Spielplan des Landestheaters Linz für die Spielzeit

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OÖ. THEATER UND ORCHESTER GMBH
Spielzeit 2012/2013
Spielplan und Ensemble
Spielplan des Landestheaters Linz für die Spielzeit 2012/2013
Oper, Operette
Rigoletto
Wiederaufnahme
Melodramma von Giuseppe Verdi
Premiere 22. September 2012
Großes Haus Promenade
Così fan tutte
Pariser Leben
Operette von Jacques Offenbach
Premiere 27. Oktober 2012
Großes Haus Promenade
Don Pasquale
Komische Oper von Gaetano Donizetti
Premiere 8. Dezember 2012
Großes Haus Promenade
King Arthur
Dramatic Opera von Henry Purcell
Premiere 19. Jänner 2013
Großes Haus Promenade
Uraufführung
Auftragswerk des Landestheaters Linz
Eröffnung des neuen Musiktheaters am
Volksgarten
Spuren der Verirrten
Oper von Philip Glass
Premiere 12. April 2013
Großer Saal Volksgarten
Der Rosenkavalier
Komödie für Musik von Richard Strauss
Einrichtung für das neue Musiktheater
Premiere 15. April 2013
Großer Saal Volksgarten
Uraufführung
Auftragswerk des Landestheaters Linz
Opernmaschine
Ein Musiktheater von Peter Androsch,
Philipp Olbeter und Roland Olbeter
Premiere 12. Mai 2013
BlackBox Volksgarten
Oper von Wolfgang Amadeus Mozart
31. Oktober 2012
Großes Haus Promenade
Musiktheater für junges Publikum
Topolina macht Pizza
Musikpädagogisches Zuhör- und MitmachMusiktheater für Kinder im Kindergartenalter
Oktober 2012
Unteres Vestibül Kammerspiele Promenade
Peter und der Wolf
Ballett für Kinder von Darrell Toulon
Musik von Sergej Prokofjew
Premiere 5. Jänner 2013
Kammerspiele Promenade
Uraufführung
Auftragswerk des Landestheaters Linz
Lynx, der Luchs
Oper für Menschen ab 5 von Helmut Schmidinger
Premiere 1. Mai 2013
Foyerbühne Volksgarten
Topolina nervt
oder Topolina und Maki im Konzert
Musikpädagogisches Zuhör- und MitmachMusiktheater für Kinder im Kindergartenalter
Mai 2013
Foyerbühne Volksgarten
HONK!
Musical Comedy für Kinder und Familien
nach Hans Christian Andersens Märchen
Das hässliche Entlein
Buch und Songtexte von Anthony Drewe,
Musik von George Stiles
Premiere 2. Juni 2013
Kammerspiele Promenade
Wiederaufnahme
Die Omama im Apfelbaum
Kinderoper von Elisabeth Naske
Herbst 2012
Kammerspiele Promenade
Musical
Österreichische Erstaufführung
Die Hexen von Eastwick
Eine Musical Comedy
Buch und Gesangstexte von John Dempsey
Nach dem Roman von John Updike
und dem Warner Bros. Film
Musik von Dana Rowe
Premiere 13. April 2013
Großer Saal Volksgarten
Uraufführung
Seven in Heaven
Showtime mit dem Linzer Musicalensemble
Premiere 14. April 2013
BlackBox-Lounge Volksgarten
HONK!
Musical Comedy für Kinder und Familien
nach Hans Christian Andersens Märchen
Das hässliche Entlein
Buch und Songtexte von Anthony Drewe,
Musik von George Stiles
Premiere 2. Juni 2013
Kammerspiele Promenade
Ballett
Die sieben Todsünden
Ballettabend von Jochen Ulrich
Musik von Kurt Weill, Text von Bertolt Brecht
Premiere 13. Oktober 2012
Großes Haus Promenade
Campo Amor
Ballett von Jochen Ulrich
Musik von Claudio Monteverdi,
Henry Purcell und Philip Glass
Einrichtung für das neue Musiktheater
Premiere 14. April 2013
Großer Saal Volksgarten
Romeo und Julia
Ballett von Jochen Ulrich
Musik von Sergej Prokofjew
Premiere 25. Mai 2013
Großer Saal Volksgarten
Schauspiel
Die Jüdin von Toledo
Historisches Trauerspiel von Franz Grillparzer
Premiere 23. September 2012
Kammerspiele Promenade
Deutschsprachige Erstaufführung
Gram (Arbeitstitel)
Die Stühle
(Grief)
Schauspiel von Mike Leigh
Premiere 17. Jänner 2013
Eisenhand
Einakter von Eugène Ionesco
Premiere 27. September 2012
Eisenhand
Uraufführung
Auftragswerk des Landestheaters Linz
Der Kaufmann von Venedig
Schauspiel von William Shakespeare
Premiere 29. September 2012
Großes Haus Promenade
Theatersport
Improvisationstheater
Für alle ab 13 Jahren
Premiere 6. Oktober 2012
Kammerspiele
Stella
Schauspiel für Liebende
von Johann Wolfgang von Goethe
Premiere 7. Oktober 2012
Eisenhand
Deutschsprachige Erstaufführung
Ephebiphobia (Angst vor Teenagern)
Schauspiel von Tamsin Oglesby
Premiere 20. Oktober 2012
Kammerspiele Promenade
Die kleine Hexe
Märchen von Otfried Preußler
Für alle ab 6 Jahren
Premiere 11. November 2012
Kammerspiele Promenade
Die 39 Stufen
Kriminalkomödie von John Buchan
und Alfred Hitchcock
Premiere 29. November 2012
Eisenhand
Der Raub der Sabinerinnen
Schwank von Franz und Paul von Schönthan
Premiere 7. Dezember 2012
Kammerspiele Promenade
Traumnovelle
Schauspiel von John von Düffel
nach der Novelle von Arthur Schnitzler
Premiere 2. Februar 2013
Kammerspiele Promenade
Uraufführung
Auftragswerke des Landestheaters Linz
Land der Lämmer
Ein dramatisches Kaleidoskop zum 12. März 1938
Projekt von Gerhard Willert
Mitarbeit Thomas Arzt
Premiere 16. März 2013
Kammerspiele Promenade
Illusionen
Schauspiel von Iwan Wyrypajew
Premiere 17. März 2013
Eisenhand
Uraufführung
Alpenvorland
Schauspiel von Thomas Arzt
Premiere 20. April 2013
Kammerspiele Promenade
Uraufführung
Max’n Morizz feat. TEXTA
Ein Ritzeratze-BilderBuch-MusikTheater-Abend
mit der HipHop-Band TEXTA
frei nach Wilhelm Busch
Premiere 21. April 2013
BlackBox Volksgarten
Der Revisor
Komödie von Nikolai W. Gogol
Premiere 11. Mai 2013
Kammerspiele Promenade
Triumph der Provinz
Schauspiel von Felicia Zeller
Premiere 16. Mai 2013
Eisenhand
Koproduktion mit der Anton Bruckner Privatuniversität
Wiederaufnahmen
Alle sieben Wellen
Stück nach dem Roman von Daniel Glattauer
Eisenhand
Der Geizige
Komödie von Molière
Kammerspiele Promenade
Leonce und Lena
Eisenhand
Koproduktion mit der Anton Bruckner Privatuniversität
u\hof: Theater für junges Publikum
Theatersport
Improvisationstheater
Für alle ab 13 Jahren
Premiere 6. Oktober 2012
Kammerspiele Promenade
König & König
Stück von Alexander Gruber nach dem
Bilderbuch von Linda de Haan und Stern
Nijland
Fassung für das Landestheater Linz
Für alle ab 6 Jahren
Premiere 19. Oktober 2012
u\hof:
Schwestern
Schauspiel von Theo Fransz
Für alle ab 10 Jahren
Premiere 5. Dezember 2012
u\hof:
Die Geschichte vom Fuchs,
der den Verstand verlor
Nach dem Kinderbuch von Martin Baltscheit
Für alle ab 8 Jahren
Premiere 25. Jänner 2013
u\hof:
FREISPIEL – Theater mit
Jugendlichen und Erwachsenen
Das Heldenprojekt
Nach dem Roman von Christian Linker
Für alle ab 15 Jahren
Premiere 1. April 2013
Kammerspiele Promenade
Uraufführung
Auftragswerk des Landestheaters Linz
im Rahmen von SCHÄXPIR
Dancefloor Drama (Arbeitstitel)
Stück mit Musik von Henry Mason
Für alle ab 13 Jahren
Premiere 21. Juni 2013
Kammerspiele Promenade
Der Start
Im Frühjahr 2013 öffnen sich im neuen Musiktheater die Pforten für das Publikum.
11. April 2013
Festakt zur Eröffnung des neuen Musiktheaters
11., 13., 14. April 2013
Parzifal
Uraufführung eines Open Air-Spektakels von Fura dels Baus mit der Musik von Richard Wagner
gratis für alle – an, vor und über dem neuen Musiktheater
Vorplatz
12. April 2013
Uraufführung
Spuren der Verirrten
Eine Oper des erfolgreichsten Komponisten der Gegenwart Philip Glass
nach einem Libretto des österreichischen Autors Peter Handke
Großer Saal
13. April 2013
Österreichische Erstaufführung
Die Hexen von Eastwick
Eine Musical Comedy
Buch und Gesangstexte von John Dempsey
Nach dem Roman von John Updike und dem Warner Bros. Film, Musik von Dana Rowe
Musical Eröffnungspremiere
Großer Saal
14. April 2013
Unser Haus – Tag der offenen Tür
Campo Amor
Ballett von Jochen Ulrich
Musik von Claudio Monteverdi
Henry Purcell und Philip Glass
Einrichtung für das neue Musiktheater
Großer Saal
Seven in Heaven
Showtime mit dem Linzer Musicalensemble
BlackBox Lounge
15. April 2013
Der Rosenkavalier
Komödie für Musik von Richard Strauss
Einrichtung für das neue Musiktheater
Galabesetzung: Anne Schwanewilms (Marschallin),
Kurt Rydl (Ochs)
Großer Saal
Weitere Veranstaltungen in Kürze!
Oper, Operette
Giuseppe Verdi
Rigoletto
Melodramma in drei Akten
Text von Francesco Maria Piave, nach dem Versdrama Le Roi s’amuse (1832) von Victor Hugo
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Es ist Nacht. Zwei Männer begegnen sich auf der Straße. Ein Mörder und ein Narr. Der Mörder bietet
dem Narren an, zum (Auftrags-)Mörder zu werden. Der Narr zögert. Jetzt noch nicht. Aber später.
Vielleicht. – Ein gutes Gespräch: „Wir passen Beide trefflich zueinander. / Ein spitzer Degen, eine scharfe
Zunge. / Ich bin der Mann der lacht, er der, der tödtet.“
Das ebenso triste wie traute Stelldichein der Außenseiter – in Victor Hugos Drama: Triboulet und
Saltabadil, in Verdis Oper: Rigoletto und Sparafucile – lässt keinen Zweifel mehr daran, dass Verdis
einprägsamster Opern-Titelheld (= der mit dem Buckel) ein zwiespältig zerrissener Charakter ist. Am Tag
bei Hofe spottet er mit verächtlichem Zynismus über die „Opfer“ seines Herrn, des weibstollen Herzogs
von Mantua, in der Nacht wacht er wie eine paranoide Amme über die Unschuld seiner Tochter Gilda und
würde, um sie zu verteidigen (oder zu rächen), auch nicht vor einem Mord zurückschrecken.
Wie ein Altarbild verehrt er Gilda, verweigert ihr aber alles Wissen, mit dem sie den Ikonen-Rahmen
sprengen und ein eigenes Selbst entwickeln könnte. Der Name ihres Vaters: Tabu. Sein Leben außerhalb
der engen Klause: Tabu. Der Name und die Identität ihrer Mutter: Tabu. – Kein Wunder, dass sie den
ersten Mann, der ihr seinen Namen nennt – der Student Gualtier Maldè (in Wahrheit der sich ihr
inkognito nahende Herzog) – abgöttisch lieben, diesen „caro nome“ geradezu wie einen Fetisch anbeten
und sich dem Namensträger bis hin zum Opfertod verschreiben wird.
Verdis Rigoletto ist ästhetisch dem französischen „mélodrame“ nachempfunden, dessen historische Wurzeln
im „total freien“ Volkstheater der Revolutionsjahre liegen. Auf den Rummelplätzen im Schatten der
Guillotinen war die grelle Geste wichtiger als das klug abgewogene Wort. Der Effekt triumphierte über
die Kausalität, das Bild erschuf die Wirklichkeit und äffte sie nicht nach. Der Albtraum, den Rigoletto
erlebt, ist total. Und verwandelt selbst das scheinbar so harmlose Trällern des Herzogs im Finale („La
donna è mobile“) zum Fluch. – Der mordende Narr ward genarrt.
MUSIKALISCHE LEITUNG
Ingo Ingensand
INSZENIERUNG
Rainer Mennicken
BÜHNE
Stefan Brandtmayr
KOSTÜME
Cornelia Kraske
Premiere 22. September 2012, Großes Haus Promenade
Jacques Offenbach
Pariser Leben
Operette in fünf Akten von Henri Meilhac und Ludovic Halévy
Deutsche Textfassung von Wolfgang Böhmer
In deutscher Sprache mit Übertiteln
Hauptstadt der Liebe, ein „Fest fürs Leben“, Metropole der Mode, Stadt voller Esprit – ihre Bewohner mit
dem gewissen „savoir vivre“, „Der letzte Tango in Paris“ oder auch „Midnight in Paris“, der Gang ins
Maxim … Die Liste der Klischees, angeheizt von Literatur, Film, Fremdenverkehrsindustrie und – nicht
zuletzt – vom Genre der Operette selbst, ließe sich unendlich fortsetzen. Schlägt man – so muss es das
Ehepaar Gondremarck aus dem kalten Schweden in Offenbachs Operette getan haben – einen Reiseführer
auf, so kann man sich dieser Klischee-Bilder heute wie einst kaum erwehren.
Doch wie gehen die Pariser selbst mit diesem Abziehbild ihrer eigenen Stadt, mit dem Gegensatz zwischen
Sein und Schein um? Sie machen daraus ein Spiel!
So entwirft es Jacques Offenbach – selbst nur Wahl-Pariser – in seiner „Opéra-bouffe“ aus dem Jahr 1866.
Die Lebemänner Gardefeu und Bobinet – enttäuschte Liebende ein- und derselben treulos-verruchten
(weil Pariser!) Frauensperson namens Metella – wollen sich fortan nur noch fremdländischen Damen
zuwenden, in Paris seien die Frauen ja nicht mehr, was sie einmal waren. Wie gerufen kommen da Baron
und Baronin von Gondremarck, die schwedischen Ehegatten, die sich als Touristen in der französischen
Hauptstadt aufhalten und hier ihren Traumurlaub erleben wollen. Freilich gehen die Vorstellungen beider
Ehepartner, was denn nun einen gelungenen Paris-Aufenthalt ausmache – erotisches Erlebnis oder doch
die exquisite Hochkultur? – deutlich auseinander. Und hier kommen Gardefeu und Bobinet zum Zuge: Sie
machen sich einen (nebenbei auch lukrativen) Spaß daraus, dem Touristenpaar genau das zu bieten, was
dieses erwartet.
Was folgt, ist ein Reigen turbulenter Trugspiele, Maskeraden und ausgelassener Rollenwechsel, ob auf der
exklusiven Abendgesellschaft im Grandhotel, ob auf einem glamourösen Fest der freilich mehr schlecht als
recht fingierten Haute volée oder einem dekadenten Maskenball. Doch es sind nicht nur die Fremden, die
sich an der magischen Illusion, am Spiel um Treue und Verlockung, an der Atmosphäre des „Pariser
Lebens“ berauschen …
Jacques Offenbachs Vie parisienne – als Operetten-Klassiker mit Modellcharakter auch Vorbild für Johann
Strauß’ Die Fledermaus – begeistert durch den für den Komponisten typischen grenzenlos sprudelnden
Melodienreichtum und eine Vielfalt musikalischer Formen und Farben. Walzer, Tyrolienne, Galopp, CanCan – alles, was Offenbach musikalisch aufzubieten hat, findet sich in dieser Partitur und vereint Darsteller
wie Publikum in einem Taumel der Lebensfreude und des unbändigen Vergnügens.
MUSIKALISCHE LEITUNG
Marc Reibel
INSZENIERUNG
Adriana Altaras
CHOREOGRAPHIE
Stephan Brauer
BÜHNE
Marcel Keller
KOSTÜME
Nina Lepilina
Premiere 27. Oktober 2012, Großes Haus Promenade
Gaetano Donizetti
Don Pasquale
Komische Oper in drei Akten
Text von Giovanni Ruffini und Gaetano Donizetti, nach dem Libretto von Angelo Anelli
zu dem Dramma giocoso Ser Marcantonio (Paris, 1808) von Stefano Pavesi
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Was für eine böse Überraschung! Die Tinte unter dem Ehevertrag ist noch nicht trocken, da verwandelt
sich Don Pasquales angeblich im Kloster aufgewachsene, engelsgleiche Braut Sofrina in eine diabolische
Furie, die ihren nicht unwesentlich älteren Gatten gleich als „dicken Greis“ abstempelt. Unterstehen soll
er sich, sie auch nur anzurühren! Mit ihm könne sich eine junge Frau wie sie in der Öffentlichkeit
überhaupt nicht sehen lassen, weshalb außer Haus Ernesto, Don Pasquales erbberechtigter junger Neffe
und Trauzeuge, als Kavalier an ihrer Seite einspringen müsse.
Wer mutmaßt, dass Ernesto sich auch im Haus als Sofrinas Kavalier bewähren könnte, liegt goldrichtig:
Die „Braut aus dem Kloster“ ist nur Maskerade! Sofrina heißt in Wirklichkeit Norina und ist jene schöne,
aber mittellose Witwe, die Ernesto gegen den Willen seines Onkels selbst zum Altar führen will. Mit
falschem Namen und falscher Identität wurde sie dem spät auf Freiersfüßen wandelnden Don Pasquale
vom trickreichen Doktor Malatesta „untergeschoben“, um den alten Narren von allen Eheplänen
endgültig zu kurieren: Als Sofrina wird Norina Don Pasquale so lang die Hölle heiß machen, bis dass er
freiwillig alles Turteln, Küssen und Sich-Vermählen denen überlässt, die von Natur aus einfach näher
„dran“ sind: Norina und Ernesto, die „next generation“.
Donizettis 1843 in Paris uraufgeführtes „dramma buffo“ lässt noch einmal die Figur des Pantalone aus der
„Commedia dell’arte“ aufscheinen, jenes in Ehren ergrauten Junggesellen oder auch Witwers, der beim
Buhlen im zweiten (oder dritten?!) Frühling ein tragisch-komisches Bild abgibt. Seine Vorgänger auf der
Opernbühne waren unter anderem Telemanns Pimpinone oder auch Rossinis Bartolo im Barbier von
Sevilla, seine Nachfolger im Leben zum Beispiel der Literat Henry Miller, der noch mit 75 Jahren
erfolgreich um die 28-jährige japanische Pianistin und Jazz-Sängerin Hoki Tokuda warb. Donizettis
mitreißend durchs Orchester und durch die Stimmen jagender Melodien-Fluss – „es fliegt und flüstert,
kichert und stößt“ (Oskar Bie) –, kennt weder Mitleid noch Moral, doch dafür ungehemmte Lust an der
„battle of love“. Wusste doch schon Ovid: „Die Liebe ist ein Kriegsdienst.“
MUSIKALISCHE LEITUNG
Douglas Milton
INSZENIERUNG
Andreas Baesler
BÜHNE
Hermann Feuchter
Premiere 8. Dezember 2012, Großes Haus Promenade
Henry Purcell
King Arthur
Dramatic Opera in fünf Akten
Libretto von John Dryden
In deutscher Sprache
Englische Musiktexte mit deutschen Übertiteln
Mittelalterlicher Kriegsschauplatz. Britische und sächsische Ritter, Zauberer, Erd- und Luftgeister,
Kobolde, Venus, Cupido und Frostmenschen im Kampf um Britannien. Im Zentrum der magischen
Wirren, Abenteuer, Tafelrunden und Liebeshändel: der legendäre britische Held König Artus.
Henry Purcells (1659–1691) in seinem Sterbejahr uraufgeführte „Dramatic Opera“ King Arthur ist ein für
die damalige englische Musikszene typisches Geflecht aus Musik, Schauspiel und Tanz. Es handelt sich
nicht um eine Oper im herkömmlichen Sinne: Die Hauptfiguren sprechen, Musik dient teils der
Untermalung der Handlung, teils groß angelegten Tanzszenen, Gesang bleibt übernatürlichen Wesen und
Nebenfiguren überlassen.
Berühmt ist die „Frost Scene“, in der die Macht der Liebe in Form von Cupido selbst die Herzen der
„Cold People“ erweicht. „Let me freeze again to death“, bittet der „Cold Genius“ mit vor Kälte
stockenden Tönen in seinem „Cold Song“, der durch moderne Interpretationen des New Wave
Countertenors Klaus Nomi oder des Popsängers Sting große Bekanntheit erreichte.
Regisseur Olivier Tambosi, zuletzt für seine so unterschiedlichen Inszenierungen von Gräfin Mariza und
Maria Stuarda hochgelobt, wird mit Schauspielern, Sängern und Tänzern des Landestheaters dem Mythos
des sagenumwobenen König Artus und der sich um ihn rankenden Heldenlegende auf die Spur gehen: ein
Mythos vom Traum eines „idealen Herrschers“ und vom ewigen Kampf Gut gegen Böse.
MUSIKALISCHE LEITUNG
Takeshi Moriuchi
INSZENIERUNG
Olivier Tambosi
BÜHNE
Andreas Wilkens
KOSTÜME
Carla Caminati
Premiere 19. Jänner 2013, Großes Haus Promenade
Eröffnung des neuen Musiktheaters am Volksgarten
Uraufführung
Auftragswerk des Landestheaters Linz
Philip Glass
Spuren der Verirrten
Oper in drei Akten für Sänger, Schauspieler, Tänzer, Chor und Orchester
Libretto nach dem gleichnamigen Stück von Peter Handke eingerichtet von Rainer Mennicken
In deutscher Sprache mit Übertiteln
„Wo sind wir?“ – Die Frage, mit der die „Passanten“ Peter Handkes 2006 entstandene Spuren der Verirrten
beschließen, verweist in unheilvollem Zirkelschluss auf den Anfang des Textes, wo „Der Zuschauer“ zwei
Gestalten sieht, die den Weg mit Brotbrocken markieren. Das kaum kaschierte Hänsel und Gretel-Zitat (A:
„Dort – ein Licht!“, B: „Ein Haus!“, A: „Mitten im Wald.“) etabliert schon zu Beginn die Sehnsucht nach
einer Heimat oder einem Zuhause, die in Handkes zwischen Alltäglichem und Mythischem virtuos
jonglierender Text-Welt jedoch zunehmend anachronistisch anmutet. Eingerahmt von einem formal
gefassten Solisten-Trio – „Der Zuschauer“ (ein Schauspieler), „Der Protagonist“ (ein Schauspieler) und
„Der Dritte“ (Mezzosopran) – pilgert ein wachsendes Meer aus Paaren ziellos über den kaum definierten
Bühnenraum, und die Versatzstücke ihrer Sprechtexte enthüllen ein Ausmaß an vergeblicher Sinnsuche,
das in seiner provokant ausgestellten Banalität geradezu beklemmend ist: „Liebe, Freude, Weltraum, alles
noch da, wie eh und je. Aber ohne Folge. Nichts, nichts hat mehr Folge.“ Dass Handke in der zweiten
Stückhälfte mit einem veritablen Ikonen-Kabinett aus Mördern oder Opfern der abendländischen
Religions- und Kulturgeschichte aufwartet – Isaak, Medea und Ödipus, Kain, Odysseus und Christus –
vergrößert die Not ins Metaphysische, ohne aber in „Erlösung“ zu münden.
Diesen bitter wachen Text vom Beginn des dritten Jahrtausends zu einer Oper umzugestalten, ist eine
Aufgabe, für die Philip Glass wie kein Zweiter prädestiniert erscheint. Trotzt doch sein Opernschaffen
als Hommage an große „Lichtgestalten“ der Menschheit – Einstein, Gandhi oder Echnaton – der
Geschichte mutig jenen Sinn ab, den ihr Handke nicht mehr zuzutrauen vermag. – Nach Glass’ umjubelter
Kepler Uraufführung im Jahr 2009 und der soeben am Neujahrstag 2012 erfolgten Uraufführung seiner
9. Symphonie, jeweils unter der Stabführung von Opernchef Dennis Russell Davies, darf Linz mit den
Spuren der Verirrten nichts Geringeres erwarten als das, was die Oper im Idealfall von Monteverdis L’Orfeo
bis hin zu Zimmermanns Die Soldaten immer wieder war: das größte, seine Zeit umfassend deutende
Gesamtkunstwerk. Vertreter aller Ensembles und Sparten des Landestheaters werden dafür auf die neue
große Bühne des Musiktheaters treten: Sänger, Tänzer, Schauspieler, Choristen, …
MUSIKALISCHE LEITUNG
Dennis Russell Davies
INSZENIERUNG
David Pountney
BÜHNE
Robert Israel
KOSTÜME
Annemarie Legenstein
CHOREOGRAPHIE
Jochen Ulrich
LICHT-DESIGN
Fabrice Kebour
Premiere 12. April 2013, Großer Saal Volksgarten
Richard Strauss
Der Rosenkavalier
Komödie für Musik in drei Aufzügen
Dichtung von Hugo von Hofmannsthal
Einrichtung für das neue Musiktheater
In deutscher Sprache mit Übertiteln
Wien zur Zeit Maria Theresias. Die Feldmarschallin Fürstin Werdenberg und ihr Geliebter, der junge
Graf Octavian, werden durch Baron Ochs auf Lerchenau, den Vetter der Feldmarschallin, gestört. Er ist
gekommen, um die Feldmarschallin zu bitten, ihm für seine Hochzeit mit der schwerreichen aber
bürgerlichen Sophie einen Adligen zu empfehlen, der nach alter Sitte der Braut am Hochzeitstag eine
silberne Rose überreichen soll. Die Feldmarschallin benennt Octavian. Als Octavian Sophie die Rose
überreicht, können die beiden ihre Blicke nicht voneinander lassen. Entsetzt ist Sophie dagegen von Ochs’
plumpen Manieren. Aber dieser hat nicht die Absicht, sich eine so gute Partie entgehen zu lassen. Da lockt
Octavian, als attraktive Kammerzofe verkleidet, den Schürzenjäger Ochs in eine Schenke, um ihn in eine
kompromittierende Lage zu versetzen und als Heiratskandidaten unmöglich zu machen.
„Ist ein Traum, kann nicht wirklich sein“ – dieses Zitat aus dem Schluss-Duett ist so etwas wie das Motto
dieser Oper. Es gelang Hofmannsthal, unter anderem aus einer Reihe von Komödien Molières, eine
heiter-melancholische Handlung zu formen, die ihren besonderen Reiz in der Vermischung von Traum
und Realität besitzt. Mozart-Verehrer Strauss machte nicht das Menuett, sondern den historisch
„inkorrekten“ Wiener Walzer zum musikalischen Fundament dieser halb erfundenen, halb nostalgisch
rekonstruierten Wiener Welt und schuf eine seiner anrührendsten Partituren. Nach der Uraufführung in
Dresden 1911 wurde die Oper unmittelbar zum Welterfolg.
MUSIKALISCHE LEITUNG
Dennis Russell Davies
INSZENIERUNG
Anthony Pilavachi
BÜHNE UND KOSTÜME
Tatjana Ivschina
CHOREOGRAPHIE
Guido Markowitz
Premiere der Neueinrichtung 15. April 2013, Großer Saal Volksgarten
Uraufführung
Auftragswerk des Landestheaters Linz
Opernmaschine
Ein Musiktheater von Peter Androsch, Philipp Olbeter und Roland Olbeter
Professor Lucifer Gorgonzola Butts, der ebenso geniale wie verschrobene „Ingenieur“ aus den Cartoons
des amerikanischen Zeichners Rube L. Goldberg (1883–1970) erfindet Maschinen – aber nicht
irgendwelche. Seine Konstruktions-Ungetüme zeichnen sich dadurch aus, dass sie den maschinellen Ablauf
in zahlreiche unnötige und umständliche Einzelschritte zerlegen, die als „Ereigniskette“ aber weit
faszinierender sind, als der fast zu vernachlässigende Endzweck der ganzen Apparatur.
Eine grandiose Hommage an den Typus der „Rube-Goldberg-Maschine“ war im Jahre 1987 der
halbstündige Film „Der Lauf der Dinge“ der Schweizer Medienkünstler Peter Fischli und David Weiss. In
einer Lagerhalle installierte das kreative Duo eine sich über cirka 25 Meter erstreckende Kettenreaktion,
die mit Hilfe von Konservendosen, Reifen, Plastikflaschen, Feuerwerkskörpern, Luftballons und allerlei
anderem „Gerät“ eine ebenso logische wie anarchische Abfolge aus physikalischen Vorgängen und
chemischen Reaktionen in Gang setzte. Darüber hinaus reflektiert die Installation zugleich auf spielerische
Art und Weise die Gesetze des Erzählens, denn mitunter muss sich der Betrachter durchaus fragen
(aufgrund geschickter rhythmischer Verschiebungen in der Ereigniskette), wie und ob es mit dem „Lauf der
Dinge“ überhaupt noch weitergehe …
Peter Androsch als Komponist sowie Philipp und Roland Olbeter als Erfinder und Gestalter des neuen
Linzer „radikal anti-illusionistischen Maschinen-Spektakulums“ werden ihre multifunktionalen „EreignisWagen“ mit einer guten Portion Humor ölen …
MUSIKALISCHE LEITUNG
Dennis Russell Davies, Marc Reibel
SZENISCHE KONZEPTION UND REALISIERUNG
Peter Androsch, Philipp Olbeter, Roland Olbeter
Premiere 12. Mai 2013, BlackBox Volksgarten
Musiktheater für junges Publikum
Topolina macht Pizza
Topolina nervt
oder Topolina und Maki im Konzert
Musiktheater für Kinder mit und von Albert Landertinger
Kennt ihr schon das Mäusemädchen Topolina? Seit einer Weile wohnt sie jetzt schon bei uns! Sie ist
mausallein in einer Kiste Vogerlsalat mit einem Obst- & Gemüse- & Salat-Lastwagen zu uns gekommen.
Ihre Eltern und alle Schwestern und Brüder sind in Italien geblieben. Alle? No, das werden wir in den
kommenden Folgen sehen. Von ihrem kugelrunden Cousin Topolino (TopolinOOO!) hat sie jedenfalls
schon lange nichts mehr gehört.
Topolina liebt die Musik und hat schon einige Musiker und ihre Instrumente kennengelernt: zuerst den
großen katzensicheren Flügel und später den dicken Kontrabasso-Bär, der sie fast verschluckt hat. Dann
hat sie die königliche Violine kennengelernt und ist mit Hilfe von zauberhaften Flötentönen gerettet
worden.
Beim ersten Abenteuer in diesem Jahr wird Topolina gemeinsam mit den Musikern Pizza machen. Sie
erwartet wichtigen Besuch.
Als Bewohnerin des Klaviers von Maki interessiert sich Topolina natürlich sehr für alles, was rund um das
Klavier geschieht. In der zweiten Geschichte nervt sie dabei Maki so sehr, dass diese kurzerhand beschließt,
die kleine Mausedame mit ins Konzert zu nehmen …
Topolina macht Pizza
Mit Bernhard Walchshofer (Akkordeon, Violoncello, Mandoline), Christian Penz (Tuba), Christian
Enzenhofer (Schlagzeug) und Albert Landertinger (Posaune & Maus)
Premiere Ende Oktober 2012, Unteres Vestibül Kammerspiele
Topolina nervt
oder Topolina und Maki im Konzert
Mit Maki Namekawa (Piano) und Albert Landertinger (Posaune & Maus)
Premiere Mitte Mai 2013, Foyerbühne Volksgarten
Sergej Prokofjew / Darrell Toulon
Peter und der Wolf
Ballett für Kinder von Darrell Toulon
Musik von Sergej Prokofjew
„Eines Morgens öffnete Peter die Gartentür und ging hinaus auf die große, grüne Wiese …“ Kaum einer, der bei
diesen Worten nicht automatisch die unbeschwert-fröhliche Streichermelodie hört, die Peter auf seinem
Spaziergang begleitet. Auch Peters kleiner Freund, der Vogel, ebenso Peters griesgrämiger Großvater, die
Ente in ihrer Behäbigkeit, die lauernde Katze und nicht zuletzt die Jäger sowie der große, graue Wolf – sie
alle sind Gäste in beinahe jedem Kinderzimmer.
Untrennbar verknüpft mit der Geschichte von Peters mutiger Heldentat und der Gefangennahme des
bösen Wolfes sind ihre musikalischen Repräsentanten im Orchester: Welches Instrument kann die Schritte
der Katze besser ausdrücken als die Klarinette mit ihrem samtig-warmen Klang, den grummelnden
Missmut des Großvaters besser veranschaulichen als das Fagott und die Bedrohung durch den wilden Wolf
so direkt erlebbar machen wie die Hörner?
In einer unwiderstehlichen Mischung aus Spannung und naivem Charme verbindet Sergej Prokofjews
„Märchen für Kinder“ aus dem Jahre 1936 die zeitlose Geschichte vom siegreichen Übermut des jungen
Helden mit einem musikpädagogischen Ansatz.
Darrel Toulon, Ballettdirektor der Oper Graz, wird den Klassiker des musikalischen Abenteuers als Ballett
auf die Bühne der Kammerspiele bringen.
MUSIKALISCHE LEITUNG
Daniel Linton-France
CHOREOGRAPHIE UND INSZENIERUNG
Darrel Toulon
BÜHNE UND KOSTÜME
Jürgen Kirner
Premiere 5. Jänner 2013, Kammerspiele Promenade
Uraufführung
Auftragswerk des Landestheaters Linz
Helmut Schmidinger
Lynx, der Luchs
Eine Opern-Zeitreise für Kinder zwischen 5 und 10
Libretto von Elisabeth Vera Rathenböck
Den Kindern Marie und Florian ist langweilig. Sie stöbern auf dem Dachboden in einer alten Kiste und
finden darin Pfeil und Bogen. Auf dem Pfeil ist der Name „Lynx“ eingeritzt, und er leuchtet. Was hat das
zu bedeuten? Ist es vielleicht ein magischer Pfeil? Florian möchte ihn lieber in die Kiste zurücklegen, aber
Marie ist entschlossen herauszufinden, was es mit „Lynx“ auf sich hat. Sie schießt den Pfeil in den Himmel.
Und pfeilschnell sind auch die beiden Kinder in einer anderen Zeit und Welt: im Mittelalter, wo eine Stadt
an einem großen Fluss von Soldaten des Herzogs Tassilo belagert wird. Die Bewohner hungern. Sie
dürfen die Stadt nicht verlassen. Und erst recht nicht in den umliegenden Wäldern jagen! Der
Bürgermeister der Stadt ist verzweifelt. Aber Brigid, eine couragierte junge Jägerin, die sich im Wald
genauso gut auskennt wie in der Stadt, will den Belagerungsring des Herzogs durchbrechen. Im Wald hat
Brigid einen guten Freund: Lynx, den Luchs, der die Freiheit liebt wie sie …
Marie freundet sich mit Brigid an, was nicht ungefährlich ist; schließlich hat Brigid das Gebot des Herzogs
übertreten. Im Gefolge Tassilos ist übrigens ein Knappe, der aussieht wie Florian. Aber auch der kann
nicht verhindern, dass Brigid und Marie auf Geheiß des Herzogs verhaftet werden. Der Herzog will sie nur
freilassen, wenn sie ihm zu einer anderen Jagdtrophäe verhelfen: Er will den Luchs, er will Lynx.
Ausgehend von der poetischen Legende um die Namensfindung der Stadt Linz hat die Kinder- und
Jugendbuchautorin Elisabeth Vera Rathenböck eine abenteuerliche Zeitreise entworfen, die vor der
mittelalterlichen Folie die unterschiedlichen Lebensgesetze von Stadt und Natur bzw. von Mensch und
Tier spielerisch verhandelt. Komponist Helmut Schmidinger schreibt dazu eine Musik, die die sechs
Protagonisten pointiert charakterisiert und mit einem raffiniert besetzen Miniatur-Orchester die „RaumZeit-Verwandlung“ erlebbar werden lässt.
MUSIKALISCHE LEITUNG
Marc Reibel
INSZENIERUNG
Tanja Weidner
BÜHNE UND KOSTÜME
Stefan Bleidorn
Premiere 1. Mai 2013, Foyerbühne Volksgarten
Musical
Österreichische Erstaufführung
John Dempsey / Dana Rowe
Die Hexen von Eastwick
Eine Musical Comedy
Buch und Gesangstexte von John Dempsey
Nach dem Roman von John Updike und dem Warner Bros. Film
Musik von Dana Rowe
Deutsch von Roman Hinze
In deutscher Sprache
Eastwick ist ein unscheinbares, langweiliges Nest in Neuengland. Aber dort wohnen auch drei besondere
Frauen, die „Hexen von Eastwick“. Bildhauerin Alexandra, Journalistin Sukie und Musiklehrerin Jane
haben einiges gemeinsam: Ihre Ehen sind gescheitert. Sie leiden unter Eastwicks spießiger Bürgerschaft
unter der Führung der sittenstrengen Bürgermeisterin Felicia Gabriel. Außerdem können die drei
tatsächlich ein wenig hexen, haben ihre Fähigkeiten bisher allerdings nur als „Hobby“ genutzt. In einer
stürmischen Nacht beschwören sie sich einen Traumprinzen herauf, der gründlich mit der Friedhofsruhe
im Ort aufräumen wird. Darryl Van Horne ist sexy, charismatisch, irritierend. Alexandra, Sukie und Jane
lassen sich auf den „Tanz mit dem Teufel“ ein und nehmen bei Darryl kostenfreie Nachhilfe in erotischer
Viersamkeit und fortgeschrittener Hexerei. Dann erschüttert eine Katastrophe den Ort: Felicia und ihr
Gatte Clyde sterben auf brutal-mysteriöse Weise. Tragen die Freundinnen Schuld, war es Darryl? Als
Darryl sich an Felicias Tochter Jennifer heranmacht, überspannt er den Bogen. Die Hexen wenden sich
mit vereinten Kräften gegen ihn, und er sieht schließlich ein: Der Mann ist bloß ein „Witz in Gottes
Schauerroman“.
Das in London viele Jahre umjubelte Musical basiert auf dem gleichnamigen Roman des großen
amerikanischen Autors John Updike. Er bezeichnete Die Hexen von Eastwick als Versuch, seine
feministischen Kritikerinnen zu besänftigen. Heute ist der Roman eines der populärsten Werke Updikes,
der bis zu seinem Tod 2009 zu den Favoriten auf den Literaturnobelpreis zählte. Aus der preisgekrönten
Verfilmung mit Jack Nicholson, Cher, Susan Sarandon und Michelle Pfeiffer, einer Mischung aus Gothic
Horror und Screwball Comedy, ging Nicholson als Superstar hervor. Im Jahr 2000 kam das von Cameron
Mackintosh produzierte Musical von Dana P. Rowe und John Dempsey im Londoner West End heraus.
Gespickt mit souliger Musik und spektakulären Tanzszenen avancierte es zu einem herausragenden Erfolg
bei Kritik und Publikum und wird seitdem auf der ganzen Welt gespielt. Die Österreichische
Erstaufführung ist die Eröffnungsproduktion der neu gegründeten Musicalsparte am Landestheater Linz.
MUSIKALISCHE LEITUNG
N. N., Marc Reibel
INSZENIERUNG
Matthias Davids
CHOREOGRAPHIE
Melissa King
BÜHNE
Hans Kudlich
KOSTÜME
Susanne Hubrich
LICHTDESIGN
Fabrice Kebour
Premiere 13. April 2013, Großer Saal Volksgarten
Uraufführung
Seven in Heaven
Showtime mit dem Linzer Musicalensemble
Die „himmlischen Sieben“ aus dem Titel der Musical-Showtime Seven in Heaven sind die erlesenen sieben
Solistinnen und Solisten des neu gegründeten Linzer Musicalensembles. Sie bilden die „Basis“ der
Musicalsparte am Linzer Landestheater und sind aus einem mehrstufigen Auswahlverfahren mit mehr als
siebenhundert (!) Bewerbern hervorgegangen. Sieben Darsteller, sieben Talente, sieben Stimmen stellen
sich dem Linzer Publikum vor und präsentieren Familiäres und Populäres, Geklautes und Vertrautes,
Subtiles und Skurriles aus über 70 Jahren Musicalgeschichte, dazu Aberwitziges und Spritziges aus neueren
und weniger bekannten Stücken. In dieser Show lässt sich die überraschende Vielfalt des Genres Musical
entdecken, das mit der neuen Linzer Sparte endlich singend und tanzend gefeiert werden kann.
Den Zusammenklang der sieben starken Stimmen werden die Zuschauer in der einzigartigen ClubAtmosphäre der BlackBox-Lounge im neuen Musiktheater am Volksgarten genießen, bei einem Cocktail
oder einem anderen Drink in der BlackBox-Lounge. Mittendrin im Musical-Nightlife lassen sich die
stimmliche Qualität und die darstellerische Individualität der exquisiten internationalen Solisten-Riege
hautnah erleben: unplugged und „live in living color“.
MUSIKALISCHE LEITUNG
N. N.
KONZEPTION UND INSZENIERUNG
Matthias Davids
CHOREOGRAPHIE
Simon Eichenberger
BÜHNE
Hans Kudlich
Premiere 14. April 2013, BlackBox-Lounge Volksgarten
Anthony Drewe / George Stiles
HONK!
Musical Comedy für Kinder und Familien in zwei Akten
nach Hans Christian Andersens Märchen „Das hässliche Entlein“
Buch und Songtexte von Anthony Drewe
Musik von George Stiles
Deutsch von Stephan Kopf, Zelma und Michael Millard
In deutscher Sprache mit Übertiteln
„Anders zu sein ist in Ordnung. Man sollte es willkommen heißen, annehmen und feiern, statt es zu fürchten, zu
verkennen und zu verfolgen.“
Anthony Drewe
Ente Ida Erpel sitzt mal wieder auf einem Nest voller Eier, während Gatte Erwin dem Müßiggang frönt
und lieber dem Hahn beim Hühnerzählen hilft. Als nach vier entzückenden Puschelküken jedoch das
fünfte aus seinem viel zu großen Ei schlüpft, ist die Verwunderung groß: Statt niedlich zu quaken, gibt es
ein ohrenbetäubendes „HONK!“ von sich. Und was für ein hässliches Entlein es ist!
HONK!, der Überraschungserfolg aus dem Londoner West End, ist eine Musicaladaption der HansChristian-Andersen-Geschichte Das hässliche Entlein. Es wurde im Jahr 2000 mit dem Londoner BühnenOscar, dem Olivier Award, als bestes neues Musical ausgezeichnet und konnte sich dabei gegen so
prominente Mitbewerber wie Lion King und Mamma Mia durchsetzen.
Das Erfolgsgeheimnis: HONK! ist ein echtes Familienmusical. Kinder werden sich für die märchenhaften
und lustigen Elemente des Stücks begeistern, Jugendliche und Erwachsene hingegen die ironischen
Brechungen, die hinreißende Musik und die ausgefeilten Charaktere schätzen. Ein Paradebeispiel: der
Kater, der seinen avisierten Opfern noch vor der „Hinrichtung“ erzählt, was ihn seine alte Miezenmutter
gelehrt hat: Möbel sind zum Zerkratzen und Kissen zum Zerfetzen da, aus Pullovern zieht man Fäden, und
Topfblumen gräbt man aus. Aber eins sollte sich ein Kätzchen zuallererst hinter die noch nicht trockenen
Ohren schreiben: „Spiel mit dem Essen, bevor du es frisst!“
MUSIKALISCHE LEITUNG
N. N., Sigurd Hennemann
INSZENIERUNG UND CHOREOGRAPHIE
Kurt Schrepfer
BÜHNE UND KOSTÜME
Beata Kornatowska
Premiere 2. Juni 2013, Kammerspiele Promenade
Ballett
Kurt Weill / Bertolt Brecht
Die sieben Todsünden
Ballettabend von Jochen Ulrich
Musik von Kurt Weill
Zaubernacht. Kinderpantomime in einem Akt. Szenarium und Liedtext: Wladimir Boritsch
In deutscher Sprache
Die sieben Todsünden. Ballett mit Gesang. Text: Bertolt Brecht
In englischer Übersetzung mit deutschen Übertiteln
Traum, Sehnsucht, Freiheit. Drei Begriffe stehen – unter positivem wie auch negativem Vorzeichen – im
Zentrum der beiden einzigen Ballettmusiken, die Kurt Weill (1900–1950) komponiert hat. Beide Werke
kreisen auf unterschiedlichste Art um diese essenziellen Begriffe des Lebens und verhalten sich dabei wie
Spiegelbilder, die einen verzerrten Kommentar zum jeweils anderen wiedergeben.
Unter positivem Vorzeichen steht Weills Zaubernacht, eine „Kinderpantomime in einem Akt“, die Weill
1922 komponiert hat. Von dem Lied einer Fee entfacht erzählt die Musik vom Lebendig-Werden der
Spiele ringsum, vom phantastischen Hin- und Herpurzeln der Emotionen – in einer wilden und
aufregenden Nacht der Schwerelosigkeit. So könnte der Kindertraum aussehen – auch er nicht gänzlich
frei von Bedrohungen und Machtphantasien.
Was in aller Härte und Unerbittlichkeit daraus werden mag, zeigt der zweite Teil des Abends: aus dem
Sehnsuchtstraum wird ein Albtraum.
Die sieben Todsünden, nach Weills Emigration nach Paris im Jahr 1933 entstanden, zeichnet das Motiv des
Traums in wesentlich dunkleren Tönen. Hier ist der Traum der Hauptfigur – Anna I – der eines zweiten
Ichs, das seine Schwester – Anna II – zur Erfüllung (selbst-)zerstörerischer Wünsche zwingt. Die treibende
Kraft (Anna I) führt die passivere Schwester (Anna II) auf den Weg durch die Abgründe des verlockenden
Großstadtlebens. Um jeden Preis zu reüssieren, Geld zu verdienen für das kleine Haus in Louisiana, heißt
der Wunsch der einen – nicht der anderen. Hier enden alle Sehnsüchte in Scherben, Liebe wird zerstört
und der Körper als seelenloses Objekt vermarktet. Bertolt Brechts Text nähert sich den vom Christentum
benannten Lastern – Faulheit, Stolz, Zorn, Völlerei, Unzucht, Habsucht, Neid – auf satirische Weise, Gier
und Grausamkeiten aus Annas Umfeld stellen sich als moderne Äquivalente heraus.
Das „Ballett mit Gesang“ Die sieben Todsünden ist der albtraumhafte, schwarze Spiegel zur Zaubernacht.
Choreograph Jochen Ulrich zeigt in diesem Ballettabend den Weg des Lebens als taumelnden Schritt von
traumhafter Freiheit in schonungslose Abhängigkeit. Auch der Tanz vollzieht diesen Spagat und fällt aus
luftig-leichten Höhen auf harten Asphalt.
Mit der britischen Rock-Legende Marianne Faithfull sind Kurt Weills Die sieben Todsünden hochkarätig
besetzt und das erste Mal in dieser Besetzung szenisch auf der Bühne zu erleben.
MUSIKALISCHE LEITUNG
Dennis Russell Davies
CHOREOGRAPHIE UND INSZENIERUNG
Jochen Ulrich
BÜHNE UND KOSTÜME
Gottfried Pilz
Premiere 13. Oktober 2012, Großes Haus Promenade
Jochen Ulrich
Campo Amor
Ballett von Jochen Ulrich nach Torquato Tassos La Gerusalemme liberata
Musik von Claudio Monteverdi, Philip Glass und Henry Purcell
Einrichtung für das neue Musiktheater
Tancredi kämpft gegen Clorinda, im Glauben, der Widersacher sei ein Mann. Rachegelüste stacheln die
beiden immer weiter an. Sie gehen bis an ihre Grenzen. Während einer kurzen Pause entdeckt Tancredi,
dass sein Gegner weitaus mehr blutet als er selbst. Als er dem Sterbenden den Helm abnimmt, erkennt er
seine Geliebte Clorinda. Tancredi muss verzweifelt zuschauen, wie sie in seinen Armen stirbt. Seine
Tränen füllen das Schlachtfeld. Er findet sich wieder vor den Toren der Ruine Campo Amor, der Insel der
Seligen, in die nur Frauen Einlass finden. Mit letzten Kräften verwehrt Tancredi allen Männern den Weg
durch das Tränenmeer zu den Frauen.
Jochen Ulrichs faszinierendes Ballett – Sensationserfolg seit der Spielzeit 2007/2008 – wird seine
Neueinrichtung am Volksgarten erleben. Die phantastischen Bildwelten der Produktion werden auf der
Bühne des neuen Musiktheaters besonders eindrucksvoll zur Geltung kommen. Ein Kosmos der getanzten
Emotionen, eingebettet in Luft, Wasser, Feuer und Eis.
MUSIKALISCHE LEITUNG
Ingo Ingensand
CHOREOGRAPHIE UND INSZENIERUNG
Jochen Ulrich
BÜHNE UND KOSTÜME
Stephan Mannteuffel
Premiere der Neueinrichtung 14. April 2013, Großer Saal Volksgarten
Sergej Prokofjew
Romeo und Julia
Ballett von Jochen Ulrich nach William Shakespeare
Musik von Sergej Prokofjew
Die Liebesgeschichte zweier junger Menschen, die sich den Widerständen ihrer Umgebung zum Trotz in
Leidenschaft füreinander verzehren. Ein unseliges Schicksal führt Romeo und Julia in den Tod, der
zugleich alter Feindschaft und bitterem Hass ein Ende bereitet. Am Ende steht die Versöhnung zwischen
den verfeindeten Familien als Utopie.
Im Kampf zwischen Gut und Böse – wobei das Böse der Krieg der verfeindeten Geschlechter, der Capulets
und Montagues ist – werden die Kinder besiegt. Allzu arglos begegnet die Liebe in ihrer Unschuld und
Reinheit extremem Hass und der gefährlichen Macht der von niederem Zwist gelenkten Köpfe:
Streitigkeiten, klein und hinterhältig, weiten sich aus, ohne dass je nach dem „Warum“ gefragt wird oder
man sie zu verhindern versucht, um schließlich jedes menschlich-natürliche Maß zu überschreiten.
Mit der Liebe zwischen Romeo und Julia über alle Gesellschaftskonflikte hinweg nimmt Shakespeares
Tragödie ihren Lauf. Julia entscheidet sich trotz panischer Angst für jenen Liebestrank, der sie zur
Scheintoten macht; Romeo – aus Verona verbannt, weil er Tybalt im Duell erstach – riskiert sein Leben,
um Julia noch einmal zu sehen …
Jochen Ulrichs Ballett wird den von Shakespeare in der Renaissance angesiedelten Stoff in seiner
Zeitlosigkeit aufgreifen und als ein auch unserer Zeit verpflichtetes Panorama entwerfen. Verona ist ein
verbrannter und vom Krieg der Familien verwüsteter Schauplatz, an dem das „militant-faschistoid“
geführte Herrscherhaus Capulet mit einer jungen, revoltierenden „Streetgang“ der Montagues
konfrontiert wird. Die Liebe zwischen der von ihrer Familie wie eine Gefangene gehaltenen Julia und dem
dagegen anrennenden Romeo hält den verstellten Wegen und unüberwindbaren Grenzen dieses Veronas
nicht stand und führt zum unausweichlichen Tod der Liebenden. Doch zuvor vollführen beide einen
verzweifelten, aufbegehrenden Tanz aus taumelndem Glück und entrücktem Schweben über einem
Abgrund aus Angst.
Sergej Prokofjews vielleicht bedeutendster Beitrag zur Gattung des Balletts wurde 1938 in Brünn
uraufgeführt. Die Komposition zeigt in ihren dissonant aufgeladenen, mächtigen Ritualen deutlich eine
Zeit der drohenden Katastrophe. Alle innige und zarte Musik der Liebenden wird hieran schroff
gebrochen.
MUSIKALISCHE LEITUNG
Dennis Russell Davies
CHOREOGRAPHIE UND INSZENIERUNG
Jochen Ulrich
BÜHNE
Kathrin Kegler
KOSTÜME
Marie-Therese Cramer
Premiere 25. Mai 2013, Großer Saal Volksgarten
Schauspiel
Franz Grillparzer
Die Jüdin von Toledo
Historisches Trauerspiel in fünf Aufzügen
„Ich will mal den König sehen, soll ein Herr sein, jung und schön, ich will ihn sehn.“ Schon die ersten
Worte der Jüdin Rahel beschreiben ihre provokante Neugierde und ihre unbändige Lebenslust. Allen
Warnungen des Vaters und der Schwester zum Trotz stürmt sie in den für Juden verbotenen königlichen
Garten zu Toledo und wirft sich dem Königspaar Alfonso VIII. und seiner Gattin Eleonore zu Füßen. Die
Königin, irritiert, wendet sich ab von dem Mädchen, König Alfonso aber bietet Rahel seinen Schutz an. Er
erliegt ihrem Zauber, ihrem Charme. In einer Tagebuchskizze aus dem Jahr 1824 schreibt Grillparzer über
den König: „Die Welt hat ihn noch nicht in ihre strenge Lehre genommen. Da erscheint jene Jüdin, und
ein Etwas wird in ihm rege, von dessen Daseyn er bis jetzt noch keine Ahnung gehabt: die Wollust.“
Ein König zwischen öffentlicher Rolle und Leidenschaft, ein König zwischen Neigung und Pflicht. Die
Affäre mit einer Jüdin ist im christlichen Spanien ein Tabu. Hinzu kommt, dass der König die wachsende
Bedrohung Toledos durch die Mauren nicht wahrnehmen will. Und so treten die eifersüchtige Königin
und die Stände des Reiches zusammen und beschließen: Die Jüdin muss weg.
Obwohl der König versucht, Reue gegenüber seiner Gemahlin zu zeigen, gelingt es ihm nicht, die
Ermordung Rahels zu verhindern. Als er ihren entstellten Leichnam sieht, vollzieht sich in ihm ein
Wandel. Er bereut die Affäre und zieht als Kriegsherr in die Schlacht. Zurück bleiben ein dem Wahnsinn
verfallener Vater und die fatalen Prophezeiungen der gebrochenen Schwester.
Dieses Drama aus dem Nachlass beschäftigte Grillparzer schon in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts;
uraufgeführt wurde es 1872 – nach seinem Tod in Prag. Als Quellen dienten ihm vor allem ein Drama von
Lope de Vega, aber auch autobiographische und zeitgeschichtliche Affären (Ludwig I. von Bayern und
Lola Montez).
INSZENIERUNG
Peter Wittenberg
BÜHNE
Florian Parbs
KOSTÜME
Alexandra Pitz
Premiere 23. September 2012, Kammerspiele Promenade
Eugène Ionesco
Die Stühle
Einakter
Ionescos Einakter ist ein Klassiker des absurden Theaters und eine tragische Farce über das Verlangen
nach Transzendenz und Glück .
Ein greises Ehepaar mit all seinen gescheiterten Lebensträumen lebt wie Philemon und Baucis am Ende
seiner Tage auf einer einsamen, von Mücken verseuchten Insel mitten im Meer.
Beide scheinen letzte Überlebende einer Apokalypse zu sein. Paris, die Pyrenäen und alle Brücken sind
jedenfalls zerstört. Seit langer Zeit arbeitet der Alte dennoch an einem Manifest über den Sinn des
Daseins, unterstützt von seiner Frau Semiramis, die ihm Halt gibt und auch antreibt in seinem ständigen
Schwanken zwischen Angst und Überheblichkeit. An diesem Abend nun sind Gäste geladen, um die
Botschaft des Manifestes zu hören. Die Türglocke klingelt und herein strömen Gäste, die jedoch nur in der
Imagination der Alten existieren. Immer wieder klingelt es, immer wieder werden neue Gäste begrüßt,
unterhalten mit den Erinnerungen der beiden Alten, es werden stetig neue Stühle herbeigeschafft … Aber
niemand erscheint, außer einem sprachlosen Festredner am Ende des Stückes, der die Türen aufstößt in
ein schwarzes Nichts, in welches sich die Alten schließlich begeben.
Über den „Sinn“ des Theaters schreibt Eugène Ionesco: „Die Welt erscheint mir mitunter leer von
Begriffen und das Wirkliche unwirklich. Dieses Gefühl der Unwirklichkeit, die Suche nach einer
wesentlichen, vergessenen, unbenannten Realität, außerhalb derselben ich nicht zu sein glaube, wollte ich
ausdrücken – mittels meiner Gestalten, die im Unzusammenhängenden umherirren und die nichts ihr
Eigen nennen außer ihrer Angst, ihrer Reue, ihrem Versagen, der Leere ihres Lebens.“ Die Farce Die
Stühle, uraufgeführt 1952 in Paris, markiert den Auftakt zu Ionescos beginnendem internationalen Erfolg.
INSZENIERUNG
Verena Koch
BÜHNENEINRICHTUNG UND KOSTÜME
Ilona Ágnes Tömő
Premiere 27. September 2012, Eisenhand
William Shakespeare
Der Kaufmann von Venedig
Schauspiel
Deutsch von Gerhard Willert
Dies ist der Narr, der Geld umsonst auslieh! (Shylock)
Bassanio hat kein Geld. Kein Geld bedeutet keine Chance, um die schöne Portia zu werben. Denn wer
Portias Hand will, muss – nach dem Vermächtnis ihres Vaters – an einem Spiel teilnehmen, das eine nicht
unbedeutende Summe als Grundeinsatz verlangt. Wer das Spiel aber gewinnt, erhält die weit bedeutendere
Mitgift – und die Braut. Bassanio bittet seinen Freund Antonio um Hilfe. Der hat viel Geld, momentan
jedoch nur virtuell. Denn zurzeit segelt sein Kapital in Form von Handelsschiffen über die Weltmeere, um
sein Vermögen weiter zu vermehren. Damit er seinem geliebten Freund die benötigte Summe geben kann,
muss Antonio selber beim reichen, jüdischen Kaufmann Shylock einen Kredit aufnehmen. Der
Schuldschein hat es in sich: zahlt Antonio das Geld nicht binnen einer bestimmten Frist zurück, verlangt
Shylock ein Pfund frisches Fleisch, geschnitten aus Antonios Brust. Antonio willigt dennoch ein, ist er sich
doch des guten Ausgangs aller seiner Geschäfte sicher. Während Bassanio das Spiel um Portia gewinnt und
heiratet, verliert Antonio alles. Seine Schiffe sind verschollen. Die Rückzahlung des Geldes an Shylock ist
unmöglich. Und dieser besteht auf der Einhaltung der im Schuldschein vereinbarten Klausel. Notfalls vor
Gericht, denn in der Geschäftswelt gibt es kein Gefühl. Vertrag ist Vertrag.
Von Shakespeares 36 Dramen ist The Merchant of Venice eines der komplexesten und meistgespielten
Werke. Kaum ein anderes ist so widersprüchlich und vielschichtig und fordert gerade deshalb immer
wieder zu neuen Interpretationen auf. Es ist „eine Liebesgeschichte, die Geschichte eines Kreditgeschäfts
und ein Prozess. Dieser Bezug macht die Modernität des Stückes aus. Es thematisiert die drei wichtigsten
Codes, über die sich die moderne Gesellschaft organisieren wird und die die Renaissance erstmals als
ausdifferenzierte Sphären zu Gesicht bekommt: das Geld, das Recht (und die dazugehörige Politik) und die
Liebe“ (Dietrich Schwanitz).
INSZENIERUNG
Gerhard Willert
BÜHNE
Alexandra Pitz
KOSTÜME
Silke Fischer
Premiere 29. September 2012, Großes Haus Promenade
Johann Wolfgang von Goethe
Stella
Schauspiel für Liebende in fünf Akten
In einer Postkutschenstation nehmen Cäcilie und ihre Tochter Lucie Unterkunft. Gleichzeitig findet auch
der Offizier Fernando dort Quartier. Cäcilie wurde vor Jahren von ihrem Ehemann verlassen und von
falschen Freunden um ihr Geld betrogen. Nun kann sie für ihrer Tochter Unterhalt nicht mehr
aufkommen. Lucie soll deshalb der Baronesse Stella als Gesellschafterin dienen. Auch Stella wurde von
ihrem Geliebten verlassen.
Schnell spitzen sich die Zusammenhänge zum scheinbar ausweglosen Konflikt zu. Stella, „ganz Herz, ganz
Gefühl“, erkennt in Cäcilie die Schicksalsgenossin und führt die neue Freundin vor ein Bild ihres
verlorenen Geliebten. Cäcilie erkennt darin ihren eigenen Mann. Vergeblich versucht sie zu fliehen, als
auch Fernando auftaucht und Stella ihn als ihren verlorenen Geliebten überschwänglich empfängt. Von
Stella beauftragt, soll Fernando Mutter und Tochter zum Bleiben bewegen und steht unvermutet in
Cäcilie seiner verlassenen Frau gegenüber – und ebenso unvermutet entschließt er sich, mit ihr und Lucie
zu fliehen. Doch auch diese Flucht misslingt. Stella bricht zusammen, als sie die Zusammenhänge begreift.
Verzweifelt will Fernando sich erschießen. Da löst Cäcilie den verworrenen Knoten durch einen kühnen
Vorschlag, der allen entgegenkommt: „seelig eine Wohnung, ein Bett, und ein Grab“.
Die von Fernando, Stella und Cäcilie als akzeptable Lösung empfundene Ehe zu dritt löste bei Goethes
Zeitgenossen Empörung aus, die bis zum Aufführungsverbot reichte. „Ich dachte, die Schaubühne hätte
den Zweck, die Tugend als reizend und die Laster als abscheulich und verderblich darzustellen.“
(Hauptpastor Goeze, auch Lessings Widerpart, dazu). Für die erste Weimarer Theateraufführung 1805
überarbeitete Goethe diese Fassung auf Schillers Rat und ließ das Stück als Tragödie enden: Stella und
Fernando begehen Selbstmord.
INSZENIERUNG
Johannes von Matuschka
BÜHNENEINRICHTUNG UND KOSTÜME
Christian Schmidleithner
GERÄUSCHE
Max Bauer
Premiere 7. Oktober 2012, Eisenhand
Deutschsprachige Erstaufführung
Tamsin Oglesby
Ephebiphobia (Angst vor Teenagern)
Schauspiel
Deutsch von Christian Wittmann
„Ein Kind zu haben ist, naja ... wunderbar.“ Zumindest die ersten 13 Jahre. Denn spätestens dann, und es
gibt kein Mittel dagegen, sitzt da plötzlich nicht mehr das gerade noch so gut geratene, liebe Kind am
Frühstückstisch, sondern ein unbekanntes, aufmüpfiges Wesen. „Es ist als ob ein Alien in ihren Körper
geschlüpft ist und die Schaltzentrale übernommen hat. Als ob er die Arme und Beine und einfach alles
steuert, so dass es zwar immer noch aussieht wie dieselbe Person, aber in Wirklichkeit ist es ein Alien."
Wenn sich bei Eltern dieses Gefühl einstellt, dann ist klar, ab jetzt beginnt eine Phase voller Angst. Angst,
das Kind könnte unkontrollierbar zu viele Grenzen überschreiten, an die falschen Freunde geraten, zu viel
Alkohol trinken oder gar schlimmeren Drogen verfallen, ungewollt schwanger werden, in der Schule
abrutschen und letztendlich auf der Straße landen. Angst, das Kind könnte zu wenig seine Grenzen
austesten, zu brav sein, aufgrund seines Aussehens oder seines Verhaltens ein Außenseiter werden, kein
Selbstbewusstsein aufbauen und letztendlich nie den Absprung aus dem Elternhaus schaffen. Angst, als
Eltern zu unentspannt – will man doch nicht die gleichen Fehler wie die eigenen Eltern machen – oder zu
entspannt zu sein. Angst, in der Erziehung zu scheitern. Kurz gesagt, Ephebiphobia macht sich breit: die
Angst vor Teenagern.
Wie bei El und Jim. Ihre 16-jährige Tochter Tiny versteht nicht, was sie eigentlich die ganze Zeit falsch
macht. Ununterbrochen wird sie von ihren Eltern mit pubertätstypischen Vorwürfen beschuldigt. Klar, ihr
Körper befindet sich im hormonellen Chaos, aber muss sie deshalb allen Teenager-Klischees bis zum
Äußersten entsprechen? Tiny beschließt, die Erwartungen ihrer Eltern endlich befriedigend zu erfüllen.
Sie klaut ihnen Geld. Jetzt wissen El und Jim definitiv nicht mehr weiter. Ihnen ist klar, sie brauchen Hilfe
von außen, damit ihre Erziehung nicht endgültig gescheitert ist. Ein Psychiater soll Tiny wieder auf die
richtige Bahn bringen. Und wenn das auch nicht hilft, dann finden sich sicher noch drastischere
Maßnahmen.
Die Stücke der britischen Autorin Tamsin Oglesby nehmen auf satirische, überhöhte Weise Problemfelder
unserer Gesellschaft ins Visier. Richtig alt, so 45 (Spielzeit 2010/2011) stellte die Frage nach dem Umgang
mit der immer älter werdenden Gesellschaft. Ihr neuestes Stück Ephebiphobia – Angst vor Teenagern nimmt
anhand einer typischen Familiensituation jene zeittypische Tendenz unter die Lupe, komplexe und
komplizierte Zusammenhänge im Umgang miteinander oder mit sich selbst durch Therapie des Symptoms
zu lösen, anstatt an der Wurzel des Problems anzusetzen.
INSZENIERUNG
Christian Wittmann
BÜHNE UND KOSTÜME
Sabine Mader
Premiere 20. Oktober 2012, Kammerspiele Promenade
Otfried Preußler
Die kleine Hexe
Kinderstück nach dem gleichnamigen Kinderbuch
Für alle ab 6 Jahren
„Es war einmal eine kleine Hexe, die war erst einhundertsiebenundzwanzig Jahre alt, und das ist für eine
Hexe noch gar kein Alter.“ Und einer so jungen Hexe ist es strengstens verboten in der Walpurgisnacht
mit den anderen Hexen auf dem Blocksberg ums Feuer zu tanzen. Das will die kleine Hexe aber überhaupt
nicht einsehen! Sie ist wütend und beschließt trotz des Verbotes auf den Blocksberg zu reiten, um sich
heimlich unter die tanzenden Hexen zu mischen. Nicht einmal ihr treuer Freund, der sprechende Rabe
Abraxas, kann sie davon abhalten. Schnell den Besen gepackt und schon ist die kleine Hexe auf dem
Blocksberg, singt aus voller Kehle „Heia Walpurgisnacht!“ und wirbelt glücklich um das Hexenfeuer. Es
wäre auch beinahe gut gegangen, wäre sie nicht ihrer Muhme Rumpumpel über den Weg getanzt. Die
versteht nämlich überhaupt keinen Spaß, was die Hexenregeln angeht und schleift die kleine Hexe zur
Oberhexe. Die Oberhexe verspricht ihr, in einem Jahr am Blocksbergtanz teilnehmen zu dürfen, wenn sie
bis dahin gelernt hat, eine gute Hexe zu sein und das in einer Prüfung vor dem Hexenrat beweisen kann.
Doch auch Strafe muss sein und weg ist der Besen der kleinen Hexe. Das wird ein beschwerlicher
Heimweg. Dann heißt es ein Jahr lang das Hexenbuch studieren und üben, üben und nochmals üben, um
eine gute Hexe zu werden. Nur, was ist das eigentlich: eine gute Hexe? „Eine gute Hexe, darf nicht Böses
anrichten. Lass dir das mal durch den Kopf gehen!“, krächzt ihr der Rabe Abraxas ins Ohr. Ach so, na klar,
es reicht also nicht aus, alle Zaubersprüche perfekt zu beherrschen, und so hilft die kleine Hexe mit viel
Witz und Erfindergeist, wo sie kann. Ist ja gar nicht so schwierig, eine gute Hexe zu sein. Oder sehen das
die anderen Hexen am Prüfungstag vielleicht ganz anders? Es beginnt ein aufregender Hexen-Wirbel ...
Otfried Preußlers Kinderbuchklassiker bezaubert seit seinem Erscheinen 1957 Groß und Klein. Frech und
freiheitsliebend weckt die kleine Hexe die Sehnsüchte der Kinder und vieler Erwachsener nach Zauberei
und macht Mut, an der Seite eines echten Freundes für die eigenen Werte einzutreten.
INSZENIERUNG
Katharina Schwarz
MUSIKALISCHE LEITUNG
Nebojša Krulanović
BÜHNE
Georg Lindorfer
Premiere 11. November 2012, Kammerspiele Promenade
John Buchan und Alfred Hitchcock
Die 39 Stufen
Kriminalkomödie
In einer Bühnenbearbeitung von Patrick Barlow
Deutsch von Bernd Weitmar
Großes Kino auf kleiner Bühne – vier Schauspieler in mehr als hundert Rollen auf Richard Hannays
abenteuerlicher Reise durch alle Szenen und Schauplätze des legendären Hitchcock-Filmes!
Richard Hannays Leben ist nicht gerade aufregend, bis in der Varieté-Show eines außergewöhnlichen
Gedächtniskünstlers plötzlich Schüsse fallen, Panik ausbricht und die schöne, geheimnisvolle Annabella
Smith ihn bittet, sie mit nach Hause zu nehmen. Von da an überstürzen sich die Ereignisse, und Hannay
findet sich als Hauptperson mitten in einem Spionagethriller wieder. Annabella Smith enthüllt ihm, als
Agentin einem mysteriösen Spionagering namens „Die 39 Stufen“ auf die Schliche gekommen zu sein. Das
ganze Land sei in Gefahr. Bevor sie ihm noch weitere Details ihres Geheimnisses preisgeben kann, wird sie
im Morgengrauen in seiner Wohnung ermordet. Jetzt liegt das Schicksal des Landes in Hannays Hand. Er
muss den Anführer des Geheimringes finden, bevor es zu spät ist, ohne dabei den feindlichen Agenten in
die Hände zu fallen. Schnell wird ihm klar, dass er dabei völlig auf sich allein gestellt ist, denn Scotland
Yard fahndet bereits nach ihm als Tatverdächtigem im Mordfall Annabella Smith. Nur wenn es ihm
gelingt, das Geheimnis der „39 Stufen“ zu lösen, kann Hannay vielleicht auch seine Unschuld beweisen.
Seine von Polizisten und feindlichen Agenten getriebene Suche führt ihn durch dunkle Moore, in einsame
Dörfer, abgelegene Hotels – und nicht jede seiner zufälligen Bekanntschaften entpuppt sich als das,
wonach sie im ersten Augenblick scheint …
Als Patrick Barlows Vier-Personen-Farce The 39 Steps im Jahr 2005 Premiere feierte, ahnte der Autor wohl
kaum, dass ihm damit ein ganz großer Wurf gelingen sollte. Doch spätestens seit der Broadway-Premiere
2008 mit sagenhaften 771 Vorstellungen ist die Komödie von den Bühnen dieser Welt nicht mehr
wegzudenken. Barlow schuf im Stile der legendären englischen Komikertruppe Monty Python ein
aberwitziges Theatervergnügen nach dem bekannten gleichnamigen Films von Alfred Hitchcock aus dem
Jahre 1935.
INSZENIERUNG
Johanna Ullmann
Premiere 29. November 2012, Eisenhand
Franz und Paul von Schönthan
Der Raub der Sabinerinnen
Schwank
Ein Theatermacher im Mittelpunkt: Theaterdirektor Striese tingelt mit seinem Ensemble über die Dörfer
und bringt überall ein Stück eines lokalen Autors zur Aufführung. Da trifft es sich gut, dass Gymnasialprofessor Gollwitz vor vielen Jahren als Student einmal eine Römertragödie über den Raub der Sabinerinnen
geschrieben hat. Eine Jugendsünde gewissermaßen. Die Gattin des Gymnasialprofessors ist auf Kur und in
ihrer Abwesenheit ordnet der Professor die Bibliothek, sortiert Briefe und Manuskripte und stößt dabei auf
dieses Jugendwerk. Immer noch fasziniert davon, liest er dem zunehmend begeisterten Dienstmädchen
Rosa vor. Da kommt der Theaterdirektor Striese genau im rechten Moment ins Haus und überredet
Gollwitz, ihm das „grandiose Stück“ für eine Aufführung zu überlassen. Gollwitz zögert, da dies seiner
eher konservativen Frau sicher ein Dorn im Auge wäre, fühlt sich aber durch das Angebot des
Theaterdirektors geschmeichelt und erhofft sich „späten“ Ruhm. So willigt er ein, das Ganze unter einem
Pseudonym aufführen zu lassen.
Es kommt wie es kommen muss, die Gemahlin kehrt überraschend früher zurück, bei der Premiere droht
ein Skandal, da Striese das Stück sehr freizügig bearbeitet hat – und Gollwitz versucht zu retten, was zu
retten ist …
Die Autoren Franz und Paul von Schönthan haben 1884 die Römertragödie Raub der Sabinerinnen in eine
der köstlichsten und unverwüstlichsten Komödien der deutschen Theatergeschichte verwandelt.
INSZENIERUNG
Hans-Ulrich Becker
BÜHNE
Alexander Müller-Elmau
KOSTÜM
Stephanie Seitz
Premiere 7. Dezember 2012, Kammerspiele Promenade
Deutschsprachige Erstaufführung
Mike Leigh
Gram (Arbeitstitel)
(Grief)
Schauspiel
Mike Leigh bringt einen so lange zum Lachen, bis man nur noch weinen kann.
(Time Out zur Uraufführung von Gram am National Theatre in London)
London 1957. Dorothy, eine Witwe, deren Mann im Krieg gefallen ist, lebt in einem Vorort mit ihrer
15-jährigen Tochter Victoria und ihrem älteren Bruder Edwin, einem eingefleischten Junggesellen. Mehr
und mehr isoliert von ihren verheirateten Freundinnen mit ihren erfolgreichen Kindern, versucht Dorothy
mit dem zunehmend feindlicheren Verhalten ihrer Tochter zurechtzukommen. Aber tut sie wirklich ihr
Bestes, wie sie selber denkt, oder ist sie womöglich selber die Ursache für das, was zu einer unerträglichen
Situation zu werden droht?
Gram, im englischen Original Grief, ist ein unter die Haut gehendes Porträt von Familien-abhängigkeiten
und der alles Leben erstickenden Atmosphäre, die diese Abhängigkeiten erzeugen können. Der Autor
Mike Leigh ist als Regisseur von Filmen wie Naked (1993), Secrets and Lies (1996), Topsy-Turvy (1999) einer
der bekanntesten Exponenten des „New British Cinema“. Für Vera Drake erhielt er 2004 den Goldenen
Löwen der Filmfestspiele von Venedig, für Happy-Go-Lucky wurde seine Hauptdarstellerin Sally Hawkins
2008 in Berlin mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet. Neben seiner Filmarbeit hat er auch über 20
Theaterstücke geschrieben und inszeniert, die er meist in enger Zusammenarbeit mit den Schauspielern
durch eine ganz eigene Mischung von Improvisation und Recherche entwickelt.
Während des Krieges geboren wuchs Mike Leigh in einer jüdischen Immigrantenfamilie bei Manchester
auf. Sein Rezept gegen die von ihm als langweilig empfundenen fünfziger Jahre war exzessiver Kinobesuch.
In Interviews erzählt er gern, dass es keinen Film zwischen 1949 und 1960 gab, den er nicht gesehen hätte.
„Ich treffe keine moralischen Urteile, ich ziehe keine Schlüsse. Ich stelle Fragen, ich beunruhige den
Zuschauer, ich mache ihm ein schlechtes Gewissen, lege Bomben, aber ich liefere keine Antworten. Ich
weigere mich, Antworten zu geben, denn ich kenne die Antworten nicht.“
INSZENIERUNG
Gerhard Willert
BÜHNENEINRICHTUNG UND KOSTÜME
Alexandra Pitz
Premiere 17. Jänner 2013, Eisenhand
Uraufführung
Auftragswerk des Landestheaters Linz
John von Düffel
Traumnovelle
Schauspiel nach der gleichnamigen Novelle von Arthur Schnitzler
Albert und Tine sind das, was man „glücklich verheiratet“ nennt. Er ist Stationsarzt mit einer gut
gehenden Privatpraxis, sie ist – aus gutem Hause – Mutter einer zwölfjährigen Tochter. Doch als die
beiden eines Abends von einem Kostümball nach Hause kommen, beginnt zwischen ihnen – sie wissen
selber nicht, wie – ein fatales Spiel, aus dem es kein Entrinnen mehr gibt. Und die Gefahr, die ihr ganzes
Glück bedroht, heißt Ehrlichkeit. Albert und Tine erzählen sich ihre Träume, die geträumten und
ungeträumten, jene Momente, in denen ihre innersten Wünsche groß und gewaltig genug schienen, die
Wirklichkeit aus den Angeln zu heben. So gesteht Tine ihre Verliebtheit in einen Hotelgast vom
Nachbartisch beim Sommerurlaub in Dänemark, mit dem sie kaum ein Wort gewechselt hat – und für den
sie dennoch bereit gewesen wäre,
ihre Familie zu verlassen. Albert indessen wird zu einem Patienten gerufen, der im Sterben liegt und
dessen Tochter sich nur deshalb aufopferungsvoll um den Vater kümmert, um immer ihm, dem Arzt, nahe
zu sein …
Nach dieser ersten nächtlichen Versuchung begegnet Albert übergangslos der nächsten, einer
minderjährigen Straßenhure, um sogleich weiter zu taumeln in die Arme eines alten Kommilitonen
namens Nachtigall, der sein Geld mittlerweile durch Klavierspiel und Auftritte bei geheimen
Gesellschaften verdient. So auch heute Nacht in einem Zirkel, dessen Maskenfeste die verbotensten
Träume und Albträume Wirklichkeit werden lassen …
Arthur Schnitzler hat mit seiner 1925 erschienenen Traumnovelle ein erzählerisches Meisterwerk der Reise
in die innersten Abgründe und die Haltlosigkeit jeder rationalen Ordnung geschrieben. Der Schriftsteller
und Dramatiker John von Düffel hat sich mit seiner im Auftrag des Landestheaters Linz verfassten
Adaption auf eine Spurensuche dieses heute noch immer beunruhigenden Albtraums begeben.
INSZENIERUNG
Bernarda Horres
BÜHNE
Anja Jungheinrich
Premiere 2. Februar 2013, Kammerspiele Promenade
Uraufführung
Auftragswerke des Landestheaters
Land der Lämmer
Ein dramatisches Kaleidoskop zum 12. März 1938
Projekt von Gerhard Willert, Mitarbeit Thomas Arzt
Mit Beiträgen von Thomas Arzt, Martin Crimp, Franzobel, Falk Richter, Betty Shamieh, Michel Vinaver
und weiteren AutorInnen.
Vor das große Fest der Eröffnung des Neuen Musiktheaters (an historisch durchaus nicht undelikatem
Ort) setzt der Kalender einen Stolperstein: den 75. Jahrestag dessen, was der Volksmund den „Anschluss“
nennt. In Österreich ist ein zuweilen schockierend leichtfertiger Umgang mit diesem faschistischen Erbe
möglich. Warum? In dieser Wunde will ich bohren. Leidenschaftlich und lustvoll. Meine Freunde auch.
Ob sie nun Österreicher sind oder nicht. Ja dürfen die das? Sie müssen.
Gerhard Willert
„Anschluss“. Ein Wort, das aus der Sprache gefallen ist. Das sich nur mehr aussprechen lässt, um es selbst
als Problemwort auszustellen. Zwischen Anführungszeichen. Kein problemloses Aussprechen, gerade dort,
wo es eine Harmlosigkeit vortäuscht. Die Sprache hat ihre Geschichte. Wie lässt sich also darüber
sprechen? Heute. Über „den Anschluss“, der ja immer auch einen bestimmten Artikel verlangt. Nicht
irgendein Anschluss kommt hier zur Sprache, sondern nur der eine. Ein ausschließlicher Anschluss. Aber
was wird hier in diesem Anschlusssprechen angeschlossen? Und was wird ausgeschlossen? Und wer schließt
hier überhaupt etwas an? Denn das Verb des Anschließens hält offen, ob es aktiv oder passiv verwendet
werden will. Also, um es genauer zu fragen: Schließt man selbst an, oder wird man angeschlossen? Hier
stellt sich die Gretchenfrage der österreichischen Republiksgeschichte. Jene nach dem Opfer, das ja auch
nicht irgendein Opfer ist, sondern das „erste“. Eine numerische Vorrangstellung gegenüber anderen
Geschichtsopfern. Ein Opferstatus, der hier auf dem Spiel steht. Aber die Opferung wirft Fragen auf, bis in
die Gegenwart. Denn wie schreibt sich die Rhetorik der Opferung in die österreichische Sprache ein? Eine
Opfersprache seither? Ein Sprachopfer der Aufarbeitungsverweigerung? Oder des Überdrusses? Ja, ein
Satz, der allzu oft in den aufarbeitenden Mund genommen wurde! Denn wie viel Aufarbeitung verlangt
eine Vergangenheit? Nun, eine Vergangenheit kann gar nichts verlangen, sofern sie vergangen ist, also ist
es eine Gegenwartsbewältigung, dieses Geschichtsbefragen. So blicke ich darauf, auf die Dokumente des
Vergangenen, um heute zu verstehen: Kein Opfer hier, in den Bildern der Landstraße 1938, den Bildern
eines Feldzuges voller Jubel und Blumen. Ein Blumenfeldzug! Wessen Stimme wird hier erhoben, zu
einem Ja? Kann es ein Nein gegeben haben, in dieser Sprache der Zustimmung? Kann man sich eine
derartig bestimmende Aussage aufzwingen? Eine widerstandslose Aufopferung, oder der Widerstand nur
ausgeblendet? Fotografisch. Und historisch. Den Widerstand innerlich erschlagen. Ermordet. Gelöscht.
Eine erloschene Stimmung, die mich nur mehr anschweigt, in meiner Gegenwart. Kein Klang in dieser
Anschlussstimmung. Nur ein Anschlussschweigen. Wenn ich heute da stehe, in diesem Linz, dann erinnert
nur wenig daran, an diesen „Anschluss“. Und doch verlaufen die Straßen, die Brücken auf dem Grundriss
historischer Tage. Die ja keine Tage waren, sondern Jahrzehnte des Glaubens an Autorität, Diktatur und
Faschismus. Auf dem nationalsozialistischen Reißbrett entworfen, dieses „Neue Linz“... Nun rückt auch
dieses Linz zwischen diese problematischen Anführungszeichen. Was kann ich nun also hier sagen? Auf
den Grundrissen der Geschichte.
Thomas Arzt
INSZENIERUNG
Gerhard Willert
BÜHNE UND KOSTÜME
Alexandra Pitz
Premiere 16. März 2013, Kammerspiele Promenade
Iwan Wyrypajew
Illusionen
Aus dem Russischen von Stefan Schmidtke
Vier junge Schauspieler erzählen von zwei befreundeten Paaren – Danny und Sandra, Albert und Margret.
Sie sind um die achtzig, seit über fünfzig Jahren verheiratet, und sie ringen am Ende ihres Lebens um
letzte Momente der Wahrhaftigkeit. Als erster stirbt Danny, und er dankt Sandra auf dem Sterbebett für
die Liebe, die sie verbunden hat, für ihre Aufrichtigkeit und das gemeinsame Glück. Sandra wiederum
gesteht Albert kurz vor ihrem Tod, dass sie im Grunde immer nur ihn geliebt hat, woraufhin Albert, der
davon nichts geahnt hatte, seinerseits in Liebe zu Sandra entflammt, was er seiner Frau Margret auch in
aller Ehrlichkeit erzählt. Und wie reagiert Margret? Sie beichtet Albert eine heimliche Affäre mit Danny,
doch das ist nur ein Scherz, sie will ihn ärgern. Albert entdeckt daraufhin seine Liebe zu Margret neu.
Doch hat diese Liebe noch eine Chance?
Iwan Wyrypajew ist einer der formbewusstesten und poetischsten Dramatiker unserer Zeit. Auf geniale
Weise, lustvoll und leicht, pendelnd zwischen Tragik und Komik, spielt er in diesem Erzählreigen mit der
Auflösung sämtlicher Gewissheiten. Aus Realitäten werden Trugbilder, nichts hat Bestand, alles ist
Illusion, und doch ist alles erfüllt von Liebe. Wyrypajew, geboren 1974, stammt aus Sibirien, hat in Irkutsk
und Moskau Regie studiert und ist vor allem durch seine Stücke Sauerstoff und Juli auch international
bekannt geworden. Er ist auch als Filmregisseur und Prosaautor erfolgreich.
Wenn in Schnitzlers Reigen die Liebhaber und Gespielinnen weitergereicht werden wie abgenützte Trophäen, dann
stecken sich bei Wyrypajew die Figuren verstohlen gegenseitig die Illusionen von der wirklichen Liebe zu, bis sie
schließlich am Ende wieder vor den eigenen ramponierten Trugbildern stehen. Es ist der Tod, der noch mal die
Lippen öffnet, bevor sie für immer verschlossen werden. Ist das nun tröstlich oder schrecklich? Reizvoll oder
selbstgefährdend? Es kommt darauf an, ob man die Wahrheit ertragen kann.
(Theaterheute zur Uraufführung von Illusionen)
INSZENIERUNG
Sabrina Linda Riedel
Premiere 17. März 2013, Eisenhand
Uraufführung
Thomas Arzt
Alpenvorland
Schauspiel
Vorstellung, sich ein Glück erbauen zu können, sie fußt auf dem Meister des Großvaters und der Matura des Vaters.
Da wurde immer auch groß erbaut. Eine ständige Baustelle, dieses Leben. Aber das Fundament, worauf du stehst, ist
dir gegeben.
Ein Baugrund auf dem Land. Der Grundriss des geplanten Hauses darauf abgesteckt. Hannes und Heidi
haben den Grund gefunden, auf dem sie ihr zukünftiges, gemeinsames Leben verbringen wollen. Dieser
Grund hat Geschichte. Hier haben sie zusammen mit ihren Freunden Moritz, Bimbo, Alf und Vroni die
Kindheit und Jugend verbracht, von der Zukunft geträumt, die immer weit weg und auf jeden Fall weit
entfernt lag. In der Stadt. Dann ging jeder seiner Wege, weg aus der Heimat, das eigene Leben anpackend.
Und sie haben es geschafft: Ausbildung, Studienabschluss, erster Job. Sie haben erreicht, was von ihnen
erwartet wurde. Haben die Erwartungen teils sogar übertroffen. Was jetzt? Zeit für den nächsten Schritt!
Also Heirat, Kinder, Hausbau? Auf jeden Fall muss es etwas sein, das bleibt, das unverrückbar ist. Etwas,
was das Leben endlich festigt und das Gefühl vertreibt, nicht genügen zu können, nicht wirklich vorwärts
zu kommen. „Wir rutschen durchs Dasein, ganz unmerklich, mehrere Millimeter im Jahr. Auch wenn wir
Stillstand fühlen, ist der Schlier unter uns in Bewegung. Es ist ein passives Vorwärtskommen, kein
Handeln im eigentlichen Sinn.“ Die Freunde treffen sich an ihrem alten Platz zum Grillfest. Sie glauben,
festen Boden unter den Füßen zu haben und erkennen, dass stattdessen der Schlier sie fest im Griff hat.
Dass sich ihre Freundschaft über die Erfahrungen in der Fremde verändert hat. Dass ihnen noch nicht
einmal die Vergangenheit der Heimat sicher ist. Und plötzlich reicht es nicht mehr aus, einfach den
Grundriss zu verändern, die Zimmer neu zu verteilen, um der Veränderungswilligkeit Ausdruck zu
verleihen. In Frage steht der Baugrund selbst.
Thomas Arzt wurde 1983 in Schlierbach (Oberösterreich) geboren. Er war Gasthörer an der
Filmhochschule München und studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft sowie Germanistik,
Philosophie und Psychologie an der Universität Wien. 2008 entstand sein erstes Theaterstück Grillenparz
im Rahmen des Autorenprojekts „stück/für/stück“ am Schauspielhaus Wien. Es wurde mit dem von der
Literar-Mechana gestifteten Hans-Gratzer-Stipendium ausgezeichnet und im April 2011 am
Schauspielhaus Wien uraufgeführt, wo Thomas Arzt in der Spielzeit 2010/2011 als Hausautor arbeitete.
2010 war er zum Dramatikerworkshop des Stückemarkts bei den Berliner Festspielen eingeladen. Das
Stück Alpenvorland hat Thomas Arzt im Rahmen seines Thomas-Bernhard-Stipendiums 2011 für das
Landestheater Linz geschrieben und ist damit auch zum Autorenwettbewerb beim Heidelberger
Stückemarkt 2012 eingeladen.
INSZENIERUNG
Ingo Putz
BÜHNE
Stefan Brandtmayr
KOSTÜME
Cornelia Kraske
Premiere 20. April 2013, Kammerspiele Promenade
Uraufführung
Frei nach Wilhelm Busch
Max’n Morizz feat. TEXTA
Ein Ritzeratze-BilderBuch-MusikTheater-Abend mit der HipHop-Band TEXTA
Ach, was muß man oft von bösen
Kindern hören oder lesen!
Wie zum Beispiel hier von diesen,
Welche Max und Moritz hießen.
Die, anstatt durch weise Lehren
Sich zum Guten zu bekehren,
Oftmals noch darüber lachten
Und sich heimlich lustig machten. -Mit diesen Worten beginnt die 1865 erstveröffentlichte „Bubengeschichte in sieben Streichen“ von
Wilhelm Busch. Max und Moritz gehört heute neben dem Struwwelpeter zu den bekanntesten Werken der
deutschsprachigen Kinderliteratur. Bereits zu Wilhelm Buschs Lebzeiten wurde das Werk in zehn
Sprachen übersetzt, heute existieren Übersetzungen in annähernd 300 Sprachen. Die ganz eigene, virtuose
Kombination von Bild und Text hat auch die Erfindung der ersten Comic Strips maßgeblich inspiriert.
Das anarchische Potential von Max und Moritz, das die ganze Bravheit und Biederkeit ihrer Widersacher
als heuchlerische Fassade zu Tage bringt, begeistert bis heute. „Ritzeratze! voller Tücke, in die Brücke eine
Lücke“ – Und die lautmalerische Sprache Buschs lädt zu einer musikalischen Dramatisierung regelrecht
ein. „Gewisse Dinge sieht man am deutlichsten mit den Ohren.“ (Wilhelm Busch) …
Musikalisch wird diese Produktion live von der Linzer HipHop-Band TEXTA begleitet, die 2013 ihr
20-jähriges Bandjubiläum feiert.
Diese Musiktheater-Produktion ist ein Cross-Over-Projekt in sieben Streichen mit Schauspielern,
Puppenspielern und den HipHop-Musikern der Band TEXTA. Die Band TEXTA besteht aus 4 MC‘s,
nämlich Flip (produziert auch die Beats), Huckey, Laima aka Dalai Laima, Skero und DJ Dandaman.
TEXTA hat mittlerweile über 300 Konzerte von Kufstein bis Kuba absolviert und gehört zum nicht mehr
wegzudenkenden Faktor der österreichischen HipHop Szene.
INSZENIERUNG
Dominik Günther
BÜHNE UND KOSTÜME
Heike Vollmer
Premiere 21. April 2013, BlackBox Volksgarten
Nikolai W. Gogol
Der Revisor
Komödie in fünf Akten
„Den Spiegel soll nicht schelten, wer eine Fratze hat“ – dieses russische Sprichwort setzte Gogol als Motto
über seinen Revisor. In seinem Spiegel aber gibt es nur Fratzen – weil hier alle korrupt sind, „schmieren
und geschmiert werden“.
Der Stadthauptmann einer kleinen Provinzstadt teilt seinen Beamten mit, dass man demnächst einen
Revisor inkognito und mit „geheimen Instruktionen“ zu erwarten habe. Die komplette Kommunalverwaltung tritt auf und wird ob ihrer amtlichen Unregelmäßigkeiten nervös. Während der Stadthauptmann
Anweisungen zum Empfang des Revisors ausgibt, „platzt“ die Nachricht herein: der Revisor sei schon im
Gasthaus abgestiegen. In Wirklichkeit handelt es sich jedoch um einen kleinen Beamten aus St.
Petersburg, namens Chlestakov, der seit einiger Zeit im Gasthaus logiert und in Wahrheit nicht bezahlen
kann. Der Stadthauptmann macht Chlestakov seine Aufwartung, der wiederum ob seiner Spielschulden
und Zechprellerei das Schlimmste befürchtet. Überraschenderweise nimmt das Gespräch eine ganz andere
Wendung und endet mit der Einladung Chlestakovs ins Haus des Stadthauptmanns.
Und damit beginnt eine ganze Serie von Zuwendungen und Bestechungsgeldern. Vom Stadthauptmann
bis zum Postmeister, vom Schulleiter bis zum Klinikdirektor – alle machen sie Revision, alle bringen ihre
Vergehen an den Tag und versuchen ihre Taten zu begründen, zu verkleinern, abzuwälzen, betteln um
Nachsicht und wollen sich die Straffreiheit „erkaufen“. Indem sie sich offenbaren, wird offenkundig, was
straffällig ist.
Der ahnungslose Chlestakov genießt seine Rolle, er wird mit Geld überhäuft, macht sowohl der Frau als
auch der Tochter des Hauses Liebeserklärungen, trinkt gern und heftig. In einem Brief an einen Freund
zeigt er sich amüsiert über die Dummheit der Provinzler.
Sein Diener Ossip rät zur Weiterreise, der Stadthauptmann träumt schon von seinem Karrieresprung in
St. Petersburg, bis der Postmeister mit Chlestakovs abgefangenem Brief kommt. Entsetzt erkennen alle,
dass sie einem Spieler zum Opfer gefallen sind, und zum Schluss trifft auch noch der „richtige“ Revisor ein.
Nikolaj W. Gogol (1809–1852) wurde von seinem Freund und Förderer Alexander Puschkin in die
russische Literatur eingeführt. Gogol erhielt von ihm viele Anregungen für seine Werke, so soll zum
Beispiel Der Revisor auf ein Sujet Puschkins zurückgehen. In seinen Werken – unter anderem Die toten
Seelen oder Der Mantel beschrieb er immer wieder den arroganten, korrupten Lebensstil des russischen
Landadels.
INSZENIERUNG
André Turnheim
BÜHNE
Stefan Heyne
KOSTÜME
Barbara Aigner
MUSIK
Nebojša Krulanović
Premiere 11. Mai 2013, Kammerspiele Promenade
Felicia Zeller
Triumph der Provinz
Eine Farce für acht Einzelkämpfer und ein Schaf
Koproduktion mit der Anton Bruckner Privatuniversität
Provinz ist der Ort, aus dem alle flüchten wollen, indem sie sich neu erfinden. Micki will als Sängerin und
Star in die Großstadt. Bille träumt sich aus erkalteter Ehe mit neuen, großen Brüsten in die Jugendleidenschaft mit Schorsch, dem Anbaggerstar des Ortes. Es reicht für Bille aber nur zu einer neuen Frisur …
Provinz ist jedoch nicht nur der Ort, an dem man lebt. Provinz steckt in jedem. Also muss man, meint
sarkastisch die Autorin, sich auch innen verändern. Flexibilisieren heißt dafür das Zauberwort. Und so
kommt ein abgehalfterter Fernsehstar zur Lesung aus seinem Kochbuch als erotische Offenbarung für
Männer herangetingelt …
Das Theaterstück ist ein Versatzstücke-Stück, das sich zu keiner Geschichte formt. Typen und Texte,
Haltungen und Requisiten und selbst das Thema ‚Provinz’ sind Versatzstücke aus der real-banalen Welt.
Reflexe auf Dinge, die woanders spielen, in Metropolen, Medien oder geborgten Träumen. „Egal, wo wir
sind“, heißt es, „wir könnten auch woanders sein.“
Felicia Zeller (Jahrgang 1970) ist mit einem halben Dutzend Uraufführungen in den letzten Jahren zu
einer der wichtigsten Dramatikerinnen im deutschen Sprachraum geworden. Sie ist eine Sammlerin und
Monteurin von Realitätspartikeln. Im Triumph der Provinz stellt sie diese in filmischen Short Cuts hart
nebeneinander – ein wildes Konglomerat von Szenen und Situationen, von Mono- und Dialogen sowie
von Momentauf-nahmen im Prozess immer neuer Identitätsschaffung.
INSZENIERUNG
Heike Frank
Premiere 16. Mai 2013, Eisenhand
u\hof: Theater für junges Publikum
Zusammenarbeit Schauspiel & u\hof:
Theatersport
Eine Improvisationstheater-Show
Leitung und Moderation John F. Kutil
Für alle ab 13 Jahren
5, 4, 3, 2, 1, los!
6 SchauspielerInnen, 2 Teams, 1 Musiker, 1 Moderator und ein unbestechliches Publikum. Das ist
Theatersport! Improvisationstheater, das ist Theater, das im Augenblick entsteht. Zwei Mannschaften
kämpfen im theatralen Wettstreit um die Gunst der ZuschauerInnen. Blitzschnell und mit scharfem
Verstand werden Charaktere aus dem Boden gestampft und in Szene gesetzt. Zurufe aus dem Publikum
bieten Inspiration oder setzen Rahmenbedingungen. Alles garantiert improvisiert. Jeder Abend eine
Uraufführung. Jeder Moment ist unerwartet. Ob Drama, Komödie, Oper oder Musical. Alles ist möglich.
Bestimmen Sie selbst, was Sie sehen möchten. Es erwarten Sie Spontaneität und Kreativität, Teamgeist
gepaart mit Witz und Spielfreude.
MODERATOR UND SCHIEDSRICHTER
John F. Kutil
MUSIKALISCHE LEITUNG
David Wagner
BÜHNE UND KOSTÜME
Dido Victoria Sargent
GESAMTLEITUNG
John F. Kutil
Premiere 6. Oktober 2012, Kammerspiele Promenade
Alexander Gruber
König & König
Nach dem Bilderbuch von Linda de Haan und Stern Nijland
Fassung für das Landestheater Linz
Für alle ab 6 Jahren
Die alte Königin mag nicht mehr – aus, Schluss, Stop! Sie ist es leid zu regieren, sich um die
Staatsgeschäfte zu kümmern und von einem Termin zum nächsten zu hetzen. Es ist Zeit, in Pension zu
gehen und die Staatsgeschicke in die Hände des Kronprinzen zu legen. Das geht aber nur, wenn der Prinz
verheiratet ist. Aber ach, der Kronprinz denkt nicht im Entferntesten daran, dies zu tun und den Königsjob
anzunehmen. Doch die Frau Mama lässt nicht locker und besteht auf einer königlichen Hochzeit –
umgehend, sofort, jetzt! Schweren Herzens lässt sich der Prinz überzeugen, seine einzige Bedingung: Die
Auserwählte muss richtig nett sein. Die alte Königin ist voller Tatendrang und studiert ihre PrinzessinnenListe. Eine Nacht lang telefoniert sie mit allen Prinzessinen auf der ganzen Welt. Bereits am nächsten Tag
steht eine erste Bewerberin vor der Tür: Prinzessin Aria aus Österreich. Ihr sollen noch viele folgen, allein
der Prinz findet nicht die rechte. Königin wie Kronprinz sind verzweifelt. Die Suche geht weiter, bis eines
Tages Prinzessin Liebegunde und ihr Bruder Prinz Herrlich auftauchen. Des Kronprinzens Herz fängt
wild zu pochen an … Ein unerwartetes Happy End steht bevor!
Das Kinderbuch König & König wurde von den beiden niederländischen Autoren Linda de Haan und Stern
Nijland geschrieben und illustriert. Es besticht durch seine Schlichtheit und seinen unproblematischen,
selbstverständlichen Umgang mit dem Thema Homosexualität. Um Toleranz wird nicht gebeten, sie wird
vorausgesetzt.
INSZENIERUNG
Asli Kislal
BÜHNE UND KOSTÜME
Markus Liszt
MUSIK
Uwe Felchle
Premiere 19. Oktober 2012, u\hof:
Theo Fransz
Schwestern
Aus dem Niederländischen von Monika The
Für alle ab 10 Jahren
Nacht für Nacht bekommt Mathilde von ihrer kleinen Schwester Zus Besuch. Wie kann das sein? Zus ist
doch schon tot. Mathilde rief ihr noch zu, stehen zu bleiben, aber sie rannte über den Bahnübergang ihrem
Kuscheltier nach. Mathildes Eltern glauben jetzt, sie ist verrückt geworden und kann mit dem plötzlichen
Unfalltod ihrer Schwester nicht umgehen. Dabei spielt Mathilde nachts, wenn alles schläft, mit Zus, wie sie
es immer getan hat, und die Jüngere verliert – auch wie immer. Die beiden lachen, streiten, weinen
zusammen und wärmen sich, denn Mathilde ist schrecklich müde und Zus friert. In einer Nacht kommt
Zus zum letzten Mal, sie will ihre große Schwester trösten. Aber Mathilde kann sich noch nicht
verabschieden …
Ein Stück über das Abschiednehmen, voller Tiefe und Humor zugleich. Liebevoll portraitiert Theo Fransz
Zus und Mathilde als kleine und große Schwester, erzählt von ihren Konflikten, ihrer großen Liebe
füreinander und dem ausgelassenen Spaß, den man nur mit einer Schwester haben kann.
Der ausgebildete Schauspieler und Autor Theo Fransz gründete 1984 das MUZtheater in Zaandam in der
Region Nord-Holland, das er 2001 verließ, um als freier Autor und Regisseur zunehmend in Deutschland,
unter anderem am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg zu arbeiten.
Die Uraufführung von Schwestern war 2006 als Gastspiel im Rahmen des Internationalen Theaterfestivals
SCHÄXPIR in Linz zu sein. Die Österreichische Erstaufführung am Theater am Ortweinplatz in Graz
erhielt den STELLA 2007 in der Kategorie „Herausragendste Nachwuchsleistung.“
INSZENIERUNG
Brigitta Waschnig
BÜHNE UND KOSTÜME
Isabella Reder
MUSIK
Franz Flieger Stögner
Premiere 5. Dezember 2012, u\hof:
Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor
Nach dem Kinderbuch von Martin Baltscheit
Für alle ab 8 Jahren
Ein Fuchs – rot, kühn und listig, schnell und immer hungrig. Ein richtiger Star unter seinesgleichen, der
genau weiß, was ein Fuchs so wissen muss, um ein langes Leben voller Abenteuer zu genießen. So ein
Fuchs kann den Geißen und Hasen die perfekten Fallen stellen und aus Hühnern köstliche Braten
zubereiten. Er ist beliebt und gefürchtet zugleich, lädt einmal die Woche alle jungen Füchse zum Essen zu
sich ein, erzählt ihnen von seinen Jagderlebnissen und verrät ihnen seine besten Tricks. Die jungen Füchse
lauschen beeindruckt seinen Worten – er ist einfach toll und ihr großes Idol!
Doch irgendwann wird der Fuchs alt. Mit dem Alter kommt auch seine Vergesslichkeit. Erst sind es nur
die Wochentage, die er vergisst, oder den einen oder andern Geburtstag, aber dann findet er bald nicht
mehr den Weg nach Hause, vergisst das Jagen und das Fressen. Schließlich vergisst er, dass er ein Fuchs
ist. Alle, die ihn bis dato fürchteten – die Gänse, die Hühner, die Schafe – jubeln und übertrumpfen sich in
Hohn- und Spottattacken gegen den alten Fuchs. Zum Glück gibt es die jungen Füchse, denen er so viel
beigebracht hat. Er ist zwar zu einem alten Fuchs ohne Verstand geworden, aber er kann fühlen, dass er
umsorgt wird und niemals allein sein muss und das ist unglaublich tröstlich!
Martin Baltscheit studierte Kommunikationsdesign und war Mitglied des Theaters „Junges Ensemble
Düsseldorf“. Nach einem Karrierestart als Comiczeichner schrieb und illustrierte er Kinderbücher,
verfasste Hörspiele, Theaterstücke und Trickfilme, arbeitete als Moderator und Autor. Seit 1997 ist er
zudem als Sprecher für Hörbücher, Hörspiele und Werbespots tätig. Mit seiner Geschichte vom Fuchs,
der seinen Verstand verlor, bringt er ein immer dringlicher werdendes gesellschaftliches Problem in die
Kinderliteratur ein. Äußerst sensibel, aber auch humorvoll und kindgerecht aufbereitet, erzählt er in dieser
Fabel über einen an Alzheimer erkrankten Fuchs. 2011 erhielt er für dieses Kinderbuch die Silberne Feder,
den Jugendbuchpreis des Deutschen Ärztinnenbundes. Für sein Jugendstück Die besseren Wälder erhielt
Martin Baltscheit den Deutschen Jugendtheaterpreis 2010.
INSZENIERUNG
Heidelinde Leutgöb
Premiere 25. Jänner 2013, u\hof:
FREISPIEL – Theater mit Jugendlichen und Erwachsenen
Das Heldenprojekt
Nach dem Roman von Christian Linker
Für alle ab 15 Jahren
Magnus und Sebi sind die besten Kumpel. In ihrer Freizeit treffen sie sich mit Freunden aus der Schule,
um sich gegenseitig Gedichte vorzulesen. Sie nennen sich: DAS PROJEKT.
Eines Tages stößt Marie zu ihnen. Sie ist schön, selbstbewusst und ziemlich direkt. Magnus und Sebi
verlieben sich beide auf der Stelle in sie. Als in der Stadt immer mehr Plakate einer rechtsradikalen Partei
auftauchen, schlägt Marie vor, spontan aktiv zu werden. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion klebt DAS
PROJEKT Magnus’ Gedicht, gelayoutet und gedruckt von Student und Grafiker Tom, auf die Plakate.
Bei dieser Aktion soll es nicht bleiben. ‚Undercover’ begeben sich die Jugendlichen auf eine
Parteiveranstaltung der Rechtspartei, wo sie zu ihrer Überraschung einen Klassenkameraden treffen, der
dort als junges ‚Vorzeigemitglied’ sprechen darf. Vor Ort ist auch eine junge Redakteurin, die
herausfindet, dass Magnus, Sebi, Marie und die anderen die unbekannten linksgerichteten Plakatkleber
sind. Die spontane ‚Kunstaktion’ wird zum Selbstläufer, DAS PROJEKT zur politischen Gruppierung, die
immer mehr junge Menschen anzieht. Magnus, Sebi und Marie müssen plötzlich Verantwortung
übernehmen, für etwas, das viele von ihnen eigentlich nur deshalb getan haben, „damit endlich einmal
etwas passiert“.
Mit Jugendlichen und Erwachsenen aus Linz und Umgebung bringt Nora Dirisamer Das Heldenprojekt auf
die Bühne. Der Roman stellt die Frage nach politischer Partizipation, Widerstand und gesellschaftlicher
Verantwortung ebenso, wie er sich mit der ersten großen Liebe, Eifersucht und Freundschaft
auseinandersetzt.
Der deutsche Autor Christian Linker studierte Theologie und arbeitete in der außerschulischen
Jugendbildung. Seine Romane wurden mehrfach ausgezeichnet. Das Heldenprojekt kam 2006 auf die
Nominierungsliste für den Hansjörg Martin Kinder- und Jugendkrimipreis.
INSZENIERUNG
Nora Dirisamer
Premiere 1. April 2013, Kammerspiele Promenade
Uraufführung im Rahmen von SCHÄXPIR
Auftragswerk des Landestheaters Linz
Henry Mason
Dancefloor Drama (Arbeitstitel)
Stück mit Musik
Für alle ab 13 Jahren
Ein Tanzsaal in Linz, Mitte der Fünfziger. Schüchtern fordern die jungen Männer die jungen Frauen zum
Tanz auf. Gefangen im Korsett einer strengen Etikette können sie nur sehnsüchtige Blicke tauschen,
unbeholfene Worte wechseln. Zwanzig Jahre später, in den späten Siebzigern, bricht eine Gruppe von
Jugendlichen in den nun baufälligen Raum ein und feiert eine Party, die zugleich ein Protest gegen die
bestehende Ordnung ist. Aber die Liebe wird nicht weniger kompliziert, bloß weil im Discofieber alles
erlaubt ist. Heute, dreißig Jahre später, ist aus dem ehemaligen Tanzsaal ein Club geworden, in dem man
sicherheitshalber via iPhone flirtet. Im Netz kann sich die Gruppe finden, aber auf der Tanzfläche?
Durch Dialoge, Musik und viel Tanz erzählt die Festivalproduktion des u\hof: von Liebe, Isolation und
Gemeinschaft. Die Geschichten von drei Generationen überschneiden sich, stellen sich gegenseitig in
Frage und laufen schließlich auf der Tanzfläche zusammen. Denn die Zeiten ändern sich, aber die Balz
bleibt dieselbe.
INSZENIERUNG
John F. Kutil
KOSTÜME
Silke Fischer
Premiere 23. Juni 2013, Kammerspiele Promenade
Ensemble
Ensemble
Intendanz und Spartenleitung
Musikvorstände
Rainer Mennicken
Intendant
Dennis Russell Davies
Opernchef und Chefdirigent
des Bruckner Orchesters Linz
Vera Felbermair
Assistentin des Intendanten
Helene von Orlowsky
Betriebsdirektorin
Franz Huber
Chefdramaturg
Wolfgang Haendeler
Leitender Dramaturg Musiktheater
Gerhard Willert
Schauspieldirektor
Jochen Ulrich
Ballettdirektor
Matthias Davids
Leiter Musical
John F. Kutil
Leiter u\hof: Theater für junges Publikum
Philipp Olbeter
Technischer Leiter
Ingo Ingensand
1. Kapellmeister
Georg Leopold
Chordirektor und Kapellmeister
Marc Reibel
Studienleiter und Kapellmeister
Daniel Linton-France
Kapellmeister und Korrepetitor
N. N.
Kapellmeister Musical
Sigurd Hennemann
Korrepetitor mit Dirigierverpflichtung
Borys Sitarski
Korrepetitor mit Dirigierverpflichtung
Takeshi Moriuchi
Korrepetitor mit Dirigierverpflichtung
Nebojša Krulanović
Musikalischer Leiter Schauspiel
David Wagner
Korrepetitor Ballett
Dramaturgie und Öffentlichkeitsarbeit
Franz Huber
Chefdramaturg
Wolfgang Haendeler
Leitender Dramaturg Musiktheater
Thomas Barthol
Dramaturg und Referent für Musiktheater
Arne Beeker
Dramaturgie Musical
Kathrin Bieligk
Dramaturgie Schauspiel
Elke Ranzinger
Dramaturgie Schauspiel
Thomas Barthol
Dramaturg und Referent für Musiktheater
Julia Zirkler
Dramaturgie Ballett und Musiktheater
Anke Held
Theaterpädagogik und Dramaturgie
u\hof: Theater für junges Publikum
Katrin Maiwald
Dramaturgie u\hof: Theater für junges Publikum
und Theaterpädagogik
N. N.
Musiktheaterpädagogik
Mag. Viktoria von Aigner
Marketing und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Inez Ardelt
Presse- und Medienarbeit
Mag. Silke Stummer
Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit u\hof:
Opernensemble
Elisabeth Breuer
Gotho Griesmeier
Katerina Hebelkova
Martha Hirschmann
Myung Joo Lee
Cheryl Lichter
Mari Moriya
Karen Robertson
N. N.
Martin Achrainer
Franz Binder
Seho Chang
Iurie Ciobanu
Nikolai Galkin
Sven Hjörleifsson
Leopold Köppl
Jacques le Roux
Hans-Günther Müller
Dominik Nekel
Matthäus Schmidlechner
Pedro Velázquez Díaz
Ensemble Musical
4 Damen
3 Herren
Chor
Georg Leopold
Chordirektor und Kapellmeister
21 Damen
21 Herren
Regieassistenz und Abendspielleitung
Marianna Andreev
Andrija Repec
Leitung Schauspiel
Gerhard Willert
Schauspieldirektor
Julia Zirkler
Assistentin des Schauspieldirektors
Schauspielensemble
Eva-Maria Aichner
Bettina Buchholz
Nancy Fischer
Katharina Hofmann
Barbara Novotny
Gunda Schanderer
Angela Šmigoc
Katharina Vötter
Katharina Wawrik
Aurel von Arx
Thomas Bammer
Georg Bonn
Björn Büchner
Sven-Christian Habich
Sebastian Hufschmidt
Thomas Kasten
Manuel Klein
Klaus Köhler
Erich Josef Langwiesner
Stefan Matousch
Christian Manuel Oliveira
Peter Pertusini
Joachim Rathke
Vasilij Sotke
Markus Subramaniam
Lutz Zeidler
Regieassistenz und Abendspielleitung
Philipp Krückemeier
Viktoria Pichler
Johanna Ullmann
Ballett
Jochen Ulrich
Ballettdirektor
Darie Cardyn
Assistentin der Ballettdirektion, Trainings- und Probenleitung
Fabrice Jucquois
Assistent des Ballettdirektors
Sarah Deltenre
Trainings- und Probenleitung
Julia Zirkler
Dramaturgie
Ballettensemble
Irene Bauer
Ilja van den Bosch
Sarah Deltenre
Clara Pascual Martí
Ayumi Noblet
Lucia Patoprstá
Tine Schmidt
Anna Štěrbová
Sakher Almonem
Wallace Jones
Fabrice Jucquois
Daniel Morales Pérez
Alister Noblet
Alexander Novikov
Matej Pajgert
Morgan Reid
Jonatan Salgado Romero
u\hof: Theater für junges Publikum
John F. Kutil
Leitung und Regie
Anke Held
Theaterpädagogik und Dramaturgie
Katrin Maiwald
Theaterpädagogik und Dramaturgie
Julia Ransmayr
Regieassistenz
Ensemble
Sabrina Rupp
Katharina Stehr
Wenzel Brücher
Markus Pendzialek
Inspizienten
Christian Bauer
Elisabeth Kasten
Gabriela Korntner
Marko Pammer
Susanne Pauzenberger
Soufflage
Ioana Calomfirescu
Wolfgang Dürnberger
Isolde Hulan
Angela Smejkal
Kostüm
Alexandra Pitz
Bühnenbild- und Kostümassistenten
Birgit Huber
Angelika Daphne Katzinger
Dido Victoria Sargent
Christian Schmidleithner
N. N.
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