Der HIV-Test - Landeszentrale für Gesundheit in Bayern e.V.

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9.Bayerisches Forum AIDS-Prävention
Landeszentrale für Gesundheit in Bayern e.V. (LZG)
Ismaning, 28. - 29. Juli 2010
Der HIV-Schnelltest –
Voraussetzungen für Schnelltestangebote an Gesundheitsämtern
Dr. Alice Schaffer
Stadt Nürnberg, Gesundheitsamt, Sachgebietsleiterin Infektionsschutz
Das Gesundheitsamt Nürnberg bietet den HIV Schnelltest seit Juni 2008 in Ergänzung zum kostenlosen Labortest an. Primär als gemeinsames Projekt mit der örtlichen AIDS Hilfe geplant, startete das
Gesundheitsamt in eigener Regie zusammen mit der versuchsweisen Einführung einer „Abendsprechstunde“, die einmal im Monat bis 20 Uhr angeboten wurde. In den ersten 6 Monaten (Juli 2009
bis Dezember 2009) wurden alle Blutproben parallel im LGL getestet. Es ergab sich eine 100 % Übereinstimmung der Testergebnisse).
Der verwendete Schnelltest „Determine HIV-1/2 Ag/Ab Combo“ der Firma Inverness Medical erfüllt
hinsichtlich Sensitivität (Anteil der Infizierten, die im Test positiv erkannt werden) und Spezifität
(Anteil der nicht Infizierten, die im Test negativ sind) nahezu die gleichen Anforderungen wie die
Screeningtests im Labor. Der Test weist sowohl Antikörper als auch Antigene (p24 Antigen) nach.
Im Jahr 2009 wurden insgesamt 683 Schnelltests durchgeführt. Dies entspricht einem Anteil von 23,4
%. Die Abendsprechstunde wurde inzwischen auf 19 Uhr verkürzt und wird jeden 2. und 4. Donnerstag im Monat angeboten.
Bei allen 8 reaktiven Schnelltests wurde die Labor die HIV Infektion bestätigt. Bisher wurde kein falsch
reaktives Ergebnis festgestellt.
Logistische Voraussetzungen:
Im Wartezimmer der AIDS-STI Beratung hängt eine Information zum HIV Schnelltest Angebot, wo
auch auf die Kosten hingewiesen wird.
Im Gespräch, der jedem HIV Test vorausgeht, wird darauf hingewiesen, dass „falsch positive“ Ergebnisse möglich sind. Dies bedeutet, dass eine Reaktion im Schnelltest als „reaktiv“ eingestuft wird, aber
erst nach Bestätigung im Labor positiv für eine HIV Infektion ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich
um eine HIV Infektion handelt ist allerdings hoch, insbesondere wenn entsprechende anamnestische
Angaben vorliegen. Dies bedeutet auch, dass der Betroffenen darüber aufgeklärt werden muss, alle
Schutzmaßnahmen einzuhalten, bis das endgültige Ergebnis vorliegt. Dies erfordert einen längeren
Beratungsaufwand
Wir verwenden für die Untersuchung einen Test, der mit venösem Vollblut durchgeführt werden kann.
Das Blut wird mit einer Pipette auf den Teststreifen aufgetragen wird. Zur Sicherheit entnehmen wir
zwei Röhrchen: ein Serumröhrchen für einen möglicherweise durchzuführenden Bestätigungstest
bzw. weitere Parameter(z.B. Hepatitis) und ein EDTA Blutröhrchen für den Schnelltest.
In welchen Situationen wird der Schnelltest nachgefragt?
 Zeitaufwand für den 2. Besuch zur Testmitteilung ist zu hoch bzw. nicht möglich (z.B. langer
Anfahrtsweg, nur kurzer Aufenthalt in der Stadt).
 Große Angst, sodass die Woche bis zur Testmitteilung als starke Belastung empfunden wird.
 Patienten wissen nicht, ob sie nochmals den Mut aufbringen, in die Beratungsstelle zu kommen.
Wann wird der Test in der Beratung aktiv angeboten?
 Es liegt ein sehr hohes Risiko vor. Im Sinne des Schutzes Dritter sollte der Patient möglichst
schnell von der Infektion erfahren, um sich entsprechend „safe“ zu verhalten.
 Partner ist positiv getestet und es liegt Risikoverhalten vor, die psychische Belastung bis zum
Ergebnis kann erheblich reduziert werden.
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