Tutorium Betriebs- und volkswirtschaftliche Grundlagen Dipl.-Kffr. Arabella Quirmbach WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 1 Unternehmensstrukturen in Deutschland ILIAS – Aufgabe 1: Welche wesentlichen Vor- und Nachteile sehen Sie bei einer Gründung eines Unternehmens in der Rechtsform eines Einzelunternehmens, einer GmbH? • Einzelunternehmen: Vorteile: - einfache formlose Gründung - keine feste Kapitaleinlage vorgeschrieben Nachteile: - hohes Risiko für den Inhaber, da er mit seinem Privatvermögen haftet • GmbH: Vorteile: - Haftung ist auf das Gesellschaftsvermögen begrenzt Nachteile: - Aufgrund der beschränkten Haftung ist die Kreditwürdigkeit gering - Hohe Steuerlast (Körperschafts-, Vermögens- und Einkommenssteuer) - Hohe Stammeinlage WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 2 Unternehmensstrukturen in Deutschland ILIAS – Aufgabe 2: Welche wesentlichen Vor- bzw. Nachteile sehen Sie hinsichtlich der Leitungsbefugnis in einem Unternehmen der Rechtsform: - Einzelunternehmen - Ein-Mann-GmbH ? Bei Einzelunternehmen ist dem Inhaber auch die Leitung unterstellt; d. h. er führt die Belange des Unternehmens. Bei der Ein-Mann-GmbH muss der Gesellschafter nicht zwingend auch der Geschäftsführer sein. Im Einzelunternehmen haftet der Inhaber mit seinem gesamten Kapital (Vollhaftung), wohingegen der Gesellschafter in der GmbH nur mit seiner Einlage (Stammkapital) haftet (Teilhaftung). WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 3 Unternehmensstrukturen in Deutschland ILIAS – Aufgabe 3: Worin unterscheiden sich ein Kartell und ein Konzern? Ein Kartell ist ein Unternehmenszusammenschluss, dessen Ziel es ist den Markt zu beeinflussen. Dies geschieht durch Beschränkungen des Wettbewerbs. Kartelle sind grundsätzlich nach dem Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) verboten. Kartelle lassen sich nach dem Gegenstand des Zusammenschlusses unterscheiden (z. B. Preiskartelle -> Höchst- oder Mindestpreisvereinbarungen). Vor einem solchen Unternehmenszusammenschluss wird die Wettbewerbsbeschränkung von der Kartellbehörde gemäß GWB geprüft. Ein Konzern hingegen ist eine Zusammenfassung rechtlich selbständiger Unternehmen zu einer wirtschaftlichen Einheit, die unter einer einheitlichen Leitung steht. Dabei ist zwischen Unterordnungskonzern und Gleichordnungskonzern, gemäß AktG, zu unterscheiden. Der Unterordnungskonzern tritt in der Praxis häufiger auf und liegt vor, wenn es ein herrschendes Unternehmen (-> Mutterunternehmen) und untergeordnete, abhängige Unternehmen (-> Tochterunternehmen) gibt. Dabei kann das Mutterunternehmen ein Holding sein, d. h. Die „Dachgesellschaft“, die zum einen als Finanzholding auftritt und somit Beteiligungen an den Tochtergesellschaften hält und deren Finanzplanung übernimmt oder zum anderen als Managementholding. Dabei ist die Muttergesellschaft für die Strategische Planung des Gesamtunternehmens verantwortlich. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 4 Unternehmensstrukturen in Deutschland ILIAS – Aufgabe 4: Beschreiben Sie den Aufbau einer GmbH & Co. KG sowie deren wichtigste Vor- und Nachteile. Die GmbH & Co. KG ist eine Mischform verschiedener Rechtsformen, nämlich der Kommanditgesellschaft als Personengesellschaft und der GmbH als Kapitalgesellschaft. Rechtsgrundlagen sind die Bestimmungen über die Kommanditgesellschaft im Handelsgesetzbuch (HGB) und das GmbH-Gesetz. Einer der Vorteile einer GmbH & Co. KG ist die günstigere Besteuerung gegenüber einer GmbH. Ein weiterer Vorteil dieser Rechtsform ist, dass die Zielsetzung der Personengesellschaft, d. h. die persönliche unbeschränkte Haftung außer Kraft gesetzt wird, da bei einer GmbH nur in der Höhe des Stammkapitals (25.000 €) haftet. Dies liegt daran, dass bei einer Personengesellschaft auch juristische Personen als Gesellschafter beteiligt sein können. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 5 Unternehmensstrukturen in Deutschland ILIAS – Aufgabe 5: Charakterisieren Sie die Unterschiede bei den Finanzierungsmöglichkeiten eines Einzelunternehmens und einer Ein-Mann-GmbH. Ein Einzelunternehmen hat wenige Finanzierungsmöglichkeiten. Seine Hauptquelle ist seine Einlage. Zusätzlich hat das Einzelunternehmen die Möglichkeit der Fremdfinanzierung durch eine Kreditfinanzierung durch Banken. Hierbei wird die Kreditfinanzierung durch die Personalsicherheiten und das Vermögen des Inhabers begrenzt. Die Ein-Mann-GmbH finanziert sich überwiegend selbst, wobei sie immer die Option der Nachschüsse hat. Außerdem kann sie sich durch neue Gesellschafter finanzieren, die im Normalfall zu dem Stammkapital dazu zahlen. Es gibt aber auch die Möglichkeit der Kreditfinanzierung. Die Kreditbasis richtet sich nach der Bonität des Gesellschafters. Diese ist allerdings im Vergleich zu einer OHG niedriger. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 6 Ökonomische Rationalprinzipien Eine Formel aus der Physik: Die Leistung P ist der Quotient aus verrichteter Arbeit ∆W und der dazu benötigten Zeit ∆t . ∆W P= ∆t Je nachdem, welche Einflussgröße konstant gehalten wird, verhält man sich nach dem Maximumprinzip (Nenner gegeben) oder nach dem Minimumprinzip (Zähler gegeben). WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 7 Ökonomische Größenbegriffe Unterscheidung nach dem Zeitbezug • • • • • • • • • • • • • • Kosten Wasserverbrauch Bestand an Rohstoffen Verbrauch an Rohstoffen Abgesetzte Menge Warenbestand Maschineneinsatz Bankguthaben Umsatz Eigenkapital Einkommen Bevölkerungszahl Sterbefälle BIP WS 2009/2010 • • • • • • • • • • • • • • Stromgröße (€/a) Stromgröße (l/Monat) Bestandsgröße (Stk. am 31.12.01) Stromgröße (t/Quartal) Stromgröße (Stk./KW) Bestandsgröße (ME am 30.06.02) Stromgröße (h/Monat) Bestandsgröße (GE am 01.01.02) Stromgröße (€/a) Bestandsgröße ($ am 31.03.01) Stromgröße (€/Monat) Bestandsgröße (Menschen am 01.01.01) Stromgröße (Menschen pro Jahr) Stromgröße (GE/a) Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 8 Ökonomische Rationalziele Effektivität und Effizienz Wenn Sie eine Klausur mit „ausreichend“ bestehen, waren Sie dann effektiv? • Dann, wenn Ihr Ziel allein das Bestehen der Klausur war, waren Sie sehr effektiv… • Wollten Sie hingegen eine „Eins“ schreiben, waren Sie nicht effektiv, denn Sie haben Ihr Ziel nur zu einem geringen Grad erfüllt. Waren Sie auch effizient? • Das hängt davon ab, wie viel Aufwand (meist in ZE) Sie in die Vorbereitung investiert haben. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 9 Elastizitäten Überblick BEVOWI - Skript Folie 30: Allgemeine Formel: Oder auch: WS 2009/2010 Wirkung nachher – Wirkung vorher Wirkung vorher E= Ursachenachher – Ursachevorher Ursachevorher Wirkung in % E= Ursache in % E X ,Y ∆X = X ⋅100 ∆Y Y Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 10 Elastizitäten Überblick In den Wirtschaftwissenschaften werden eine Reihe von Elastizitäten betrachtet: • • • • Kostenelastizität EK (Reagibilitätsgrad, Kostenreagibilität) Nachfrageelastizität EN Angebotselastizität EA Kreuzpreiselastizität EKP WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 11 Elastizität Aufgabe Kostenelastizität : Die Produktion von Zahnbürsten wird von 100 Stk. auf 110 Stk. erhöht. Dadurch steigen die Kosten von 100 GE auf 105 GE. • Berechnen Sie die entsprechende Elastizität. • Welche Aussage lässt sich über den Verlauf der Kostenfunktion treffen? WS 2009/2010 105 − 100 E K = 100 = 0,5 110 − 100 100 • 0 < EK < 1 degressive Kosten • degressiv (unterproportional): Die Kosten nehmen bei steigender Bezugsgrößenmenge langsamer zu. Die Stückkosten verringern sich somit bei zunehmender Ausbringungsmenge (z. B. aufgrund von Nachlässen, die bei hoher Mengenabnahme gewährt werden). Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 12 Elastizität Aufgabe Nachfrageelastizität: (Quelle: J. Altmann, Volkswirtschaftlehre, 7. Aufl.) Der Fußballverein Adorf verlangt aus Anlass eines Schlagerspiels einen höheren Eintrittspreis pro Karte (20 GE anstatt 15 GE). Dies führt dazu, dass das Stadion zwar nicht ganz voll wird, aber die Einnahmen trotzdem deutlich höher sind als bei sonstigen Spielen. Der Fußballverein Bedorf erhöht bei einem Routinespiel ebenfalls seine Kartenpreise von 15 GE auf 20 GE. In der Folge bleiben viele Zuschauer Zuhause. Die Einnahmen sind deutlich geringer als gewohnt. Die Nachfrage stellt sich wie folgt dar: A B Preis in GE Karten Einnahmen Karten Einnahmen 15 6.000 90.000 6.000 90.000 20 5.000 100.000 3.000 60.000 • Berechnen Sie die Elastizitäten ENA und ENB für Adorf und für Bedorf. • Wie lassen sich die Elastizitäten charakterisieren? WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 13 Elastizität Lösung Nachfrageelastizität: −1.000 − 16,7 ENA = 6.000 = = −0,5 +5 33 15 − 3.000 − 50 ENB = 6.000 = = −1,5 +5 33 15 Interpretation: • Die Preissteigerung beträgt in beiden Fällen 33 %. Im Fall Adorf geht die Nachfrage nur um -16,7 % zurück, im Fall Bedorf jedoch um -50 %. • |ENA | < 1, d.h. die Nachfrage reagiert unelastisch. • |ENb | > 1, d.h. die Nachfrage reagiert elastisch. • In beiden Fällen reagieren die Zuschauer (allg. Konsumenten) „normal“. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 14 Elastizität Aufgabe 1 Angebotselastizität: In Ihrer (Klein-)Stadt hat sich ein Industrieunternehmen angesiedelt, das 300 neue Arbeitsplätze anbietet. Kurze Zeit darauf suchen 200 Familien mit zwei Kindern eine 4-Zimmer-Wohnung in Ihrer Stadt. In der Folge steigt der Mietpreis von vorher 5 €/qm auf nun 9 €/qm an. Einige Immobilienbesitzer können durch kurzfristige Umbaumaßnahmen neue 4-Zimmer-Wohnungen anbieten, so dass das Angebot an solchen Wohnungen von 100 auf 120 Stück steigt. • • Berechnen Sie die Elastizität des Angebots EA. Handelt es sich um ein elastisches Angebot? WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 15 Elastizität Lösung 1 Angebotselastizität: + 20 E A = 100 = +0,25 +4 5 • Eine Mietpreissteigerung um 80 % bewirkt (kurzfristig) eine Zunahme des Wohnungsangebots von lediglich 20 %. • |ENA | < 1, d.h. das Angebot reagiert (kurzfristig) unelastisch. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 16 Elastizität Aufgabe 2 Angebotselastizität: Nehmen Sie nun an, zwei Jahre später seien noch weitere 80 4-Zimmer-Wohnungen gebaut worden, so dass nun Wohnraum für alle zuzugswilligen Familien zur Verfügung steht. Am Mietpreis habe sich nichts geändert. • • Berechnen Sie erneut die Elastizität des Angebots. Wie lässt sich die Angebotselastizität jetzt charakterisieren? WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 17 Elastizität Lösung 2 Angebotselastizität: + 100 E A = 100 = +1,25 +4 5 • Über den längeren Zeitraum betrachtet bewirkt die gleiche Mietpreissteigerung (80 %) eine Zunahme des Wohnungsangebots von nun 100 %. • |EA | > 1, d.h. das Angebot reagiert (langfristig) elastisch. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 18 Elastizität Aufgabe Kreuzpreiselastizität: DIE klassischen Beispiele: 1. 2. • • • Der Preis für Butter erhöht sich um 20 %. Daraufhin steigt die Nachfrage nach Margarine um 15 %. Der Preis für Benzin steigt um 14 %. In der Folge werden 8 % weniger Autos abgesetzt. Berechnen Sie für beide Fälle die Kreuzpreiselastizität. Wie sind die Vorzeichen? Was lässt sich daraus ablesen? WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 19 Elastizität Lösung Kreuzpreiselastizität: 1. 2. EKP + 15% = +0,75 = + 20% EKP − 8% = = −0,57 + 14% Während es bei direkten Preiselastizitäten im Normalfall egal ist, ob man mit positiven oder negativen Elastizitäten rechnet, kann man bei Kreuzpreiselastizitäten am Vorzeichen ablesen, ob es sich um substitutive oder um komplementäre Güter handelt. → positive Werte = substitutive Güter → negative Werte = komplementäre Güter → Wert von Null = unabhängige Güter WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 20 Elastizität Aufgabe 1 Einkommenselastizität: Bisher hatten Sie ein Monatsnettoeinkommen von 500 €. Sie sind leidenschaftlicher Kinogänger und konnten sich bis heute lediglich einen Kinobesuch pro Monat leisten, wofür Sie 30 €/Monat ausgegeben haben. Nun sind Sie die Karriereleiter hinaufgestiegen und erhalten ein monatliches Nettoeinkommen von 800 €. Davon leisten Sie sich jetzt drei Kinobesuche im Monat und geben dafür 90 €/Monat aus. • • Berechnen Sie die Einkommenselastizität der Nachfrage EY. Handelt es sich bei den Kinobesuchen für Sie um ein inferiores oder um ein superiores Gut? WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 21 Elastizität Lösung 1 Einkommenselastizität: 60 EY = 30 = 3, 3 300 500 • EY > 1 • Für Sie stellt das Gut Kinobesuch ein superiores Gut (Luxusgut) dar. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 22 Elastizität Aufgabe 2 Einkommenselastizität: Zwei Jahre später wechseln Sie die Arbeitsstelle, weil Sie dort 1.400 €/Monat verdienen. Da Sie immer noch sehr gerne ins Kino gehen, geben Sie nun 120 €/Monat für Kinobesuche aus. • • Berechnen Sie nochmals die Einkommenselastizität der Nachfrage EY. Handelt es sich bei den Kinobesuchen für Sie um ein inferiores oder um ein superiores Gut? WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 23 Elastizität Lösung 2 Einkommenselastizität: 30 EY = 90 = 0, 4 600 800 • • WS 2009/2010 0 < EY < 1 Die Kinogänge sind in diesem Beispiel ein relativ inferiores Gut, da der prozentuale Anstieg der Ausgaben für Kinogänge geringer (33 %) ausgefallen ist als der prozentuale Anstieg des Einkommens (75 %). Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 24 Elastizität Aufgabe 3 Einkommenselastizität: Ein letztes Beispiel: Wiederum fünf Jahre später verdienen Sie nunmehr 2.500 €/Monat (netto). Da Sie es sich jetzt leisten können, gehen Sie nun lieber ins Theater und nur noch sporadisch ins Kino. Ihre monatlichen Ausgaben für Kinobesuche sinken daher auf 30 €/Monat. • • Berechnen Sie letztmals die Einkommenselastizität der Nachfrage EY. Wie lässt sich das Gut Kinobesuche nun klassifizieren? WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 25 Elastizität Lösung Einkommenselastizität − 90 EY = 120 = −0,95 1100 1400 • EY < 0 • Kinobesuche sind für Sie zu einem absolut inferioren Gut geworden. • Ob ein Gut superior oder inferior ist, hängt nicht vom Gut sondern vom untersuchten Einkommensniveau ab. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 26 Elastizität ILIAS – Aufgabe 1: Sie haben festgestellt, dass bei einem Stückpreis p1 von p1 = 15,00 €/Stk x1 = 5.000 Stk Ihres Produktes verkauft werden können. Eine Preiserhöhung auf p2 = 16,40 €/Stk führt dazu, dass Sie jetzt x2 = 4.800 Stk Ihres Produktes absetzen können. • Um welche Form der Elastizität handelt es sich und wie würden Sie sie beschreiben? • Wie verändern sich in dieser Situation bei einer weiteren Preiserhöhung auf p3 = 17,00 €/Stk der mengenmäßige Absatz und der wertmäßige Umsatz? WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 27 Elastizität ILIAS – Lösung 1: Die Nachfrageelastizität EN ist unelastisch. EN = -1 * ((X2 – X1) / X1) / ((p2 – p1) / p1) EN = -1 * ((4800-5000)/5000) / ((16,40-15)/15) = 0,429 x3 = -1 * EN * ((p3 – p1) / p1) * x1 – x1 x3 = -0,429 * ((17 €/Stk – 15 €/Stk) / 15 €/Stk) * 5000 Stk – 5000 Stk = 4714 Stk U3= x3 * p3 = 4714 Stk * 17 €/Stk = 80138 € Bei einem Preis p3 von 17 €/Stk würde der mengenmäßige Absatz auf x3 = 4714 Stk sinken. Der Umsatz U3 würde 80138 € betragen. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 28 Elastizität ILIAS – Aufgabe 2: Bitte zeigen Sie, wie sich bei einer Preissenkung nachgefragte Menge und Umsatz verhalten, wenn sich die Nachfrage - elastisch - unelastisch verhält. ILIAS – Lösung 2: Wenn sich die Nachfrage vollkommen unelastisch verhält, ändert sich der Wert der nachgefragten Menge nicht. Allerdings würde der Umsatz in diesem Fall sinken. Wenn sich die Nachfrage elastisch verhält, wird die nachgefragte Menge steigen. Gleichzeitig würde auch der Umsatz steigen. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 29 Elastizität Exkurs • Machen Sie sich anhand der Nachfragefunktion x= f (p) = 8 – p klar, dass eine Nachfragefunktion einen elastischen und einen unelastischen Bereich hat. • Gehen Sie dabei so vor, dass Sie zu jedem (ganzzahligen) Preis die nachgefragte Menge ermitteln. Berechnen Sie dann die entsprechenden Elastizitäten bei einer sukzessiven Preiserhöhung (von 1 auf 2, von 2 auf 3 usw.). • Was stellen Sie fest? • Berechnen Sie nun auch den Umsatz (Preis · Menge) bei den alternativen Preisen. • Was stellen Sie fest? WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 30 Elastizität Exkurs Preis / Umsatz / Elastizität 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 0 Nachfrage Umsatz Elastizität 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Nachfragemenge WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 31 Limitationale Produktionsfunktionen Beispiel: Um Material auf ein Hochhaus zu befördern, benötigt man einen Kran sowie zwei Mitarbeiter (einen Kranführer sowie einen Helfer, der am Boden die Lasten befestigt). Die Arbeiten gehen nicht schneller voran, d.h. die Produktion wird nicht erhöht, wenn der „Boss“ einen zweiten Kran herbeischafft. Will er die Produktion verdoppeln, muss er zusätzlich auch einen weiteren Kranführer und einen zweiten Helfer auf die Baustelle schicken. ⇒ Man sagt: Die Inputfaktoren „Kranführer“ und „Helfer“ limitieren die Produktion. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 32 Limitationale Produktionsfunktionen Graphische Darstellung - Faktoreinsatzverhältnis Quelle: http://de.wikipedia.org WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 33 Limitationale Produktionsfunktionen Graphische Darstellung – partielle Faktorvariation Quelle: http://de.wikipedia.org WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 34 Limitationale Produktionsfunktionen Formal: Inputfaktor 1 Inputfaktor 2 Inputfaktor m Output ( x ) = min ; ; ...; Inputkoeff izient 1 Inputkoeff izient 2 Inputkoeff izient m Beispiel: Für einen Kuchen braucht man 2 Eier, 100 g Mehl und 0,1 Liter Milch. Wir haben 4 Eier, 300 g Mehl und 0,3 Liter Milch. 4 300 0,3 x = min ; ; =2 2 100 0,1 Es können also 2 Kuchen produziert (gebacken) werden. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 35 Limitationale Produktionsfunktionen Aufgabe: Zur Produktion von einer Mengeneinheit von Produkt A werden 6 ME von r1, 10 ME von r2 und 5 ME von r3 benötigt. Insgesamt stehen von r1 42 ME, von r2 85 ME und von r3 46 ME zur Verfügung. Wie viele ME von A lassen sich herstellen? WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 36 Limitationale Produktionsfunktionen Lösung: r1 r2 r3 42 85 46 x = min ; ; = min ; ; = { 7; 8,5 ; 9,2} 6 10 5 a1 a2 a3 Es können also maximal 7 ME von A produziert werden. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 37 Limitationale Produktionsfunktionen Zur Herstellung eines Produktes (gemessen in ME) aus den Produktionsfaktoren A und B (gemessen in FEA und FEB) stehen einem Unternehmen zwei miteinander kombinierbare limitationale Produktionsprozesse wie folgt zur Verfügung: Produktionsfaktor A Produktionsfaktor B Produktionsprozess I 2 [FEA/ME] 4[FEB/ME] Produktionsprozess II 4 [FEA/ME] 3 [FEB/ME] Von den Produktionsfaktoren A und B stehen dem Unternehmen im Planungszeitraum maximal 110 FEA bzw. 160 FEB zur Verfügung. Wie viele Einheiten des Produktes können maximal hergestellt werden? Wie viele Einheiten des Produktes werden dabei mit Produktionsprozess I bzw. II hergestellt? WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 38 Limitationale Produktionsfunktionen Bei alleiniger Verwendung des Produktionsprozesses I können maximal hergestellt werden: 110 160 x1 = min ; = min{55;40} = 40 ME 4 2 Bei alleiniger Verwendung des Produktionsprozesses II können hergestellt werden: 110 160 x1 = min ; = min{27,5;53,3} = 27 ME 3 4 WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 39 Limitationale Produktionsfunktionen Da beide Produktionsprozesse auch miteinander kombiniert werden können, kann ein Gleichungssystem aufgestellt werden. 110 = 2x1 + 4x2 160 = 4x1 + 3x2 ↔ 60 = 5 x2 ↔ x2 = 12 → x1 = 31 Mit Produktionsprozess I werden also 31, mit Produktionsprozess II werden 12, d.h. insgesamt werden 43 Einheiten hergestellt. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 40 Substitutionale Produktionsfunktionen Bei gleicher Produktionsmenge kann eine erhöhte Einsatzmenge eines Faktors die Minderung der Einsatzmenge eines anderen Faktors ausgleichen. Anders formuliert: Die Produktionsmenge kann durch Veränderung der Einsatzmenge eines Faktors verändert werden. Beispiel: WS 2009/2010 Teeren eines Straßenstücks von 200 m Länge mit 4 Arbeitern und zwei Teermaschinen oder 20 Arbeitern und 1 Teermaschine. Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 41 Substitutionale Produktionsfunktionen Graphische Darstellung - Faktoreinsatzverhältnis partielle Substitution totale Substitution Quelle: http://www.it-infothek.de/fhtw/semester_9/bwl_produktion_03.html WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 42 Substitutionale Produktionsfunktionen Formal: Output ( x ) = f (r1 , r2 ... rn ) Beispiel: Die Produktionsfunktion laute x = r10,5r20,5. → Wenn 5 Einheiten r1 und 20 Einheiten r2 eingesetzt werden, können 10 x hergestellt werden. Handelt es sich um totale oder um partielle Substitution? WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 43 Substitutionale Produktionsfunktionen Finden Sie weitere Faktorkombinationen für die gleiche Produktionsfunktion (x = r10,5r20,5), die den gleichen Output (10 x) liefern. r1 120 100 80 60 x = 10 40 20 0 0 WS 2009/2010 2 4 6 8 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 10 12 r2 44 Turgotsches „Ertragsgesetz“ Quelle: http://de.wikipedia.org • Erläutern Sie die einzelnen Phasen der ertragsgesetzlichen Produktionsfunktion! • Wie hängen Produktion (Ertrag), Durchschnittsprodukt (Produktivität) und Grenzerträge zusammen? WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 45 Turgotsches „Ertragsgesetz“ Quelle: http://www.mikrooekonomie.de In dieser Abbildung wird der S-förmige Verlauf der Kurve sehr deutlich. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 46 Kostenfunktionen ILIAS - Aufgabe 1 Definieren Sie bitte die Begriffe - Grenzkosten, - Gesamtkosten, - Durchschnittskosten Wie hängen diese Größen mathematisch zusammen und welche Maßeinheiten werden verwendet? WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 47 Kostenfunktionen ILIAS – Lösung 1 Gesamtkosten: Der in Geldeinheiten [€] bewertete Verbrauch an Produktionsfaktoren. Die Gesamtkosten K lassen sich als Funktion von der produzierten Stückzahl X, also K = f (X), darstellen. Durchschnittskosten: Unter den Durchschnittskosten k versteht man im Gegensatz zu den Gesamtkosten K (X) allgemein die Kosten je Stück eines Gutes. Sie sind definiert als k = K(X) / X. Die Einheit der Durchschnittskosten ist [€/Stk]. Grenzkosten: Die Grenzkosten ergeben sich aus der ersten Ableitung der betriebwirtschaftlichen Kostenfunktion K(X). Sie geben an, wie sich die Kosten ändern, wenn die Produktion eines Gutes um eine (im Allgemeinen unendlich kleine) Einheit erhöht wird. Gemessen werden die Grenzkosten in [€/Stk]. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 48 Kostenfunktionen Absolut fixe Kosten Gesamtkosten Gesamtkosten [K] K (X) Ausbringungsmenge [X] WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 49 Kostenfunktionen Absolut fixe Kosten Stückkosten Stückkosten [k] k (X) Ausbringungsmenge [X] WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 50 Kostenfunktionen Absolut fixe Kosten Grenzkosten K‘ (X) ? K‘ Bsp.: Kostenfunktion: K(X) = 5.000 1. Ableitung: K‘ (X) = 0 X Kostenelastizität EK ? Bsp.: Wirk .nach. − Wirk .vor . Wirk .vor . Urs.nach. −Urs.vor . Urs.vor . WS 2009/2010 = 5.000 − 5.000 5.000 =0 20 − 10 10 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 51 Kostenfunktionen Sprungfixe Kosten (auch intervallfixe Kosten) Quelle: Steger, Kosten- und Leistungsrechnung WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 52 Kostenfunktionen proportionale Kosten Gesamtkosten Gesamtkosten [K] K (X) Ausbringungsmenge [X] WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 53 Kostenfunktionen proportionale Kosten Stück- und Grenzkosten Stückkosten [k] Grenzkosten [K‘] K‘ (X) = k (X) Ausbringungsmenge [X] WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 54 Kostenfunktionen proportionale Kosten Warum ist EK = 1 ? Kostenelastizität = relative Kostenänderung / relative Beschäftigungsänderung WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 55 Kostenfunktionen Progressive Kosten K k K‘ < X X X Anmerkung: im Allgemeinen kein linearer Verlauf WS 2009/2010 A n m Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach e r 56 Kostenfunktionen Degressive Kosten k K K‘ > X WS 2009/2010 X Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach X 57 Kostenfunktionen Regressive Kosten K k X WS 2009/2010 K‘ X X Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 58 Kostenfunktionen ILIAS - Aufgabe 2 Bitte begründen Sie warum das Betriebsoptimum (BOP) genau dort liegt, wo Grenz- und Durchschnittskosten gleich groß sind. ILIAS - Lösung 2 Das Betriebsoptimum (BOP) liegt deshalb dort, wo Grenz- und Durchschnittskosten gleich groß sind, da genau in diesem Punkt der Gewinn für das Unternehmen maximiert werden kann. Das Betriebsoptimum liegt bei der Ausbringungsmenge, bei der die Stückkosten ihr Minimum erreichen. Dieses Betriebsoptimum kann, muss aber nicht gleich dem Gewinnmaximum sein WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 59 Nutzenfunktionen ILIAS - Aufgabe 1 Es wird angenommen, man könne das Wohlbefinden von Menschen in Nutzeneinheiten N messen. Der Maßstab sei dabei wie folgt festgelegt: Wenn man um einen Euro reicher wird, steigt der Nutzen um eine Nutzeneinheit N. Wenn man 10 Euro verliert, sinkt der Nutzen um 10 Nutzeneinheiten N usw. Die Befragung eines Probanden, wie sich sein in Nutzeneinheiten gemessener Nutzen an einem bestimmten Abend in Abhängigkeit des Bierkonsums gestaltet, wird in folgender Tabelle veranschaulicht: WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 60 Nutzenfunktionen ILIAS - Aufgabe 1 Die Antworten des Probanden lassen sich bis auf geringe Abweichungen durch die Nutzenfunktion NB = 3B − 0,25B2 abbilden. Ermitteln Sie anhand der Nutzenfunktion NB die Menge Bier B*, die den Nutzen (das „Wohlbefinden“) des Probanden maximiert. Untermauern Sie Ihr Ergebnis anhand der in der Tabelle angegebenen Aussagen des Probanden zu den Nutzeneinheiten. Erläutern Sie, durch welche volkswirtschaftliche Annahme das in der obenstehenden Tabelle dargestellte Verhalten des Probanden beschrieben wird. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 61 Nutzenfunktionen ILIAS – Lösung 1 Die Veränderung des Nutzens durch eine weitere konsumierte Einheit heißt Grenznutzen. Für den in der Tabelle sich aus der Befragung ergebende Grenznutzen – um wie viel steigt der Nutzen mit einem weiteren Bier? – ergibt sich durch die erste Ableitung der Nutzenfunktion: NB’ = 3 − 0,5B. Die Werte der ersten Ableitung der Nutzenfunktion stimmen nur ungefähr mit den Nutzenzuwachswerten aus den Befragungsergebnissen überein, aber es reicht doch aus, um zu erkennen, dass die Steigung der Nutzenfunktion den Grenznutzen anzeigt. Solange die Steigung positiv ist, dehnt der Proband den Bierkonsum aus und erreicht den maximalen Nutzen, wenn die Steigung der Nutzenfunktion gleich Null ist. Das ist notwendige Bedingung für ein Maximum der Nutzenfunktion, d. h. der Grenznutzen muss gleich Null sein: 0 = 3 − 0,5B für B* = 6. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 62 Nutzenfunktionen ILIAS – Lösung 1 Der deutsche Ökonom Hermann Heinrich Gossen hat versucht, empirisch zu erklären, wie sich der Nutzen aus dem Konsum in Abhängigkeit von der konsumierten Menge verhält. Er hat dabei festgestellt, dass der Nutzenzuwachs jeweils bei der ersten konsumierten Einheit am größten ist und danach beständig abnimmt (das erste Bier schmeckt am besten usw.), bis er schließlich 0 wird und danach sogar negative Werte annimmt. In diesem Beispiel hat der Proband mit 6 Bieren genug, es tritt eine Sättigung ein. Es gibt für jeden Verbraucher bei jedem Gut eine konsumierte Menge, ab der sich der Nutzen nicht mehr erhöht. Diese Menge nennt man Sättigungsmenge – eine größere Menge zu konsumieren ist sinnlos. Aber auch bis zur Sättigung wird kaum ein Verbraucher seinen Konsum treiben. Dies liegt daran, dass die Güter ja nicht kostenfrei zur Verfügung stehen, sondern einen Preis haben. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 63 Nutzenfunktionen ILIAS – Erweiterung von Aufgabe 1 Der bisher untersuchte Fall des kostenlosen Trinkens (bspw. bei Freibier) wird erweitert um die Annahme, dass jetzt jedes Bier 2 Euro kostet. Der Gesamtnutzen Nges wird dabei durch die Addition des Biernutzen NB und des Geldnutzen NG dargestellt: Nges = NB + NG. Wie hoch ist unter Berücksichtigung des Bierpreises die nutzenmaximierende Menge B*? Wie bezeichnet man den Zusammenhang zwischen nutzenmaximierender Biernachfrage und dem Bierpreis? Skizzieren Sie schematisch diesen Sachverhalt. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 64 Nutzenfunktionen ILIAS – Lösung Erweiterung 1 Unter Berücksichtigung des Bierpreises ergibt sich: Nges = NB + NG = (3B − 0,25B2) − 2B Nges’ = 3 − 0,5B − 2 = 0 für B* = 2. Das Ergebnis verändert sich. Trinkt der Proband kostenlos, liegt die nutzenmaximierende Menge bei 6 Bier, während er unter Berücksichtigung des Preises, den er zahlen muss, nur noch 2 Bier trinkt. Der Zusammenhang zwischen der nutzenmaximierenden Biernachfrage und dem Bierpreis ist die Nachfragefunktion des Probanden nach Bier, d. h. erhöht sich der Marktpreis, geht die konsumierte Menge zurück und umgekehrt. Daher wird die Grenznutzenfunktion auch als individuelle Nutzenfunktion eines Haushaltes in der Nachfrage nach einem Gut bezeichnet. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 65 Angebots- und Nachfragefunktionen ILIAS – Aufgabe 1 Begründen Sie, warum im Normalfall in einem Preis-Mengen-Diagramm • die Nachfragekurve von links oben nach rechts unten, • die Angebotskurve von links unten nach rechts oben verlaufen. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 66 Angebots- und Nachfragefunktionen ILIAS – Lösung 1 Die Nachfragekurve verläuft typischerweise von links oben nach rechts unten, da ich als Konsument in der Regel bei einem hohen Preis weniger kaufen möchte, d. h. die nachgefragte Menge ist kleiner. Die Angebotskurve verläuft deshalb von links unten nach rechts oben, weil ich als Anbieter natürlich einen hohen Preis für mein Produkt bezahlt haben möchte, wenn die Nachfrage entsprechend hoch ist. Angebot und Nachfrage regeln den Preis - eine hohe Nachfrage bedeutet einen hohen Preis. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 67 Angebots- und Nachfragefunktionen ILIAS – Aufgabe 2 Am 22.08.2004 raubten zwei bewaffnete Räuber dem Munch-Museum in Oslo die beiden weltberühmten Bilder „Der Schrei“ und die „Madonna“ von Edvard Munch. In einem Bericht über den Raub begründete die FAZ am Tag darauf die Erwartung, dass eine Lösegeldforderung ( „art napping“) erwartet werde, wie folgt: Die Bilder – ihr Wert wird auf 60 Mio. Euro geschätzt – sind unverkäuflich. Wie beurteilen Sie den Satz aus ökonomischer Sicht? WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 68 Angebots- und Nachfragefunktionen ILIAS – Lösung 2 Dieser Satz macht aus ökonomischer Sicht keinen Sinn. Da das Bild als unverkäuflich deklariert wird, besteht kein Angebot. Das bedeutet, Angebot und Nachfrage können hier in diesem Fall keinen Preis bestimmen. Dadurch ist es egal, wie viel Geld ein Nachfrager bieten würde um die Bilder zu erhalten. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 69 Angebots- und Nachfragefunktionen ILIAS – Aufgabe 3 Auf welche Effekte setzten Elektromärkte, die vertragsgebundene Handys für 1,00 €/Stk anbieten? WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 70 Angebots- und Nachfragefunktionen ILIAS – Lösung 3 Elektromärkte setzen darauf, dass durch den niedrigen Preis viele Einheiten abgesetzt werden können und der Umsatz durch hohe Verkaufszahlen steigt. Es wird bewusst vermieden hohe Preise zu nutzen, da so nicht jeder die Möglichkeit hätte sich ein Handy zu erwerben. Bei einem niedrigeren Preis wird ein größere Zielgruppe angesprochen. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 71 Angebots- und Nachfragefunktionen ILIAS – Aufgabe 4 Bitte begründen Sie aus ökonomischer Sicht die Erkenntnis „Erlaube die Vielehe und du machst die Frauen knapp und damit wertvoll“. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 72 Angebots- und Nachfragefunktionen ILIAS – Lösung 4 Wenn die Vielehe erlaubt wäre, könnten wenige Männer viele Frauen „haben". Dadurch würden für die verbleibenden Männer wenige Frauen übrig bleiben, d. h. es gäbe eine große Nachfrage und nur ein knappes, begrenztes Angebot. Da Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen bzw. regeln würde der „Marktwert“ der Frauen steigen und sie somit wertvoll werden. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 73 Angebots- und Nachfragefunktionen ILIAS – Aufgabe 5 Unter welcher Voraussetzung steigt bei einer Preiserhöhung zwar der wertmäßige Umsatz, nimmt aber der mengenmäßige Umsatz ab? Erläutern Sie ihre Antwort. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 74 Angebots- und Nachfragefunktionen ILIAS – Lösung 5 Die Voraussetzung dafür ist, dass ich mich als Anbieter in einem Angebotsoligopol befinde. Würde mein Unternehmen Angebotsmonopolist sein, würde sich die abgesetzte Menge bei einer Preiserhöhung nicht verändern (unelastische Nachfrage). In einem Angebotspolypol - wo es viele Anbieter gibt - muss mein Unternehmen den Preis der Konkurrenten angleichen, da sonst ein Verlust der Nachfrager drohen würde. Dieser Verlust würde dazu führen, dass der mengenmäßige Absatz abnimmt. Dadurch würden natürlich auch meine wertmäßigen Umsätze sinken – Folge dessen, wäre die Unfähigkeit des Unternehmens die (Fix-) Kosten zahlen zu können. In einem Angebotsoligopol könnte der wertmäßige Umsatz bei einer Preiserhöhung steigen, trotzdem der mengenmäßige Umsatz sinkt (elastische Nachfrage). WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 75 Angebots- und Nachfragefunktionen ILIAS – Aufgabe 6 Warum können Angebot und Nachfrage bei öffentlichen Gütern nicht über den Marktmechanismus geregelt werden? WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 76 Angebots- und Nachfragefunktionen ILIAS – Lösung 6 Öffentliche Güter können nicht über den Marktmechanismus geregelt werden, da sie nicht durch direktes/unmittelbares Tauschen mit einem anderen Gut (z. B. Geld) erhältlich sind. Ein Beispiel hierfür wären Straßen. Sie werden zunächst jedem Nutzer zur Verfügung gestellt, aber nicht direkt bezahlt, sondern durch Steuereinnahmen der öffentlichen Hand (Bund, Länder oder Gemeinden) finanziert. Diese Steuern werden dann von allen potenziellen und tatsächlichen Nutzern bezahlt. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 77 Angebots- und Nachfragefunktionen ILIAS – Aufgabe 7 Sind die Begriffe „vollkommener Markt“ und „vollständige Konkurrenz“ inhaltlich deckungsgleich? Begründen Sie Ihre Antwort. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 78 Angebots- und Nachfragefunktionen ILIAS – Lösung 7 Die Begriffe „vollkommener Markt“ und „vollständige Konkurrenz“ sind inhaltlich nicht deckungsgleich. Auch wenn in älteren Lehrbüchern beide Begriffe teilweise synonym verwendet werden, meinen die Ausdrücke etwas Unterschiedliches: Der vollkommene Markt ist ein Markt, der idealtypisch funktioniert. Hier sind die Bedingungen für einen vollkommenen Markt gegeben: völlige Homogenität der Güter, unendliche Anpassungsgeschwindigkeit, vollständige Markttransparenz und -information, keine sachlich qualitativen, sondern nur preisbedingte Präferenzen, alle Marktteilnehmer handeln als homo oeconomicus. Die vollständige Konkurrenz bezeichnet eine Marktform, bei der theoretisch unendlich viele Anbieter auf unendlich viele Nachfrager treffen. Kennzeichen einer vollständigen Konkurrenz ist, dass der Preis von keinem Marktteilnehmer dauerhaft beeinflusst werden kann; der Preis ist für alle Marktteilnehmer ein Datum. Die vollständige Konkurrenz lässt sich – wie alle anderen Marktformen auch – sowohl unter den Bedingungen des vollkommenen wie denen des unvollkommenen Marktes betrachten. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 79 Angebots- und Nachfragefunktionen ILIAS – Aufgabe 8 Steigt der Preis eines Gutes, wird ceteris paribus die nachgefragte Menge eines dazu • substitutiven Gutes steigen, • komplementären Gutes fallen, • substitutiven Gutes fallen, • komplementären Gutes steigen? Begründen Sie anhand von Beispielen, welche der vorstehenden Aussagen richtig ist. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 80 Angebots- und Nachfragefunktionen ILIAS – Lösung 8 Richtig: Steigt der Preis eines Gutes, wird die Nachfrage nach Substitutionsgütern steigen. Dies lässt sich anhand des Beispiels steigende Preise für Bahnfahrten und einer daraufhin steigenden Nachfrage nach Flugreisen nachvollziehen. Richtig: Steigt der Preis eines Gutes, wird die Nachfrage nach Komplementärgütern fallen. Dies lässt sich am Beispiel von steigenden Preisen für Ski und eine daraufhin fallende Nachfrage nach Skimode nachvollziehen. Falsch: Die Nachfrage eines dazu substitutiven Gutes wird steigen. Falsch: Die Nachfrage eines dazu komplementären Gutes wird fallen. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 81 Angebots- und Nachfragefunktionen Marktformen Atomistische Nachfrage Atomistisches Angebot Vollständige Konkurrenz Oligopolistisches Angebot Angebotsoligopol Oligopolistische Nachfrage Nachfrageoligopol Bilaterales Oligopol Monopolistisches Angebot Angebotsmonopol Beschränktes Angebotsmonopol Monopolistische Nachfrage Nachfragemonopol Beschränktes Nachfragemonopol Bilaterales Monopol WS 2009/2010 Prof. Dr. Jochen Struwe, FH Trier BEVOWI 82 Angebots- und Nachfragefunktionen Vollständige Konkurrenz (Polypol am vollkommenen Markt): • Versteigerungen im Internet • Börse • DSL-Anschlüsse • Dienstleistungshandwerker Angebotsoligopol: • Mineralölmarkt • Office-Software • Deutscher Strommarkt (E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall) • Deutscher Mobilfunkmarkt (T-Mobile, Vodafone, E-Plus, O2 Angebotsmonopol: • Post 8 (bis 2008) • Telekom (z. T. noch faktisch) • Zündwaren (bis 1983) • Kehrmonopol (bis 2012) WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 83 Angebots- und Nachfragefunktionen Nachfrageoligopol: • Arbeitsmarkt in strukturschwachen Regionen (wenige Arbeitgeber, viele Arbeitnehmer) • Landwirtschaft (Zuckerrüben) • Sitzende Krankentransporte (Krankenkassen als Abnehmer) Bilaterales Oligopol: • High-Tech-Märkte • Flugzeugmotoren • Rüstungsindustrie • Luxusindutstrie (Luxusyachten) Beschränktes Angebotsmonopol: • höchstpreisige, einmalige Kunstwerke • wenige Fachkliniken <-> Hersteller von medizinischem Spezialgerät • Spezialmedikamente WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 84 Angebots- und Nachfragefunktionen Nachfragemonopol: • Arbeitsmarkt in strukturschwachen Regionen (eine Großindustrie, viele Arbeitnehmer) • Produkte und Dienstleistungen für Bundesbehörden • Nischenprodukte im Bereich der Raumfahrtindustrie • Häufig bei Militärprodukten Beschränktes Nachfragemonopol: • Staat als Käufer z. B. von Banknoten, Münzen, Personalausweisen, Rüstungsgütern • Betankungsanlagen in der Formel I (3 Anbieter) Bilaterales Monopol: • vertikal integrierte Unternehmen mit exklusiven Lieferanten-Kunden-Beziehungen z. B. in der Automobilindustrie • bestimmte Rüstungsgüter WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 85 Angebots- und Nachfragefunktionen Preis Menge WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 86 Angebots- und Nachfragefunktionen Preis Menge WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 87 Angebots- und Nachfragefunktionen Preis Angebot Nachfrage Menge WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 88 Angebots- und Nachfragefunktionen Preis Angebot Nachfrage Menge WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 89 Angebots- und Nachfragefunktionen Tokio 16.10.2009 (www.emfis.com) Bei Sharp geht man davon aus, dass der aktuelle Engpass bei LCD-Flachbildschirmen noch eine Weile anhalten könnte. Wie Firmenchef Hiroshi Saji aus Anlass einer Werkseröffnung erklärte, könne die Produktion der Panels momentan nur knapp mit der Nachfrage Schritt halten. Dieser Zustand werde aus Sicht seines Unternehmens möglicherweise bis Mitte LCD-Displays: Sharp erwartet weiterhin Nachfrageüberhang des kommenden Jahres anhalten. […] In Tokio konnte sich die Aktie von Sharp heute um 0,2 Prozent auf 1036 Yen verbessern. Wie würden Sie diese Marktsituation beschreiben? WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 90 Angebots- und Nachfragefunktionen LCD-Displays: Sharp erwartet weiterhin Nachfrageüberhang Quelle: http://www.mikrooekonomie.de WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 91 Angebots- und Nachfragefunktionen Platinmarkt steht vor […] 02.09.2009 | 14:18 Uhr | Quelle: GoldSeiten Eine andauernde Nachfrageschwäche nach Platin für die Herstellung von Katalysatoren könnte den Markt in diesem Jahr in eine Überschusssituation bringen. Die Nachfrage aus der Industrie ist nach wie vor schwach und die Lagerbestände LCD-Displays: Sharp erwartet weiterhin Nachfrageüberhang steigen, so Edelmetallstratege Tom Kendall von Mitsubishi. […] Die Automobilbranche war 2008 mit 50% der größte Platinkonsument der Welt. Doch die niedrige Nachfrage der Fahrzeughersteller habe in diesem Jahr zu steigenden Lagerbeständen geführt. In welcher Situation befindet sich der Platinmarkt? WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 92 Angebots- und Nachfragefunktionen LCD-Displays: Sharp erwartet weiterhin Nachfrageüberhang Quelle: http://www.mikrooekonomie.de WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 93 Angebots- und Nachfragefunktionen FTD (Financial Times Deutschland), 16.11.2009 Wintersaison lässt Reifenhersteller hoffen Die Autoabsatzkrise schlägt auf die Zulieferer durch - Premium- und Billiganbieter kämpfen verbissen um Marktanteile. Doch ein erster Kälteeinbruch im Oktober hat viele Autofahrer in Deutschland umsteigen lassen - die Branche schöpft Hoffnung. LCD-Displays: Sharp erwartet weiterhin Nachfrageüberhang Das Geschäft läuft gut an in Deutschland, die Reifenhersteller sind zufrieden. Der italienische Konzern Pirelli zum Beispiel meldet ein "deutlich zweistelliges Wachstum" beim Verkauf an den Handel. Nach dem Kälteeinbruch Mitte Oktober wechselten viele Autofahrer schnell auf sichere Reifen. Außerdem profitieren Händler und Reifenhersteller von der Abwrackprämie: Rund zwei Millionen Pkw-Zulassungen hat der Staat in diesem Jahr bezuschusst. Die meisten der insgesamt rund 3,5 Millionen Neuwagen in Deutschland brauchen jetzt Winterreifen. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 94 Betriebliche Entscheidungskalküle ILIAS - Aufgabe 1: Ihnen liegen folgende Kosten- und Erlösfunktion vor (x = produzierte = verkaufte Stückzahl pro Tag) • Erlös E = 47x − 0,25x2 • Kosten K = 0,01x3 − 0,65x2 LCD-Displays: + 32x +300 Sharp erwartet weiterhin Nachfrageüberhang In welcher Marktform agiert Ihr Unternehmen? Begründen Sie Ihre Antwort. Wo liegen (wenn es sie denn gibt) • der Break-Even-Punkt, • das Betriebsoptimum, • das Gewinnmaximum? WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 95 Betriebliche Entscheidungskalküle ILIAS – Lösung: Das Unternehmen agiert als Angebotsmonopolist, erkennbar an dem degressiven Verlauf der Erlösfunktion. Der Break-Even-Punkt ergibt sich durch Gleichsetzen von E und K: Die BreakEven-Stückzahl liegt bei x = 16 Stk/d,Sharp dererwartet Break-Even-Umsatz bei E = 816 €/d. LCD-Displays: weiterhin Nachfrageüberhang Das Betriebsoptimum entspricht dem Minimum der Durchschnittskosten und liegt bei K’ = k. Die dazugehörige Stückzahl liegt bei x = 41 Stk/d. Das Gewinnmaximum liegt bei E’ = K’. Die gewinnmaximale Stückzahl beträgt x = 39 Stk/d, das Gewinnmaximum beträgt Gmax = 300,21 €/d. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 96 Betriebliche Entscheidungskalküle Sie sind Angebotsmonopolist und sehen sich einer gesamtwirtschaftlichen Nachfragekurve gegenüber, die durch die Funktionsgleichung e = 420 – 0,3x näherungsweise beschrieben ist (e = Durchschnittserlös, x = abgesetzte Menge pro Woche). Wie hoch ist der Prohibitivpreis (und was ist das)? LCD-Displays: Sharp erwartet weiterhin Nachfrageüberhang Wie hoch ist die Sättigungsmenge (und was ist das)? WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 97 Betriebliche Entscheidungskalküle Lösung: Prohibitivpreis = Preis, bei dem die Haushalte bzw. Käufer nicht mehr bereit bzw. nicht mehr in der Lage sind, auch nur eine Mengeneinheit des betreffenden Gutes zu kaufen. -> Nullsetzen von x -> Prohibitivpreis liegt bei e =LCD-Displays: 420. Sharp erwartet weiterhin Nachfrageüberhang Sättigungsmenge = die theoretisch höchste absetzbare Menge eines Gutes, d. h. die nachgefragte Menge, wenn das Gut kostenlos wäre. -> Nullsetzen von e -> Sättigungsmenge liegt bei x = 1.400. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 98 Betriebliche Entscheidungskalküle Bei der Produktion von Tragetaschen aus Stoff fallen 5.000 Euro fixe Kosten und 0,50 Euro variable Stückkosten an. Der Verkaufspreis ist 0,75 Euro. Ermitteln Sie, wie viele Tragetaschen verkauft werden müssen, bis die Nutzenschwelle (Break-Even-Punkt) erreicht ist. Lösung: LCD-Displays: Sharp erwartet weiterhin Nachfrageüberhang E (x) = K (x) E (x) = 0,75 · x K (x) = 5.000 + 0,5 · x 0,75 · x = 5.000 + 0,5 · x ⇔ x = 20.000 Stk WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 99 Betriebliche Entscheidungskalküle Wie viele Tragetaschen müssen verkauft werden, wenn das Unternehmen einen Gewinn von 2.000 Euro erzielen möchte? Lösung: G (x) = E (x) – K (x) 2.000 = 0,75x - 5.000 – 0,5x ⇔ LCD-Displays: Sharp erwartet weiterhin Nachfrageüberhang X = 28.000 Stk WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 100 Betriebliche Entscheidungskalküle Was ist und woran erkennt man die Marktform der vollkommenen Konkurrenz? -> viele Anbieter stehen vielen Nachfragern gegenüber -> Kriterium: LCD-Displays: Sharp erwartet weiterhin Nachfrageüberhang Preis ist Datum Was ist ein Mengenanpasser? Anbieter, der den herrschenden Marktpreis als gegeben akzeptiert und seine Absatzmenge diesem Preis anpasst. Kann ein Monopolist gleichzeitig den Preis und die Absatzmenge festlegen? Nein, er ist entweder Preis- oder Mengensetzer. ⇒ Seine Preis-Absatz-Funktion entspricht der Nachfragefunktion. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 101 Betriebliche Entscheidungskalküle Noch eine interessante Frage: Warum würde ein Unternehmen bei vollkommener Konkurrenz niemals Werbung machen? LCD-Displays: Sharp erwartet weiterhin Nachfrageüberhang Das Unternehmen würde für ein homogenes Produkt und damit für die Konkurrenz „mitwerben“. Er hätte –wie alle anderen- zusätzliche Erträge aus der Werbung, müsste aber die Kosten ganz alleine tragen. Dies führt zu einem Wettbewerbsnachteil… WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 102 Betriebliche Entscheidungskalküle Folgende Funktionen sind bekannt: Preis-Absatz-Funktion: P = 120 – 10X Erlösfunktion: E = 120X – 10X2 Kostenfunktion: K = 210 + 20X LCD-Displays: Sharp erwartet weiterhin Nachfrageüberhang In welcher Marktform agiert das Unternehmen? Ermitteln Sie das Gewinnmaximum. Wie hoch sind Kosten und Erlöse im Gewinnmaximum? WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 103 Betriebliche Entscheidungskalküle Das Unternehmen agiert als Angebotsmonopolist, erkennbar am degressiven Verlauf der Erlösfunktion. Im Gewinnmaximum gilt: E‘ (X) = K‘ (X) ⇒ 120 – 20X = 20 ⇔ LCD-Displays: Sharp erwartet weiterhin Nachfrageüberhang X=5 Erlöse: 120 ∙ 5 – 10 ∙ 25 = 350 Kosten: 210 + 20 ∙ 5 = 310 Gewinn: 350 – 310 = 40 WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 104 Betriebliche Entscheidungskalküle Ein atomistisches Unternehmen auf vollkommenem Markt kann ein Produkt zum Preis p = 32 €/Stk verkaufen. Es produziert mit folgender Kostenfunktion: K = ¼ X2 + 2X + 400. Welche Mengen wird das Unternehmen anbieten und wie hoch wird sein Gewinn LCD-Displays: Sharp erwartet weiterhin Nachfrageüberhang dann sein? Quelle: Bierle, Grundlagen der BWL, Band II WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 105 Betriebliche Entscheidungskalküle Im Gewinnmaximum gilt: E‘ (X) = K‘ (X) Erlösfunktion: E (X) = 32X ⇒ E‘ (X) = 32 K‘ (X) = 0,5X + 2 0,5X + 2 = 32 ⇔ X = 60 LCD-Displays: Sharp erwartet weiterhin Nachfrageüberhang Gewinn = Erlöse – Kosten G = 32 ∙ 60 – 900 – 120 -400 = 500 Das Unternehmen wird 60 Stücke anbieten und so einen Gewinn von 500 Euro erzielen. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 106 Betriebliche Entscheidungskalküle Der Preis eines Generikums („Nachbau“-Medikaments) ist auf dem Wettbewerbsmarkt P = 50. Die Gesamtnachfragefunktion auf dem Absatzmarkt lautet p = 84 – 2X. Wie groß ist die Nachfrage? LCD-Displays: Sharp erwartet weiterhin Nachfrageüberhang Lösung: Angebot = Nachfrage 84 – 2X = 50 ⇔ X = 17 Es werden bei gegebenem Preis (Wettbewerbsmarkt) 17 ME des Generikums nachgefragt. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 107 Betriebliche Entscheidungskalküle Nehmen Sie nun an, ein Hersteller am Markt für dieses Medikament habe ein – durchsetzbares- Patent. Seine Kostenfunktion laute: K = 490 + 2,5X2. Um welche Marktform handelt es sich und zu welchem Preis würde dieser Hersteller welche Mengen anbieten? LCD-Displays: Sharp erwartet weiterhin Nachfrageüberhang Lösung: K‘ = 5X (= E‘) ⇒ p = 84 – 2X = 5X ⇔ X = 12 P = 84 – 24 = 60 Der Monopolist würde zu einem höheren Preis (60 Euro vs. 50 Euro) eine geringere Menge (12 Stk vs. 17 Stk) anbieten. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 108 Marktpreisbildung Ein Unternehmen verzeichnet Fixkosten von insgesamt 400.000 Euro und variable Stückkosten von 20 Euro. Welche Produktionsmenge ergibt (Gesamt-) Stückkosten von 60 Euro? Lösung: LCD-Displays: Sharp erwartet weiterhin Nachfrageüberhang 400.000 + 20 X = 60 X ⇒ 60 X − 20 X = 400.000 ⇒ X = 10.000 Quelle: Jörn Altmann, Arbeitsbuch Volkswirtschaftlehre/Wirtschaftspolitik WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 109 Marktpreisbildung Nehmen Sie Stellung: „Eigentlich sind die variablen Stückkosten fix und die fixen Stückkosten variabel.“ Lösung: LCD-Displays: Sharp erwartet weiterhin Nachfrageüberhang Bei linearem Kostenverlauf ist der Wert des Quotienten kv = Kv / X, also die variablen Stückkosten konstant. Die fixen Stückkosten kf = Kf / X hingegen nehmen mit zunehmendem Output ab. Quelle: Jörn Altmann, Arbeitsbuch Volkswirtschaftlehre/Wirtschaftspolitik WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 110 Marktpreisbildung Wodurch unterscheidet sich eine Kostenfunktion von einer Produktionsfunktion? Lösung: Bei der Produktionsfunktion istLCD-Displays: die abhängige Variable das Produktionsergebnis. Die Sharp erwartet weiterhin Nachfrageüberhang Faktoreinsatzmengen –auch als Kosten bewertbar- sind die unabhängigen Variablen. -> X(p) Bei einer Kostenfunktion ist das Abhängigkeitsverhältnis umgekehrt. -> K (X) Quelle: Jörn Altmann, Arbeitsbuch Volkswirtschaftlehre/Wirtschaftspolitik WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 111 Marktpreisbildung Erläutern Sie den Begriff „Indifferenzkurve“. Lösung: Indifferenz bedeutet Gleichgültigkeit. LCD-Displays: Sharp erwartet weiterhin Nachfrageüberhang Die Indifferenzkurve stellt den geometrischen Ort aller Güterkombinationen dar, denen das Individuum gleichgültig gegenübersteht, da es aus jeder Kombination einen gleich hohen Nutzen zieht. Quelle: Jörn Altmann, Arbeitsbuch Volkswirtschaftlehre/Wirtschaftspolitik WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 112 Marktpreisbildung LCD-Displays: Sharp erwartet weiterhin Nachfrageüberhang WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 113 Marktpreisbildung LCD-Displays: Sharp erwartet weiterhin Nachfrageüberhang WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 114 Marktpreisbildung LCD-Displays: Sharp erwartet weiterhin Nachfrageüberhang WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 115 Marktpreisbildung LCD-Displays: Sharp erwartet weiterhin Nachfrageüberhang WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 116 Marktpreisbildung LCD-Displays: Sharp erwartet weiterhin Nachfrageüberhang WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 117 Marktpreisbildung LCD-Displays: Sharp erwartet weiterhin Nachfrageüberhang WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 118 Marktpreisbildung LCD-Displays: Sharp erwartet weiterhin Nachfrageüberhang WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 119 Marktpreisbildung LCD-Displays: Sharp erwartet weiterhin Nachfrageüberhang WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 120 Marktpreisbildung LCD-Displays: Sharp erwartet weiterhin Nachfrageüberhang WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 121 Marktpreisbildung Was geschieht mit dem Gleichgewichtspreis/der Gleichgewichtsmenge, wenn das Gut „in Mode“ kommt? Lösung: Das Gut wird mehr nachgefragt. Die erwartet Nachfragekurve verschiebt sich nach LCD-Displays: Sharp weiterhin Nachfrageüberhang rechts/oben. Gleichgewichtspreis und –menge steigen. Quelle: Jörn Altmann, Arbeitsbuch Volkswirtschaftlehre/Wirtschaftspolitik WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 122 Marktpreisbildung Wie wirkt sich eine Senkung der Produktionskosten auf die Lage der Angebotskurve aus? Lösung: Die Angebotskurve wird LCD-Displays: sich bei Sharp Kostensenkung nach unten verschieben. erwartet weiterhin Nachfrageüberhang Quelle: Jörn Altmann, Arbeitsbuch Volkswirtschaftlehre/Wirtschaftspolitik WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 123 Marktpreisbildung „Importkohle so billig wie lange nicht mehr! Einfuhr dennoch gesunken“ Worauf könnte „dennoch“ bezogen sein? Lösung: LCD-Displays: Sharp erwartet weiterhin Nachfrageüberhang Eigentlich wäre bei sinkenden Preisen eine (Import-) Nachfrageerhöhung zu erwarten. Wenn dies nicht eintritt, wird sich ein anderer Einflussfaktor verändert haben. Beispielsweise könnten die Preise für inländische Kohle (oder ein anderes Substitutionsgut) entsprechend stark bzw. stärker gesunken sein. Quelle: Jörn Altmann, Arbeitsbuch Volkswirtschaftlehre/Wirtschaftspolitik WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 124 Oligopol Wann liegt die Preisbildungsform der oligopolistischen Konkurrenz vor? Lösung: LCD-Displays: Sharp erwartet weiterhin Nachfrageüberhang Wenn –bei einer relativ geringen Gesamtzahl von Anbietern- der einzelne Anbieter Gegenmaßnahmen oder Unterlassungen der Konkurrenten auf eigene Marktaktionen berücksichtigt. Quelle: Woll, Thieme, Cassel; Übungsbuch zur Allgemeinen Volkswirtschaftslehre WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 125 Oligopol Das Oligopol unterscheidet sich von anderen Marktformen durch a) Die Größe des Marktes b) Die Zahl der Anbieter LCD-Displays: Sharp erwartet weiterhin Nachfrageüberhang c) Die Betriebs- und Unternehmensgrößen der Anbieter d) Den Marktanteil der einzelnen Konkurrenten e) Spezielle Eigenschaften der auf Oligopolmärkten angebotenen Güter Richtig oder falsch? Quelle: Woll, Thieme, Cassel; Übungsbuch zur Allgemeinen Volkswirtschaftslehre WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 126 Oligopol Weshalb ist der Gleichgewichtspreis für das Oligopol schwieriger zu bestimmen als für andere Marktformen? Lösung: LCD-Displays: Sharp erwartet weiterhin Nachfrageüberhang Weil – neben den üblichen Annahmen über die Reaktionen der Nachfragerzusätzlich tatsächliche oder mögliche Aktionen und Reaktionen der Konkurrenten berücksichtigt werden müssen. Quelle: Woll, Thieme, Cassel; Übungsbuch zur Allgemeinen Volkswirtschaftslehre WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 127 Oligopol Mit welchen Reaktionen seiner Konkurrenten glaubt ein Anbieter auf einem Oligopolmarkt rechnen zu müssen, wenn er den Preis seines Gutes a) Erhöht b) Senkt? LCD-Displays: Sharp erwartet weiterhin Nachfrageüberhang Lösung: a) Die Konkurrenten werden die Preiserhöhung nicht nachvollziehen, weil sie ihren Absatz um die vom preiserhöhenden Oligopolisten abgewanderte Nachfrage und damit ihren Marktanteil erhöhen können. b) Die Konkurrenten werden die Preise ebenfalls senken, um keine Nachfrage zu verlieren und ihren Marktanteil halten zu können. Quelle: Woll, Thieme, Cassel; Übungsbuch zur Allgemeinen Volkswirtschaftslehre WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 128 Oligopol Wie verläuft die Nachfragekurve aus Sicht eines Oligopolisten, wenn man die wahrscheinlichen Reaktionen der Konkurrenten im Oligopol berücksichtigt? Lösung: LCD-Displays: Sharp erwartet weiterhin Nachfrageüberhang Die Nachfragekurve hat immer in Höhe der tatsächlich vom Oligopolisten realisierten Preis-Mengen-Kombination einen Knick (kinked demand curve). Quelle: Woll, Thieme, Cassel; Übungsbuch zur Allgemeinen Volkswirtschaftslehre WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 129 Oligopol Oligopolpreis Oligopolmenge WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 130 Oligopol Wann wird ein Oligopolist nicht daran interessiert sein, eine gemeinsame Gewinnmaximierung anzustreben? Lösung: LCD-Displays: Sharp erwartet weiterhin Nachfrageüberhang Wenn der ihm in „Koalitionsgesprächen“ zugeteilte Gewinn niedriger ist als der, den er durch Vergrößerung seines Marktanteils auf Kosten seiner Konkurrenten erwirtschaften könnte. Quelle: Woll, Thieme, Cassel; Übungsbuch zur Allgemeinen Volkswirtschaftslehre WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 131 Höchstpreise Welche Konsequenzen ergeben sich aus der verbindlichen Fixierung eines Höchstpreises a) für die Nachfrage b) für die wirtschaftspolitischen Instanzen c) für die Funktionsfähigkeit des Marktes? Lösung: LCD-Displays: Sharp erwartet weiterhin Nachfrageüberhang a) Ein Teil der zu diesem Preis bestehenden Nachfrage bleibt unbefriedigt. b) Soll der Höchstpreis nicht überschritten werden, müssen die wirtschaftspolitischen Instanzen das Güterangebot durch Rationierungsmaßnahmen auf die Nachfrager verteilen. c) Die Lenkungsfunktion freier Marktpreise wird durch bürokratische Maßnahmen ersetzt. Quelle: Woll, Thieme, Cassel; Übungsbuch zur Allgemeinen Volkswirtschaftslehre WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 132 Höchstpreise Worin besteht die Gefahr der Durchlöcherung des staatlichen Höchstpreissystems? Lösung: Es ist wahrscheinlich, dass „Schwarzmärkte“ entstehen, auf denen das Gut zu höheren Preisen gehandelt wird. Quelle: Woll, Thieme, Cassel; Übungsbuch zur Allgemeinen Volkswirtschaftslehre WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 133 Mindestpreise Welchem Zweck sollen staatlich festgesetzte Mindestpreise dienen? Unter welchen Umständen „greifen“ sie erst? Lösung: Erst wenn ein Mindestpreis über dem Gleichgewichtspreis liegt, werden dem Anbieter Preisvorteile verschafft. Bei Festsetzung eines Mindestpreises ist die Nachfrage a) größer als das Angebot b) kleiner als das Angebot c) gleich dem Angebot. Quelle: Woll, Thieme, Cassel; Übungsbuch zur Allgemeinen Volkswirtschaftslehre WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 134 Mindestpreise Welche Folgemaßnahmen müssen die wirtschaftspolitischen Instanzen ergreifen, wenn sie die Mindestpreisregelung über eine längere Zeit aufrecht erhalten wollen? Lösung: Sie müssen den bestehenden Angebotsüberschuss „verwalten“ (z.B. Lagerung, subventionierter Absatz) oder eine Verringerung des Angebots zum geltenden Mindestpreis durchsetzen (z.B. Prämien für Betriebsstilllegungen). Quelle: Woll, Thieme, Cassel; Übungsbuch zur Allgemeinen Volkswirtschaftslehre WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 135 Mindestpreise Weshalb entstehen häufig „graue Märkte“, wenn Mindestpreise festgesetzt werden? Lösung: Weil es leistungsfähige Anbieter gibt, die bereit sind zu niedrigeren Preisen als den Mindestpreisen anzubieten. Quelle: Woll, Thieme, Cassel; Übungsbuch zur Allgemeinen Volkswirtschaftslehre WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 136 Wirkung von Steuern Welche Wirkung hat die Einführung einer vom Anbieter abzuführenden Mengensteuer, durch die jede Mengeneinheit mit dem gleichen Steuerbetrag belastet wird, auf die Lage der Angebotskurve? a) b) c) d) Sie verschiebt sich nach unten. Sie verschiebt sich nach oben. Sie verläuft flacher. Sie verläuft steiler. Quelle: Woll, Thieme, Cassel; Übungsbuch zur Allgemeinen Volkswirtschaftslehre WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 137 Wirkung von Steuern Von welchen Faktoren hängt es ab, ob die Nachfrager oder die Anbieter bei einer Mengensteuer eine größere Steuerlast zu tragen haben? Lösung: Von der Angebots- und der Nachfrageelästizität. Quelle: Woll, Thieme, Cassel; Übungsbuch zur Allgemeinen Volkswirtschaftslehre WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 138 Wirkung von Steuern AnS AvS Preis Völlig elastische Nachfrage q1 WS 2009/2010 q0 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach Menge 139 Wirkung von Steuern Völlig unelastische Nachfrage Preis Menge WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 140 Wirkung von Steuern Preis Nachfrage bei endlicher Elastizität p1 p0 q1 WS 2009/2010 q0 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach Menge 141 Wirkung von Steuern ⇒ Im Fall einer Mengensteuer wird der Preis um weniger als den Steuerbetrag steigen; die Gleichgewichtsmenge geht zurück. ⇒ Die Steuer wird von Nachfragern und Anbietern getragen. Die Steuerlast der Nachfrager ist umso größer, je unelastischer die Nachfrage ist und sie ist relativ ebenfalls umso größer, je elastischer das Angebot ist – und vice versa. Quelle: Woll, Thieme, Cassel; Übungsbuch zur Allgemeinen Volkswirtschaftslehre WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 142 Wirkung von Steuern Preis Nachfrage bei endlicher Elastizität p1 p0 q1 WS 2009/2010 q0 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach Menge 143 Mindestpreise Welchem Zweck sollen staatlich festgesetzte Mindestpreise dienen? Unter welchen Umständen „greifen“ sie erst? Lösung: Erst wenn ein Mindestpreis über dem Gleichgewichtspreis liegt, werden dem Anbieter Preisvorteile verschafft. Bei Festsetzung eines Mindestpreises ist die Nachfrage a) größer als das Angebot b) kleiner als das Angebot c) gleich dem Angebot. Quelle: Woll, Thieme, Cassel; Übungsbuch zur Allgemeinen Volkswirtschaftslehre WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 144 Mindestpreise Welche Folgemaßnahmen müssen die wirtschaftspolitischen Instanzen ergreifen, wenn sie die Mindestpreisregelung über eine längere Zeit aufrecht erhalten wollen? Lösung: Sie müssen den bestehenden Angebotsüberschuss „verwalten“ (z.B. Lagerung, subventionierter Absatz) oder eine Verringerung des Angebots zum geltenden Mindespreis durchsetzen (z.B. Prämien für Betriebsstilllegungen). Quelle: Woll, Thieme, Cassel; Übungsbuch zur Allgemeinen Volkswirtschaftslehre WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 145 Elastizität und Steuern Der Finanzminister will die Mineralölsteuer für Benzin um 15 Cent/L erhöhen, um ein Loch im Haushalt zu stopfen. Ein Abgeordneter macht den Vorschlag, stattdessen eine Pepsi-Cola-Steuer von 15 Cent/L einzuführen. Wie beurteilen Sie diesen Vorschlag? Benzin kann nicht ohne weiteres durch einen anderen Kraftstoff ersetzt werden. Es gibt keine engen Substitutionsgüter. Die Preiselastizität ist gering. Bei Cola hingegen wird die Nachfrage elastisch reagieren. Die Nachfrager werden auf ein Substitutionsgut ausweichen (Fanta). WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 146 Elastizität und Steuern Ein anderer Abgeordneter macht den Vorschlag, die Verbrauchssteuern für Zigaretten und alkoholische Getränke zu erhöhen. Wie beurteilen Sie diesen Vorschlag hinsichtlich der Erhöhung der Steuereinnahmen? Eine Steuererhöhung für Zigaretten und alkoholische Getränke erhöht zwar deren Preis, die Nachfrage wird jedoch kaum zurück gehen. Der Finanzminister erhält höhere Einnahmen ohne „die Gans, die goldene Eier legt zu schlachten“. Diese Güter haben eine geringe Preiselastizität. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 147 Kosten Ob fixe oder variable Kosten vorliegen, hängt nicht nur von der Kostenart ab, sondern auch vom betrachteten Zeitraum. Geben Sie Beispiele dafür, dass nach einer bestimmten Zeit aus fixen Kosten variable Kosten werden können. Kurzfristig betrachtet sind Gehälter, Mieten und Pachten fixe Kosten, da von der produzierten Menge unabhängig. Langfristig gesehen können aber diese Kosten bei zunehmender oder abnehmender Beschäftigung variabel werden, wenn z.B. Arbeitskräfte eingestellt/entlassen werden, Miet- und Pachtverträge geschlossen/gekündigt werden. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 148 Kosten Unterscheiden Sie zwischen absolut fixen Kosten und sprungfixen Kosten. Während die absolut fixen Kosten auch bei einer Erweiterung der Kapazität konstant bleiben, verändern sich die sprungfixen Kosten durch eine Erweiterung der Kapazität WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 149 Kosten Wodurch entstehen Leerkosten bzw. Nutzkosten? Eine neue Maschine, die angeschafft wurde aber noch nicht genutzt wird, verursacht bspw. Leerkosten. Erst bei Inbetriebnahme entstehen in dem Maße Nutzkosten, als sie ausgelastet ist. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 150 Allokation Verfügungsrechte und externe Effekte Ein historisches Beispiel: Zu Beginn des 18. Jahrhunderts kannten die Montagnais-Indianer keine Jagdbeschränkungen, jeder konnte so viel jagen wie er wollte. Wegen des großen Wildbestands und der relativen Nutzlosigkeit von übermäßig erlegten Tieren führte dies nicht zu großen Problemen, obwohl keinerlei individuelle Verfügungsrechte spezifiziert waren. Als jedoch die Kolonialisten von den Indianern Biberpelze nachfragten, stieg der Wert der Biber so stark an, dass die einsetzende Intensivierung der Jagd zu einem Sinken der Population führte. Erläutern Sie die Situation. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 151 Allokation Verfügungsrechte und externe Effekte Auf Grund der Struktur der Verfügungsrechte hatte niemand Interesse an der individuellen Beschränkung der Jagd zur Sicherung des Tierbestands (sogenannte Tragik der Allmende). Das Problem ist hier das Auseinanderfallen von privaten Kosten bzw. Nutzen und sozialen Kosten beziehungsweise Nutzen: Der Nutzen aus dem einzelnen Tier kommt dem Jäger individuell zugute, die Kosten aus dem Bestandsrückgang muss jedoch die Gemeinschaft als Ganzes tragen, nicht nur der einzelne Jäger. Also konnte die Gemeinschaft eine Verbesserung ihrer Situation erwarten, wenn diese externen Effekte durch eine Veränderung der Eigentumsstruktur internalisiert werden. Dies wurde erfolgreich durch die Zuteilung einzelner Territorien auf die Familien erreicht, so dass individuelle Anreize geschaffen wurden, durch Rücksichtnahme auf den Tierbestand langfristig zu planen. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 152 Allokation Verfügungsrechte und externe Effekte Erläutern Sie an diesem Beispiel, warum die Existenz von Verfügungsrechten Voraussetzung von ökonomischem Wachstum durch Investition ist. Wenn keine definierten und durchgesetzten Verfügungsrechte existieren, besteht kaum Anreiz für Investitionen. (im Beispiel: Rücksichtnahme auf den Tierbestand, etwas fortschrittlicher vielleicht schon die Biber-Züchtung), da niemand sich sicher sein kann, den Nutzen (die Früchte, usus fructus) aus diesen Investitionen zu ziehen. Die Indianerfamilie läuft ohne Verfügungsrechte nämlich Gefahr, dass eine andere Familie die von ihr geschützten Tiere tötet, daher wird sie entweder gar nicht erst „investieren“ (im Sinne von Rücksicht auf Tierbestand nehmen) und selber zum Beispiel auch Jungtiere jagen, oder sie muss extrem hohe Kosten aufbringen, ihre Investition zu schützen (Bewachung, Kampf etc.). WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 153 Allokation Verfügungsrechte und externe Effekte Warum ist die Definition und der Schutz von Verfügungsrechten („property rights“) als originäre allokationspolitische Staatsaufgabe zu sehen? Die Definition und die Durchsetzung von Verfügungsrechten ist im gemeinsamen Interesse aller, auch wenn es weiterhin im individuellen Interesse liegt, sich nicht daran zu halten (das heißt nicht zu investieren und auf Raubzug zu gehen). • Im kollektiven Interesse ist es, Rechtsbrecher zu bestrafen, um die Verfügungsrechte durchzusetzen, aber im individuellen Interesse ist es, sich nicht an den Kosten der Bestrafung bzw. Durchsetzung zu beteiligen. • Kollektiv ist es besser, wenn sich alle an die Verfügungsrechteverteilung halten, individuell ist es aber besser, sich nicht daran zu halten. => Definition und Schutz von Verfügungsrechten ist Aufgabe des Staates als übergeordnete Instanz. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 154 Allokation Rivalität und Ausschließbarkeit Erläutern Sie den Begriff „Rivalität“ als Systematisierungsmerkmal von privaten und öffentlichen Gütern und nennen Sie Beispiele für Rivalität und Nichtrivalität. Rivalität: - Private Güter: Butterbrot, Tasse Kaffe…. - Mischgüter mit Tendenz zur Übernutzung: Hochseegewässer (Fischfang), Straßen sauberes Wasser, saubere Luft, Nichtrivalität: - Öffentliche Güter: rechtliche und institutionelle Rahmenordnung, Landesverteidigung, Leuchttürme, Deichanlagen, Rundfunk, Fernsehen - Mischgüter mit Tendenz zur Unterversorgung: Gesundheitswesen, Bildungswesen, Historische Bausubstanz WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 155 Stabilisierung Konjunkturphasen „Zahl der Überstunden sinkt auf historischen Tiefstand“ ala/Reuters/AFP/ddp am 04.10.2009 Auf welche Konjunkturphase deutet dies hin? => Rezession In einer Volkswirtschaft ist ein Anstieg an Überstunden zu beobachten. Auf welche Konjunkturphase deutet dies hin? => Boom, Hochkonjunktur WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 156 Stabilisierung Konjunkturphasen „Die globale Absatzkrise trifft den deutschen Maschinenbau hart, im März gab es 35 Prozent weniger Aufträge…..“ Konjunkturphase? „….allerdings ist die Talfahrt langsamer geworden. Die Bundesregierung verbreitet für 2010 schon wieder Optimismus.“ wal/AP/ddp/dpa am 29.04.2009 Was prognostiziert die Bundesregierung? WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 157 Stabilisierung „Magisches Viereck“ nach § 1 StabG WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 158 Stabilisierung „Magisches Viereck“ nach § 1 StabG Quelle: http://www.makroo.de WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 159 Stabilisierung „Magisches Viereck“ nach § 1 StabG Messung der Zielerreichung/Indikatoren 1. Preisniveaustabilität ⇒ Wird mit Hilfe eines Preisindex für die Lebenshaltung ermittelt WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 160 Stabilisierung „Magisches Viereck“ nach § 1 StabG Messung der Zielerreichung/Indikatoren 2. Vollbeschäftigung ⇒ Wird mit Hilfe der Arbeitslosenquote gemessen. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 161 Stabilisierung „Magisches Viereck“ nach § 1 StabG Messung der Zielerreichung/Indikatoren 3. Außenwirtschaftliches Gleichgewicht => Außenwirtschaftliches Gleichgewicht liegt vor, wenn ein angemessenes Verhältnis zwischen Importen und Exporten besteht. Messgröße ist der Außenbeitrag. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 162 Stabilisierung „Magisches Viereck“ nach § 1 StabG Außenbeitrag Blau = Export > Import; Rot = Export < Import; Grau = nicht erfasst WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 163 Stabilisierung „Magisches Viereck“ nach § 1 StabG Messung der Zielerreichung/Indikatoren 4. Stetiges und angemessenes Wirtschaftswachstum => Wird mit Hilfe des BIP gemessen. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 164 Stabilisierung „Magisches Viereck“ nach § 1 StabG Zum Teil sind die angestrebten Ziele miteinander vereinbar (Zielharmonie). Überlegen Sie, mit welchem Ziel das Ziel der Vollbeschäftigung vereinbar ist. ⇒ Das Ziel der Vollbeschäftigung kann bspw. durch Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen gefördert werden. Damit wird auch das Wachstumsziel gefördert (Steigerung des BIP). Mit welchen Zielen ist die Preisniveaustabilität vereinbar? ⇒ Durch Erhaltung der Preisniveaustabilität werden die Preise im Verhältnis zum Ausland stabil gehalten. Dadurch nimmt der Export zu und gleichzeitig werden die Ziele des Außenwirtschaftlichen Gleichgewichts und des Wachstums erreicht. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 165 Stabilisierung „Magisches Viereck“ nach § 1 StabG Problematisch ist, dass die angestrebten wirtschaftspolitischen Ziele häufig miteinander konkurrieren (Zielkonflikte). Um den Preisauftrieb im Inland zu dämpfen und das Ziel des außenwirtschaftlichen Gleichgewichts zu fördern, baut die Regierung Zollschranken für Agrarprodukte ab. Mit welchen Zielen steht diese Maßnahme der Regierung im Konflikt? => Die inländischen Bauern werden weniger konkurrenzfähig und die Arbeitslosigkeit nimmt zu. Im Inland werden weniger landwirtschaftliche Produkte hergestellt, damit nimmt das inländische Wachstum ab. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 166 Stabilisierung Informationsinstrumente des StabG §2 Jahreswirtschaftsbericht mit Jahresprojektion § 12 Übersicht über Finanzhilfen ( Subventionsbericht) WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 167 Stabilisierung Informationsinstrumente des StabG § 31 Zusätzliche Gutachten des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ( „Fünf Weise“) WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 168 Distribution Die Lorenzkurve WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 169 Distribution Die Lorenzkurve Wie sähe die Lorenzkurve bei Gleichverteilung aus? Wie bei maximaler Ungleichheit? WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 170 Distribution Die Lorenzkurve ⇒ gemeinsamer GiniKoeffizient von 0,4 Gefahr der Missinterpretation durch Datenreduktion! WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 171 Distribution Die Lorenzkurve WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 172 Distribution Die Lorenzkurve Beispiel: Hier geht es um fünf Unternehmen, die ihren Umsatz in Hamburg erwirtschaften. Überlegen Sie, was zunächst zu tun ist, um die Konzentrationsverteilung dieser Umsätze mittels der Lorenzkurve darzustellen. Quelle: www.faes.de WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 173 Distribution Die Lorenzkurve Sortierung aufsteigend nach Umsatz: Welchen Anteil am gesamten hamburgischen Umsatz hat das umsatzschwächste Unternehmen? Welchen Anteil haben die beiden umsatzschwächsten Unternehmen…? Wie ist der Anteil der einzelnen Unternehmen an der Grundgesamtheit? WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach Quelle: www.faes.de 174 Distribution Die Lorenzkurve Berechnung des kumulierten Anteils der Merkmalsträger und der kumulierten relativen Umsatzanteile: Versuchen Sie eine grafische Darstellung. Quelle: www.faes.de WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 175 Distribution Die Lorenzkurve Kumulierte relative Anteile am Gesamtumsatz Lorenzkurve der Gleichverteilung Lorenzkurve der Umsatzverteilung am hamburgischen Markt 100% 90% 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% 0% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Kumulierte relative Anteile der Unternehmen WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 176 Distribution ILIAS – Aufgabe: Welche Schlüsse ziehen Sie aus folgenden Gini-Koeffizienten G: • Bruttoeinkommen der Haushalte G=0,4122 • Nettoeinkommen der Haushalte G=0,4098 • Verfügbares Einkommen der Haushalte G=0.3333? WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 177 Distribution ILIAS – Lösung: Der Gini-Koeffizient ist ein statistisches Maß für die Verteilungsgleichheit. Er wird meist in der Wohlfahrtsökonomie verwendet. Dabei kann er jeden beliebigen Wert zwischen 0 und 1 (entspricht 0 % und 100 %) annehmen. Je weiter sich der Wert der 1 nähert, desto größer ist die Ungleichheit (z.B. der Einkommensverteilung). Der Gini-Koeffizient ist die auf die gleichverteilte Gesellschaft normierte Fläche zwischen den Lorenz-Kurven einer gleichverteilten und der tatsächlich beobachteten Gesellschaft. Die Gini-Koeffizienten der Bruttoeinkommen der Haushalte, sowie der der Nettoeinkommen der Haushalte sind relativ gleichverteilt, es herrscht also keine (große) Ungleichheit. Graphisch lässt sich dies daran erkennen, dass je flacher die Kurve der tatsächlich beobachteten Gesellschaft ist, desto größer ist die Gleichverteilung. Allerdings können diese Werte auch leicht missinterpretiert werden, da es zu jeder Lorenz-Kurve mindestens eine weitere Kurve mit dem gleichen Gini-Koeffizienten gibt. Diese Kurve würde man durch eine Spiegelung der urspr. Lorenz-Kurve an der Senkrechten der Winkelhalbierenden, die durch die Punkte (0,1) und (1,0) geht, erhalten. WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 178 BEVOWI Fragen? Wo haben Sie noch Verständnisprobleme? Welche Themengebiete sollten noch einmal wiederholt/vertieft werden? WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 179 BEVOWI Viel Erfolg! WS 2009/2010 Tutorium BEVOWI Arabella Quirmbach 180