Vitamine - Pro Patient online

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Vitamine
Ohne Vitamine können lebenswichtige Stoffwechselfunktionen ins Stocken geraten. Daher
ist eine abwechslungsreiche und vernünftige
Ernährung der wichtigste Schritt, um den Körper gut mit Vitaminen zu versorgen.
Da der Körper Vitamine mit wenigen Ausnahmen (Vitamin D) nicht selbst bilden kann –
sind sie für uns essenziell, also lebensnotwendig, und müssen mit der Nahrung aufgenommen werden.
Dies gilt in ähnlicher Weise für einige
Aminosäuren, Fettsäuren, Spurenelemente und Mineralstoffe. Dass eine
gesunde Ernährung einen wichtigen
Beitrag zum allgemeinen Wohlbefinden leistet, können viele aus eigener
Erfahrung bestätigen.
Idealerweise sollten Obst, Gemüse und
Salat möglichst häufig auf dem Speiseplan auftauchen – so lässt sich der
Vitaminbedarf auf ganz natürliche Weise gut decken. Eine zusätzliche Zufuhr von Vitaminen über Nahrungsergänzungsmittel oder mit Vitaminen
angereicherte Lebensmittel ist dann
nicht nötig.
Wem sein Körper lieb und wertvoll
ist, der sollte regelmäßig und in ausreichender Menge vitaminreiche Dinge essen und trinken.
Denn um lebenswichtige Stoffwechselfunktionen in Gang zu halten, braucht
der Körper Vitamine. Durch eine vitaminreiche Ernährung fühlen wir uns
fit und vital.
Bei Vitaminen denken viele zuerst an
Obst und Gemüse. Aber auch Fleisch,
Fisch, Öle, Getreide- und Milchprodukte liefern unserem Körper Vitamine.
Welche Vitamine stecken in welchen
Lebensmitteln?
Beginnen wir mit Vitamin A (Retinol):
Natürliche Quellen von Vitamin-AVorstufen sind vor allem tierische Produkte wie zum Beispiel Eigelb, Leber
und Butter.
Aber auch Gemüse wie Karotten und
Feldsalat oder bestimmte Obstsorten
wie zum Beispiel die Mango enthalten Vitamin A.
B-Vitamine gibt es viele. Das Vitamin
B1 (Thiamin) ersteckt sich in den verschiedenen Schichten des Getreidekorns – mit Vollkornprodukten können Sie es aufnehmen.
Neben Vollkornprodukten, Kartoffeln
und Hülsenfrüchten gehört auch
Schweinefleisch zu den thiaminreichen Lebensmitteln.
Vitamin B2 (Riboflavin) erfüllt eine
wichtige Rolle im Energiestoffwechsel. Die beste Quelle für Riboflavin ist
Hefe. Davon nimmt man im Normalfall jedoch keine großen Mengen auf.
Deshalb können Sie besser auf Milch
und Milchprodukte zurückgreifen, um
Ihren Riboflavin-Haushalt zu füllen.
Auch Fisch und Fleisch sind VitaminB2-haltig. Ein weiteres Vitamin, das in
die Vitamin-B-Gruppe fällt: Folsäure.
Sie spielt eine wichtige Rolle im Stoffwechsel. Folsäure können Sie zum Beispiel mit frischem Spinat, Gurken und
Tomaten oder Leber aufnehmen.
Das Vitamin Niacin (früher Vitamin
B3) ist an der Bildung von Fettsäuren
und Cholesterin beteiligt. Es kommt
zum Beispiel in Fisch und Fleisch vor.
Auch Hefen und Getreideprodukte
weisen eine hohe Konzentration auf.
Auch die Pantothensäure gehört zu den
B-Vitaminen. Sie ist wichtig für den
Energiestoffwechsel.
Man nimmt an, dass sie in fast allen
Nahrungsmitteln enthalten ist. Besonders reich an Pantothensäure sind
allerdings Innereien, insbesondere Leber, aber auch Herz.
Dem Vitamin B6 (Pyridoxin) kommt
eine wichtige Funktion im Eiweißstoffwechsel zu. Wenn Sie Ihren Pyridoxin-Haushalt aufstocken möchten,
greifen Sie auf Fleisch zurück – auch
hierfür sind Innereien gute Lieferanten. Wenn Innereien nicht Ihren Geschmack treffen, können Sie sich auch
über pflanzliche Lebensmittel wie
zum Beispiel Kartoffeln mit Vitamin
B6 versorgen.
Das Vitamin B12 (Cobalamin) ist
hauptsächlich in tierischen Produkten
vertreten. Um den Bedarf zu decken,
eignen sich Fleisch (auch hier vor allem Leber, Herz und Niere), aber auch
Milch und Eier.
Wer viel Gemüse wie zum Beispiel grüne, gelbe und rote Paprika und Obstsorten wie Kiwis oder schwarze Johannisbeeren isst, versorgt seinen Körper mit Vitamin C (Ascorbinsäure).
Vitamin D ist wichtig für die Knochenbildung. Es kommt in einigen Seefischarten wie in Hering oder Lachs
vor. Zwar allseits unbeliebt, dafür aber
reich an Vitamin D: Lebertran.
Ein weiteres wichtiges Vitamin, das
im Stoffwechsel mitmischt, ist Biotin
(früher Vitamin B7). Reich an Biotin
sind Leber, Milch und Eier, aber auch
verschiedene Obst- und Gemüsesorten wie Bananen oder Tomaten.
Vitamin E (Tocopherol), das die Abwehrkräfte unterstützt und für Oxidationsschutz sorgt, ist vor allem in
pflanzlichen Ölen anzutreffen. Neben
Olivenöl enthalten auch Weizenkeimöl, Sonnenblumenöl und Maiskeimöl
besonders viel Vitamin E.
Für die Blutgerinnung braucht der Körper Vitamin K (Phyllochinon).
Dieses können Sie Ihrem Körper zum
Beispiel über Hühnerfleisch zuführen.
Aber auch grüne, blattförmige Pflanzen weisen einen hohen Vitamin-KGehalt auf. Ein weiterer Vitamin-KLieferant ist das gute alte Sauerkraut!
Wie viel Vitamine man tatsächlich
täglich aufnimmt, ist manchmal nur
schwer einzuschätzen, da viele Lebensmittel heutzutage Vitamine auch
als Zusatzstoffe enthalten.
Dadurch lassen sich einerseits das
Risiko eines Vitaminmangels und andererseits das einer Vitaminüberversorgung häufig schlecht beurteilen.
Hinzu kommt, dass der Vitamingehalt in der Nahrung stark schwankt:
Die tatsächlich enthaltene Vitaminmenge hängt davon ab,
• wo die Lebensmittel herkommen
(Transportweg),
• wie reif sie sind,
• wie sie gelagert und
• zubereitet werden.
Daher sind Angaben in Nährstofftabellen oft ungenau und treffen nicht
auf jeden Apfel und jede Möhre gleichermaßen zu.
Wasserlösliche
und fettlösliche Vitamine
Es gibt zwei Gruppen von Vitaminen:
wasserlösliche und fettlösliche.
Wasserlösliche Vitamine (Vitamin C
und alle B-Vitamine) verteilen sich in
allen wasserhaltigen Bereichen des
Körpers, zum Beispiel im Blut oder in
den Zellzwischenräumen. Wasserlösliche Vitamine werden im Körper
kaum gespeichert – ein Zuviel scheidet er wieder aus. Nur Vitamin B12
kann in der Leber gespeichert werden.
Die fettlöslichen Vitamine A, D, E,
und K können allesamt im Körper gespeichert werden. Das hat Vor- und
Nachteile: Eine regelmäßige Zufuhr ist
aufgrund des Vorrats nicht unbedingt
notwendig, allerdings kann sich ein
gesundheitsschädlicher Überschuss bilden und zu Beschwerden führen.
Transporthilfe: Um fettlösliche Vitamine in „wässrige Gebiete“ des Körpers zu transportieren, benötigen sie
einen Hilfsstoff, der sie wie eine Hülle
umgibt.
Vitaminmangel
Wer sich gesund und ausgewogen ernährt, deckt den täglichen Vitaminbedarf in der Regel ab und muss keinen
Vitaminmangel befürchten.
Mögliche Ursachen für einen Vitaminmangel sind zum Beispiel:
• Unterernährung
• Fehlernährung
• Aufnahmestörungen
In Industrieländern tritt ein Vitaminmangel eher selten auf. Kritisch ist die
Situation dagegen in vielen Entwicklungsländern. Ein Vitaminmangel
kann zu verschiedene Krankheiten
führen, wie etwa:
• Skorbut (Vitamin-C-Mangel)
• Beriberi (Vitamin-B1-Mangel)
• Pellagra (Vitamin-B2-Mangel)
• Nachtblindheit (Vitamin-A-Mangel)
Doch auch in den Industrieländern
gibt es bestimmte Risikogruppen, die
anfällig für Vitaminmangelerscheinungen sind. Dazu gehören:
• sehr junge Menschen (Wachstum)
• sehr alte Menschen (oft einseitige
und/oder mangelnde Ernährung)
• schwangere und stillende Frauen
• Menschen mit Magen-Darm-Erkrankungen
• Alkoholiker
• Raucher
Weitere Risikofaktoren sind:
• einseitige Ernährung
• Stress
• Wechselwirkungen durch die Einnahme bestimmer Medikamente
Ein Vitaminmangel kann viele Ursachen haben.
„Viel hilft viel“ gilt nicht unbedingt für
Vitamine: Eine ständig hochdosierte
Vitaminaufnahme (z. B. durch Nahrungsergänzungsmittel) kann gesundheitsschädlich sein. Eine Vitaminüberdosierung ist vor allem bei den fettlöslichen Vitaminen möglich, da diese
vom Körper gespeichert werden können – das gilt insbesondere für die Vitamine A und D.
Als Folge einer Überversorgung mit
Vitaminen kann es zu akuten oder
chronischen Vergiftungserscheinungen
kommen.
Tipps für den richtigen Umgang mit
Vitaminen
Vitamine sind empfindlich gegenüber
äußeren Einflüssen wie Hitze, Luft
und Licht. Bei der Verarbeitung von
Lebensmitteln sollten Sie deshalb
unbedingt einige Dinge beachten, damit die wertvollen Inhaltstoffe möglichst erhalten bleiben und nicht verlorengehen..
Was den Vitaminen in Obst und
Gemüse schadet:
• vitaminhaltige Teile entfernen (zu
großzügiges Schälen bei Äpfeln,
Entfernung der äußeren Schichten
der Getreidekörner bei der Herstellung von Weißmehl)
• langes Kochen („Zerkochen“)
• Wegschütten des Kochwassers
• lange Lagerung
• weite Transportwege
• zu intensives Waschen und Wässern
• langes Warmhalten und wiederholtes Aufwärmen von Speisen
• zu hohe Kochtemperatur und ungeeignetes Kochgeschirr (es darf kein
Dampf bei geschlossenem Deckel
entweichen)
Was Vitaminen in Obst und Gemüse
gut tut und nicht schadet:
• Tiefgefrieren
• kurzes Kochen und Mitverwenden
des Kochwassers z. B. für Soßen (da
einige Vitamine im Wasser sind)
• Garen im Wasserdampf, z. B. in einem Siebeinsatz (schonendste Methode)
• frisches, qualitativ hochwertiges
Gemüse verwenden
• geeigneten Kochtopf benutzen, der
die Wärme gleichmäßig von unten
und den Seiten verteilt (am besten
Edelstahl mit Aluminiumkern)
• richtige Topfgröße (nicht zu groß)
• Wer auf ausgewogene Ernährung achtet, braucht zur Deckung seines Vitaminbedarfs keine Nahrungsergänzungsmittel und bekommt auch
gleichzeitig die notwendigen Mineralstoffe mitgeliefert.
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