den alltag meistern - MS-Life

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D I AG N O S E M S – Z U R E C H T KO M M E N I M A L LTAG
DEN ALLTAG MEISTERN
Nützliche Informationen und gute Ideen,
die das Leben mit MS leichter machen
2
„
BEWÄLTIGE EINE SCHWIERIGKEIT UND DU
HÄLTST HUNDERT ANDERE DIR FERN.
Konfuzius
“
Im Sinne der guten Lesbarkeit des Textes wird nur die männliche Form „Arzt, Patient, Therapeut“ sowie die weibliche Form „MS-Schwester“
verwendet. Es sollen aber ausdrücklich auch alle Ärztinnen, Patientinnen, Therapeutinnen und MS-Pfleger angesprochen werden.
V orwort
VORWORT
Chronische Erkrankungen wie die Multiple Sklerose erfordern von den Betroffenen oft
weit­reichende Änderungen in der Lebensgestaltung, ja, manchmal in der Lebensplanung.
Natürlich fällt es nicht leicht, liebgewonnene Gewohnheiten aufzugeben oder die Vorstellungen
von sich selbst und die Ansprüche aufgrund der neuen Situation zu korrigieren. Die inneren
Widerstände sind hier verständlicherweise hoch, denn jeder möchte seinen gewohnten
Lebensstil bewahren und an seinen Lebensplänen festhalten.
Auch wenn in einigen Lebensbereichen Anpassungen notwendig werden, wichtig ist, dass
Sie weiterhin – auch mit MS – selbstbestimmt und in eigener Regie leben! Manchmal können
Veränderungen auch ein Gewinn sein, weil sie das Leben bereichern. Dazu ge­hören z. B.
Maß­nahmen, die für körperliche Fitness sorgen, oder eine Entspannungs­methode, die Ihnen
hilft, mit Belastungen besser umzugehen.
In dieser Broschüre finden Sie viele Anregungen und Tipps, die den Alltag mit MS leichter
machen. Entdecken Sie neue Wege, um mit möglichen Schwierigkeiten zurechtzukommen
und probieren Sie Ungewohntes aus, wenn es Ihnen guttut.
Wir wünschen Ihnen Mut, neue Wege zu gehen und doch weiterhin nach den eigenen Vorstellungen
zu leben.
3
INHALT
NEUE SITUATION – NEUE ERFORDERNISSE............ 6
FAMILIE & CO ................................................................................. Mehr Verständnis durch Offenheit........................................... Probleme gemeinsam bewältigen............................................ Meine Familie macht mit!............................................................. Ein Plan für alle Fälle...................................................................... 7
7
8
9
9
KINDERWUNSCH UND MS ..................................................... 11
Planen Sie voraus .......................................................................... 11
Kann MS weitervererbt werden? ............................................. 11
Auswirkungen einer Schwangerschaft auf die
MS-Erkrankung ................................................................................ 12
Geburt und Stillen .......................................................................... 12
MS-Therapie und Schwangerschaft ....................................... 12
RECHTE UND PFLICHTEN ....................................................... 14
MS im beruflichen Alltag ............................................................. 14
Führerschein und MS..................................................................... 15
Unterstützung bei Einschränkungen....................................... 16
Hilfen für den Alltag und für mehr Mobilität........................ 16
4
ZEIT FÜR PAUSEN UND ERHOLUNG ................................ 17
Reisen ohne Stress ....................................................................... 18
Gut geplant ist halb gewonnen.................................................. 19
Mit Medikamenten auf Reisen................................................... 20
Damit nichts vergessen wird...................................................... 20
Impfschutz überprüfen.................................................................. 22
Welche Impfungen sind für MS-Patienten
zu empfehlen?................................................................................... 22
I nhalt
SPORT UND BEWEGUNG....................................................... 24
SICH WOHLFÜHLEN................................................................... 30
BLEIBEN SIE AKTIV! .................................................................. 25
Bewegung tut Körper und Psyche gut..................................... 25
Bevor Sie starten............................................................................. 26
Überanstrengung vermeiden....................................................... 26
TRAINING FÜR DIE SEELE.......................................................... 31
Innere Ruhe kann man lernen.................................................... 31
GEEIGNETE SPORTARTEN ...................................................... 28
Vorschläge für sportliche Aktivitäten bei MS .................... 28
ÜBER DEN UMGANG MIT STRESS .................................... 32
Wie Stress entsteht........................................................................ 32
Dem Stress entgegnen................................................................. 33
MS UND ERNÄHRUNG ............................................................... 34
Was versteht man unter „gesunder Ernährung“?............. 34
Was ist zu empfehlen – und was eher nicht?..................... 36
WEITERE UNTERSTÜTZUNG................................................ 38
Adressen, Auskünfte und Informationen.............................. 39
GLOSSAR ........................................................................................... 41
5
NEUE SITUATION –
NEUE ERFORDERNISSE
FAMILIE & CO | KINDERWUNSCH UND MS | RECHTE UND PFLICHTEN |
ZEIT FÜR PAUSEN UND ERHOLUNG
Nicht immer muss die MS die gesamte Lebensplanung auf den Kopf stellen.
Es wird sich vermutlich einiges ändern, aber nicht alles. Mit guter Organisation und
dem nötigen Know-how lassen sich die Probleme des Alltags meist lösen.
6
F amilie & C o
FAMILIE & CO
Mehr Verständnis durch Offenheit
Die erste Zeit nach der Diagnose MS ist meist durch ein
Auf und Ab der Gefühle geprägt. Traurigkeit, Angst, Wut,
aber auch Neid auf andere, die gesund sind. So geht es
vielen Betroffenen – schließlich muss die Diagnose erst
einmal verarbeitet werden. Der erste Schritt ist, mit Menschen, denen Sie vertrauen, offen über Ihre Gefühle zu
sprechen. Denn Verdrängen hilft auf Dauer nicht.
Wichtig ist auch, die Familie und Freunde über die Erkrankung aufzuklären. Das setzt voraus, dass Sie selbst gut
informiert sind und sich Wissen über die MS angeeignet
haben. Im Idealfall interessiert sich Ihr Partner ebenso für
die Krankheit und Sie informieren sich gemeinsam. Dann
können Sie am besten auf Verständnis bauen, wenn Sie
tatsächlich mit MS-bedingten Schwierigkeiten zu kämpfen
haben. Erklären Sie Ihrem Partner, Ihrer Familie und Freunden,
welche Beschwerden die MS hervorrufen kann. So wird beispielsweise schneller akzeptiert, wenn Ihnen MS-Symptome
den geplanten Wochenendtrip durchkreuzen.
Gehen Sie mit nahestehenden Menschen offen um – es
lohnt sich. Kennen Sie das Sprichwort: „Nur wer ins Boot
geholt wird, kann mitrudern“? Es ist wahr: Wenn Sie Ihre
krankheitsbedingten Probleme für sich behalten, wird es
schwieriger, von anderen Unterstützung zu erhalten. Dabei
sollten Sie berücksichtigen, dass jeder seine eigene Art
hat, mit Problemen umzugehen. Sie kennen Ihren Partner
oder die Ihnen nahestehenden Personen am besten und
können einschätzen, wie diese reagieren.
Sprechen Sie mit engen Freunden offen über Ihre Erkrankung
7
Probleme gemeinsam bewältigen
Wahrscheinlich ist Ihr Partner der Erste, der von Ihrer
Diagnose erfährt. Jetzt geht es darum, gemeinsam in die
veränderte Situation hineinzuwachsen. Dazu ist das offene
Gespräch über Gefühle und Bedürfnisse genauso wichtig
wie die Möglichkeit für beide, sich zwischendurch auch
einmal – ohne Groll des anderen – zurückzuziehen. Freiräume
sind ganz entscheidend dafür, ob die Partnerschaft bzw.
das Familienleben in der neuen Situation lebendig bleibt.
Ganz wichtig für die Partnerschaft ist auch, dass der
gesunde Partner nicht ausschließlich in die Rolle des Helfenden gerät und der Erkrankte nicht primär zum Hilfsbedürftigen wird. Das daraus entstehende Ungleichgewicht kann
auf Dauer dem harmonischen Miteinander schaden. Leben
Sie Ihre Partnerschaft so weit wie möglich wie bisher auch!
Natürlich müssen beide auf die Erkrankung Rücksicht
nehmen – sie sollte aber nicht zum alles beherrschenden
Thema werden. Jedoch lohnt es sich, mit dem Partner so
früh wie möglich über wichtige Punkte zu sprechen. So ist
8
es für beide wichtig zu wissen, dass die MS einen Einfluss
auf die Sexualität haben kann. Auch hier gilt: Sprechen Sie
möglichst offen miteinander. Und scheuen Sie sich nicht,
eventuell auch einen Arzt zu befragen.
➔
DAS MS SERVICE-CENTER IST FÜR SIE DA
Multiple Sklerose stellt jeden Betroffenen vor neue
Herausforderungen und wirft häufig zahlreiche
Fragen auf. Das Team vom MS Service-Center
nimmt sich viel Zeit, um Ihnen zuzuhören, Ihre
Belange zu verstehen und Ihre Fragen individuell,
umfassend und kompetent zu beantworten.
Unser Team freut sich auf Ihren Anruf:
0800 030 77 30
Kostenfrei | Mo – Fr von 8.00 – 20.00 Uhr
E-Mail: [email protected]
F amilie & C o
Meine Familie macht mit!
Ein Plan für alle Fälle
Es gibt Phasen, da macht sich die MS kaum bemerkbar,
so dass sich im Zusammenleben wenig ändert. Es gibt
aber auch Phasen, in denen sich die MS aktiv zeigt und
Beschwerden verursacht. Dies ist vor allem bei einem Schub
der Fall. Dann heißt es auch für die Familie, Veränderungen
anzunehmen. Am besten geht das, wenn zuvor ausführlich
über die Erkrankung und die möglichen Schwierigkeiten
gesprochen wurde.
Auch gegenüber Ihren Kindern sollten Sie offen sein und
die Erkrankung altersgerecht erklären. Denn sie bringen
mehr Verständnis auf und sind eher zur Mithilfe bereit, wenn
sie wissen, was dahintersteckt, wenn Mama oder Papa sich
heute nicht so gut fühlt.
Es ist sinnvoll, gemeinsam eine Art Notfallplan zu erstellen
z. B. für den Fall, dass ein Elternteil ins Krankenhaus muss
und für eine Zeit lang ausfällt. Denn es ist beruhigend, wenn
man weiß, dass auch während eines Schubs der Familienalltag weiter gut läuft.
➔
Bestellen Sie das Vorlese- und Mitmachbuch
„Ich erkläre dir, was los ist“ beim MS ServiceCenter unter der kostenfreien Service-Nummer:
0800 030 77 30. Das Buch hilft Kindern auf
spielerische Art und Weise, den Krankheitsverlauf
besser zu verstehen.
• Klären Sie vorab, wer Ihre Kinder betreuen kann.
• Informieren Sie sich auch über Unterstützungsangebote
von öffentlichen Einrichtungen
• Verteilen Sie weitere Aufgaben, zum Beispiel den Hund
Gassi führen, Blumen gießen, kochen etc. Hilfe können
Sie hier oft auch von Freunden und Nachbarn erhalten.
Scheuen Sie sich nicht, andere um Hilfe zu bitten, nicht nur
innerhalb der Familie, sondern auch im Freundeskreis und
in der Nachbarschaft. Das ist kein Zeichen von Schwäche,
sondern zeigt Mut und Verantwortung für sich selbst und
Ihre Familie.
! TIPP
Der Austausch mit anderen Betroffenen, die in einer
ähnlichen Situation sind oder waren, erleichtert und
kann gute Anregungen und Ideen vermitteln. Besuchen
Sie doch mal das MS-Diskussionsforum auf MS-life.de.
Hier treffen Sie auf Menschen, die sich aktiv mit ihrer
MS-Erkrankung auseinandersetzen und sich mit ihren
Erfahrungen gegenseitig unterstützen.
9
! TIPP
Bauen Sie sich rechtzeitig ein stabiles Netzwerk auf.
Freunde und Verwandte, die bereit sind, eine Runde mit
dem Kinderwagen zu drehen oder Einkäufe zu erledigen,
sind eine große Hilfe, wenn es Ihnen mal nicht so
gut geht.
10
K inderwunsch und M S
KINDERWUNSCH UND MS
Planen Sie voraus
Auch mit MS können Sie sich Ihren Kinderwunsch erfüllen.
Denn die Erkrankung allein ist kein Grund, darauf zu verzichten. Allerdings gibt es im Vorfeld einiges zu bedenken:
Wie verläuft die MS gerade bei Ihnen? Was gilt es bei der
verordneten Therapie zu beachten? Wie viel trauen Sie sich
zu? Wo stoßen Sie an Ihre Grenzen? Ist Ihre Partnerschaft
stabil genug? Können Sie auf Unterstützung in Ihrem Umfeld
bauen?
Die beste Voraussetzung ist natürlich eine starke Partnerschaft. Wenn Ihr Partner schon seit längerer Zeit mit
Ihrer Erkrankung vertraut ist, wird er wissen, wie und wann
er Sie unterstützen kann. Befinden sich zudem Eltern,
Geschwister oder gute Freunde in Ihrem engeren Umfeld,
können Sie sich mit dem nötigen Rückhalt auf die neue
Lebenssituation einstellen.
Kann MS weitervererbt werden?
MS ist keine Erbkrankheit. Untersuchungen zeigen zwar,
dass MS bei ca. 20 Prozent der Patienten familiär gehäuft
auftritt, vererbt wird aber lediglich die Disposition, also eine
gewisse Anfälligkeit, die das Auftreten der MS begünstigen
kann. Damit dies geschieht, müssen meist noch weitere
auslösende Faktoren hinzukommen. Das Risiko, dass Kinder
von MS-Patienten ebenfalls an MS erkranken, ist im Vergleich zu gesunden Eltern nur leicht erhöht und liegt in
einem Verhältnis von etwa 1 : 100. Bei der Entscheidung
für oder gegen ein Kind spielt der Aspekt der Vererbung
also eher eine untergeordnete Rolle.
Die MS ist kein Grund, auf Nachwuchs verzichten zu müssen
11
Auswirkungen einer Schwangerschaft
auf die MS-Erkrankung
Während der Schwangerschaft treten zumeist weniger
Schübe auf, vor allem in den letzten drei Monaten. Dies
liegt an einer vorübergehenden natürlichen Schutzwirkung,
die die Immunabwehr unterdrückt, damit der Körper der
Mutter die Einnistung des Fötus toleriert. Zudem ist während
einer Schwangerschaft die körpereigene Kortisonproduktion
erhöht. In den ersten Monaten nach der Geburt steigt
das Schubrisiko wieder an. Der weitere Verlauf der MSErkrankung wird durch die Schwangerschaft nicht negativ
beeinflusst.
MS-Therapie und Schwangerschaft
Sprechen Sie in jedem Fall mit Ihrem behandelnden Arzt
über Ihren Kinderwunsch. Mit ihm können Sie Ihre neue
Lebensplanung diskutieren und den geeigneten Zeitpunkt
für Ihre Schwangerschaft festlegen. Denn bestimmte Medikamente müssen frühzeitig abgesetzt werden – und zwar
zum Teil mindestens sechs Monate vor der Befruchtung.
Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der meisten
MS-Therapien eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden. Bitte sprechen Sie umgehend mit Ihrem Arzt, wenn
es unter der Behandlung zu einer ungeplanten Schwangerschaft kommt. Ihr Arzt wird dann zusammen mit Ihnen
entscheiden, wie mit der Therapie weiter zu verfahren ist.
Geburt und Stillen
Weder die Mutter noch das Baby haben auf Grund der MS
bei der Geburt ein höheres Risiko als Mütter ohne MS-Erkrankung. Bei MS-Patientinnen kommen Komplikationen während Schwangerschaften und Geburten nicht häufiger vor
als bei anderen Frauen. Bezüglich Frühgeborenenrate,
Geburtsverlauf und -art (vaginale Geburt oder Kaiserschnitt)
oder Geburtsgewicht des Kindes ergeben sich keine relevanten Unterschiede zwischen Müttern mit und ohne MS.
Auch gegen das Stillen spricht nichts – stillende Mütter
haben keine höhere Schubaktivität im Vergleich zu Müttern,
die nicht stillen. Beachten Sie, dass Sie während des Stillens keine medikamentöse MS-Therapie beginnen können.
Besprechen Sie dies am besten mit Ihrem Neurologen.
12
➔
Zuverlässige Informationen zum Thema Kinderwunsch erhalten Sie im Internet unter
www.ms-und-kinderwunsch.de. Hier können Sie
auch an begleitenden Studien des Projekts deutsch­
sprachiges Multiple Sklerose und Kinderwunsch
Register (DMSKW) teilnehmen und so Ihre eigenen
Erfahrungen anderen zur Verfügung stellen.
K inderwunsch und M S
! TIPP
Versuchen Sie, wenn möglich, Ihre Schwangerschaft in
einer stabilen Phase der Erkrankung zu planen. Sprechen
Sie daher rechtzeitig mit Ihrem Neurologen, denn einige
Therapien müssen bereits einige Monate vor, andere
wiederum erst während der Schwangerschaft abgesetzt
werden.
13
RECHTE UND PFLICHTEN
MS im beruflichen Alltag
In der heutigen Berufswelt mit ihren von Konkurrenz geprägten Arbeitsbedingungen stellt sich die Frage, wie viel man
Arbeitgeber und Kollegen über die Erkrankung erzählen soll.
Die Antwort ist gar nicht so einfach und allgemeingültig
zu geben.
Wenn am Arbeitsplatz ein gutes Arbeitsklima herrscht und
man nette Kollegen hat, denen man vertrauen kann, fällt
es nicht schwer, offen über die Erkrankung zu sprechen.
Da man die MS nicht ständig verheimlichen muss, kann in
diesem günstigen Fall Offenheit die Situation bei der Arbeit
erleichtern. Andererseits kann es aber auch sein, dass Sie
infolge Ihrer Offenheit beruflich benachteiligt werden. Das
ist unfair, kommt aber leider vor. So kann es sein, dass
Ihre Krankheit ins Spiel gebracht wird, wenn Ihnen beruflich
einmal etwas nicht so gut gelingt.
Grundsätzlich sind Sie nur dann verpflichtet, Ihren Arbeitgeber über Ihre MS-Erkrankung zu informieren, wenn Ihre
eigene Sicherheit am Arbeitsplatz oder die Sicherheit von
Arbeitskollegen oder Dritten durch krankheitsbedingte Einschränkungen gefährdet ist oder Sie die vereinbarte Arbeitsleistung nicht mehr erbringen können. Dies gilt ebenso in
befristeten Arbeitsverhältnissen und in der Probezeit. Informieren Sie sich deshalb vor einem Gespräch mit Ihrem
Arbeitgeber über die rechtlichen Bestimmungen zu diesem
Thema. Wenn Sie einen Schwerbehinderten­status haben,
sind Sie verpflichtet, dies Ihrem Arbeitgeber mitzuteilen.
➔
Wann sollte der Arbeitgeber über die Erkrankung informiert werden?
14
Bei der Deutschen Gesellschaft für Multiple Sklerose
(DMSG) unter www.dmsg.de erhalten Sie fundierte
Informationen zu arbeitsrechtlichen Themen.
R echte und P flichten
Führerschein und MS
Inwieweit dürfen MS-Patienten mit körperlichen Einschränkungen oder kognitiven Störungen ein Kraftfahrzeug führen?
Tatsächlich schreibt die Fahrerlaubnisverordnung vor: „Wer
sich infolge körperlicher oder geistiger Mängel nicht sicher
im Verkehr bewegen kann, darf am Verkehr nur teilnehmen,
wenn Vorsorge getroffen ist, dass er andere nicht gefährdet“.
Für MS-Patienten bedeutet dies, ganz genau zu prüfen, ob
die Beschwerden, die z. B. während eines Schubes auf­
treten, die Fahrtauglichkeit beeinträchtigen. Leider ist es
schwierig, die eigenen Fähigkeiten – insbesondere wenn
es ums Autofahren geht – realistisch einzuordnen. Das
Gespräch mit entsprechenden Fachärzten ist der effektivste
Weg, hier Klarheit zu erlangen – für die eigene Sicherheit
und die anderer Verkehrsteilnehmer.
Führerscheinneulinge können zu einer medizinischpsychologischen Prüfung in einem medizinischen Fahrsicher­
heitszentrum verpflichtet werden, die sie auf eigene Kosten
absolvieren müssen.
Autos lassen sich den Bedürfnissen entsprechend umrüsten, z. B. mit einem leichter zu betätigenden Lenkrad bei fehlender Muskelkraft
15
Unterstützung bei Einschränkungen
Hilfen für den Alltag und für mehr Mobilität
In Deutschland leben fast 7 Millionen Menschen mit Behinderungen. Viele von ihnen wissen nicht, dass sie besondere
Rechte haben und oftmals finanzielle Unterstützung beantragen können. Denn es werden unterschiedliche Zuschüsse
und auch Steuervorteile gewährt. Ein Schwerbehindertenausweis verhilft beispielsweise nicht nur zu mehr Urlaubstagen und mehr Rechten am Arbeitsplatz, sondern berechtigt auch zu finanzieller Unterstützung oder Hilfen für ein
behindertengerechtes Fahrzeug. Die Leistungen und zuständigen Behörden sind allerdings von Bundesland zu Bundesland verschieden.
Bei körperlichen Einschränkungen oder während eines
Schubs können Hilfsmittel den Alltag erleichtern. Meist
werden diese von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet. Es empfiehlt sich deshalb vor der Anschaffung, bei
seiner Kasse nachzufragen.
So stehen zum Beispiel bei Gehbehinderungen verschiedene Hilfen zur Verfügung. Welches System in Frage kommt,
hängt vom Grad der Mobilitätseinschränkung ab. Fuß­heber­
schienen zum Beispiel erleichtern das Gehen bei Spastiken.
Sie werden direkt in den Schuh eingelegt und vereinfachen
das Abrollen. Eine Kniebandage verhindert das Überstrecken
und sorgt für mehr Stabilität. Bei Störungen der Motorik
können Hilfsmittel zum Greifen (wie z. B. die „Helfende Hand“),
Tragen (z. B. ein Rolltisch) oder Halten (z. B. ein Strumpfanzieher oder ein Knöpfgerät) zum Einsatz kommen. Vor dem
Kauf sollte man die verschiedenen Hilfen ausprobieren, um
festzustellen, was tatsächlich zur Entlastung beiträgt. Dazu
kann man sich in einem Fachgeschäft bzw. Sanitätshaus
beraten lassen. Es gibt eine Vielzahl an Produkten, die
die Lebensqualität verbessern und den Alltag bei kleineren
oder größeren Einschränkungen einfacher machen.
➔
Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln)
in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für
Arbeit und Soziales stellen auf der Internetseite
www.rehadat-hilfsmittel.de praktische Hilfen z. B. für
den Haushalt, aber auch für die Freizeitgestaltung vor.
! TIPP
Weniger bücken und strecken müssen Sie sich, wenn
Sie Schuhlöffel, Besen oder Bürsten mit langen Stielen
verwenden. Falls Sie etwas Schweres hochheben, setzen
Sie vorrangig die Arm- und Beinmuskeln ein und nicht
den Rücken.
16
Z eit für P ausen und E rholung
ZEIT FÜR PAUSEN UND ERHOLUNG
Einige Symptome der MS können es mit sich bringen, dass
der Alltag als anstrengend empfunden wird. Für eine Tätigkeit, die man früher als leicht empfunden hat, muss jetzt
vielleicht mehr Energie aufgewendet werden. Hinzu kommt,
dass viele MS-Patienten von der Fatigue, dem Erschöpfungssyndrom, betroffen sind. Umso wichtiger ist es, die
Freizeit so angenehm wie möglich zu gestalten und die zur
Verfügung stehende Energie optimal zu nutzen.
➔ Für „Fatigue“ und viele weitere Fachbegriffe finden Sie
eine kurze Erklärung im Glossar am Ende dieser Broschüre.
Lassen Sie sich bei der Gestaltung Ihrer freien Zeit und
Ihres Urlaubs möglichst wenig von der Erkrankung beeinflussen. Sie können wie immer Sport treiben, tanzen gehen,
Partys besuchen, ins Kino gehen, Ihre Hobbys ausüben und
natürlich Urlaubsreisen unternehmen. Machen Sie alles,
woran Sie Freude haben – alleine, mit Freunden, mit Ihrer
Familie. Sie werden selbst spüren, wo Ihre Leistungsgrenzen
liegen. Genießen Sie Ihre freie Zeit. Gestalten Sie diese
ganz Ihren Bedürfnissen und Wünschen entsprechend. Und
gönnen Sie sich vielleicht einfach etwas häufiger eine Pause.
➔ Zu sportlichen Aktivitäten erfahren Sie mehr im Kapitel
„Sport und Bewegung“ auf Seite 24.
Reisen ohne Stress
Sie lieben lange Spaziergänge am Meer? Sie erkunden
gerne fremde Städte? Oder Sie wollen die Natur in den
Bergen genießen? Es gibt keinen Grund, auf einen Urlaub
zu verzichten – Sie können nahezu alle Länder dieser Erde
bereisen, vorausgesetzt, Sie planen die Reisen sorgfältig
und besprechen mögliche Schwierigkeiten mit Ihrem Arzt.
Die einzige Regel, die für Sie während eines Urlaubs gilt,
lautet: Erholen Sie sich! Ruhen Sie sich aus, wann immer
Sie das Bedürfnis dazu haben. Vermeiden Sie strapaziöse
Unternehmungen. Trotzdem können Sie aktiv sein und alles
genießen, was Ihnen Freude bereitet. Dazu gehört auch jede
Art von sportlichen Unternehmungen. Immer im Bewusstsein, nicht über Ihre eigene Leistungsgrenze hinauszugehen.
18
UHTHOFF-PHÄNOMEN
Hitze und MS vertragen sich nicht besonders gut. Heiße
Bäder, Sauna oder Urlaub in sehr warmen Regionen sind
für MS-Patienten weniger geeignet. Bei Hitze können
sich MS-Symptome verschlechtern. Man spricht hier
vom Uhthoff-Phänomen. Ihm liegt eine Erhöhung der
Körpertemperatur zugrunde. Als Ursache wird eine
temperaturbedingte Verschlechterung der Leitfähigkeit
geschädigter Nervenbahnen angenommen. Spezielle
Kühl­westen und inzwischen auch Kühlhosen helfen, die
Körpertemperatur niedrig zu halten. Achten Sie generell
auf Funktionskleidung, die den Wärme- und Feuchtigkeitstransport gewährleisten kann.
Z eit für P ausen und E rholung
Gut geplant ist halb gewonnen
Damit Sie Ihren Urlaub richtig genießen können, sollten Sie
einige Dinge beachten. Treffen Sie folgende Überlegungen
im Vorfeld Ihres Urlaubs:
Wohin?
Ein gemäßigtes Klima wird von den meisten MS-Patienten
am besten vertragen. Hitze hingegen kann MS-Symptome
verstärken und das Schubrisiko erhöhen. Auch ein rascher
Klimawechsel stellt den Körper vor Herausforderungen.
Wie?
Mit dem Auto sind Sie zwar flexibler, können aber keine so
großen Strecken bewältigen wie mit dem Flugzeug. Vielleicht
ist die Bahn eine gute Alternative. Weite Entfernungen
lassen sich erholsam im Schlafwagen zurücklegen.
Was?
Wählen Sie den Urlaub ganz nach Ihren persönlichen Vorlieben. Vermeiden Sie ein übervolles Programm und denken
Sie daran, genügend Pausen einzuplanen. Denn schließlich
wollen Sie sich erholen und gut gelaunt und entspannt
wieder zu Hause ankommen.
Denken Sie auch an die ärztliche Betreuung. Starten Sie
mit einem Gesundheitscheck bei Ihrem behandelnden Arzt.
Dann sollten Sie sich informieren, ob ein Arzt am Reiseziel
zur Verfügung steht. Idealerweise spricht der Arzt vor Ort
eine Sprache, in der Sie miteinander kommunizieren können.
ÄRZTE IM AUSLAND
Die meisten Krankenkassen haben im EU-Ausland und
einigen Partnerländern Ärzte, mit denen sie zusammenarbeiten. Durch die Vorlage der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) muss der Versicherte dann
nicht in Vorleistung gehen. Welche Ärzte diesen Service
bieten, erfahren Sie direkt bei Ihrer Krankenversicherung. Ist kein von der Krankenkasse empfohlener Arzt
in der Nähe, muss der Versicherte sich selbst einen Arzt
suchen und Vorkasse leisten.
! TIPP
Falls Sie in den heißen Süden reisen möchten,
beachten Sie bitte folgende Punkte:
•
Verreisen Sie am besten in der Frühjahrs- oder Herbstzeit des jeweiligen Urlaubsortes. Hilfreich für die Reise­
planung sind Grafiken zur Temperaturverteilung am
Urlaubsort über das ganze Jahr hinweg, die Sie in den
meisten Reisekatalogen und auch im Internet finden.
•
Meiden Sie eine Überhitzung des Körpers durch zu
intensive körperliche Aktivität. Verlegen Sie diese in
die kühleren Morgen- oder Abendstunden.
•M
eiden Sie lange Sonnenbäder und überhitzte Räume
oder auch Stadtbesichtigungen in der Mittagshitze.
19
Mit Medikamenten auf Reisen
Damit nichts vergessen wird
Bei Flugreisen ist es empfehlenswert, wichtige Medikamente im Handgepäck zu transportieren. Damit stellen Sie
sicher, dass Sie Ihre Medikamente rechtzeitig am Urlaubsort zur Verfügung haben, auch wenn Ihre Koffer mit Verspätung ankommen oder verwechselt werden sollten. Zudem
besteht die Gefahr, dass im Gepäckraum Minusgrade herrschen – Minusgrade könnten den Wirkstoff schädigen und
das Medikament unbrauchbar machen. Falls Ihre Medikamente gekühlt werden müssen, bitte immer die Temperatur­
angaben zur Lagerung beachten. Verwenden Sie zum
Transport eine Kühltasche oder Kühlakkus. Manchmal werden vom Medikamentenhersteller passende Kühltaschen
zur Verfügung gestellt. Bei längeren Flugreisen können Sie
auch das Bordpersonal bitten, Ihre Medikamente in den
Kühlschrank zu legen.
Für Flugreisen empfiehlt sich ein Patienten- bzw. Zollpass. Das ist eine vom Arzt unterzeichnete, mehrsprachige
Bescheinigung für Zoll-, Flughafen- und Sicherheitspersonal.
Im Zollpass wird bestätigt, dass Sie die aufgeführten
Medi­kamente benötigen und dass diese im Handgepäck
mitgeführt werden müssen.
Legen Sie sich zwei Checklisten an:
Auf die eine kommt alles, was vor
Reiseantritt erledigt werden muss;
auf die andere alles, was mitge­
nommen werden muss. Checklisten
sorgen dafür, dass Sie nichts vergessen, und Sie haben
den Kopf frei, um sich in Ruhe auf die Reise einzustimmen.
Folgende Punkte könnten unter anderem auf Ihrer Checkliste
stehen:
•Schließen Sie eine Auslandskrankenversicherung ab und
prüfen Sie, ob sie die Kosten im Notfall für die MS-Behandlung übernimmt. Sprechen Sie auch mit Ihrer Krankenkasse, in welcher Höhe sie die Kosten im Ausland bezahlt.
•Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die geplante Reise und
die Behandlungsmöglichkeiten vor Ort sowie die lückenlose Fortführung Ihrer Therapie.
•Schließen Sie eine Reiserücktrittsversicherung ab, falls
die MS sich kurz vorm Urlaub bemerkbar machen sollte.
•Informieren Sie sich über notwendige Impfungen für Ihr
Reiseziel.
• Lassen Sie sich von Ihrem Arzt über den Inhalt Ihrer Reise­
apotheke beraten.
Denken Sie auch daran, Ihren Urlaub so zu planen, dass
Ihre Arzttermine im gewohnten Rhythmus wahrgenommen
werden können.
20
Z eit für P ausen und E rholung
! TIPP
Die MS-Therapie muss auch im Urlaub ohne Unterbrechung fortgesetzt werden. Bei einer großen Zeitverschiebung sollte der Zeitpunkt der Anwendung
schrittweise an den Urlaubsort angepasst werden,
am besten fragen Sie hierzu Ihren Arzt.
21
Impfschutz überprüfen
Welche Impfungen sind für MS-Patienten zu empfehlen?
Je nach Reiseland benötigen Sie unter Umständen bestimmte
Impfungen. Achten Sie darauf, dass Sie rechtzeitig einen
ausreichenden Impfschutz haben – das ist die beste Vorbeugung vor Infektionen. Denn innerhalb von 2 bis 5 Wochen
nach einem Infekt ist die Gefahr eines Schubes um das
Dreifache erhöht.
Grundsätzlich sollten Impfungen nicht bei akuten Schüben und während einer Behandlung mit Kortison durch­
geführt werden. Zwischen der Kortisonbehandlung und der
Impfung sollte ein zeitlicher Abstand von mindestens drei
Wochen liegen.
Man unterscheidet zwischen sogenannten Lebend- und
Totimpfstoffen. Die meisten Impfstoffe sind Totimpfstoffe.
Diese enthalten vollständig inaktivierte Erreger oder deren
Bestandteile. Solche Impfstoffe kommen beispielsweise
zum Schutz vor Tetanus, Diphtherie, Influenza (Grippe),
Hepatitis A und B, FSME, Tollwut, Typhus (Spritzimpfung),
Pneumokokken oder Meningokokken zum Einsatz. Nach
einer Impfung mit einem Totimpfstoff besteht in der Regel
kein erhöhtes Risiko für einen MS-Schub. So gelten für
MS-Patienten, was Impfungen mit Totimpfstoffen angeht,
die üblichen Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommis-
➔
22
Aktuelle Informationen zu Impfungen sowie
die Empfehlungen der STIKO finden Sie beim
Robert-Koch-Institut unter www.rki.de
Z eit für P ausen und E rholung
sion (STIKO). Anders verhält es sich dagegen bei Impfungen
mit zwar abgeschwächten, aber noch lebenden Erregern
(Lebendimpfstoffe). Hier ist nicht auszuschließen, dass
die Impfung einen Schub auslösen kann. Die wichtigsten
Lebend­impfstoffe werden gegen Masern, Mumps, Röteln,
Windpocken, Gelbfieber, Typhus (Schluckimpfung), Tuber­
ku­lose und Cholera genutzt.
Nutzen und Risiko einer Impfung mit Lebendimpfstoffen
müssen sorgfältig abgewogen werden. Ihr Arzt wird Sie dazu
beraten. Bedenken Sie bei Ihrer Urlaubsplanung, dass einige
dieser Impfungen für die Einreise in verschiedene Länder
zwingend erforderlich sind. Bei Patienten, die eine immunsuppressive Therapie erhalten, sollten Lebendimpfstoffe
möglichst nicht zur Anwendung kommen. Diese Patienten
können unter Umständen von der Impfpflicht befreit werden.
Damit bei der Einreise keine Schwierigkeiten entstehen,
sollte Ihr Arzt für diesen Fall eine schriftliche Erklärung
ausstellen.
Nach wie vor gibt es keine Schutzimpfung gegen Malaria.
Ein sogenanntes „Stand-by-Präparat“ kann die Infektionsrate aber senken. Jeder Reisende in die Endemiegebiete
sollte sich unbedingt durch Maßnahmen wie Moskitonetz,
körperbedeckende Bekleidung und den Gebrauch eines
Repellents (Mückenschutzmittel) schützen.
➔
Welcher Impfschutz in Ihrem geplanten Urlaubsland
Pflicht ist, erfahren Sie beim Auswärtigen Amt.
Auf deren Website www.auswaertiges-amt.de können
Sie unter Außen- und Europapolitik ➔ „Länder­
informationen“ zu jedem Land die entsprechenden
Einreisebestimmungen finden.
! TIPP
Die wichtigste Regel für Reisen unter mangelhaften
hygienischen Verhältnissen lautet:
Was nicht gekocht, gebraten oder geschält wurde,
sollten Sie nicht verzehren.
Boil it, cook it, peel it – or forget it!
23
SPORT UND BEWEGUNG
BLEIBEN SIE AKTIV | GEEIGNETE SPORTARTEN
Zugegeben: Sich regelmäßig aufzuraffen und statt einem gemütlichen Abend auf dem Sofa
ein schweißtreibendes Training zu starten, braucht viel Disziplin. Trotzdem – ein individuell
gestaltetes Sportprogramm sollte in den Alltag jedes MS-Patienten inte­griert werden.
Denn Menschen mit MS profitieren ganz besonders von regelmäßiger Bewegung.
24
B leiben S ie aktiv
BLEIBEN SIE AKTIV!
Bewegung tut Körper und Psyche gut
Zahlreiche Studien zeigen, dass beim Sport Glückshormone
ausgeschüttet werden. Falls Sie zum Grübeln neigen, kann
sportliche Aktivität helfen, trübe Gedanken zu vertreiben.
Wichtig zu wissen: Training hat keinerlei negative Auswirkung auf den Krankheitsverlauf. Ganz im Gegenteil: Regelmäßige Übungen, die Kraft, Koordination und Ausdauer
trainieren, fördern sogar die Mobilität und haben einen positiven Einfluss auf die Erkrankung. Ein gutes, ausgewogenes
Sportprogramm wirkt sich auch auf die seelische Stabi­lität
und auf die geistigen Fähigkeiten günstig aus. Vielleicht
haben Sie selbst schon erlebt, wie der Stress eines ganzen
Tages nach sportlicher Aktivität wie weg­geblasen war.
SIE BENÖTIGEN NOCH MEHR ARGUMENTE, UM IHR
PERSÖNLICHES FITNESS-PROGRAMM ZU STARTEN?
Gezielte Bewegungsübungen wirken gegen zahlreiche
Symptome der MS:
•Gegen Spastiken helfen spezielle Lockerungsübungen.
Lassen Sie sich am besten die passenden Übungen
vom Physiotherapeuten zeigen.
• Koordinationsstörungen lassen sich durch Sportarten
wie z. B. Tanzen verbessern.
•Es ist erwiesen, dass ein regelmäßiges Training wieder
mehr Energie verleiht. Das kann bei Fatigue helfen.
•Auch die Gehfähigkeit lässt sich gezielt mit speziellen
Übungen trainieren.
•Um ein paar Kilos abzunehmen, beziehungsweise eine
bessere Figur zu bekommen, hilft Sport besser als
manche Diät.
• Sport in der Gruppe macht Spaß und hilft, Freundschaften zu schließen und zu pflegen. Zudem motiviert
die Verabredung mit anderen, sich zum Sport aufzuraffen, auch wenn es einem gerade schwerfällt.
Bewegung im Wasser fördert Kraft und Vitalität
25
Bevor Sie starten …
Überanstrengung vermeiden
… sollten Sie auf jeden Fall mit Ihrem Arzt sprechen. Er weiß
am besten, wo Ihre körperlichen Stärken und Schwächen
liegen. Auch ein Physiotherapeut kann Ihnen helfen, ein
individuelles Trainingsprogramm zusammenzustellen. Es
sollte auf jeden Fall Ihre individuelle Verfassung berücksichtigen, das gilt natürlich auch für die Auswahl der geeigneten Sportart.
Grundsätzlich tut Aktivität gut – wenn Sie dabei nicht übertreiben. Sie werden rasch lernen, auf Ihren Körper zu hören
und seine Reaktionen richtig einzuschätzen. Bewegen Sie
sich also so oft und so lange, wie Sie sich dabei wohlfühlen.
Und wenn Sie eine Pause brauchen, legen Sie keinen
falschen Ehrgeiz an den Tag, sondern ruhen Sie sich ein
wenig aus.
! TIPP
Maßhalten in Sachen Sport ist insbesondere an warmen Tagen wichtig. Bitte achten Sie darauf, Ihren
Körper nicht zu überhitzen. Es könnte sonst zu einer
Verstärkung der MS-Symptome kommen.
26
B leiben S ie aktiv
BeActive – DIE APP FÜR MEHR BEWEGUNG
Sie möchten wissen, wie viel Sie sich im Alltag tatsächlich bewegen? Die App BeActive wurde speziell für MSPatienten konzipiert. Sie können ganz unterschiedlich
anstrengende Aktivitäten aus den Bereichen „Daheim“,
„An der Luft“ und „Sport“ wählen, je nachdem wie es
Ihnen gerade geht. So gibt es beispielsweise nicht nur
Punkte für sportliche Betätigungen wie Radfahren, sondern auch fürs Kochen und Staubsaugen und für einen
Spaziergang. Jede Bewegung zählt! BeActive erstellt Ihre
persönliche Leistungskurve.
Unternehmen Sie aktiv etwas zur Erhaltung Ihrer Mobilität.
Machen Sie mit!
BeActive gibt es für alle handelsüblichen Smartphones.
Sie können sich die App kostenfrei im App Store oder
bei Google Play herunterladen.
27
GEEIGNETE SPORTARTEN
Den ersten Schritt haben Sie gemacht: Sie möchten aktiv
werden und etwas für Ihre Fitness tun. Überlegen Sie,
welche Sportart für Sie am besten passt und berücksichtigen Sie Ihre körperliche Verfassung, insbesondere bei
risiko­reichen Sportarten.
Wichtig ist, dass Ihnen die ausgewählte Aktivität
wirklich Spaß macht. Denn nur dann bleiben Sie mit vollem
Einsatz dabei!
Vorschläge für sportliche Aktivitäten bei MS
Sportarten gibt es unendlich viele. Die Erfahrung zeigt,
dass einige für MS-Patienten besonders geeignet sind.
bungen im Wasser
Ü
Schwimmen, Aquagymnastik
oder -jogging. Bewegung
im Wasser kann Mobilität,
Koordination und Ausdauer
verbessern und MS-Symptome wie z. B. Spastik und
Fatigue lindern. Was an
Land häufig schwerfällt,
gelingt im Wasser leicht.
28
Walking, Nordic Walking
oder auch Wandern
Jeder in seinem Tempo,
nach seinen Fähigkeiten –
diese Sportarten sorgen
langfristig für mehr Kraft
und Ausdauer.
➔
Erkundigen Sie sich zu weiteren geeigneten Sportarten z. B. bei der Deutschen Multiplen Sklerose
Gesellschaft unter www.dmsg.de, Menüpunkt
„MS und Sport“. Hier erhalten Sie viele Anregungen
und Tipps. Auch auf der Website MS-life.de finden
Sie unter der Rubrik „MS Leben“ weitere Tipps zum
Thema Sport mit MS.
Natürlich gibt es neben den aufgeführten Sportarten noch
einige mehr, die bei MS geeignet sind. So haben viele MSPatienten gute Erfahrungen mit Yoga gemacht.
Radfahren
Neben dem Erholungseffekt
wird auch die Kondition ver­
bessert. Bei eingeschränkter
Beweglichkeit oder Unsicherheiten mit dem Gleichgewicht
können ein Rad mit tiefem
Einstieg oder ein Dreirad
helfen.
Fitnesstraining
Mit verschiedenen Gym­nas­
tikübungen können Koordination, Kraft und Beweglichkeit
trainiert werden. Das hilft
bei vielen MS-typischen
Beschwerden wie z. B. bei
Muskelsteifigkeit (Spastik).
G eeignete S portarten
Hippotherapie
(therapeutisches Reiten)
Der Schwingungsrhythmus,
der vom Pferderücken auf den
Menschen übertragen wird,
ist mit dem Bewegungsmuster
des menschlichen Ganges
verwandt. Dadurch werden
Gleichgewicht, Symmetrie der
Bewegungen, Rhythmusfähigkeit und Ausdauer trainiert.
! TIPP
Training muss nicht erschöpfen, um positive Aus­
wirkungen auf Körper und Seele zu haben. Trainieren
Sie entsprechend Ihrer aktuellen Kondition, immer in
der Intensität, die Sie als angenehm empfinden und
überanstrengen Sie sich nicht.
29
SICH WOHLFÜHLEN
TRAINING FÜR DIE SEELE | ÜBER DEN UMGANG MIT STRESS | MS UND ERNÄHRUNG
Zufriedenheit und eine positive Haltung helfen beim Bewältigen des Alltags mit MS
und bilden die Basis für ein entspanntes und ausgeglichenes Leben. Neben den
sportlichen Aktivitäten, die nicht nur dem Körper, sondern auch der Psyche guttun,
gibt es weitere Möglichkeiten, die zu unserem Wohlbefinden beitragen können.
30
T raining für die S eele
TRAINING FÜR DIE SEELE
Innere Ruhe kann man lernen
Wenn die Gefühle Achterbahn fahren oder Stimmungsschwan­
kungen an der Tagesordnung sind, fällt es mitunter schwer,
immer die Ruhe zu bewahren. Eine gute Hilfestellung bieten
dann die unterschiedlichen Entspannungsmethoden. Falls
Sie bereits die richtige Methode für sich gefunden haben –
großartig. Bleiben Sie dabei und nehmen Sie sich die Zeit,
die Sie brauchen, auch wenn neue Belastungen auftauchen.
VORSCHLÄGE FÜR ENTSPANNUNGSMETHODEN
•A
chtsamkeitsbasierte
Stressreduktion (MBSR)
Bei dieser Methode wird die Aufmerksamkeit gezielt auf das gelenkt, was
im Augenblick wahrnehmbar ist. Durch
diese sogenannte Achtsamkeit, das
Wahrnehmen ohne zu werten, lernt man,
Dinge so sein zu lassen, wie sie sind.
•F
eldenkrais
Über diese nach dem Begründer
Moshé Feldenkrais benannte körper­
orientierte Lernmethode werden
Bewegungs- und Verhaltensmuster
durch eine bewusste Wahrnehmung
erkannt und verbessert.
•M
editation
Bei Meditationen wird der Blick nach
innen gerichtet. Das verhilft zu mehr
Abstand von Stress, Sorgen und
Ängsten und kann zu mehr Gelassenheit und Ruhe führen.
•A
utogenes Training (AT)
AT beinhaltet die wiederholte Konzen­
tration auf bestimmte Etappen einer
Gedankenreise, die zu Beginn häufig
von einem Trainer in Form von langsam
gesprochenen Formeln vorgegeben
werden. AT kann dazu beitragen, sich
innerlich von Ängsten und Problemen
zu befreien und Blockaden zu lösen.
•A
temtherapie
Bei der Atemtherapie lernt man den
Atem bewusst wahrzunehmen und
„fließen“ zu lassen. Das gleichmäßige
und bewusste Atmen kann ausgleichend auf das Nervensystem wirken.
•Q
igong und Tai Chi
•Y
oga
Bei Yoga handelt es sich um eine
philo­sophische Lehre, die Körperübungen sowie Atemübungen und Meditation
umfasst. Yoga dehnt und stärkt die Musku­latur, verbessert die Körperhaltung
und das Gleich­gewicht und wirkt entspannend.
•
rogressive Muskelentspannung
P
(PME/PMR)
Bei dieser Entspannungsmethode
werden Muskeln bewusst angespannt
und entspannt. Durch die Kontrolle
der Spannungszustände der Muskeln
können nicht nur die Muskeln gelockert
werden, sondern es lassen sich damit
auch innere Anspannungen lösen.
Bei diesen beiden traditionellen chinesischen Bewegungslehren sollen harmo- •W
ellness, Massagen, Bäder & Co
nische Bewegungsabläufe die LebensUnter Wellness versteht man sämtliche
energie, die durch Stress blockiert war,
Maßnahmen, die dem Wohlbefinden
dienen. Dazu zählen z. B. Massagen, mit
wieder strömen lassen.
denen Verspannungen gelöst werden
können.
31
ÜBER DEN UMGANG MIT STRESS
Wie Stress entsteht
POSITIVER UND NEGATIVER STRESS
Belastende Situationen werden subjektiv erlebt. Was
der eine als schrecklichen Druck erlebt, spornt den anderen zu Höchstleistungen an. Ein gewisses Maß an Stress
fordert und aktiviert die Fähigkeiten des Menschen, ist
also durchaus positiv. Ob Stress gesundheitsschädlich
oder -fördernd ist, hängt von der individuellen Bewertung
der Stressfaktoren ab. Negativer Stress wird als Distress
bezeichnet, positiver Stress als Eustress.
32
1 Bei Stress gibt die Hypophyse Signale an den
Hypothalamus, das Stresshormon ACTH auszuschütten.
Hypothalamus
Hypophyse
ACTH
Was ist eigentlich Stress? Eine Stressreaktion ist ein subjektiver Zustand, der aus der Befürchtung entsteht, dass eine
unangenehme, zeitlich nahe Situation wahrscheinlich nicht
zu vermeiden ist. Dabei erwartet die betroffene Person, dass
sie die Situation nicht beeinflussen oder bewältigen kann.
In einer Stresssituation werden im Körper Hormone wie
Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin freigesetzt. Daraufhin
steigen Puls und Blutdruck und die Muskeln werden stärker
durchblutet. Cortisol dämpft bei Stress das Immunsystem,
damit schnell mehr Energie zur Verfügung steht. Der Körper
ist auf Aktion eingestellt. Werden die freigesetzten Hormone
nicht durch körperliche Anstrengung wieder abgebaut, bleibt
der hohe Hormonspiegel bestehen und damit die Anspannung. Es kommt zum Dauerstress.
Nebenniere
3 a
Hormonabbau
2 Die
Nebenniere
produziert daraufhin
Cortisol, Adrenalin
und Noradrenalin.
3 b
Adrenalin
Cortisol
Noradrenalin
Werden die Stresshormone im Blutkreislauf nicht durch
körperliche Reaktion (3a) abgebaut, verbleiben diese länger
im Organismus (3b), wo sie Schaden verursachen können.
Ü ber den U mgang mit S tress
Dem Stress entgegnen
Ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel führt zu körperlichen
und seelischen Beeinträchtigungen, z. B. zu Herz- und
Kreislaufbeschwerden, Störungen des Magen-Darm-Trakts,
Konzentrationsstörungen und Unzufriedenheit. Daher gilt
es, dem Stress frühzeitig entgegenzuwirken.
In der Ruhe liegt die Kraft. Das sagt sich so leicht. Dabei
ist es im Grunde gar nicht so schwer, die Balance zwischen
Anspannung und Entspannung zu halten. Manchmal reicht
eine kleine Auszeit zwischendurch. Doch für die meisten
MS-Patienten ist es sinnvoll, eine Anti-Stress-Technik zu
erlernen und regelmäßig zu üben. Eine Auswahl haben wir
in Kapitel „Training für die Seele“ auf Seite 31 vorgestellt.
! TIPP
Kennen Sie das Wort „Nein“? Sagen Sie es deutlich,
wenn andere Sie überfordern. Sagen Sie nein, wenn
Ihnen Aufgaben übertragen werden, die Ihnen nicht
guttun. Es geht um Ihre Gesundheit. Was im ersten
Augenblick egoistisch klingt, ist tatsächlich ein Baustein für mehr Lebensqualität. Umso klarer und konsequenter Sie Ihre Haltung zeigen, desto eher wird
Ihr Umfeld Ihre Ansprüche akzeptieren.
33
MS UND ERNÄHRUNG
Was versteht man unter „gesunder Ernährung“?
MS ist keine Stoffwechselerkrankung, die sich mit einer
entsprechenden Ernährungsumstellung beheben lässt.
Doch eine vollwertige Kost kann dazu beitragen, die Gesundheit, Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden zu fördern.
Deshalb empfiehlt es sich, einige Regeln zu beachten.
Je weniger die Nahrung vorab verarbeitet wird, desto
„voller“ ist ihr Gehalt an Nährstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Ballaststoffen (= vollwertig).
Es sollte daher auch immer etwas Rohkost auf dem Speise­
plan stehen.
Ernähren Sie sich möglichst abwechslungsreich, ausgewogen und vollwertig.
Der Ernährungskreis der Deutschen Gesellschaft für
Ernährung e. V. (DGE) dient als Wegweiser für eine vollwertige
Ernährung. Er teilt das reichhaltige Lebensmittelan­gebot in
sieben Gruppen ein und erleichtert so die tägliche Lebensmittelauswahl. Je größer ein Kreissegment ist, desto größere
Mengen sollten täglich aus der Gruppe verzehrt werden.
Lebensmittel aus kleinen Segmenten sollten sparsam verwendet werden. Für eine abwechslungsreiche Ernährung
sollte die Lebensmittelvielfalt der einzelnen Gruppen genutzt
werden.
! TIPP
Vergessen Sie manchmal genügend zu trinken?
Sie können sich von einer „Trink-App“ daran erinnern
lassen, z. B. von der App „Trink Lotse“ von den Berliner
Wasserbetrieben.
34
M S und E rnährung
DER ERNÄHRUNGSKREIS DER DEUTSCHEN GESELLSCHAFT FÜR ERNÄHRUNG
2
Getreide,
Getreide­produkte, Kartoffeln
Gemüse, Salat
3
Obst
4
Milch und Milchprodukte
5
6
Fleisch,
Wurst, Fisch und Eier
Öle und Fette
7
Getränke
1
6
1
5
7
4
2
3
DGE-Ernährungskreis®
Copyright: Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V., Bonn
35
Was ist zu empfehlen – und was eher nicht?
Es gibt tatsächlich Lebensmittel, deren Genuss sich positiv
auf die MS auswirken kann. Dazu gehören Fettsäuren, die
entzündungshemmend wirken, wie z. B. die Omega-3-Fettsäure, die in Seefisch (Hering, Makrele, Lachs) und in Raps-,
Hanf- und Leinöl vorkommt.
Antioxidantien, auch Radikalfänger genannt, wirken
ebenfalls entzündungshemmend. Bei allen Entzündungsprozessen entstehen im Körper freie Radikale, die Körperzellen schädigen können. Antioxidantien können freie Radikale deaktivieren. Die wichtigsten Antioxidantien sind:
•Fettlösliches Vitamin E (z. B. in Weizenkeimöl, Haselnüssen, Sonnenblumenkernen, Vollkornkeksen, Margarine,
Olivenöl)
• Wasserlösliches Vitamin C (z. B. in Acerola-Kirsche, Sanddornsaft, schwarzen Johannisbeeren, Hagebutten, roter
Paprika, Brokkoli, Fenchel, Petersilie, Rosenkohl)
•F ettlösliche Carotinoide (Pflanzenfarbstoffe, z. B. in Möhren,
Kürbis, dunkelgrünem Blattgemüse, Kresse, Tomaten,
Papaya, Grapefruit)
• Quercetin (gelber Pflanzenfarbstoff, vor allem in Zwiebeln,
Kapern, Liebstöckel und Tee)
Kurz gefasst lässt sich sagen: Bunt essen fördert die Gesund­
heit. Aber Achtung: Eine Überdosierung, insbesondere von
fettlöslichen Vitaminen, sollte vermieden werden.
Eher ungünstig bei MS: Arachidonsäure, eine mehrfach
ungesättigte Fettsäure. Sie begünstigt entzündliche Prozesse, da sie Ausgangssubstanz für entzündungsfördernde
Botenstoffe ist. Sie kommt in Lebensmitteln tierischen
Ursprungs vor und ist reichlich in Eigelb, Fleisch (Innereien),
einigen Fischarten wie Thunfisch und Heilbutt, aber auch
in Milchfett und Butter vorhanden. Meiden Sie Arachidonsäurereiche Lebensmittel so weit wie möglich. In pflanz­
lichen Lebensmitteln kommt diese Fettsäure nicht vor.
! TIPP
„Fünf am Tag“ – Sie fragen sich, wie Sie es schaffen,
5-mal am Tag Obst oder Gemüse zu essen? Mit einem
Glas Saft (100 % Fruchtgehalt) haben Sie schon eine
Portion Obst abgedeckt. Mehr Tipps und Rezepte sowie In­formationen über die Bedeutung von ausreichendem Obstund Gemüseverzehr finden Sie unter www.5amtag.de
36
M S und E rnährung
ERNÄHRUNGSREGELN IN KÜRZE
(angelehnt an die 10 Regeln der Deutschen
Gesellschaft für Ernährung, DGE)
1.Lebensmittelvielfalt genießen
Angemessene Menge und Kombination
nährstoffreicher und leichter, also eher
nährstoffarmer Lebensmittel
2.Reichlich Getreideprodukte und Kartoffeln
3.5-mal am Tag Gemüse oder Obst
4.Milch und Milchprodukte täglich;
Fisch ein- bis zweimal in der Woche;
Fleisch, Wurstwaren sowie Eier in Maßen
5.Wenig Fett
6.Süßspeisen (Zucker) und Salz in geringen Mengen
7.Ausreichend Flüssigkeit
(mindestens 1,5 Liter pro Tag)
8.Schonende Zubereitung bei möglichst
niedrigen Temperaturen
9.Langsam und bewusst essen und genießen
10.Auf das Körpergewicht achten und
in Bewegung bleiben
➔
Allgemeine Informationen zur Ernährung finden Sie
auf der Website der DGE unter www.dge.de
37
WEITERE UNTERSTÜTZUNG
ADRESSEN, AUSKÜNFTE UND INFORMATIONEN
Im Folgenden sind Informationsquellen und Kontakte aufgeführt, an die Sie
sich wenden können, wenn Sie Fragen zu Themen rund um die MS haben.
38
A dressen , A uskünfte und I nformationen
ADRESSEN, AUSKÜNFTE UND INFORMATIONEN
Wer gut informiert ist und ausreichend über die Multiple
Sklerose Bescheid weiß, kann bei der Therapieentscheidung
und -gestaltung besser mitwirken. Hier eine Auswahl an
Adressen für alle, die mehr wissen wollen.
Das MS Service-Center ist für Sie da
Multiple Sklerose stellt jeden Betroffenen vor neue Herausforderungen und wirft häufig zahlreiche Fragen auf. Das
Team vom MS Service-Center nimmt sich viel Zeit, um Ihnen
zuzuhören, Ihre Belange zu verstehen und Ihre Fragen
individuell, umfassend und kompetent zu beantworten.
Unser Team freut sich auf Ihren Anruf:
0800 030 77 30 (kostenfrei)
Mo – Fr von 8.00 – 20.00 Uhr
E-Mail: [email protected]
MS-life.de: das Internet-Portal rund um die MS
Auf MS-life.de finden Sie fundierte Hintergrundinformationen
und Serviceangebote ebenso wie aktuelle Themen und
Wissenswertes rund um die MS. Registrierte Nutzer tauschen sich auf dem Online-Portal mit anderen Betroffenen
aus, stellen Fragen an Experten und sind in der Community
aktiv. In einem geschützten Bereich können zudem Produktinformationen abgerufen werden.
MS Leben
Den Alltag mit MS zu meistern, ist manchmal keine leichte
Aufgabe. Informationen zum Umgang mit der Diagnose und
der Erkrankung sollen Sie unterstützen, das Leben mit MS
aktiv und selbstbestimmt zu gestalten. Sie finden außerdem
zahlreiche Tipps, z. B. zu Ernährung und Bewegung.
MS Service
Hier können Sie Kontakt zum MS Service-Center aufnehmen
und Infobroschüren zu verschiedenen Themen kostenfrei
herunterladen oder bestellen. Sie finden in dieser Rubrik
auch spezielle Tipps und Aktuelles rund um die MS. Darüber
hinaus steht Ihnen hier eine Adressenliste zu Verbänden
zur Verfügung.
MS Community
In der Community im Online-Forum ist Ihre Meinung gefragt.
Hier können Sie sich mit anderen Betroffenen austauschen
und sich gegenseitig unterstützen oder Rat von Experten
einholen.
Mein MSlife
Hier geht es zum persönlichen Login bzw. zur Registrierung.
Mit Eingabe der Pharmazentralnummer (PZN) Ihres MSMedikamentes erhalten Sie Zugang zu speziellen Produktinformationen.
MS Wissen
Hier finden Sie alle Informationen rund um die MS, leicht
verständlich und übersichtlich aufbereitet, z. B. in Videos
mit Experteninterviews.
39
A dressen , A uskünfte und I nformationen
Verbände
Deutschland
Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft,
Bundesverband e. V.
Krausenstraße 50
30171 Hannover
Telefon: 0511 96834-0
Fax: 0511 96834-50
E-Mail: [email protected]
www.dmsg.de
Österreich
Österreichische Multiple Sklerose Gesellschaft (ÖMSG)
AKH/Währinger Gürtel 18 – 20
Postfach 19
A-1097 Wien
Telefon: 0043 664 3686001 und 0043 1 40400-31230
Fax: 0043 1 40400-31410
E-Mail: [email protected]
www.oemsg.at
Unter www.dmsg.de finden Sie auch die Kontaktdaten
zu allen Landesverbänden
Unter www.oemsg.at finden Sie die Kontaktdaten
zu allen Landesverbänden
Schweiz
Schweizerische Multiple Sklerose Gesellschaft (SMSG)
Josefstrasse 129
CH-8005 Zürich
Postfach
CH-8031 Zürich
Telefon: 0041 43 4444343
Fax: 0041 43 4444344
E-Mail: [email protected]
www.multiplesklerose.ch
40
G lossar
GLOSSAR
Im Folgenden werden Fachbegriffe, die in dieser Broschüre verwendet werden, kurz erklärt.
Ein umfassendes Glossar mit allen wichtigen Begriffen rund um die MS und Therapie
finden Sie auch auf MS-life.de unter der Rubrik „MS Wissen“.
A
ACTH
Abkürzung für Adrenocortikotropes
Hormon. Die Produktion und Ausschüttung von ACTH ist bei Stress erhöht.
Das Hormon wird in der Hypo­physe
gebildet, wobei die Pro­duk­tions­­menge
durch den Hypothalamus geregelt wird.
ACTH ist ein die Neben­nierenfunktion
regelndes Hormon.
Adhärenz
Auch Therapietreue, steht in der Medi­
zin für die Einhaltung der gemein­­­­sam
von Patient und Arzt festgelegten Therapieziele. Das Konzept der Adhärenz
(engl. adherence = festhalten, befolgen) basiert auf der Erkenntnis, dass
das Einhalten von Therapie­plänen in
der gemeinsamen Verantwortung von
Arzt und Patient liegt. Auf den Patienten bezogen bedeu­tet Adhärenz das
aktive Mitwirken am Therapieprozess
und insbesondere die Bereitschaft,
den ärztlichen Empfehlungen, wie der
regel­­mäßigen Einnahme des Medi­
kaments, zu folgen.
Adrenalin
Ein Hormon, das in Stresssituationen
in der Nebenniere gebildet und ins
Blut ausgeschüttet wird. Deswegen
wird es auch Stresshormon genannt.
Antioxidantien
Chemische Verbindung, die eine unerwünschte Oxidation von anderen Subs­
tanzen gezielt verhindert. Sie inaktivieren im Organismus reaktive Sauerstoffspezies, sogenannte Radikale,
deren übermäßiges Vorkommen zu
oxidativem Stress führt. Oxidativer
Stress wird mit der Ent­stehung einer
Reihe von Krankheiten in Zusammenhang gebracht.
Arachidonsäure
Eine ungesättigte Fettsäure, die in
tierischen Produkten vorkommt. Sie
gilt als entzündungsfördernd und sollte
bei MS eher gemieden werden.
Arteriosklerose
Umgangssprachlich auch Arterienverkalkung genannt, ist eine Systemerkrankung der Schlagadern (Arterien), die zu
Ablagerungen von Blutfetten, Thromben
(Blutpfropfen / Blutgerinnsel), Bindegewebe und in gering­eren Mengen
auch Kalk in den Gefäßwänden führt.
B
Ballaststoffe
Weitgehend unverdauliche Nahrungsbestandteile, meist Kohlenhydrate,
die vorwiegend in pflanzlichen Lebens­
mitteln (insbesondere in Vollkorn­
produkten) vorkommen. Ballaststoffe
gelten als wichtiger Bestandteil der
menschlichen Ernährung. Sie fördern
die Verdauung.
C
Cortisol
Ein Stresshormon, das Stoffwechselvorgänge aktiviert und so dem Körper
energiereiche Verbindungen zur Verfügung stellt. Es hat eine dämpfende
Wirkung auf das Immunsystem.
41
D
Disposition
In der Medizin eine gewisse Anfälligkeit
für die Ausbildung von Krankheiten, die
organisch, psychisch oder lebensgeschichtlich begründet sein kann. Die
genetisch bedingte Anfälligkeit für
die Ausbildung von Krank­heiten wird
auch als Prädisposition bezeichnet.
Distress
Zustand der Überlastung oder Über­
forderung. Oft als negativer Stress
bezeichnet.
E
Eustress
Positiv empfundene Belastung. Oft
auch als positiver Stress bezeichnet,
der anregend wirkt.
F
Fatigue
Eine besonders stark ausgeprägte
Form der Müdigkeit und Erschöpfung,
die bei MS häufig vorkommt.
42
Feldenkrais
Körperorientiertes, pädagogisches
Verfahren, welches nach seinem
Begründer Moshé Feldenkrais
(1904 – ­1984) benannt ist. Durch die
Schulung der Selbstwahrnehmung
sollen menschliche Funktionen verbessert, Schmerzen reduziert und
Bewegungen allgemein als leichter
und angenehmer empfunden werden.
Fötus
Das Ungeborene im Mutterleib.
FSME
(Frühsommer-Meningoenzephalitis)
Durch das FSME-Virus ausgelöste
Erkrankung, die mit grippeähnlichen
Symptomen, Fieber und mitunter mit
einer Meningoenzephalitis, der Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten,
verläuft. Beim Großteil der Patienten
treten bei einer Infektion jedoch keine
Krankheitszeichen auf. Übertragen
wird FSME durch infizierte Zecken.
H
Hepatitis
Chronisch oder akut verlaufende Leber­
entzündung in unterschied­li­chen Ausprägungen.
Hippotherapie
Ein tiergestütztes, physiotherapeu­
tisches Verfahren mit speziell aus­
gebildeten Pferden. Die Hippotherapie wird bei Patienten mit zentralen
Bewegungsstörungen eingesetzt.
Neben dem positiven Effekt auf
Haltung und Beweglichkeit des Patienten, hat die Behandlung mit dem
Pferd auch eine psychisch positive,
motivierende Wirkung.
Hypophyse
Auch Hirnanhangdrüse genannt. Sie
ist eine Hormondrüse, die eine übergeordnete Rolle bei der Regu­lation
des Hormonsystems im Körper spielt.
Hypothalamus
Bereich im Zwischenhirn. Der Hypotha­
lamus hat vielfältige Aufgaben. So
koordiniert er z. B. als übergeordnetes
Zentrum Wasser-, Salzhaushalt und
Blutdruck. Er bildet auch wichtige
Hormone, die bewirken, dass bestimmte Hormone in der Hypo­­physe
gebildet und ausgeschüttet werden,
wie z. B. das Hormon ACTH.
G lossar
I
M
N
Immunsystem
Biologisches Abwehrsystem des
Menschen, das die in den Körper
eindringenden Krankheitserreger
wie Viren, Bakterien oder Parasiten
unschädlich machen soll.
Magnetresonanztomographie
(MRT / MRI)
Auch Kernspintomographie oder MRI
(Magnetic Resonance Imaging).
Bildgebendes Verfahren ähnlich der
Computertomographie, liefert Schicht-/
Scheibenaufnahmen des untersuchten
Organs, nutzt Magnetfelder statt Röntgenstrahlung, gehört zur Standard­
diagnostik bei MS.
Noradrenalin
Botenstoff und Hormon, verwandt mit
dem Adrenalin. Noradrenalin wird in
Stresssituationen in der Nebenniere
gebildet und ins Blut abgegeben. Es
regt das Herz-Kreislauf-­System an.
K
Kognition
Umfasst die sogenannten höheren
Gehirnfunktionen und damit alle
Fähigkeiten, die mit Wahrnehmen,
Denken, Planen und Merken zu
tun haben.
L
Lebendimpfstoff
Impfstoff aus abgeschwächten, jedoch
vermehrungsfähigen Keimen, die eine
echte Infektion hervorrufen und so
aktiv immunisieren. Mit Lebendimpfstoffen impft man z. B. gegen Masern,
Mumps oder Röteln.
MBSR (Achtsamkeitsbasierte
Stress­reduktion)
Programm zur Stressbewältigung
durch Entwicklung, Einübung und
Stabilisierung erweiterter Achtsamkeit und deren gezielte Lenkung.
Dazu gehören z. B. Körperwahrnehmung, verschiedene Yogastellungen
oder die Sitz- oder Gehmeditation.
Meningokokken
Bakterien, die beim Menschen den
Nasenrachenraum besiedeln und
schwere Krankheiten auslösen
können.
P
Pneumokokken
Pneumokokken sind Bakterien,
die schwere Infektionen verursachen
können. Bei Säuglingen, Kleinkindern,
älteren Menschen und Personen mit
chronischen Grundleiden können sie
besonders gefährlich werden.
Progressive Muskelentspannung
(PME/PMR)
Auch progressive Muskelrelaxation,
Verfahren, bei dem durch die willentliche und bewusste An- und Entspannung bestimmter Muskelgruppen ein
Zu­stand tiefer Entspannung des ganzen Körpers erreicht werden soll. Dabei werden nacheinander die einzelnen
Muskelpartien in einer be­­stimm­ten
Reihenfolge zunächst ange­spannt, die
Muskelspannung wird kurz gehalten
und anschließend die Spannung
gelöst.
43
G lossar
Q
Qigong
Chinesische Meditations-, Konzen­
trations- und Bewegungsform zur
Entspannung von Körper und Geist.
Quercetin
Pflanzenfarbstoff, der z. B. in Äpfeln,
Küchenzwiebeln, Tee, Beeren und
Kohlgemüse und Nüssen enthalten
ist. Quercetin hat zahlreiche positive
Wirkungen auf die Gesundheit des
Menschen. So schützt es bspw. das
Herz-Kreislauf-System, wirkt der Entstehung von Karzinomen entgegen,
verhindert allergische Reaktionen
und wirkt antientzündlich.
neu auftreten oder alte Entzündungsherde reaktiviert werden.
Spastik
Erhöhte Eigenspannung der Musku­
latur. Kann sich in Muskelsteifigkeit,
Verkrampfungen, Schwere- und
Spannungsgefühl äußern.
Spurenelemente
Als Spurenelemente oder auch Mikro­­
elemente bezeichnet man Elemente,
die für ein Lebewesen, z. B. den Menschen, unbedingt nötig sind und in
Massenanteilen von weniger als
50 mg/kg im Organismus vorkommen.
Symptom
Krankheitszeichen.
S
Schub
Von einem Schub bei MS spricht man,
wenn sich neue oder frühere Symptome innerhalb von Stunden oder
Tagen entwickeln und wenn diese
Beschwerden länger als 24 Std.
andauern und sie mit einem Abstand
von mindestens einem Monat zum
letzten Ereignis auftreten. Schübe
können sich vollständig oder unvollständig zurückbilden. Bei einem
Schub können Entzündungsherde
44
T
Tai Chi
Kampfkunst, die zur Entspannung oder
zur Meditation eingesetzt wird. Sie
dient dazu, die Gelenke zu lockern, den
ganzen Körper zu entspannen und die
Körperhaltung nach und nach so zu
verändern, dass ungünstige Gelenk­
belastungen vermieden werden.
Tetanus
Auch Wundstarrkrampf genannt, ist
eine häufig tödlich verlaufende Infek­
tionskrankheit, welche die muskelsteuernden Nervenzellen befällt. Ausgelöst wird sie durch ein Bakterium.
Totimpfstoff
Ein Totimpfstoff ist ein Impfstoff, der
nicht aus vermehrungsfähigen Keimen
oder seinen Bestandteilen besteht.
Er ist meist besser verträglich als ein
Lebendimpfstoff und wird z. B. gegen
Grippe, Keuchhusten, Hepatitis oder
Diphterie eingesetzt.
U
Uhthoff-Phänomen
Benannt nach dem deutschen Augenarzt Wilhelm Uhthoff; bezeichnet die
Tatsache, dass sich die Leitungsfähigkeit der Nerven bei höheren Temperaturen (bei Fieber, hoher Außen­
temperatur oder auch Anstrengung)
verschlechtert. Damit können sich
Symptome verstärken oder sogar neu
auftreten; bilden sich jedoch nach
einiger Zeit (Stunden) wieder zurück.
NOTIZEN
NOTIZEN
45
VERSCHIEDENE KRANKHEITSPHASEN ERFORDERN
UNTERSCHIEDLICHE INFORMATIONEN
Hat Ihnen diese Broschüre gefallen?
Es liegen weitere für Sie bereit, in der
Praxis Ihres Neurologen und zum Bestel­
len oder Download auf MS-life.de
Mit den jeweiligen Broschüren
dieser Reihe sollen Ihnen genau die
Informa­tionen zur Verfügung gestellt
werden, die für Sie in Ihrer aktuellen
Situation nützlich sind. Die folgende
Liste wird mit weiteren Titeln zu Spezial­
themen laufend ergänzt.
DIAGNOSE MS − UND NUN?
1
D I AG N O S E M S – Z U R E C H T KO M M E N I M A L LTAG
MULTIPLE SKLEROSE VERSTEHEN
DEN ALLTAG MEISTERN
Was ist MS und wie wird sie behandelt?
Nützliche Informationen und gute Ideen,
die das Leben mit MS leichter machen
2
➔ Auf MS-life.de finden Sie alle aktuell
verfügbaren Broschüren im Überblick.
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MULTIPLE SKLEROSE VERSTEHEN
Was ist MS und wie wird sie
behandelt?
DEN ALLTAG MEISTERN
Hier erfahren Sie mehr über die
Erkrankung, typische Symptome,
Diagnose und Therapiemöglich­
keiten.
Diese Broschüre handelt vom Umgang
mit der MS in der Familie, auf Reisen
oder im Beruf. Sie enthält zudem
viele Vorschläge für sportliche Aktivitäten und Entspannungsmethoden.
Nützliche Tipps und gute Ideen, die
den Alltag mit MS leichter machen
DIE MS AKZEPTIEREN UND NACH EIGENEN VORSTELLUNGEN LEBEN
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KRITISCHE PHASEN ÜBERWINDEN
MEINEN EIGENEN WEG GEHEN
MEINE STÄRKEN ERKENNEN
Informationen und Anregungen für ein
selbstbestimmtes Leben mit MS
Wie man Krisen bewältigt
und gestärkt daraus hervorgeht
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MEINEN EIGENEN WEG GEHEN
MEINE STÄRKEN ERKENNEN
Informationen und Anregungen für
ein selbstbestimmtes Leben mit MS
Wie man Krisen bewältigt und
gestärkt daraus hervorgeht
Diese Broschüre möchte Ihnen dabei
helfen, das Leben zu führen, das Sie
sich wünschen. Hier geht es darum,
die Herausforderung MS anzunehmen
und sein Leben mit der Erkrankung
selbstbestimmt zu gestalten.
In dieser Broschüre geht es um den
Sinn von Krisen und welche Maß­
nahmen zu ihrer Bewältigung dienen.
So erfahren Sie mehr über Resilienz,
lernen Entspannungstechniken und
erhalten zuverlässige Adressen,
die weiterhelfen.
THERAPIE OPTIMIEREN
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RECHTZEITIG AUF
VERÄNDERUNGEN REAGIEREN
Die Therapie an die aktuelle Situation anpassen
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RECHTZEITIG AUF
VERÄNDERUNGEN REAGIEREN
Die Therapie an die aktuelle
Situation anpassen
In dieser Broschüre erfahren Sie,
wie Sie Ihre Ziele im Blick behalten,
auch wenn sich die MS unter einer
Therapie aktiv melden sollte.
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WIR HÖREN ZU !
Benötigen Sie Unterstützung? Das MS Service-Center hält für Sie und Ihre Angehörigen
umfassende und fundierte Informationen bereit und unterstützt Sie ganz individuell,
so wie Sie es möchten.
Unser Team freut sich auf Ihren Anruf:
0800 030 77 30
Kostenfrei | Mo – Fr von 8.00 – 20.00 Uhr
E-Mail: [email protected]
Art. Nr. 2611 ALL-GER-0264a
Weitere Informationen finden Sie unter www.MS-life.de
Biogen GmbH
Carl-Zeiss-Ring 6 • 85737 Ismaning • www.biogen.de
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