14. April

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Trio Nexus
Erik Drescher, Flöte
Claudia Sgarbi, Schlagzeug
Frank Gutschmidt, Klavier
Chris Newman, Stimme
Bill Dietz, Klangregie
Dror Feiler
Stormo V (2005)
für Flöte/ E-Baßflöte, Klavier und Schlagzeug
My music is difficult in the sense that Adorno finds Schoenberg's music difficult - not because it is pretentious or obscure, but it demands active
participation from the listener (as well as from the players, who are themselves listeners). As organized sound, this music demands from the very
beginning active and concentrated listening, the most acute attention to simultaneous multiplicity,there nunciation of the customary crutches of a
listening and the intensive perception of the uniqueand the specific. The more it gives to listeners, the less it offers them. It requires the listener
spontaneously to compose its inner movement and demands of him not mere contemplation but praxis. Is it possible to enjoy music like this?
Enjoyment is a historical experience. People enjoy Mozart, Dvorak, Berlioz or pop music. If I want to enjoy a melody, I go to Schubert or to old
Jewish prayer tradition. This is a cultural historical and aesthetic experience. But of a work that was written the day before yesterday, I expect
other things. Enjoyment is only a part of my listening. Art is too serious a matter to limit it to the concept of enjoyment. When a work is reduced
mainly to appeal to taste, it is appealing to a lowest common denominators level: This is the same taste that chooses the colour of a car, or a
table. This is the same taste that chooses what ice cream to lick. Most audience of the modern new music are unfortunately intellectual escapist
and refuses to make an effort, even if it is capable. For many years now, the audience is lost, in an aesthetic, philosophical and cultural crisis and
is establishing a dictatorship of tiredness, despair and the demand for Italian espresso. They aren't interested in hearing the truth and only want
to be caressed. So please: Be caressed. But not by me.
Dror Feiler
wurde 1951 in Tel Aviv geboren und lebt seit 1973 in Schweden. Zunächst studierte er am Fylkingen Institut für Neue Musik,
1977/78 dann Musikwissenschaft an der Universität in Stockholm und von 1978 bis 1983 Komposition an der Musikakademie in Stockholm bei G.
Bucht, S.D. Sandström und Brian Ferneyhough. Seit Mitte der 70er Jahre trat Feiler mit seinen eigenen Improvisationsgruppen Lokomotiv
konkret und The too much too soon Orchestra und mit anderen Gruppen u.a. als Saxophon-Solist in zahlreichen Ländern auf. Sein besonderes
Anliegen ist die Gleichberechtigung der improvisierten mit der vorab komponierten Musik.
Bill Dietz
She´s Dumb (2009) UA
Richard Wagners Lob Daniel-François-Esprit Aubers „revolutionärer“ La muette de Portici ist unzertrennlich von seiner Bemerkung, das „Arien
und Duette im gewöhnlichen Sinne kaum mehr zu erkennen sind...in jeder Instanz war es der Gesamteindruck eines Aktes der die
Aufmerksamkeit fesselte und einen mitgerissen hat...“ Ebenso hätte man bis vor kurzem zwischen La Monte Youngs Dream House und
irgendeinem Haus mit Fernseher oder Radio unterscheiden können, auf Grund der Werbeunterbrechungen innerhalb unaufhörlicher 24-Stundenam-Tag, 365-Tage-im-Jahr Ausstrahlungen. Entweder fragt man wie es Morton Feldman neben Twitter ergeht oder man ändert die Frage?
Bill Dietz, geboren 1983 in Bisbee, Arizona nahe der US/Mexikanischen Grenze, studierte Komposition bei Robert Ceely am New England
Conservatory und Kulturwissenschaft bei Richard Leppert an der University of Minnesota. 2002 besuchte er die Stockhausen-Sommerkurse. Seit
2003 lebt und arbeitet er in Berlin als freischaffende Komponist und Assistent Peter Ablingers. Seit 2005 arbeitet er regelmäßig mit Maryanne
Amacher, Christian von Borries und Chris Newman. Seine Musik ist bei „Experimentelle Musik für Nicht Musiker IV“, Happy Days Sound Festival
(Oslo), der Maulwerkers „Performing Music“, Zepernicker „Randspiele“, Kammerensemble Neue Musik Berlins „HouseMusik“, Ei Arakawas „Riot
the 8 Bars“ in der NGBK (Berlin), Kreuzberger „Klangwerkstatt“, u.v.a. präsentiert worden. Seine Musik und Schriften über Musik sind an viele
Orten in Nordamerika und Europa erschienen. Als Performer hat er bei der Documenta XII (in Christian von Borries, Alice Creischers, und
Andreas Siekmanns „Auf einmal und gleichzeitig“), im Palast der Republik (in Rudi Häusermanns „Richtfest“), im Pavillon der Volksbühne
(Christian von Borries „We Make the World – Du Bist Globalisierung“) u.v.a. Auftritte gehabt. Als Ensemble Zwischentöne Mitglied zwischen 2003
und 2007 tritt er im
Podewils’schen Palais, beim Musikprotokoll des Steirischen Herbsts, in der Berliner Akademie der Künste und bei vielen anderen
Veranstaltungsorten auf. 2006 organisierte er „zwischenräume—Cornelius Cardew zum 70. Geburtstag“ im besetzten Bethanien mit John Tilbury
und dem Ensemble Zwischentöne. Seit 2007 ist er künsterlischer Leiter des Ensemble Zwischentöne.
http://www.tutorialdiversions.org
Chris Newman
SECTION (2008) DE
für Stimme, Altflöte, Klavier, Schlagzeug, Verstärkung und Video
„SECTION“ entstand Mitte 2008. Ich komponierte es für drei Musiker (Altflöte, Klavier, Schlagzeug) und mich (ungeschulte Stimme). Es muss
nicht unbedingt ich selber sein, der da singt, aber die Stimme sollte ganz natürlich klingen, nicht wie die eines Sängers. In dem Stück habe ich
musikalisches Material aus den Songs, die ich für die Rock-Chamber-Band Janet Smith zu Beginn der Achtziger geschrieben hatte, verwendet,
indem ich sie neu instrumentiert und das alte Material in eine neue Syntax gestellt habe. Aus den Songs wurde ein zusammenhängendes Stück.
Durch dieses führen nun zwei Wege - ein bißchen so, als könne man zwei Spaziergänge durch das Material gleichzeitig unternehmen, einen
schnellen und einen langsamen, als könne man es zur selben Zeit aus zwei unterschiedlichen Geschwindigkeiten betrachten. Die gesungengen
Wörter passen sichen eher der Musik an, als daß sie die Musik beschriebe. Darüber hinaus schlägt die Musik einen Pfad durch diese
Aneinanderreihung von Notizbuchaufzeichnungen, diesen spontan notierten Gedanken.
Das Video (ebenfalls mit „SECTION“ betitelt), das zu dieser Musik gezeigt wird, entstand auf ähnliche Weise: Es basiert aud Videomaterial aus
den Achzigern, und wieder führen zwei Wege durch das Bildmaterial: in schneller und ein langsamer Weg, horizontal überlagert. Jeder füllt eine
halbe Videoleinwand. Es ist für mich von besonderem Interesse, zwei Stücke, denen dieselbe Entsteheungsart zugrundeliegt, in unterschiedliche
Medien gleichzeitig zu präsentieren, wobei diese Entstehungsart ein Modell für eine existentielle Situation darstellt (die „situative Situation“).
Dadurch kann die Medialität eines Werkes in gwissem Maße reduziert werden, was dem Modell erlaubt, mehr zur Geltung zu kommen.
Chris Newman wurde 1958 in London geboren. Von 1976 bis 1979 besuchte er das King’s College London und schloss seine Studien mit
dem Bachelor of Music ab. Während dieser Zeit traf er Eugene Dubnov und begann, russische Gedichte (Mandelstam, Chlebnikov) ins Englische
zu übersetzen - der Übersetzungsvorgang von einem Medium ins andere sollte für seine weitere Arbeit bestimmend werden. Ab 1979 schrieb er
eigene Gedichte. 1980 zog Newman nach Köln, um bei Mauricio Kagel zu studieren. 1983 war er Mitbegründer der Rockgruppe "Janet Smith".
Erste Konzerte und Performances. ICA London, TAT Frankfurt, Kunstverein Köln, Cooper Union New York.
1989 begann Chris Newman zu malen, dann entstanden Installationen, die Arbeiten in zwei verschiedenen Medien kombinierten (installierte
Konzerte / Live-Installationen); sie waren u.a. im Kunstverein Düsseldorf, im Hamburger Bahnhof Berlin, Diözesan Museum Köln, bei den
Donaueschinger Musiktagen, Limelight Kortrjk, im Straßburger Museum für zeitgenössische Kunst, Arp Museum Rolandseck und im Goethe
Institut Budapest zu sehen. Bei internationalen Festivals und in renommierten Ausstellungsräumen wurden zugleich auch ein-mediale
Präsentationen gezeigt. Newman veröffentlichte zahlreiche Bücher und einige CDs. Nach einer Anfangsphase in Köln lebte er in Paris, London,
wieder Köln und jetzt in Berlin. 2001/02 lehrte er als Professor an der Kunstakademie in Stuttgart.
Trio Nexus wurde 2000 gegründet.
Der Name des Trios : Nexus = lateinisch Verknüpfung, ist dessen Programm. Es verknüpft die drei unterschiedlichen Instrumente der Flöte, des
Klaviers, des Schlagzeuges, aber auch die verschiedensten Komponisten bzw. deren Stile. Trotz wichtiger Werke für Flöte, Klavier und
Schlagzeug, wie von Morton Feldman (Why Patterns?, Crippled Symmetry, For Philip Guston), setzt sich diese Besetzung erst langsam duch.
Das Trio Nexus hat das bis dahin spärliche Repertoire inzwischen entschieden erweitert, indem es Komponisten beauftragt und neue Werke
nach intensiver Zusammenarbeit zur Uraufführung gebracht hat.
So entstanden für das Trio Nexus unter anderem Werke von Peter Ablinger, Antoine Beuger, InSun Cho, Dror Feiler, Friedrich Goldmann,
Michael Hirsch, Nicolaus A. Huber, Sven-Ake Johansson, Juliane Klein, Klaus Lang, Alvin Lucier, Michael Maierhof, Chris Newman, Christoph
Ogiermann, Michael Pinter, Friedrich Schenker, Urs Peter Schneider, Cornelius Schwehr, Martin Supper, José Luis Torá, Jennifer Walshe und
Helmut Zapf.
Um das Trio formiert sich ein „Gästestamm“, nicht nur um es zu erweitern, sondern dies erlaubt Nexus, in seinen Programmen intermedial und
interdisziplinär zu agieren, was das Einbeziehen von Elektronik, Video oder Performance betrifft.
Trio Nexus konzertierte in seiner Heimatstadt Berlin, an verschiedenen Orten, wie z.B. dem BKA, Konzerthaus Berlin, Deutsche Guggenheim
Berlin, Haus der Kulturen der Welt Berlin, Randspiele Zepernick, Akademie der Künste Berlin, aber auch über die Grenzen der Stadt hinaus im
In- und im Ausland .
Erik Drescher, geboren 1972 in Bremen. Lebt in Berlin.
Studium der Flöte bei Carin Levine und Hans-Jörg Wegner an der Hochschule für Musik Detmold. Meisterkurse u.a. bei Robert Aitken, Roberto
Fabbriciani und Auréle Nicolet; private Studien bei Robert Dick. Mehrmalige Teilnahme an den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik
Darmstadt.
Konzerttätigkeit im In- und Ausland (z.B. auf der artGenda und Rikskonserter Stockholm, Festival de Música Electroacustica `Primavera en
LaHabana´ Kuba, musikprotokoll im Steirischen Herbst Graz, HerbstZeitTon Wien, bludenzer tage zeitgemäßer musik, sons nous Barcelona,
Randspiele Zepernick, Intersonanzen Potsdam, projektgruppe neue musik Bremen, SPOR-Festival Arhus, KunstArbeiders Gezelschap Gent,
New Media Art Festival Daegu/ Südkorea, Weltmusiktage Stuttgart), als Solist und als Kammer- oder Ensemblemusiker (U.a. als Gast in der
Bayrischen Kammerphilharmonie, im Thürmchen Ensemble Köln, die Reihe Wien, ensemble chronophonie Freiburg, Ensemble Mosaik Berlin,
Kammerensemble Neue Musik Berlin, Klangform Wien, Ensemble Modern Frankfurt, Experimentalstudio der Heinrich Strobel Stiftung des SWR.)
Schwerpunkt zeitgenössische Musik. Arbeiten, darunter Anregungen zu neuen Werken u.a. für Flöte solo (*) und Uraufführungen (+) so
unterschiedlicher Komponisten wie Peter Ablinger, Antoine Beuger (*+), Dror Feiler (*+), Beat Furrer, Friedrich Goldmann (+), Jamilja
Jazylbekova (*+), Bernhard Lang (*+), Klaus Lang (*+), Alvin Lucier (*+), Michael Maierhof (*+), André O. Möller (*+), Chris Newman (*+), Phill
Niblock, Helmut Oehring (*+), Christoph Ogiermann (*+), Younghi Pagh-Paan, Salvatore Sciarrino.
Rundfunkaufnahmen beim Deutschlandfunk, HR, ORF, SWR, WDR, Radio Bremen. CD-Produktion bei Edition Wandelweiser Records (André O.
Möller) und Mode Records New York (Alvin Lucier).
Claudia Sgarbi wurde 1966 in São Paulo /Brasilien geboren. Dort studierte sie an der Escola de Comunicaçoes e Artes da Universidade
de São Paulo und am Conservatoire Royal de Musique de Bruxelles bei Robert van Sice. Seit 1996 lebt und arbeitet sie in Berlin, wo sie mit den
Ensembles United Berlin, Kammerensemble Neue Musik, Mosaik, Musica Temporale, Oriol sowie mit dem Solistenensemble des Deutschen
Symphonie Orchesters und dem Berliner Symphonie Orchester konzertiert. Sie ist Mitbegründerin und künstlerische Leiterin des
Schlagzeugensembles qUAdRUM sowie des Trio Nexus (Flöte und Klavier). Als Solistin spielt sie regelmäßig Konzerte in Festivals wie
Ultraschall, Maerzmusik, Bamberger Tage der Neuen Musik, Hessischen Rundfunk, MDR, Romanischen Sommer Köln, Donaueschinger Tage
der Neuen Musik und organisiert Konzerte mit dem Konzerthaus Berlin, Akademie der Künste, Rundfunkchor Berlin, Parochialkirche, Kryptonale
Festival, Guggenheim Museum, SFB, Nachtmusik Bremen, Goethe Institut Rom und Sao Paulo, Istituto Italiano di Cultura Berlin Florenz und
Rom u.a. Die Konzerttätigkeit ermöglichte eine enge Zusammenarbeit mit Komponistenwie H. Lachenmann, B. Furrer, G. Battistelli, N. Sani, S.
Sciarrino, Schnebel, G. Katzer, K. Stockhausen, G. Paraskevaidis, C. Mello, Jocy de Oliveira, H. Zapf, Juliane Klein, T. de Mey u.a..Gastspiele
führten sie durch Europa, Südamerika und USA. Sie wurde mit mehreren Preisen und Stipendien ausgezeichnet, u.a. von den Darmstädter
Ferienkursen und der Vitae-Stiftung.
Frank Gutschmidt, 1971 in Brandenburg geboren. Erster Klavierunterricht mit neun Jahren. Klavier-, Kompositions- und Dirigierstudium
bei Prof. Dieter Zechlin, Prof. Annerose Schmidt und Prof. Alan Marks an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. Mehrfache
Auszeichnung bei den Stockhausen Kursen Kürten. Zahlreiche Auftritte und Konzerte, u.a. unter der Leitung von Karlheinz Stockhausen.
Langjährige Zusammenarbeit mit dem Komponisten Prof. Paul-Heinz Dittrich. Seit 2003 unterrichtet er bei den Stockhausen Kursen zusammen
mit Benjamin Kobler die Klavierklasse.
Unterwegs auf den verschlungenen Pfaden der Zeitgenossenschaft – die Unerhörte Musik.
Folgen Sie uns und lassen sich überraschen!
Mit herzlichen Grüssen,
Ihre Rainer Rubbert und Martin Daske
BKA-Theater
Mehringdamm 34
10961 Berlin
Kartentelefon: 030 - 20 22 007
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