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der Partner im Sportplatzbau ...
INTERGREEN®
Minilexikon Rasen
Rasenkrankheiten, -schädlinge, -unkräuter
& Rasengräser erkennen und bestimmen
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der Partner im Sportplatzbau ...
IHRE PARTNER VOR ORT
Sportrasen ist mehr als ein Bodenbelag oder
einfach nur Gras – Sportrasen und der dazugehörige Boden bilden ein Ökosystem, welches auch
einen Lebensraum für Pflanzen und Tiere darstellt.
Thieme-Hack GmbH
Der Sportrasen soll grün, eben, dicht, gesund und
strapazierfähig sein. Jeder, der für ein Rasenfeld
die Verantwortung trägt oder es nutzt, kennt diese
Anforderungen. Der Idealzustand des Platzes
wird jedoch durch das Auftreten von Krankheiten,
Schädlingen, Unkräutern und Ungräsern gefährdet,
so dass Maßnahmen ergriffen werden müssen.
Baumschulenweg 8
21514 Klein-Pampau
www.thieme-hack.de
Schmitt GmbH
Rankenheimer Str. 5
15746 Groß Köris
GALABO GmbH
www.schmitt-sportplatzbau.de
Kappenberger Damm 288
48163 Münster
www.galabo-muenster.de
INTERGREEN®
Klei GmbH
Um geeignete Maßnahmen bestimmen zu können,
muss aber erst einmal bestimmt werden, was
genau zu den Schäden am Rasen führt und welche
Ursachen dafür bestehen.
Stettiner Straße 14-16
34225 Baunatal-Großenritte
www.klei-galabau.de
Schmitt GmbH
St.-Ulrich-Ring 6
35428 Langgöns
www.schmitt-sportplatzbau.de
Rundel GmbH
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Am Markbach 3
76547 Sinzheim
www.bau-gruen.de
John GmbH
Kaiweg 1
96103 Hallstadt
www.john-galabau.de
Hilgers GmbH & Co. KG
Sonnleiten 1
84160 Frontenhausen
www.sportplatzbau-hilgers.de
Vorwort
Am Gabelacker 11
60433 Frankfurt/Main
www.rundel-frankfurt.de
Dieses Lexikon hilft Ihnen dabei, die am häufigsten
auftretenden Krankheiten, Schädlinge, Unkräuter
sowie Ungräser zu identifizieren und ihre Standortvorlieben kennenzulernen.
Durch sein praktisches Format passt es in jede
Hosentasche und kann so jederzeit mitgenommen
werden.
Sollten Sie Hilfe benötigen, wenden Sie sich
einfach an Ihren INTERGREEN-Partner. Er berät Sie
gerne und führt auch geeignete Maßnahmen zur
Bekämpfung von Rasenkrankheiten, Schädlingen
und Unkräutern durch.
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der Partner im Sportplatzbau ...
Rasenkrankheiten und
Rasenschädlinge
Ursachen und Erkennung ..................... 2
Rasenkrankheiten................................. 6
Blattfleckenkrankheit............................ 8
Dollarflecken........................................ 10
Hexenring............................................ 12
Rost..................................................... 14
Rotspitzigkeit....................................... 16
Schneeschimmel.................................. 18
Schwarzbeinigkeit............................... 20
Wurzelbrand....................................... 22
Wurzeltöterkrankheit.......................... 24
Inhalt
Rasenschädlinge................................ 26
Drahtwürmer....................................... 28
Engerlinge........................................... 30
Erdschnaken-Larve.............................. 32
Maulwurf............................................. 34
Regenwurm......................................... 36
Ameise................................................ 38
Wühlmäuse......................................... 40
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Rasenunkräuter, Rasenungräser
und Rasengräser
Ursachen und Erkennung.................... 42
Rasenunkräuter.................................. 44
Ackerröte............................................ 46
Mittlere Wegerich ............................... 48
INTERGREEN®
Braunelle............................................ 50
Fadenehrenpreis................................. 52
Kriechendes Fingerkraut..................... 54
Gänseblümchen.................................. 56
Kriechender Günsel............................. 58
Gundelrebe | Gundermann.................. 60
Hirtentäschelkraut.............................. 62
Weißklee............................................. 64
Kriechender Hahnenfuss..................... 66
Gewöhnlicher Löwenzahn................... 68
Behaartes Schaumkraut ..................... 70
Rote Taubnessel................................. 72
Wiesen-Storchenschnabel.................. 74
Vogelsternmiere . ............................... 76
Rasenungräser.................................... 78
Bermudagrass..................................... 80
Blutrote Fingerhirse............................ 82
Honiggras . ......................................... 84
Jährige Rispe....................................... 86
Gemeine Rispe.................................... 88
Rasengräser........................................ 90
Deutsches Weidelgras . ...................... 92
Rohrschwingel.................................... 94
Rotschwingel...................................... 96
Straußgras ......................................... 98
Wiesenrispe....................................... 100
Lägerrispe ......................................... 102
www.intergreen.de ...........................104
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Rasenkrankheiten und Rasenschädlinge
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Ursachen und Erkennung
Warum treten Krankheiten auf?
Wird ein Rasen intensiv genutzt, wird er anfälliger gegen Rasenkrankheiten. Vor allem aber schlechte und falsche Pflege, wie z.B.
total verfilzte Grasnarben leisten Krankheiten Vorschub.
Welche Ursachen haben Rasenkrankheiten?
Schlechte oder falsche Pflege ist die häufigste Ursache für eine
Rasenkrankheit. Zuviel Wasser auf humusreiche oder lehm- und
tonhaltige Böden in Verbindung mit einer einseitigen Düngung
(besonders mit langsam wirkenden Stickstoffarten) begünstigen
Schimmel- und Fäulnisbildung. Pilz fördernd wirkt akuter Kali- und
Eisenmangel im Boden. Auch feuchtwarme Witterung im Sommer und
im Herbst kann diese Krankheit beschleunigen. Bei Bodenverdichtung
oder einer Übersäuerung der Rasentragschicht ist das ausgewogene
Verhältnis von Bakterien und Kleinstlebewesen im Boden gestört und
bietet einen guten Nährboden für Pilze.
Welche Hinweise auf tierische Bodenschädlinge gibt es?
Bei Unkenntnis und falschem Handeln kann der Rasen bald so aussehen.
Verändert eine Rasenfläche insgesamt oder stellenweise auf
ungewöhnliche Art und Weise ihr normales Aussehen, kann von einer
Krankheit des Rasens ausgegangen werden. Pilzbefall oder tierische
Schädlinge sind dafür in der Regel verantwortlich. In jedem Falle gilt
es, rechtzeitig Schäden zu erkennen und dann zu behandeln. Nur so
kann die Ausbreitung der Krankheit verhindert werden.
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Halten sich immer wieder viele Vögel auf dem Rasen auf, so weist
dieses Verhalten auf tierische Bodenschädlinge hin, die als deren
bevorzugtes Futter gelten. Im Rasen treten fleckige und flächige
Verfärbungen auf, die durch Absterben der Gräser verursacht werden.
In der Regel rühren diese Schäden vom Wurzelfraß von Larven her.
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Rasenkrankheiten? Schädlinge? Intergreen hilft!
Die INTERGREEN-Fachbetriebe verfügen über große Erfahrung
bei der Erkennung und Bekämpfung von Schädlingen und
Rasenkrankheiten. Anruf genügt, wir beraten Sie gerne!
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Bild eines „Hexenrings“
Rasenkrankheiten
Abbildungen & Kurzbeschreibungen
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Rasenkrankheiten
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Blattfleckenkrankheit
Wissenschaftliche Bezeichnung
Helminthosporium sp.
Schadbild
H. carbonum: Ovale, 2-25mm lange Flecken; zunächst papierartig
mit rötlichem Hof und oft konzentrischen Zonen, später braun bis
russfarbig.
H. turcicum: Unregelmässig langovale 0,5-10 cm lange Flecken;
zunächst wässrig graugrün, später graubraun mit schmaler
dunkelbrauner Umrandung. Inneres z.T. schwärzlich.
H. maydis: Elliptische, 2-25mm lange Flecken; zunächst gelbbraun,
später graubraun mit schmaler rotbrauner Umrandung. Auf
welkenden Keimpflanzen nekrotische Streifen. Durch vielfältige
Rassenbildung sind Befallsstärke und Symptomausprägung nach
Sorten sehr verschieden.
Bedeutung
Die Pilze sind verbreitet und können zu Verlust an Assimilationsfläche
führen. Helminthosporiosen traten zwar bisher nur sporadisch
wirtschaftlich schädigend auf, doch scheint H. carbonum an
Bedeutung zu gewinnen.
Lebenszyklus
Die Blattfleckenkrankheit kann das ganze Jahr über auftreten.
Hauptschäden entstehen jedoch vorwiegend in den Sommermonaten
von Mai bis September.
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Rasenkrankheiten
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Dollarflecken
Wissenschaftliche Bezeichnung
Sclerotinia homoeovarpa
Schadbild
Bei kurz geschnittenen Rasengräsern treten zunächst nur kleine,
runde, gelbliche Flecken mit einem Durchmesser von 2 – 3 cm und
einer scharfen Begrenzung zum gesunden Rasen auf.
Auf Sportrasen bilden sich in der Regel größere und unregelmäßigere
Flecken mit einem Durchmesser von 5 – 15 cm.
Bei hoher Luftfeuchtigkeit oder Tau ist ein weißes und spinnennetzartiges Myzel (Bild 2) gut zu erkennen. Wird der Befall nicht
rechtzeitig erkannt und behandelt ist eine Beeinträchtigung des
Wurzelwachstums möglich.
Bei näherer Betrachtung zeigt sich ein strohfarbener Brennfleck mit
einer rotbraunen Begrenzung. Zudem schnürt das Blatt sich ein.
Bedeutung
Dollarflecken sind weit verbreitet und werden durch Spieler und
Maschinen rasch verschleppt.
Lebenszyklus
Die Pilze treten vorwiegend von Mitte April bis Mitte Juni und Mitte
August bis Ende Oktober auf. Sie entstehen vor allem auf feuchten
und schlecht durchlüfteten Böden.
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Rasenkrankheiten
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Hexenringe
Wissenschaftliche Bezeichnung
Marasmius oreades, Basidiomyceten etc.
Schadbild
Als Hexenringe oder Feenringe werden kreisförmige Ansammlungen
von Pilz-Fruchtkörpern bezeichnet, die dadurch entstehen, dass
das Myzel eines Pilzes in alle Richtungen gleich schnell wächst.
Hexenringe werden von verschiedenen Pilz-Arten – in Europa von
circa 60 Sorten – an ganz unterschiedlichen Standorten gebildet.
Am Ende der Myzelfäden bilden sich das, was der Volksmund als
„Pilze“ bezeichnet, der sichtbare Fruchtkörper. Da mit der Zeit
die Nährstoffe im Boden im inneren Bereich der „kreisförmigen
Pilzansammlung“ zur Neige gehen, stirbt das Myzel dort ab und übrig
bleibt eine ringförmige Struktur, der so genannte Hexenring. In der
Regel ist ein Hexenring daher ein einziger Organismus.
Bei günstigen Bedingungen kann das Myzel sehr schnell Fruchtkörper
bilden, somit können solche Ringe buchstäblich über Nacht
entstehen. Im Allgemeinen haben Hexenringe Durchmesser von 20
cm bis zu einigen Metern.
Bedeutung
Hexenringe können überall auftreten und sind nicht an bestimmte
Grasarten oder Rasentypen gebunden. Vermehrt treten sie in
ehemaligen Waldgebieten und mageren, sandigen Standorten auf.
Lebenszyklus
Hexenringe können ganzjährig auftreten.
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Rasenkrankheiten
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Rost
Wissenschaftliche Bezeichnung
Puccinia spp.
Schadbild
Für Rostkrankheiten sind vorwiegend Wiesenrispe (Poa pratensis)
und Deutsches Weidelgras (Lolium perenne) anfällig. Bei Beginn der
Erkrankung weisen die Gräser hellgelbe Flecken auf.
Anschließend treten je nach Rostart gelbe, orangefarbene oder
braune Pusteln mit staubenden Sporen in unterschiedlicher Form
und Verteilung auf.
Die befallenen Gräser bleiben im Wachstum zurück. Die Rasenfläche
wird ausgedünnt und Lücken können auftreten. Bei starkem Befall
erscheint der Rasen gelblich oder bräunlich.
Bedeutung
Die Sporen werden durch Wind, Spieler und Maschinen weiter
verbreitet. So kann es auf der gesamten Spielfläche schnell zu
Nesterbildung kommen.
Lebenszyklus
Rostkrankheiten treten häufig von Mai bis September nach trockenen
Perioden auf.
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Rasenkrankheiten
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Rotspitzigkeit
Wissenschaftliche Bezeichnung
Cortitium fuciforme
Schadbild
Erste Anzeichen sind unregelmäßig geformte Flecken mit teilweise
abgestorbenem Gräsern, wobei der obere Teil der Halms bereits
rötlich gefärbt ist. Im weiteren Verlauf zeigt sich ein watteartiges
rosafarbenes Myzel, das sich zu einem roten, geweihartigen
Pilzgewebe entwickelt und die Blätter verklebt.
Als besonders anfällig für diese Krankheit ist bei den Gräsern der
Gewöhnlicher Rot-Schwingel (Festuca rubra), aber auch Straußgräser
(Agrostis), Rispengräser (Poa pratensis ) und Weidelgräser (Lolium)
können befallen werden.
Bedeutung
Rotspitzigkeit ist eine weltweit auftretende Rasenkrankheit, die durch
Pilzbefall (Laetisaria fuciformis, Corticium fuciforme) verursacht
wird.
Lebenszyklus
Der Befall mit Rotspitzigkeit tritt meist nach feuchtwarmen Perioden
von Juni bis Oktober auf.
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Rasenkrankheiten
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Schneeschimmel
Wissenschaftliche Bezeichnung
Fusarium nivale, Microdochium nivale
Schadbild
Im Frühjahr zeigen sich zunächst kleine, annähernd runde Flecke mit
einem Durchmesser von circa 2,5 bis 5 cm, die unter ungünstigen
Bedingungen bis auf 30 cm anwachsen und ineinander übergehen
können. Die Flecken sind von einem weißgrauen bis rötlichen
Myzelbelag überzogen.
Bedeutung
Der Schneeschimmel ist eine Nassfäule und zählt zu den am
häufigsten auftretenden Rasenkrankheiten. Besonders anfällig sind
schwächliche oder überdüngte Pflanzen auf verdichteten Böden. Die
Krankheit entsteht meist ab September kann aber unter ungünstigen
Bedingungen auch das ganze Jahr auftreten. Wie der Name sagt, wird
sie durch eine lange Schneebedeckung gefördert.
Lebenszyklus
Die Krankheit entsteht meist ab September kann aber unter
ungünstigen Bedingungen auch das ganze Jahr auftreten. Wie der
Name sagt, wird sie durch eine lange Schneebedeckung gefördert.
Hohe Luftfeuchtigkeit bei kühlen Temperaturen fördert die Infektion.
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Rasenkrankheiten
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Schwarzbeinigkeit
Wissenschaftliche Bezeichnung
Ophiobolus graminis
Schadbild
Es treten anfänglich kleine, eingesunkene Flecken mit rund 5 bis 10
cm Durchmesser und ausgeblichener, bronzeartiger Färbung auf. Im
Zentrum der Flecken sterben die Gräser ab und Unkräuter fangen an
zu wachsen. Die typische Ringbildung hat begonnen. Diese Symptome
ermöglichen auch zu befallsfreien Zeiten die Diagnose.
Von Jahr für Jahr erscheint nun ein Ring an derselben Stelle, nimmt
jedoch immer mehr an Größe zu. Das abgestorbene Gras kann leicht
aus dem Boden gezogen werden. Wie der Name Schwarzbeinigkeit
bereits sagt, sind die Wurzeln nun braun-schwarz verfärbt.
Bedeutung
Ophiobolus graminis ist eine weltweit verbreitete Rasenkrankheit.
Probleme bereitet sie während der ersten 3 – 4 Jahre nach der
Neuanlage von Rasenflächen.
Lebenszyklus
Die Krankheit tritt vor allem während eines Zeitraums von August bis
Oktober auf. Bei schlechtem Wasserabfluss und Staunässe ist auch
ein Befall von April bis Juni möglich.
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Rasenkrankheiten
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Wurzelbrand
Wissenschaftliche Bezeichnung
Phytium
Schadbild
Für den Wurzelbrand sind verschiedene Pilze der Auslöser, im
allgemeinen tritte er jedoch bei Gräsern mit geringer Vitalität auf.
Bei Neuanlagen und Nachsaaten kommt es durch Phytium zu
Fehlstellen. Die anwachsenden Gräser trocknen an der Basis aus
und sterben ab. Man kann diese leicht aus dem Boden ziehen. Die
Wurzeln sind dunkelbraun verfärbt.
Bei etablierten Bestandsflächen zeigt sich Phytium zuerst durch
kleine und eingesunkene Flecken. Bei hoher Luftfeuchtigkeit zeigt
sich weißliches Myzel, das den Fleck schleimig wirken lässt. Auch
hier kann man die Graspflanze leicht aus dem Boden ziehen, dabei
reißt sie jedoch oft am Wurzelhals ab. Die Wurzeln sind ebenfalls
dunkelbraun bis schwarz verfärbt.
Oft wachsen die einzelnen Flecken zusammen und lassen größere
befallene Flächen entstehen. Verbreitung der Sporen durch Mensch,
Maschine und Oberflächenwasser.
Bedeutung
Wurzelbrand kann bei allen Arten von Rasengräsern auftreten.
Lebenszyklus
Ganzjähriges Auftreten bei geeigneten Bedingungen.
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Rasenkrankheiten
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Wurzeltöterkrankheit
Wissenschaftliche Bezeichnung
Rhizoctonia solani, Rhizoctonia cerealis
Schadbild
Die Wurzeltöterkrankheit wird im englischen Sprachgebrauch „Brown
Patch“ genannt. Je nach Schnitthöhe des Rasens erscheinen bei Befall
unterschiedliche Symptome.
Auf kurz geschnittenen Rasenflächen treten zunächst unregelmäßige
Flecken von 5 – 10 cm Durchmesser auf. Diese können Durchmesser
bis zu 60 cm erreichen. Auf Rasensportflächen können die Flecken
mit mehr als einem Meter Durchmesser auftreten.
Bei Befall zeigen sich Verfärbungen von graugrün über rötlich bis hin
zu hellbraun. Eindeutig erkennbar ist die Wurzeltöterkrankheit an
einem graublauen Ring mit einer Breite von 2 – 4 cm am äußersten
Rand der Flecken. Dieses relativ eindeutige Symptom tritt leider nicht
bei jedem Befall auf und ist meist auch nur am frühen Morgen im Tau
zu erkennen.
Bedeutung
Die Wurzeltöterkrankheit kann bei allen Arten von Rasengräsern
auftreten.
Lebenszyklus
Tritt besonders oft im Frühjahr oder Spätsommer auf. Rhizocotonia
cerealis tritt oft im Frühjahr bei hoher Luftfeuchtigkeit und kühlen
Temperaturen auf. Rhizoctonia solani wird durch hohe Luftfeuchtigkeit
mit hohen Temperaturen und dauerfeuchten Rasen begünstigt.
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Bild eines Maulwurfs
Rasenschädlinge
Abbildungen
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Rasenschädlinge
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Drahtwürmer
Als Drahtwürmer werden die Larven von Käfern aus der Familie
der Schnellkäfer (Elateridae) bezeichnet, zu deren Vertretern
beispielsweise der Mausgraue Schnellkäfer (Agrypnus murinus, Bild
2) zählt.
Sie sind durch die Panzerung mit Chitin steif und relativ hart,
worauf der Name zurückgeht. Sie besitzen drei Beinpaare, kräftige
Kiefer und Punktaugen auf der Kopfoberseite. Durch die für jede
Art charakteristische Ausformung des letzten Hinterleibsegmentes
(Analsegment) sind sie relativ leicht zu bestimmen.
Die Drahtwürmer der im Baummulm lebenden Arten sind karnivor.
Sie leben räuberisch von anderen Larven und Maden und können sich
auch gegenseitig auffressen. Die im Erdboden lebenden Arten sind
phytophag.
Die Larven einiger Arten fressen unterirdisch an den Wurzeln von
jungen Pflanzen und Sämlingen. Auf Sportplätzen kann es durch
den Befall der Larven daher zu empfindlichen Schäden kommen.
Sie fressen die Wurzel der Graspflanzen ab. Das Schadensbild kann
dann leicht mit Wurzelbrand oder Wurzeltöterkrankheit verwechselt
werden.
Die Fraßschäden ausgewachsener Käfer sind dagegen unbedeutend.
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Rasenschädlinge
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Engerlinge
Als Engerling (aus mittel- bzw. althochdeutsch enger(l)inc bzw.
engiring = kleiner Wurm, Made) bezeichnet man die Larvenform der
Blatthornkäfer, umgangssprachlich speziell die des Maikäfers und
des Junikäfers.
Maikäfer-Engerlinge schlüpfen nach vier bis sechs Wochen aus dem
Ei und werden fünf bis sechs Zentimeter lang. Sie leben je nach Art
zwischen zwei und vier Jahren in der Erde. Zunächst ernähren sie
sich von Humus, dann von zarten Gras- und Krautwurzeln und später
auch von Baumwurzeln. Der Wurzelfraß kann im Extremfall sogar zum
Absterben von ausgewachsenen Buchen führen.
Bei günstiger Sommerwitterung verpuppt sich der Maikäfer-Engerling
und wird nach vier bis sechs Wochen zum Käfer. Dieser überwintert
in einer Erdhöhle und krabbelt dann im April bis Mai des nächsten
Jahres aus dem Erdboden.
Da die Larven aber auch
gerne von Vögeln gefressen
werden, besteht zudem noch
die Gefahr der Zerstörung der
Rasenoberfläche durch Vogelschwärme.
Diese lassen sich auf der Suche
nach Futter auf dem Rasen
nieder und hacken mit ihren
Schnäbeln die Oberfläche auf.
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Rasenschädlinge
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Erdschnaken-Larve
Die Erdschnake legt im August/September ihre Eier ab. Noch im Herbst
schlüpfen daraus die grauen, walzenförmigen, beinlosen Tipulalarven
mit ihrem typischen Hinterleibsende, der sogenannten „Teufelsfratze“
(Es handelt sich um Werkzeuge, die zur Fortbewegung der Larven in
ihren unterirdischen Gängen dienen). Nach Überwinterung, die unter
Umständen nur die Hälfte der Tiere überlebt, entfalten die Larven in
den Monaten April und Mai ihre Hauptfraßtätigkeit. Dazu halten sie
sich dicht unter der Vegetationsdecke verborgen.
Die Larven ernähren sich in erster Linie von den Gräserwurzeln
kurz unterhalb der Bodenoberfläche, aber auch von oberirdisch
wachsenden Pflanzenteilen. Dazu verlassen die Larven besonders
nachts ihre Erdgänge. Bei bedecktem, regnerischem Wetter ist auch
tagsüber eine Fraßtätigkeit zu beobachten.
Auf gepflegten Rasenflächen ist ein starkes Vorkommen der
Erdschnake an vermindertem Wachstum, gelb-braunen Verfärbungen
der Blätter und dem Auftreten von nesterförmigen Kahlstellen zu
erkennen.
Die am Ende bräunlich-schwarze (im englischen Sprachraum wird
sie daher als „leatherjacket“-„Lederjacke“ bezeichnet) und bis zu
4 cm lange Larve verpuppt sich im Juni/Juli, um im Spätsommer
als adulte Erdschnake aus den Rasenflächen aufzusteigen. Als
sichtbares Zeichen ihrer Existenz bleiben nur die Puppenhüllen an
der Rasenoberfläche zurück. Es entwickelt sich nur eine Generation
pro Jahr.
Da die Larven aber auch gerne von Vögeln gefressen werden, besteht
zudem noch die Gefahr der Zerstörung der Rasenoberfläche durch
Vögelschwärme. Diese lassen sich auf der Suche nach Futter auf dem
Rasen nieder und hacken mit ihren Schnäbeln die Oberfläche auf.
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Rasenschädlinge
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Maulwurf
Europäische Maulwürfe verbringen wie alle Eigentlichen
Maulwürfe den Großteil ihres Lebens in einem selbst gegrabenen,
unterirdischen Gangsystem, dessen Tunnel sich sowohl knapp unter
der Erdoberfläche als auch bis zu einer Tiefe von 1 Meter erstrecken
können.
Das Aushubmaterial wird an die Oberfläche geschoben, wobei die
charakteristischen Maulwurfshügel entstehen. Diese befinden sich
im Allgemeinen nicht über den Gängen, sondern rund 15 Zentimeter
daneben, weil die Erde schräg nach oben gedrückt wird. Bei
besonders lockerem Boden fällt kaum Aushubmaterial an und bei
Schneebedeckung kommt es sogar vor, dass die Gänge durch die
Grasnarbe führen.
Die Grabgeschwindigkeit kann, je nach Bodenbeschaffenheit, bis zu
7 Meter pro Stunde betragen. Der größte Teil der Maulwurfsgänge
liegt nicht tiefer als 10 bis 20 Zentimeter, oft noch oberflächennaher,
aber unterhalb der Hauptwurzelregion. Nur im Winter, vor allem bei
Frost, und bei großer Trockenheit im Sommer verlegen Europäische
Maulwürfe ihre Aktivität in größere Tiefen von bis zu 50 bis 60
Zentimeter. Diese Nahrungsgänge verlaufen oft kreisförmig und sind
untereinander und mit der Nestkammer verbunden.
In Deutschland verbietet das Bundesnaturschutzgesetz (BNatschG)
explizit jegliches Töten der Tiere. Einzig die Vergrämung mit
ökologischen Mitteln, wie etwa bestimmten Geruchsstoffen, ist
erlaubt.
In seltenen Fällen werden von den Naturschutzbehörden
Ausnahmegenehmigungen zur Tötung oder Umsiedlung erteilt.
Auch nach der Bundesartenschutzverordnung ist die Art „besonders
geschützt“. Auch in Österreich und der Schweiz ist die Art geschützt.
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Rasenschädlinge
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Regenwurm
Die Regenwürmer (Lumbricidae) sind im Erdboden lebende,
gegliederte Würmer aus der Ordnung der Wenigborster (Oligochaeta).
Sie gehören innerhalb des Stammes der Ringelwürmer (Annelida) zur
Klasse der Gürtelwürmer (Clitellata). In Deutschland leben derzeit 39
Regenwurmarten . Nicht alle davon sind ursprünglich hier heimisch.
Ihre durchschnittliche Lebenszeit liegt zwischen 3 bis 8 Jahren.
Der Tauwurm (Lumbricus terrestris), auch Aalwurm oder Gemeiner
Regenwurm genannt, ist noch vor dem Kompostwurm (Eisenia foetida) die bekannteste und verbreitetste Art der heimischen
Regenwürmer (Lumbricidae). Er ist zwischen 9 und 30 Zentimeter
lang, und sein Körper ist vorne rot und hinten blass. Der Tauwurm
lebt in Wiesen und Gärten, gräbt bis zu drei Meter tiefe Gänge und
durchwühlt den Boden sehr intensiv.
Seine Nahrung besteht zum größten Teil aus noch nicht stark
verwesten Pflanzenteilen. Sie werden in die Wohnröhren gezogen und
dort verdaut. Der Kot wird später wieder an die Oberfläche gebracht
(Bild 2) oder auch zur Verfestigung der Gänge verwendet.
Nach ungefähr einem Jahr wird der Tauwurm geschlechtsreif. Die
Jungtiere schlüpfen, abhängig von Nahrung und Temperatur, etwa
nach einem halben bis zu einem Jahr aus den Kokons.
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39
Rasenschädlinge
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Wiesenameise
Die Gelbe Wiesenameise oder Gelbe Wegameise, auch Bernsteingelbe
Ameise (Lasius flavus) ist eine der häufigsten Ameisen in Mitteleuropa.
Die Arbeiterinnen sind 2 bis 4,5 Millimeter lang. Die Farbe variiert
zwischen einem zartem Gelb und Braungelb. Sie sind sehr leicht mit
Exemplaren anderer gelber Wegameisen-Arten zu verwechseln.
Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Europa, Asien, Nordafrika
und den Osten Nordamerikas.
Die Gelbe Wiesenameise ist in vielen Gärten mit größeren
Rasenflächen, auf Wiesen und Waldrändern anzutreffen und nimmt
auch feuchte Standorte. Sie legt ihre Erdnester oft unter Steinen
an und errichtet umfangreiche Erdhügel die oft komplett von Gras
überwachsen sind.
Sie ernährt sich fast ausschließlich von Honigtau, welcher von
Wurzelläusen, die in den unterirdischen Nestern gezüchtet werden,
ausgeschieden wird. Durch diese Art der Nahrungsversorgung
verlässt die Gelbe Wiesenameise selten das Nest, um nach Nahrung
zu suchen. Darum haben die Nester kaum Ausgänge.
Die Geschlechtstiere schwärmen hauptsächlich an warmen
Hochsommertagen. Die Koloniegründung erfolgt oft durch mehrere
Königinnen. Später findet ein Kampf unter den Königinnen statt,
sodass nur eine übrig bleibt.
Ameisen treten in Mitteleuropa in vielen Arten auf und einige
davon sind in Deutschland durch das das Bundesnaturschutzgesetz
(BNatschG) geschützt. Bevor Sie gegen Ameisen vorgehen, sollten
Sie sich auf jeden Fall im Vorfeld vom Fachmann beraten lassen.
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Rasenschädlinge
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Wühlmäuse
Die Wühlmäuse (Arvicolinae) stellen eine Unterfamilie der Cricetidae
mit über 150 Arten dar. Zu den bekanntesten Arten gehören die
Feldmaus, die Rötelmaus, die Bisamratte, die Schermäuse und die
Lemminge.
Wühlmäuse sind in Europa, Asien und Nordamerika verbreitet.
Bevorzugter Lebensraum sind leichte bis mittelschwere Böden,
in denen sie ohne Schwierigkeiten ihr Gangsystem anlegen kann,
wobei Lössböden besonders bevorzugt werden. Während viele
Wühlmausgattungen sich Gangsysteme im Boden anlegen, leben
manche auf Wiesen oder sogar auf Bäumen (Tannenmäuse).
Bei ihrer Wühltätigkeit werfen sie länglich flache Erdhaufen auf, die oft
mit Gras oder Wurzeln durchzogen sind. Ihre Hügel werden deshalb
auch oft mit denen des Maulwurfes verwechselt. Dessen Erdhaufen
sind jedoch rundlicher und größer und werden von ihm auch in
regelmäßigen Abständen aufgeworfen, was bei den Wühlmäusen
nicht der Fall ist.
Beachten Sie, dass in Deutschland einige Arten von Wühlmäusen
durch das Bundesnaturschutzgesetz (BNatschG) geschützt sind
und explizit jegliches Töten verboten ist. Einzig die Vergrämung
mit ökologischen Mitteln, wie etwa bestimmten Geruchsstoffen, ist
erlaubt.
Bevor Sie gegen Mäusebefall auf Ihrem Sportplatz vorgehen, sollten
Sie unbedingt eine Bestimmung der Art vornehmen lassen.
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Rasenunkräuter und Rasenungräser
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Ursachen und Bekämpfung
Wie können Unkräuter bekämpft werden?
Unkräuter können sowohl manuell-mechanisch als auch chemisch
bekämpft werden. Rupfen, ausstechen oder jäten kann bei
geringer lokal begrenzter Ausbreitung eine Maßnahme sein. Durch
regelmäßiges Vertikutieren und Aerifizieren werden Unkräuter
geschädigt und das Wachstum gehemmt. Sollten diese Maßnahmen
nicht greifen, dann hilft nur noch die chemische Bekämpfung.
Durch Unkräuter wird Ihr schöner Sportrasen zur „Wiese“
Das Vorhandensein von sogenannten „Unkräutern“ in Sportrasenflächen kann viele Ursachen haben. Zum einen ist der Standort
mitentscheidend, aber auch Nutzung und Pflege spielen eine große
Rolle. Bei ihrer Beseitigung ist deshalb die Identifizierung und die
Kenntnis der Lebensbedingungen entscheidend. Nur wenn Unkräuter
richtig erkannt und passende Maßnahmen getroffen werden, können
sie fachgerecht beseitigt, die Ausbreitung eingedämmt und ein
wiederholtes Auftreten erschwert werden.
Warum treten Unkräuter auf?
Zum einen sind Samen in jedem Boden bereits vorhanden, die auch
beim Neubau oder Umbau einer Sportanlage nicht beseitigt werden
können. Hinzu kommt das Einschleppen von Samen durch den
Wind oder durch den Menschen, z.B. durch Anhaftung an Schuhen.
Befinden sich Lücken in der Grasnarbe oder sind Verdichtungen des
Bodens vorhanden, machen sich hier schnell Unkräuter breit.
Wann sollten Unkräuter bekämpft werden?
Nach Entdeckung sollten sofort passende Maßnahmen ergriffen
werden, um eine weitere Ausbreitung und Festsetzung zu verhindern.
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Was muss beim Einsatz von Herbiziden beachtet werden?
Der Einsatz von chemischen Mitteln muss durch die jeweils zuständige
Behörde genehmigt werden. Diese bestimmt auch Art und Dosierung
der jeweils zulässigen Mittel und berücksichtigt dabei auch eventuell
vorhandene Wasserschutzzonen. Die Spritzgeräte müssen den Vorschriften genügen. Für die Ausbringung von chemischen Mitteln ist
der Sachkundenachweis erforderlich.
Wie kann Unkrautbefall im Vorfeld verhindert werden?
Regelmäßige fachgerechte Pflege des Sportplatzes und eine dichte
Grasnarbe verhindern das Aufkommen von Unkräutern. Unkräuter
treten bevorzugt in verdichteten, schweren Böden mit Lücken in der
Grasnarbe auf. Haben sie sich erst einmal etabliert, können sie nur
mit hohem zeitlichen und finanziellen Aufwand beseitigt werden.
Eine regelmäßige fachgerechte Pflege schützt Sie davor!
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bei der Erkennung und Bekämpfung von Unkräutern, Schädlingen und Rasenkrankheiten. Anruf genügt, wir beraten Sie gerne!
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Rasenunkräuter
Abbildungen & Kurzbeschreibungen
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Ackerröte
Wissenschaftliche Bezeichnung
Sherardia arvensis
Beschreibung
Die Ackerröte wächst meist als niederliegende, überwinternd grüne,
einjährige (bis zweijährige), krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen
von 5 bis zu 20 cm. Ihre vierkantigen, verzweigten Stängel sind rau
behaart. Vier bis sechs schmale, länglich-lanzettliche, feinstacheligraue Laubblätter stehen in einem Quirl zusammen. Außerhalb der
Blütezeit kann die Ackerröte leicht mit verwandten Labkraut-Arten,
beispielsweise dem Wiesen-Labkraut verwechselt werden.
Die Ackerröte blüht von Mai bis Oktober. Die Blüten stehen in einem
kleinen, trugdoldigen, „kopfigen“ Blütenstand zusammen und
sind von acht bis zehn, am Grund verwachsenen, unbewimperten
Hüllblättern sternförmig umgeben.
Die 4 mm lange Frucht zerfällt in zwei verkehrt-eiförmige, einsamige
Teilfrüchte, gekrönt mit sich bis zur Fruchtreife sich vergrößernden
Kelchzähnen. Es findet Wind- oder Klettausbreitung statt.
Vorkommen
Sherardia arvensis wächst in Mitteleuropa bevorzugt auf etwas
sommerwarmen, mäßig trockenen, nährstoff- und kalkhaltigen
Lehm- und Tonböden, vor allem auf Äckern und Brachflächen sowie
an Wegrändern. Sie gilt als Lehmzeiger und Kulturbegleiter.
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Rasenunkräuter
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Mittlerer Wegerich
Wissenschaftliche Bezeichnung
Plantago media
Beschreibung
Der Mittlere Wegerich ist eine mehrjährige krautige Pflanze, die
Wuchshöhen von 15 bis 50 Zentimeter erreicht. Die Laubblätter sind
in einer grundständigen, meist dicht am Boden anliegenden Rosette
angeordnet. Die locker, kurz weißlich behaarten Laubblätter sind 9
bis 17 cm lang, elliptisch bis breit-eiförmig und verschmälern sich
in den kurzen (1 bis 4 cm lang) breiten Blattstiel. Die Blattspitze ist
dreieckig abgerundet oder keilig verschmälert. Der Blattrand ist
ganzrandig bis unregelmäßig buchtig gezähnelt.
Die Blüten sind in einem 2 bis 6 Zentimeter langen, sich bis zur
Fruchtreife aufs doppelte streckenden, walzenförmigen ährigen
Blütenstand angeordnet auf einem blattlosen Stängel. Die Blüten
sind klein. Die weißliche Krone ist 4 mm lang. Die lila Staubfäden sind
vier- bis fünfmal so lang wie die Krone. Die Staubbeutel sind blasslila
bis weiß gefärbt. Die Blütezeit reicht von Mai bis September.
© Hans Hillewaert / CC-BY-SA-3.0
Vorkommen
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Der Mittlere Wegerich kommt auf Magerwiesen, Halbtrockenrasen
und an Wegrändern, bevorzugt auf trockenen, kalkhaltigen Böden,
bis in Höhenlagen von 1800 Meter vor. Er ist fast in ganz Europa
heimisch. In Norddeutschland kommt er selten bis zerstreut vor, im
restlichen Deutschland ist er verbreitet, aber nur lokal häufig.
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Braunelle
Wissenschaftliche Bezeichnung
Prunella vulgaris
Beschreibung
Die Braunelle ist ein immergrüner, meist ausdauernder Hemikryptophyt. Sie bildet wurzelnde oberirdische Ausläufer aus, mit denen sie
sich auch vegetativ vermehren kann. Die Stängel werden 5 bis 30 cm
groß, sind aufsteigend und spärlich behaart. Die Blätter sind gestielt,
ungeteilt, elliptisch oder eiförmig, mit ganzem oder gekerbtem Rand.
Der dicht gedrängte Blütenstand ist 1 bis 4 cm lang und sitzt meist
unmittelbar oberhalb des obersten Laubblattpaares. Die KelchOberlippe endet in drei sehr kurzen Zähnen, deren mittlerer viel
breiter ist als die seitlichen, die Unterlippe in zwei lanzettlichen,
spitzen Zähnen. Die etwa 7 bis 15 mm langen Kronblätter sind
blauviolett, nur ganz selten weißlich gefärbt.
Selten kommen Pflanzen nur mit weiblichen Blüten vor, bei denen die
Krone deutlich kleiner ist und den Kelch kaum überragt. Sie blüht von
Juni bis Oktober auf Halbtrockenrasen, auf Kriech- und Trittrasen, auf
feuchten Wiesen oder Weiden, oder an Rändern von Waldwegen.
Vorkommen
Sie ist in Mitteleuropa eine weit verbreitete, häufige Pflanze und
kommt vom Flachland bis in das Hochgebirge bis etwa 2000 m Höhe
vor. Bestäubt werden ihre Blüten besonders von Hummeln und
anderen Hautflüglern.
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Fadenehrenpreis
Wissenschaftliche Bezeichnung
Veronica filiformis
Beschreibung
Der Faden-Ehrenpreis ist eine rasig wachsende und behaarte krautige
Pflanze. Die niederliegenden Stängel können eine Länge bis zu 50
Zentimeter erreichen. Sie sind fadenartig dünn und bewurzeln sich
an den Knoten.
Die Blätter haben eine Länge bis zu 15 Millimeter. Sie sind gestielt
und von rundlicher Form. An nicht blühenden Stängeln stehen sie
gegenständig, an blühenden Stängeln dagegen wechselständig.
Da die Tragblätter der Blüten wie die Blätter gestaltet sind, erscheint
es als würden die Blüten einzeln in den Blattachseln stehen. Sie
haben lange Stiele, ihre Krone ist vierteilig und flach ausgebreitet.
Drei der Kronblätter sind blassblau und weisen dunklere Streifen auf.
Das vierte Kronblatt ist dagegen meist weiß bis hellbläulich. Blühzeit
ist von März bis Juni. Die Frucht ist eine zwischen 4 und 5 Millimeter
lange und ebenso breite Kapsel.
Vorkommen
Der Faden-Ehrenpreis blüht auf Mähwiesen, Viehweiden, Parkrasen,
an Wegen und in Gärten. Er bevorzugt frische, nährstoffreiche,
kalkarme, humose, sandige oder lehmige Böden. Der Kriechpionier
ist eine Licht-Halbschattenpflanze und etwas wärmeliebend.
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Kriechendes Fingerkraut
Wissenschaftliche Bezeichnung
Potentilla reptans
Beschreibung
Das Kriechende Fingerkraut ist eine mehrjährige krautige Pflanze.
Sämtliche Stängel sind kriechend und an den Knoten bewurzelt.
Die Ausläufer erreichen eine Länge von 30 bis 100 Zentimeter. Die
Art besitzt eine dünne Pfahlwurzel, die bis zu 45 cm lang wird. Die
lang gestielten Laubblätter sind fünfzählig gefingert und am Rand
gezähnt.
Die fünfzähligen Blüten enthalten fünf goldgelbe Kronblätter. Diese
stehen einzeln auf einem langen, die Laubblätter meist überragenden
Stiel. Die Blüte erreicht einen Durchmesser von 17 bis 20 Millimeter.
Die Griffel sind am Grund verschmälert. Die äußeren Kelchblätter
sind weit nach außen gebogen. Jede Blüte bringt 200-240 Nüsschen
hervor, die von Ameisen verbreitet werden. Blütezeit ist von Juni bis
August.
© 4028mdk09 / CC-BY-SA-3.0
Vorkommen
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Das Kriechende Fingerkraut ist eurasiatisch verbreitet. Die
stickstoffliebende Pflanze gedeiht bevorzugt auf feuchten Wiesen,
feuchten Ruderalfluren, ruderalen Schuttfluren (etwa Bahnschotter),
Straßenböschungen, Ufern und Äckern.
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Gänseblümchen
Wissenschaftliche Bezeichnung
Bellis perennis
Beschreibung
© Willow / CC-BY-SA-3.0
Das Gänseblümchen ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die
Wuchshöhen von meist 4 bis 15 (2 bis 20) Zentimetern erreicht. Am
kurzen, aufrechten Rhizom befinden sich faserige Wurzeln.
Die in einer dichten Blattrosette zusammen stehenden Laubblätter
sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der geflügelte Blattstiel
ist mindestens so lang wie die Blattspreite. Die einfache Blattspreite
besitzt nur einen Mittelnerv, ist spatelförmig bis verkehrteiförmig
geformt, 6 bis 40 Millimeter lang und 4 bis 20 Millimeter breit.
Jede Blattrosette bringt von März bis November ununterbrochen
aufsteigende bis aufrechte, blattlose, meist 5 bis 15 (3 bis 20) cm
lange Blütenstandsschäfte mit einzeln stehenden Blütenkörbchen
hervor. Bei den 1 bis 2 mm langen Achänen handelt sich um gekrönte
Schließfrüchte, bei der Frucht- und Samenschale miteinander
verwachsen sind. Da Bellis perennis eine Speicherpflanze ist,
überlebt sie den Winter im Schnee.
© Friedrich Böhringer / CC-BY-SA-2.5
Vorkommen
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Da es auf fast jeder Rasenfläche wächst, zählt es zu den bekanntesten
Pflanzenarten Mitteleuropas. Es ist auch Zeiger für verdichtete Böden
und übernutzte Wiesen und Weiden.
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Kriechender Günsel
Wissenschaftliche Bezeichnung
Ajuga reptans
© EnLorax / CC-BY-SA-3.0
Beschreibung
Der Kriechende Günsel ist eine mehrjährige krautige Pflanze, die
Wuchshöhen von 10 bis 30 cm erreicht. Sie besitzt ein kurzes, kräftiges
Rhizom und lange Ausläufer, die sich an den Knoten bewurzeln. Die
aus Rosettenblätter entspringenden vierkantigen Stängel sind meist
aufrecht, unten rot-violett überlaufen und im oberen Bereich ringsum
flaumig. Die gegenständig angeordneten Blätter sind eiförmigspatelig, oberseits glänzend und gestielt.
Die lilablauen Blüten sind zweiseitig symmetrisch aufgebaut und zu
je dreien bis sechsen in achselständigen Scheinquirlen angeordnet.
Eine Besonderheit der 1 bis 1,5 cm langen Blüten ist das Fehlen der
Oberlippe. Die Tragblätter der Blüten sind ungeteilt. Blütezeit ist
April bis Juni, selten blühen einzelne Pflanzen auch noch später.
Vorkommen
Vor allem in Europa auf Wiesen, in Laubwäldern, an Waldrändern,
unter Hecken und in Gärten. Durch die langen Ausläufer wächst er
gerne auch in den Rasen.
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Gundelrebe | Gundermann
Wissenschaftliche Bezeichnung
Glechoma hederacea
Beschreibung
Die Gundelrebe, auch Gundermann genannt, wächst als wintergrüne,
ausdauernde krautige Pflanze. Die Behaarung der Pflanze ist variabel:
Häufig ist sie fast kahl, sie kann aber auch dicht weich behaart sein.
Stängel und Blattunterseite sind häufig purpurn überlaufen. Die
nichtblühenden Sprossachsen kriechen als Ausläufer (Stolonen) am
Boden, besitzen einen quadratischen Querschnitt und sind an vielen
Knoten bewurzelt.
Aufgrund ihres sehr raschen Wachstums und ihrer reichen
Verzweigung sorgen sie für eine vegetative Vermehrung; der
Hauptspross kann bis zu 2 Meter Länge erreichen. Der Gundermann
ist ein Flachwurzler; die Blütentriebe sind 10 bis 30 Zentimeter hoch,
aufsteigend bis aufrecht, und haben ebenfalls einen quadratischen
Querschnitt.
Vorkommen
Die Gundelrebe wächst vor allem in frischen, nährstoffreichen
Säumen, Wäldern und Wiesen.
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Hirtentäschelkraut
Wissenschaftliche Bezeichnung
Capsella bursa-pastoris
© Sten Porse / CC-BY-SA-3.0
Beschreibung
Das Gewöhnliche Hirtentäschel ist eine ein- bis zweijährige krautige
Pflanze. Sie wird 10 bis 50 cm hoch, wurzelt aber bis zu 90 cm
tief. Die Grundblätter sind rosettig angeordnet, schmal länglich
und gezähnt bis fiederspaltig, selten ganzrandig. Die einfache
oder verzweigte und aufrechte Sprossachse trägt im oberen Teil
eine Traube von zahlreichen Blüten, die später zu gestielten,
abstehenden, herzförmigen bis dreieckigen Schötchen werden. Die
Blütenkronblätter sind 2 bis 3 mm lang und weiß. Die Schötchen
enthalten in jedem Fach bis zu zwölf Samen.
© Von Grzanka / CC-BY-SA-2.5
Die Blüten besitzen keine Blühperiodizität, die Pflanze kann
deshalb bei günstiger Witterung das ganze Jahr über blühen.
Sie bildet unscheinbare homogame bis vorweibliche „Nektar
führende Scheibenblumen“. Die Früchte sind vielsamige, zur Reife
beide Fruchtklappen abwerfende Schötchen. Die Art ist eines der
hartnäckigsten Wildkräuter. Pro Jahr sind bis zu vier Generationen
möglich. Eine Pflanze produziert bis zu 64.000 Samen.
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Es findet Selbstausbreitung statt, außerdem Ausbreitung als Windund Regenballist. Auch Ausbreitung durch den Menschen und
Zufallsausbreitung kommen vor.
Vorkommen
Diese Art kommt in ganz Europa vor und ist in Mitteleuropa sehr
häufig. Die Pflanze ist stickstoff- und lichtliebend und gedeiht auf
nährstoffreichen Böden.
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Weißklee
Wissenschaftliche Bezeichnung
Trifolium repens
Beschreibung
Der Weißklee ist eine krautige, ausdauernde Pflanze und erreicht
Wuchshöhen von 5 bis 20 cm. Er bildet eine kräftige Pfahlwurzel und
einen verzweigten Erdstock, jedoch keine unterirdischen Ausläufer.
Der Stängel ist kahl, kriechend und wird 5 bis 30, selten 40 cm lang.
An den Knoten bildet er Wurzeln. Die Blätter sind lang, bis zu 20 cm,
gestielt. Die Blätter sind dreizählig gefingert, die Fiedern sind breit
elliptisch bis verkehrt-eiförmig. Die Länge beträgt meist 1 bis 2,5,
selten bis 4 cm, sie sind ein- bis zweimal so lang wie breit. Das Ende
ist gestutzt oder schwach ausgerandet, der Blattrand ist fein gezähnt.
Die Blütenköpfchen bestehen aus 40 bis 80 Blüten, sind kugelig,
1,5 bis 2,4 cm breit und stehen an 5 bis 30 cm langen Stielen. Die
Einzelblüten sind deutlich gestielt und nach der Blüte hängend. Die
Krone ist 6 bis 12 mm lang, weiß, nach dem Verblühen hellbraun.
Blütezeit ist Mai bis Oktober.
© Forest & Kim Starr / CC-BY-SA-3.0
Vorkommen
66
Weißklee ist in Europa weit verbreitet und besiedelt hauptsächlich
Wiesen und Weideland. Da er sehr trittresistent ist, ist er oft auch
an Wegrändern und in Sportanlagen zu finden. Er bevorzugt
nährstoffreiche, leicht kalkhaltige, lehmige, feuchte Böden und
wächst auch in Sandboden.
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Kriechender Hahnenfuß
Wissenschaftliche Bezeichnung
Ranunculus repens
© Georges Jansoone / CC-BY-SA-3.0
Beschreibung
Die mehrjährige krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen von 10 bis
50 cm. Durch die Bildung von kriechenden Ausläufern, die sich an
den Knoten (an der Blattbasis) bewurzeln können, erhielt er seinen
Namen. Die Blütezeit reicht von Mai bis August.
Die Laubblätter sind dreizählig gefiedert, die Blättchen dreispaltig
oder gelappt und unregelmäßig gezähnt. Die goldgelb glänzenden
Blüten haben einen Durchmesser von 2 bis 3 cm und entspringen
einzeln den Blattachseln. Die Blütenhülle besteht aus gelb gefärbten
Nektarblättern und aufrechten, den Nektarblättern anliegenden
Kelchblättern. Es werden einsamige Nussfrüchte gebildet.
Innerhalb der Art findet man viele Exemplare, die sich im
Blattzuschnitt, in der Blütengröße und in der Stärke der Behaarung
voneinander unterscheiden. Der Kriechende Hahnenfuß ist eine
Halbrosettenpflanze mit Ausläufern und oft wintergrün. Er wurzelt
bis 50 cm tief. Er ist raschwüchsig – bereits einen Monat nach der
Keimung können kräftige Pflanzen herangewachsen sein. So können
sich in kurzer Zeit große Flächen mit dieser Pflanze überziehen.
Vorkommen
Man findet ihn verbreitet in Pioniergesellschaften, auf Äckern, in
Brachen und Gärten, an Ufern, Gräben und Wegen, in Wiesen und
Auenwäldern. Er bevorzugt zumindest zeitweise feuchten, steinigen,
humushaltigen oder rohen Lehm- und Tonboden; er geht auch auf
verdichteten Boden und erträgt auch Überflutungen.
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Gewöhnlicher Löwenzahn
Wissenschaftliche Bezeichnung
Taraxacum officinale
Beschreibung
Der Löwenzahn ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die eine
Wuchshöhe von 10 cm bis 30 cm erreicht und in allen Teilen einen
weißen Milchsaft enthält. Seine bis zu einem Meter (selten auch bis
zwei Meter) lange, fleischige Pfahlwurzel ist außen dunkelbraun bis
schwarz. Sie geht in eine kurze, stark gestauchte Sprossachse über,
auf der die Blätter dicht in einer grundständigen Rosette stehen. Nach
einer Verletzung des Vegetationspunktes regeneriert sich die Pflanze
aus der Wurzel und bildet dann meist mehrere Blattrosetten. Die 10
bis 30 cm langen Blätter sind eiförmig bis eilanzettlich, unregelmäßig
stark gelappt und tief eingeschnitten und gezähnt. In Mitteleuropa
ist die Hauptblütezeit von April bis Mai. In deutlich geringerer Anzahl
erscheinen Blüten auch noch bis in den Herbst.
Da einige Merkmale sehr plastisch sind, können sich die einzelnen
Pflanzen stark den jeweiligen Standorten anpassen. So produzieren
Pflanzen an ungestörten Standorten lange, schräg aufrecht gehaltene
Blätter und bis zu 50 cm lange, aufrechte Blütenstandstiele. Pflanzen
auf begangenen Wegen oder häufig gemähten Wiesen haben dagegen
viel kürzere, dicht dem Boden aufliegende Blätter und niederliegende,
manchmal nur wenige Millimeter lange Blütenstandstiele.
Vorkommen
In Mitteleuropa ist er ein häufiges Wildkraut auf Wiesen, an
Wegrändern und in Gärten. Als Ruderalpflanze besiedelt er schnell
Brachflächen, Schutthalden und Mauerritzen.
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Behaartes Schaumkraut
Wissenschaftliche Bezeichnung
Cardamine hirsuta
Beschreibung
Die meist einjährige krautige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von
etwa 7 bis 30 cm. Der Stängel wächst aufrecht und erscheint durch
zahlreiche, bogig aufsteigende Äste oft vielstängelig. Er ist meist
kahl, oben wenig ästig und besitzt eine bis zur Fruchtreife vorhandene
basale Blattrosette und 2 bis 4 Stängelblätter.
Die Laubblätter sind unpaarig gefiedert und besitzen 1 bis 4
Fiederpaare mit einem größeren Endblättchen. Bei den unteren
Blättern sind die Fiedern mehr oder weniger gestielt, rundlich
nierenförmig oder breit verkehrt-eiförmig. Die Laubblattstiele sind
am Grund auffallend bewimpert. Die Unterseite der Blätter sowie die
Blattspindel sind etwas behaart.
Die Blütentraube ist nicht sehr reichblütig. Die Kelchblätter sind etwa
1,5 bis 2,2 mm lang, schmal elliptisch geformt, von grünlich violetter
Färbung und weiß hautrandig. Die Kronblätter sind weiß, schmal
keilförmig und 3 bis 4 mm lang.
© Aelwyn / CC-BY-SA-3.0
Der Frühblüher blüht auch noch bis in den Herbst hinein. Die
Fruchtreife erfolgt innerhalb weniger Wochen. Dadurch sind mehrere
Generationen im Jahr möglich.
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Vorkommen
Es wächst in Hackunkraut-Gesellschaften, wie in Gärten, Weinbergen
und in Parkanlagen. Es bevorzugt frische, nährstoffreiche,
stickstoffhaltige, kalkfreie, etwas saure und sandige Böden.
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Rote Taubnessel
Wissenschaftliche Bezeichnung
Lamium purpureum
Beschreibung
Die Pflanze ist eine einjährige krautige Pflanze mit purpurnen Blüten
und wird 15 bis 45 cm groß; sie blüht von April bis Oktober. Junge
Blätter sind purpurn überhaucht, sie werden mit zunehmender Reife
dunkelgrün.
Die Rote Taubnessel ist ein Archäophyt und ein Kulturbegleiter. Sie ist
schnellwüchsig und benötigt oft nur wenige Wochen von der Keimung
bis zur Samenreife. Daher sind pro Jahr 3-4 Generationen möglich.
Die Blüten sind homogame, nektarführende Lippenblumenund
werden durch Apoidea bestäubt. Der Nektar wird durch einen
Haarring (Saftdecke) geschützt, eine Fremdbestäubung wird dadurch
begünstigt, dass der Griffel die Staubblätter überragt. Bleibt diese
aus, tritt spontane Selbstbestäubung ein.
Neben den chasmogamen Blüten kommen nicht selten kleistogamen
Blüten vor. Zum Teil blüht sie auch noch im Winter. Die Teilfrüchte
tragen ein Elaiosom, daher ist auch Verbreitung durch Ameisen
möglich.
© BerndH / CC-BY-SA-2.5
Vorkommen
74
Man findet die Purpurrote Taubnessel verbreitet in lückigen
Unkrautgesellschaften der Äcker, Gärten und Weinberge, auch an
Schuttplätzen und Wegen. Sie bevorzugt frische, nährstoffreiche,
lockere Böden.
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Wiesen-Storchenschnabel
Wissenschaftliche Bezeichnung
Geranium pratense
© Sten Porse / CC-BY-SA-3.0
Beschreibung
Der Wiesen-Storchschnabel ist eine ausdauernde krautige Pflanze,
die Wuchshöhen von 20 bis 80 Zentimeter erreicht. Es handelt sich
um einen sommergrünen Hemikryptophyt. Am Stängel und an den
Blattstielen befinden sich abwärts gerichtete Haare, insbesondere
der obere Teil sowie die Blütenstiele sind drüsig behaart. Die
gegenständigen Laubblätter sind gestielt. Die Blattspreiten sind tief
handförmig geteilt, ihre sieben Abschnitte sind fiederspaltig und tief
gesägt. Nebenblätter sind vorhanden.
Die Blüten sind paarweise angeordnet. Die Blütenstiele sind nach
dem Verblühen abwärts gebogen, zuletzt oft wieder aufgerichtet.
Die zwittrige Blüte ist radiärsymmetrisch und fünfzählig. Die fünf
grünen Kelchblätter sind (0,7 bis) meist 1 bis 1,2 cm lang. Die fünf hell
blauvioletten Kronblätter sind und 15 bis 22 Millimeter lang.
Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Es findet Insektenbestäubung
oder Selbstbestäubung statt. Die Früchte verbreiten sich über
Klettausbreitung oder Selbstausbreitung.
© Karelj / Public Domain
Vorkommen
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Er hat sein Hauptvorkommen auf nährstoffreichen, meist kalkhaltigen
Frischwiesen und -weiden, sein Nebenvorkommen in nährstoffreichen
Stauden- und ausdauernden Unkrautfluren.
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Vogelsternmiere
Wissenschaftliche Bezeichnung
Stellaria media
Beschreibung
Die Gewöhnliche Vogelmiere ist eine einjährige krautige Pflanze.
Ihre niederliegenden 3 bis 40 cm langen Stängel bilden oft kleinere
Rasenteppiche aus. Der Querschnitt des einreihig behaarten Stängels
ist rund. Diese Haarlinie, ein charakteristisches Erkennungsmerkmal,
unterstützt die Pflanze bei der Wasserversorgung. Die Laubblätter
sind eiförmig und spitz.
Die Blüten stehen in wenigblütigen, doldenartigen Dichasien.
Sie haben sowohl fünf Kelchblätter als auch fünf Kronblätter,
besitzen also ein doppeltes Perianth. Die Kronblätter überragen
die Kelchblätter kaum. Die fast bis zum Grund tief zweigeteilten
weißen Kronblätter sind etwa 3 bis 5 mm lang und breit-lanzettlich
zugeschnitten. Manchmal fehlen sie auch ganz. Bei milder Witterung
oder an geschützten Stellen bleibt die Blühfähigkeit der Pflanze das
ganze Jahr über erhalten.
Sie ist sehr ausbreitungs- und vermehrungsfreudig und überzieht
frisch bearbeitete Böden schnell mit einem Rasen. Eine Pflanze kann
bis zu 15.000 Samen bilden, pro Jahr können darüber hinaus zwei bis
drei Generationen wachsen. Selbst im Winter können neue Pflanzen
aus den gekeimten Samen entstehen.
Vorkommen
Sie bevorzugt feuchte, nährstoffreiche Böden, die auch im Schatten
liegen können. Verbreitet ist sie von der Ebene bis ins Gebirge.
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Rasenungräser
Abbildungen & Kurzbeschreibungen
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© Forest & Kim Starr / CC-BY-SA-3.0
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Rasenungräser
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Bermudagrass
Wissenschaftliche Bezeichnung
Cynodon dactylon
Beschreibung
Das Bermudagras oder auch Hundszahngras ist graugrün und erreicht
Wuchshöhen von 10 bis 40 cm. Es besitzt ein bis zu einem Meter
langes, verzweigtes Rhizom sowie lange, oberirdisch kriechende
Triebe (Stolonen). Auf diese Weise bildet es oft dichte Rasen.
Die oberirdischen Triebe haben viele Knoten, an denen etliche
Knospen von Erneuerungstrieben sitzen. Die Stängel sind aufrecht
bis gekniet-aufsteigend, an der Basis vielknotig und haben kurze
Internodien, so dass die Blattspreiten büschelig stehen. Im oberen
Drittel befinden sich nur ein bis zwei Knoten mit langen Internodien.
An den unteren Knoten verzweigt sich die Pflanze.
Die Angaben über die Blütezeit reichen von Mai bis September. Im
Winter sterben die Blätter ab, die Rhizome überdauern jedoch auch
starke Fröste.
Vorkommen
Bermudagrass gehört zu den „Warm Season Grasses“ (C4-Gräser)
und bevorzugt warme, trockene, nährstoffreiche, meist humusarme
Sand- und Lössböden. Die Art ist trittfest, trockenfest und etwas
salztolerant, ferner ist sie ein Licht- und Wärmezeiger.
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Rasenungräser
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Blutrote Fingerhirse
Wissenschaftliche Bezeichnung
Digitaria sanguinalis
Beschreibung
Die Blutrote Fingerhirse ist eine einjährige Pflanze mit niederliegenden,
verzweigten, wurzelnden und knickig aufsteigenden Halmen und
lockerem Wuchs. Sie erreicht Wuchshöhen zwischen 10 und 30,
bisweilen bis 80 Zentimetern.
Ihre Halmknoten sind bärtig behaart oder kahl. Die Blatthäutchen
(Ligulae) sind gestutzt und bis zu 2 Millimeter lang. Die Blattscheiden
sind dichter oder spärlich bewimpert. Die oberen Scheiden sind
abstehend langhaarig. Die schmal-lanzettlichen, lang zugespitzten
Blattspreiten sind am Grund gerundet. Sie werden bis zu 8 Millimeter
breit und etwa 3 bis 10 Zentimeter lang. Sie sind flach und an den
Rändern rau, bewimpert oder auch kahl. Die Blätter sind wie die
übrige Pflanze purpurn überlaufen.
Die Ähren stehen fingerförmig ausgebreitet zu vier bis acht gebüschelt
am Halmende (Synfloreszenz). Sie sind 5 bis 15 Zentimeter lang.
Die Ährchen sind lanzettlich spitz, 2, 8 bis 3,3 Millimeter lang. Die
Deckspelzen der fruchtbaren Einzelblüten sind dunkelbraun. Die
Blütezeit des Grases erstreckt sich von August bis Oktober.
Vorkommen
Die Fingerhirse bevorzugt trockene, nährstoffreiche, oft kalkarme
und meist sandige Böden.
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Rasenungräser
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Honiggras
Wissenschaftliche Bezeichnung
Holcus lanatus
Beschreibung
Das Wollige Honiggras gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceae).
Regional wird die Pflanze auch als Bottermeddel, Honigmeddel,
Honigschmale, Pein, Sametschmale, Witten Meddel oder Zuckerschmale bezeichnet. Es ist eine ausdauernde grasartige Pflanze, die
Wuchshöhen zwischen 20 bis 100 Zentimeter erreicht. Der wintergrüne
Hemikryptophyt wächst locker bis dichthorstig mit aufrechten oder
von gebogenem Grund aufsteigenden Halmen. Die gesamte Pflanze
ist dicht wollig behaart. Der untere Teil des Stängelgrundes ist auf
weißlichem Untergrund rötlich-violett geadert.
Die Halme sind dünn und verfügen über zwei bis drei flaumig
behaarte Knoten. Die Blattscheiden sind auf dem Rücken rundlich,
kahl oder wenig behaart, dann mit zurückgeschlagenen Haaren. Die
Blatthäutchen (Ligulae) sind häutig, grob gefranst, stumpf und etwa
1 bis 5 Millimeter lang. Die Blattspreiten sind zugespitzt, erreichen 4
bis 20 Zentimeter Länge und bis zu 10 Millimeter Breite. Sie sind flach,
sehr dicht kurzhaarig daher graugrün oder weißlich grün aussehend.
Das Wollige Honiggras blüht zwischen Mai und August.
© Lin Linao / CC-BY-SA-3.0
Vorkommen
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Es ist in Deutschland überall häufig und verbreitet vom Flachland bis
in Höhen von etwa 900 m. Es ist anspruchslos und wächst auf nahezu
allen trockenen bis nassen Böden von schweren Lehmen bis zum
Sand. Man findet es auch in Trocken- und Halbtrockenrasen sowie in
Laub- und Nadelwäldern auf sauren, nährstoffarmen Böden.
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Rasenungräser
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Jährige Rispe
Wissenschaftliche Bezeichnung
Poa annua
Beschreibung
Das Einjährige Rispengras wächst als einjährige krautige Pflanze
und bildet kleine Horste, die mit Wuchshöhen von 5 bis maximal 30
cm, meist jedoch 10 bis 15 cm eine vergleichsweise geringe Größe
besitzen. Die Halme sind niederliegend und mit einigen Knicken an
den Halmknoten aufsteigend. An den Knoten (Nodien) können sich
Wurzeln ausbilden. Die hellgrünen bis grünen Laubblätter sind 2 bis 5
mm breit und haben eine kurze, charakteristisch kahnförmige Spitze.
© James Lindsey at Ecology of Commanster / CC-BY-SA-3.0
Die locker ausgebreiteten, manchmal etwas einseitswendigen
rispigen Blütenstände sind nur selten länger als 5 cm. Die Rispenäste
stehen oft paarweise. Die Ährchen sind vier- oder mehrblütig, 2 bis 5
mm lang, grün oder selten violett überlaufen. Die untere Hüllspelze
ist einnervig, die obere dreinervig. Die Rispen werden bei passendem
Wetter das ganze Jahr über gebildet.
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Vorkommen
Beim Einjährigen Rispengras handelt es sich um eine kosmopolitische
Art. Sie ist eine der wenigen Samenpflanzen, die auch in der Antarktis
vorkommen.
Das Einjährige Rispengras kommt vom Tiefland bis ins Hochgebirge
an Wegrändern, in Pflasterritzen, Gärten, Äckern, Trittfluren überall
häufig vor. Sie ist die Charakterart von Trittrasengesellschaften
(Polygono-Poetea). Sie liebt stickstoffreichen schweren Boden,
wächst aber auch auf sandigem Boden. Man findet sie in Innenstädten
ebenso wie in naturnahen Gebieten.
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Rasenungräser
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Gemeine Rispe
Wissenschaftliche Bezeichnung
Poa trivialis
Beschreibung
© James Lindsey at Ecology of Commanster / CC-BY-SA-3.0
Das Gewöhnliche Rispengras bildet ausdauernde, gras- bis
gelbgrüne, lockere Horste mit Halmen von 20 bis 80 Zentimetern,
selten auch bis 100 Zentimetern Höhe. Die Halme sind meist am
Grunde niederliegend und gekniet aufsteigend, haben drei bis fünf
Knoten und stielrunde Internodien. Sie sind unter der Rispe meist
rau, und sterben nach der Reife der Rispe früh ab.
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Die Blattscheiden sind rau, gekielt und meist etwas zusammengedrückt. Außerhalb der untersten Blattscheiden wachsen lange,
oberirdische und beblätterte Kriechsprossen, die an den Knospen
wurzeln. Die Blattscheiden dieser Erneuerungssprossen sind fast bis
oben geschlossen und mit einer tiefen Längsfurche versehen. Das
dazugehörige Blatthäutchen wird etwa 4 Millimeter lang. Die flach
ausgebreiteten Blattspreiten werden 5 bis 20 Zentimeter lang und 2
bis 5 Millimeter breit. Sie sind am oberen Ende plötzlich zugespitzt,
kapuzenförmig und ziemlich dünn. Die Unterseite ist glatt, kahl und
glänzend, die Oberseite oft rau.
Vorkommen
Es wächst in der Ebene bis in die subalpine Stufe. Dort gedeiht es in
feuchten Wiesen, in Gärten, als Unkraut in Klee- und Luzernfeldern,
an Fluss-, Wald- und Wegrändern und in Straßengräben. Es bevorzugt
sickerfeuchte bis nasse, nährstoffreiche, mild bis schwach saure
Lehm- und Tonböden. Es verträgt lange Überstauungen, aber keine
häufig austrocknenden Böden.
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Rasengräser
Abbildungen & Kurzbeschreibungen
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Rasengräser
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Deutsches Weidelgras
Wissenschaftliche Bezeichnung
Lolium perenne
Beschreibung
Entsprechend seiner weiten Verbreitung sind im deutschsprachigen
Raum eine Reihe von Namen für dieses Gras in Gebrauch: Ausdauerndes Weidelgras, Deutsches Weidelgras, Englisches Weidelgras, Englisches Raygras, Ausdauernder Lolch, Dauer-Lolch oder Dinkelspelze.
Das Deutsche Weidelgras wächst in Horsten mit zahlreichen sterilen
Blatttrieben. Aus den Wurzelstöcken treiben über kurze Ausläufer
neue Tochterpflanzen (Rasenbildung). Die dunkelgrün-glänzenden
Blätter sind zwei bis vier Millimeter breit und bis zu 20 Zentimeter
lang. Sie sind auf der Oberseite durch zahlreiche Längsriefen rau, auf
der Unterseite glatt und mit einem deutlichen Kiel in der Mitte.
Die glatten Halme des Deutschen Weidelgrases steigen meist bogig
auf und erreichen eine Höhe bis zu 70 Zentimetern. Im Bereich der
Ähre sind sie S-förmig geschlängelt. Der Ährenteil des Halmes ist
bis zu 30 Zentimeter lang. Die Ährchen bestehen aus zwei bis zehn
Blüten. Sie werden bis zu zwanzig Millimeter lang. Alle Spelzen sind
ohne Grannen. Die Blütezeit dauert vom Mai bis in den Herbst.
Nutzung
Durch seine Vorliebe für stickstoff- & phosphatreiche Böden spricht
es sehr gut auf Düngung an. Es verträgt häufigen Schnitt sehr gut, ist
sehr trittresistent und regeneriert sich sehr schnell. Seine Strapazierfähigkeit ist optimal für Rasen in Sportanlagen , Parks und Ziergärten. Aus
diesem Grund ist es Bestandteil vieler Rasenmischungen. Es sind über
hundert Zuchtsorten von Lolium perenne für die Rasennutzung bekannt.
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Rasengräser
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Rohrschwingel
Wissenschaftliche Bezeichnung
Festuca arundinacea
Beschreibung
Der Rohrschwingel ist ein ausdauerndes Gras, das dunkelgrüne
Horste bildet. Seltener bildet er bis zu zehn Zentimeter lange,
unterirdische Ausläufer, die außerhalb der untersten Blattscheiden
emporwachsen. Die Halme werden 50 bis 200 (selten 250) Zentimeter
hoch. Sie sind kahl, manchmal unter der Rispe rau.
Die Blattspreite ist fünf bis zwölf Millimeter breit, 20 bis 70 Zentimeter
lang, und flach ausgebreitet. Am Grund hat sie bewimperte Öhrchen.
An der Spreiten-Oberseite ist sie rau, an der Unterseite glatt oder rau.
Die Rispe ist zehn bis 50 Zentimeter hoch, locker und aufrecht. Oft
hängt sie einseitig über. Die Seitenäste stehen an den untersten
Knoten zu zweit, der kürzere Ast hat vier bis acht, der längere fünf bis
15 Ährchen. Blütezeit ist Juni bis August.
Nutzung
Zur Verwendung im Grasland werden die alten hartblättrigen Sorten
nicht empfohlen, außer auf nasskalten Böden und in Druckwasserund Überflutungsgebieten. Er ist jedoch ein guter Bodenfestiger in
feuchten Uferböschungen. In stark beanspruchten Gebrauchsrasen
findet er zunehmend Beachtung, da die neuen Sorten besonders
hitze- und trockenheitsverträglich sind.
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Rotschwingel
Wissenschaftliche Bezeichnung
Festuca rubra
Beschreibung
Die Gräser wachsen locker bis dicht rasig oder horstig und bilden mehr
oder weniger lange unterirdische Ausläufer (Rhizome) und erreichen
Wuchshöhen zwischen 20 und 80 Zentimetern. Die Halme wachsen
steif aufrecht. Die Blattscheiden sind fast vollständig geschlossen
und zerfasern später. Die Blatthäutchen sind sehr kurz und meist
nur als schmaler häutiger Saum ausgebildet. Die Blattspreiten der
Grundblätter sind zusammengefaltet und daher dickborstlich und
steif. Am Übergang von der Blattscheide in die Blattspreite sind keine
Öhrchen ausgebildet. Die Stängelblätter sind meist flach, matt oder
graugrün.
Die aufrechten Rispen sind locker und nur wenig verzweigt. Der
unterste Rispenast ist etwa halb so lang wie die gesamte Rispe.
Die Ährchen erreichen etwa 10 Millimeter Länge. Sie sind vier bis
sechsblütig. Die Hüllspelzen sind bespitzt oder kurz begrannt.
Die Deckspelzen sind etwa 1 bis 2 Millimeter lang begrannt. Die
Blütezeit erstreckt sich von April bis Oktober, je nach Sippe jedoch
unterschiedlich.
Die Merkmale werden innerhalb der verschiedenen Sippen vielfältig
variiert und es existieren zahlreiche Übergänge, sodass eine
Bestimmung nicht selten erschwert ist.
Nutzung
Rotschwingel ist ein guter Bodenfestiger in feuchten Uferböschungen.
In Gebrauchsrasen (RSM 2.3) findet er zunehmend Beachtung.
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Straußgras
Wissenschaftliche Bezeichnung
Agrostis ssp.
Beschreibung
Straußgräser sind horstbildende, vom Habitus nicht schilfartige
Gräser, die kurze unterirdische Ausläufer bilden und nicht größer als
einen Meter werden. Sie bilden ordentliche Rispen mit einblütigen,
sehr feinen, unbegrannten, gestielten und einzeln stehenden
Ährchen aus, die von der Seite zusammengedrückt erscheinen. Die
Ährchenachse ist zudem kahl und nicht behaart.
Die Rispen sind meist gelblich oder rötlich gefärbt, doch es gibt auch
grün gefärbte. Die unteren Rispenäste stehen scheinbar zu dritt
oder mehr in der Rispenachse, doch es gibt nur zwei grundständige
Zweige. Zwischen Hüll- und Deckspelze gibt es keine leeren Spelzen.
Die linealischen Blätter sind 5 bis 11 mm breit und die jüngsten
Blätter erscheinen beim Aufschneiden im Querschnitt gerollt und
nicht gefaltet. Die häufig deutlich gerieften, kahlen, starren Blätter
weisen eine unbehaarte Blattscheide auf und recht lange zugespitzte
Blatthäutchen.
Die meisten Straußgräser blühen zwischen Juni und September. Dabei
sind sie besonders in den frühen Sommermonaten voll aufgeblüht.
Die meisten Straußgräser sind zudem winterhart und ausdauernd.
© Klaus-Müller Beck
Nutzung
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Sie wachsen sowohl auf feuchtem als auch auf relativ trockenen
Untergrund und können auf nährstoffreichen Äckern und stickstoffarmen Wiesen vorkommen. Besonders geeignet für Golfgrüns
und Zierrasen.
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Wiesenrispe
Wissenschaftliche Bezeichnung
Poa pratensis
Beschreibung
Das lockere rasenbildende, mehrjährige Gras erreicht normalerweise
Wuchshöhen von 20 bis 60 cm und seine Farbe ist frisch grün bis grau
grün. Einige Unterarten sind deutlich kleiner oder blaugrün bereift.
Die Blätter sind ungefähr 5mm breit, bei einigen Unterarten auch
deutlich schmaler. Ihre Ränder sind parallel und oben in einer kurzen
kapuzenförmigen Spitze zusammengezogen. Die Ligula ist zwar
vorhanden, aber selten über 2mm lang.
Die locker aufrechte und im Umriss pyramidenförmige Rispe besteht
aus zahlreichen 4 bis 6 mm langen Ährchen. Häufig ist die Rispe
violett, im Gebirge auch schwärzlich überlaufen. Die untersten
Rispenäste stehen in der Regel zu viert, manchmal auch zu dritt
oder fünft. Die beiden Deckspelzen sind deutlich fünfnervig und
hängen mit ihren zottigen Haaren meist zusammen. Die Bewurzelung
besteht aus langen unterirdische Kriechtrieben, feinen büscheligen
Sprosswurzeln und ausfsteigenden Blatt- und Triebsprossen. Die
Blütezeit dauert von Mai bis Juli.
© Klaus-Müller Beck
Nutzung
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Es wächst gerne auf nährstoffreichen, nicht zu nassen und nicht
zu trockenen Wiesen, auf Almen, an Wegrändern oder auch an
Ruderalstellen. Auch die meisten Rasenmischungen enthalten es zu
einem guten Prozentsatz, da es relativ trittfest ist und Trockenheit gut
verträgt. Besonders geeignet für Gebrauchs- und Strapazierrasen.
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Lägerrispe
Wissenschaftliche Bezeichnung
Poa supina
Beschreibung
© Klaus Müller-Beck
Die Lägerrispe kommt natürlicherweise vorwiegend in den Alpen und
Mittelgebirgslagen vor. Sie hat oberirdische Ausläufer (Stolonen),
liebt Feuchtigkeit und verträgt Trittbelastung. Die Art zählt zur
Trittpflanzengesellschaft und ist somit sehr stark belastbar. Das
jüngste Blatt ist gefaltet, die Blattspreite ist glatt und besitzt eine
Doppelrille (Skispur) und Kahnspitze. Die mittelbreiten, hellgrünen
Blätter haben ein mittellanges, weißes Häutchen.
Poa supina zeichnet sich durch eine sehr gute Schattenverträglichkeit
aus. Die Keimdauer beträgt etwa drei Wochen. Durch die sehr hohe
Konkurrenzkraft setzt sich die Art bei günstigen Standortbedingungen
im Pflanzenbestand durch. Die Winterfarbe ist hell, die
Frühjahrsergrünung erfolgt durch raschen Wachstumsbeginn. Im
Sommer ist die Lägerrispe trockenheitsempfindlich und benötigt
Zusatzbewässerung.
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© Deutsche Rasengesellschaft
© Klaus-Müller Beck
Nutzung
Besonders in Mischungen für Schatten- und Strapazierrasen,
auch für Zierrasen geeignet, da die Art tiefschnittverträglich ist.
Nicht für Kräuterrasen und Blumenwiesen geeignet. Bei hohen
Pflegeansprüchen an Wasser- und eine ausreichende Nährstoffversorgung sorgt die Lägerrispe für einen dichten und regenerationsfähigen Rasen. Die Schnitthöhe sollte nicht über 5 cm sein.
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