Lear-Ara Zucht - Loro Parque Fundación

Werbung
Die Zeitschrift der Loro Parque Fundación
Nº 94 - DEZEMBER - 2009
“Katandra Treetops”:
Einzigartige Jungelerfahrung
im Loro Parque
10 Jahre Hilfe für
den Gelbohrsittich
Namhafte
Papageienkonferenzen
in 2010
Lear-Ara
Zucht
Die Zeitschrift der Loro Parque Fundación
Nº. 94 - DEZEMBER - 2009
IUCN
Cyanopsitta ist gedruckt auf umweltfreundlichem, holzfreiem, beschichtetem Recycling-Papier: Symbol Freelife Satin ©, FEDRIGONI©
The World Conservation Union
Inhaltsangabe
Nachricht vom Gründer . . . . . . . . . . . . . . . . 2
Papageienkonferenzen in 2010. . . . . . . . . . . 3
Nachrichten LP/SP. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
Nachrichten LPF. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
Neues von der Papageiensammlung. . . . . . 15
Gesundheitscheck bei Papageien. . . . . . . . 17
Callitrichidae Sammlung . . . . . . . . . . . . . . 19
Aktualisierung der Projekte . . . . . . . . . . . . 20
Lear-Ara Zucht. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
Coverfoto: Gelbohrsittich (Ognorhynchus
icterotis) (Fundación ProAves)
Redaktionsbüro:
Loro Parque S.A.
38400 Puerto de la Cruz
Tenerife, Islas Canarias. España
Tel.: + 34 922 374 081 - Fax: + 34 922 373 110
E-mail: [email protected]
[email protected]
Beraterin de Redaktion:
Rosemary Low
Redaktion:
Javier Almunia, Avelia González, Wolfgang Kiessling,
Matthias Reinschmidt, David Waugh and Rafael
Zamora.
Besuchen Sie uns im Internet:
www.loroparque-fundacion.org
www.loroparque.com
Mitgliedschaft:
Werden Sie Mitglied der Loro Parque Fundación,
um unsere Aktivitäten zu unterstüzten. Sie erhalten
dann unsere vierteljärhrlichte Veröffentlichung der
Cyanopsitta und eine Mitgliedskarte, die Ihnen für die
Dauer der Mitgliedschaft freien Eintritt in den Loro
Parque gewährt, einen Besuch in unserer Zuchtstation
und die Befriedigung, die Natur unterstützt zu haben. Die
derzeitigen jährlichen Mitgliedsbeiträge sind:
Erwachsen.......................................100,00€
Kinder...............................................50,00€
Mitglied auf Lebensdauer...............1500,00€
Bitte schicken Sie uns Ihren Mitglied-schaftsantrag per Post, Fax
oder E-Mail, oder rufen Sie uns einfach an.
.
Bankverbindung:
Banca March, Puerto de la Cruz
Konto:.......... 0061 0168 81 005034011-8
IBAN:.......ES40 0061 0168 8100 5034 0118
BIC:....................................... BMARES2M
Nachricht des Gründers
In 2010 werden der Loro Parque und die Loro Parque Fundación Organisatoren
und Gastgeber des VII. Internationalen Papageienkongress, ein auf internationalem
Niveau anerkanntes Ereignis, bei dem über den Schutz, das Wohlergehen und viele
weitere Aspekte über Papageien gesprochen wird. Bis 1986 gab es keine derartige
Konferenz und so ergriff ich die Initiative, um Papageienliebhabern eine Plattform
zu bieten, die es ihnen erlauben würde, Informationen zu Gunsten der Papageien mit
anderen Leuten aus der ganzen Welt auszutauschen. Dadurch, dass sich über die letzten
24 Jahre hinweg die Bedrohungen gegenüber den Papageien und unsere Kenntnisse
kontinuierlich geändert haben, war es durch unsere erfolgreichen Kongresse stets
möglich die Menschen auf den neusten Stand zu bringen. Und so hat auch der nächste
Kongress in 2010 wieder eine Reihe an exzellenten und renommierten Sprechern aus
der ganzen Welt vorzuweisen und auch dieses Mal werden die Teilnehmer wieder
die Möglichkeit haben sich im Rahmen praktischer Workshops, die direkt nach dem
Kongress stattfinden und von Leuten vom Fach geleitet werden, fortzubilden. In den
Tagen vor dem Papageienkongress wird nächstes Jahr ausserdem zum ersten Mal die
„1. Internationale Konvention über den Schutz von Psittacidae: Wissenschaft, Strategie
und Praxis“ stattfinden. Diese Tochterkonferenz wird sich vor allem mit dem Schutz
von Papageien in freier Wildbahn, die unter dem immer höher werdenden Druck,
der durch menschliche Aktivitäten generiert wird, beschäftigen. Diese Konferenz
soll durch die Tiefe, mit der diese Themen behandelt werden, eine Antwort auf die
hohe Nachfrage von Papageienliebhabern sein, die sich um das Wohlergehen dieser
einzigartigen Tiere sorgen und bereits seit längerem professionelles Handeln für den
Schutz und die Erholung der Papageienbestände fordern. Auch diese Konvention
rechnet mit einer grossen Anzahl von namhaften Sprechern, die im Programm, das
Sie in dieser Ausgabe finden werden, aufgelistet sind. Wie immer würde ich mich sehr
freuen Sie bei diesen beiden Grossereignissen begrüssen zu dürfen.
Um diese zwei Konventionen zum Erfolg zu bringen, ist viel Fleiss gefragt. Deswegen ist
es für uns immer wieder aufs Neue eine grosse Bestätigung, wenn unsere Bemühungen
belohnt werden. In dieser Ausgabe informieren wir Sie über die kürzlich erhaltenen
Auszeichnungen, die für die erstklassige Arbeit und Qualität des Loro Parque stehen
und den Park in seiner Führungsposition bekräftigen. Das gleiche gilt natürlich auch
für den Siam Park, das Hotel Botánico und der Loro Parque Fundación, die allesamt
hervorragende Resultate durch konstante Innovation und Fleiss vorzeigen können.
Besonders stolz sind wir über die neuste Attraktion des Loro Parque, der grossen
begehbaren Freivogelvoliere namens “Katandra Treetops”, die das zu Hause einer
friedlich zusammenlebenden Gruppe von asiatischen und australianischen Vögeln
geworden ist und die sich als riesen Erfolg herauskristallisiert. Die Besucher können
es gar nicht glauben aus welcher Nähe sie die Papageien und andere Vögel, die sie
wahrscheinlich noch nie zuvor gesehen haben, beobachten können.
Anerkennung für unser Qualitätsprodukt erhalten wir auch durch den Besuch von
prominenten Persönlichkeiten in unserem Hotel Botánico. Letztes Jahr erwiesen
uns u.a. König Carlos und Königin Sofía von Spanien und Ihre Hoheit Prinzessin
Chulabhorn Mahidol von Thailand, die auch den Loro Parque und die Zuchtstation
der Loro Parque Fundación in La Vera besuchte, die Ehre. Dabei zeigte sie ein grosses
Interesse an den Papageien und unseren Zucht- und Erhaltungsprogrammen, über die
sie mehr in dieser Ausgabe erfahren können.
Da das Jahr 2009 bereits dem Ende zuschreitet und 2010 vor der Tür steht, möchte
ich mich gerne an diesem Punkt bei all unseren Unterstützern bedanken und ihnen ein
frohes Fest, Wohlstand und viel Gesundheit für das kommende Jahr wünschen.
Banco Santander, Puerto de la Cruz
Konto:.............0049 0290 37 2113529526
IBAN:......ES46 0049 0290 3721 1352 9526
BIC:.........................................BSCHESMM
BBVA, Puerto de la Cruz
Konto:.......... 0182 5310 61 001635615-8
IBAN:.......ES85 0182 5310 61 0016356158
BIC:....................................... BBVAESMM
Publikationsrecht: TF-1643/2003
2
Wolfgang Kiessling
Präsident, Loro Parque Fundación
Wir schützen Arten und ihre Lebensräume
Verpassen Sie nicht die zwei führenden Papageienkongresse im Jahr 2010
Der Loro Parque und die Loro Parque Fundación werden
im Jahr 2010 die Organisatoren und Gastgeber zwei
ganz besonderer Papageienkongresse sein. Es wird für
all diejenigen, die mehr über diese faszinierenden Vögel
lernen möchten, die einmalige Möglichkeit sein sich von
Experten vom Fach die neusten Informationen zu holen.
Die beiden Kongresse werden miteinander kombiniert
eine grosse Bandbreite an Themen abhandeln, wie z. B. die
Handhabung von Papageien in Menschenobhut und in der
Natur, als auch Schutzmassnahmen für ihren Erhalt. Beide
Kongresse werden nacheinander stattfinden, um es den
Teilnehmern möglich zu machen an beiden teilzunehmen.
Die Vorprogramme der jeweiligen Kongresse und der im
Anschluss stattfindenen praktischen Workshops finden
Sie auf der nächsten Seite.
VII. Internationaler Papageienkongress - 22 25 September
Der siebte Papgeienkongress, der seit dem Jahre 1986
eine begehrte Tradition ist, wird auch dieses Mal wieder
Papageienliebhaber aus aller Welt miteinander vereinen.
In einem einzigartigen Umfeld werden die Teilnehmer
die Möglichkeit haben, ihre Ideen und Informationen
auszutauschen, um das Wohlergehen der Papageien
zu fördern. Der mittlerweile zur weltweiten Referenz
gewordene Kongress, wird auch dieses Mal wieder eine
Kombination aus verschiedenen Aspekten der Vogelkunde
und der Erhaltung von Papageien sein.
Der Kongress ist für alle Interessierte in Papageien,
besonders für Vogelexperten, Hobbyisten und Experten,
die sich mit der Haltung und Zucht von Papageien
beschäftigen. Mit dem Ziel die Bedingungen für diese
wild-gehaltene Art zu verbessern, wird der Kongress
Schlüsselaspekte wie Management, Pflege, Zucht und
Haltung abhandeln. Um u.a. die Relevanz der Feldarbeit
und der Zucht in Menschenobhut hervorzuheben, werden
des Weiteren Präsentationen über die Forschung an und
dem Management von freilebenden Papageien geboten
werden. In Spanisch, Englisch, Deutsch und Französisch.
Internationale Konvention über den Schutz von
Psittacidae – Wissenschaft, Verfahrensweisen
und Praxis
Vor allem durch Aktivitäten der Menschen, haben viele
Papageienarten der Welt in den letzten Jahrzehnten
starke Rückgänge in ihren Wildbeständen verzeichnet.
Zielgerichtete Schutzmassnahmen sind erforderlich,
um gegen ihre Bedrohungen anzukämpfen. Einige
Papageienarten, ob gängig oder rar, passen sich meist
den von Menschen produzierten Veränderungen der
Lebensräume an. Doch kann dies auch Konfliktsituationen
generieren. Die Frage ist also: Wie kann der Mensch in
der heutigen Zeit friedlich zusammen mit den Papageien
leben? Um hierauf Fragen zu finden, wird die Loro
Parque Fundación die erste Konvention, die sich mit der
Wissenschaft und dem Management zur Verbesserung
der Studienmethoden der Papageien für praktische
Zwecke beschäftigen wird, organisieren und ausrichten.
Diese Konvention ist für all diejenigen interessant, die
wissenschaftlich-basierte Informationen über Papageien,
die politischen Richtlinien unterliegen, und/oder für die
Erhaltungs- oder Managementmassnahmen implementiert
wurden oder werden müssen, erhalten möchten.
Die Konferenz ist vor allem an Wissenschaftler und in
Feldprojekte involvierte Praktiker, Regierungsbehörden,
deren direkter oder indirekter Verantwortungsbereich das
Management und der Erhalt von Pisttaciden ist, gerichtet.
Im Programm vorgesehen sind u.a. auch Diskussionsrunden
mit Delegierten vom Fach. Die auf internationaler Ebene
in ihrem jeweiligen Bereich anerkannten Sprecher, werden
allesamt ihre langjährigen und persönlichen Erfahrungen
mit Psittaciden in ihre Vortragsthemem miteinbringen. Das
Gesamtwerk der Vorträge wird aktuelle und revelevante
Information für die Praxis liefern und als Massstäbe für
künftige Erkenntnisse in der Erhaltung von Psittaciden
setzen. In Spanisch und Englisch.
Mehr Informationen unter www.loroparque-fundacion.
org , oder Email: [email protected], oder
Tel: +34 922 373 841, ext. 217.
3
Die Zeitschrift der Loro Parque Fundación
www.loroparque-fundacion.org
email: [email protected]
VORPROGRAMM
VII INTERNATIONALER PAPAGEIENKONGRESS
22-25 SEPTEMBER 2010
Mittwoch, 22.09
19.00 h . . . . . . . . . . . . . . . . .
20:00 h . . . . . . . . . . . . . . . . .
Eröffnungsrede von Wolfgang Kiessling
Generaladministrator, Loro Parque, Spanien
Willkommenskocktail in den Gärten des Hotel Botánico
Einladung des Loro Parque
Donnerstag, 23.09
08:30 Uhr | 09:15 Uhr
09:20 Uhr | 10:05 Uhr
10:10 Uhr | 10:55 Uhr
10:55 Uhr | 11:30 Uhr
11:30 Uhr | 12:15 Uhr
12:20 Uhr | 13:05 Uhr
13:10 Uhr | 13:55 Uhr
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
Dr. Franz Robiller . . . . . Reminiszenz an Dr. Romuald Burkard
Dr. Matthias Reinschmidt . Zucht von seltenen Papageien in der LPF
Rafael Zamora . . . . . . . Innovationen und Handhabung von Papageien
Kaffeepause und Pressekonferenz
Dr. Irene Pepperberg . . . Kognitive und kommunikative Kapazitäten des Graupapageien
Olivier Chassot. . . . . . . Schutz des Großen Soldatenaras in Costa Rica/Nicaragua
Jos Hubers . . . . . . . . . Pflege und Zucht von Loris
Freitag, 24.09, im Kongresszentrum Magma
09:15 Uhr | 10:00 Uhr
10:05 Uhr | 10:50 Uhr
10:50 Uhr | 11:20 Uhr
11:20 Uhr | 12:05 Uhr
12:10 Uhr | 12:55 Uhr
13:00 Uhr | 13:45 Uhr
13:50 Uhr | 14:35 Uhr
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
Dr. Petra Wolf . . . . . . . Ernährung von Papageien
Eric Anthonise . . . . . . . Die kommerzielle Zucht von Papageien in den USA
Kaffeepause und Pressekonferenz
Mauricio Herrero . . . . . Schutz des Blaulatzaras in Bolivien
Simon Jensen . . . . . . . . Gruppenzucht mit verschiedenen Papageienarten
Roland Seitre . . . . . . . . Die besten Orte der Welt zur Beobachtung und zum Fotografieren von Papageien
Juan Cornejo . . . . . . . . Die Zucht in Menschenobhut in Mexiko
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
Heiner Müller . . . . . . . Gesundheitsmanagement bei Papageien
Matt Baird . . . . . . . . . Zucht von Australischen Papageien
Dr. Yara Barros . . . . . . Schutz vom Spix- und Lear-Ara
Kaffeepause und Pressekonferenz
Xavier Viader . . . . . . . Handhabung und Zucht des Graupapageien
Alan Lieberman . . . . . . Übersiedelung und Schutz des Rubinloris
Dr. David Waugh. . . . . . Papageien vom Aussterben schützen
Samstag, 25.09
08:30 Uhr | 09:15 Uhr
09:20 Uhr | 10:05 Uhr
10:10 Uhr | 10:55 Uhr
10:55 Uhr | 11:30 Uhr
11:30 Uhr | 12:15 Uhr
12:20 Uhr | 13:05 Uhr
13:10 Uhr | 13:55 Uhr
Am 23. y 25. ab 15:00 Uhr
Besuch der LPF-Zuchtstation
WINING & DINING
23.09 . . . . . . . . . . . . . . . . . .
24.09 . . . . . . . . . . . . . . . . . .
25.09 . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Organisiert von
21.00 Uhr
15:00 Uhr
19:00 Uhr
21.00 Uhr
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
Freie Verfügung
Freier Eintritt in den Siam Park
Beach Party und Snack
Galadinner
In Zusammenarbeit mit
Loro Parque und Loro Parque Fundación, Avda. Loro Parque sn, 38400 Puerto de la Cruz, Teneriffa, Spanien � Tlf.: 0034 922 374 081 � Fax: 0034 922 375 021
4
Wir schützen Arten und ihre Lebensräume
PRE-PROGRAMM
1.
email: [email protected] � www.loroparque-fundacion.org
INTERNATIONAL CONVENTION ON THE CONSERVATION
OF PSITTACIDAE: SCIENCE, POLICY AND PRACTICE
20-22 SEPTEMBER 2010
Monday, 20.09 | Hotel Botánico, Garden
19.00 h | 19:15 h . . . . . . . . . . . . . . . Inauguration by Wolfgang Kiessling
President, Loro Parque and Loro Parque Foundation, Spain
19:15 h . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ice-breaker
Tuesday, 21.09 | Hotel Botánico, Sala Gran Teide
08:30 h | 08:55 h . . . . . . . Introduction speech
Speaker to be announced
09:00 h | 09:45 h . . . . . . . The status of and threats to the world’s Psittacidae: an overview and update
Nigel Collar, BirdLife International and University of Cambridge, UK
09:59 h | 10:35 h . . . . . . . Monitoring, censusing and habitat assessment
Stuart Marsden, Manchester Metropolitan University, UK
10:35 h | 10:55 h . . . . . . . Debate
10:55 h | 11:25 h . . . . . . . Coffee break
11:25 h | 12:10 h . . . . . . . Telemetry studies and habitat use assessment
Robin Bjork, SalvaNATURA, El Salvador
12:15 h | 13:00 h . . . . . . . Resource requirements of psittacines: nest sites and diet
Katherine Renton, National Autonomous University of Mexico, Mexico
13:00 h | 13:20 h . . . . . . . Debate
13:20 h | 14:45 h . . . . . . . Lunch
14:45 h | 15:30 h . . . . . . . Nest-boxes and nest repairs as conservation tools
Alonso Quevedo, Fundación ProAves, Colombia
15:35 h | 16:20 h . . . . . . . How captive management can and must contribute to parrot conservation
David Waugh, Loro Parque Fundación, España
16:20 h | 16:40 h . . . . . . . Debate
16:40 h | 17:25 h . . . . . . . Conserving parrots within and outside of protected areas: the principal management issues
Paul Salaman, World Land Trust-US, USA
17:30 h | 18:15 h . . . . . . . Conservation of parrots threatened by introduced and invasive species
Jörn Theuerkauf, Polish Academy of Sciences, Poland
18:15 h | 18:35 h . . . . . . . Debate
Wednesday, 22.09 | Hotel Botánico, Sala Gran Teide
08:30 h | 09:15 h . . . . . . . Parrot reintroductions
Thomas White, U.S. Fish and Wildlife Service, USA
09:20 h | 10:05 h . . . . . . . Ecotourism and parrot conservation
Donald Brightsmith, Texas A&M University, USA
10:05 h | 10:25 h . . . . . . . Debate
10:25 h | 10:55 h . . . . . . . Coffee break
10:55 h | 11:40 h . . . . . . . Parrots as conservation ambassadors: outreach, education and campaigning
Indira Lacerna-Widmann, Katala Foundation Inc., Philippines
11:45 h | 12:30 h . . . . . . . Parrot conservation funding: from external to self-sustainable?
Jorgen Thomsen, The MacArthur Foundation, USA
12:30 h | 12:50 h . . . . . . . Debate
12:50 h | 13:00 h . . . . . . . Declaration/resolution about the conservation of Psittacidae
13:00 h | 14:00 h . . . . . . . Lunch
14:00 h | 18:00 h . . . . . . . Visits to the conservation breeding centre of the Loro Parque Fundación / other activities
19:00 h . . . . . . . . . . . . Farewell cocktail
(together with VII International Parrot Congress welcome cocktail in the garden of the Hotel Botánico)
Convention Proceedings
It is anticipated that the proceedings of the spoken presentations will be published in a peer-reviewed publication.
Poster Session
A poster session directly related to the theme of the convention is an expected.
Organized by
In collaboration with
Loro Parque and Loro Parque Fundación, Avda. Loro Parque sn, 38400 Puerto de la Cruz, Tenerife, Spain � Tlf.: 0034 922 374 081 � Fax: 0034 922 375 021
5
NACHRICHTEN: LP/SP
Wolfgang Kiessling,
Die Zeitschrift der Loro Parque Fundación
der Präsidenten von Loro Parque S.A., wurde die
Goldmedaille für besondere Verdienste im Tourismussektor verliehen
Wolfgang Kiessling (Präsident der Loro Parque Stiftung und
der Loro Parque S.A.) wurde am 10. Dezember 2009 vom
spanischen Ministerrat, in Anerkennung der langjährigen und
intensiven Anstrengungen im Freizeit- und Tourismussektor
der Insel Teneriffa während der letzten 40 Jahre, mit der
Goldmedaille für besondere Verdienste im Tourismussektor
ausgezeichnet.
Diese Auszeichnung wurde nur kurz nachdem der Loro
Parque seine neue und grosse Attraktion -Katandra
Treetops- eröffnet hatte verliehen; in einem Jahr, das
von der weltweiten Finanzkrise gekennzeichnet war und
besonders den Tourismussektor hart getroffen hatte. Ebenso
muss man die grosse Anstrengung für die Innovation, den
grossen Respekt gegenüber der Umwelt und der ständigen
Qualitätsverbesserung bei allen Unternehmen, die von
diesem 72-jährigen deutschen Unternehmer und Adoptivsohn
der Stadt Puerto de la Cruz, geführt werden, hervorheben,
die durch zahlreiche internationale und nationale
Auszeichnungen, wie z.B. dem Premio Principe Filipe a la
Excelencia Empresarial, gewürdigt wurden. So stellt auch
diese Medalla de Oro eine der wichtigen Auszeichnung und
eine grosse Motivation dar, um weiterhin das Beste für den
Sektor und der Arbeitergesellschaft zu geben.
Herrn Kiessling wird in Anwesenheit des Staatsekretärs für Tourismus,
Joan Mesquida, die Golfmedalle von einem Vertreter des Ministeriums für
Industrie, Tourismus und Kommerz in Alcalá de Henares übergeben.
Loro Parque formt ein neues Jaguarpäarchen mit einem
mit einem aus Deutschland stammenden Weibchen
Loro Parque führt zum Tag der Tiere ein neues Jaguarpäarchen
(Panthera Onca) zusammen und erweitert so seine grosse
Säugetierfamilie mit einem 9 Jahre alten, aus einem
deutschen Zoo stammenden, Weibchen. Dieses elegante und
schöne Exemplar heisst Negra und hat sich dem Männchen
Yellow angeschlossen. Er wurde als Sohn eines in unserer
zoologischen Einrichtung zusammengeführten Paares vor
13 Jahren im Loro Parque geboren.
Negra und Yellow waren 30 Tage lang beieinander, hatten aber
keinen direkten Kontakt. Während dieser Anpassungsphase
befanden sich beide Tiere in zwei verschiedenen Anlagen,
die aber direkt nebeneinander lagen, so dass sie sich sehr gut
sehen und aneinander gewöhnen konnten. Nach dieser ersten
Periode, wurden beide Jaguare, unter Aufsicht der Pfleger
und Tierärzte, in einer grossen Ausstellung, die der Loro
Paque speziell für sie zur Verfügung stellt, zusammengeführt,
wo nun die Besucher Zeuge der hervorragenden Beziehung
zwischen den beiden Tieren werden können.
Der Jaguar (Panthera Onca) gehört zur Gattung Panthera, die
einzige, die in Amerika zu finden ist. Er ist nach dem Tiger
und Löwen die drittgrösste Wildkatze der Welt und spielt
eine wichtige Rolle im Gleichgewicht des Ökosystems, da er
den Bestand der Arten, die er jagt, kontrolliert. Er besitzt das
mächtigste Kiefer und den grösten Kopf aller Wildkatzen,
was ihm sein charakteristisches Profil verleiht.
6
Derzeit gehört der Jaguar zu einer bedrohten Art und
die Anzahl der Exemplare nimmt immer weiter ab. Der
grösste Bedrohungsfaktor ist vor allem der Verlust und
die Fragmentierung seines Lebensraumes. Obwohl der
internationale Handel mit Jaguaren verboten ist, werden
sie weiterhin getötet, vor allem in Konflikten zwischen
Viehzüchtern und Bauern in Südamerika.
Wir schützen Arten und ihre Lebensräume
Die europäische Kommission verurteilt
Spanien vor dem europäischen Gerichtshof
um Zoos aus 11 autonomen Regionen
Am 29. Juni verurteilte die Europäische Kommission (EC)
Spanien vor dem europäischen Gerichtshof mit der Begründung,
dass verschiedene Zoos in elf autonomen Regionen, unter
ihnen die Kanarischen Inseln, die EU-Tierschutzrichtlinien
nicht erfüllen. Der Vorstand der Kommission nimmt nun wegen
Verstosses der Normen vereinzelte Zoos in Asturias, Aragón,
den Balearen, Cantabria, Canarias, Castilla La Mancha,
Castilla y León, Extremadura, Galicia, Murcia und Valencia
unter die Lupe. Nun hat Brüssel entschieden Spanien vor den
europäischen Gerichtshof als Antwort auf die Beschwerden
von NROs zu bringen. Diese haben sich mehrfach über
spanische Zoos beklagt, die laut ihnen die Tierschutzgesetze
nicht respektierten. Mit dieser Begründung eröffnete die
NACHRICHTEN: LP/SP
Europäische Kommission in 2007 die Akte “Spanien” und
veröffentlichte 2008 eine begründete Stellungnahme (zweiter
Schritt bei Vertragverletzungsverfahren), die die “mangelhafte
Anwendung” der Standards in Bezug auf die Erteilung von
Lizenzen, fehlenden Inspektionen oder fehlendes Handeln,
wenn die Bedingungen der Betriebsgenehmigung nicht
erfüllt werden, anklagen. Obwohl in Spanien die autonomen
Gemeinschaften über die Zoos verfügen, hat sich die EC an
die Regierung gewendet, weil sie der direkte Ansprechpartner
für EU-Organe ist. Der Loro Parque hat sich nicht nur stets
an die Richtlinien zum Tierschutz und zur Leitung von Zoos
gehalten, sondern ist auch für sein Streben nach den höchsten
Standards bekannt, welches durch die Mitgliedschaft in
Internationalen, Europäischen und Iberischen Assoziationen
von Zoos und Aquarien untergraben wird. Des weiteren hat er
als erster Zoo der Welt das Umweltzertifikat “Biosphere ParkAnimal Embassy”, das vom Institut für Verantwortungsvollen
Turismus vergeben wird, erhalten.
Wolfgang Kiessling rerhält den regionalen Preis des
“Unternehmers des Jahres” von Ernst & Young
Der Präsident des Loro Parque, Wolfgang Kiessling, wurde von
derinternationalenKommissionfürUnternehmensserviceErnst
& Young als Gewinner der Auszeichnung “Unternehmer des
Jahr 2009” auf regionalem Niveau ernannt. Die Entscheidung
der Jury wurde am 26. November vom Vertreter und Partner
von Ernst & Young auf den Kanarischen Inseln, Andrew
Perera Carballo, im Rahmen eines Aktes mit anschliessendem
gemeinsamen Mittagessen im Oliver Club von Santa Cruz de
Tenerife bekanntgegeben, bei dem zahlreiche verschiedene
Persönlichkeiten aus dem kanarischen Unternehmenssektor
teilnahmen. Niemals zuvor war die effiziente Arbeit von
Unternehmern zu Zeiten der Weltfinanzkrise für die Wirtschaft
so wichtig wie jetzt. Wolfgang Kiessling hat bewusst gekonnt
die schwierige Situation mit Kreativität, Fleiss und ständigem
Fortschritt konfrontiert und bewältigt/gemeistert. Diese
Auszeichnung, die zum ersten Mal vor 23 Jahren in den USA
vergeben wurde und mittlerweile in fünfzig Ländern und 5
Kontinenten verliehen wird, ist auf internationaler Ebene
der renommierteste Preis, der die Arbeit und Aktivität von
Unternehmern bzw. Unternehmen auszeichnet.
Herr Perera überreicht Herrn Kiessling die Auszeichnung.
Das Seniorenzentrum von Tegueste feiert einen “Tenderete”
im Loro Parque
Loro Parque feiert die grosse Feier „Tenderete“ mit mehr
als 50 Personen des Seniorenzentrums von Tegueste. Bei
diesem festlichen Treffen genossen die Einwohner dieser
Gemeinde einen typisch kanarischen Tag des Miteinanders
mit einem grossen Empfang der Mitarbeiter des Restaurants
„Casa Pepe“ im Loro Parque, die die Senioren mit einem
traditionellen Menü, bestehend aus Runzelkartoffeln,
landestypischen Wein, Quark und anderen schmackhaften
Gerichten des Landes, verwöhnten. An dieser Initiative haben
sich schon viele Verbände der einheimischen Bevölkerung
beteiligt, die - umgeben von der Schönheit der Natur - im
Loro Parque einen besonderen Tag verbracht haben.
7
NACHRICHTEN: LP/SP
Die Zeitschrift der Loro Parque Fundación
Hotel Botánico und Loro Parque setzten auf
Wie jedes Jahr organisiert das Hotel Botánico in
Zusammenarbeit mit dem Loro Parque ein Kinderprogramm
mit verschiedenen Lernaktivitäten für Kinder, die mit ihren
Familien den Sommer im Hotel verbringen. Kinder Aventura
ist eine Initiative die schon seit vielen Jahren erfolgreich
stattfindet. Sie hat zum Ziel den Familienurlaub im Hotel zu
fördern, denn während sich die Eltern im Oriental Spa Garden
erholen, erleben deren Kinder (zwischen 4 und 12 Jahren)
einen tollen Tag im Loro Parque, wo sie vieles über Tiere
lernen können.
Familienurlaub
von 17.00h bis 20.00 Uhr statt und beinhaltet den Transport
zum Park und ein Diplom bei Beendigung des Programms.
Ausserdem haben die Kinder Recht auf bevorzugte Plätze
bei den Orca-, Seelöwen-, Delfin- und Papageienshows und
Zutritt zu den privaten Einrichtungen des Parks.
Diese Aktivitäten finden unter Aufsicht der Betreuer statt,
die viele verschiedene Sprachen beherrschen. Während des
Besuchs im Loro Parque wird u.a. gemeinsam das Futter für
Papageien, Tiger, Vögel, Krallenäffchen und vielen mehr
vorbereitet. Kinder aventura fügt sich so der Marke Family
Welcome, die vom Tourismusrat der kanarischen Regierung
ins Leben gerufen wurde. Es werden Schätze gesucht und
Fotosafaris, Gorillabeobachtungen und Führungen durch den
Backstagebereich des Parks organisiert, bei welchen viele
Geheimnisse des schönsten Zoo´s in Europa enthüllt werden.
Der organisierte Ausflug findet von 10.00 bis 15.00 Uhr und
Die Tiere des Loro Parque feiern Halloween mit
leckeren Kürbissen gefüllt mit Obst und Leckereien
Die Tierfamilie des Loro Parque feiert dieses Wochenende
das berühmte Halloweenfest mit pfiffig geschnitzten
Kürbissen voller Leckereien. Die Kürbise wurden mit den
Lieblingsleckereien der jeweiligen Tierarten gefüllt und in die
verschiedenen Tierausstellungen gelegt, um den Tieren neue
Herausforderungen und Abwechslung bei der Essenssuche zu
bieten. Mit solchen Aktionen beabsichtigen die Tierärzte und
Biologen des Parks die Aktionen zur Umweltbereicherung auf
spielerische und sympathische Weise zu erweitern.
Die frisch eingetroffenen Zweifingerfaultiere, die 12köpfige Klammeraffenfamilie, die Köhlerschildkröten und
die Galapagos-Leguane, die allesamt in einem tropischen
Ökosystem in Zentral-und Südamerika zusammenleben, mit
Honig, Nüssen und Obst verwöhnt. Nicht weniger lecker waren
die mit Fleisch gefüllten Kürbisse, an denen sich die Tiger und
8
Jaguare erfreuen konnten, wie auch die vegetarischen Kürbisse,
die speziell für die Galapagosschildkröten, angefertigt wurden.
Besonders amüsante Momente lieferten uns die Schimpansen,
die die Kürbisse wegen der verschiedenen Gestalten und
Inhalte verdutzt anschauten.
Auch wenn es sich bei Halloween um ein Fest handelt, das
aus der keltischen Kultur stammt und vor allem in Amerika
gefeiert wird, hat sich der Loro Parque entschieden diese
kulturelle Tradition mit seinen Besuchern zu zelebrieren, die
die Tiere bei dieser aussergewöhnlichen Erfahrung beobachten
konnten. So waren es an diesem speziellen Tag nicht nur die
Kinder, die sich verkleidet auf die Suche nach Süssigkeiten
begaben, sondern auch zahlreiche Tierfamilien, die sich an
diesen natürlichen Leckerbissen erfreuen konnten.
Wir schützen Arten und ihre Lebensräume
NACHRICHTEN: LP/SP
Loro Parque eröffnete seine neue und spektakuläre Attraktion:
Katandra Treetops
Loro Parque, einer der schönsten zoologischen
Einrichtungen der Welt, erweitert weiterhin sein
Freizeitangebot für seine Besucher mit überraschenden
Neuheiten. Am vergangenen 24. September wurde
Katandra Treetops, seine neueste und beeindruckendste
Attraktion, eingeweiht. Der Name leitet sich aus der
Sprache der australischen Ureinwohner ab und bedeutet
“Gesang der Vögel auf den Baumkronen“.
An der Eröffnung von Katandra Treetops nahmen unter
anderem der Präsident der Kanarischen Inseln, Paulino
Rivero, der Präsident der Inselregierung Teneriffas,
Ricardo Melchior und die Bürgermeisterin von Puerto
de la Cruz, Dolores Padrón, teil.
Es handelt sich um eine der beeindruckendsten
Freiflugvolieren der Welt, in der die Besucher auf eine
Brücke von 27 Metern Höhe steigen und den über 100
australischen und asiatischen Vögeln verschiedener Arten
und Unterarten direkt in die Augen schauen können.
Bunte Loris, Kakadus, Lachende Hänse, Fasane,
Amseln und Fruchttauben sind nur einige der Stars
dieser grossartigen Voliere, in der eine geheimnisvolle,
tropische Regenwaldatmosphäre alle Sinne der Besucher
verführen wird. Das tropische Klima von Australasien,
die Licht- und Schattenspiele und die Eukalyptus- und
Karamell-Aromen verbinden die üppige tropische
Vegetation mit einer einzigartigen Umgebung.
Naturwunder in der Luft, auf der Erde und
im Wasser
Unter den Arten, die Katandra Treetops bevölkern werden,
heben sich besonders die Loris und ihre Unterarten durch
ihre intensive und vielfältige Farbgebung hervor. Ein
einzelnes Exemplar kann bis zu 5 verschiedene Farben
aufweisen. Ihre spezielle runzlige Zunge ermöglicht
ihnen, den Nektar und Blütenstaub aus den Blumen zu
saugen. Von der Hängebrücke der Voliere aus inmitten
von Eukalyptus- und indischen Lorbeerbäumen können
die Besucher sie aus nächster Nähe beobachten.
Der ursprüngliche Baumbestand wurde vollständig
respektiert.
Neben anderen überraschenden Arten beherbergt
Katandra Treetops auch Vögel, die sich im unteren
Bereich der Voliere aufhalten, wie Rebhühner, VictoriaKronentauben, Goldfasane oder Emus, die zusammen mit
den Lachenden Hänsen und deren unverwechselbarem
Lachen sowie den eleganten Reihern Katandra Treetops
in eine Voliere voller Gesang verwandeln und somit
die Echtheit des Namens bestätigen. Neben der grossen
Brücke sind auch die Fusswege, Plattformen und
Treppen erwähnenswert. Sie geben dem Besucher die
Möglichkeit, erstaunliche Ausblicke auf die Vögel in
undenkbaren Höhen zu geniessen und deren Verhalten
und freien Flug innerhalb der Anlage aus einer völlig
neuen Perspektive zu beobachten.
9
NACHRICHTEN: LP/SP
Die Zeitschrift der Loro Parque Fundación
Rosa Kakadus, asiatische Sittiche, Turteltauben und
sogar Mandarinenten werden den im Zentrum der Anlage
befindlichen See mit Leben und Farbe füllen. Dieser
verwandelt sich dank den Lichtstrahlen, die durch die
Bäume einfallen, in einen Spiegel.
Katandra Treetops ist auch als Raum für die
Umweltbereicherung konzipiert worden, in dem die Loro
Parque Stiftung diverse interaktive Lernaktivitäten, OnLine Videokonferenzen und Workshops zur Bestimmung
von Arten durchführen wird. So haben demnächst Kinder
aus verschiedenen Schulen die Möglichkeit, die Wunder
dieses tropischen Ökosystems zu entdecken.
Loro Parque feiert den Sommerbeginn mit der Geburt
eines neuen Seelöwen
Der Loro Parque hat den Sommer mit der Vergrösserung seiner
Tierfamilie mit der Geburt eines Kalifornischen Seelöwen
begonnen. Das kleine Jungtier, das circa 13 kg wiegt und von
seiner Mutter ernährt wird, ist die Nummer 15 der grossen
Seelöwen-Gruppe, die im Loro Parque lebt und sich seit
1989 – dank des Wohlergehens, das diese Meeressäugetiere in
seinen Installationen geniessen - erfolgreich vermehren.
in den immensen Einrichtungen, die der Loro Parque für ihn
bereithält. Wenn es nach einem Jahr nicht mehr gesäugt wird,
wird es anfangen, Fisch zu fressen und selbstständiger zu
werden.
Die Kalifornischen Seelöwen (Zalophus californianus)
gehören zur Spezies der Robben, genauer zur Familie der
Ohrenrobben, und leben an den Küsten des Nordpazifiks. Sie
sind vor allem durch die Grössenunterschiede zwischen den
männlichen und weiblichen Tieren gekennzeichnet. Während
die Männchen zwischen 300 und 380 kg wiegen, werden die
Weibchen nur 90 bis 100 kg schwer. Sie ernähren sich von
Fisch und Schalentieren und sind die einzigen Säugetiere,
deren Milch keine Lactose enthält. Sie sind sehr soziale und
verspielte Tiere; sie leben in grossen Gruppen, in denen sie
ständig aufeinander wirken.
Das kleine Jungtier ist ein sympathisches Männchen, das die
meiste Zeit mit seiner Mutter verbringt während es badet und
Loro Parque und Siam Park präsentieren ihre Kandidatinnen für Miss Norte 2009
Das OrcaOcean-Stadion war der gewählte Schauplatz für
die Präsentation der 25 Kandidatinnen von Miss Norte 2009.
Der Veranstaltung wohnten Carmen González, Stadträtin für
Feierlichkeiten des Rathauses der Stadt La Matanza; Sandro
Pérgola, Direktor des Wettbewerbes; Deborah Aceituno, Miss
Norte 2008 und der Stylist und Choreograf Alberto Dugarte bei.
Die 25 Kandidatinnen nutzten den sonnigen Tag, um sich mit
den majestätischen Orcas fotografieren zu lassen und einen
freien Tag mit vielen Überraschungen zu geniessen. Auch
hatten sie die Möglichkeit, noch vor der offiziellen Eröffnung
die neue Attraktion, die der Loro Parque vor kurzem eröffnet
hat, zu besuchen.
Die Miss-Norte-Gala wird am 25. Juli in der Stadt La Matanza,
genauer auf der Plaza de El Salvador um 21:00 veranstaltet,
der Eintritt ist frei ( Plätze begrenzt). Die Veranstaltung findet
im Rahmen der Festlichkeiten der im Norden gelegenen Stadt
statt.
In diesem Jahr nehmen 25 Kandidatinnen teil, die verschiedene
10
Rathäuser und private Firmen, wie im Falle des Loro Parque
und des Siam Park.
Wir schützen Arten und ihre Lebensräume
NACHRICHTEN: LP/SP
von Prinz Mahidol von Thailand, welche sich am Eingang des
Loro Parque und Siam Park bekommen
Loro Parques befindet und an den Besuch Teneriffas durch
Seine Königliche Hoheit im Jahr 1913 erinnert, mit einem
besonderen Besuch: die
Blumenkranz ehrte. Danach ging sie mit dem königlichen Gefolge
, I. K. H. Chulabhorn Mahidol
durch den Park., begleitet vom Präsidenten des Loro Parque,
Wolfgang Kiessling, der ihr persönlich verschiedene Ecken und
Loro Parque und Siam Park haben einen besonderen Besuch Geheimnisse des Parks zeigte und gemeinsam genossen sie die
bekommen und wurden mit der Präsenz der thailändischen Orca- und Delfinshow.
Prinzessin Prof. Dr. I. K. H. Chulabhorn Mahidol beehrt, die vom
12. bis 13. Juli auf Teneriffa zu Besuch war und das angenehme
Wetter nutzte, um die Parks, die eine authentische Referenz der
Kultur des Königreiches Thailand auf den Kanarischen Inseln
darstellen und zuvor, im Jahre 2008 von ihrer Schwester, Prinzessin
Maha Chakri Sirindhorn besucht worden waren, die der Eröffnung
des Wasserattraktionenparks Siam Park beiwohnte, zu besuchen.
Prinzessin Mahidol, die in der Suite Real des Hotel Botánico
wohnte, genoss den ersten Tag ihres Besuches in den
beeindruckenden Installationen, die der Siam Park besitzt und
würdigte besonders die Schönheit seiner Architektur sowie die
Authenzität seiner Thematisierung und die tropischen Gärten. Der
Direktor des Parks, Christoph Kiessling, bot einen unterhaltsamen
und geführten Besuch mit detaillierten Erklärungen über die
Attraktionen und ihr unterschiedliches dekoratives Aussehen, das
Prinzessin Chulaborn Mahidos mit ihrem Mann und Herrn und Frau Kiessling
von der Schönheit Thailands inspiriert wurde.
Am nächsten Tag besuchte sie den Loro Parque, wo sie die Büste
Thailand
Prinzessin von
Ihre Königlichen Majestäten wählen das Hotel Botánico für ihren Aufenthalt auf Teneriffa
Die Suite Bill Clinton des Hotels Botánico wurde von Ihren
Königlichen Majestäten Spaniens, Don Juan Carlos und Doña
Sofia, für ihren Aufenthalt auf Teneriffa zur Einweihung
des Grantecan Teleskopes auf La Palma, gewählt. Bei ihrer
Ankunft wurden sie von hunderten Anhängern mit Fahnen
und hohen Erwartungen nach dem langersehnten Besuch der
Könige in Puerto de la Cruz in den angrenzenden Strassen
des Hotels Botánico erwartet.
Beim Betreten des Hotels gingen sie zur Begrüssung des
Präsidenten des Loro Parques und Eigentümer des Hotels
Botánico, Wolfgang Kiessling, sowie der Bürgermeisterin
von Puerto de la Cruz, Lola Padrón und auch der Mitglieder
der Geschäftsführung und des Hotelpersonals, die den
Besuch mit grösstem Enthusiasmus und Ehren vorbereitet
hatten, über. Danach nahmen sie an dem vorgesehenen Essen
teil und verteilten Lächeln und Sympathie für ihre Gastgeber,
die ihnen mit Stolz einen herzlichen Applaus boten.
DER Staatssekretär, Joan Mesquida, besucht Loro Parque
Der Staatssekretär, Joan Mesquida, besuchte im Rahmen
seiner offiziellen Reise, den berühmtesten und anerkanntesten
Zoos Spanien, den Loro Parque. Er kam in Begleitung des
Generaldirektors von Tourespaña, Herrn Antonio Bernabé,
des Regierungsbeauftragten, Herrn José Antonio Batista
Medina, der Bürgermeisterin vom Puerto de la Cruz, Frau
Dolores Padrón und der Stadträtin für Tourismus, Frau
María Jesús Ferrer, die zusammen vom Präsidenten des Loro
Parque, Herrn Wolfgang Kiessling und der Geschäftsleitung
des Parks begrüsst wurden.
Während des Besuches beantworteten sie die Fragen
der Medien, liessen sich fotografieren und genossen die
Orcashow. Der Besuch endete in den Anlagen der neuen
Attraktion, Katandra Treetops, die der Loro Parque am
kommenden 24. September einweihen wird.
Herr Kiessling und Herr Mesquida (erster und zweiter von links)
11
NACHRICHTEN: LP/SP
Die Zeitschrift der Loro Parque Fundación
Die Loro Parque Stiftung erhöht das Budget für Umweltprojekte im Jahr 2010
auf 850.000 Euro
Der Verwaltungsbeirat der Loro-Parque-Stiftung hat nach
2-tägiger Beratung entschieden das Budget zur Erforschung
und Verfolgung von Umweltprogrammen in 20 Ländern
der Erde auf 850.000 Euro zu erhöhen. Das bedeutet
eine Steigerung um 20.000 Euro, mehr als im Jahr 2009
vorgesehen war und ein grosser Kompromiss von Seiten
der Sponsoren und Mitarbeiter dieser Abteilung, wenn man
die schwierige finanzielle und wirtschaftliche Situation von
heute berücksichtigt. Diese Entscheidung wird sich positiv
auf die Durchführung von mindestens 31 Projekten zur
Wiedergewinnung von Arten auswirken, besonders von
Papageien, sowie auch bei erzieherischen Aktivitäten und
dem Schutz von Walen.
Bei diesem 14. jährlichen Treffen, das im Loro Parque
veranstaltet wird, haben verschiedene Experten und
Berater von öffentlichen und privaten Körperschaften auf
internationalem Niveau die vorgestellten Projekte analysiert
und ausführlich über ihre Wichtigkeit debattiert. Ausserdem
haben sie die Ergebnisse von einigen in früheren Jahren bereits
gestarteten Programmen ausgewertet, um das Handeln wieder
aufzufrischen. Im Bezug darauf kann man den erreichten
Erfolg mit der Zucht von 1112 Küken aus 160 verschiedenen
Arten und Unterarten von Vögeln hervorheben.
die Erforschung der Immunologie und Bioacustik von Walen
fortgesetzt, die mit den Universitäten von La Laguna und Las
Palmas auf Gran Canaria durchgeführt wird.
Letztendlich muss man den wichtigen wirtschaftlichen Beitrag
der Sponsoren der Loro Parque Stiftung hervorheben, deren
Mitarbeit unentbehrlich ist, um diese ganzen Umweltprojekte
entwickeln zu können. Unter den Unternehmen die Initiativen
unterstützen befinden sich Kalise, Caja Madrid, Pepsi, Banca
March, Versele-Laga, World of TUI, Compañia Cervecera de
Canarias, Cepsa, Fontasol, Redisa, Embotelladora de Canarias,
Fonteide, ESHL, Fuente Alta, Cash & Carry, Dona, Litogafía
Romero, Abaxis y Ono und viele mehr.
Auf dem Foto: Vertreter der mitarbeitenden Firmen und
Berater, zusammen mit den Mitgliedern der Loro Parque
Stiftung und ihrem Präsidenten Wolfgang Kiessling.
Unter den wichtigsten Vorschlägen befinden sich zwei
Projekte: Das erste zielt auf die Erhaltung der Delfine im
Atlantik und Mittelmeer wofür die Loro Parque Stiftung in den
nächsten 4 Jahren 90.000€ zur Verfügung stellt. Ausserhalb
der kanarischen Inseln ist das wichtigste Projekt Erhaltung
und Schuzt des “Guacamayo Barbazul“ in Bolivien. Hierfür
werden im Jahr 2010, 85.000€ gespendet.Ausserdem wird
36 deutsche Studenten der Tiermedizin haben den Loro
Parque gewählt, um ihr Praktikum zu machen
Der Loro Parque hat 36 Studenten der Tiermedizin der
Universität Giessen aufgenommen. Sie sind nach Teneriffa
gekommen, um ein 15-tägiges Praktikum in den verschiedenen
Abteilungen, die der Loro Parque zur Pflege und Betreuung
der Tiere hat, zu absolvieren. Der international anerkannte
und ausgezeichnete Zoo ist führend was Umweltpraktika
und Wohlergehen von Tieren anbetrifft und ist mit der
bestmöglichen Technologie, die man bekommen kann,
sowie dem wissenschaftlichen Vermögen, mit Experten und
Wissenschaftlern aus der ganzen Welt ausgestattet.
und chirurgische Eingriffe in der Klinik des Parks beobachten,
etwas über die Vorgehensweise bei der Identifizierung und
der Untersuchung der Tiere lernen, und ausserdem die
Abläufe bei der Fütterung und den Gesundheitskontrollen
kennenlernen.
Dieses Bildungstreffen ist Teil einer Vereinbarung, die die
Loro Parque Fundación mit dieser anerkannten Hochschule
eingegangen ist, und die seit nunmehr 15 Jahren besteht. Ziel
ist es den Studenten der Tiermedizin eine reelle Möglichkeit
zu geben verschiedene Arten von auf der Welt existierenden,
und im Loro Parque beheimateten Tieren, zu beobachten
und etwas über sie zu lernen.
Während des zweiwöchigen Praktikums, konnten die
zwischen 20 und 26 Jahre alten jungen Leute in den Laboren
der Handaufzucht von Papageien beiwohnen, Operationen
12
Die Tierärztin Dr. Kirstin Oberhäuser hält den Stundenten einen Vortrag
Wir schützen Arten und ihre Lebensräume
TEA beherbergte im September die Expo-Orcas
der Loro Parque Stiftung
Das erst neulich eingeweihte Museum Tenerife Espacio de las
Artes (TEA) hat im Laufe des Monats September die Ausstellung
der Orkaskulpturen beherbergt. Diese Ausstellung wurde von
der Loro Parque Stiftung gefördert und hat es zum Ziel, allen
Besuchern bewusst zu machen, wie wichtig es ist, unsere
Meere zu schützen. Sie verbinden Kunst und Natur in einem
einzigen symbolischen Ausdruck. Die 18, fast lebensgrossen
Kunstwerke, wurden von 10 der renommiertesten kanarischen
Künstlern entworfen. Diese unterstützten die Stiftung mit ihrer
Kreativität und ihrem Talent. Seinerseits schlossen sich auch
verschiedene soziale Gruppen der kanarischen Inseln dieser
Initiative an, indem sie 5 Orkas mit viel Liebe und Hingabe
schmückten.
Facundo Fierro, Ildefonso Aguilar, Elena Lecuona, Luis Kerch
und José Antonio Zárate sind nur einige der vielseitigen und
traumhaften Künstler die, zusammen mit Pepe Dámaso,
Carmen Cólogan, Iker Muro, Aníbal del Rosario und Gonzalo
González, an diesem Projekt teilnahmen. Sie berabeiteten die
Skulpturen mit modernen und engagiertem Inhalt und halfen
den 5 sozialen Gruppen, mit farbenfrohen Designs, Materialien
und ästhetischen Techniken.
Die Ausstellung “Expo-Orcas” soll das Bewusstsein der
kanarischen Gesellschaft gegenüber den Schutz von Walen,
fördern, wobei Umwelt und nachhaltiger Tourismus mit Kultur
und Bürgerbeteiligung vereint werden. Diese berühmten
Künstler habe jede Skulptur als Eigene übernommen um sie
künstlerisch zu prägen und ihr Zeichen und ihre Inspiration,
die sie als Künstler kennzeichnet, zu hinterlassen, so dass
diese wundervolle und einzigartige Sammlung an Skulpturen
zustande gekommen ist. In diesem Sinne, kommen alle, von
den Künstlern gestaltenen Skulpturen, den Erhaltungsprojekten
von Walen der Loro Parque Stiftung zu Gute, im Rahmen der
Makaronesia Initiative.
Die Loro Parque Stiftung hat in den letzten 15 Jahren über 72
Projekte in 28 verschiedenen Ländern entwickelt und damit
schon die 8.000.000 Dollar, die dem Schutz bedrohter Tierarten
und der Erhaltung ihrer natürlichen Umgebung zugewiesen
waren, übertroffen. Diese Hingabe wird mit viel Liebe zur
Umwelt dieser Erde und auch zu den Menschen, die von den
natürlichen Resourcen für ihr tägliches Leben, abhängen,
ausgeübt. Vor allem aber soll den kommenden Generationen
das Beste dieser Welt hinterlassen werden.
Die Loro Parque Fundation bedauert den Tod von Michael Jackson,
einer ihrer meist angesehenen Mitglieder
Die Loro Parque Fundación bedauert den Tod des berühmten
Sängers Michael Jackson, der Mitglied dieser Organisation
war und mit ihr seine bekannte Begeisterung für Tiere, im
Speziellen für Menschenaffen, ausüben konnte und den
Loro Parque im Jahre 1993 besuchte. Michael Jackson
kam nach Teneriffa, um sein Erfolgsalbum „Dangerous
World Tour“, mit einem spektakulären und meisterhaften
Konzert zu präsentieren. Während seines Aufenthaltes auf
der Insel erinnert man sich vor allem an seine Spaziergänge
in den Gärten des Hotel Botánico, in dem er während seines
Aufenthalts auf Teneriffa die Real Suite bewohnte.
Go West for Parrots! - Ein neues Buch von Rosemary Low
Für diejenigen, die in tropische Vögel interssiert sind, ist Südamerika ein Paradies. In ihrem
neuen Buch “Go West for Parrots!” in englischer Sprache, beschreibt
beschreibt Rosemary Low auf 320 Seiten ihre regelmässigen Ausflüge in die Neotropen, die
sie zum ersten Mal in 1975 besuchte. Der Schwerpunkt liegt klar bei den Papapageien, anderen
Vögeln und Tieren, deren Leben sie in Verbindung mit den Leuten, der Kultur und Abenteuern,
denen sie auf ihren Reisen begegnet ist, erzählt.
Erhältlich über Insignis Publications, P.O.Box 100, Mansfield, Notts NG20 9NZ,UK. Tel:
+44 1623 846430. Preis GBP11.95 plus GBP3 Versand UK, GBP5 Europa, darüber hinaus
GBP8.50 per Luft, GBP5 per Land.
13
Die Zeitschrift der Loro Parque Fundación
Ein Buch by von Julia und Roland
Seitre – “Papageien Down Under”
Wie sein Titel “Papageien Down Under” (Papageien
Australiens und Neuseelands”) bereits besagt, handelt das
Buch von Papageien in Australien, mit Texten (in deutsch)
und Fotos von Julia und Roland Seitre, einer der weltweit
führenden Wildtierfotografen, die sich vor allem mit Papageien
beschäftigen. Wie erwartet, ist das Buch voller einmaliger
Fotoaufnahmen und Texten, die nicht nur reichhaltige
Informationen über freilebende Papageien beinhalten, sondern
auch persönliche Erfahrungen miteinbringen. Roland Seitre
wird übrigens auch als Sprecher beim VII. Internationalen
Papageienkongress vom 22.-25. September 2010 in Teneriffa
mitwirken, wo die Teilnehmer die Möglichkeit haben werden
seine einzigarten Aufnahmen zu bewundern. Das vom ArndtVerlag publizierte gebundene Buch im 280 x 280 Format, mit
160 Seiten und 300 Farbfotos, ist für 39,80 € erhältlich.
Vor Kurzem erhaltene Unterstützungen
für die Loro Parque Fundación
Vor kurzem erhielten wir eine sehr grosszügige Spende an die
Loro Parque Fundación für den Schutz gefährdeter Papageien
von Herrn Bernd Schneider aus Dresden, der der LPF bei
seinem Besuch im Loro Parque einen Check über 4.000 €
von seinem Unternehmen Netzing Solutions AG übergab.
Der Papageienfreund hat sogar einen Gelbbrustara für sein
Firmenlogo verwendet, das im Mobiltelefonsektor tätig ist. Auch
die Vogelfreunde Aachern e.V. haben anlässlich ihrer jährlichen
Messe in Deutschland Frau Inge Feier, die nach wie vor zeitweilig
unsere Stiftung bei solchen Ereignissen vertritt, einen Check über
1.000 € überreicht. Bei ihrem kürzlichen Besuch in unseren Büros
im Loro Parque, erneuerten die Banca March Geschäftsführer
nochmals ihren Kompromiss mit der Loro Parque Fundación
und spendeten einen fünfstelligen Betrag. Wir danken all diesen
und allen anderen Unterstützern aus tiefstem Herzen.
Netzing Solutions
Vogelfreunde Achern e.V.
Banca March
2010:
Internationales
Jahr der
Biodiversität der Vereinten Nationen
YDu bist ein Bestandteil der Natur, Dein Schicksal ist eng
verknüpft mit der weltweiten Biodiversität, der großen Tierund Pflanzenvielfalt, ihren Lebensräumen und ihrem Umfeld.
Du verlässt dich auf diese Vielfalt, damit sie Dich mit Nahrung,
Treibstoff, Medizin und anderen lebensnotwendigen Gütern
versorgt, ohne die Du nicht leben könntest. Doch diese Vielfalt
geht uns heute durch menschliche Aktivitäten mit drastischer
Geschwindigkeit verloren und schwächt das Funktionieren unserer
Lebenssysteme, von denen wir abhängig sind, um den wachsenden
Bedrohungen wie dem Klimawandel standzuhalten.
14
Die Vereinten Nationen haben 2010 zum Internationalen Jahr
der Biodiversität (IJB) deklariert, um Menschen aus der ganzen
Welt dazu aufzufordern gemeinsam gegen den Verlust dieses
unersetzbaren natürlichen Reichtum anzukämpfen, denn für die
Gegenwart und Zukunft des menschlichen Wohlergehens ist es
von essentieller Wichtigkeit und ein jeder muss seinen Teil dazu
beitragen. Jetzt ist der Moment zu handeln und das IJB ist eine
einmalige Chance, um den Menschen klarzumachen, was für
eine entscheidende Rolle die Biodiversität für die Erhaltung von
Leben auf der Erde spielt. Während des IJB wird die Loro Parque
Fundación ihren Beitrag durch die direkte Unterstützung von 31
Projekten leisten, die hauptsächlich darauf abzielen die Tiere und
ihre Lebensräume in den Regionen mit der grössten Biodiversität
der Welt zu schützen. Ausserdem wird die LPF und der Loro
Parque durch ihre Zusammenarbeit mit den offiziellen Partnern
des IJB, wie der Bonner Konvention (CMS) und der WAZA
(World Association of Zoos and Aquariums) indirekt helfen.
Wir schützen Arten und ihre Lebensräume
Nachrichten aus dem Loro Parque, Teneriffa
September: Inzwischen ebbt die Hochsaison in der Papageienzucht
langsam ab und mit 1050 beringten Jungtieren liegt die Nachzuchtzahl bis
Mitte September derzeit höher als im letzten Jahr.
Psittrichas fulgidus
Ganz besonders freuen wir uns über den erneuten Schlupf zweier junger
Borstenkopfpapageien (Psittrichas fulgidus), die wie schon ihre beiden
Geschwister in der Baby-Station des Loro Parque heranwachsen. Damit
können wir in diesem Jahr vier Jungtiere dieser zoologischen Rarität
vermelden und sind darüber sehr glücklich, da diese Papageienart nur in ganz
wenigen Zoos weltweit gehalten und nur sehr vereinzelt gezüchtet wird.
Vor wenigen Tagen schlüpfte auch der erste Arasittich (Rhynchopsitta
pachyrhyncha) der Saison, nachdem das Paar das erste Ei leider kaputt auf
den Boden fallen ließ, konnten wir das zweite Ei direkt nach dem es gelegt
worden war aus dem Nistkasten entnehmen und künstlich erbrüten. Dieses
Küken wächst nun ebenfalls in der Baby-Station heran. Das Weibchen
legte noch ein drittes Ei, welches wir zur selbstständigen Erbrütung
bei der Mutter beließen, um ihr auch das Ausleben ihrer natürlichen
Aufzuchtsverhaltensweisen zu ermöglichen.
Ein besonders interessanter Neuzugang erreichte uns ausAmerika. Von „Busch
Garden“ in Tampa, Florida erhielten wir im Rahmen des internationalen
Zuchtprogramms, zwei ältere Lear-Ara-Weibchen (Anodorhynchus leari).
Anfang der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts gelang Busch Garden
die Welterstzucht mit dieser Art. Zwei Jungtiere wurden aufgezogen.
Diese beiden Nachzuchten lebten seither im Park, erwiesen sich aber als
zwei Weibchen. Partner konnten bis heute nicht gefunden werden, so dass
man sich nun entschloss diese beiden Tiere der Loro Parque Fundacion zu
übergeben, die innerhalb ihres erfolgreichen Zuchtprogrammes mit dieser
Art auch Zuchtversuche unternehmen wird. Der President des Loro Parque
selbst, Herr Wolfgang Kiessling, brachte die beiden Tiere von seinem
Amerikaaufenthalt mit zurück nach Teneriffa, wo sich die beiden Vögel
derzeit in Quarantäne befinden. Danach ist geplant sie mit jungen, in der
Loro Parque Fundacion gezüchteten, Männchen zu verpaaren. Mit diesen
beiden Neuankömmlingen steigt die Zahl der in der Loro Parque Fundacion
gehaltenen Lear-Aras auf 17 Tiere an.
erstaunliche Einblicke in das Leben und das Verhalten der hier zusammen
lebenden Vogelarten.In erster Linie wurden papageienartige ausgesucht,
neben sehr spektakulären Arten wie Palmkakadu (Probosciger aterrimus),
Borstenkopfpapagei (Psittrichas fulgidus), Molukkenkakadu (Cacatua
moluccensis), Salomonenkakadu (Cacatua ducorpsi), Rosakakadus
(Eolophus roseicapillus) und Neuguinea-Edelpapageien (Eclectus roratus
polychlorus), die alle paarweise vertreten sind, wurden die Sitticharten wie
Schönsittiche (Neophema pulchella), Schildsittiche (Polytelis swainsonni),
Prachtrosellas (Platycercus eximius), Schwalbensittiche (Lathamus
discolor), Rotkappensittiche (Purpuricephalus spurius), Nymphensittiche
(Nymphicus hollandicus) und weitere australische Sitticharten jeweils in
größeren Stückzahlen eingesetzt.
Die eigentlichen Stars der Voliere sind zweifelsohne die Loris, die in einem
großen Schwarm unterschiedlicher Arten; die ganze Farbenpracht der
Tropen dokumentieren und die durch ihre gewagten Flugmanöver über die
Köpfe der Besucher hinweg immer wieder für Erstaunen sorgen. Auch ihre
Pyrrhura griseipectus
Anodorhynchus leari
Oktober: Derzeit steht der Loro Parque ganz im Zeichen der Eröffnung
von “Katandra Treetops”. Wie auch im Spezial-Artikel erwähnt, ist
diese Attraktion seit dem 24. September fürs Publikum geöffnet. Die
archetektonische Herausforderung wurde von der deutschen Firma
Carl Stahl aus Stuttgart in fast zweijähriger Bauzeit erstellt und sucht
seinesgleichen. Ein viele Jahre gewachsener Baumbestand wurde in die
Voliere integriert, so dass die australisch-asiatische Dschungelatmosphäre
deutlich spürbar ist. Tropische Baumarten wie Eukalyptus, Ficus, Palmen
und andere sorgen für ein naturnahes Erleben. Die Voliere wird von
17 Pylonen getragen, die flexibel auf ihren bis zu 16 m tief in die Erde
reichenden Fundamenten montiert sind, um auch extremen Stürmen
Stand halten zu können. Stege und Hängebrücken bringen die staunenden
Besucher in und über die Baumwipfel der Voliere und ermöglichen so
15
Die Zeitschrift der Loro Parque Fundación
Zutraulichkeit stellen sie immer wieder unter Beweis, in dem sie auf dem Kopf, der Schulter oder auf
der ausgestreckten Hand eines Besuchers landen und auf diesen dann herumklettern.Fast sämtliche
Futterstellen sind vom Besucher einsehbar und erhöhen somit den Erlebniswert der Voliere erheblich,
da man dort so gut wie alle Vogelarten ständig im Wechsel zu Gesicht bekommt. Der ungehinderte
Flug der Vögel in den Baumkronen hinterlässt schon in den ersten Tagen nach Eröffnung bei allen
Besuchern tiefe und begeisterte Eindrücke und bestärkt den Loro Parque mit der neu eröffneten
Großvoliere den richtigen Weg eingeschlagen zu haben.
November: Die alljährliche wissenschaftliche Beiratssitzung der Loro Parque Fundacion (LPF),
die auch in diesem Jahr wieder Mitte Oktober stattfand, wird zwar in einem separaten Artikel
behandelt, doch würden wir an dieser Stelle gerne erwähnen, dass eines der Freiland-Projekte, das von
der LPF unterstützt wird, der Erhalt des Salvadori-Weißohrsittichs (Pyrrhura leucotis griseipectus),
eine Unterart des Weißohrsittichs (Pyrrhura griseipectus), ist. Manche Systematiker sprechen
dem Salvadori-Weißohrsittich sogar eigenen „Art-Status“ zu. Um so wichtiger ist es die winzige,
im äußersten Norden Brasiliens vorkommende Restpopulation des Salvadori-Weißohrsittichs, zu
schützen und wieder aufzubauen. Paralell dazu haben wir in den letzten Jahren in der Zuchtstation
der LPF „La Vera“ eine Population von fünf Paaren des Salvadori-Weißohrsittichs aufgebaut,
von denen drei Paare in 2009 erfolgreich zur Brut geschritten sind und erfolgreich 10 Jungtiere
aufgezogen haben. Damit wollen wir langfristig eine Reservepopulation aufbauen und auch andere
Züchter ermutigen sich dieser in der Natur sehr selten gewordenen, äußerst attraktiven Pyrrhura-Art
anzunehmen.
Poicephalus r. robustus
Die Papageienkollektion der LPF hat zwei bemerkenswerte Neuzugänge zu verzeichnen, die bisher
noch nicht vorhanden waren. Papageienarten bzw. Unterarten in Menschenobhut zu finden, die noch
nicht zum Bestand der LPF-Kollektion gehören wird immer schwieriger. So ist es äußerst erfreulich,
dass nun mit dem Kap-Papagei (Poicephalus robustus) eine afrikanische Papageienart übernommen
werden konnte, die äußerst selten in Menschenobhut gehalten wird. Allein der Zoo Mühlhausen
in Frankreich hatte in Europa bisher eine kleine Zuchtgruppe dieser Papageienart. Durch Tausch
mit anderen Papageien ist es nun gelungen von dort vier Tiere zu übernehmen. Zusammen mit den
bereits in der Kollektion gehaltenen Arten des Kuhls-Graukopfpapageis (Poicephalus fuscicollis)
sowie des Reichenows Graukopfpapageis (Poicephalus f. suahelicus) pflegt nun die LPF alle drei
großen Vertreter der Gattung Poicephalus.
Interessant ist auch der Neuzugang eines Paares Bolivianische Kleine Soldatenaras (Ara militaris
boliviano). Diese Unterart des Kleinen Soldatenaras (Ara militaris) unterscheidet sich von der
Nominatform durch den ausgeprägten rötlichbraunen Latz im Halsbereich. Ein Nachzuchtpaar dieser
sehr selten gehaltenen Unterart konnte aus einer spanischen Zuchtstation übernommen werden.
Ara militaris boliviana
Siam Hai!
Seit Anfang November haben wir im Siam Park die Ehre
Zeuge eines fantastischen Schauspiels zu werden. Denn das
Aquarium des Tower of Power ist seither das zu Hause einer
14-köpfigen Haifischgruppe. Somit ist die Geschwindigkeit,
die die Besucher im Akrylzylinder der 28 Meter hohen
Freifallrutsche erlangen, nicht mehr der einzige Höhepunkt
dieser Attraktion, während sie durch das Haifischbecken
rutschen. Auch diejenigen Besucher, die gemütlich den Lazy
River auf dem Schwimmring überqueren, werden sich nun
wünschen, dass die Fahrt durch den Haifischtunnel nicht so
langsam wäre.
Die Haifischgruppe setzt sich zusammen aus vier Sandtigerhaien
(Carcharias taurus), zwei Schwarzspitzen-Riffhaien
(Carcharhinus melanopterus), vier Atlantischen Ammenhaien
(Ginglymostoma cirratum) und vier Gewöhnlichen Stechrochen
(Dasyatis pastinaca), die im Januar 2010 durch acht weitere
Schwarzspitzen-Riffhaie und vier Gewöhnliche Stechrochen
erweitert wird.
Neben den Exemplaren, die bislang in den Einrichtungen des
Loro Parque gelebt haben, haben wir einigen Haien aus einem
Aquarium in Fuerteventura, das kürzlich seine Türe geschlossen
hat, ein neues zu Hause und neue Freunde gegeben. Die zwei
Transporte, die hierzu stattgefunden haben, haben bis sie den
Quarantänetank erreicht hatten und komplett akklimatisiert
16
waren, um ein 100 prozentiges Überleben zu garantieren,
insgesamt über 19 Stunden gedauert. Vom Loro Parque zum
Siam Park haben insgesamt erfolgreich vier Transporte von je
5 Stunden stattgefunden.
Das neue Zuhause bietet den verschiedenen ElasmobranchierArten zweifelsohne ein hervorragendes Umfeld und so könnten
die idealen Sonnen- und Mondlichtverhältnisse vielleicht sogar
einen positiven Einfluss auf die sexuelle Stimulation der Haie
haben. Auf eventuellen Nachwuchs hoffend, beobachtet unser
Spezialistenteam intensiv ihr Fortpflanzungsverhalten.
Wir schützen Arten und ihre Lebensräume
Loro Parque Fundación
Jahresbericht 2008
Rekordsumme von 750.000 Euros für Projekte
Zuchterfolg ohnegleichen des Lear-Aras
Gerettete Tiere als erzieherische Botschafter
LPF Unterstützung verbessert den Schutz der Meeressäuger Westafrikas
Die Loro Parque Fundación (LPF), mit Sitz im Loro Parque, Tenerife, Spanien,
operiert auf internationaler Ebene, um gefährdete Arten und ihre Lebensräume
durch Bildung, angewandte Forschung, verantwortungsvolle Zuchtprogramme
und gemeindeorientierte Erhaltungsaktivitäten, die diese Arten als Botschafter
benutzen, zu erhalten.
Bei uns stehen die Papageien für die Erde und die Meeressäuger (Wale und Delfine) für
das Wasser. Sie zeichnen sich durch ihre Intelligenz oder ihre wundervollen Farben aus,
die leicht die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich ziehen und sie so zu effizienten
Emblemen, um den lokalen und globalen Umweltschutz zu fördern, machen.
zu fördern. Dank dieses Projektes zählt auch
diese Art wieder 1.000 Exemplare und
wurde folglich von “Kritisch gefährdet” auf
“Gefährdet” heruntergestuft.
Das “Jahr des Delfines” (YoD) wurde auf das
Jahr 2008 erweitert, in dessen Rahmen die LPF,
als offizieller Partner der Bonner Konvention
(auch Konvention für Wanderspezies genannt)
(CMS), Aktivitäten für den Walschutz
über das ganze Jahr hinweg durchgeführt
hat. Dies umfasste u.a. die Präsenz bei der
WATCH II (West Afrika spricht über Wale
und ihre Lebensräume) Konferenz, die in
der Unterzeichnung eines Memorandum of
Understanding für den besseren Schutz kleiner
Wale resultierte. Ferner unterstützte die LPF
Um neben der umsichtigen Ressourcenverwaltung weiterhin seine Verpflichtung zum
Naturschutz zu festigen, hat die LPF im Jahr 2008 die Rekordsumme von 750.000 Euro
für Aktivitäten zu Gunsten der Arten- und Lebensraumerhaltung in enger Zusammenarbeit
mit vielen Partnern vor Ort verabschiedet.
Schutz von wilden Tierarten und Lebensräumen
Die Projekte der LPF in der Natur umfassen zahlreiche Aktivitäten, wie z.B. angewandte
Forschung, Massnahmen für den Schutz und die Wiederherstellung von Papageienbeständen
und ihrer Lebensräume und die Teilnahme lokaler Gemeinden in der Umwelterziehung und der
nachhaltigen Entwicklung. So hat die LPF im Jahr 2008 22 in situ Projekte für die Verwaltung
und den Erhalt der Wildpopulationen gefährdeter Papageien unternommen.
Die Projekte in Zusammenarbeit mit der Fundación ProAves für die Erhaltung gefährdeter
Arten, hauptsächlich Papageien der Anden in Kolumbien, haben weiterhin exzellente
Resultate erzielt. So hat der kritisch gefährdete Gelbohrsittich (Ognorhynchus icterotis) ein
Jahr in Folge grossen Nachwuchs gehabt, somit den Gesamtbestand zum ersten Mal auf 1000
Vögel erhebend. Davon ausgehend, dass sich im Jahre 1999 die Population aus 82 Exemplaren
zusammensetzte, kann man bei diesem innovativen Projekt, das als erfolgreichstes seiner Art
in ganz Amerika gilt, von einem wahren Triumph sprechen. Ein ähnlicher Erfolg konnte auch
beim Philippinischen Kakadu-Erhaltungsprogramm verzeichnet werden, das im Jahr 2008
seinen 10. Geburtstag feierte und bei welchem die Population des Cacatua haematuropygia in
seinem Hauptlebensraum, der Insel Rasa, sich dank des Projektes über die letzten 10 Jahre um
das 10-fache auf 200 Vögel erweitert hat. Auf bemerkenswerte Art und Weise hat das Projekt
sogar die lokalen Gemeinden dafür gewinnen können ihre eigenen Papageienarten zu schützen,
ihnen Lebensunterhaltalternativen für ihren Schutz statt ihrer Ausrottung bietend. Auch die
neue Phase des Projektes zum Erhalt der 1.563 km2 des Phu Khieo Wildlife Schutzgebiets
in Thailand, das dieses Jahr die Unterstützung der Bauern für eine nachhaltige Viehzucht
und Bambuskultivierung ausgebaut hat, und so den Druck auf die Wildtiere reduziert hat, ist
dabei grosse Erfolge zu verzeichnen. Des weiteren spendete der Präsident der LPF während
seiner letzten Thailand Reise dem Naturparkdepartement ein Auto, das der Verbesserung der
Patrouillen und der Kontrolle des Reservats dienen soll.
in Zusammenarbeit mit der Assoziation für
den Schutz von Meeressäugern den Erhalt
der derzeit schwer unter Druck stehenden
baltischen Schweinswal Population, sowohl
als auch die Rettung und Wiederherstellung
zahlreicher verletzter Karettschildkröten
(Caretta caretta) und einer in Marokko
gestrandeten Kegelrobbe (Halichoerus
grypus), die allesamt acht Monate später
im Atlantischen Ozean in Nordspanien
ausgesetzt wurden.
Zurück in Südamerika, hat auch das Nistkästenprpogramm für die Populationserhöhung
verschiedener gefährdeter Pyrrhura Arten Kolumbiens und Ecuadors gezeigt, dass diese
Methode für diese Gattung die Richtige ist. Grosse Wirkung hat es vor allem beim
Orcesittich und dem Weissbrustsittich (Pyrrhura orcesi and P. albipectus) aus Ecuador
gezeigt. Im Nachbarland hat die LPF mit der Regierung Perus ein Abkommen zum Schutz
des Feuerflügelsittichs (Brotogeris pyrropterus) und des Gebirgsaras (Propyrrhura couloni)
unterzeichnet, während in Nordwest-Brasilien die Unterstützung des Lear-Aras fortgesetzt
wird, um vor allem den Erhalt des erweiterten Reservats in Canudos, das 1.477 ha schliesst und
von der Fundação Biodiversitas verwaltet wird, und die Ausarbeitung eines Ökoturismusplans
1
Die Zeitschrift der Loro Parque Fundación
Management von Papageien in Menschenobhut
Die LPF besitzt und verwaltet die grösste und vielfältigste
Papageienkolletion der Welt und hält diese einzigartige genetische
Reserve in ihrer hauseigenen Zuchtstation. Ihre tagtägliche
selbsternannte Aufgabe ist es das Wohlergehen und den Schutz
der Papageien und zugleich die Umweltbildung durch die
Ausstellung der Papageien im Loro Parque zu verbessern.
Das Jahr hat mit der Beringung von 1.110 Küken von 173
verschiedenen Spezies und Unterarten abgeschlossen, wobei jeder
einzelne Fall von der CITES Behörde Spaniens überprüft und
registriert wird. Unter den erfolgreich gezüchteten Vögeln waren
auch viele in der freien Natur gefährdete und in Menschenobhut
selten gehaltene Papageienarten, wie z.B. die Soldatenamazone
(Amazona mercenaria), dem Gebirgsara, Borstenkopf (Psittrichas
fulgidus) and Lear-Ara (Anodorhynchus leari). Die zwei Paare der
zuletzt genannten Spezies, die von der brasilianischen Regierung
leihweise bei uns sind, hat im 2. Jahr in Folge wiederholt gebrüt,
wobei insgesamt 4 Küken entstanden sind. Unsere Lear-Aras
wurden nun in eine abgesonderte Zone einquartiert, die im Jahr
2007 für unsere Spix-Aras (Cyanopsitta spixii) konstruiert wurde,
die wiederum in eine speziell für sie im Jahre 2008 errichtete
separate Zuchtanlage untergebracht wurden, um ihnen die besten
und sichersten Bedingungen zu bieten. Ein Männchen dieser Art,
das bereits zuvor in unseren Einrichtungen gebrütet hatte, wurde
uns aus Deutschland zurückgegeben, um es wieder mit seiner
vorherigen Brutpartnerin zusammenzusetzen. Im Juni war LPF
Gastgeber des Regionalen EAZA Papageienmeetings.
Bewusstsein und Bildung
Unsere Bildungsabteilung hat ihre Aktivitäten nicht nur
aufrecht erhalten, sondern einige sogar intensiviert, vor
allem die in Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium
der Kanarischen Regierung. Seitdem das Internet als
Haupt-Kommunikationsmedium eingesetzt wird, haben
die Videokonferenzen zwischen der LPF und Schulen und
anderen Zentren deutlich an Gewicht gewonnen. Mittels diesen
Videokonferenzen werden viele verschiedene Themen behandelt
und es wurden sogar Life-Übertragungen zu den geretteten
Schildkröten in unserem Aquarium oder zu unserem Pflegetier,
der gestrandeten Kegelrobbe, die später wieder freigelassen
wurde. Hauptsächlich wurden die Videokonferenzen mit den
Kanarischen Inseln und dem Festland Spaniens ausgetragen
und vereinzelt auch mit Deutschland und Thailand. Trotz
der Einführung der Videokonferenzen, die es den Schülern
ermöglichte, die Tiere des Loro Parque in Realzeit zu
beobachten, haben weiterhin viele Bildungsschulausflüge in den
Park stattgefunden. Nicht zu vergessen war auch eine Konferenz
zum Thema Klimawandel im Rahmen unserer Aktivitäten. .
2
Forschung und Schulungen
Die LPF unterstützt bereits seit vielen Jahren verschiedene
Initiativen, um den Ursacher von PDD (neuropatische
Drüsenmagendilatation) festzustellen und hat dieses Jahr
eine Studie mit Topforschern durchgeführt, mit dem Ziel den
aktuellen Wissensstand zu aktualisieren. Die Studie wurde
kurz bevor eine Forschergruppe einen neuen Virus, den aviären
Bornavirus, als potenziellen Ursacher des PDD aufdeckte, zu
Ende gebracht. Die anderen Hauptforschungsprojekte waren
eine Weiterführung von älteren Projekten aus den letzten
Jahren, die Forschungen zur Immunologie und Bioakustik
der Orcas (Orcinus orca) zusammen mit der Universität La
Laguna und zu ihrer Ernährung mittels der Verwendung von
Isotopen in Zusammenarbeit mit der CIRCE Forschergruppe
umfassten. Das Projekt mit der Universität Las Palmas de Gran
Canaria, bei dem Hämatologie- und Biochemiestudien an
gestrandeten Karettschildkröten (Caretta caretta) für bessere
Überlebenschancen durchgeführt wurden, hat nun seine
zweite Phase beendet. Abgesehen der zahlreichen Forscher,
die uns besuchten, hat die LPF auch dieses Jahr wieder im
September 58 Veterinärmedizinstudenten der Universität
Giessen eingeladen, um sie vor Ort über drei Wochen im
Praktischen und Theoretischen zu schulen, wie es auch im
Rahmen des 10. Papageienworkshop für deutschsprachige
Züchter stattfand.
Wir schützen Arten und ihre Lebensräume
Auszeichnungen und Beziehungen
Im September hat im Süden Teneriffas ein mit dem Loro Parque
assoziierter, neuer, führender Wasserpark seine Türen geöffnet, der
seitdem ein wichtiger Unterstützer der LPF ist. Im Juni fand zum
zweiten Mal in Folge eine Benefizgala statt, eine Prestigeveranstaltung,
an der rund 600 Personen teilnahmen und die vom weltbekannten
Pianisten Luis Ascot eingeleitet wurde. So konnten 50.000 Euros
den Erhaltungsprojekten der LPF zu Gute kommen. Im September
erhielt die Zuchtstation der LPF einen emminenten Besucher und
Papageienliebhaber, Ihre Hoheit Prinzessin Maha Chakri Sirindorn von
Thailand, die nicht nur grosses Interesse an unseren Papageien zeigte,
sondern auch in unsere Bildungsaktivitäten, von denen sie sich im Loro
Parque persönlich überzeugen konnte. Als Stiftungsbotschafter hat die
LPF die Ehre gehabt den deutschen Fernsehmoderator Frank Elstner
und den Schauspieler Hardy Krüger Jr. für sich zu gewinnen, die sich
somit zu den restlichen Botschaftern der Fundación gesellen: dem
Gitarristen Brian May, einem TV-Star Boris Izaguirre und Su Zhigang,
einem chinesischen Unternehmer von Namen. Die Aktivitäten der LPF
werden regelmässig im deutschen Fernsehsender VOX dokumentiert
und insgesamt 156 über Papageien und Erhaltungsaktivitäten wurden
in 26 Magazinen aus 16 Ländern veröffentlicht.
Die Loro Parque Fundación Crew
Präsident
Wolfgang Kiessling, President , Loro Parque S.A.
Ehren-Vizepräsidenten
Dr Wolfgang Grummt - Tierpark Friedrichsfelde, Berlin,
Deutschland
Dr Wolf Michael Iwand - Direktor, Abteilung für
Umweltmanagement, Tui AG, Deutschland
Dr Jorgen B Thomsen - Senior Vizepräsident, Conservation
International; Executive Director, Critical Ecosystems Partnership
Fund, USA
Beirat:
Dr Tomás de Azcárate y Bang – Leiter für nachhaltige Entwicklung,
Umweltministerium, Kanarische Inseln, Spanien
Dr Susan L Clubb - Vogelveterinärin, Hurricane Aviaries, USA
Povl Jorgensen - Avikulturist, Dänemark
Dr Ian R Swingland - Emeritus Professor Erhaltungsbiologie;
Gründer, Durrell Institute of Conservation and Ecology, England
Roland Wirth - Präsident und Gründer, Zoologische Assoziation
für den Erhalt von Arten und Populationen, Deutschland
Vorsitz
Wolfgang Kiessling, Brigitte Kiessling, Christoph Kiessling,
Isabell Kiessling, Jaime Rodríguez Cíe
Mitarbeiter
Dr David Waugh, Direktor, Dr Javier Almunia, Vizedirektor,
Dr Matthias Reinschmidt, Vogelkurator, Rafael Zamora,
Assistentkurator, Dr Sara Capelli, Dr Heinrich Müller, Dr Kirstin
Oberhäuser, Veterinärabteilung, Ruth Batista, María Fernández,
Bildungabteilung, Nicole Hategan, Sekretärin
Dr Nigel J Collar- Erhaltungsbiologie, Cambridge University,
BirdLife International, England
3
Die Zeitschrift der Loro Parque Fundación
LORO PARQUE FUNDACIÓN Gewinn- und Verlustrechnung 2008
Erträge
2008 (€)
2007 (€)
Diff. (%)
A Spenden Loro Parque: Aktivitäten Papageienschutz und Artenschutz
435.551
408.091
+ 6,7
39.311
40.140
-2,1
D. Nettoverkaufserlöse für Artenschutz-zwecke: Papageien-Nachzuchten
393.845
309.945
+ 27,1
E. Nettoverkaufserlöse für Artenschutz-zwecke: LPF-Werbeartike
314,256
350.555
- 10,4
F. Spenden von Sponsoren, Mitgliedern,Gründern; andere Einnahmen
714.054
1.007.155
- 29,1
G. Bankzinsen
272.386
223.130
+ 22,0
2.169.403
2.339.017
-7,3
H. Zuschüsse für Erziehungs-, Forschungs- und Artenschutzprojekte
649.578
669.814
- 3,1
I. Kosten von Artenschutz-, Zucht-, Erziehungs-und
Forschungsprogrammen, Personal und Verwaltung
757.678
662.525
+ 14,4
J. Abschreibung
67.901
72.654 - 6,5
L. Steueraufwand
17.041
29.935
- 43,1
1.492.198
1.434.928
+ 4,0
677.205
904.089
- 25,1
Aktiva
2008 (€)
2007 (€)
Dif. (%)
Grundstücke, Bauten, Maschinen, Abschreibungen
786.394
854.295
Papageiensammlung (historischer Schenkungswert)
555.996
555.996
Finanzanlagen und Warenlager
8.335.933
7.626.052
GESAMT
9.678.323
9.036.343
Sozialfonds (Kapital)
1.360.471
1.360.471
Rücklagen
8.225.935
7.548.731
91.917
127.141
9.678.323
9.036.343
B. Spenden Loro Parque:Ausbau Papageienzuchtanlage
GESAMTERTRÄGE
Aufwendungen
GESAMTAUFWENDUNGEN
ERGEBNIS
Schlussbilanz 2008
Fonds
Transistorische Kapitalposten
GESAMT
+ 9,0
+ 7,1
Zusammenfassung der Jahresabrechnung vom 31. Dezember 2008, Jahresabrechnung der Loro Parque Fundación,
zugelassen vom Patronat am 30. Juni 2009 und hinterlegt beim Ministerium für Wissenschaft und Bildung, Madrid.
Wer unterstützt uns?
Unser Hauptsponsor:
Die LPF kann Papageien, Wale und viele andere Arten und natürliche
Lebensräume dank der grosszügigen Unterstützung vieler Organisatoren
und Individuellen. Die LPF möchte sich bei ihren Mitgliedern,
Sponsoren, Projektpartnern und allen anderen Unterstützern bedanken,
dafür dass sie geholfen haben einige unserer natürlichen Schätze zu
retten. Weil Loro Parque weiterhin alle Kosten der LPF deckt, können
100% aller Spenden direct in unsere Projekte fliessen.
4
Loro Parque Fundación, Avda. Loro Parque s/n, 38400 Puerto de la Cruz, Tenerife, Kanarische Inseln, Spanien
T: +34 922 374081, F: +34 922 373110, E-Mail: [email protected], Website: www.loroparque-fundacion.org
Eine beim Bildungs- und Wissenschaftministerium in Madrid, Spanien mit der Nr 264, 06.10.2005 verzeichnete nichtstaatliche Organisation.
Wir schützen Arten und ihre Lebensräume
Auf zur Gesundheitsuntersuchung von 4.000 Papageien!
Um sicherzustellen, dass jegliche Anzeichen von Krankheit
frühzeitig erkannt werden, werden über das ganze Jahr hinweg alle
Papageien, die zum Bestand der Loro Parque Fundación gehören,
gründlich von unserem Team aus Tierärtzten, Biologen und Pflegern
durchgecheckt. Auch wenn unser Team diese Untersuchungen
vornimmt, wann immer sie notwendig sind, gehört es zu den Regeln
und zumAlltag der Loro Parque Fundación strenge Präventivmedizin
zu betreiben, um so den Papageien die optimalen Bedingungen
für ein Leben ohne Krankheiten, Parasiten und Verletzungen zu
bieten. Zu den fundamentalen Vorsorgemassnahmen gehören eine
angemessene Diät, das Eindringen von Krankheitserregern in die
Käfige verhindern, die strategische Platzierung der Nistkästen und
Ästen in den Käfigen, sowohl als auch die Gewährleistung eines
hohen Lebensstandards und vieles mehr.
Das Tierärtze-/Pflegerteam untersucht einen Papageien
Trotz der besten Vorsorge kann es immer Probleme geben und
deshalb ist die gründliche Untersuchung jedes einzelnen Vogels
von äusserster Wichtigkeit. Vögel als potentielle Beutetiere,
tendieren meist dazu ihre Krankheitssymptome zu verstecken, um
die Aufmerksamkeit der Raubtiere nicht auf sich zu lenken, oder
um nicht aus ihrem Schwarm ausgestossen zu werden. So arbeiten
unsere Tierärtzte strukturiert vom Ende der Brutsaison (ca. Ende
August) bis Dezember um die gesamte Papageiensammlung zu
untersuchen, indem sie jeden einzelnen Papageien einfangen und sie
einmal von oben bis unten durchchecken und eine Reihe an Proben
für die Untersuchung im Labor nehmen. Wir nennen dies die jährliche
Bestandskontrolle, die vergleichbar mit der jährlichen technischen
Inspektion eines Autos ist. Wir raten allen Papageieninhabern eine
solche jährliche Untersuchung von einem qualifizierten Tierartzt,
Volieren in der Zuchtstation der LPF
Ara ambigua: Eine grosse Spezies zu kontrollieren
vor allem bei Zuchtbeständen, vorzunehmen. Da es sich in unserer
Stiftung nicht nur um einen oder eine kleinen Gruppe von Papageien
handelt, sondern um 4.000 Exemplare, kann man hier von einer
wahren Herausforderung sprechen, welches neben der Gründlichkeit
dieser Untersuchungen auch erklärt, warum diese Bestandskontrolle
bei uns mehrere Monate dauert.
Bei jedem Papageien werden die folgengden Untersuchungen
durchgeführt: Evaluierung der allgemeinen Körperverfassung, d.h. das
Körpergewicht,dieEntwicklungderMuskelnundUnterhautfettablagen,
die durch Abtasten der Brustmuskeln und durch Zuteilung einer
Körpernote, die auf dem Muskel- und Fettgehalt des Brustbeins
basiert, ermittelt wird. Dadurch kann rasch festgestellt werden, ob das
Tier Ernährungsprobleme hat, doch ist es hierfür auch wichtig den
Bauch und die Seiten des Körpers abzutasten. Indem man den Bauch,
die Flanken, Schenkel und den Hals mit Alkohol oder ChlorhexidinLösung anfeuchtet, kann man einfache Fettablagerungen unter der
Haut erkennen, denn diese Hautpartien sind im Gegensatz zum Muskel,
weisen statt der üblichen rosa-roten Farbe, eine Gelbfärbung auf. Die
Brutaktivität verlangt den Vögeln viel Energie ab, vor allem wenn
sie mehr als ein Gelege pro Saison grossziehen. Andererseits haben
sesshaftere und weniger brutaktive Vögel meist einen rundlicheren
Körper und weisen häufiger leichte Fettablagerungen auf. Weil das
Gefieder oftmals beim einfachen Hinschauen die wahre Verfassung
des Tieres verdeckt, können diese Faktoren durch das Abtasten von
den betroffenen Körperzonen mit Fettablagerungen besser ermittelt
werden. Eine Reduzierung der Koerpermasse laesst sich am besten
durch Abtasten des Brustbeines oder der Beinmuskulatur feststellen.
und es hilft auch, um Reduzierungen der Körpermasse am Brustbein
und den Beinmuskeln festzustellen.
17
Die Zeitschrift der Loro Parque Fundación
Nach der Evaluierung der Federn, der Haut, Schnabel und Nägeln, müssen in einigen Fällen die Nägel geschnitten oder der Schnabel getrimmt
werden. Bei der Untersuchung der Mundhöhle werden die Schleimhaut, Zunge, der Choane (an der internen Öffnung der Nasenhöhle am
Gaumen), die Papillen und die Nasenlöcher unter die Lupe genommen. Die Mund- und Nasenhöhle wird auf Sekrete untersucht, die mit
Atembeschwerden und Hyperplasia (ungewöhnlicher Wachstum der Zellen oder Gewebe) der choanalen Papille, dem Nichtvorhandensein
des choanalen Schlitzes, das auf eine unausgeglichene Diät oder eine Krankheit zurückzuführen ist, oder Oralplaque aufgrund von Pilzen oder
Parasiteninfektion in Zusammenhang gebracht werden können. Gleichzeitig werden alle Vögel gegen Ektoparasiten mit Carbaryl-Puder oder
einer verdünnten Ivermectin-Lösung behandelt. Die Federn werden je nach ihrer Farbe und unnormalen Färbungen eingestuft, die auf Probleme
in der Ernährung oder Organerkrankungen wie z. B. einer Lebererkrankung hinweisen. Im Falle von Kakaduarten und Graupapageien ist es
zudem wichtig die Federstaubproduktion, die bei Krankheitsfällen nur reduziert funktioniert, zu überprüfen, denn meistens stehen diese in
Verbindung mit Genmutationen, Leberkrankheiten, einer schlechten Ernährung oder der Circovirus-Infektion (Schnabel und Federkrankheit
der Papageien). Auch auf die Ordnung des Gefieders wird geachtet, weil gesunde Vögel es normalerweise immer sehr gepflegt halten. So ist
es vor allem während der Brutsaison sehr wichtig hierauf das Augenmerk zu richten, denn einige Vögel können aufgrund einer übertriebenen
Pflege, Eigenverstümmelung oder Käfiggesellentrauma Federverletzungen aufzeigen. Während der jährlichen Bestandskontrolle werden
Federn gesammelt, die dem Circovirus- und Polyomavirus-Test unter Gebrauch der PCR (Polymerase Kettenreaktion) unterzogen werden.
Hierbei werden vor allem neugewachsene Federn ausgesucht, um bessere Muster der Zellen der Follikelmark zu erhalten.
Das Blut wird immer von der rechten Halsader abgenommen. Die Menge hängt von der Körpergrösse des Vogels ab, wobei niemals
mehr als 1% des Körpergewichts abgenommen wird. Die EDTA-Roehrchen werden dann für die PCR zur Untersuchung auf Circovirus y
Polyomavirus und die Lithiumheparinroehrchen für die serologischen Tests verwendet. Nachdem es dann je nach eigenem Bedarf und für
die Zusammenarbeit in verschiedenen Kooperationen zwischen unserer Veterinärsabteilung und verschiedenen Veterinärmedizinforschern
der Universitäten Giessen, Berlin, Leipzig und Camerino auf Adornovirus, Herpesvirus, Boranvirus, antiganglioside Antikörper oder
Polyomavirus untersucht wurde, wird das Serum in einer Serumbank in unseren Laborgefrierschränken untergebracht.
Die Kloake wird auf Erweiterung und Ausdehnung (was meistens auf das Fortpflanzungsverhalten im Weibchen deuten lässt), einen
möglichen Vorfall und auf die Präsenz oder den Verlust des Schliessmuskeltonus’untersucht. Der Schleimhaut-Haut-Übergang sollte keine
Schwellungen und keine Auflagerungen aufweisen. Die sorgfältige Untersuchung der Kloake ermöglicht eine flüchtige Beurteilung der
Schleimhaut, die normalerweise dünn, glatt und rosafarben ist. Bei anfälligen Vogelarten ist es ebenso wichtig auf Warzengeschwülzte
zu untersuchen. Dabei werden die verdächtigen Zonen mit Gewölben oder Protrusionen mit einer verdünnten azetonischen Säurelösung
betupft. Wenn sich die Zone weiss färbt, ist es ein Geschwür und eine histologische Evaluierung mittels einer Biopsieprobe, die durch eine
Endoskopie oder direkter Operation erhalten wird, ist erforderlich.
Mittels der Entnahme von Kloaketupfern erhalten wir von jedem Vogel Proben für die mikrobiologische Untersuchung der Darmflora. Diese
werden im Anschluss im mikrobiologischen Labor der LPF-Klinik kultiviert und identifiziert. Wenn ein Vogel aufgrund von Enteritis oder
Verdauungsproblemen ein Ungleichgewicht in der Intestinalflora aufweist, wird er in die Klinik zur weiteren Untersuchung und eventueller
Behandlung gebracht. Ferner werden die konjuntivalen und kloakalen Tupfer auch für Chlamidophyla psittaci Antigentests als representative
Probe der Population, als auch als Serum für die Erfassung von Antikörpern mittels dem ImmunoComb® Test benutzt. Neben der üblichen
Routinebehandlungen, werden zwischen August und Dezember die Vögel gegen Endoparasiten durch die orale Verabreicherung von Febendazol
im Trinkwasser behandelt. Dies ist vor allem bei Arten, die in Volieren mit Zugang zum Boden gehalten werden und bei Australianischen
Papageien, die vom Boden fressen und dadurch umso mehr Endoparasit-Infestationen ausgesetzt sind. Im Herbst und Winter werden die
Nistkästen instandgesetzt, sie werden repariert und in Permethrin-Lösung gegen Parasiten wie Feder- oder rote Vogelmilben gebadet.
Die jährliche Bestandskontrolle, das Küken-Check-up-Programm und die Untersuchung der Tiere, die über unsere Quarantäne neu in unsere
Kollektion eingeführt werden, sind zusammen ein wichtiger Bestandteil unseres Prophylaxeprogramms, das unser Veterinärsteam mit der
Unterstützung unserer Biologen und Wissenschaftlern der LPF ausführt.
Dreharbeiten während der Bestandskontrolle
Platycercus caledonicus: einschliesslich
aller üblichen Arten
Vini australis: eine der kleinsten
Papageienarten, die wir untersuchen
18
Wir schützen Arten und ihre Lebensräume
Bei der Familie der Krallenaffen
(Callitrichidae) handelt es sich um
Neuweltaffen, die in tropischen Wäldern
Zentral- und Südamerikas leben und
deren Familienmitglieder allgemein
als Seidenaffen und Tamarin-Affen
bekannt sind. Zur Familie zählt man
sieben Gattungen: Callibella, Callimico,
Callithrix, Cebuella, Leontopithecus, Mico
and Saguinus. Die gesamte Callitrichidae
Familie ist durch die progressive Zerstörung
ihres Waldlebensraums bedroht.
Die Einrichtungen des Loro Parque
beherbergen drei verschiedene Krallenaffen
Arten: Kaiserschnurrbarttamarin (Saguinus
imperator), Rothandtamarin (Saguinus
midas) and Weissgesichtsseidenaffe
(Callithrix
geoffroyi).
Alle
drei
Arten sind Teil des Europäischen
Erhaltungszuchtprogramms (EEP), mit
dem Ziel eine gesunde und lebensfähige
Population in den Zoos zu etablieren.
Das Langzeitziel ist es die Tiere zurück
in die Natur zu setzen, um bei Bedarf die
Wildpopulation zu stützen oder gar wieder
aufzubauen. Loro Parque nimmt aktiv
am EEPs teil und züchtet diese Tiere mit
Erfolg.
Die Veterinärsabteilung bemüht sich
überdies mehr klinische Informationen
über diese Spezies zu erfassen. Abaxis, das
führende Unternehmen, das sich mit der
medizinischen und veterinären Diagnose
befasst, unterstützt die Bemühungen der
Loro Parque Klinik zur Ausweitung der
wissenschaftlichen Studien im Bereich
der Hämatologie und Biochemie unserer
Callitrichidae. So spendeten sie uns ein
HM5 Hämatologiegerät und einen VS2
Ein klinisches Update der Krallenaffen des
Loro Parque
Biochemieanalysierer, die es uns ermöglichen die klinischen Untersuchungen, wie
z.B. einen kompletten Blutcheck, das hämatologiesche und biochemische Aspekte des
umfangreichen Säugetierprofils, sowohl als auch das Schildruesenhormon Thyroxin
und Cholesterolwerte einschliesst. Tierärtzte, Wissenschaftler und Pfleger arbeiteten
gemeinsam an den klinischen Befunden aller vierundzwanzig Tiere, die klinisch
untersucht deren Gewicht bestimmt und deren Blut einer unfangreichen Analyse
unterzogen wurde.
Anhand des Säugetierprofils haben wir von unseren Callitrichidae die folgenden
Wertränge mit den dazugehörigen Parametern erhalten und ausgewertet:
Parameter
Wertrang Parameter
Wertrang
Albumin
Alanine Aminotransferase
Total Bilirubin
Calcium
Creatinine
Sodium
Total Protein
Thyroxin
2.4–4 g/dl
10–103 U/L
0.3-0.4 mg/dl
8.3-11.1 mg/dl
0.4-0.7 mg/dl
140-154 mmol/L
6-8 g/dl
4.5-14.76 μg/dl
Alkaline Phosphatase
Amylase
Blood urea nitrogen- BUN
Phosphorus
Glucose
Potassium
Globulins
Cholesterol
47-341 U/L
25–81 U/L
7-14 mg/dl
0.9-6.7 mg/dl
158-247 mg/dl
2.1-3.7 mmol/L
3.5-4.7 g/dl
57-117 mg/dl
Schlüssel: g = Gramm; mg = Milligram;
μg = Mikrogramm; mmol = Millimol
U = Einheiten; dl = Deziliter; L = Liter
Besonders hervorzuheben ist, dass die Thyroxinwerte bei Krallenaffen viel höher sind
und innerhalb der Familie groessere Variationen auftreten als bei anderen Säugetieren.
Die weissen Blutkörperchen liegen zwischen 9,46-13,43 x 10³/μl; die roten Blutkörperchen
zwischen 6.47-8.38 x 106/μl; die Hämatokritwerte zwischen 42.36% und 55.19% und
Hämaglobulinwerte zwischen 16.6-20 g/dl.
Schlussfolgernd konnten wir feststellen, dass sich all unsere Krallenaffen in einem
exzellenten Gesundheitszustand befinden und gleichzeitig haben wir neue Referenzwerte
für diese Art erfasst, die uns in Zukunft helfen können die Blutanalysen dieser Familie
zu interpretieren. An dieser Stelle würden wir gerne Abaxis unseren tiefsten Dank
aussprechen, die es uns ermöglicht haben diese Studien zu realisieren und natürlich auch
mit der Spende der Geräte einen ganz wichtigen Beitrag zu unserer tagtäglichen Arbeit
geleistet haben.
Der Gebrauch eines Blutanalysegeräts von Abaxis
Saguinus imperator
Callithrix geoffroyi: bereit für ihre Untersuchung
19
Die Zeitschrift der Loro Parque Fundación
Neue Projekte der Loro Parque Fundación
Aktualisierung der Lage der kleinen Meeressäuger – Online Version
Die Bonner Konvention (CMS) fördert die Schafftung internationaler Abkommen für den Schutz von Tierarten, die während ihrer
Migration territoriale Gewässer und Gerichtszonen verschiedener Länder durchqueren. Der Hauptfokus der CMS liegt hierbei auf den
kleinen Meeressäugern (Odontoceten), für deren Schutz sie bereits bei der Abschliessung mehrerer internationaler Konventionen wie
z. B. der ACCOBAMS und ASCOBANS (Abkommen für den Schutz von Meeressäugern im Schwarzen Meer, Mittelmeer und den
jeweils angrenzenden Gebieten des Atlantischen Ozeans, der Ost- und Nordsee) eine fundamentale Rolle gespielt haben. Ausserdem
führt die CMS Bewusstseinserhöhungsprogramme durch und in diesem Falle die Förderung einer taxonomischen Revision der kleinen
Meeressäuger, deren Ergebnisse auf der CMS-Webseite veröffentlicht werden. So finanziert die LPF zusammen mit der CMS und
dem World Wide Fund for Nature (WWF) seit Sommer 2009 bis Ende des Jahres die Aktualisierung der Taxonomie der kleinen
Meeressäuger und der Information über ihren Erhaltungsstatus. Das vom Meeressäugerexperten Prof. Dr. Boris Culik geleitete Projekt
sammelt taxonomische, biologische, ökologische und biogeografische Information über die kleinen Meeressäugerarten aus der ganzen
Welt, die dann auf der CMS-Webseite veröffentlicht wird und als Werkzeug zur Umwelterziehung und Bewusstseinserhöhung über die
Bedrohungen der kleinen Meeressäuger dienen soll.
Innovative Methoden für die Kontrolle, Handhabung und den Erhalt der Grossen Tümmler im Mittelmeer
Die Sorge um den Grossen Tümmler (Tursiops truncatus) Bestand im Mittelmeer
wächst von Tag zu Tag immer mehr. Denn die potentiellen Bedrohungen, die mit den
Stressfaktoren wie der Bioakkumulation chemischer Schmutzstoffe in Kombination
mit dem Auftreten von Infektionskrankheiten, dem Klimawandel, der Miderung der
Fischressourcen, Kollisionen, dem Beifang und genertischer Erosion zusammenhängen,
haben kein Nachsehen mit ihm. Die Aktivitäten im Rahmen dieses Projektes, die das
vom Prof. Antonio Fernández geleitete Team der Universität Las Palmas de Gran Canaria
mit den Delfinen des Atlantiks durchführt, sollen als Vergleich mit den Delfinen des
Mittelmeers dienen. Das auf vier Jahre angelegte Projekt umfasst ein Stichprobenverfahren
von Hautbiopsien an Grossen Tümmlern der Kanarischen Inslen in der Wildniss und in
Menschenobhut, der Erfassung von Symptomatiken in an den Küsten der Kanarischen
Inseln gestrandeten Exemplaren und der Erfassung der Körpertemperatur der Delfine
durch Infrarot-Thermografie.
Künstliche Befruchtung von Papageien: Sammlung, Evaluierung und Einpflanzung
von Samen
Viele Papageienarten sind durch die Zerstörung ihrer natürlichen Lebensräume, Wilderei
20
Wir schützen Arten und ihre Lebensräume
oder andere negative Einflüsse bedroht. So stellt die Zucht in
Menschenobhut einen wichtigen Erhaltungsfaktor dar und zwar
nicht nur, um genetisches Material zu konservieren, sondern auch,
um ggf. gezüchtete Vögel in der Natur auszusetzen. Einige Arten
haben nur sehr wenige Vertreter in Menschneobhut, wie z. B.
im Falle des Spix-Aras (Cyanopsitta spixii). Da er in der Natur
ausgestorben ist, müssen einige Exemplare gezwungenermassen
miteinander verpaart werden, was häufig zur Legung unbefruchteter
Eier führt. Die Unfruchtbarkeit der Männchen ist ein weiteres
gängiges Problem. Obwohl dies durch künstliche Befruchtung
kompensiert werden kann, gibt es zudem die Schwierigkeit, dass
es in einigen Populationen in Menschenobhut mehr Weibchen als
Männchen gibt. Die Lösung liegt in der Paarung der Weibchen mit
sterilisierten Männchen anderer Spezies, die dann mit dem Sperma
der eigenen Art künstlich befruchtet werden.
Obwohl die Spermienbeschaffung und die darauffolgende
künstliche Befruchtung bei Greifvögeln oder Puten für die
Produktion von grossen Mengen befruchteter Eier heutzutage sehr
gängig ist, hat diese Prozedur bei kleinen Papageienarten noch keine
erwähnenswerte Anwendung gefunden. Genauso wenig ist es bis
heute noch nicht gelugen grösseren Arten Sperma zu entnehmen.
So liegen nur sehr wenig Informationen über das Sperma von
Papageien vor, welches die Notwendigkeit erhöht Daten für
künftige Forschungen über die männliche Unfruchtbarkeit,
künstliche Befruchtung und Cryo-Konservierung, als auch für die
Schaffung einer Routinethechnik für die künstliche Befruchtung
zu erfassen.
Das Projekt von Prof. Michael Lierz und Daniel Neumann
der Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische der
Universität Giessen hat es zum Ziel ausreichend qualitatives
Sperma für die erfolgreiche künstliche Befruchtung grösserer
Papageien zusammenzutragen. Ein Teil dieses Projektes wird
in der Zuchtstation der LPF stattfinden und wird sich mit der
Ansammlung von Sperma über eine neu entwickelte, mit der
zuvor angewandten Massagethechnik vergleichbaren Prozedur
beschäftigen. Die Untersuchung und Evaluierung des Sperma wird
über etablierte mikroskopische Techniken erfolgen, die die neuste
Computerassistierte Spermienanalyse (CASA) einschliessen, und
künstliche Befruchtungen von Weibchen und die darauffolgende
Auswertung der gelegten Eier werden stattfinden.
Cyanopsitta spixii
Innovative therapeutische Protokolle für die Behandlung der
Neuropathischen Drüsenmagendilatation bei Papageien
Die neuropathische Drüsenmagendilatation (PDD), auch
bekannt als neuropathisches Drüsenmagensyndrom oder
Macaw-Wasting-Syndrom, ist eine tödliche Vogelkrankheit,
bei der Entzündungen des zentralen, peripheren und autonomen
Nervensystems in Kombination mit gastrointestinalen und
neurologischen Störungen, wie z. B. Gleichgewichtsverlust und
Lähmungen, die typischen Leitsymptome sind. Die Folgen sind
meist progressiver Gewichtsverlust, Erbrechen, Einkeilungen
im Kropf, unverdautes Essen im Verdauungstrakt und sekundäre
bakterielle Infektionen und Pilzerkrankungen desgleichen. Das
Auftreten von PDD ist vor allem bei Psittaciden bekannt. Die
definitive Diagnose von PDD in lebenden Vögeln ist leider noch
kontrovers und bedarf der Darlegung von charakteristischen
plasmozytischen Lymphomen (sie bestehen aus Lymphomzellen
(eine Art von weissen Blutzellen) und Plasmazellen – reifen
Antikörper-Absonderungszellen) im Nervengewebe mittels einer
Kropfbiopsie. Bis dato gibt es keine 100%ig sichere schonende
Methode zur Bestätigung oder Ausschliessung dieser Krankheit,
wobei die Diagnose der Kropfbiopsie in 50-70% der Fälle zutrifft.
Letztere Forschungen lassen annehmen, dass die Krankheit viraler
Ara ararauna: eine große Arten für mögliche Spermienbeschaffung
21
Die Zeitschrift der Loro Parque Fundación
Natur ist und obwohl der Verursacher des PDD noch nicht feststeht,
konnte nachgewiesen werden, dass ein neuer aviärer Bornavirus in
allen betroffenen Papageien festzustellen war (ein diesbezügliches
Forschungsprojekt von der Universität von Giessen wird von der
LPF finanziert).
Parallel zu den Virusnachforschungen, haben Prof. Giacomo
Rossi und Dr. Stefano Pesaro der Fakultät für Veterinärmedizin
der Universität Camerino im Jahr 2006 begonnen an einer neuen
Theorie zu arbeiten, die PDD als Autoimmunkrankheit identifiziert.
Denn sie haben herausgefunden, dass die charakteristischen
Infiltrate um die Nerven herum Schwellungen wie im Falle von
autoimmunerkrankten Patienten zeigen. Ein Beispiel hierfür
ist das menschliche Guillain Barrè Syndrom (GBS), bei dem
das Immunsystem die Nerven attakiert, welches sie zerstört und
anschwillen lässt, und bei dem die Anti-Gangliosid-Antikörper die
meist identifizierten Autoimmunkörper sind, die als Verursacher
der Nervenfaserverletzungen gelten. Ihre Anwesenheit im Blut
hilft die Diagnose zu bestätigen. Bei Gangliosiden handelt es sich
um im Körper natürlich produzierte komplexe Verbindungen,
die sich auf den Zelloberflächen bilden und die hauptsächlich im
Nervensystem gefunden werden.
Die Forscher vermuten nun einen ähnlichen autoimmunen Vorgang
bei PDD. Für das abnormale Verhalten des Immunsystems
werden verschiedene biologische Agenten (Virusse, Bakterien,
etc.) verantwortlich gemacht, welches darauf hindeutet, dass eine
virale Herkunft nicht ausgeschlossen werden sollte und dass ein
aviärer Bornavirus oder andere noch zu identifizierende Faktoren
(biologische Agenten) mit dem Ausbrechen von PDD zu tun haben
könnten.
Im Februar 2008 haben Forscher der Universität Camerino sechs
Nymphensittiche mit gereinigten Gangliosiden manipuliert, um
zu versuchen die Krankheit zu reproduzieren. Ein Monat nach der
wiederholten Injektion, die einen Monat nach der ersten Injektion
stattfand, zeigten 100% der injektierten und 33% der oralinfizierten
Nymphensittiche typische Anzeichen. Derzeit weisen vier
injektierte und symptomatische Nymphensittiche typische
plasmozytische Lymphom-Infiltrate bei den Kropfbiopsien auf. Der
Nymphicus hollandicus
nächste Schritt des von der LPF unterstützten Forschungsprojektes,
das die Zusammenarbeit privater Züchter einschliesst, umfasst
die Evaluierung einer möglichen Präsenz oder Vermehrung von
Anti-Gangliosid-Antikörpern im Blut der Papageien mittels
einer neuen patentierten und schonenden serologischen Methode
(E.L.I.S.A.). Zu diesem Zeitpunkt bestätigen die Ergebnisse eine
Erhöhung dieser Antkörper im Blutserum betroffener Papageien
im Vergleich zu gesunden Exemplaren. Im Jahr 2010 wird die
LPF eine neue Studie über eine Therapiebehandlung gegen
PDD unterstützen, die von Forschern der Universität Camerino
und dem LPF Veterinärsteam durchgeführt werden soll. Das
neue therapeutische Protokoll basiert auf der Verabreicherung
eines neuen entzündungshemmenden Stoffes, der selektiv die
wichtigsten Zytokine (eine zu Entzündungen führende Substanz)
unterdrückt.
Nördlicher Hellroter Ara – Nistplatzauswahl und Überleben
der Nester im Norden Mesoamerikas
Die nördliche Unterart des Hellroten Aras (Ara macao cyanoptera)
lebt in einem hoch fragmentierten Gebiet in Mesoamerika und
ist durch den fortwährenden Lebensraumverlust, die Wilderei,
Plünderung und die hohe Nisthöhlenkonkurrenz vom Aussterben
bedroht. Kürzliche Forschungen haben belegt, dass es seit jeher
einen Genfluss der Unterart cuanoptera zwischen Belize und
Guatemala gibt, welches eine Zweiländer-Strategie erforderlich
macht. Im Jahr 2003 hat die Wildlife Conservation Society (WCS)
ein Erhaltungsprogramm in Guatemala ins Leben gerufen, das
die Kontrolle, Erhaltungsmassnahmen und die Produktion von
künstlichen Nestern umfasst. Der Nördliche Hellrote Ara wurde
im Maya Biosphere Reservat neben dem Jaguar als bedürftigstes
Schutzobjekt identifiziert und im Jahr 2007 haben die Freunde
des Schutzes und der Entwicklung (FCD) die Ko-Leitung des
Chiquibul National Parks übernommen. Hierbei handelt es sich
um das grösste Schutzgebiet in Belize, das gleichzeitig Teil des
trinationalen Maya Urwalds ist und wo der Nördliche Hellrote Ara
ebenso als Hauptschutzobjekt selektiert wurde.
Dennoch gibt es in beiden Ländern grundsätzliche Wissenslücken
in Bezug auf den Nördlichen Hellroten Ara. Das Projekt soll durch
Feldarbeit und Studien die tägliche Überlebensrate der Nester
ausmachen und Modelle für die Ermittlung der einflussreichsten
Faktoren bei der Nistplatzauswahl und für das Überleben der
Nester in Guatemala und Belize ausarbeiten. Dies soll WCS und
FCD beim Management der natürlichen und künstlichen Nistplätze
helfen, um widerum einen künftigen besseren Schutz dieser Nester
gewährleisten zu können. Das Projekt wird von Charles Britt der
Universität New Mexicos geleitet.
Ara macao
22
Wir schützen Arten und ihre Lebensräume
Der Gelbwangenkakdu, eine abbotti Unterart auf der Masakambing
Insel, im Osten Javas, Indonesien
Von: Dudi Nandika, Dwi Agustina, und
Stewart Metz, Doktor der Medizin
Konservasi Kakatua Indonesia und Das
Indonesische Papageienprojekt,
Zusammenfassung
Der Kleinere Gelbwangenkakadu der
abbotti Unterart ist auf der Masakambing
Insel, im Osten Javas in Indonesien
endemisch. Die Inselgruppe umfasst
die folgenden vier Inseln: Masalembu,
Masakambing, Kramian, und Kambing,
doch wurde diese Kakaduart bis jetzt in
freier Wildbahn nur auf der winzigen
[5 km ² großen] Insel Masakambing
gefunden. Man geht davon aus, dass er
auf den anderen ausgerottet wurde und
vielleicht gar nie auf Kramian existierte.
Um Informationen über den Status und
die Gewohnheiten von diesen Kakadus
zu gewinnen, wurde eine von der Loro
Parque Fundación mitfinanzierte Studie
durchgeführt. Die Feldzusammenarbeit
zwischen der Konservasi Kakatua
Indonesia Stiftung und dem Indonesischem
Papageienprojekt fand lediglich 10
Kakadus in 2008 und 8 Stück in 2009; drei
vermutliche Paare und zwei Jungtiere,
möglicherweise Männchen (nach der
Augenfarbe zu urteilen).
Gebietsuntersuchungen für die Ölexplotation in der Zeit von 1985-1989, die den Fang
und die Tötung von hunderten von Kakadus mit sich brachten, ist einer der Gründe für
das Aussterben dieser Kakaduspezies auf der letzt erwähnten Insel. Laut Beobachtungen
von Cahyadin et al. (1994), nahm das Inspektionspersonal von auswärtigen Ölfirmen
und Besucher dieser Insel die Kakadus als Andenken mit nach Hause, Dorfbewohner
erschossen sie, weil es zum beliebten Sport wurde, oder um sie von ihrem Getreidefeldern
fern zu halten. Unsere Zählung fand im Jahr 2008 10 Vögel und im Jahr 2009 nur noch 8.
Drei Männchen, drei Weibchen und zwei Jungtiere (möglicherweise Männchen) bilden
den Restbestand dieser am meist bedrohtesten Kakaduart in freier Wildbahn, welches
sie gleichzeitig zu einem der seltensten Vögel der Welt macht. Bei der vorhergehenden
Zählung in 1999 (Setiawan, 2001), wurden lediglich 5 Exemplare verzeichnet, welches
auf einen kleinen Wachstum im Bestand hinweist, jedoch nur sehr minimal.
Die Masakambing Insel ist so klein, dass eine Zählung leicht durchführbar und die
Genauigkeit der Bestandszahlen gewährleistet ist.
Die Dichte des Kakadu-Bestands auf der Masakambing Insel (Größe ca. 5 km²) beträgt
1,6 Exemplare pro km². Im Vergleich ist die Bestandsdichte von C. sulphurea sulphurea
im Rawa Aopa Watumohai Nationalpark (RAWNP) auf der Insel von Sulawesi von
nur 0,13 Exemplaren pro km² (Nandika, 2005), also geringer als auf Masakambing.
Dennoch ist der Gesamtbestand mit 37 Exemplaren auf RAWNP höher, wobei auch
zu berücksichtigen ist, dass das Gebiet des RAWNP mit einer Fläche von 282,44 km²
deutlich grösser ist und nur ein Bruchteil davon untersucht werden konnte, welches eine
mögliche Erklärung für die niedrige Dichte sein könnte. Klar wird auf jeden Fall, dass
die Abbotti Art beträchtlich geringer vertreten ist als die sulphurea Unterart.
Der „ Masakambing Kakadu” fliegt für Gewöhnlich in Gruppen von 2-5 Vögeln, die
sich meist im Nördlichen Hauptteil der Insel im Ketapang-Dorf aufhalten. In Tanjung
Selamat, im Süden der Insel Masakambings, wurden die Kakadus, bis auf im Fluge
auf Nahrungssuche, nie gesichtet, welches vielleicht mit der Knappheit der von den
Kakadus bevorzugten Nist- und Nahrungsbäume, wie den Sukun (Artocarpus comunis)
oder Randu (Ceiba petandra), zusammenhängt.
Kakadus errichten ihre Nistplätze in Spälten in Baumstämmen oder Zweigen oder sie
übernehmen bereits vorhandene Nisthöhlen anderer Vögel, häufig in toten, knorrigen
oder verrottenen Bäumen. Die Tabelle zeigt fünf Bäume, die zum Nisten benutzt werden
(siehe Tabelle): Sukun
Artocarpus comunis, Kapuk Ceiba petandra, Kelapa Cocos nucifera, Asem Tamarindus
indica und Api-api Avicennia sp.. Kakadus wurden beobachtet, wie sie Nisthöhlen kurz
vor Beginn der Fortpflanzungszeit errichteten. Die Masse von inaktiven Nisthöhlen
wurden von unserem Team gemessen und die Charakteristiken der Kakadu-Nester
identifiziert: Höhe der Bäume 8-25 m; Stammdurchmesser 28-105 cm; Höhe der
Nisthöhlen, oberirdisch 6-15 m. Die Nisthöhlen waren kugelförmig oder oval mit einem
Durchmesser von ungefähr 12 - 23 cm und einer Tiefe von ungefähr 68 cm; der Boden
war mit Holzspänen und Blättern bis zu 10 cm bedeckt.
Table 1. Plants used by Cacatua sulphurea abbotti
Bestand und Nester
Der Masalembu Archipel ist weltweit
der einzige übriggebliebene Lebensraum
des Cacatua sulphurea abbotti und er
kann nur noch auf der Masakambing
Insel gefunden werden. Basierend auf
lokalen Informationen, wurde er zuletzt
auf der Masalembu Insel 1987 gesichtet.
Nr. Lokaler Name
Wissenschaftlicher Name
Benutzt für
1
Kelapa Cocos nucifera
Nahrung und Nisthöhlen
2
Sukun
Artocarpus comunis
Nahrung und Nisthöhlen
3
Kapuk randu
Ceiba petandra
Nahrung und Nisthöhlen
4
Asem
Tamarindus indica
Nahrung und Nisthöhlen
5
Kedondong
Spondias piñata
Nahrung
6
Belimbing
Averhoa bilimbi
Nahrung
7
Galompe
Lagerstroemia sp
Nahrung
8
Lontar
Borassus sundaica
Nahrung
9
Rumbia
Metroxylon sp
Nahrung
10
Kelor
Moringa oleifera
Nahrung
11 Duluk duluk Lumnitzera racemosa & L. littorea
Nahrung
12
Tanjang
Bruguiera gymnorrhiza
Nahrung
13
Pidada
Sonneratia alba & S. caseolaris Nahrung
14
Api-api
Avicennia sp
Nisthöhlen
Nahrung
Früchte
Männliche Blumen
Blumen
Früchte & Blumen
Früchte & Blumen
Früchte & Blumen
Blumen
Männliche Blumen
Blumen
Früchte
Blumen
Früchte
Früchte
-
23
Die Zeitschrift der Loro Parque Fundación
Interaktionen mit anderen Tieren
Wir konnten mehrere Interaktionen, wie versuchte Plünderung
und Konkurrenzkämpfe zwischen Kakadus und anderen Tieren
beobachten. Für die Plünderungen waren Weißbauchseeadler
(Haliaeetus leucogaster), Rotbauchadler (Hieraaetus kienerii),
Gleitaare (Elanus caeruleus), Schwarzmilane (Milvus migrans)
und Molukkenfalken (Falco moluccensis) verantwortlich.
Eidechsen (wie die Warane Varanus salvator), die die Eier oder
die Kakadu-Küken fressen, stellen eine weitere Bedrohung für
die Kakadus dar. Viele dieser Eidechsen leben in Asem-Bäumen
Tamarindus indica, deren Frucht der Kakadu gerne frisst und wo
er sich gerne niederlässt, welches oftmals zu Konflikten führt.
Konkurrenzkämpfe zwischen Kakadus und anderen Vögeln
ereignen sich häufig mit der Inselfruchttaube (Ducula rosacea)
und dem Schwarznackenpirol (Oriolus chinensis), denn diese
bevorzugen die selben Früchte des Kapukbaumes, jedoch ohne
aggressives Verhalten an den Tag zu legen.
Danksagung
Bedrohungen
Referenzen
Die gegenwärtigen Hauptdrohungen für den Kakadu-Bestand
sind das andauernde Fangen für den Vogelhandel und die
Zerstörung des Lebensraums, wie z.B. die Abholzung von
Kokusnusspalmen für ihr Holz.
Cahyadin Y., Jepson P. & Arif S. 1994a. Status Cacatua sulphurea
abbotti di Kepulauan Masalembo / The Status Assessment of Cacatua
sulphurea abbotti on The Masalembo Islands. Bogor. PHPA/BirdLife
International Indonesia Programme (Laporan No. 2).
Schutzmaßnahmen
Nandika, D. 2005. Kepadatan Populasi Kakatua Kecil Jambul Kuning
Cacatua sulphurea sulphurea J.F. Gmelin, 1788 di Taman Nasional
Rawa Aopa Watumohai Sulawesi Tenggara. Skripsi Sarjana Biologi
FMIPA Universitas Islam As-Syafi’iyah.
Treffen einer neuen Dorfregelung (“Peraturan Desa”)
Um eine gesetzliche Grundlage für den Erhalt dieser Kakaduart
zu schaffen, haben Konservasi Kakatua Indonesia und das
indonesische Papageienprojekt angefangen am Entwurf von
Peraturan Desa Nr. 1 Tahun 2009 zu arbeiten (Dorf-Regelung
#1, 2009) zu arbeiten, welcher zahlreiche Schutzmassnahmen
für den Kakadu auf Masakambing anführt. Diese beinhalten
es den Fang, den Besitz und den Transport von Kakadus zu
illegalisieren, die Lebensraumzerstörung zu reduzieren, die
Anmietung des einstigen Dorfsitzes, um die aktiven Nester zu
kontrollieren und sie vor Jägern zu beschützen, sowohl als auch
Informationen über die Brutökologie zu sammeln.
Das Dokument wurde am 14. Mai 2009 mit 50
Gemeinschaftsvertretern einschließlich des Dorfoberhauptes,
der Dorfgemeinschaft von Masakambing und dem Chef der
Polizei, zusammen mit Vertretern von KKI - IPP als Vermittler
unterzeichnet.
Schulbesuche (Conservation Awareness Pride Program CAP)
Im Schulunterricht wurde auf den Schutz und den Erhalt des
Masakambing Kakadus intensiv eingegangen. Hierfür wurden
verschiedene Mittel eingesetzt, wie z.B. Kinderzeichnungen von
Kakadus in einem bunten Buch von KKI – IPP, der Gebrauch
von PowerPoint Presentationen und von KKI – IPP produzierte
Videos, es wurden T-Shirts, Poster und Notizbuchsticker
hergestellt und Vogelbeobachtungsexpeditionen organisiert.
All diese Projekte zielen nicht nur darauf ab das Stolzgefühl
der Kinder gegenüber diesen seltenen und einzigartigen Vogel
zu steigern, sondern sie sollen ihnen auch deren Bedrohungen
vor Augen führen. Da Masakambing ein kleines Dorf ist
(Gesamtbevölkerung: 1400), sollten wir im Stande sein, alle
Erwachsenen und Kindern der Bevölkerung mit diesen Projekten
zu erreichen. Die Kinder sollen von der Schule nach Hause
kommen und über das Erlebte mit ihren Eltern besprechen. Bis
dato haben wir insgesamt 8 Schulen auf Masakambing und der
Masalembu Insel besucht.
Für eine objektive und quantifizierbare Einschätzung wurden
24
Vor- und Nachprogramm-Fragebögen von 40 Schülern einer
Realschule auf Masakambing entworfen und ausgefüllt. Die
Ergebnisse demonstrieren klar, dass die Schüler auf die oben
beschriebenen Aktivitäten positiv reagiert haben, ihre Einstellung
den Papageien gegenüber als intelligente, sensible Kreaturen hat
sich durchaus geändert und gerne sind sie dazu bereit sich aktiv
an ihrem Schutz zu beteiligen.
Stewart A. Metz, M.D (finanzielle Spende für die Forschung in
2008 )
Die Loro Parque Fundación unterstützte mit finanziellen Mitteln
die Forschung in 2009.
Danke an die einheimische Bevölkerung der Masalembu Inseln
für ihre Hilfe, als auch der Kommunalverwaltung und den
Gemeinden in Masalembu für den Erlass der neuen Dorfregelung
(Gesetz Nr. 1).
Jakarta.
Setiawan, I., E. Putra, P. Yudha, Darjono, O.P. Basuki, D.
Purwandana, A. Suryakusumah, D. Agista. 2001. Telaah Status
Bio Ekologi dan Upaya Pelestarian Kakatua-kecil Jambul-kuning
(Cacatua sulphurea) di Pulau Masa Kambing, Jawa Timur dan
Pulau Nusa Penida, Bali. PHKA / BirdLife International-Indonesian
Programme. Memorandum Teknis No. 21.
Anmerkung
Eine genetische (DNA) Studie der Kakadus auf der Masakambing
Insel, zum Vergleich mit Museumsmaterial und der
C. sulphurea Unterart
in Menschenobhut ist
ein weiterer wichtiger
Aspekt für den
Schutz des Kleineren
GelbwangenKakadus.
Bitte
setzen Sie sich bitte
per E-Mail mit Dr.
Stewart Metz in
Verbindung, wenn
Sie gerne helfen
wollen.
Wir schützen Arten und ihre Lebensräume
Der Fang und Handel mit den Afrikanischen Graupapageien: Projekt Kamerun
Während der letzten Jahrzehnte, haben der
Fang und der illegale Hand mit wildlebenden
Afrikanischen Graupapageien (Psittacus
erithacus) drastisch zugenommen. Eines
der grössten Exportländer ist Kamerun,
wo die offiziellen Statistiken von 1981 bis
2005 darlegen, dass mit einem Durchschnitt
von 15.299 pro Jahr insgesamt 367.166
Exemplare exportiert wurden. Zwischen
1990 bis 1996 hat dieses Land 48% aller
Graupapageienexporte Afrikas verzeichnet.
Zwischen 1993 und 2006, begrenzte sich das
offizielle jährliche Exportationskontingent
von CITES (Konvention über den
Internationalen Handel mit bedroter
Wildfauna und –flora) für diese Spezies und
für Kamerun auf 12.000 Exemplare. Das
grosse Handelsvolumen und die ständige
Überschreitung dieses Kontingents hat
grosse Besorgnis über die Auswirkungen
auf den Wildbestand geweckt. Dies
zufolge hatte der CITES Faunaausschuss
die Durchführung von wissenschaftlichen
Studien über die wilde Population und
die Entwicklung von nationalen und
regionalen Managementplänen veranlasst
und ab Januar 2007 einen zwei-jährigen
Exportationsstopp für P. Erithacus von
Kamerun verhängt. Diese restriktiven
Massnahmen wurden ebenso in anderen
Exportländern dieser Art durchgesetzt. Um
dabei zu helfen die Situation in Kamerun
einzuschätzen, hat die Loro Parque
Fundación in 2006 einem Projekt für den
nachhaltigen Handel und den Erhalt dieser
Art unter der Leitung von einem Professor
in Ökologie- und Management von
Wildleben, Dr. Simon Tamungang, von der
Universität Dschag in Kamerun, finanzielle
Unterstützung
zukommen
lassen.
Parrallel zu diesem Exportationsstopp
von zwei Jahren, hatte die Europäische
Union zum Wohle des Vogelsektors
und der menschlichen Gesundheit eine
Importationssperre von wilden Vögeln ab
dem 1. Juli 2007 erhoben.
Was passiert nun in Hinblick auf diese
Beschränkungen mit dem Fang und dem
Handel mit Afrikanischen Graupapageien?
Die offiziellen Zahlen über den
internationalen Handel mit lebenden,
aus der Wildnis entnommenen, Tieren
(Zahlen wurden von den jeweiligen CITES
Mitgliedsländern angegeben) wurden
ausgewertet. Die Ergebnisse sind in den
Tabellen 1,2 und 3 zu sehen. Diese Zahlen
beinhalten nicht die die geschätzte illegale
Entnahme aus der Natur, den illegalen
Handel mit anderen Ländern und den
Handel oder die Exportation auf andere Art
und Weise binnen der nationalen Grenzen.
Tabelle 1. Brutto-Exportationen von aus der Natur entnommenen Afrikanischen Graupapageien
Exportländer
2005
2006
2007
2008
A
B
A
B
A
B
A
B
Afrikanische
Herkunftsländer
16 48,456
10 17,110
12 6,422 11 10,390
Afrikanische
Nicht-Herkunftsländer
9
246
6
215
7 944
5 105
Naher Osten
10 983
8
53
3
9
4 768
Asiatische Länder
2
118
2 3,177
2 1,065
1 537
Restliche Länder 18 794
12 61
12 33
8
15
Insgesamt
55 50,597 38 20,616
36 8,473 29 11,815
A = Ländermenge; B = Menge von Exemplaren;
Bemerkung: Alle Länder, die nicht zum natürlichen Verbreitungsgebiet der Spezies
gehören, haben sie wieder-exportiert.
Tabelle 2. Brutto-Importationen von aus der Natur entnommenen Afrikanischen Graupapageien
Importländer
2005
2006
2007
2008
A
B
A
B
A
B
A
B
Europäische Länder
19 38,271 13 7,561
11 2,088 15 5,568
Naher Osten
9 3,987
8 3,689
4 2,238
6 2,861
Asiatische Länder
7 1,206
12 5,873
9 2,364
6 2,589
Afrikanische (Herkunftsoder Nichtherkunftsländer) 17 5,248
7 2,212
10 1,665
4 756
Restliche Länder
18 1,938
11 1,278
5 122
4
12
Insgesamt
70 50,650 51 20,613
39 8,477 35 11,786
Bemerkung: Die Gesamtimportationen und –exportationen von Exemplaren stimmen nicht
komplett miteinander überein, evtl. durch die Verspätung der Datenangabe einiger Länder.
Tabelle 3. Lebende Afrikanische Graupapageien einiger Export-Herkunftsländer:
Exportationskontingente von CITES und die ofiziellen reellen Exportationen
Exporting country
2005
Demokratische
Republik Kongo Kontingent 10,000
Eigentlich 15,986
Kamerun
Q
12,000
A
17,053
Kongo
Q
8,000
A
8,773
Elfenbeinküste
Q
-
A
3,827
Guinea
Q
-
A
958
Gabon
Q
250
A
54
Sierra Leone
Q
-
A
650
2006
2007
2008
10,000
10,787
12,000
4,300
10,000
606
-
1
-
1,400
250
10
-
0
5,000
3,826
5,000
6,158
In Bearbeitung
704
4,000
1,622
-
1
-
220
250
10
-
0
2009
5,000
In Bearbeitung
0
307
4,000
4,000
3,580
0
0
5
0
0
320
250
10
0
0
0
-
* In Bearbeitung = Das Kontingent ist in Bearbeitung
Der Strich bedeutet, dass es keine Information gibt.
Über die Zahlen in der Tabelle können einige Erkenntnisse geschlossen werden: Es
gibt eine allgemeine Reduzierung der Afrikanischen Graupapageien im internationalen
legalen Handel, sowohl was die Exportländer als auch die Importländer (bis zur Hälfte)
und die Menge von exportierten und importierten Exemplaren anbetrifft (um vier Mal
reduziert). Es gibt ebenso sieben Mal weniger Importationen nach Europa. Die Zahlen
unterstützen nicht die Hypothese, dass es eine Erhöhung bei den Importierungen nach
Asien oder dem Nahen Osten gab, als Folge des Rückgangs in Europa. Südafrika
representiert 92,7 % aller Importierungen der Afrikanischen Länder, und ist im Jahr 2007
mit 99 % das Land mit den meisten Wieder-Exportierungen. Was die Importierungen in
2007 und 2008 nach Europa anbetrifft, gehen 99,1 % nach Serbien, ein Land, das nicht
25
Die Zeitschrift der Loro Parque Fundación
direkt von der EU-Sperre betroffen ist. Asiatische Länder und des
Nahen Ostens, Bahrein, Libanon, Pakistan und Singapur zeigen
immer noch substantielle Importierungen in 2007 und 2008 auf.
Dervon CITES ausgeübte Druck auf die Exportationskontingente
scheint einen Effekt gehabt zu haben, worauf der deutliche
Rückgang, sogar in 2006, von legal exportierten Afrikanischen
Graupapageien aus Kamerun hindeutet. Die Einführung von
Kontingenten für 2007 und 2008 wurde bei Kamerun als „in
Bearbeitung“ angegeben, doch wies Dr. Tamungang darauf
hin, dass dies damit zusammenhing, dass Kamerun CITES den
Managementplan nicht eingereicht hatte und in Wirklichkeit
wurde das Kontingent bei 6.000 Exemplaren im Jahr 2007 und
bei 0 in 2008 festgelegt. Seitdem liegt das Kontingent bei Null,
bis die Regierung Kameruns den Managementplan einreicht. Dr.
Tamungang informierte darüber hinaus, dass die Beschränkungen
bei den Jägern und Exporteuren Kameruns verschiedene
Reaktionen hervorgerufen haben. Einige der Händler mit guten
internationalen Beziehungen haben ihren Weg nach Asien
gefunden. Andere haben als Reaktion die Vögel auf lokaler
Ebene versteigert und andere haben ihre Vögel in Nachbarländer
geschleust, wo sie sie an Papageienhändler zu einem besseren
Preis als in Kamerun verkaufen konnten. Eine Nachforschung
hat bestätigt, dass die Papageienjäger den geringsten Anteil
aus dem Handel schlagen, doch angesichts der allgemeinen
Grundeinkommenssituation, hätte es sich für sie nicht gelohnt
zu einer anderen Form der Ausbeutung überzugehen. In diesem
Zusammenhang informiert das Projekt, dass die Jäger nun zur
Tötung der Papageien übergegangen sind, um Teile ihrer Körper
und Federn zu verkaufen, für die sie heutzutage den gleichen Preis
bekommen, wie für lebende Exemplare. Es gibt nur sehr wenig
und unzuverlässige Information, um eine Situationseinschätzung
zu machen und Tendenzen zu identifizieren. Und das Ministerium
für Fauna und Flora von Kamerun ist immer noch dabei die
öffentliche Ausschreibung für die Durchführunge der Studie, die
für den Managementplan notwendig ist, zu verfassen.
Das von der LPF unterstützte Team bei der Rettung von gefangenen Afrikanischen Graupapageien.
26
Afrikanische Graupapageien in der Einrichtung eines Händlers
Von den Behörden konfiszierte Köpfe (oben) und Schwänze
(unten) des Afrikanischen Graupapageien. WWF Jengi
Wir schützen Arten und ihre Lebensräume
10 Jahre Arbeit für den Schutz des Gelbohrsittichs
Besonders beachtlich sind die
Veränderungen in der Gemeinde Jardín
mit zuständigem Amt Antioquia,
wo der Gelbohrsittich, nachdem die
Fundación ProAves es dem Stadtrat
nahgelegt hatte, zum offiziellen Vogel
ernannt wurde und nun sogar im
Wappen figuriert. In der diesjährigen
Stadtratsitzung wurden neben den
Gelbohrsittich miteinzubringen, um
seine Wichtigkeit in der Gemeinde zu
unterstreichen, mehrere Änderungen
für das Wappen vorgeschlagen,
wie z. B. die Orchidee mit einer
dort endemischen Pflanzenart, der
Pasiflora jardinensis, zu ersetzen,
Wasser zwischen den Citara Bergen
hinzuzufügen und eine neue dort
endemische Baumart, der Magnolia
jardinensis, zum offiziellen Baum zu
machen.
IIn 1998 hat die Fundación ProAves mit der Unterstützung der Loro Parque
Fundación das Gelbohrsittich-Programm, mit dem Hauptziel das Überleben
seiner Spezies (Ognorhynchus icterotis) und den Lebensraum in den
Kolumbianischen Anden zu schützen, ins Leben gerufen. Nun sind 10 Jahre
vergangen und wir arbeiten nach wie vor engagiert und hingebungsvoll am
einzigen Ziel die Stabilität und Wohlergehen der Gelbohrsittichpopulation
sicherzustellen. Dieses Projekt fungiert als Erhaltungsmodell, das bei anderen
gefährdeten Arten und der Schaffung von Schutzgebieten im ganzen Land
angewandt wird.
Mit der Fundación ProAves und der Loro Parque Fundación an der Spitze,
wurden in dieses Projekt über die vergangenen 10 Jahre über 180 Menschen
und 47 Organisationen weltweit miteingebracht. So war auch die Hilfe
und das Engagement vieler verschiedener betroffener Gemeinden ein
fundamentaler Beitrag zum Erfolg in den Forschungsarbeiten, den Erhaltungsund Bildungsaktivitäten. Dank diesen Bemühungen hat nun diese Art eine
vielversprechende Zukunft, denn von anfänglich 81 in 1999 verzeichnen wir
heute stolze 1000 Exemplare.
So hat die Fundación ProAves in
2009 erfolgreich seine Präsenz und
Einfluss in der Gemeinde ausbauen
können und wurde zugleich als
eine der Hauptentitäten, die dem
Umweltschutz
durch
tägliche
Aktivität beiträgt, anerkannt. An
dieser Stelle möchte die Loro Parque
Fundación der Fundación ProAves
für ihren einzigartigen Erfolg und
zum 10-jährigen Bestehen des
Gelbohrsittichprojekts gratulieren.
Es motiviert uns jeden Tag aufs Neue unserem Kompromiss gegenüber dieser
Art, ihrem Lebensraum und der Gemeinde mit umso mehr Verantwortlichkeit
und Hingabe anzugehen, und wir sind uns sicher, dass die kommenden
Generationen uns dafür dankbar sein werden. ProAves ist mit dem
Gelbohrsittichprojekt zum Leben erweckt und kontinuierlich gewachsen. Die
Loro Parque Fundación hat indes mit grossem Vertrauen die Unterstützung
für dieses Projekt beibehalten.
Die Ergebnisse spiegeln sich immer wieder in der sich verändernden
Einstellung der ländlichen Gemeinden in der Region des Gelbohrsittichs, denn
die Leute werden sich immer mehr bewusst wie wichtig es ist ihre Vögel und
Wildtiere zu beschützen, vor allem was den O. Icterotis, seinen Lebensraum
und der Quindio Wachspalme (Ceroxylon quindiuense) anbetrifft. Die Leute
der Kummunen haben eine stärkere Verbindung zur Biodiversität, die sie
umgibt und sind sehr stolz auf sie.
Neues Wappen
Altes Wappen
27
Die Zeitschrift der Loro Parque Fundación
Im November 2006 fand in den Einrichtungen des Sao Paulo Zoos
in Brasilien der erste Workshop für Halter von Spix- und Lear-Aras
statt. Als Kurator der Loro Parque Fundacion (LPF), nahm ich an
dieser zweitägigen Veranstaltung teil. Danach konnte ich für die
LPF, wie schon lange vorher vereinbart, zwei Paare adulte Lear-Aras
(Anodoryhnchus leari) aus dem Zoo Sao Paulo zurück nach Spanien
nehmen. Das brasilianische Chico Mendes Institut für den Schutz der
Biodiversität (ICMBio) zeigte mit der Übergabe dieser beiden Paare in
Zuchtgemeinschaft auch ihr Vertrauen der LPF gegenüber, das auf die
regelmäßigen Zuchterfolge bei den Spix-Aras zurückzuführen ist. Die
Besitzrechte bleiben allerdings bei der brasilianischen Regierung und
die LPF hält die Art lediglich zu Zuchtzwecken.
Europäische Erstzucht des
Lear-Aras und mehr
Die vorgesehenen Tiere wurden nach der Besichtigung aus den Gehegen
gefangen und in die bereitgestellen Transportboxen gesetzt und dann in
einen LKW des Zoos verladen. Zusammen mit Dr. Yara Barros, der
Koordinatorin des Spix- und Lear-Ara-Programms in Menschenobhut,
zwei Zoomitarbeitern sowie einem Begleitfahrzeug mit Sicherheitsleuten
fuhren wir dann zum internationalen Flughafen von Sao Paulo, um dort
meine wertvolle „Fracht“ und mich einzuchecken. Zunächst einmal bis
Madrid, da ich dort, aus einem nicht EU-Land kommend, die Einreise der
Tiere deklarieren muss und dann konnte ich schließlich die Weiterreise
nach Teneriffa antreten. Die Tiere hatten den Transport gut überstanden
und wurden in die Quarantäne der Loro Parque Klinik gesetzt.
Nistboxen hinter künstlichen Felsen
Erwachsener im Eingang zum Nest in der Voliere
Noch während der mehrwöchigen Quarantänezeit hatte ich die
Gelegenheit den Lebensraum des Lear-Aras zu besuchen. Dort schlafen
und brüten die Lear-Aras in rötlich gefärbten Felswänden. Diesen
visuellen Eindruck vor Augen, gab ich meine konkreten Vorschläge an
die Arbeiter des Loro Parque weiter, die uns für die beiden Paare LearAras, Kunstfelsen als Rückwände in die vorgesehenen Volieren bauten.
Je zwei Felsspalten dienen als Eingänge zu dahinter angebrachten
Nistkästen. Die Öffnung der Felseingänge ist etwa 15 cm breit. An
dieser ist jeweils ein Holznistkasten angebracht. In jeder Voliere gab es
zwei unterschiedlich gestaltete Holznistkästen zur Auswahl. Inklusive
der Felswand ist der maximale Weg vom Eingang bis zum hinteren
48-Tage altes A. leari Küken
Adulter Anodorhynchus leari
28
Wir schützen Arten und ihre Lebensräume
Ende des Nistkastens beim linken Eingang etwa 180 cm (der linke
Eigang), beim rechten Eingang etwa 260 cm lang. Zusätzlich haben
wir in die Voliere zwei herkömmliche Holznistkästen aufgehängt, die
wir als „Spielkästen“ bezeichnen.
Beide Paare bezogen erst Anfang März 2007 die beiden neu gestalteten
Volieren. Aus genetischer Sicht gab es Empfehlungen, wie die beiden
Paare optimal zu verpaaren waren. Dies war aber genau die umgekehrte
Zusammenstellung, wie die Tiere nun schon seit einigen Jahren im Sao
Paulo Zoo zusammengesessen und verpaart gewesen waren. Die Tiere
eroberten sehr schnell ihren neuen Lebensraum. In der ersten Woche
beobachtete ich die Tiere in jeder freien Minute sehr intensiv. Keiner
von beiden ging auf den anderen zu und so entschloss ich mich schon
nach einer Woche, die Partner zu tauschen. Gesagt, getan und wie sich
später herausstellen sollte, war das genau die richtige Entscheidung.
Die Tiere waren wieder in ihrer alten Konstellation zusammen und
begrüßeten sich fast überschwenglich. Sehr schnell sah man zwei
eng zusammenhaltende Paare, die gemeinsam in der Voliere auf
Erkundungstour gingen. Die Spielkästen wurden benagt, inspiziert,
besetzt und wieder verlassen, genauso die Felshöhlen an der Rückwand
der Volieren. Sehr schnell zeigte sich bei beiden Paaren ein Präferenz
für die jeweils linke Felshöhle der Rückwand. Die Tiere suchten diese
Höhle bevorzugt während des Tages auf, sie nutzten sie aber auch in
der Nacht als Schlafhöhle, so wie die Lear-Aras auch in der Natur
abends die Felshöhle in den Kliffs aufsuchen, um darin zu nächtigen.
Die beiden Paare wurden in unmittelbarer Nähe untergebracht, nicht
in direkt nebeneinanderliegenden Volieren, sondern eine Voliere
dazwischen wurde mit einem anderen Arapaar besetzt. So konnten sich
die beiden Paare durchaus gut hören, aber nur von weitem sehen.
Paar 1 war das Paar, das sehr schnell nach dem Zusammensetzen richtig
aktiv und brutlustig wurde. Es besetzte die Felshöhle dauerhaft, zeigte
immer wieder Scheinpaarungen, aber auch vermehrt Aggressionen
gegeneinander, die sich in regelrechten Kämpfen äußerten, Sekunden
später aber wieder alles vorbei ist. Völlig unerwartet, ob der kurzen Zeit
des Zusammenseins, wurde am 13. April 2007 das erste Ei gelegt, leider
war es stark beschädigt und konnte deshalb nicht bebrütet werden. Nun
wurde täglich der Nistkasten kontrolliert, um bei Ablage eines zweiten
Eies, dieses sofort zu entnehmen, um es nicht der gleichen Gefahr der
Zerstörung auszusetzen. Erst fünf Tage später, am 18. April wurde das
zweite Ei entdeckt und sofort der Nisthöhle entnommen. Dies war gar
nicht einfach, denn solange die Elterntiere in der Höhle sind, führen
sie sich wie „Bestien“ auf, die alles kurz und klein beißen würden, was
sich ihnen nähert, deshalb sind Kontrollen nur dann möglich, wenn
beide Tiere kurzzeitig die Höhle verlassen haben, meist dann, wenn es
frisches Futter gibt, dann wird mit einer Metallplatte das Eingangsloch
der Nisthöhle verschlossen.
20-Tage altes A. leari Küken
Brut begonnen und das gelegte Ei wurde einfach mit dem des LearAras ausgetauscht. Das Ei der Dunkelroten Aras in den Inkubator zur
künstlichen Bebrütung überführt.
Am Montag, den 14. Mai 2007 war es endlich soweit. Langes
Bangen und Warten hatte ein Ende. Unter den wärmespendenden
Federn seiner Adoptiveltern, schlüpfte erstmals in Europa ein junger
Lear-Ara. Der nur 20 g schwere Jungvogel wurde sofort, wie ein
eigenes Jungtier, von den Ersatzeltern angenommen und wurde
bestens versorgt und gedieh prächtig. Am 20. Lebenstag wurde das
inzwischen 490 g schwere Jungtier geschlossen mit einem 14 mm
Stahlring beringt und erhielt den Namen „Edward“.
Nur 43 Tiere, meist von den Behörden aus dem illegalen Handel
beschlagnahmt, sind Mitte 2007 im offiziellen Zuchtbuch. Die
meisten davon leben in zoologischen Einrichtungen in Brasilien. Die
erste Zucht gelang im Jahr 1984 in den USA (Busch Gardens) und die
zweite im Jahr 2006 im Al Wabra Wildlife Preservation (AWWP) im
Wüstenstaat Katar die zweite Zucht eines Jungvogels bekannt.
Die Eltern füttern ein 13-Tage altes A. leari Küken
Auch das zweite Ei hatte ein kleines Loch in der Kalkschale, welches
aber mit Klebstoff repariert werden konnte, so dass einer normalen
Entwicklung nichts im Wege stand. Als erfahrene Ersatzeltern wurde
ein Dunkelrotes Arapaar (Ara chloroptera) ausgewählt, weil sich
dieses auch schon in der Aufzucht der ebenfalls blauen Hyazintharas
(Anodorhynchus hyacinthinus) als Adoptiveltern bestens bewährt hatte.
Die Ersatzeltern hatten zum gleichen Zeitpunkt gerade mit der eigenen
Kürzlich geborenes A. leari Küken
29
Die Zeitschrift der Loro Parque Fundación
Schon im Alter von zweieinhalb Monaten zeigte sich der junge Lear-Ara
immer wieder am Einflugloch des Nistkastens und erkundete neugierig die
Umgebung, aber erst im Alter von stark drei Monaten flog der Vogel endgültig
aus, kehrte zunächst aber immer wieder, bei der kleinsten Störung zurück in
den Nistkasten.
Während der Jungvogel prächtig bei seinen Adoptiveletern heranwuchs
entschloss sich Paar 1 ein Nachgelege zu produzieren. Am 21. Juni
2007 wurde das erste Ei des zweiten Geleges entdeckt, es war erneut
beschädigt, konnte aber ebenfalls mit Klebstoff repariert werden und wurde
einem weiteren erfahrenen Zuchtpaar Dunkelrote Aras zur Aufzucht unterlegt.
Das zweite Ei des Nachgeleges wurde drei Tage später gefunden. Es war
so stark beschädigt, dass es nicht mehr repariert werden konnte. Daraufhin
wurden jegliche Nestkontrollen total eingestellt. Dem Verhalten nach hatte
das Paar noch ein drittes Ei gelegt, allerdings wussten wir das nicht, stellen
nur fest, dass sich ein Vogel ständig in der Nisthöhle aufhielt. Am 16. Juli,
nach genau 26 Tagen Bebrütungszeit schlüpfte das zweite Lear-Ara-Küken
des Jahres 2007. Auch dieses wurde von seinen Ersatzeltern bestens versorgt
und tadellos großgezogen.
Am 23. Juli stellten wir plötzlich eine totale Verhaltensänderung bei unserem
brütenden Lear-Arapaar fest. Während zurvor bei der zweimal täglichen
Fütterung stets beide Tiere zum Fressen kamen, war plötzlich nur noch das
Männchen am Futtertisch, das Weibchen verließ nun die Nisthöhle nicht mehr
zum Fressen. Das Männchen schlüpfte regelmäßig hinein, um zu füttern.
Unsere Geduld wurde auf eine beispielslose Probe gestellt, denn es gelang
uns erst am 5. August, erstmals wieder den Schieber zu betätigen und beide
Tiere kurzzeitig auszusprerren, um das Ergebnis zu begutachten. Und dies war
überwältigend. Ein von den Elterntieren perfekt aufgezogener und gefütterter
Jungvogel im Alter von 13 Tagen brachte schon 172 g, bei vollem Kropf, auf
die Waage. Und die komplette Aufzucht gelang ohne Probleme perfekt, nur
ganz selten wurde eine Nistkastenkontrolle vorgenommen, um die Alttiere so
wenig wie möglich zu stören und dies zahlte sich aus. Der Kleine war am 27.
Oktober im Alter von 96 Tagen endgültig flügge und verließ den Nistkasten.
Alle drei jungen Lear-Aras blieben noch einige Monate bei ihren Zieheltern,
wurden dann im Januar 2008 endoskopiert (zwei Männchen und ein
Weibchen) und zogen daraufhin gemeinsam in eine Jungvogelvoliere, wo sie
seither gemeinsam fliegen, fressen und sich so als kleine Sozialgruppe gut
miteinander verstehen.
Das Zuchtjahr 2008 begann recht früh für unsere Lear-Aras, allerdings war es
mit zwei Jungen von jeweils beiden Paaren noch erfolgreicher. Dies sind die
allgemeinen Zuchtstatistiken der zwei Jahre:
Tabelle 1. Lear-Ara Eiermaße
Länge cm 4.548
4.400
4.753
4.689
4.500
4.370
4.425
4.545
4.582
4.518
4.274
4.373
4.351
4.572
Breite cm
3.427
3.443
3.709
3.625
3.745
3.712
3.592
3.703
3.778
3.950
3.683
3.728
3.242
3.223 Masse g
29.0
35.3
33.7
33.0
32.1
30.9
34.1
35.0
30.0
30.4
32.1
23.7
25.8
[text Matthias Reinschmidt, statistics David Waugh]
Eilegesaison: März – Juli (siehe Grafik)
Durchschnittliche Eimaße (+/- SD): 4.493+/-0.15 x 3.611+/-0.207
cm (n=14)
Durchschnittliches Eigewicht beim Gelege (+/-SD): 31.2+/-3.45 gr
(n=13)
Insgesamt gelegte Eier: 18
Beschädigte Eier: 10 (55.6%): hauptsächlich Löcher von den Krallen
der Eltern
Befruchtete Eier: 14 (93.3%, nur in 15 Eiern feststellbar)
Insgesamt flügge gewordene Jungen: 7 (38.9% Flüggerate)
Gewicht der Küken nach dem Schlupf (und prozentualer
Gewichtverlust während der Brut): 20 gr (31.0%); 21.7 gr (29.8%)
Durchschnittliche Brutzeit (+/-SD): 27.7+/-1.53 Tage (n=3)
Defensive Adoptiveltern des Ara chloroptera
30
Wir schützen Arten und ihre Lebensräume
Förderer und Sponsoren der Loro Parque Fundación
Loro Parque ist der Hauptsponsor
der Stiftung. Alle Spenden und
Beiträge
unserer
Sponsoren
und
Mitglieder
fließen
zu
100% in unsere Papageien-und
Artenschutzprojekte.
Netzing Solutions AG, Rohersa, Frutas Cruz Santa, Emerencio e hijos S.L., DHE, Bärbel & Klaus Binder, Vogelfreunde Achern e. V.,
Brotogeris Society International, Fandango, Fontasol, Garjor, Global Sistemas Integrales S.L., Lero Minusval S.L., Simone
Armbrüster-Röver, Cavas Catalanas, Cumba, Luis y Guillén Carpinteria Metálica, Malinda Chouinard, Mark Hagen,
Papageienfreunde Nord e.V., Reynolds Polymer, Tilla Ganz, Vogelfreunde Höchstadt e.V.
Ein herzliches Dankeschön an alle
Förderer und Sponsoren!
31
Herunterladen