdiagramm
* entspricht 0 oder 1 ;
gestrichelte Linien zeigen
verbotene Kombination
Als Besonderheit ist hier die Wertekombination S = 1 und R = 1 zu beachten. Sie darf einerseits aus logischen Gründen
nicht auftreten, weil gleichzeitige Befehle "Setzen" und "Rücksetzen" widersprüchlich sind. Anderseits ist die
Eingangskombination S = 1 und R = 1 aber auch aus schaltungstechnischen Gründen verboten, weil in Abhängigkeit
vom Aufbau des RS-Kippgliedes am Ausgang der Zustand Q = 0 oder 1 auftreten kann.
Weiterhin tritt ebenfalls aus schaltungstechnischen Gründen ein unbestimmter Zustand ein, wenn unmittelbar nach S = 1
und R = 1 die Wertekombination S = 0 und R = 0 folgt. Das RS-Flipflop wird zwar dann in einen der beiden möglichen
Zustände kippen; ob es aber der Setz- oder Rücksetzzustand ist, hängt im wesentlichen nur von zufälligen
Schaltungsunsymmetrien ab, nicht aber von den Eingangsbedingungen.
Aus diesen Gründen ist beim RS-Kippglied die Wertekombination der Eingangsvariablen S = 1 und R = 1 verboten.
10.4 Negierte RS-Flipflop mit 2 NAND-Gatter (TTL-Bauelement)
Werden die NOR-Gatter durch NAND-Gliedern ersetzt, so erhält man ein an RS-Flipflop mit negierten Eingängen.
Dieses wird durch den L-Pegel am negierten S-Eingang gesetzt und am negierten R-Eingang (L-Pegel) rückgesetzt. Der
Speicherzustand wird durch H-Pegel an beiden Eingängen erreicht. Der unbestimmte Zustand erfolgt bei L-Pegel an
beiden Eingängen.
Simuliere die Wahrheitstabelle mit der Schaltung des RS-Flipflops!
Überprüfe die angebenen Zustände mit dem Menüpunkt Logic Probe!
Schaltbild:
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Wahrheitstabelle:
_
_
_
S R Q Q
0
0 U U
1
0
0
1
0
1
1
0
1
1 S S
Zustand
Unbestimmt
Rücksetzen
Setzen
Speichern
beide Eingänge auf L-Pegel - die Ausgänge führen zufällige Pegel - verboten
H-Pegel am S-Eingang, Ausgang Q wird auf L-Pegel gesetzt, bleibt bis Setzen
H-Pegel am R-Eingang, Ausgang Q wird auf H-Pegel gesetzt, bleibt bis Rücksetzung
beide Eingänge H-Pegel – beide Ausgänge unverändert – sie speichern
10.5 Getaktetes RS-Flipflop
Ungetaktete Flipflops zeichnen sich dadurch aus, dass sie auf jede Änderung wie Setzen, Rücksetzen sofort reagieren.
Bei vielen Anwendungen ist es aber besser, dass nur zu bestimmten, genau einstellbaren Zeitpunkten die
Eingangssignale verarbeitet werden. Diese Zeitpunkte werden über einen dritten Eingang C in Form eines Taktsignals
übergeben. Die Flipflops, die einen Takt (engl. clock) benötigen werden als getaktete Flipflops (engl. gated latch)
bezeichnet. Ihr Vorteil ist, dass man mit einen Impuls den Wechsel des Ausgangssignals erreicht.
Um aus dem Basis-RS-Flipflop (NOR-Bausteine) ein taktgesteuertes Flipflop zu machen, braucht man nur einen dritten
Eingang C hinzufügen. Dieser Eingang sollte nur dann die beiden anderen Eingangssignale durchlassen, wenn er 1Signal führt - zwei UND-Gatter vorgeschaltet. Dieses Prinzip der Taktsteuerung heißt Einzustand-Taktsteuerung.
Simuliere die Schaltung Einzustand-Taktsteuerung mit Eingang C als Input !
Schaltbild:
10.6 JK-Flipflop (zweiflankengesteuerten Master-Slave-Flipflop)
Der irreguläre Zustand des RS-Flip-Flop - beide Eingänge besitzen den Wert 1 - führt beim JK-Flip-Flop nicht zu einem
undefinierten Verhalten, sondern zum Kippen in den anderen stabilen Zustand. Man hat diesen Zustand mit einer vierten
Funktion belegt, dem Kippen bei jedem Taktsignal, wenn an beiden Eingängen 1-Signal anliegt. Unter dem Kippen
(engl. toggle) des Ausgangssignals versteht man einen Wechsel des Signals, entweder von 0 auf 1 oder von 1 auf 0. Die
Eingänge werden zur Unterscheidung nicht als R und S bezeichnet, sondern als J und K (engl. jump für setzen, kill für
rücksetzen). Es besitzt die beiden Eingänge "J" und "K", durch deren Beschaltung wir das Verhalten bestimmen können.
Es sind im Prinzip zwei Flip-Flops
hintereinander geschaltet, von denen das
Erste (die Information wird eingespeichert)
mit der positiven Flanke und das Zweite
mit der negativen Flanke arbeitet. Bei der
positiven Flanke übernimmt das erste FlipFlop die Information, die bei der negativen
Flanke in das zweite Flip-Flop und somit
auf den Ausgang gelangt. Dabei nennt
man das erste Flip-Flop "Master" (Meister)
und das zweite "Slave" (Sklave). Solche
Master-Slave-Flip-Flops erkennt man
daran, dass im Schaltbild eine negative
Flanke vor den Ausgängen eingezeichnet
ist. Die Flanke, bei der die Steuereingänge
ausgewertet werden wird auch als aktive
Flanke bezeichnet.
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Schaltbild:
EIGENSCHAFTEN:
•
Sie sind aufgebaut aus zwei Speichern, welche zusammengeschaltet sind.
•
Der erste Speicher (Master) nimmt die Information von außen auf und gibt
sie später an den 2. Speicher (Slave) weiter, welcher die Information dann
wieder ausgibt.
•
Der Zeitpunkt für die Informationsaufnahme ist das Ansteigen des Taktes.
•
Wenn die Taktflanke wieder abfällt, wird das Signal weitergegeben und
schließlich ausgegeben.
•
Aufgabe ist kurzfristige Datenverzögerung mit hoher Störsicherheit
Schaltzeitpunkte bei Zweiflankensteuerung:
Schaltzeitpunkte:
•
t1: Slave-FF wird vom Master-FF getrennt
•
t2: Eingangsinfomation wird vom Master-FF aufgenommen
•
t3: Die Mastereingänge werden gesperrt
•
t4: Information wird vom Master-FF auf das Slave-FF übertragen und ist am Ausgang abrufbar
Simuliere die Wahrheitstabelle der Schaltung des JK-Flipflops! Ersetze clock durch Input!
Wahrheitstabelle:
J
1
0
0
1
1
0
0
1
K
0
0
1
1
0
0
1
1
C
0
0
0
0
1
1
1
1
Q
n
n
n
n
1
n
0
X
© Josef Stiegler
_
Q
n
n
n
n
0
n
1
X
Funktion
Speichern (L-Pegel – Eingang K)
Speichern (L-Pegel – Eingang K und J und C)
Speichern (L-Pegel – Eingang J)
Speichern (L-Pegel – Eingang C)
Setzen (H-Pegel – Eingang J und C)
Speichern (L-Pegel – Eingang K und J)
Rücksetzen (H-Pegel – Eingang K und C )
Wechseln (toggle) (H-Pegel – Eingang K, J) von 0 auf 1 oder 1 auf 0
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Liegt kein High-Pegel am Takteingang, so wird der an den Ausgängen anstehende Pegel gespeichert.
Liegt am Setzeingang (J) und am Takteingang(C) ein High-Pegel, so wird das Flip-Flop gesetzt.
Liegt am Rücksetzeingang (K) und am Takteingang ein High-Pegel, so wird das Flip-Flop zurückgesetzt.
Liegt an beiden Steuereingängen ein High-Pegel, so wird der gespeicherte Wert gewechselt,
d. h. aus High wird Low, aus Low wird High.
Simuliere die Schaltungen: RS-Flip-Flop, JK-Flip-Flop und D-Flip-Flop!
Simuliere die Schaltung! Öffne den Odner Sample Ciruits! Wähle die Datei Logic History!
Menü: Tools, Logic History.
Four Bit Binary Counter
11. Zähler
Unter Zähler versteht man, jeweils zu einer Summe eins zu addieren und das Ergebnis bis zum nächsten
Vorgang zu speichern. Ein Zähler zählt Impulse und als Speicherelement finden Flipflop ihre Verwendung.
11.1 Binär-Dezimaldecoder
Damit die ersten vier Dezimalzahlen von 0,1, 2, 3 als binäre Zahlenreihe dargestellt werden können, bauen wir die
Schaltung für nur zwei Binärstellen auf. Die vier Decoder erkennen „ihre“ Ziffern.
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Simuliere die Schaltung! Vergleiche mit der Wahrheitstabelle!
Wahrheitstabelle
E1
0
0
1
1
E2
0
1
0
1
0
1
0
0
0
1
0
1
0
0
2
0
0
1
0
3
0
0
0
1
11.2 Dezimal-Binärdecoder
Damit die ersten vier Dezimalzahlen von 0,1, 2, 3 als binäre Zahlenreihe dargestellt werden können, bauen wir die Schaltung
auf.
Simuliere die Schaltung!
Dezimal E 0 - Binär 0, 0 (Led1, Led2)
Dezimal E 1 – Binär 0, 1 (Led1, Led2)
Dezim
11.3 7- Segmentanzeige
Damit das Zählergebnis mit einer 7-Segment
Anzeige (Dioden) dargestellt werden kann, müssen
die 4-stelligen Dualzahlen in entsprechende 7stellige Bitmuster umgewandelt werden. Dies
geschieht mit einer geeigneten Dekodierschaltung
("BCD-zu-7-Segment-Dekoder").
Die Zählausgänge des Zählers werden an die
Eingänge A, B, C und D des Dekoders gelegt. Die
Ausgänge a, b, c, d, e, f, und g steuern die 7
Segmente der Anzeige an.
14.4 Binär-Dezimaldecorder mit 7 Segmentanzeige
Wenn A1 und A2 gesetzt sind und Lade = 0 ist, wird das Tor für den Takt geöffnet, und dann bei
Taktflanke der Speicher des zweiten und dritten Flip-Flops auf 1 gesetzt, da der Speicher laden soll, wenn
Lade = 0 ist. Somit erscheint die Zahl 6 in der Anzeige. Wenn man Lade = 1 setzen würde und die Inputs
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zurücksetzten würde, würde die Zahl erhalten bleiben, da keine neue Taktflanke durch das Tor gelassen
wird.
Simuliere die Dezimalzahlen 1 bis 9 mit Binär-Dezimaldecoder!
Komponenten:
Takt:
Der Takt synchronisiert die JK-Flip-Flops.
Sensoren: Man benötigt 5 Sensoren. Einen für Load, der das MehrbitSignal bei Load = 0 lädt, und bei Load = 1 hält. Die anderen 4 Sensoren
werden benötigt, um die 4-Bit-Zahl zu speichern.
Und-Gatter: Das Und-Gatter fungiert in dieser Schaltung als Tor: es
lässt den Takt nur durch, wenn Lade = 0 ist.
Binäre Zahlen
A3 A2 A1
0
0
0
0
0
1
0
0
1
0
1
0
0
1
0
0
1
1
0
1
1
1
0
0
1
0
0
A0
1
0
1
0
1
0
1
0
1
Dez Z.
1
2
3
4
5
6
7
8
9
Flip-Flops:
Die Flip-Flops können die einzelnen Signale der Inputs speichern und wieder löschen, denn J steht für setze:
Speicher = 1 und K steht für setze: Speicher = 0 (= löschen). Den "clock"-Eingang bedient der Taktgeber. Vor
den K-Eingang ist ein Not-Gatter geschaltet, damit das Flip-Flop bei Ax den Löscheingang mit "1" bedient.
BCD to Seg (Decoder):
Der Decoder wandelt die 4-Bit Zahl so um, dass sie durch die 7-Segment-Anzeige darstellbar ist.
7-Segment-Anzeige:
Verwirklicht die Signale aus dem Decoder.
11.5 Zähler mit dem Flip-Flop
Wir bauen einen Zähler mit Hilfe des sogenannten JK-Flipflops auf. Dieses Flipflop wird dann gesetzt high (H) bzw.
rückgesetzt low (L), wenn am Eingang E 1 ein Signal von high nach low wechselt.
Der Ausgang Q dient als Takteingang beim nächsten Flipflop. Die Ausgänge Q1, Q2, Q3, Q4 werden mit 1, 2, 4, 8
bewertet (Zweierpotenzen). Die Zahl 11 ergibt sich aus der Wertigkeit der Ausgänge Q1 bis Q4 – Binärcode H (1), H
(2), L (0), H (8).
Der maximale Zählstand wird aus der Formel: Z = 2 hoch Anzahl der Flipflop minus 1 berechnet.
Unsere Schaltung: Z = 2 hoch 4 minus 1 = 16 - 1 = 15 Zähltakte. Beim 16. Impuls kippt es in die Ausgangslage
(Nullstellung) zurück.
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Jedes Flipflop ändert seinen Zustand erst dann, wenn am Takteingang eine negative Flanke auftritt. Nach dem 15. Takt
befindet sich der Zähler wieder in seiner Anfangsstellung.
Ein JK-Flipflop arbeitet als Frequenzteiler. Die Eingangfrequenz wird Q1 2:1 geteilt. Bei 2 hintereinander geschalteten
Flipflops gilt Q2 4:1, bei 3 hintereinander geschalteten Flipflops gilt Q3 8:1, 4 hintereinander geschalteten Flipflops gilt
Q4 16. Diese Eigenschaften lassen sich vom Signal-Zeit-Plan ablesen.
Die Kombination mehrerer JK-Flipflops ermöglicht den Aufbau z. B.: eines 4 Bit Binärzählers.
Aufgabe: a) Simuliere die Schaltung!
b) Vergleiche mit der Funktionstabelle!
c) Tausche Input E1 gegen clock aus!
d) Ergänze im Signal-Zeit-Plan low (L) und high (H)!
Funktionstabelle
Takt - 2 mal klicken
0 (setzen/reset)
1 (setzen/reset)
2 (setzen/reset)
3 (setzen/reset)
4 (setzen/reset)
5 (setzen/reset)
6 (setzen/reset)
7 (setzen/reset)
8 (setzen/reset)
9 (setzen/reset)
10 (setzen/reset)
11 (setzen/reset)
12 (setzen/reset)
13 (setzen/reset)
14 (setzen/reset)
15 (setzen/reset)
© Josef Stiegler
Q4
L
L
L
L
L
L
L
L
H
H
H
H
H
H
H
H
Q3
L
L
L
L
H
H
H
H
L
L
L
L
H
H
H
H
Q2
L
L
H
H
L
L
H
H
L
L
H
H
L
L
H
H
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Q1
L
H
L
H
L
H
L
H
L
H
L
H
L
H
L
H
Binärzahl
0000
0001
0010
0011
0100
0101
0110
0111
1000
1001
1010
1011
1100
1101
1110
1111
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Aufgabe:
Ergänze die Hilfslinien bei der abfallenden Flanke des Taktes 1 bis 16! Beschrifte die Zustände pro
Takt L(0), H(1)! Vergleiche das Ergebnis mit der Funktionstabelle!
Signal-Zeit-Plan
Öffne den Ordner Sample Circuits und die darin enthaltene Datei Counter!
Simuliere die Schaltung (mit den Bausteinen: 74LS47, 74LS90, 74HC08)!
Ändere die Hertzanzahl!
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11.6 Zähler für Binär- und Dezimalzahlen
Simuliere die Schaltung: Numeric Output, Macros - 4 bit decade ripple counter, BCD to 7 Segment
12. Rechenschaltungen
Zahlen können in der digitalen Elektronik dargestellt werden. Der Halbaddierer ist die einfachste Rechenschaltung.
Er eignet sich zur Addition von zwei Dualzahlen. Demnach muss der Halbaddierer über zwei Eingänge für die
Dualzahlen, sowie einen Summenausgang und einen Übertragsausgang verfügen.
12.1. Halbaddierer - die binäre Addition (EXOR und AND)
Dezimalsystem
1
+1
2
Duales
Zahlensystem
1
+1
1 - Übertrag
1 0 Ergebnis
Dezimalsystem
2
+1
3
Duales
Zahlensystem
10
+1
- - Übertrag
1 1 Ergebnis
Regel
0+0=0
0+1=1
1+0=1
1 + 1 = 0, Übertrag 1
Wir sehen, dass die Additionsregel für zwei einstellige Binärzahlen (zwei Bit), genau der
Wahrheitswerttabelle des (E)XOR-Gatters entsprechen. Bloß der entstehende Übertrag wird nicht
erfasst. Diese Aufgabe übernimmt ein parallel geschaltetes AND-Gatter. So entsteht ein so genannter
Halbaddierer, weil die Schaltung nicht im Stande ist, einen schon bestehenden Übertrag (Ü) mit zu
verarbeiten. Dies ist jedoch für mehrstellige Additionen unbedingt erforderlich. Das kann dann
schließlich der Volladdierer.
Simuliere den Halbaddierer mit dem NAND-Gatter!
Wir bauen einen Halbaddierer mit 7 NAND-Gliedern
auf E1, E2 = Eingang, S, Ü = LED.
Überprüfe das Verhalten der Schaltung
entsprechend der Wertetabelle!
Halbaddierer
0+0=0
0+1=1
1+0=1
1+1=0
© Josef Stiegler
E1
0
0
1
1
E2
0
1
0
1
S (E1+ E2)
0
1
1
0
Ü
0
0
0
1
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Simuliere den Halbaddierer mit (E)XOR, AND und dem Baustein half adder!
Ein Halbaddierer kann einfacher mit Hilfe eines (E)XOR-Gliedes 7486 für die Summe (S) und eines AND-Gliedes 7408
für den Übertrag (Ü) aufgebaut werden.
Überprüfe das Verhalten der Schaltung entsprechend der Wertetabelle!
A
0
0
1
1
Halbaddierer
B
S
Ü
0
0
0
1
1
0
0
1
0
1
0
1
12.2. Volladdierer
Zum Aufbau von Addierwerken werden Schaltungen benötigt, die 3 Dualziffern addieren können, da bei der Addition von
2 Dualzahlen die Übergänge mitaddiert werden müssen. Die Digitalschaltung soll also in der Lage sein,
3 Dualzahlen nach den Regeln der Addition im Dualsystem zu addieren. Die Schaltung hat 3 Eingänge A, B, Üo und 2
Ausgänge S und Ü.
1 Bit-Volladdierer
Um einen bestehenden Übertrag zu verarbeiten, muss noch ein Eingang (Üo) dazukommen. Dieses Bit wird
mit dem Ergebnis der beiden bits A und B durch UND 7408 verbunden. Weiters wird jenes Ergebnis noch
mit einem entstehenden Übertrag durch (E)XOR 7486 verknüpft. So wird der gesamte entstehende
Übertrag (Ü) für die nächste Stelle erzeugt. Damit können beliebig viele Volladdierer für die Addition beliebig
stelliger Binärzahlen zusammengeschlossen werden.
Üo
0
1
0
1
0
1
0
1
A
0
0
0
0
1
1
1
1
Volladdierer
B
S
0
0
0
1
1
1
1
0
0
1
0
0
1
0
1
1
Ü
0
0
0
1
0
1
1
1
Addiert die beiden 1 bit Eingänge A und B zum Übertragseingang Üo. Der Übertrag der Addition wird auf Ü geführt. Der
1 bit Volladdierer setzt sich aus zwei Halbaddierer zusammen. Dabei werden erst A und B addiert. Anschließend wird
zum Ergebnis noch der Übertragseingang addiert. Der Volladdierer kann also als 1 bit Addierer mit drei Eingängen
betrachtet werden. Die Überträge der beiden Halbaddierer werden verodert nach Üo geführt. Dies ist möglich, da nie
beide Überträge gleichzeitig 1 führen können, da bei einem Halbaddierer nie S und Ü gleichzeitig auf 1 gesetzt sind. Hat
also der erste Halbaddierer einen Übertrag, so ist der eine Eingang des zweiten Halbaddierers und somit auch sein
Übertrag 0. 1 bit Volladdierer können zu Addierer für beliebig breite Busse kombiniert werden, wobei jeweils für jedes Bit
des Busses ein Volladdierer benötigt wird, wie beispielsweise beim 4 bit Addierer.
Simuliere den Volladdierer mit dem Baustein full adder!
Vergleiche mit der Wahrheitstabelle!
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13. Literatur
Elektronik gar nicht schwer
1. Auflage, Elektor Verlag
Grundkenntnisse Elektrotechnik
Handwerk und Technik, Hamburg
Praktische Digitaltechnik
Hüthig Verlag Heidelberg
Opitec
www.goblack.de
www.benjamin-eisenbeis.de
www.polynet.at/Elektrotechnik
www.e-online.de
www.mecanique.co.uk/digital-works
www.digitale-elektronik.de/
www.oszkim.de
www.kle.nw.schule.de
www.zum.de
www.ksl.asn-linz.ac.at
www.microlab.ch
www.8ung.at
www.wamister.ch
www.pcschule.siemens.at
www.elektronik-kurs.de
www.fh-wilhelmshaven.de
www.gymmelk.ac.at
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