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SYMPHONIEORCHESTER DES BAYERISCHEN RUNDFUNKS
Donnerstag 14.1.2016
Freitag 15.1.2016
2. Abo C
Herkulessaal
20.00 – ca. 22.00 Uhr
15 / 16
MARISS JANSONS
Leitung
LEONIDAS KAVAKOS
Violine
TATIANA PAVLOVSKAYA
Sopran
OLEG DOLGOV
Tenor
ALEXEY MARKOV
Bariton
CHOR DES BAYERISCHEN RUNDFUNKS
Einstudierung: Peter Dijkstra
SYMPHONIEORCHESTER DES BAYERISCHEN RUNDFUNKS
KONZERTEINFÜHRUNG
18.45 Uhr
Moderation: Julia Smilga
LIVE-ÜBERTRAGUNG in Surround auf BR-KLASSIK
Freitag, 15.1.2016
PausenZeichen:
Julia Schölzel im Gespräch mit Leonidas Kavakos
FERNSEHAUFZEICHNUNG und VIDEO-LIVESTREAM
Freitag, 15.1.2016
auf www.br-klassik.de
Danach abrufbar auf www.br-klassik.de
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Programm
John Corigliano
»Fantasia on an Ostinato« for Orchestra
Erich Wolfgang Korngold
Konzert für Violine und Orchester D-Dur, op. 35
•
Moderato nobile
•
Romance. Andante
•
Finale. Allegro assai vivace
Pause
Überraschungsstück
Sergej Rachmaninow
»Kolokola« – »Die Glocken«, op. 35
Symphonisches Poem nach einem Gedicht von Edgar Allan Poe für
Sopran, Tenor, Bariton, Chor und Orchester
•
Allegro, ma non tanto
•
Lento
•
Presto
•
Lento lugubre
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Programm
Ein Puzzle fügt sich zusammen
Zu John Coriglianos Fantasia on an Ostinato
Matthias Corvin
Immer wieder schockierten amerikanische Komponisten ihre europäischen Kollegen. Nicht etwa,
weil ihre Neue Musik dissonant oder unverständlich, sondern weil sie melodisch und tonal war.
Terry Riley etwa, ein Vertreter der seinerzeit modischen Minimal Music, erntete bei den Donaueschinger Musiktagen 1969 mit seinem provokant
In C titulierten Stück nur Spott und Buhrufe.
Eine verkehrte Welt, die sich heute grundlegend
gewandelt hat: Denn »mit zunehmender Globalisierung und angesichts der Wirtschaftskrise fällt
es den Sozialstaaten schwerer, ihre Standards zu
halten; die Kulturbudgets sind überall geschrumpft.
Europäische Komponisten könnten schon bald
vor der interessanten, ihren amerikanischen Kollegen schon lange vertrauten Herausforderung
stehen, für ein zahlendes Publikum schreiben zu
müssen.« So die Einschätzung des amerikanischen Musikkritikers Alex Ross in seinem BuchBestseller The Rest is Noise (2007).
Entstehung
1985 für Klavier, 1986
instrumentiert für Orchester
Widmung
For Steven Mercurio
Uraufführung
Klavierfassung: 24. Mai 1985
als Auftragswerk für den
Van Cliburn International
Piano Competition durch
den Pianisten Barry Douglas
in Fort Worth / Texas
Orchesterfassung: 18. September 1986 in New York
mit dem New York
Philharmonic Orchestra
unter der Leitung von Zubin
Mehta in der Avery Fisher
Hall im Lincoln Center
Geburtsdaten des
Komponisten
16. Februar 1938 in
New York City
Auch John Corigliano weiß das. Ausgebildet an
der Columbia University und der Manhattan
School of Music, gehört er in New York zu den
so genannten »Midtown-Komponisten«, die das
Rad nicht immer neu erfinden wollen, sondern
auf vertraute Formate für Orchester oder Kammerensembles setzen, sogar auf die vom französischen Neutöner Pierre Boulez totgesagte Oper.
Coriglianos Bühnenspektakel The Ghosts of Versailles erlebte unter James Levine 1991 an der
Metropolitan Opera eine glanzvolle Premiere
und war bei allen folgenden Vorstellungen ausverkauft. Auch als Filmmusiker machte sich der
Sohn eines Konzertmeisters des New York Phil6
John Corigliano
John Corigliano
harmonic Orchestra einen Namen, besonders mit dem vom Geiger Joshua
Bell gestalteten Score zu The Red Violin (1998), einem Film über die Geschichte einer Geige – gedreht vom kanadischen Regisseur François Girard
mit Samuel L. Jackson in einer der Hauptrollen. Diese Musik erhielt gleich
mehrere Preise, darunter einen Oscar. Coriglianos Zweite Symphonie gewann 2001 den Pulitzer-Preis, und 2009 erhielt der Komponist auch noch
einen Grammy für seinen Liederzyklus Mr Tambourine Man: Seven Poems
of Bob Dylan.
Popularität und Qualität schließen sich aus, ist ein häufig geäußerter Verdacht aus Kreisen der Neuen-Musik-Szene. Doch das muss keineswegs so
sein. Corigliano setzte sich immer wieder mit modernen Kompositionstechniken auseinander. Er möchte aber nicht an der Realität vorbei komponieren und bedient daher ganz bewusst auch einen Markt. Seine 1985
entstandene Fantasia on an Ostinato nutzt eine bekannte und jedem Klassikhörer vertraute Melodie: den Beginn des Allegretto-Satzes aus Beethovens Siebter Symphonie (1813). Das Thema ist jedoch verschleiert und
nur fragmentarisch erkennbar. Bereits das Original des Wiener Klassikers
ist ein suggestives Klangstück, da es auf einem minimalen, immer wieder
repetierten Motiv (Ostinato) beruht. Der Amerikaner schließt sich dort an,
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John Corigliano
fügt die Musik im Grunde neu zusammen. Ihn faszinierte dabei »der minimalistische Umgang Beethovens mit
dem Material«, erklärte er. In der Klavierfassung darf der Interpret im Mittelteil zudem »selbst über die Dauer
der Wiederholungsmuster entscheiden«, so Corigliano, daher schwankt
die Spielzeit stark. Das Ergebnis klingt
wie eine improvisierte Fantasie, wobei
sogar – gewollt oder ungewollt – eine
Nähe zu den Jazzimprovisationen des
Amerikaners Keith Jarrett entsteht.
Die ursprüngliche Klavierkomposition war ein Auftragswerk des renommierten Van Cliburn International Piano Competition in Fort Worth /
Texas. Dort wurde die Fantasia am 24. Mai 1985 erstmals vorgestellt. Interpret war der junge nordirische Pianist Barry Douglas, der bei diesem
Wettbewerb die Bronzemedaille gewann. Doch insgesamt zwölf Semifinalisten beschäftigten sich damals mit dem Stück und präsentierten es in
ganz unterschiedlich langen Versionen. Zur Struktur erklärt der Komponist: »Der erste Teil erkundet die rhythmischen Elemente des Ostinatos
sowie die harmonischen Implikationen der ersten Hälfte. Der zweite Teil
entwickelt die zweite Hälfte des Ostinatos, erweitert sie und transformiert
die markante Dur-Moll-Wendung in eine harmonische Kette, über der
sich eine Reihe immer kunstvollerer Muster ausbreitet. Den Höhepunkt
bildet dann die Wiederkehr des obsessiven Beethoven-Rhythmus und
endlich das Auftreten des Beethoven’schen Themas selbst.«
Kurz danach erstellte Corigliano die auch heute aufgeführte Orchesterversion der Fantasia on an Ostinato. Sie lässt den Interpreten keine Freiheiten mehr. Das Stück dauert nun eine knappe Viertelstunde und der
Ablauf ist genau festgelegt. Die Instrumentation ist mit je dreifach besetzten Holzbläsern, vier Hörnern und Trompeten, drei Posaunen, Tuba, Pauken, umfangreicher Percussion (einschließlich Vibraphon und Xylophon),
Harfe, Klavier sowie Streichern relativ groß. Sie ermöglicht eine fein registrierte und abwechslungsreiche Partitur im Sinne der auch von amerikanischen Filmkomponisten weiterentwickelten impressionistisch-spätromantischen Instrumentationskunst. Das ist bereits in den ersten Minuten
spürbar, in denen das Orchester, ausgehend vom ›futuristischen‹ Mischklang zu Beginn, ganz unterschiedliche Farbvaleurs entfaltet. Es herrscht
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John Corigliano
Die Avery Fisher Hall im Lincoln Center von New York, in der John Coriglianos Fantasia
on an Ostinato uraufgeführt wurde und die im September 2015 in David Geffen Hall
umbenannt wurde
ein spektral aufgefächerter Klang, der ganz auf Atmosphäre setzt und die
Bestandteile des Beethoven-Themas abtastet, untersucht und dabei in immer tiefere Schichten eindringt – ebenso musikalisch wie psychologisch
deutbar. Auch entsteht im Mittelteil jetzt eine planmäßig entwickelte
Dramaturgie mit dem Gipfel kurz vor Ende. Danach folgt als geheimnisvolle Rekapitulation das Beethoven-Thema als Ursprung, aus dem alles
entstand und zu dem alles zurückkehrt. Die Premiere der Orchesterversion realisierte Zubin Mehta an der Spitze des New York Philharmonic
Orchestra am 18. September 1986 in der Avery Fisher Hall im Lincoln
Center von New York. Seither gehört die Fantasia zu Coriglianos beliebtesten Werken.
»In der Fantasia on an Ostinato habe ich versucht, die anziehenden Aspekte
des Minimalismus mit einem überzeugenden strukturellen und emotionalen Ausdruck zu verbinden«, sagt Corigliano. Die mitunter maschinenhaften Rhythmus-Patterns der amerikanischen Minimal Music sind bei
ihm zu einer dynamischen Ausdrucksmusik erweitert, die vom schimmernden Klang des weit aufgefächerten Orchesters enorm profitiert. Trotz
häufiger Rekapitulation wirken die kleinen Motivpartikel nie ermüdend.
Vielmehr setzt sich das Werk wie ein kleinteiliges akustisches Puzzle
zusammen, das in jedem Detail auch das Große und Ganze spiegelt. Als
prominentes Gegenstück und frühes Vorbild können Richard Strauss’
Metamorphosen (1946) für 23 Solostreicher angeführt werden, die ebenfalls ein Beethoven-Thema sezieren (den Trauermarsch der Eroica). Vielleicht mag vor diesem Hintergrund interessant erscheinen, dass dieses
Werk des bayerischen Spätromantikers sogar einen Bezug zu den USA
hat: Es erschien erstmals bei Boosey & Hawkes in New York.
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John Corigliano
Geigerische Kunstfertigkeiten
Zu Erich Wolfgang Korngolds Violinkonzert in D-Dur, op. 35
Regina Back
Erich Wolfgang Korngold
hat eines mit Wolfgang
Amadeus Mozart und Felix Mendelssohn Bartholdy gemeinsam: Alle drei waren Wunderkinder, die schon in jungen Jahren mit virtuosem
Klavierspiel und eigenen Kompositionen auf sich
aufmerksam machten. Um so erstaunlicher ist
das Phänomen, dass Korngold, der nicht nur in
jungen Jahren eine ungeheure Popularität genoss,
so gründlich vergessen werden konnte. Sein Name
verband sich lange Zeit vor allem mit einem
Werk, der Oper Die tote Stadt, die mit der Uraufführung 1920 Korngolds internationalen Ruf begründet hatte. Sein großes Œuvre jedoch, Orchester- und Kammermusik sowie zahlreiche Filmmusiken, geriet in Vergessenheit, als sich in Europa – ausgehend von Arnold Schönbergs Zwölftonmusik – der Modernismus und die Avantgarde durchgesetzt hatten. Dass Korngold und
seine Musik gerade in der Zeit der Postmoderne,
gegen Ende des 20. Jahrhunderts, wiederentdeckt
wurden, ist sicher kein Zufall, denn diese hat
endgültig mit der Unterscheidung von ernster
und leichterer Musik aufgeräumt. Artifizielles
und Gefälliges, Pathos und Wiener Charme
waren Eigenschaften, die man bis dato als unvereinbar empfunden hatte – gerade sie jedoch
kennzeichnen im Wesentlichen die ästhetische
Bandbreite von Korngolds Musik.
Entstehungszeit
1945
Widmung
Alma Mahler-Werfel
Uraufführung
15. Februar 1947 in St. Louis
mit Jascha Heifetz als
Solisten und dem St. Louis
Symphony Orchestra unter
der Leitung von Vladimir
Golschmann
Lebensdaten des
Komponisten
29. Mai 1897 in Brünn –
29. November 1957 in
Los Angeles
Erich Wolfgang Korngold wurde am 29. Mai 1897
als Sohn des österreichischen Musikschriftstellers Julius Korngold geboren, der in der Nachfolge von Eduard Hanslick, dem Kritikerpapst
des 19. Jahrhunderts, bei der Wiener Neuen Freien
Presse tätig war. Im Alter von sechs Jahren erhielt
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Erich Wolfgang
Korngold
Erich Wolfgang Korngold mit seiner Familie bei der Ankunft in
New York (1936)
Korngold Unterricht in Klavier und Harmonielehre und spielte bereits
als Achtjähriger Gustav Mahler eigene Kompositionen vor. Auf dessen
Anregung hin nahm er von 1909 an Kompositionsunterricht bei Alexander
Zemlinsky, und ein Jahr später veröffentlichte die Wiener Universal
Edition drei seiner Klavierwerke: Der Schneemann, Charakterstücke zu
Don Quixote und die Klaviersonate in d-Moll. Als orchestrierte Tanzpantomime wurde Der Schneemann noch im selben Jahr in Anwesenheit
Kaisers Franz Joseph unter der Leitung von Franz Schalk in der Wiener
Hofoper aufgeführt und machte den damals 13-Jährigen einer größeren
Öffentlichkeit bekannt: »So zukunftsfroh, so gegenwartkräftig und so
eigen, daß jeder Unbefangene, der Ohren hat zu hören und dem die
Empfindung für neuen Wert nicht verschlossen war, sagen müßte: hier
ist ein Genie« – so der Kommentar in der Zeitschrift Die Musik.
Nach den Erfolgen seiner beiden Operneinakter Der Ring des Polykrates
und Violanta, die Bruno Walter 1916 in München erstmals aufführte, stand
Korngold ein Jahr später selbst am Pult und dirigierte diese Werke in der
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Erich Wolfgang
Korngold
Wiener Hofoper. 1920 debütierte er
in Wien auch als Konzertdirigent
und wurde anschließend – im Alter
von 20 Jahren – als Kapellmeister
an das Hamburger Stadttheater verpflichtet. Hier fand am 4. Dezember
1920 die Premiere der Oper Die tote
Stadt statt, die Korngold zu internationalem Ruhm verhalf. Obgleich
sein Wiener Zeitgenosse Arnold
Schönberg damals bereits mit Zwölftonkompositionen auf sich aufmerksam gemacht hatte, traf Korngolds
noch der Spätromantik verpflichteter, effektvoller Stil und sein spezifisch wienerischer Tonfall vor allem
den Geschmack des großen Publikums. Tourneen als Pianist und Dirigent führten ihn in der Folge um die ganze Welt, bereits 1926 wurde er
mit dem Kunstpreis der Stadt Wien ausgezeichnet und 1931 als Professor
für Dirigieren und Musiktheorie an die Wiener Musikakademie berufen.
1929 begann Korngold sich mit dem Genre der Filmmusik zu beschäftigen: Von Max Reinhardt war er damals nach Amerika eingeladen worden, um eine neue Fassung von Johann Strauß’ Operette Die Fledermaus
für den Film zu arrangieren, und 1934 wurde die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Film zu Shakespeares Sommernachtstraum fortgesetzt, für den Korngold die Mendelssohn’sche Schauspielmusik bearbeitete. Politische Gründe waren schließlich ausschlaggebend, dass der Jude
Korngold in Amerika blieb: Nach Österreichs Anschluss an das nationalsozialistische Deutschland 1938 nahm er zunächst in Hollywood Exil und
wurde 1943 amerikanischer Staatsbürger. Korngolds Sinn für theatralische
Effekte und sein Hang zur tonalen Harmonik waren indes ideale Voraussetzungen, um in dem damals noch jungen Genre der Filmmusik zu reüssieren. Im Laufe der folgenden Jahre, in denen er sich nahezu ausschließlich dieser Gattung widmete, entstanden mehr als 20 große Filmmusiken
für die Gesellschaft Warner Brothers & Company, darunter die Scores zu
Anthony Adverse (1936) und The Adventures of Robin Hood (1938), für
die er jeweils einen Oscar entgegennahm, des Weiteren zu The Private Lifes
of Elizabeth and Essex (1939), The Sea Wolf (1941) und Of Human Bandage (1945).
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Erich Wolfgang
Korngold
»Zuerst war ich ein Wunderkind, dann ein erfolgreicher Opernkomponist in Europa und dann ein Filmmusikkomponist. Ich glaube, dass ich
jetzt eine Entscheidung treffen muss, wenn ich nicht für den Rest meines
Lebens ein Hollywoodkomponist bleiben will.« Mit diesen Worten umschrieb Korngold 1946 einen Wendepunkt. Das Kriegsende 1945 hatte
dem Komponisten nicht nur die Möglichkeit eröffnet, wieder nach Europa zu reisen, sondern es bedeutete auch eine schöpferische Krise. Korngold wandte sich nun von der Filmmusik ab und begann wieder »absolute« Musik in den traditionellen Gattungen zu komponieren. Das Violinkonzert in D-Dur op. 35 von 1945 leitete diese neue Schaffensphase
ein, es folgten das Konzert für Violoncello und Orchester in C-Dur op. 37
von 1946, eine Serenade für Streichorchester op. 39 von 1950 sowie die
Symphonie in Fis-Dur op. 50. Trotz der offensichtlichen ästhetischen Neuorientierung spiegeln diese Werke freilich Erfahrungen, die Korngold
während des jahrelangen Komponierens von Filmmusik gemacht hatte.
So übernahm er beispielsweise zahlreiche Themen aus seinen Filmscores
in die neuen Kompositionen – ohne dabei jedoch inhaltlich-programmatische Intentionen zu verfolgen –, und auch die Verwendung ausgefallener Instrumente wie Celesta, Vibraphon, Cymbal und Gong zeugt
von seinem erprobten Gespür für wirkungsvolle Orchesterfarben.
Der erste Satz des Konzerts, Moderato nobile, beginnt mit einer weit ausgreifenden Kantilene der Solovioline, die dem Film Another Dawn von
1937 entnommen ist und nur sparsam vom Orchester begleitet wird. Nach
einer kurzen Überleitung erklingt als zweites Thema eine Melodie aus
dem Film Juarez von 1939, die langsamer gehalten und von großer InnerSt. Louis in den 1940er Jahren
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Erich Wolfgang
Korngold
Probe zu einer Filmmusik in Hollywood mit Erich Wolfgang Korngold am Klavier
lichkeit ist. Die knappe Durchführung beschränkt sich auf die virtuose
Variierung des ersten Themas, bevor eine Solokadenz (risoluto) mit Doppelgriffen, großen Intervallsprüngen und anderen Kunstgriffen die Violine ganz in den Vordergrund des Geschehens stellt. Korngold verzichtet
hier ebenso auf das traditionelle Wechselspiel von Soloinstrument und
Orchester wie auf Durchführungs- und Verarbeitungstechniken der Themen, er stellt stattdessen die Violine ganz ins Zentrum und reiht, angelehnt an die Technik der Filmschnitte, verschiedene thematische Abschnitte aneinander. Die Themen aus den Filmscores, die Korngold dabei
in die Konzertform integriert, durchlaufen auf diese Weise keinen programmatisch interpretierbaren Prozess, der neue Kontext verleiht ihnen
vielmehr absolut-musikalische Qualität. Das zeigt auch die klassisch angelegte Reprise, die zunächst das Hauptthema in Tutti und Violine solo
sowie das zweite Thema bringt, bevor eine kurze Coda den Satz mit virtuosen Läufen der Violine und Trillern in höchster Lage beschließt.
Der zweite Satz, eine Romance, basiert auf einem ausdrucksvollen, kantablen Thema der Violine in hoher Lage, in kammermusikalischer Manier
begleitet von Solostreichern, Harfe, Vibraphon und gedämpften Hörnern.
Die ungewöhnliche Besetzung verleiht dem Thema, das der Filmmusik
zu Anthony Adverse von 1936 entstammt, eine besondere Klanglichkeit
und verstärkt die hohe Expressivität der Violine mit dem vibratoreichen
Spiel in höchster Lage. Der Mittelteil des dreiteiligen Satzes, der über
chromatische Wendungen erreicht wird, lotet im Kontrast zum Beginn –
misterioso – die tiefe Lage des Soloinstruments aus.
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Erich Wolfgang
Korngold
Der Geiger Jascha Heifetz
Im Finalsatz, Allegro assai vivace, zitiert Korngold die Hauptmelodie aus
der 1937 entstandenen Hollywood-Produktion The Prince and the Pauper.
Angelegt als Folge von Variationen über das volkstümlich wirkende, rustikale Thema stellt der Schlusssatz eine geigerische Tour de force dar, die
dem Solisten Gelegenheit gibt, seine Virtuosität in aller Brillanz unter
Beweis zu stellen. Zunächst wird das mitreißende Thema im Staccato auf
der Violine exponiert, bevor mit jeder neuen Variation weitere geigerische Kunstfertigkeiten erprobt werden, etwa Doppelgriffe und Spiel
über mehrere Saiten, Spiccato (bei dem jeder einzelne Ton durch einen
neu angesetzten Bogenstrich erzeugt wird) und Springbogen (bei dem
der Bogen in raschem Tempo auf den Saiten »springt«), Triller, Pizzicato
(bei dem die Saiten gezupft werden) und col-legno-Spiel (bei dem die
Saiten mit dem Bogenholz gestrichen werden). Den Höhepunkt an Virtuosität stellen schließlich die Flageolett-Effekte der Violine mit ihren
hohen, fahlen Tönen dar, bevor eine pathetische Ausformung des Themas
mit vergrößerten Notenwerten den Schlusspunkt setzt.
Die enorme Virtuosität des Soloparts hatte Korngold damals auf die besonderen Fähigkeiten des großen Geigers Jascha Heifetz abgestimmt und
diesem das Konzert sozusagen auf den Leib komponiert. Dieser hat es am
15. Februar 1947 mit dem St. Louis Symphony Orchestra unter der Leitung
von Vladimir Golschmann in St. Louis uraufgeführt. Widmungsträgerin
des Konzerts indes ist Alma Mahler-Werfel, die Frau Gustav Mahlers und
später Franz Werfels, die eine langjährige Freundin der Familie war und
mit zum jüdischen Künstlerkreis im kalifornischen Exil gehört hatte.
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Erich Wolfgang
Korngold
EINE STERNSTUNDE
DES GROSSEN
TSCHAIKOWSKY-DIRIGENTEN
MARISS JANSONS
3 CD 900129
PIQUE DAME
Tschaikowskys späte Meisteroper mit international bedeutenden Solisten,
die mit den Rollen der „Pique Dame“ auch sprachlich auf authentische Weise
bestens vertraut sind.
♠
Tatiana Serjan · Misha Didyk · Larissa Diadkova
Alexey Markov · Alexey Shishlyaev u.a.
♠
Kinderchor der Bayerischen Staatsoper
Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
MARISS JANSONS
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Überraschungsstück
www.br-klassik.de/label
Erhältlich im Handel und im BRshop
Schnee, Eis und stürmisches Wetter mag sie nicht
Die Nachtigall – Solovuško, ein Chorstück von Pjotr I. Tschaikowsky
Bevor eine kleine Nachtigall, von der der Text des Chorstücks erzählt, im
Herbst in ein fernes Land aufbricht, verabschiedet sie sich von den Menschen und bedankt sich für deren Freundlichkeit und Zuneigung: Sie
wurde nicht gefangen, sie konnte ihre Lieder singen und durfte ihren
Nachwuchs unbeschadet aufziehen. Leider zwinge sie aber das raue russische Klima mit Schnee und Eis, ein warmes Winterquartier in südlicheren Gefilden aufzusuchen, denn bliebe sie hier, so müsste sie sterben.
Aber im Frühling werde sie wiederkommen und zur Freude der Menschen
neue Lieder anstimmen.
Dieses kleine romantische Gedicht stammt von Tschaikowsky selbst, der
der Nachtigall 1889 ein lyrisches und musikalisches Denkmal setzte. Übrigens schwirrt und zwitschert sie durch zahlreiche russische Kompositionen dieser Zeit: Die Nachtigall ist in dieser Volkstradition nämlich das
Symbol für den Frühling, aber auch für die Melancholie einer fernen Liebe,
deren Rückkunft sehnsüchtig erwartet wird. Übertragen auf die Jahreszeiten
bedeutet die Nachtigall die Erlösung vom Winter, der Einstieg in eine angenehmere Jahreszeit. Aber sie könnte zugleich auch den Beginn einer
neuen Liebe darstellen.
Ein Tenor eröffnet im kräftigen Forte das A-cappella-Stück in D-Dur. In
seinen kleinen Soli wird bewusst der reale Nachtigallengesang nachgeahmt. Charakteristisch für ihn sind die trillerartigen Triolen und die Aufwärtssprünge in der Melodielinie. Zur Volksmusik Russlands gehört neben
der bedeutenden A-cappella-Tradition auch der Responsorialgesang: Ein
Sänger intoniert den ersten Vers, und der Chor antwortet, indem er deutlich in der Dynamik zurückgenommen die Textpassagen wiederholt, aber
ohne den spezifischen »Nachtigallengesang« mit »Triller« und Intervallsprung. So führt der Chor in terrassenartigen, dynamischen Abstufungen
– entsprechend der inhaltlichen Begriffe »Abschied«, »Leid«, »Tod«, »Rückkehr« – das kleine Musikstück fort. So kurz, so einfach dieses choralartige
Werk auch sein mag, es birgt in sich viele Bezüge, die – frei assoziiert –
durchaus auch eine christliche Konnotation in sich tragen.
Renate Ulm
Musik & Bild
Kris Martin: »For Whom«
(2012)
Kris Martin (geb. 1972): For Whom (2012)
Installation, Bronzeglocke ohne Klöppel, Stahlkonstruktion mit
Motor; Glocke: Höhe 135 cm, Durchmesser: 140 cm,
Kunstmuseum Bonn
Der Belgier Kris Martin macht existentielle Fragen über Leben und Tod
zur Basis seines Kunstschaffens. So sammelte er über 700 Granathülsen,
die teilweise von Soldaten im Ersten Weltkrieg während ihres Ausharrens
in den Schützengräben mit Blumen oder Überlebenswünschen graviert
wurden. Die polierten Geschosshülsen, die Kris Martin zu einem Berg
aufgeschichtet hat, muten an wie ein Goldschatz. Der Künstler setzt damit
das Schreckliche mit dem Ästhetisch-Schönen in Bezug. Ähnliches unternahm er in seiner Installation For Whom mit einer großen Bronzeglocke,
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Musik & Bild
die er in einer mächtigen Stahlkonstruktion von rötlicher Rostpatina aufhängte und von einem nicht hörbaren Motor hin- und herschwingen ließ.
Doch es bleibt still, gespenstisch still, denn die Glocke besitzt keinen
Klöppel, der beim Schwenken an den bronzenen Glockenrand schlagen
und so Klang erzeugt könnte. Ohne diesen Klöppel wirkt die Glocke versehrt, sie kann ihrer ureigentlichen Funktion nicht mehr nachkommen,
sie bleibt stumm. Zur sich bewegenden Glocke fehlt der klangvolle, eindringliche Ton. Beim Zusehen wird die Erwartungshaltung nicht erfüllt.
Und das macht dieses (sich) bewegende Kunstwerk so unheimlich. Für
wen, For Whom, hat sie noch einen Nutzen, wenn ihr die Seele, der Klang
geraubt wurde? Gedanken an verheerende Kriege, zerstörte Städte und
eingestürzte Kirchen lassen sich kaum unterdrücken. Kris Martins Installationen sind Mahnmale.
Etwas Ähnliches hat Pierre Schaeffer, der Begründer der »musique concrète«, in den 1940er Jahren ersonnen: Die neuen Möglichkeiten, die die
Erfindung des Tonbandes mit sich brachte, nämlich das Schneiden von
Musik und Text und das erneute Zusammenfügen, veranlasste Schaeffer,
Klänge zu sammeln und sie so zu bearbeiten, dass sie nicht mehr die gängigen Hörerwartungen erfüllten. So nahm er Glockentöne auf und schnitt
den Anschlagston des Klöppels weg, worauf nur ein Klang übrig blieb,
der überhaupt nicht mehr mit einem Glockentimbre in Verbindung
gebracht werden konnte. Nur der charakteristische Anschlagston macht
jedem Ohr sofort klar, dass der nachfolgende schwingende Ton von einer
Glocke herrührt. Ohne diese akustische Kennung erinnert der Ton in
seinen Schwingungen eher an eine Glasharmonika oder an einen lang
gehaltenen Geigenton mit Vibrato. Es entsteht also eine Irritation, wenn
eine Glocke in Bewegung keinen Laut von sich gibt und ein schwebender
Glockenton ohne Anschlagston das Hören auf falsche Bahnen lenkt. Das
Gewohnte wird verfremdet. Die Verfremdung For Whom bei Kris Martin
kann aber nur deshalb wirken, weil die Glocken in unserem Leben allgegenwärtig sind, in der abendländischen Kultur einen hohen Stellenwert
besitzen und die Menschen lebenslang begleiten. Sie sind Bestandteil des
religiösen Ritus. Sie mahnen zum Kirchgang, wie dies Friedrich Schiller
in seinem berühmten Gedicht sehr drastisch nahebrachte. Glocken läuten jeden Sonntag und laden ein zum Gebet, besonders prächtig klingen
sie an den großen Feiertagen wie Weihnachten, Ostern und Pfingsten. Sie
bekräftigen laut die heiligen Sakramente der Eheschließung, sie klingeln
dünn als Totenglöckchen, erfreuen als Schellenglöckchen, warnen mächtig vor Feuer und Krieg und bimmeln eifrig bei der Verwandlung.
Renate Ulm
19
Musik & Bild
Glockenklänge als Schicksalszeichen
Zu Sergej Rachmaninows Symphonischem Poem für Solostimmen,
Chor und Orchester Die Glocken, op. 35
Larissa Kowal-Wolk
Im Sommer 1912 erhielt
Rachmaninow einen Gedichtband mit einem anonymen Brief, in dem
er gebeten wurde, Konstantin Balmonts wunderbare Übersetzung von Edgar Allan Poes Gedicht
Die Glocken zu lesen. Weiterhin enthielt der Brief
den Hinweis, dass sich die Verse für eine Vertonung geradezu ideal eigneten. Der Absender habe
dabei ausdrücklich an den von ihm verehrten
und bewunderten Komponisten Rachmaninow
gedacht. Dieser arbeitete gerade an den Skizzen
zu einer neuen Symphonie, nahm die ihm vorliegenden Verse jedoch mit großem Interesse auf.
Konstantin Balmont (1867–1942), russischer Symbolist schottischer Abstammung, hatte den Text
von Edgar Allan Poe als Grundlage für eine poetisch freie Nachdichtung ins Russische genommen. Vier Arten von Glockenklängen werden
hier symbolisch vier schicksalhaften Phasen des
menschlichen Lebens gegenübergestellt. Rachmaninow fühlte sich von diesem Sujet ungemein angesprochen. Glocken haben für jeden
Russen einen besonderen Stellenwert, schon deshalb, weil sich die großen Kathedralen der russischen Städte durch das prachtvolle Zusammenspiel ihrer Kirchenglocken auszeichnen – ein
Hörerlebnis, das auch auf Rachmaninow nachhaltigen Eindruck machte: »Der Klang der Kirchenglocken beherrschte alle russischen Städte,
die ich kannte – Nowgorod, Kiew, Moskau. Sie begleiteten jeden Russen von der Kindheit bis zum
Tod, und kein Komponist konnte sich ihrem Einfluss entziehen. [...] Mein ganzes Leben fand ich
Gefallen an den unterschiedlichen Stimmungen
und der Musik freudig schlagender und traurig
Entstehungszeit
Frühjahr 1913 in Rom –
Sommer 1913 auf
Rachmaninows Gut
»Iwanowka«
Widmung
Willem Mengelberg und
dem Concertgebouworkest
Amsterdam
Uraufführung
30. November 1913 in
St. Petersburg mit der
Sopranistin Ekaterina
Popova, dem Tenor
Alexander Alexandrovitch,
dem Bariton Pavel Andrejev
und dem Chor des
Mariinskij Theaters unter
der Leitung des Komponisten
Lebensdaten des
Komponisten
20. März (1. April) 1873 auf
dem Landgut Semënovo /
Gouvernement Nowgorod –
28. März 1943 in Beverly
Hills/Kalifornien
20
Sergej Rachmaninow
Sergej Rachmaninow mit seiner Tochter Irina vor dem Landhaus
»Iwanowka«
läutender Glocken.« Tatsächlich treten Glocken in Rachmaninows gesamtem Schaffen geradezu als Leitmotiv auf. Oft nennt er das Phänomen direkt
beim Namen: »Tanzende Glocken« im F-Dur-Präludium, »Glockenschläge«
im C-Dur-Präludium, »Läuten vereister Glöckchen« im a-Moll-Präludium,
»Friedliche Trauerglöckchen« im gis-Moll-Präludium. Manchmal treten
die Glocken aber auch im Verborgenen auf, wie beispielsweise zu Beginn
des Zweiten Klavierkonzerts in c-Moll, op. 18, wenn die regelmäßig pendelnden Klänge sich allmählich im Crescendo steigern und anschwellendes Glockengeläute suggerieren.
»Als ich die Verse Poes vor mir hatte, hörte ich die Glockentöne und versuchte, ihre herrlichen Klänge, die für mich die verschiedenen Facetten
der menschlichen Erfahrung auszudrücken schienen, aufs Papier zu bringen.« – Das Ergebnis dieses »Versuchs« wurde Rachmaninows monumentalstes Werk, das viersätzige Symphonische Poem mit dem Titel Kolokola
(Die Glocken).
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Sergej Rachmaninow
Blick auf die Uspenskij-Kathedrale und den Glockenturm von Rostow Welikij
Silberne Schlittenglöckchen stehen im ersten Satz (Allegro, ma non tanto)
als Metapher für die unbeschwerte, rauschhafte Jugendzeit. Zu Beginn
der Orchestereinleitung nimmt man zunächst wie aus weiter Ferne zarte
Glockentöne wahr, die von den Flöten durch Triller im Pianissimo hervorgerufen werden, dann aber sehr rasch ins Crescendo übergehen. Innerhalb von wenigen Takten breitet sich eine zauberhafte Klangszenerie aus,
die förmlich den Blick freigibt auf eine flotte, heitere Schlittenfahrt. Fast
unmerklich setzt im Pianissimo ein Tenor-Solo ein, macht dann aber durch
einen langen Halteton auf den Worten »Hörst du?« nachdrücklich auf
das weitere Geschehen aufmerksam, im Fortissimo begeistert und bereitwillig bekräftigt vom Chor. Im weiteren Verlauf führen Tenor und Chor
vor der Kulisse der dahinjagenden Schlitten ein lebhaftes Zwiegespräch,
untermalt von den Silberglöckchen. Von »dem Odem klarer Nacht«, vom
»Auferstehen« und »des Schlafes süßer Macht« sprechen die Verse. Und
tatsächlich wird das freudig erregte Treiben durch einen langsamen Mittelteil unterbrochen, der Bezug auf das Glück des jugendlichen, sanften
Schlafs nimmt: Mit geschlossenem Mund summt der Chor wie traumverloren in ständig kreisenden Wiederholungen die Melodie eines Wiegenlieds, wobei in den Bläsern und Streichern lang ausgehaltene Töne
den Zustand der Ruhe zusätzlich unterstreichen. Doch bald bricht das
vorherige Tempo wieder durch, und die erneut auftauchenden Glöckchenmotive zeigen das Ende des Traums und die Fortsetzung der Schlittenfahrt an. »Poco a poco accelerando e crescendo« verdichtet sich das
musikalische Geschehen in Tempo, Satztechnik und Instrumentalfarben.
22
Sergej Rachmaninow
Das Landhaus »Iwanowka«
Der Chorsatz wird mehr und mehr mit der Solostimme verflochten. Die
Jugend scheint wie in einem Rauschzustand zu verfliegen. Mit einem
ekstatischen Finale, das im Chor und in der Solostimme mit wortlosen
Vokalisen ausklingt, verlischt quasi auch der Zauber der Jugendtage. Ein
letztes Mal, gleich einer Erinnerung, ist das Silberglöckchenmotiv zu hören,
bevor der Satz im Pianissimo endet.
Nach den Silberglöckchen der Jugendzeit läuten im zweiten Satz (Lento)
die goldenen Glocken der Hochzeit. Der neue Lebensabschnitt wird behutsam von den unisono geführten Bratschen eröffnet. In ihr zögerliches
Innehalten fällt der erste Glockenschlag, der im Gegensatz zu den silberhellen Schlittenglöckchen des ersten Satzes durch die Beteiligung von
Klarinetten, Celli und Kontrabässen eine dunklere Färbung erhält. Die Glocken schlagen nun getragener, ernsthafter, bedeutungsvoller und sammeln
sich für einige Takte zu einem kunstvoll arrangierten Geläut, wie es an
Festtagen vom Turm einer russischen Kirche vernommen werden kann.
Im verhaltenen, immer wieder zum Ausgangston zurückschwingenden
Hauptthema sind die Glockenklänge als Idee auch indirekt präsent. Das
Motiv wird, sich stufenartig höherschraubend, sukzessive von allen Streichern aufgegriffen, bis es leidenschaftlich in voller Streicherbesetzung
erklingt und schließlich der Chor mit den Worten »Hörst du? ›Hochzeit‹,
tönt’s« einsetzt. Das Sopran-Solo übernimmt zunächst die weihevoll-ruhig
pendelnde Melodie des Chores. Dann jedoch setzt die Solostimme wie
in Verzückung mit den Worten »Wieviel Zärtlichkeit« auf dem hohen ›g‹
23
Sergej Rachmaninow
Türmer schlägt die Feuerglocke an
Gemälde von Heinrich Schwemminger (1837)
neu ein, um von dort in orientalisch anmutenden Halbtonschritten kaskadenartig abzusteigen. Die sich in Nachahmung der Sopranstimme höher
und höher schraubenden Streicher untermalen die verklärte Stimmung
der im Text angesprochenen »Inbrunst«. Wenn dann in die schwindelnd
hohen Register, in die sich Streicher und Bläser verstiegen haben, wie aus
dem Dunkeln des Unterbewusstseins kommend, der vierstimmige Chor
tief einsetzt, scheint sich ein unermesslich weiter Raum aufzutun, der
dem mystisch-symbolhaften Geschehen in den Versen Balmonts Rechnung
trägt. In einer ausladenden Kantilene, die ein typisches Beispiel für Rachmaninows weite Melodiebögen ist, besingt der Sopran behutsam und zurückhaltend, vom Chor sekundiert, diesen Glückszustand. Nichts stört
bis zum Verklingen der Musik im leisesten Pianissimo die schwärmerische
Stimmung.
Im dritten Satz (Presto) ist der verklärte Zauber der Hochzeitsmystik der
grausigen Lebensrealität gewichen. Feuerglocken geben nun den Ton an
und stehen für Lebenskämpfe, für hilflosen Protest gegenüber Unglück,
24
Sergej Rachmaninow
Elend und Katastrophen. Sturmläuten zahlreicher Glocken kündigt sich
im Orchester an, während der Chor in chromatisch absteigenden Gesangslinien Unglück verheißt. In diesem Satz schält sich keine Solostimme
heraus; hier ist vielmehr das ganze Volk betroffen. Entsprechend homogen, in blockhafter Einheit, steht der Chor einem in viele Einzelmotive
zerfallenden Orchestersatz gegenüber. Pfeifende Holzbläserfiguren, pausenlos und wild schweifende Streicherfigurationen, dröhnende Waldhörner
und scharfe Posaunenrufe verkörpern hier Bedrohung und Gefahr. Die
Chorstimmen steigern sich zu entsetzten Hilferufen und teilen sich plötzlich doch in Stimmgruppen, als würde das herrschende Chaos die Menschen auseinandersprengen, bis sie sich andernorts wieder zusammenfinden. Plötzlich ändert sich das Klanggeschehen. Zu den Worten des
Chores »Und es ist, als spräch es wild« hört man förmlich das Feuer prasseln. Im Forte tremolierende Streicher, unterstützt durch Schlaginstrumente, und grelle Flötentriller lassen keinen Zweifel an der alarmierenden Gefährlichkeit der wütenden Feuersbrunst aufkommen. Wie in starren
Beschwörungsformeln übernimmt es nun der Chor, die fatale Absicht
des Feuers zu offenbaren: »Hoch mich windend, neu entzündend an des
Mondes lichter Flut, sei’s vergehn, sei’s jetzt und jetzt schon ganz hinauf
zur Mondesglut.« Mit der letzten Silbe des Wortes »vergehn« bricht das
Untergangsszenarium wie mit einem letzten Aufschrei schlagartig und
unerwartet ab. Eine Generalpause dokumentiert die Ausweglosigkeit der
Situation. Doch wieder künden die schon bekannten »Katastrophenmotive« den Fortgang des Unglücks an. Der Chor lässt das lateinische Dies irae
anklingen, mit dem der Satz unter aufwühlenden Bläser- und Streicherpassagen in äußerster Beschleunigung schließt.
Mit dem letzten Satz (Lento lugubre) hat sich das Schicksalsrad unerbittlich weitergedreht. Nach der Volkskatastrophe tritt nun der Aspekt des
Einzelschicksals wieder deutlich hervor: Die Totenglocke schlägt. Der Charakter dieses Satzes ist zum einen durch den Inhalt der Dichtung bedingt,
die mit ihrer Todesmetaphorik einen melancholischen Schlusssatz fordert,
zusätzlich jedoch bezieht sich Rachmaninow auf ein berühmtes Vorbild:
»Seit Tschaikowskys Beispiel [gemeint ist seine Symphonie pathétique]
erhielt die Idee eines traurigen und langsamen Finales nichts Seltsames.«
Die Orchestereinleitung mit den in den Streichern zunächst nur im Pianissimo angedeuteten dumpfen Glockenschlägen und dem klagenden
Solo des Englischhorns hat etwas unmittelbar Ergreifendes. Sie erinnert
sowohl an den Todesgesang des Schwans von Tuonela aus Sibelius’ gleichnamiger Tondichtung als auch an die düstere Stimmung von Rachmani25
Sergej Rachmaninow
nows Tondichtung Die Toteninsel. Zwischen die elegische, aber ruhig
gefasste Melodie des Englischhorns schaltet sich zuweilen im Forte ein
greller Akkord – wie ein Aufbegehren gegen das Schicksal. In feierlicher
Deklamation macht der Bariton auf das Läuten der Totenglocke aufmerksam, bekräftigt durch den Chor, der in seiner psalmodierenden Eintönigkeit gleichsam die Rolle der Trauergemeinde übernimmt. Nun schwingt
sich der Bariton zu ausdrucksstarkem Gesang auf und beklagt die Unerbittlichkeit des Todes. Das Orchester unterstreicht tonmalerisch die leidenschaftliche Klage des Sängers. War schon der dritte Satz von opernhafter
Dramatik geprägt, so wird dieser Eindruck nun noch um ein Vielfaches
verstärkt. Erneut kommt Bewegung in die düstere Szenerie. Signale werden
laut, und der Bariton beschwört in doppeltem Tempo (Allegro) eine schaurige Erscheinung herauf. Unterstützt vom Chor gibt er in Staccato-Vierteln aufgeregt Kunde von einer schwarzen Gestalt, die lachend und heulend die Totenglocke schwingt. Aber ebenso rasch verschwindet der Spuk
auch wieder. Die schwingende Glocke symbolisiert nun die »Ruh in tiefer
Gruft«, wie der Bariton in verhaltener Resignation konstatiert.
Entgegen der Vorlage der beiden Dichter, Balmont und Poe, bei denen
am Ende ihres fatalistischen Gedichts nichts anderes als die »Ruh in tiefer Gruft« bleibt, lässt Rachmaninow sein Poem mit einem wunderbaren
Orchesternachspiel ausklingen: Als würde die Tür zu einer anderen Welt
aufgestoßen, wischt ein plötzlicher Tonartenwechsel von cis-Moll nach
Des-Dur die Düsternis hinweg und taucht die Szene in ein mildes, abgeklärtes Licht. Ein heiter nach oben strebender, frei schweifender Melodiebogen in den Streichern (mit der Vortragsbezeichnung »cantabile«)
lenkt in nur zehn Takten behutsam, aber bestimmt (»crescendo«) zum
beglückenden Schlussakkord.
Übrigens blieb der anonyme Verehrer, der Rachmaninow zu diesem Werk
inspirierte, nicht unbekannt. Es handelte sich um Maria Danilowa, eine
Schülerin des Celloprofessors Mikhail Bukinik, der ein ehemaliger Kommilitone und Freund Rachmaninows war.
26
Sergej Rachmaninow
www.ard-musikwettbewerb.de
Klaviertrio
Gesang
Bläserquintett
Oboe
Trompete
Klavier
Schlagzeug
Viola
Klarinette
Flöte
Violoncello
Fagott
Posaune
Harfe
Klavierduo
Horn
Streichquartett
Violine
Kontrabass
Orgel
Gitarre
ontrabass
arfe
treichquartett
orn
65. Internationaler
Musikwettbewerb der
ARD München
29. August bis
16. September 2016
Nächster
Wettbewerb 2017:
Klavier
Violine
Oboe
Gitarre
»DIE GLOCKEN«
I.
Hörst du? Schlitten, windesschnell,
Windesschnell,
Schellenglöckchen klingeln hell,
Mit dem silberfeinen Schwingen
Weich das Ohr umstreicheln sie,
Mit dem Singen, mit dem Klingen
»Sollst vergessen!«, schmeicheln sie.
O wie lieblich hallt es, hallt es,
Wie ein Kinderlachen schallt es,
In dem Odem klarer Nacht
Sprechen Glöckchenstimmen sacht:
Nach der Zeit des Irregehens,
Naht der Tag des Auferstehens,
Kommt die Lust des Ganz-Vergehens
In des Schlafes süßer Macht.
Schlitten-Flirren windesschnell,
Schellen-Klingeln silberhell,
Und die Sterne droben, lauschend
Der Enteilenden Gesang,
Glühen auf im Sehnsuchtsdrang,
Und sie träumen, und sie säumen
Geistergleich, im Strahlengold,
Und aus ihrem Wunderflimmern,
Aus dem schweigend-tiefen Schimmern,
Eins dem Singen
Eins dem Klingen
»Sollst vergessen!«, tönt es hold.
II.
Hörst du? »Hochzeit«, tönt’s entlang,
Goldner Klang!
Wieviel Zärtlichkeit und Inbrunst
In dem heil’gen Jugendsang!
Wie wenn träumend Augen schauen
Auf zum Himmelszelt, dem blauen,
Strahlend ganz,
Aus der Klänge reinem Wogen
Zu des lichten Mondes Glanz.
Aus der Macht und Pracht der Zellen
Voll der Lust, der wunderhellen,
Jetzt im Steigen, jetzt im Neigen,
Schwebt der holden Klänge Tanz.
Bald erlöschend, bald voll Glut,
Und ergießt des Lichtes Flut
Auf ein Zukunftsbild, wo lieblich
Keusche Träume ruhn zur Stund,
Die harmonisch-rein verkündet
Goldnen Tons der Glocken Mund.
III.
Hörst du, tobendes Gedröhn,
Gleichwie erznen Schlunds Gestöhn.
Banger Trauer Schmerz und Schauer
Wiederholt dies Schreckgetön.
Wie ein Flehen: »Helft, herbei!«,
Füllt’s die Nacht mit Schrei um Schrei,
Füllt’s die taube Nacht mit Wehe,
Jedes Schrein,
Bald getragner und bald jähe,
Klagt ins Dunkel seine Pein.
Und die Qual ist also groß,
Jeder Schrei so fassungslos,
Dass die ganz verworrnen Töne,
Nicht imstand mehr Klang zu sein,
Nur noch irren, holpern, stolpern
Und nur schrein, nur schrein, nur
Schrein,
Nur Erbarmen flehn und weinen
Und den grellen Flammenscheinen
Jammernd künden höchste Pein.
Doch indes der Brand, der tolle,
Dumpfe Brand, der schreckensvolle
Stetig schwillt.
Jetzt durchs Fenster, jetzt ganz oben,
28
Gesangstext
Höher, höher Flammen toben,
Und es ist, als spräch es wild:
»Ja ich will,
Hoch mich windend, neu entzündend
An des Mondes lichter Flut,
Sei’s vergehn, sei’s jetzt und jetzt schon
Ganz hinauf zur Mondesglut.«
O Gedröhn, Gedröhn, Gedröhn,
O verstummte dies Getön,
Dies Entsetzen, diese Flammen, diese Gluten
– und dies Bild
Dieses Feuers erstes Bild,
Das du überallhin meldest
Klagend, jammernd, hallend-wild.
Aber jetzt gibt’s kein Erhören,
Ringsum flammendes Zerstören,
Ringsum Schrecken und Empören!
Feuerschrei,
Deine Rufe wild-zerfahren
Künden gellend uns Gefahren,
Einmal wächst die Not, die dumpfe,
Dann verebbt die Raserei.
Und das Ohr lauscht bang dem Wechsel
Jedes Tons und jedes Klangs,
Jetzt dem Fallen, jetzt dem Schwellen
Ehern-hohlen Wellengangs.
Monotone Grabgedröhn,
Dies Gestöhn,
Peinlich, grollend, voller Klagen,
Wächst sich aus zu hohlem Schrei,
Laut verkündend, dass der Büßer
Ew’gem Schlaf verfallen sei.
Aus den rostig-roten Mündern
So den Frommen wie den Sündern
Drohend dröhnt es hart und fest:
Dass ein Stein sich legt aufs Herze,
Schwarze Nacht die Augen presst.
Rauch aus Trauerfackeln schwillt,
Einer schreit vom Glockenturme,
Einer ruft von dorther wild,
– Welch ein düstres Schreckensbild! –
Wie er lacht, als ob er höhnt,
Und er dröhnt, er dröhnt, er dröhnt!
Nun im Turm mit irrem Springen
Jäh die Glocke lässt er schwingen,
Lässt die Glocke schluchzend klingen,
Stöhnend in die taube Luft,
Und getragne Kunde bringen
Von der Ruh in tiefer Gruft.
Edgar Allan Poe
(Konstantin Balmont übersetzte Edgar Allan Poes
IV.
Horch, es dröhnet Grabesklang,
Dumpf und bang,
Bittre Trübsal hallet wider,
Bittren Lebens Traum versank.
Und die Eisenzungen künden
Von dem bittern letzten Gang!
Unwillkürlich stockt der Fuß,
Alle Lust wird Überdruss,
Jähes Trauern lässt dich schauern,
Dass auch dein Aug brechen muss.
Dieses quälerische, stumpfe,
Langgezogene und dumpfe,
Gedicht in Russische. Diese Version wiederum
übertrug Berthold Feiwel ins Deutsche.)
29
Gesangstext
br-klassik
HIGHLIGHTS IM Fernsehen
Bayerisches Fernsehen
Sonntag, 17. Januar 2016 | 10.15 Uhr
Ludwig van Beethoven: Violinkonzert D-Dur, op. 61
Solist: Nikolaj Znaider
Gewandhausorchester Leipzig
Leitung: Riccardo Chailly
Donnerstag, 21. Januar 2016 | 23.25 Uhr
Unterwegs mit Vadim Repin
Eine musikalische Reise
Ein Film von Claudia Wilke (2011)
Sonntag, 24. Januar 2016 | 10.15 Uhr
Peter Tschaikowsky: Violinkonzert D-Dur, op. 35
Solist: Julian Rachlin
Gewandhausorchester Leipzig
Leitung: Riccardo Chailly
ARD-ALPHA
Sonntag, 17. Januar 2016 | 11.00 Uhr
Pianist. Professor. Pilot.
Nahaufnahme Gerhard Oppitz
Ein Film von Michael Beyer (2008)
Sonntag, 24. Januar 2016 | 11.00 Uhr
Gerhard Oppitz spielt
Klaviermusik von Wolfgang Amadeus Mozart
Fantasie c-Moll, KV 475
Sonate c-Moll, KV 457
Konzertaufzeichnung aus dem Jahr 1985
br-klassik.de
Riccardo Chailly
br-klassik
HIGHLIGHTS IM RADIO
Samstag, 16. Januar 2016 | 19.00 Uhr
Live aus der MET in New York
Georges Bizet: »Les pêcheurs de perles«
Leïla – Diana Damrau
Chor und Orchester der Metropolitan Opera
Leitung: Gianandrea Noseda
Montag, 18. Januar 2016 | 19.05 Uhr
con passione
Die neue Opernsendung, immer montags auf BR-Klassik
Zum 75. Geburtstag von Plácido Domingo stellt
Volkmar Fischer dessen schönste Aufnahmen mit Arien
von Umberto Giordano, Ruggero Leoncavallo und
Giuseppe Verdi vor.
Dienstag, 19. Januar 2016 | 19.05 Uhr
Das starke Stück
Plácido Domingo
Musiker erklären Meisterwerke:
Der Dirigent Pablo Heras-Casado über Franz Schuberts Symphonie Nr. 3 D-Dur
(Freiburger Barockorchester)
Dienstag, 19. Januar 2016 | 20.03 Uhr
Konzertabend
Sonderkonzert mit Solisten des BR-Symphonieorchesters
Solisten: Anna Prohaska, Sopran; Stefan Schilli, Barockoboe; Marije Grevink,
Barockvioline; Marco Postinghel, Barockfagott; Hanno Simons, Barockvioloncello;
Ugo di Giovanni, Theorbe; Peter Kofler, Cembalo und Orgel
Werke von Henry Purcell, Agostino Steffani, Antonio Vivaldi, Georg Friedrich
Händel, Johann Joseph Fux, Georg Philipp Telemann, Johann Sebastian Bach,
Carl Philipp Emanuel Bach, Heinrich Ignaz Franz Biber, Reinhard Keiser und
Dietrich Buxtehude
br-klassik.de
32
Biographien
Leonidas Kavakos
Erste internationale Aufmerksamkeit erregte der griechische Geiger Leonidas Kavakos 1985, als er den Sibelius-Wettbewerb in Helsinki gewann,
drei Jahre später beim Paganini-Wettbewerb in Genua und mit dem Ersten Preis beim The Walter W. Naumburg Foundation in New York. 1991
erhielt er den Gramophone Concert Award für seine Ersteinspielung der
Originalfassung von Sibelius’ Violinkonzert, das er seither regelmäßig aufführt – zuletzt mit großem Erfolg in London unter der Leitung von Simon
Rattle. Seit langem arbeitet er mit den führenden Orchestern zusammen
und ist auf den bedeutenden Konzertpodien in aller Welt zu erleben. Der
Künstler musizierte u. a. mit dem New York Philharmonic Orchestra, dem
Concertgebouworkest Amsterdam, dem London Philharmonic und London
Symphony Orchestra, dem Tonhalle-Orchester Zürich, den Wiener und
Berliner Philharmonikern, dem Orchestra Filarmonica della Scala in
Mailand sowie den »Big Five« in den USA. Besonders eng ist Leonidas
Kavakos der Camerata Salzburg verbunden, mit der er 2006 als Solist
und Dirigent Mozarts Violinkonzerte aufnahm. In gleicher Doppelfunktion war er im November 2009 »Artist in Focus« am Southbank Centre
in London, seine dortige Residenz brachte ihm eine Nominierung für den
Royal Philharmonic Society Music Award ein. Ebenso mit der Camerata
Salzburg erschien 2009 das Violinkonzert von Mendelssohn – eine Aufnahme, die mit dem ECHO Klassik ausgezeichnet wurde. Weiterhin bekam er für seine Gesamteinspielung der Violinsonaten von Beethoven mit
dem Pianisten Enrico Pace 2013 den Echo Klassik in der Kategorie »Instrumentalist des Jahres«. Ein Jahr später – 2014 – ernannte ihn die Zeitschrift Gramophone für die Aufnahme der Violinsonaten von Brahms zum
Künstler des Jahres. Neben seinen Solo-Auftritten als Geiger kommen nun
verstärkt Verpflichtungen als Dirigent hinzu. Leonidas Kavakos steht in
der laufenden Saison am Pult der Wiener Symphoniker, des Chamber
Orchestra of Europe, des Orchestre Philharmonique de Radio France,
der Bamberger Symphoniker, des Danish National Symphony, Netherlands Radio Symphony sowie der Accademia Nazionale di Santa Cecilia.
Dieses Jahr unternahm Leonidas Kavakos u. a. mit dem Pianisten Enrico
Pace eine Fernost-Tournee und mit dem London Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Vladimir Jurowski eine Spanien-Tournee mit
Sibelius’ Violinkonzert, das er übrigens mit den Berliner Philharmonikern unter Simon Rattle auch in seiner Geburtsstadt Athen interpretierte.
Mit diesem Werk gab er 2011 sein Debüt beim Symphonieorchester des
Bayerischen Rundfunks. Leonidas Kavakos spielt die »Abergavenny«-Stradivari von 1724 und ist Exclusiv-Künstler bei der Decca.
33
Biographien
Freunde sind wichtig im Leben eines jeden von uns.
Diese Überlegung machten sich musikbegeisterte
und engagierte Menschen zu eigen und gründeten
den gemeinnützigen Verein der »Freunde des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks e. V.«.
Seine heute über 900 Mitglieder fördern die herausragende künstlerische Arbeit des Symphonieorchesters und seiner Akademie nach Kräften. Der Verein
trägt dazu bei, den Ruf dieses weltweit berühmten
Orchesters weiterhin zu mehren. Mit der finanziellen
Unterstützung der »Freunde« werden Instrumente
finanziert, Kompositionsaufträge erteilt, Kammermusikkurse abgehalten und jungen Talenten in der Akademie eine erstklassige Ausbildung an ihren Instrumenten ermöglicht. Den »Freunde«-Mitgliedern werden
zahlreiche attraktive Vergünstigungen angeboten, von
exklusiven Besuchen ausgewählter Proben über bevorzugte Kartenbestellungen bis hin zu Reisen des
Orchesters zu Sonderkonditionen. *
Helfen Sie mit als Freund und lassen Sie sich in die
Welt der klassischen Musik entführen!
Tatiana Pavlovskaya
Tatiana Pavlovskaya begann ihre musikalische
Ausbildung am Klavier, bevor sie ein Gesangsstudium in St. Petersburg am Rimskij-KorsakowKonservatorium aufnahm. 1995 debütierte sie
mit großem Erfolg als Tatjana in Tschaikowskys
Oper Eugen Onegin am St. Petersburger Mariinskij Theater. Seither ist sie an allen bedeutenden
Opernhäusern weltweit zu Gast: an der Scala in
Mailand, der Metropolitan Opera in New York,
am Royal Opera House Covent Garden in London, an den Opernhäusern von Shanghai und
Peking, Amsterdam, Frankfurt, Los Angeles, San
Francisco, Barcelona, Madrid und Paris. Vor allem
die tragischen Frauenrollen des russischen Repertoires haben die Sopranistin an die Weltspitze
gebracht, mit eben jener Tatjana in Eugen Onegin,
der Tamara in Anton Rubinsteins Der Dämon,
Maria in Tschaikowskys Mazeppa, Kupava in
Rimskij-Korsakows Schneemädchen, Prinzessin
Olga in Rimskij-Korsakows Pskovitjanka (Das
Mädchen von Pskov), Sofia in Prokofjews Semyon
Kotko – für diese Partie wurde sie 2001 auch für
einen Grammy nominiert –, Natascha Rostowa
in Prokofjews Krieg und Frieden, Paulina in
Prokofjews Der Spieler und Katerina Ismailowa
in Schostakowitschs Lady Macbeth von Mzensk.
Darüber hinaus verkörpert Tatiana Pavlovskaya
in den bedeutenden Verdi-Opern auch Desdemona (Otello), Alice (Falstaff) und die Königin
Elisabeth (Don Carlo) sowie in den Werken
Puccinis bevorzugt Mimì (La bohème) und Liù
(Turandot). Die Sopranistin widmet sich auch
den Opern des 20. Jahrhunderts – neben Schostakowitsch und Prokofjew: Janáček, Britten, Bartók
und Korngold. Das Mariinskij Theater hat sie zur
»Honored Artist of Russia« ernannt, und für ihre
Darstellung der Rusalka in Dvořáks Oper erhielt
sie den BBC Music Magazine Award.
35
Biographien
Oleg Dolgov
Der Tenor Oleg Dolgov studierte am TschaikowskyKonservatorium in Moskau und wurde anschließend in die dortige Opernakademie aufgenommen, die 2002 von der Sängerin Galina Wischnewskaja, der Frau des Cellisten Mstislav Rostropowitsch, gegründet wurde, um begabten Sängern nach dem Studium den Einstieg in eine
Opernkarriere zu erleichtern. Noch als Student
wirkte Oleg Dolgov in Alfred Schnittkes Oper
Gesualdo mit. Seit 2008 ist er Gast am Bolschoj
Theater und seit 2012 an der Novaya Opera in
Moskau. Zunächst begann seine Laufbahn mit
den wichtigen Tenor-Partien in Tschaikowskys
Opern: Vaudemont in Jolanthe, Hermann in
Pique Dame und Lenskij in Eugen Onegin. Oleg
Dolgov interpretierte darüber hinaus auch den
Lykow in der Zarenbraut von Rimskij-Korsakow,
den Grigory in Mussorgskys Boris Godunow,
wirkte in Prokofjews Krieg und Frieden, Rachmaninows Aleko sowie in Schostakowitschs unvollendeten Opern Der große Blitz (Architekt)
und Die Spieler (Icharjew) mit. Auch die großen
Verdi-Partien hat Oleg Dolgov im Repertoire:
Radames (Aida), Rodolfo (Luisa Miller), Alfredo
(La traviata), Ismaele (Nabucco). Seit 2014/2015
ist er Ensemblemitglied des Bolschoj Theaters in
Moskau und wird dort in folgenden Rollen zu
sehen sein: als Prinz Yurij in Tschaikowskys Die
Zauberin, als König Karl VII. in dessen Jungfrau
von Orléans sowie als José in Bizets Carmen.
Oleg Dolgov hat neben der Oper auch das Konzert als zweiten sängerischen Schwerpunkt: So
wirkt er in zahlreichen Sakralwerken von Bach,
Haydn, Mozart, Rossini, Dvořák, Bruckner, Brahms
und Berlioz sowie in Beethovens Neunter Symphonie mit.
36
Biographien
Alexey Markov
Geboren in Vyborg nördlich von St. Petersburg,
begann der Bariton Alexey Markov seine sängerische Karriere in St. Petersburg am Mariinskij
Theater, wo er auch heute noch regelmäßig auf der
Bühne steht, in Partien wie Don Carlo de Vargas
in Verdis La forza del destino, Amfortas in Wagners
Parsifal und Chorèbe in Berlioz’ Les Troyens.
2007 feierte Alexey Markov eine Serie wichtiger
Debüts, u. a. als Jago in Verdis Otello an der
Dresdner Semperoper, als Renato (Un ballo in
maschera) in Graz und als Fürst Andrej in Prokofjews Krieg und Frieden an der Metropolitan
Opera in New York. Seither ist er öfter an der
Met zu erleben: So verkörperte er Graf Tomskij
in Pique Dame, den Maler Marcello in Puccinis
La bohème und Valentin in Gounods Faust. Bei
den Salzburger Festspielen debütierte er 2011 als
Herzog Robert in Tschaikowskys Jolanthe und
an der Bayerischen Staatsoper 2013 als Graf Luna
in Verdis Il trovatore. In dieser Saison singt Alexey
Markov u. a. den Giorgio Germont in Verdis La
traviata. Außerdem wurde der Bariton bei zahlreichen Wettbewerben ausgezeichnet, u. a. beim
Dresdner Belcanto-Wettbewerb. Neben seinen
Bühnenauftritten ist Alexey Markov regelmäßig
auch in Recitals zu hören, in den Festspielorten
Europas, aber auch in der Carnegie Hall. Mit Anna
Netrebko als Jolanthe hat Alexey Markov Tschaikowskys gleichnamige Oper auf CD und DVD
aufgenommen, außerdem wirkte er bei Mahlers
Achter Symphonie mit dem London Symphony
Orchestra unter der Leitung von Valery Gergiev
mit. Beim Symphonieorchester des Bayerischen
Rundfunks trat er in der vergangenen Saison mit
großem Erfolg in einer konzertanten Aufführung der Pique Dame auf, diesmal nicht als Graf
Tomskij, sondern als Fürst Jeletzkij – ein Konzertereignis, das auch auf CD festgehalten wurde.
37
Biographien
Chor des Bayerischen Rundfunks
Der Chor des Bayerischen Rundfunks wurde 1946 gegründet. Sein künstlerischer Aufschwung verlief in enger Verbindung mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, deren beider Chefdirigent seit 2003
Mariss Jansons ist. Daneben wurde Peter Dijkstra 2005 zum Künstlerischen
Leiter berufen. Schwerpunkte bilden dabei zeitgenössische Vokalmusik
sowie die Kooperation mit Originalklang-Ensembles wie Concerto Köln
oder Akademie für Alte Musik Berlin. Aufgrund seiner besonderen klanglichen Homogenität und der stilistischen Vielseitigkeit, die alle Gebiete
des Chorgesangs umfasst, genießt das Ensemble höchstes Ansehen in aller
Welt. Gastspiele führten den Chor nach Japan sowie zu den Festivals in
Luzern und Salzburg. Europäische Spitzenorchester, darunter die Berliner
Philharmoniker, das Concertgebouworkest Amsterdam und die Sächsische
Staatskapelle Dresden, schätzen die Zusammenarbeit mit dem BR-Chor.
In jüngster Vergangenheit konzertierte der Chor mit Dirigenten wie
Andris Nelsons, Bernard Haitink, Daniel Harding, Yannick Nézet-Séguin,
John Eliot Gardiner, Thomas Hengelbrock, Robin Ticciati und Christian
Thielemann. In den Reihen musica viva und Paradisi gloria sowie in den
eigenen Abonnementkonzerten profiliert sich der Chor regelmäßig mit
Uraufführungen. Für seine CD-Einspielungen erhielt er zahlreiche hochrangige Preise, darunter den ECHO Klassik 2014. Erst jüngst wurde dem
Chor der Bayerische Staatspreis für Musik 2015 zuerkannt.
38
Biographien
Symphonieorchester des
Bayerischen Rundfunks
Schon bald nach seiner Gründung 1949 durch Eugen Jochum entwickelte
sich das Symphonieorchester zu einem international renommierten Klangkörper, dessen Ruf die auf Jochum folgenden Chefdirigenten Rafael Kubelík,
Sir Colin Davis und Lorin Maazel stetig weiter ausbauten. Neben den Interpretationen des klassisch-romantischen Repertoires gehörte im Rahmen
der 1945 von Karl Amadeus Hartmann gegründeten musica viva von Beginn an auch die Pflege der zeitgenössischen Musik zu den zentralen Aufgaben des Orchesters. Seit 2003 setzt Mariss Jansons als Chefdirigent neue
Maßstäbe. Aber auch viele namhafte Gastdirigenten wie Erich und Carlos
Kleiber, Otto Klemperer, Leonard Bernstein, Günter Wand, Sir Georg Solti,
Carlo Maria Giulini, Kurt Sanderling und Wolfgang Sawallisch haben das
Symphonieorchester geprägt. Heute sind Bernard Haitink, Riccardo Muti,
Esa-Pekka Salonen, Herbert Blomstedt, Franz Welser-Möst, Daniel Harding,
Yannick Nézet-Séguin, Simon Rattle und Andris Nelsons wichtige Partner.
Tourneen führen das Orchester durch Europa, nach Asien sowie nach Nordund Südamerika. Als »Orchestra in Residence« tritt das Orchester seit 2004
jährlich beim Lucerne Festival zu Ostern auf, 2006 wurde es für seine Einspielung der 13. Symphonie von Schostakowitsch mit dem Grammy geehrt.
Bei einem Orchesterranking der Zeitschrift Gramophone, für das international renommierte Musikkritiker nach »The world’s greatest orchestras«
befragt wurden, kam das Symphonieorchester auf Platz sechs.
39
Biographien
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Biographien
Mariss Jansons
Der 1943 in Riga geborene Sohn des Dirigenten Arvı-ds Jansons absolvierte
seine Ausbildung am Konservatorium in Leningrad (Violine, Klavier, Dirigieren) mit Auszeichnung; Studien in Wien bei Hans Swarowsky und in
Salzburg bei Herbert von Karajan folgten. 1971 war Mariss Jansons Preisträger beim Dirigentenwettbewerb der Karajan-Stiftung in Berlin, im selben Jahr machte ihn Jewgenij Mrawinskij zu seinem Assistenten bei den
Leningrader Philharmonikern, den heutigen St. Petersburger Philharmonikern. Bis 1999 blieb er diesem Orchester als ständiger Dirigent eng verbunden. Von 1979 bis 2000 setzte Mariss Jansons Maßstäbe als Chefdirigent der Osloer Philharmoniker, die er zu einem internationalen Spitzenorchester geformt hat. Außerdem war er Erster Gastdirigent des London
Philharmonic Orchestra (1992–1997) und Musikdirektor des Pittsburgh
Symphony Orchestra (1997–2004). Seit 2003 ist Mariss Jansons Chefdirigent von Symphonieorchester und Chor des Bayerischen Rundfunks. Von
2004 bis 2015 stand er zugleich dem Concertgebouworkest Amsterdam
als Chefdirigent vor, das ihn im Februar dieses Jahres zu seinem Ehrendirigenten ernannte. Nach seinem Abschiedskonzert im März wurde ihm
die Silberne Ehrenmedaille der Stadt Amsterdam überreicht. Mariss Jansons arbeitet auch regelmäßig mit den Berliner und Wiener Philharmonikern, deren Neujahrskonzert er 2016 zum dritten Mal leitete.
Mariss Jansons ist Ehrenmitglied der Gesellschaft der Musikfreunde in
Wien sowie der Royal Academy of Music in London. Für seinen Einsatz
bei den Osloer Philharmonikern wurde ihm der Königliche Norwegische
Verdienstorden verliehen. 2003 erhielt er die Hans-von-Bülow-Medaille
der Berliner Philharmoniker, 2004 ehrte ihn die Londoner Royal Philharmonic Society als »Conductor of the Year«, 2006 erklärte ihn die MIDEM
zum »Artist of the Year«, außerdem bekam er den Orden »Drei Sterne« der
Republik Lettland. Im selben Jahr erhielt er für die 13. Symphonie von
Schostakowitsch mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks den Grammy in der Kategorie »Beste Orchesterdarbietung«. Mit
dem ECHO Klassik wurde Mariss Jansons 2007 als »Dirigent des Jahres«,
2008 für die Einspielung von Werken von Bartók und Ravel sowie 2010
für Bruckners Siebte Symphonie geehrt. 2009 folgte die Verleihung des
Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst, 2010 die des
Bayerischen Maximiliansordens. 2013 durfte Mariss Jansons für sein dirigentisches Lebenswerk den Ernst von Siemens Musikpreis und von Bundespräsident Joachim Gauck das »Große Bundesverdienstkreuz mit Stern«
entgegennehmen, 2015 wurde er zum »Commandeur des Arts et des Lettres«
der Französischen Republik ernannt.
41
Biographien
Ticciati
G
R
E
B
SYMPHONIEORCHESTER DES BAYERISCHEN RUNDFUNKS
Robin Ticciati Dirigent, Sally MAtthews Sopran –
Robert Schumann »Manfred«-Ouvertüre; Alban Berg Sieben frühe Lieder;
Jörg Widmann »Liebeslied«; Edward Elgar »Enigma-Variationen«
€ 18 / 30 / 38 / 46 / 56 / 65 Einführung: Do / Fr 18.45 Uhr, Sa 17.45 Uhr
gar
l
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Informationen: br-so.de, Tickets: br-klassikticket.de
Schumann
Bureau Mirko Borsche
18. und 19.2. 20 Uhr, 20.2. 19 Uhr Philharmonie
KAMMERKONZERT
MUSICA VIVA + LATE NIGHT
SA. 16.1.2016
Max-Joseph-Saal der
Münchner Residenz
20.00 Uhr
SO. 17.1.2016
Evangelische Akademie Tutzing
18.00 Uhr
2. Kammerkonzert
FR. 22.1.2016
Herkulessaal
20.00 Uhr
Konzerteinführung 18.45 Uhr
3. Abo
BETTINA FAISS Klarinette
MARIJE GREVINK Violine
UTA ZENKE-VOGELMANN
Violoncello
DINA UGORSKAJA Klavier
FRANZ SCHUBERT
Trio für Violine, Violoncello und
Klavier Es-Dur, D 897 (»Notturno«)
HANS GÁL
Serenade für Klarinette, Violine und
Violoncello, op. 93
CARL FRÜHLING
Trio für Klarinette, Violoncello und
Klavier a-Moll, op. 40
ALBAN BERG
Adagio aus dem Kammerkonzert,
bearbeitet für Klarinette, Violine und
Klavier
LUDWIG VAN BEETHOVEN
Trio für Klarinette, Violoncello und
Klavier B-Dur, op. 11
(»Gassenhauer-Trio«)
München: € 15 / 19 / 23
Tutzing: € 25 / 30 / 35 Studenten € 15
(inklusive Eintritt in den Schlosspark und
Schlossführung)
Vorverkauf über die Buchhandlung Held,
Hauptstraße 70, 82327 Tutzing, Tel 08158-8388
SUSANNA MÄLKKI Leitung
HAE-SUN KANG Violine
SARAH MARIA SUN Sopran
MERET ROTH Sprecherin
SYMPHONIEORCHESTER DES
BAYERISCHEN RUNDFUNKS
FRANCESCA VERUNELLI
»The Narrow Corner« für Orchester
(2012/2013, UA)
PHILIPPE MANOURY
»Synapse« für Violine und Orchester
(2010)
ISABEL MUNDRY
»Vogelperspektiven« für Singstimme,
Sprecherin, Zuspielband und Orchester auf Texte von Thomas Kling
(2015, UA)
€ 12 / 25 / 38
22.30 Uhr
GRAU-SCHUMACHER PIANO DUO
FERRUCCIO BUSONI
Fantasia contrappuntistica (1910)
PHILIPPE MANOURY
»Le temps, mode d’emploi«
für zwei Klaviere und Elektronik (2014)
€ 15
43
Vorschau
B r- K L aSSI K-Stu di okonzerte
KrIStIan
BeZUIDenHOUt
HAMMERKLAVIER
CHIarOSCUrO
QUartet
Mozart
Haydn
Foto: Marco Borggreve
Dienstag
15. März
20.00 Uhr
Studio 2
im Funkhaus
Karten:
Euro 21,– / 29,–
Schüler und Studenten: Euro 8,–
BRticket 089 / 59 00 10 880
www.br-klassikticket.de
München Ticket 089 / 54 81 81 81
facebook.com/brklassik
Auch live im Radio auf BR-KLASSIK
und als Videostream auf br-klassik.de
CHOR
RUNDFUNKORCHESTER
SA. 23.1.2016
Prinzregententheater
20.00 Uhr
Konzerteinführung 19.00 Uhr
4. Abo
SO. 31.1.2016
Prinzregententheater
19.00 Uhr
Konzerteinführung 18.00 Uhr
3. Sonntagskonzert
PETER DIJKSTRA
Leitung
JOHANNA WINKEL
Sopran
MARCEL REIJANS
Tenor
LUKAS MARIA KUEN
Klavier
ULF SCHIRMER
Leitung
VÉRONIQUE GENS
Sopran
RACHEL FRENKEL
Mezzosopran
SARAH LAULAN
Mezzosopran
EDGARAS MONTVIDAS
Tenor
ANDREW LEPRI MEYER
Tenor
JEAN-FRANÇOIS LAPOINTE
Bariton
ANDREW FOSTER-WILLIAMS
Bassbariton
CHOR DES BAYERISCHEN
RUNDFUNKS
MÜNCHNER
RUNDFUNKORCHESTER
CHOR DES BAYERISCHEN
RUNDFUNKS mit Solisten
Mitglieder des
SYMPHONIEORCHESTERS DES
BAYERISCHEN RUNDFUNKS
FRANK MARTIN
»Le vin herbé« (»Der Zaubertrank«)
Weltliches Oratorium
nach dem »Roman de Tristan et Iseut«
von Joseph Bédier für Soli, Chor,
Streichinstrumente und Klavier
€ 15 / 22 / 27 / 32 / 38
BENJAMIN GODARD
»Dante«
Oper in vier Akten (konzertant)
Mit freundlicher Unterstützung der
Stiftung Palazzetto Bru Zane
€ 18 / 28 / 37 / 45 / 52
45
Vorschau
BR-KLASSIK.DE
Das neue Klassik-Portal.
SYMPHONIEORCHESTER
kartenvorverkauf
DO. 4.2.2016
FR. 5.2.2016
Herkulessaal
20.00 Uhr
Konzerteinführung 18.45 Uhr
2. Abo D
BRticket
Foyer des BR-Hochhauses
Arnulfstr. 42, 80335 München
Mo.–Fr. 9.00–17.30 Uhr
Telefon: 0800 5900 594
Telefax: (089) 5900 10 881
Online-Kartenbestellung:
www.br-klassikticket.de
KENT NAGANO
Leitung
MOON YUNG OH
Tenor
ANDREAS HIRTREITER
Tenor
CHRISTOF HARTKOPF
Bariton
MICHAEL MANTAJ
Bass
SYMPHONIEORCHESTER DES
BAYERISCHEN RUNDFUNKS
München Ticket GmbH
Postfach 20 14 13
80014 München
Telefon: (089) 54 81 81 81
Vorverkauf in München und im
Umland über alle an München Ticket
angeschlossenen Vorverkaufsstellen
Schüler- und Studentenkarten
zu € 8,– bereits im Vorverkauf
JOHANN SEBASTIAN BACH
Contrapunctus I und XIX aus der
»Kunst der Fuge«, BWV 1080
Bearbeitung für Orchester von Ichiro
Nodaïra
GUILLAUME DE MACHAUT
»Felix Virgo«
»Bone pastor«
»Christe, qui lux es«
OLIVIER MESSIAEN
»Éclairs sur l’au-delà«
für großes Orchester
€ 13 / 18 / 30 / 38 / 46 / 56 / 65
47
Vorschau / Karten
EMPFIEHLT
WIENER PHILHARMONIKER
& MARISS JANSONS
NEUJAHRSKONZERT 2016
Das berühmteste Konzertereignis des Jahres, das
Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker feierte sein
75. Jubiläum unter Mariss Jansons mit Altbewährtem sowie
zahlreichen Repertoire-Neuheiten. Limitierte Erstauflage
mit ausführlichem Booklet zur Geschichte des Konzerts.
JONAS KAUFMANN
NESSUN DORMA
Das aktuelle Album des deutschen Superstars der
Klassik: Auf Nessun Dorma singt Jonas Kaufmann
die schönsten Arien von Giacomo Puccini.
CHRISTIAN GERHAHER
MOZART
Diese CD ist eine Sensation: Christian Gerhaher singt
berühmte Mozart-Arien aus Le Nozze di Figaro,
Don Giovanni, Cosi fan tutte und wird begleitet vom
Freiburger Barockorchester.
Bestellservice
[email protected]
LUDWIG BECK • MARIENPLATZ • MÜNCHEN
Symphonieorchester des
Bayerischen Rundfunks
Mariss Jansons
Chefdirigent
NIKOLAUS PONT
Orchestermanager
Bayerischer Rundfunk
Rundfunkplatz 1
80335 München
Telefon: (089) 59 00 34 111
IMPRESSUM
Herausgegeben vom Bayerischen Rundfunk
Programmbereich BR-KLASSIK
Publikationen Symphonieorchester
und Chor des Bayerischen Rundfunks
REDAKTION
Dr. Renate Ulm (verantwortlich)
Dr. Vera Baur
GRAPHISCHES GESAMTKONZEPT
Bureau Mirko Borsche
UMSETZUNG
Antonia Schwarz, München
DRUCK
alpha-teamDRUCK GmbH
Nachdruck nur mit Genehmigung
Das Heft wurde auf chlorfrei gebleichtem
Papier gedruckt.
Textnachweis
Matthias Corvin: Originalbeitrag für dieses
Heft; Regina Back: aus den Programmheften
des Symphonieorchesters des Bayerischen
Rundfunks vom 18./19. Juli 2002; Renate
Ulm: Überraschungsstück und Musik & Bild;
Larissa Kowal-Wolk: aus den Programmheften des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks vom 25./26. Januar 2001;
Berthold Feiwel: Übersetzung des Gedichts
Die Glocken aus dem Russischen; Biographien: Renate Ulm (Kavakos, Pavlovskaya,
Dolgov, Markov), Archiv des Bayerischen
Rundfunks (Chor, Symphonieorchester,
Jansons).
Bildnachweis
© J. Henry Fair (Corigliano); Beethovenhaus
Bonn (Beethoven); Wikipedia (Avery Fisher
Hall; Alma Mahler-Werfel; St. Louis; Jascha
Heifetz); Luzi Korngold: Erich Wolfgang
Korngold, Wien 1967 (Korngold und seine
Familie); Die Korngolds in Wien, Der Musikkritiker und das Wunderkind – Aufzeichnungen von Julius Korngold, Zürich 1991 (Probenfoto); © Kunstmuseum Bonn: Kris Martin,
From Whom; Andreas Wehrmeyer: Sergej
Rachmaninow, Reinbek 2000 (Rachmaninow
mit Tochter, Iwanowka); Christine Hamel:
Russland. Dumont Kunstreiseführer, Köln
1998 (Kathedrale); Georg Impler: Glockenland – Bayerns klangvollste Kirchengeläute,
Regensburg 2015 (Schwemminger); © Gert
Mothes (Chailly); © Dario Acosta (Domingo);
© Marco Borggreve (Kavakos); © Johannes
Rodach (Chor); © Astrid Ackermann (Symphonieorchester, Jansons); Archiv des Bayerischen Rundfunks (Pavlovskaya, Dolgov,
Markov).
49
Impressum
A
Akademie des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks
Sprungbrett
zu den Orchestern der Welt
Ausbildungsplätze
4 Violinen
1 Flöte
2 Violen
2 Violoncelli
1 Oboe
1 Trompete
1 Horn
2 Kontrabässe
1 Klarinette
1 Posaune
1 Fagott
1 Pauke mit Schlagzeug
Ausbildung
• Instrumentaler Einzelunterricht
• Mentales Training
• Kammermusik
• Mitwirkung bei Proben und Konzerten des Symphonieorchesters
Erfolg
Absolventen der Akademie finden Engagements in renommierten Orchestern
im In- und Ausland
Konzerttermine
• Mittwoch, 11. Mai 2016, Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung
• Donnerstag, 14. Juli 2016, Hubertussaal Schloss Nymphenburg
• Samstag, 16. Juli 2016, Festsaal Kloster Seeon
Förderer
Die Akademie dankt
F
R
E
U
N
D
E
S Y M P H O N I E O R C H E S T E R
B A Y E R I S C H E R R U N D F U N K
e.V.
Kontakt
Akademie des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks
Geschäftsführung: Christine Reif
Hanselmannstraße 20, 80809 München
Telefon: 089/3509-9756
Fax: 089/3509-9757
E-Mail: [email protected]
www.br-so.de
2. Abo C
14. / 1 5.1. 2 016
br-so.de
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