Knick- Plattfuss - St. Martinus Krankenhaus Langenfeld

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Klinik für Unfall- Hand- und Fußchirurgie
Klosterstrasse 32
40764 Langenfeld
Tel.: 02173-796-241
Fax.: 02173-796-242
Chefarzt
Prof. Dr. med. Christian Simanski
Knick-Plattfuss
Unter einem Plattfuß versteht man die Aufhebung des Fußlängsgewölbes. Meistens ist die
Fehlstellung
mit
einer
Vorfußauswärtsdrehung
und
einer
X-Stellung
des
Rückfußes
vergesellschaftet.
Rückfußvalgus klinisch und… während der OP
Bei
vielen
Menschen
Achsfehlstellungen
keine
machen
diese
Beschwerden
und
bestehen teilweise ein Leben lang. Kommt es
zur Ausbildung von Beschwerden, werden im
frühen Stadium zunächst Schmerzen über der
Fußinnenseite
und
Außenseite beklagt.
später
auch
auf
der
Die Fehlstellung nimmt
oftmals im Verlauf zu, fixiert sich, und kann
zusätzlich zu einer Ausbildung eines Hallux-Valgus oder auch Krallenzehen führen. Oftmals sind
der angeborene Knick-Plattfuß (und damit die Rückfußfehlstellung) auch Ursache eines
bestehenden Hallux Valgus beim Kind oder beim jugendlichen Patienten.
Die Fehlstellung ist sehr häufig eine erbliche Veranlagung, ein degenerativer (oder chronisch
entzündlicher) Prozess von Sehnen und Bändern, die entscheidend für die Aufrichtung des
Fußlängsgewölbes sind oder aber auch posttraumatische Folgen (z.B. nach Fersenbeinbruch),
spielen eine Rolle. Veränderungen der Tibialis posterior Sehne sind dabei maßgeblich. Anhand
des stadienhaften Verlaufs werden vier Schweregrade unterschieden:
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Klosterstrasse 32
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Fax.: 02173-796-242
Chefarzt
Prof. Dr. med. Christian Simanski
Knick-Plattfuss
Stadium I: Eine schmerzhafte Verdickung und Entzündung der Sehne mit Erguss in der
Sehnenscheide; keine oder geringe Fehlstellung des Fußes.
Stadium II: Ein degenerativer Teileinriss der Sehne mit zunehmendem Funktionsverlust (meist
Längsriss), Fehlstellung des Fußes noch flexibel.
Stadium III: Ein degenerativer Riss der Sehne mit fixierter Fehlstellung des Fußes.
Stadium IV : Ausweitung der Fehlstellung auf das obere Sprunggelenk.
Die Therapie des Knick-Plattfußes richtet sich nach dem jeweiligen Stadium der Deformität:
Stadium I: Die Entzündung frühzeitig erkannt, kann man mit einer konservativen Therapie z.B.
ruhigstellenden Therapie sowie entzündungshemmenden Medikamenten die Sehnenreizung
erfolgreich
therapieren.
Anschließend
sollte
eine
konsequente
Einlagenversorgung
zur
Unterstützung der Tibialis posterior Sehne erfolgen. Bei therapieresistenten Beschwerden ist eine
operative Entlastung der Sehne erforderlich.
Stadium II: Die Funktion kann nur durch eine Operation wiederhergestellt werden. Die Sehne
wird genäht und durch Verlagerung einer benachbarten Sehne (FDL-Transfer) in Ihrer Funktion
unterstützt. Manchmal ist eine ergänzende Rückfußkorrektur mit Verschiebung des Fersenbeins
(sog. medialisierende Calcaneusosteotomie) notwendig, um die X-Fehlstellung des Rückfußes zu
beheben.
Bei jungen Patienten im Wachstumsalter kann eine zunehmende Rückfußaufrichtung durch
Einbringen einer Calcaneusstoppschraube erfolgen.
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Prof. Dr. med. Christian Simanski
Knick-Plattfuss
Stadium III/IV: Um eine physiologische Achsstellung und somit Schmerzfreiheit zu erreichen, ist
eine knöcherne Operation mit korrigierender Gelenkversteifung erforderlich. Je nach Zustand
der Fußwurzelgelenke und bandmäßiger Instabilität, besteht die Indikation zur subtalaren oder
talonavicularen oder „Triple Arthrodese“ oder zur calcaneocuboidalen Distraktionsarthrodese (sog.
Evans-OP). Bei einer Versteifung des unteren Sprunggelenks ist das Abrollen im oberen
Sprunggelenk in der Regel nicht beeinträchtigt.
Nachbehandlung:
Je
nachdem,
welches
operative
Verfahren
man
anwendet
sind
unterschiedliche
Nachbehandlungszeiträume notwendig:
Entsprechend des Stadien abhängigen Behandlungsschemas ist entweder eine frühfunktionelle
Therapie
mit
Krankengymnastik
oder
eine
ruhigstellende
Behandlung
erforderlich.
Bei
aufwendigen Versteifungsoperationen ist eine begleitende Gips-/ Orthesen Ruhigstellung bis zu 12
Wochen erforderlich, wobei zunehmend eine volle Belastung ab der 7. Woche durchgeführt
werden kann.
© Simanski 2012
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