Inhaltsverzeichnis - Flo

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Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung-Grundlagen der Sicherheit ............................................................................................. 2
1.1 Allgemeines .............................................................................................................................. 2
1.2 Gefahren ................................................................................................................................... 3
2 Elektrische Isolierstoffe ................................................................................................................... 6
2.1 Einteilung und Anforderung ..................................................................................................... 6
2.2 Elektrische Widerstände der Isolierstoffe................................................................................. 7
2.2.1 Durchgangswiderstand (Volume resitivity) ...................................................................... 7
2.2.2 Oberflächenwiderstand ..................................................................................................... 7
2.3 Kriechstromfestigkeit ............................................................................................................. 10
2.4 Polarisation und Dielektrische Verluste ................................................................................. 12
2.4.1 Polarisationsart ............................................................................................................... 12
2.4.2 Wirkungsweise eines Dielektrikums .............................................................................. 13
2.4.3 Ladungen am Kondensator ............................................................................................. 14
2.4.4 Dielektrische Verlustfaktor ............................................................................................. 15
2.5 Durchschlagspannung / Durchschlagfestigkeit ...................................................................... 18
2.5.1 Elektrische Durchschlagfestigkeit .................................................................................. 18
2.5.2 Arte des Durchschlags .................................................................................................... 19
2.6 Luft- und Kriechstrecken ....................................................................................................... 21
2.6.1 Allgemeines .................................................................................................................... 21
2.6.2 Bemessung der Luftstrecken .......................................................................................... 21
2.6.3 Bemessung der Kriechstrecken ...................................................................................... 22
2.7 Elektrische Isoliersysteme ...................................................................................................... 22
2.8 Allgemeines zur Wärmelehre ................................................................................................. 24
2.8.1 2.8.4 Flammwidrigkeitsprüfungen ................................................................................. 24
2.8.2 2.8.5 Die Yellow Card .................................................................................................... 26
3 Magnetische Werksstoffe ............................................................................................................... 27
3.1 Wiederholung der magnetischen Größen ............................................................................... 27
3.2 Verhalten von Materie im Magnetfeld.................................................................................... 27
Werkstoffkunde
Einleitung-Grundlagen der Sicherheit
1.1
Allgemeines
 Normen beschreiben Aufbau der Geräte
z.B. VDE – Vorschriften
 VDE – Vorschriften haben Rechtsnormqualität
bedeutet: werden in Gesetzen als „anerkannte Regeln der Technik“
zitiert → juristische Verknüpfung
 Normen beschreiben nicht nur den bestimmungsgemäßen Gebrauch sondern auch
Fehlerbedingungen, Missbrauch etc.
 Erreichen der Sicherheit durch
I. Konstruktion
II. Schutzmaßnahmen
III. Aufschriften
→ man unterscheidet

Benutzer
(User)

Instandhalter
(Service Person's)
Benutzer:
-nicht ausgebildet, keine Kenntnis
Instandhalter :
- elektronische Fachkraft
- Kenntnis der Gefahr der Elektrizität
→ Vorsicht bei bewegbaren Geräten ⇒ Unterbrechung des Schutzleiters
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Werkstoffkunde
1.2
Gefahren
Elektrischer Schlag
 bei Fehler kein elektrischer Schlag
 wird erreicht durch zweistufige Schutzmaßnahmen:
1. Basisisolierung
2. zusätzliche Schutzmaßnahmen
 Schutzleiteranschluss
(Netzform: TN-,TT-, IT- Netz)
 zusätzliche Isolierung
Schutzleiteranschluss bewirkt Fehler wird durch Abschalten beseitigt!
Energiegefahr
 Vorsicht bei Kurzschluss; Kurzschlussstrom
 IK meisten einige kA! → Umsetzung hoher Energie im Lichtbogen
Brandgefahr
überhöhte Temperatur → Brandrisiko → Flammensprung
Ursachen: Überlastung, Glimmeffekt durch Isolierschaden (CTI), lockere Verbindungen
Gefahr durch Hitze
hohe Temperatur → Verletzungsgefahr → Warnhinweise
Mechanische Gefahr
 scharfe Ecken und Kanten
 bewegliche Teile
 Standfestigkeit
Gefahr durch Strahlung
z.B. Laser, Schall, ionisierende Strahlung
Abhilfe:
Begrenzen der Energie
Warnhinweis etc.
chemische Gefahren
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Werkstoffkunde
Kontakt mit Chemikalien Ausdünsten von Gasen bei Kunststoffen (TEST)
Abhilfe:
Konstruktion
Werkstoffe
Warnhinweise
Werkstoffe und Bauelemente
Auswahl so, dass während der angenommenen Gebrauchsdauer das Gerät zuverlässig intakt bleibt.
→ Gefahr der Alterung
Ausfalldauer, Ausfallrate
MTTF: meantime to failure
MTBF: meantime beetween failure
mit Hilfe der Statistik ⇒ Lebensdauer für Geräte gilt: „Badewannenkurve“
λ(t
)
burn-in
wear-out
Constantfailure rate
service
lifetime
mechanical
devices
electrical
λ: failure rate
Prüfen der Lebensdauer (Zuverlässigkeit) mit HALT: highly accelerated life test
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Werkstoffkunde
Auswirkungen auf Entwicklung und Fertigung


RAMS-Prozess nach EN50126
R: Realiability
=
Zuverlässigkeit
A: Availability
=
Verfügbarkeit
M: Maintainability
=
Instandhaltbarkeit
S: Safety
=
Sicherheit
LCC
(life-cycle-lasts = Lebenszykluskosten)
→ Prozess hat die 3 Forderungen
I.
gesamtheitlich zu führen
II. durchgängig zu führen
III. einheitlich zu führen
Zum Film: 5 Sicherheitsregeln der Elektrotechnik
1. Freischalten
2. Gegen Wiedereinschalten sichern
3. Spannungsfreiheit feststellen
4. Erden und Kurzschließen
5. Benachbarte, unter spannungsstehende
Teile abdecken oder abschranken
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Werkstoffkunde
Elektrische Isolierstoffe
1.3
Einteilung und Anforderung
Aufgabe: Trennen spannungsführender Teile unterschiedlichen Potentials
Einteilung der Isolierstoffe:

fest
- organisch
z.B. PE
- anorganisch
z.B. Glas

flüssig
z.B. Trafoöl

gasförmig
z.B. Luft
Werkstoffanforderung nach Einsatz z.B.:
 Temperaturbereich
 CTI (Kap. 2.3)
 Wechselnde Belastung
→ Verhalten der Kennwerte beeinflusst Anwendung und Konstruktion
thermische Eigenschaften → Isolierstoffklassen
z.B. Isolierstoffklasse
F: 155°C
(siehe auch Kap. 2.7 Isoliersysteme)
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Werkstoffkunde
1.4
Elektrische Widerstände der Isolierstoffe
1.4.1
Durchgangswiderstand ρD (Volume resitivity)
Überlagerungen folgen der Leitfähigkeiten

Eigenleitfähigkeit (Bändertheorie)

Störstellenleitfähigkeit (Sättigungseffekt)

Elektrolytische Leitfähigkeit (Anzahl der Ionen)
Gesamteffekt durch Überlagerung
Eigenleitfähigkeit
→
stets vorhanden
Störstellenleitfähigkeit
→
sättigungsabhängig
Elektrolytische Leitfähigkeit
→
Ursache ist die ionenbildende Verbindungen (NaCl)
 höchster Anteil, da Leitfähigkeit abhängig von Anzahl der Ionen
→ gebunden an Feuchte und Temperatur
 physikalischer Effekt:
Anzahl der Ionen n (Dissotiationsgrad) steigt mit der Temperatur
 Temperaturkoeffizient α < 0! (Leiter α >0)
 Wärme zerstört Isolator
1.4.2
Oberflächenwiderstand
häufige Anwendung ESD-Bereich
Ursachen:

Schmutzablagerungen

Feuchtigkeit

Fremdschichten
RO 
UO
d
  O  RO  m  
IO
g
(bei Haft- bzw. Aufsetzelektrode)
g:
Schutzspaltbreite
d m : mittlere Durchmesser aus
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Werkstoffkunde
фElektrode
фSchutzring
→ Messverfahren nach VDE-Vorschriften!
Darstellung
R  f ( )
R2  R1  e 
ln
Berechnen von  
R2
R1

α = Steigung der Geraden bei doppeltlogarithmischer Darstellung
grafische Darstellung
RII/Ω
/
R
RRLL//Ω
100
1011
1010
10
Leiter
109
108
1
107
Isolator
106
-1
1
10
100
Auswertung:
RD 
UD
A
   RD 
ID
d
A:
Fläche der Messelektrode
d:
Dicke der Probe
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Δυ/K
/K
Werkstoffkunde
Messung erfolgt mit Teraohmmeter
 Tera  10 6
Messbereich 100V und RD  1012 
ID 
U D 100V

 10 10 A
RD
1T
0,1 nA → Klappe zu!
abgeschirmter Raum
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Werkstoffkunde
1.5
Kriechstromfestigkeit
Def.: - Widerstand der Oberfläche gegen Zersetzung bei fließenden Strömen
- Halten der Spannungsfestigkeit
CTI:
Comparative Tracking Index
CTT-Wert:
Zahlenwert in V, bei dem 50 Tropfen einer Prüflösung ausgehalten werden
Abschaltbedingung Imax= 0,5A,
PTI:
t = 2sec.
Proof Tracking Index
Prüflösung: 0,1% Ammonium-Chlorid-Lösung (NH4Cl)
Durchführung der Prüfung

Anfangsspannung 600V

Reduktion jeweils um 25V, bis 50 Betropfungen ausgehalten werden
U /V
600
575
~
300
275
~
U CTI ~
≈
1
2
3
50
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Tropfen
Werkstoffkunde
Abbildung 1: Spannungsquelle mit Ri
ESB einer Spannungsquelle mit Innenwiderstand Ri = const.
Abbildung 2: Kurzschluss Type 1
Abschaltbedingung stets bei IK= const. → RI= verändert!
Abbildung 1: Kurzschluss Type 2
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Werkstoffkunde
1.6
Polarisation und Dielektrische Verluste
 in der Praxis: Isolierstoff erwärmt sich im elektrischen Wechselfeld
 Ursache:
Verlustwärme durch Reibung und ohmsche Ableitströme
Reibung aufgrund von Drehen der Dipole = Polarisation
 Aufbau Isolator = Plattenkondensator mit Dielektrikum
→ Vorgänge können an einem „einfachen“ Plattenkondensator erläutert werden
1.6.1
Polarisationsart
 Elektronen-Verschiebungspolarisation
 Ionen-Verschiebungspolarisation
 Orientieurngspolarisation
 achten auf: Resonanzüberhöhung und Resonanzabsorption
 Relaxationsfreqeunz: - fGrenz bei Orientierunggspolarisation
9
- fGrenz,Orient. = 10 HZ
T G :Glasübergangstemperatur
Temperatur, bei der ein Werksstoff vom spröden Zustand beginnt weicht zu werden.
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Werkstoffkunde
1.6.2
Wirkungsweise eines Dielektrikums
 Plattenkondensator mit Vakuum als Dielektrikum
A
Q ~ U  QO  CO  U   O   U
d
1
As
 O  0,885  10 11 Vm
Merke: C ~
d
 dielektrische Verschiebungsdichte
DO   O  E
 Ladungsdichtte
Q
As
 O  O  DO  [ ] 
A
m²
 Ladung als Quelle
 D dA  Q
z.B. elektrisches Feld einer Kugel
 D dA  Q
D  4   r²  Q
Q
D
4   r²
oder
Q
1
E

4    O r²
Merke: E ~
Abbildung 2: Elektrisches Feld
→ in der Praxis: Korona-Entladung
Abbildung 3: Korona-Entladung
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1
r²
Werkstoffkunde
Folge eines Dielektrikums zwischen den Platten:
 auf Ionen Elektronen und Dipolen werden Kräfte ausgeübt Ladungstrennung und
Ausrichtung
 Zusätzliche Ladung fließt auf:
 Polarisationsladung Qp
 dadurch folgt
relative Dielektrizitätskonstante
 es gilt D=.....
Dielektrizitätskonstante
 unterschiede: Einfluß des Werkstoffs
 isotrop (Sonne)
 anisotrop (Laser)
1.6.3
Ladungen am Kondensator
 freie (wahre) Ladung: bewegliche über größere Strecken auf den Kondensatorplatten
 gebundene (Polarisations-) Ladung:
 verschiebbar nur über kurze Strecken
innerhalb eines Atoms oder Moleküls
 materialgebunden
 Quellen auf Senken der elektrischen Polarisation
 χ (CHI) elektrische Polarisation
Q pol

A
Feldübertragung
D  Dvak   
Q frei
A

Q pol
A
Merke: E frei   E pol
1.6.4
Dielektrische Verlustfaktor
Verluste im Dielektrikum erzeugen Wärme
Prinzip der ET: Ursache wird durch ohmschen Widerstand dargestellt (Def. Effektivwert)
 im ESB zwei Möglichkeiten R parallel oder in Reihe zu C
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Werkstoffkunde
Was ist richtig?
Zunächst:
Paralleles ESB
Ergebnis:
tan(  ) 
tan(  ) ~

siehe Manuskript
G
1

 C  C  R
1

Serielles Ersatzschaltbild
kapazitiven Spannungsanteil
I
UC
CS
UC 
RS
ohmscher Spannungsanteil
U
UR
I
j    CS

I
I
 j
j  2    f  CS
2    f  CS
90°
U R  Rs  I
Diagramm 1: Zeigerdiagramm
Fehlwinkel:

Verlustfaktor:
tan(  )
UR
 2    f  C S  RS
UC
tan(  ) ~ f
tan(  ) 
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Werkstoffkunde
Vergleich
Diagramm 3: Reihe-ESB
Diagramm 2: Parallel-ESB
Schering Brücke
Abbildung 4: Schering Brücke
 Verwendung in der Hochspannungstechnik, Verlustbestimmung bei Kabeln
 Abgleich mit R3, C4, R4 meist nur zwei Einstellung  Genauigkeit für tan(  )
Z 2 Z1

Z4 Z3
 Abgleich für
R
 CX  CN  4
R3
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Werkstoffkunde
Zu erhöhter betriebsfrequenter Spannung
 nach Vertrag von Rom (1953) angleichen der Spannungen in Europa
Festland in Europa
 Festland 220V/380V
+ 10%
 GB
240V
+ 10%
Zeichnung 1: Anpassung der Netzspannung nach dem Vertrag von Rom
+10%
+10%
+6%
230V/400V
220V/380V
-10%
bis 1993
-10%
-10%
ab 1994
?
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Werkstoffkunde
1.7
Durchschlagspannung / Durchschlagfestigkeit
1.7.1
Elektrische Durchschlagfestigkeit
Beanspruchung eines Isolierstoffes erfolgt durch:
1. Spannung
2. Alterung
3. Teilentladungen (TE)
4. Wärme
 Merke: jede Beanspruchung über Normwerte führt zur Verkürzung der Lebensdauer
Spannungsbeanspruchung durch
 erhöhe betriebsfrequente Spannung
 transiente Spannungen
 Blitzstoß-Spannung
 Schaltstoß-Spannung
1,2 / 50µs
250 / 2500µs
transient: zeitlich einmaliger Vorgang
Isolationszusammenbruch bedeutet:
 Elektrischer Durchschlag
 Elektrischer Überschlag
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Werkstoffkunde
1.7.2
Arte des Durchschlags
 elektrischer Durchschlag
 Wärmedurchschlag
 Teilentladungs-(TE) Durchschlag
a) Elektrischer Durchschlag
 Gas zunächst Nichtleiter
 aufgrund kosmischer Höhenstrahlung
bilden sich freie Elektronen, Restatome positiv
 Aufspaltung heißt Ionisierung
Merke: Ionisierungsenergie
 da Rekombination keine Auswirkung
Spannung steigern
E-Feld
erhöhen
Kraftwirkung steigern
 durch Stoßionisation werden mehr freie Ladungsträger erzeugt als durch Rekombination
verloren
 Stoßionisation: Elektronen nehmen auf mittlerer freier Weglänge Ekin auf.
Sofern EKin > Eion bildern neue Ladungsträger
 bei Rekombination: Abgabe der Energie in Form von Licht (Photonen)
 auch positive Restatome unterstützen den Vorgang
b) Wärmedurchschlag
 maßgebend für stabile Wärmeabfuhr   i  a
 Wärmequelle; d.h. i meist nicht linear
z.B. Litze
PV  PZu  R  I ²
;
Wärmesenke Öberfläche

PZu ~ r²

Pab ~ r
 dies ergibt:
 stabiler Arbeitsbereich
 Kipppunkt
 instabiler Arbeitsbereich
 Kipppunkttemperatur meist unter der maximal zulässigen Temperatur des
Werksstoffs
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Werkstoffkunde
c) Teilentladung Durchschlag (TE)
 äußere TE  Koronaentladungen
 Verluste
 innere TE
 Hohlräume fester Isolierstoffanordnungen
besitzen wegen EG   G  E I   I
hohe elektrische Feldstärke
Zeichnung 2: Hohlraum
PVC-Isolation
Litze
EG = 2·EI
Er=2
Gas(Luft) EG=1
 TE führt mit der Zeit zur Zerstörung der Oberfläche (Erosion) und dann zum
TE-Durchschlag
 hohe Gefahr der Alterung
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Werkstoffkunde
1.8
Luft- und Kriechstrecken
1.8.1
Allgemeines
 VDE 0110 Isolationskoordination für elektrische Betriebsmittel in Niederspannungsanlagen
 Mindestanforderungen für Luft- und Kriechstrecken zur Vermeidung von Schäden und
Gefahr
wichtige Definitionen:
 Luftstrecke
 Kriechstrecke
 Arbeitsspannung
 transiente Überspannung
 Isolatiuonskoordination
Luft- und Kriechstrecken treten auf zwischen
 aktiven Teilen
 aktiven Teilen und Erde
 aktive Teilen und Befestigungsflächen
Betriebsmittel sind der Umwelt ausgesetzt
⇒ Verschmutzungsgrad
1.8.2
Bemessung der Luftstrecken
 Einteilung der Beanspruchung in Überspannungskategorien
 berücksichtigt die voraussichtliche Beanspruchung des Betriebsmittels durch
Überspannung
Prüfung mit Bemessungs-Stoßspannung ≙ Blitzstoß-Spannung 1,2 / 50µs
 Mindestluftstrecken für die Isolationskoordination
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Werkstoffkunde
1.8.3
Bemessung der Kriechstrecken
 Grundlage: Arbeitsspannung
 Einflussgrößen:
 Verschmutzung
 Art
 Formgebung
 Einteilung in Gruppen
 Mindestkriechstrecke
1.9
Elektrische Isoliersysteme
 Wegen hoch Wärmebeständige Kunststoffe werden bei der Konstruktion von Drosseln,
Trafos, Motoren etc. immer mehr Metallteile ersetzt
 Belastung durch Wärme beachten
 gegenseitiges Beeinflussung
 Alterungsverhalten
Aufbau eines Isoliersystems
Hauptkomponenten (Ground Insulation)
 Nut- / Phasenisolation
 Lacke
Nebenkomponenten (Minor Insulation)
 Isolier- / Klebebänder
 Folien
 Wickelbänder
 Anschlusslitze
 etc.
Auswahl des Komponenten
 Nur Teile innerhalb eines Isoliersystems dürfen verwendet werden, da dann ein
Alterungsverhalten ohne gegenseitiges Beeinflussung vorliegt
Hoch wärmebeständiges Kunststoffe/Folien
 PBT
Polybutylenterephthalat
 PET
Polyethylenterephthalat
 PA-HTN
Hochtemperatur- PA (Polyamid)
 LCP
Liquid Crystel Polymers
 Nomex
 Mylar
 Kapton
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Werkstoffkunde
Sealed Tube Testing
 Aufnahme eines weiteren Materials in ein Isoliersystem
 Kriterium: Durchschlagfestigkeit sinkt nicht unter 50% der ausgesuchten Isoliersystems
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Werkstoffkunde
1.10 Allgemeines zur Wärmelehre
Wärmeenergie:
 kinetische Energie der sich ungeordnet bewegenden Atome oder Moleküle
 schnelle Bewegungsabläufe
 hohe Temperatur
Voraussetzungen für die Entstehung eines Brandes:
 Zündtemperatur (200°C – 500°C)
 Zündenergie
 Sauerstoff
Brand:
 Reaktion von Stoffen mit Sauerstoff
 Oxidationsprozess ohne Flammbildung (Kohle, Koks)
 Brandlast beachten (Holzkonstruktionen)
Merke:
 Brandverhalten
 Entflammbarkeit
 Entzündbarkeit
 Flammschutzmittel beeinflussen den Verbrennungsvorgang durch chemische Reaktion
z.B. Binden des Sauerstoffs
1.10.1 2.8.4 Flammwidrigkeitsprüfungen
 weltweit gültige Verfahren nach UL94
UL: Unterwriters Laberatures; Standard 94
Flammabiltiy of Plastics
Kriterienn für Einstufung:
 Brenngeschwindigkeit
 Verlöschungszeit
 Tropfenbildung
 brennende Tropfen ja / nein
Achtung: Brennverhalten von Dicke und ggfs. Farbpigmenten abhängig
 dünnste Wanddicke und Einstufung beachten
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Werkstoffkunde
Eintstufungen
Prüfkörper horizontal :
Prüfkörper vertikal :
HB
V-2
V-1
V-0
5VB
5VA
5V
siehe hier zu auch
www.ttc.bayermaterialscience.com
RTI: Relative Temperature Index = Gebrauchstemperatur
 Eigenschaften bleiben über die Nutzungszeitkonstant  keine Alterung
 Prüfen der thermischen Langzeitstabilität nicht möglich  beschleunigtes Altern bei hohen
Temperaturen.
 Alterungsverhalten wird mittels Arrhenius-Darstellung ermittelt siehe auch VDE 0304, Teil
22 etc
 Prüfung mit Referenzmaterial
Angabe des RTI für
 Durchschlagsfestigkeit (dielectric strength)
 Zugfestigkeit (mechanical strength)
 Kerbschlagfestigkeit (mechanical impact)
Glühdrahtprüfung:
Prüfung auf Entzündbarkeit am Formteil sowie an Platten man erhält
GWT :
GWIT :
GWFI :
Glow wire temperature
Glow wire ignitability Test
Glow wire flammability Index
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Werkstoffkunde
1.10.2 2.8.5 Die Yellow Card
 die wichtigsten Material Kenngrößen
 werden auf der sogenannten „Yellow Card“ zusammengefasst
Es sind vorhanden:
Flame Class mit minimum Thickness
HWI
Hot wire Ignition
HAI
High arc Ignition
RTI
relative temperature Index
GWIT
Glow wire ignition temperature
GWFI
Glow wire flammability Index
CTI
comparative tracking Index
HVTR
High Voltage arc tracking
D-495:
Arc Resistance
BP
Burning point = GWT
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Werkstoffkunde
Magnetische Werksstoffe
Grundsätzlich ergeben sich die magnetischen Eigenschaften erst mit dem Zusammen wirken eines
äußeren Magnetfeldes
1.11 Wiederholung der magnetischen Größen
 magnetische Durchflutung Θ
 magnetische Flussdichte
H
 magnetische Induktion
B
 µo :
magnetische Permeabilitätskonstante
 µr :
realative Permeabilität
 magnetischer Fluss
Φ
 magnetische Polarisation J (Einheit B)
 Magnetisierung (Einheit H)

magnetische Suszeptibilität XM
 frequenzabhängig, Sinrelaxation
1.12 Verhalten von Materie im Magnetfeld
 bekannt: fließender Strom mit Magnetfeld verknüpft
 Strom besteht aus Elektronen
 d.h. Auch sich im Atom bewegende Elektronen erzeugen Magnetfeld
 man nennt es magnetisches Moment, erzeugt durch einen Ringstrom
 Kraftwirkung
M  m B  B  mB  B  sin 
mB = Strom mal umrandeter Flächen = A  I

kleinstes magnetisches Bahnmoment heißt Bohr'sches Magneton : µB
 B  9,27  10 24 A  m³
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Werkstoffkunde
 Besetzung der Elektronenplätze im Atom definiert durch Quantenzahlen
 Hauptquantenzahl
 Nebenquanten- oder Drehimpulsquantenzahl
 Spinquantenzahl
 magnetische Quantenzahl
 magnetische Erscheinung gehen auf drie Überlagerung von Bahn- und Spinmomenten
zurück
 entscheidend für das magnetische Verhalten ist die Besetzung der Atomhüllen mit
Elektronen
Einteilung der magnetischen Werkstoffe
 aus dem Zusammenwirken mit einem äußeren Magnetfeld kennt man:
 Diagmagnetismus
 Paramagnetismus
 Ferrimagnetismus
 Ferromagnetismus
 Autiferromagnetismus
 im Speziellen: der Ferromagnetismus Bedingung hierfür:
 Stoff paramagnetisch: im Inneren freie Elektronenplätze
 ohne äußere Feldeinwirkung existieren keinen bereits größere Bereiche gleich sinniger
Orientierung (Domänen, Weiss'sche Bezirke)
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