Kapitel 6 - Persönliche CMS

Werbung
Konsumgütermärkte:
Absatzpolitik
Kapitel 6
1
Marktgeschehen
(Woll, 1981)
Angebot
(Haushaltseinkommen)
Faktormärkte:
-Arbeitsmarkt
-Bodenmarkt
-Kapitalmarkt
Private Haushalte
Nachfrage
(Lebenshaltungskosten)
Nachfrage
(Produktionskosten)
Unternehmen
Produkt- und
Dienstleistungsmärkte
-Konsumgütermärkte
Angebot
(Verkaufserlöse)
2
Überblick
Produktion und Marketing von Gütern
(Marketingerfolg, Marketing-Mix)
• Produktpolitik (Wahrnehmung, Produkttests,
Image- und Einstellungsmessung)
• Preispolitik (Preiswahrnehmung, PreisQualitäts-Illusion)
• Distributionspolitik (Vertriebswege)
• Kommunikationspolitik (persönlicher Verkauf,
Werbung, PR)
3
Märkte
Markt = Angebot und Nachfrage
Verkäufermarkt: Nachfrageüberhang
• In Zeiten mangelnder Güterversorgung oder
Knappheitswirtschaft
• Kunden bemühen sich aktiv um Produzenten
Käufermarkt: Angebotsüberfluss
• Potentielle Nachfrager werden aktiv gesucht
• Produzenten bemühen sich aktiv um Kunden
Wandel von Verkäufer- zu Käufermärkten, daher
gezielte Beeinflussung der Konsumenten durch
Marketing
4
Zielhierarchie
• Hauptziel: Gewinn
• Ökonomische Subziele: z. B. Marketingerfolg
– Absatzvolumen: verkaufte Menge von Gütern
– Umsatzvolumen: durchschnittlicher Verkaufserlös
multipliziert mit Absatzvolumen
– Marktanteil: Prozentsatz des Absatzes oder
Umsatzes eines Produktes am gesamten
Marktvolumen eines Teilmarktes, gemessen
innerhalb eines bestimmten Zeitraumes.
– Erstkäufe und Wiederkaufrate
• Außerökonomische Subziele: z. B.
Bekanntheitsgrad eines Produktes
5
Marktforschung
Zunehmende Angebotsdichte auf den Märkten,
daher verstärktes Interesse an Fragen der
Marktforschung
Ökoskopische Marktforschung: Erforschung
ökonomischer Marktgrößen
Demoskopische Marktforschung: Analyse der
Personen am Markt
• Äußere, demographische Merkmale: Alter, Einkommen,
etc.
• Innere Merkmale: Einstellungen, Motive, etc.
6
Marketing-Instrumentarium
Marketingmix = Marketing-Instrumentarium +
Analyse der Kundenreaktionen
„4 Ps“
• Product
• Price
• Place
• Promotion
Produktpolitik
Distributionspolitik
Preispolitik
Kommunikationspolitik
7
Marketing-Instrumentarium
Produktpolitik
z.B. Produktgestaltung,
Positionierung im Markt
Preispolitik
z.B. Preisgestaltung,
Rabatte
Distributionspolitik
z.B. Groß- vs.
Einzelhandel
Kommunikationspolitik
z.B. Gestaltung der
Werbung
8
Beispiel: Energy-Drink
Produktpolitik
z.B. Produktgestaltung,
Einstellungen/Images, …
Preispolitik
z.B. Preisgestaltung, PreisQualitäts-Relation, …
Distributionspolitik
z. B. Groß- vs Einzelhandel;
Positionierung der Waren, …
Kommunikationspolitik
z. B. Werbung; persönlicher
Verkauf, Öffentlichkeitsarbeit, …
9
Produktpolitik
Überblick:
• Lebenszyklus von Gütern
• Grund- versus Zusatznutzen
• Irradiationsphänomene
• Image und Einstellungen
10
Lebenszyklus eines Gutes
Umsatz
Bsp.:
Mobiltelefon:
6 Monate
Einführungsphase
Ausweitungsphase
Erhaltungsphase
Zeit
Einschränkungsphase
11
Lebenszyklus eines Gutes (Produkte und
Dienstleistungen)
• Entwicklungsphase: Entwicklung des Produkts
ist von der Erfindung über die Realisierung bis
zur Markteinführung relevant.
• Ausweitungs- und Erhaltungsphase: Auf die
Alterung eines Produkts wird mit
Produktvariation und Produktdifferenzierung
reagiert (Produkteigenschaften werden ersetzt,
verbessert, hinzugefügt oder weggelassen)
• Ende des Lebenszyklus: Produkt wird nicht mehr
beworben und nach Verkaufsaktionen aus dem
Sortiment genommen
12
Grund- versus Zusatznutzen
Subjektiver Wert eines Gutes ergibt sich
aus:
• Befriedigung, die durch dessen Konsum oder
Gebrauch „an sich“ resultiert
• Bedeutung, Symbolträchtigkeit und
Assoziationen, die mit Konsum oder Gebrauch
eines Gutes verbunden werden
Außer dem Grundnutzen stiften Güter
Zusatznutzen (Vershofen, 1940)
13
Produktpolitik
Produktpolitik befasst sich mit
• dem subjektiven Bild eines Produktes
• den Assoziationen die ein Produkt wachruft und
• mit Symbolen
Möglichkeiten der Produktpolitik liegen in
• Variation der Qualität, also des Grundnutzens
• Variation des Produktbildes oder Zusatznutzens
– Variation des Produktäußeren
– Markenbildung
14
Beispiel Bedeutung des subjektiven
Produktbilds
Spiegel (1961): Marken-Weinbrand, Ersetzen der
Bleikapseln durch Kunststoffkapseln → gehäufte
Reklamationen über die Qualität des Weinbrandes
Versuch:
Hälfte der Produktion mit den alten Bleikapseln
versehen,
Hälfte behält neue Kunststoffkapseln
→ Die Qualitäts-Reklamationen gingen
entsprechend zurück (und blieben beschränkt auf
Flaschen mit Kunststoffkapseln)
15
Beispiel Bedeutung der Marke
Allison & Uhl (1964): Einfluss Markenkenntnis bei
Bier auf Qualitätserlebnis
Untersuchungsteilnehmer: Männer, die angaben,
mindestens drei mal wöchentlich Bier zu trinken
Untersuchungsdesign: Phase 1: Drei Sorten Bier
mit je zwei Flaschen in zufälliger Reihenfolge; mit
Buchstaben gekennzeichnet
Phase 2: in handelsüblicher Aufmachung
Beurteilung: 10stufige bipolare Skala
Ergebnis: Markenkenntnis beeinflusst die
Qualitätsbeurteilung
16
Irradiationsphänomen
(Überstrahl-, Haloeffekt)
Irradiationsphänomen:
Veränderung der Wahrnehmung eines
Produktmerkmals durch Variation eines
anderen, unabhängigen Merkmals.
17
Irradiationsphänomen - Beispiele
Merkmal x strahlt über auf Wahrnehmung des
Merkmals y
Art des Verpackungspapiers
Farbe
Farbe
Farbe der Innenlackierung
Geruch
Herkunftsland
Material Flaschenverschluss
Preis
Frische von Brot
Geschmack von Eiscreme
Streichfähigkeit der Margarine
Kühlleistung Kühlschrank
Reinigungskraft Putzmittel
Qualität
Geschmack von Weinbrand
Qualität
18
Irradiationsphänomen - Konstellationen
Konstellationen:
• Wenn die Wahrnehmung von Reizen, die
objektiv verändert werden, unmittelbar auf
andere Reize überstrahlt und zu modifizierter
Wahrnehmung führt (z.B. optische
Täuschungen)
• Wenn die Wahrnehmung bestimmter Merkmale
nicht unmittelbar, sondern über Lernprozesse
vermittelt zu einer veränderten Wahrnehmung
führt (z. B. roter Pik-König => Herz-König)
• Wenn Urteile in unterschiedlichen
Stimmungslagen abgegeben werden (z. B.
Beurteilung einer nebelbehangenen Landschaft
in romantischer oder trauriger Stimmung)
19
Produkttests
Produkttests: Analyse von subjektiven
Produkterlebnissen durch konkrete Vorlage der
Produkte (Gegensatz: Konzepttest)
Instrumente/Methoden:
Befragung
Beobachtung
• Schnellgreifbühne
• Tachistoskop
• Informations-Display-Matrix
• Protokolle lauten Denkens
20
Image
Vorstellungsbilder der Konsumenten
International bekannteste Markennamen:
Coca-Cola, Sony, Mercedes Benz, Kodak, Disney,
Nestlé, Toyota, McDonald's, IBM, Pepsi-Cola
Bekanntheit ist zu unterscheiden von Einstellungen
Betriebliche Absatzpolitik zielt auf Schaffung von
positiven, absatzförderlichen Einstellungen zu
Gütern und Marken
21
Marken
• Werden von Konsumenten bewertet, gewählt oder
abgelehnt.
• Sind für die Definition des Selbstbildes von
Konsumenten wichtig.
• Bündeln Symbole und dienen der Differenzierung.
• Werden nach Status-, Affiliations- oder
Selbstwertmotiven „gekauft“.
• Haben einen über den reinen Produktwert
hinausreichenden Wert.
• Erfüllen eine Entlastungsfunktion: reduzierte
Informationskosten und zeitsparende Entscheidung.
Aufgabe des Marketing: Informationen über Güter bieten,
über die Mitteilung von Symbolen die Basis für subjektive
Vorstellungen schaffen.
22
Charakteristika des Konsumentenverhaltens aus postmoderner Sicht
• Hyperrealität: eine sozial konstruierte Wirklichkeit die in
den Vorstellungen der Konsumenten besteht.
– Schnelles Auto
Traum von Status
– Disneyworld
Welt ohne Probleme
• Fragmentiertes „Selbst“: Konsumenten haben viele
Facetten; z.B.: gleichzeitig egoistisch und altruistisch
– Einkauf im Diskonter und im Biomarkt
• Symbole prägen das Konsumverhalten: Symbole und
Bedeutungen werden gekauft
– Doc Martens Schuhe
Ablehnung, Auflehnung
23
Veränderung des Markenverständnisses
(Meffert & Burman, 2002)
• Marke als physische Markierung
• Marke als Garant gleichbleibender Qualität
und Aufmachung
• Marke als spezifische Vermarktungsform
• Konsumenten kaufen nicht das Produkt
sondern die Marke
Ziel: bei Konsumenten soll ein positives Markenimage
generiert werden
24
Einstellung
Allport (1935): Ein seelischer und nervlicher
Bereitschaftszustand, „der durch die Erfahrung organisiert,
einen richtenden und dynamischen Einfluss auf die
Reaktion des Individuums, auf alle Objekte und Situationen
ausübt, mit denen er verbunden ist“.
Stroebe (1980): Einstellungen gegenüber einem
Einstellungsgegenstand bestehen aus
den Meinungen über den Gegenstand (kognitiver Aspekt)
der Sympathie (affektiver Aspekt) und
den Verhaltensabsichten (konativer Aspekt)
25
Einstellung
Thomas (1991)
Messbare unabhängige
Variablen
Einstellungsobjekt
(Personen, soziale
Gruppen, Situationen,
Handlungen etc.)
Intervenierende
Variablen
Einstellung
Messbare abhängige
Variablen
Affekt
Reaktionen des
autonomen
Nervensystems;
verbale Äußerungen
über Gefühle
Kognition
Wahrnehmungsurteile; verbal
geäußerte
Meinungen
Verhalten
Offen zutage
tretendes Verhalten;
Auskünfte über
eigenes Verhalten
26
Einstellung und Verhalten
• Einstellungen nicht direkt beobachtbar; aber als
Grundlage des Kaufverhaltens relevant
• Beispiel Haire (1950): Kunden klagten über den
Geschmack und Geruch des neuen InstantKaffees. Urteile als “Rationalisierung” gesehen,
ablehnende Einstellungen vermutet.
Indirekte Methode: Konstruktion zweier
Einkaufslisten einer hypothetischen Hausfrau,
Beschreibung der Person
27
Indirekte Einstellungsmessung (Haire, 1950)
½ kg Brot
1 kg Zucker
1 Bohnenkaffee
2 kg Äpfel
1 Salami
1 Salat
½ kg Brot
1 kg Zucker
1 Nescafe
2 kg Äpfel
1 Salami
1 Salat
Als „faul“, „schlecht planend“, „verschwenderisch“, „mit wenig Sinn für
die Familie“ beschrieben
28
Einstellungsmessungen
• Psychobiologische Ebene:
– z. B. Pulsfrequenz, elektrodermale Reaktionen, EKG,
EEG, fMRI (Neuromarketing)
– Erfassung von Blickbewegungen:
„Spotlight – Viewer“: selektive Aufmerksamkeit der
Konsumenten bei der Beobachtung von
Werbeanzeigen
Vorteil: geringer technischer, finanzieller,
organisatorischer und zeitlicher Aufwand im Vergleich
zur klassischen Blickaufzeichnung
29
Schemenhafte Darstellung eines
Versuchs mit dem Spotlight-Viewer
(Berger, 2009)
30
Einstellungsmessungen
• Verhaltensbeobachtung
– z. B. „verlorene Briefe”
• Befragungen und Interviews
– Qualitative Methoden (z.B.: Tiefeninterviews)
– Quantitative Methoden (z.B: direkte
Befragung)
– Kombinierte Methoden (z.B.: Assoziationen)
31
Befragungsmethoden der Imagemessung
(Farsky, 2007)
32
Qualitative Methoden
• Tiefeninterview: Erfassung von
Markenassoziationen: alle als wichtig erachteten
Markeneigenschaften erfragen und dann mit
wiederholten „Warum-Fragen“ die
dahinterliegende kognitive Struktur analysieren
• Fokusgruppen: Durch die Interaktion werden
Einblicke in komplexe Verhaltensweisen und
persönliche Motive entdeckt: Moderator, Videooder Audioaufnahmen
33
Quantitative Methoden
„Direkte“ Einstellungsmessung
Wie schätzen Sie die Marke [X] ein?
sehr
schlecht
schlecht
weder
noch
gut
sehr
gut
Zur Erinnerung: Hier wird nicht die Einstellung selbst
„direkt“ gemessen, sondern verbal geäußerte Meinungen
direkt erfragt
34
Quantitative Methoden
• Free-Choice oder Pick-Any Ansatz: Feststellung wie
häufig Marken miteinander in Verbindung gebracht
werden, um die relative Position der untersuchten
Marken zueinander in einem Positionierungsraum zu
bestimmen
– Möglichkeit 1: erfragen, welche der dargebotenen
Marken am bekanntesten ist, danach nach
Präferenzen für die Marken erfragen
– Möglichkeit 2: Liste von Marken und
Imagedimensionen vorlegen und dann fragen, welche
Marke mit welchen Imagedimensionen assoziiert wird
35
Likert-Verfahren
Einstellungen als ablehnende oder
zustimmende Haltungen zu einem Objekt
Skalenbildung:
•
•
•
•
Sammlung positiver und negativer Aussagen
Mehrstufiges Rating Zustimmung – Ablehnung
Itemanalyse & Itemauswahl, Vorgabe
Summenwert der Antworten als Einstellungswert
36
Likert-Verfahren - Beispiel
Stimme
voll und
ganz zu
Stimme
gar
nicht zu
Die Marke [X] ist von
schlechter Qualität
Die Marke [X] ist preisgünstig
5
4
3
2
1
1
2
3
4
5
37
Semantisches Differential („klassisch“,
Osgood, 1970)
Aktiv
Gut
Hässlich
Schnell
Schwach
Gross
Mächtig
Sympathisch
…
1
1
1
1
1
1
1
1
1
2
2
2
2
2
2
2
2
2
3
3
3
3
3
3
3
3
3
A
4
4
4
4
4
4
4
4
4
B
5
5
5
5
5
5
5
5
5
6
6
6
6
6
6
6
6
6
7
7
7
7
7
7
7
7
7
Passiv
Schlecht
Schön
Langsam
Stark
Klein
Ohnmächtig
Potenz
Unsympathisch
… Aktivität
Valenz
38
Semantisches Differential nach Peabody
(1985)
Grundidee: Trennung Bewertungskomponente und
Beschreibungskomponente
Beispiel: Beschreibung des Auftretens eines
Unternehmens am Markt durch Eigenschafts- paare wie
vorsichtig/unvorsichtig, ängstlich/kühn
Verwendung von vorsichtig oder kühn
→ Bewertung der Firma positiv
Verwendung von ängstlich und unvorsichtig
→ Bewertung der Firma negativ
Verwendung von vorsichtig oder ängstlich
→ Beschreibung der Firma als risikoscheu
Verwendung von kühn oder unvorsichtig
→ Beschreibung der Firma als risikobereit
39
Semantisches Differential nach Peabody
(1985)
Bewertungsaspekt = (Skala a + Skala b) /2
Beschreibungsaspekt = |Skala a – Skala b| /2
Unvorsichtig -3 -2 -1 0 1 2 3 Vorsichtig
a
Kühn 3 2 1 0 -1 -2 -3 Ängstlich
b
Beispiel Firma A:
a
b
Bewertungsaspekt = (2 + 1) /2=
Beschreibungsaspekt = | 2 – 1 | /2 =
Unvorsichtig -3 -2 -1 0 1 2 3
Kühn 3 2 1 0 -1 -2 -3
Beispiel Firma B:
1.5
0.5
Vorsichtig
Ängstlich
Bewertungsaspekt = (-1 + -3)/2=
Beschreibungsaspekt = | -1 – -3 | /2 =
d.h. Firma A positiver bewertet als B, Firma B als risikoscheuer
beschrieben als A
-2.0
1.0
40
Multiattributmodelle
Fishbein (1963), Fishbein & Ajzen (1975):
• An Objekten werden nur einige wenige
Eigenschaften wahrgenommen
• Einstellung als Funktion der subjektiven
Wahrscheinlichkeit und der Bewertung
dieser Eigenschaften Bewertung von
n
Eigenschaft k
Aij = 1/n * ∑ (Pijk * Eijk)
k=1
Wahrscheinlichkeit, dass
Eigenschaft k vorhanden
41
Multiattributmodelle - Beispiel
Eigenschaften des Wie wahrscheinlich ist
Autos Marke X
diese Eigenschaft?
sicher
unwahrscheinlich
1
wahrscheinlich
7
Wie bewerten Sie
diese Eigenschaft?
schlecht
gut
1
7
teuer
Einstellung = 1 / 2 * ( (4 * 6) + (6 * 2) ) = 18
2
Eigenschaften
genannt
„sicher“
„teuer“
42
Multiattributionsmodell – Trommsdorff
(1975)
• Die Bewertung der Produkteigenschaft erfolgt
nicht direkt, sondern indirekt, indem die
Bewertung dieser Produkteigenschaft mit einem
idealen Produkt in Beziehung gesetzt wird.
n
Eij = ∑ I Bijk – Iijk I
An Produktalternativen der
gleichen Produktklasse als
ideal empfundene
Ausprägung des Merkmals
k=1
Wahrgenommene Ausprägung des
Merkmals am Produkt
43
Kombinierte Methoden
• Brand-Concept Maps: Liefert Erkenntnisse über
die Stärke der Markenassoziationen: Marken
und relevante Imagedimensionen werden
vorgelegt, Befragte sollen die Dimensionen den
Marken zuordnen und deren Stärke angeben
• Means-end-Analyse: Aufdeckung von Werten,
welche die Markenentscheidung beeinflussen:
Tiefeninterviews, Fragen nach den Leistungen
und damit angestrebten Zielen einer Marke
44
Assoziationsgeflecht
(de Rosa, 1993, 1995)
Grundidee: Erfassung von latenten, evaluativen Aspekten
von sozialen Vorstellungen über verschiedene
Sachverhalte bzw. zur Erfassung von Einstellungen.
Wort 4 Wort 1 Wort 2 +
Wort 5 +
Stimulus
Wort 3 0
Wort 6 +
Vorgabe eines Stimulus (Wort, Bild); Teilnehmer schreiben
Assoziationen auf, bewerten sie und kennzeichnen
Reihenfolge und Verbindungen
45
Assoziationsgeflecht
(De Rosa, 1993, 1995)
Hässlich 1 -
billig 4 -
Superheld 2 +
Neu 3 0
Energie 5 +
Retro 6 +
Auswertung:
• Inhalt der Assoziationen
• Bewertung (+/0/-): „Polaritätsindex“, „Neutralitätsindex“
• Sequenzen: in Kombination mit Häufigkeit „zentrale“ und
„periphere“ Elemente
• Verbindungen
46
Produktpositionierung
…Plazierung des Produkts in Eigenschaftsraum
mit Idealprodukt oder Konkurrenzprodukten
Geschmack
Stark 5
Ideale Zigarette
4
Vor- bzw. nach
Informationskampagne
3
2
Schwach 1
Kurz 1
Marke x
Vor- bzw. nach
Werbekampagne
2
3
4
5
6
7 Lang Format
47
Schritte zur Bestimmung der
Produktposition
• Bestimmung der wahrgenommenen
Eigenschaften des Produktes
• Bestimmung des Konkurrenzfeldes, das die
relative Position der eigenen Marke im Vergleich
zu den konkurrierenden anzeigt
• Bestimmung der Position von Idealprodukten
• Bestimmung der zeitlichen Verschiebung der
Markenpositionen und Idealpositionen, die bei
strategischen Überlegungen stets zu
antizipieren sind
48
Positionierung von Produkten –
Trommsdorff (2004)
• USP: Schaffe eine „unique selling proposition“,
um die Konkurrenz zu überholen!
• KISS: Information soll leicht verständlich sein,
nach dem Motto „Keep it short and simple“!
• FIRST: Wer zuerst kommt, malt zuerst: Sei
der/die erste am Markt!
• VOICE: Information muss gehört werden:
Verkünde die Vorteile eines Produktes mit
großer „Lautstärke“
49
Markentransfer
• Vorhandene Wissensstrukturen der Konsumenten
sollen auf neue Produkte übertragen werden
Beispiel:
Das Image der Nivea – Creme – als „ehrliche Marke mit
hohem Qualitätsanspruch“ wurde erfolgreich auf andere
Produkte der Firma wie Duschgels, Deodorants etc.
übertragen
90% der Neuprodukteinführungen im kurzlebigen
Konsumgüterbereich werden unter Verwendung von
Markentransferstrategien eingeführt
Wichtigster Faktor für den Erfolg: Ähnlichkeit zwischen
Muttermarke und Transferprodukt
50
Preispolitik
Preise drücken das Austauschverhältnis zwischen
Handelsgütern aus.
Preise sind jener Bereich, in welchem
Unternehmen besonders schnell ihre Parameter
verändern können – strategisches Instrument des
Marketing
• Preis und Nachfrage
• Preis und Qualität
51
Preis und Nachfrage
• Angebot und Nachfrage bestimmen die Preise
• Preise bestimmen Angebot und Nachfrage
Preis 7
Je geringer der
Preis, desto
höher die
Nachfrage.
Je höher der
Preis desto
höher das
Angebot.
6
Höchstpreis
Nachfrage
5
Angebot
4
3
Marktgleichgewicht
2
1
0
Sättigungsmenge
0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 ... Menge 52
Ökonomie:
Vollkommene Märkte = vollständige Konkurrenz:
Da die Konsumenten über die Preise und Qualität
vollständig informiert sind, verkaufen alle Anbieter
ein Gut zum selben Preis.
Psychologie:
Konsumenten, aber auch Verkäufer haben eine
ungefähre Vorstellung darüber, was an Qualität
für einen bestimmten Preis erwartet werden kann.
Die Nachfrage kann nach einer Preissenkung
sinken und nach einer Preissteigerung steigen.
53
Paradoxe Wirkungen von Preisänderungen
• Preiserhöhungen können zu Nachfragesteigerungen
führen, wenn
– Qualitätsverbesserungen vermutet werden
– weitere Preissteigerungen erwartet werden
• Bandwagon-Effekt: Unabhängig vom Preis steigt die
Nachfrage, weil alle dieses Produkt wollen
• Preissenkungen können zu Nachfrageverlusten führen,
wenn
–
–
–
–
der „snob appeal“ verloren geht
Liquiditätsschwierigkeiten vermutet werden
weitere Preissenkungen erwartet werden
Qualitätseinbußen befürchtet werden
54
Preiswissen
Gabor & Granger (1961):
• 82 % der befragten Hausfrauen konnten Preise von
Lebensmitteln nennen, in 57 % waren sie korrekt
Wiswede (2007)
• Preise werden dann beachtet, wenn es um den Kauf
eines neuen oder selten gekauften Produktes geht, je
stärker sie von einem gewohnten Niveau abweichen und
je weniger treu ein/e Konsument/in einer Marke ist.
Pinson & Roberto (1988)
• Konsumenten mit sehr hohem oder sehr geringem
Einkommen sind preisbewusster
• Preise werden von Konsumenten mit hoher
Schulbildung, von Singles und berufstätigen Personen
eher beachtet
55
Preisbewusstsein - Sparen
Wo schauen die Österreicher auf den Preis?
(Repräsentativumfrage 1994; Market)
Schuhcreme (64%)
Möbel
Urlaub
Geschenkartikel
Gartenprodukte
Werkzeug
Süßigkeiten
Versicherungen ...
... Auto
Delikatessen
Bier
Wein
Windeln
Zigaretten
Tageszeitung
Babynahrung (~20%)
56
Determinanten der Preiswahrnehmung
und Preisbeurteilung (Winkelmann, 2008)
Motivationale Faktoren
Kognitive Faktoren
Faktoren der Kaufsituation
- Persönliche PreisBetroffenheit
- Einstellung zum Geld
- Generosität oder
Sparsamkeit
- Qualitätsempfinden
- Empfinden für
Preisschwellen
- Vertrauen in den
Anbieter
- Streben nach sozialer
Anerkennung durch den
Kauf
- Ökologische Einstellung
- Entscheidungsfreudigkeit
- Fähigkeit zur
Qualitätsbeurteilung
- Preis-/
Kauferinnerungen,
spezielle Merkfähigkeit
für Preise
- Intelligenz (z. B. für
Preisumrechnungen)
- Selbstvertrauen bei
Preisverhandlung
- Kenntnis / Anwendung
von
Entscheidungsregeln
beim Kauf
- Preisdarstellung,
Etikettierung
- Überschaubarkeit des
Angebots
- Konkurrenzpreise /
Preisniveau
- Aktuelle Sonderangebote
- Gratisleistungen beim
Kauf
- Zeitdruck beim Kauf
- Taktik des Verkäufers
- Aktuelle Finanzsituation
des Käufers
- Preisimage der
Einkaufsstätte
57
Preisschwellen
• Assimilations-Kontrast-Effekt (Sherif & Hovland,
1961): Konsumenten nehmen die Preisänderung
erst wahr, wenn eine gewisse Schwelle
überschritten ist, dann aber wird die
Preisdifferenz im Verhältnis zur tatsächlichen
Preisänderung enorm überzeichnet
wahrgenommen.
Absolute Preisschwelle: Mindest-/Höchstbetrag
den Konsumenten zu zahlen bereit sind.
Relative Preisschwelle: Die Größe der
Preisunterschiede, damit sie als unterschiedlich
wahrgenommen werden.
58
Absolute und relative Preisschwelle
(Homburg & Krohmer, 2003)
59
Ursachen für die Wirkung von
„gebrochenen Preisen“ (z. B. € 9.95)
• Erinnerungseffekt: Es wird nur der
Glattpreis erinnert so wird mit dem
gebrochenen Preis ein Spareffekt
suggeriert.
• Rundungseffekt: Gebrochene Preise
wirken niedriger, weil Konsumenten Preise
unmittelbar abrunden.
• „Primacy-Effekt“: Die erste Ziffer wird
besonders beachtet.
60
Wahrnehmung von „Ecken und Kanten“
bei Preisen (Winkelmann, 2008)
• Das Preiskontinuum ist in diskrete Abschnitte aufgeteilt.
Beispielsweise sind 4.95 € „noch lange nicht“ 5 €
• Preisdifferenzen werden von links nach rechts mit
abnehmender Intensität wahrgenommen.
• Konsumenten stellen sich Maximalpreise in runden Werten
vor. Sie erlauben sich zum Beispiel ¼ Mio. € für den
Hausbau und 20.000 € für ein neues Auto. Liegen die Preise
vertretbar darüber, wird die Nachfrage relativ unelastisch
reagieren.
• Bleiben Preise unter runden Werten, dann entsteht der
Eindruck, gegenüber dem runden Preis könnte etwas gespart
werden.
• Liegt eine Preisschwelle beispielsweise bei 50 € und wird ein
Preis auf unter 50 € gesenkt, kann die Nachfrage
überproportional steigen.
• Gebrochene Preise können den Eindruck einer sorgfältigen
und ehrlichen Kalkulation auf Seiten der Anbieter vermitteln.
61
Preis und Qualität
Der Preis eines Gutes wird meist als
besonders relevantes Signal für die Qualität
angesehen.
Für Konsumenten ist es aber kaum möglich
festzustellen, ob sie für die Summe Geld
den entsprechenden Gegenwert erhalten.
62
Preis als Qualitätsindikator:
Studie Leavitt (1954) - billige Produkte (Bohnerwachs,
Rasierklingen, Kochwein, Mottenkugeln), geringe vs hohe
vermutete Qualitätsunterschiede
Prozentanteil von Personen, welche die teure Marke gegenüber der
billigen bevorzugten (nach von Rosenstiel und Ewald, 1979)
Vermutungen über
Variationsbreite der Preise (Cents) mittlerer
Qualitätsunterschiede 68-72 66-74 62-78 52-88
Prozentinnerhalb der Produktanteil
klassen
________________________________________________________
Große Unterschiede
64 % 50 % 61 % 50 %
56 %
Mittlere Unterschiede 47 % 44 % 54 % 41 %
47 %
Geringe Unterschiede 6 %
6 % 10 % 35 %
14 %
Keine Unterschiede
0%
0%
7%
0%
2%
63
Preis eines Gutes wird dann als
Qualitätsindikator erlebt, wenn ...
•
•
•
•
…keine deutlichen Qualitätsmerkmale vorhanden sind
…die Qualitätsbeurteilung komplex ist
…die Preise in einer Produktkategorie stark variieren
…keine fundierten Kenntnisse über das Produkt
vorliegen
• …Zeitdruck und keine Motivation gegeben ist
Weiter ist der Preis als Qualitätsindikator von der
Qualitätsdimension abhängig (leichte Bedienbarkeit vs.
Prestige) und von Persönlichkeitseigenschaften
(Sparsamkeit, Qualitätsinteresse).
64
Objektive Preis-Qualitäts-Relation
Die Korrelationen zwischen Preisen und der von Experten
(z. B. Stiftung Warentest, Konsument) beurteilten Qualität
ist gering, ca. r = .30.
Kirchler, Fischer und Hölzl (2010):
• Bei Gütern unter € 10 ca. r= -.01
• Bei Gütern zwischen € 10.1 und € 100 ca. r= .31
• Bei Gütern zwischen € 100.1 und € 500 ca. r= .47
• Bei Gütern zwischen € 500.1 und € 1000 ca. r= .53
• Bei Gütern über € 1000 ca. r= .25
65
„You get what you pay for“
Preis als Signal für Produkt Qualität
Erich Kirchler, Florian Fischer & Erik Hölzl
(2010)
66
Agenda
I.
II.
III.
Subjektive Qualität und Preis
„Objektive“ Qualität und Preis
Relation zwischen Preis und objektiver
Qualität
IV. Relation zwischen Preis und Qualität
abhängig von der Ausgabenhöhe
V. Subjektive Annahmen über Preis-Qualitäts
Relationen und die Komplexität von
Produkten
VI. Schlussfolgerungen
67
Sichtweisen der Produktqualität
(Steenkamp, 1989)
1. Die metaphysische Sichtweise
2. Die Produktionsmanagement Sichtweise
3. Die ökonomische Sichtweise
4. Die Sichtweise der wahrgenommenen
Qualität
• Studie über die Preis- wahrgenommene
Qualitäts Relation (Leavitt, 1954)
68
Tabelle 1: Prozentsatz der Teilnehmer, die die teure der
preisgünstigen Marke vorziehen
(adopted from von Rosenstiel and Ewald, 1979)
Assumptions
about quality
variation
Price range (US-Cents)
68-72
66-74
62-78
52-58
Average
percentage
High variation
64 %
50 %
61 %
50 %
56 %
Average variation
47 %
44 %
54 %
41 %
47 %
Low variation
6%
6%
10 %
35 %
14 %
No quality
variation
0%
0%
7%
0%
2%
69
„Objektive“ Qualität und Preis
Messung objektiver Qualität:
Die Korrelation zwischen Preis und von
Experten beurteilter Qualität wird als Indikator
der Relation zwischen Preis und
Produktqualität angewandt.
70
Tabelle 2: Studien über die Relation zwischen Preis
und objektiver Produktqualität
(adopted from Böhm, et al., 2007, p. 14)
Author(s)
Year of
publication
Data base
Oxenfeldt
1950
Consumer Reports 1939-1949
35
.25 s
Friedmann
1967
Consumer Reports 1961-1965
29
.15 s
Morris & Bronson
1969
Consumer Reports 1958-1967
48
.29 s
Diller
1977
Stiftung Warentest 1972-1976
269
.19 p
Sproles
1977
Consumer Reports 1972-1974
135
.26 s
Riesz
1978
Consumer Reports 1961-1975
679
.26 s
Dardis & Gieser
1980
Consumer Reports 1970-1977
105
.28 s
Geistfeld
1982
Consumer Reports 1976-1977
18
.20 s
Yamada & Ackermann
1984
Monthly Consumer 1972-1981
79
.06 s
Bodell, Kerton & Schuster
1986
Canadian Consumer 1978-1985
91
.19 p
Diller
1988
Stiftung Warentest 1972-1986
36
.24 s
Steenkamp
1989
Consumentengids 1977-1986
413
.29 s
Faulds & Grunewald
1993
Stiftung Warentest 1986-1989
32
.10 s
Fürst et al.
2004
Stiftung Warentest 1999-2002
152
.13 p
Note: s = Spearman-Rho correlation; p = Pearson-Bravis correlation
N of tests
r
71
Tabelle 3: Studien über die Relation zwischen dem Preis
von Lebensmitteln und (objektiver) Produktqualität
(adopted from Böhm, et al., 2007, p. 15; Böhm et al., 2007, study
included)
Author(s)
Year of
publication
Data base
N of tests
r
Oxenfeldt
1950
Consumer Reports 1939-1949
10
-.13
Friedmann
1967
Consumer Reports 1961-1965
9
.09
Diller
1977
Stiftung Warentest 1972-1976
22
-.11
Riesz
1978
Consumer Reports 1961-1975
40
.09
Diller
1988
Stiftung Warentest 1972-1986
1
.39
Judd
2000
Cooking magazine
40
.04
Fürst et al.
2004
Stiftung Warentest 1999-2002
not
available
-.02
Böhm et al.
2007
Stiftung Warentest 1994-2006
46
-.12
Note: s = Spearman-Rho; p = Pearson-Bravis correlation
72
Schlussfolgerungen bisheriger
Studien
Preis- Qualitäts Relationen sind schwach
 Preis ist ein schlechtes Marktsignal der
Qualität bei den meisten Produkten, aber:
Ähneln die Annahmen der
Konsumenten über Preis-Qualitäts
Relationen objektiven Preis-Qualitäts
Einschätzungen?
73
Vorgehensweise
• Analyse von Daten über Preise und Produktqualität
und Vergleich mit bisher publizierten
Forschungsergebnissen
• Vergleich von Korrelationen verschiedener
Produktkategorien und preisgünstiger sowie teurer
Güter
• Erhebung der Konsumentenannahmen über PreisQualitäts Relationen
• Analyse der Konsumentenannahmen über die
Produktkomplexität
• Analyse von Preis- Qualitäts Relationen über
wahrgenommene (angenommene)
Produktkomplexität
74
Daten
• Die Daten wurden 37 Ausgaben der Zeitschrift
„Konsument“ (2004-07 größtenteils) entnommen
• Preis: der durchschnittlich ausgeschriebene Preis in
unterschiedlichen Geschäften
• Qualität: die durchschnittliche Beurteilung von
Experten, gemessen an verschiedenen
Produktattributen und angegeben in Bewertungen
(1 bis 5) und Prozentzahlen der Gesamtqualität
• Datensatz: 210 Tests, 2,277 Marken; die Produkte
wurden in 8 Kategorien (z.B.: „Auto und Transport“)
eingeteilt.
75
Durchführung und Analyse
Die Relation zwischen Preis und objektiver Qualität
wurde mittels Spearman-Rho Korrelationen
zwischen Preis und Qualität als Rang jeder Marke
in einem Produkttest berechnet.
Berechnung von
1. Der Preis-Qualitäts-Korrelation aller 210
Produkttests,
2. Der durchschnittlichen Korrelation in den 8
Produktkategorien,
3. Der durchschnittlichen Korrelation aller
Produktkategorien
76
Preis und Qualitäts Relationen in
den Produkttests
• Korrelationen variieren von r = -.89 bis r = 1.00
• 40 Korrelationen wurden positiv und statistisch
signifikant (p=0.05)
• 7 Korrelationen wurden signifikant aber negativ
• In 37 Tests wurde das teuerste Produkt als das
qualitativ hochwertigste beurteilt
77
Frequency
Abbildung 1: Preis-Qualitäts Korrelationen (kategorisiert in 10
Kategorien variierend von r = -1 bis r = 1) in 210 Produkttests
40
35
30
25
20
15
10
5
0
Spearman-Rho correlations
78
Tabelle 4: Durchschnittliche Preis-Qualitäts Relationen
in 8 Produktkategorien (Spearman-Rho Korrelationen)
Category
N brands
N product
tests
df
r
p
(a) Car and transport
257
19
255
.34
<.01
(b) Construction and
energy
174
16
172
.13
.09
(c) Video, camera, music
269
19
267
.42
<.01
(d) Computer and
telephone
218
15
216
.58
<.01
(e) Food and beverages
272
25
270
.07
.24
(f) Leisure and family
408
40
406
.24
<.01
(g) Health and cosmetics
320
38
318
.06
.25
(h) Home and garden
351
36
351
.42
<.01
79
Abbildung 2: Korrelationen zwischen Preis und Qualität von
210 Produkttests über 8 Produktkategorien
Spearman-Rho 1
correlations
.8
.5
.2
.0
-.2
-.5
N of brands tested
04 - 07
08 - 14
-.8
15 - 22
23 - 28
> 29
-1
(a)
(b)
(c)
(d)
(e)
(f)
(g)
(h) Product categories
80
Note: The solid line represents average correlations in the 8 product categories. (a) = car and transport, (b) = construction and energy, (c) = video,
camera, music, (d) = computer and telephone, (e) = food and beverages, (f) = leisure and family, (g) = health and cosmetics, (h) = home and garden.
Hängt die Relation zwischen Preis und
Qualität von der Ausgabenhöhe ab?
81
Tabelle 5: Preis-Qualitäts Relationen nach
Preiskategorien
Price
categories
N brands
N product
tests
Percentage
of brands
tested
df
r
p
< € 10
618
59
28.4
616
-.01
.75
€ 10.1-100
625
62
29.8
623
.31
<.01
€ 100.1-500
658
54
26.0
656
.47
<.01
€ 500.1-1000
196
18
8.7
194
.53
<.01
> € 1000
172
15
7.2
170
.25
<.01
82
Fragebogen zu Preis-Qualitäts
Relationen und Produktkomplexität
a) Denken Sie, dass der Preis von [Produkt] verlässlich die
Qualität des Produkts abbildet?
b) Denken Sie, dass die Qualität von [Produkt] leicht geschätzt
werden kann oder dass die Qualität des Produkts schwer
beurteibar ist, da das Produkt sehr komplex ist?
•
•
41 Beantworter; Durchschnittsalter: 32.6 years (SD = 14.4);
56% Männer; 44% Frauen.
5-stufige Skalen:
1 = ein hoher Preis bildet eine niedrige Qualität ab und die Qualität kann
leicht eingeschätzt werden.
5 = ein hoher Preis bildet eine hohe Qualität ab und die Qualität ist scher
beurteilbar, da das Produkt hoch komplex ist.
83
Ergebnisse
• Die durchschnittliche Preis-Qualitäts Relation:
M = 3.67 (SD = 0.29)
• Die stärkste Relation: Auto und Transport (M = 3.87, SD = 0.40)
• Die niedrigste Relation: Essen und Getränke
(M = 3.52, SD = 0.27)
• Univariate Analyse der Varianz (8 Produktkategorien
 Preis-Qualitäts Urteile) zeigen einen sign. Effekt
(F = 6.19, df = 7,200, p < .01)
• Die durchschnittliche Produktkomplexität: M = 2.59
(SD = 0.38)
• Die komplexesten Produkte: Video, Kamera und Musik
(M = 3.06, SD = 0.30)
• Die am wenigsten komplexen Produkte: Essen und Getränke
(M = 2.19, SD = 0.30)
84
Tabelle 6: Spearman-Rho Korrelationen zwischen (a) den objektiven
Preis-Qualitäts Beziehungen und den subjektiven Annahmen über die
Preis-Qualitäts Beziehung (rOPQ – SPQ), (b) den objektiven Preis-Qualitäts
Beziehungen und subjektiven Einschätzungen der Komplexität (rOPQ - C),
und (c) den subjektiven Annahmen über die Preis-Qualitäts Beziehung
und Komplexität (rSPQ – C)
Products
N
r OPQ – SPQ
p
r OPQ - C
p
r SPQ – C
p
(a) Car and transport
19
.24
.32
.01
.98
-.57
.01
(b) Construction and energy
16
.30
.26
-.38
.15
-.18
.50
(c) Video, camera, music
19
.21
.40
.26
.29
.33
.17
(d) Computer and telephone
15
.05
.85
.19
.54
-.43
.11
(e) Food and beverages
25
.58
<.01
.33
.11
.51
<.01
(f) Leisure and family
41
-.10
.52
-.20
.21
.05
.75
(g) Health and cosmetics
38
-.13
.45
-.33
.05
-.03
.88
(h) Home and garden
37
.33
.05
.20
.27
.50
<.01
Overall
210
.23
<.01
.14
.04
.22
<.01
85
Subjective
price-quality relationship
Abbildung 3: Objektive Preis-Qualitäts Korrelationen für die 210
Produkttests gemeinsam mit durchschnittlichen subjektiven Urteilen über
Price-Qualitäts Relationen und angenommene Komplexität der Produkte
Objective
price-quality relationship
Complexity
86
Schlussfolgerungen (I)
• Der Preis ist ein eher schlechtes Signal von Qualität.
• Die durchschnittliche Korrelation zwischen Preis und Qualität
ist moderat positiv (r = .30), von hoch negativ bis hoch positiv
über alle Produktkategorien.
• Je teurer Produkte sind, desto höher war die Relation.
• Subjektive Annahmen über Preis-Qualitäts Relationen sind
positiver, aber Konsumenten scheinen nicht zu verstehen,
wann und für welche Produktkategorien der Preis als ein
Signal für Qualität verwendet werden kann.
• Subjektive Annahmen kovariieren moderat mit objektiven
Price-Qualitäts Relationen.
87
Schlussfolgerungen (II)
• Subjektive Annahmen hingen mit der Produktkomplexität,
zusammen, obwohl die Ergebnisse ambivalent sind:
– Essen und Getränke sowie der Haus und Garten Sektor: Je
höher die Komplexität eines Produktes, desto eher nehmen
Konsumenten an, dass teure Produkte qualitativ
hochwertiger sind als preisgünstige Produkte.
– Auto und Transportsektor: Die Korrelation ist negativ.
• Messprobleme:
– Weder Preis noch Qualität kann genau gemessen werden.
– Testagenturen untersuchen nur Produktcharakteristika, die
zugänglich.
– Testagenturen definieren spezifische
Produktcharakteristika und kombinieren die Einzelurteile zu
einem einzigen Qualitätsindikator.
88
Qualitätsurteile aufgrund des Preises
(Shiv et al., 2005)
Führt der Konsum eines verbilligten Energy-Drinks
zu verminderten Leistungen beim Lösen von
Rätseln?
Teilnehmer, die den Discount-Preis zu zahlen
hatten, schnitten in der Rätselaufgabe schlechter
ab, als jene, die den üblichen Preis bezahlten.
Wurden die Teilnehmer darauf aufmerksam
gemacht, dass trotz Preisnachlasses die Qualität
des Getränks nicht verändert wurde, dann waren
die Leistungsunterschiede vernachlässigbar.
89
Distributionspolitik
Maßnahmen, die zur Versorgung der
Konsumenten mit Gütern notwendig sind.
• Verkaufsort
• Online-Shopping
• Persönlicher Verkauf (?)
90
Architektur, Geschäftsdekoration und
Ausstellung der Waren bestimmen das
Verkaufserlebnis
• Abwechslungsreiche Gestaltung des Geschäfts führt zu
positiven Gefühlen bei Kunden, einer längeren
Verweildauer im Geschäft und zu Mehrkäufen.
• Düfte und Musik können emotionalisieren, das
Erkundungsverhalten im Geschäft beeinflussen und dazu
führen, dass Kunden miteinander kommunizieren.
• Warensortiment, Kundendienst, Kundenkreis,
Innenarchitektur, Atmosphäre, Werbeaktivität und
Erreichbarkeit bestimmen das Erscheinungsbild von
Geschäften.
91
Verkaufsort und Umgebung
Käufe sind stets utilitaristisch und/oder hedonistisch
orientiert (Kaltcheva & Weitz, 2006).
Über sensorische Stimulation, Emotionen, die
Vermittlung und Anregung von Phantasie soll der
Einkauf zum lustvollen Erlebnis werden
(Hirschmann & Holbrook, 1982).
• Einkaufszentren als „fantasy places“
• Shopping als genussvolle Freizeitaktivität
• Shopping als Selbstzweck: Suche nach
Abenteuer, Selbstbelohnung
92
3 Dimensionen der Konsumsituation
(Foxall, 1990)
• Offene oder geschlossene Konsumsituationen: Sind
Verhaltensskripts bindend oder offen?
• Kaufverhalten wird über erzielten Nutzen des Verhaltens
verstärkt.
• Über den Kauf und Konsum können Informationen über
die Leistungsfähigkeit von Konsumenten und über deren
sozialen Status gewonnen werden.
Offene Konsumsituationen, die auf Nutzen ausgerichtete
Verstärker und informationelle Verstärkung verwenden,
aktivieren Kunden.
Positiver Zusammenhang zwischen den emotionalen
Reaktionen Lust, Aktivierung und Dominanz und dem
Annäherungsverhalten
93
Variablen zur Beschreibung der
Geschäftsumwelt
•
•
•
•
•
Externe Geschäftsvariablen
Geschäftsatmosphäre und Ambiente
Geschäftslayout und Funktionalität
Schilder, Symbole und Artefakte
Soziale Aspekte
94
Externe Geschäftsvariablen
Geschäftsumgebung, Verkehrsdichte, Höhe,
Farbe und Größe des Geschäfts, etc.
Die Wirkung der externen Geschäftsvariablen
ist von der Art des Geschäfts abhängig.
95
Geschäftsatmosphäre und Ambiente
Hintergrundeigenschaften des Geschäfts: Temperatur,
Beleuchtung, etc.
Holistischer Zugang: Konsumenten bevorzugen eine
Atmosphäre, die als kongruent und als zusammenpassend erlebt wird.
• Effekte von einzelnen Elementen:
- Musik: Gut erkennbarer Rhythmus wirkt aktivierend, monotone
Musik beruhigend, laute Musik reduziert Verweildauer im Geschäft
und kann vom Verkaufsgespräch ablenken
- Gerüche und Düfte: Je intensiver, desto unangenehmer; Frauen
reagieren sensibler als Männer auf Düfte; Beduftung erhöht die
Verweildauer, beduftete Produkte werden besser erinnert
- Beleuchtung und Farben: Mit Licht kann die Aufmerksamkeit
gesteuert werden; dunkle Räume machen Angst, helleres Licht
aktiviert und fördert Annäherungsverhalten; sehr kurze und sehr
lange Wellenlängen aktivieren stärker als Farben im mittleren
Frequenzbereich
96
Geschäftslayout und Funktionalität
Platzierung der technischen Systeme, Ausstattung, Möbel,
etc.
Funktionalität: wenn sich die Kunden leicht im Geschäft
orientieren können und das Geschäftslayout den
Verhaltensskripts der Konsumenten entspricht.
• Eingangszone wirkt aktivierend, Skripts werden
automatisch abgerufen
• Wissen über das Geschäftslayout verringert die
Verweildauer.
• Durch die Gangführung können Kunden länger im
Geschäft gehalten werden.
• Über Kundenstrombeobachtung können die Gehmuster
der Kunden analysiert und die Warenplatzierung
dementsprechend angepasst werden.
97
Warenplatzierung:
• Einfluss der Regalhöhe (Augenhöhe wird am
besten gesehen)
• nach Sucheffizienz, Entscheidungseffizienz und
der Stimulation der Wahrnehmung
• Zweitplatzierungen (Sonderdisplays, Schütten
etc.)
Wartebereiche und -schlangen:
• Wartezeit frustriert und führt zu negativer
Bewertung der Servicequalität (ab ca. 90 sec
wird die Wartezeit stark überschätzt).
• Verkürzung der Wartezeiten durch Musik,
Videovorführungen, Sonderdisplays etc.
98
Schilder, Symbole und Artefakte
• Symbole kommunizieren implizite Informationen über
die Bedeutung des Geschäfts, Normen und
Verhaltensregeln
• Schilder kommunizieren explizite Informationen, welche
sich auf die Bezeichnung (z.B.: Name des Geschäfts),
Richtung (z.B.: Ausgänge) und Verhaltensregeln (z.B.:
Rauchen verboten) beziehen können.
• Informationsdisplays erhöhen den Verkaufserfolg, wenn
sie Informationen über das Produkt, den Preis und die
Preisreduktion (z. B. Statt-Preise) enthalten.
Erleichtern den Kunden die Orientierung
Bieten Informationen
Können dazu benutzt werden, sich von Konkurrenten
abzuheben
99
Soziale Aspekte
Merkmale der Kunden, Anzahl, Eindruck und
Uniformen der Angestellten, Privatheit, Dichte und
crowding
• Emotional contagion: Die geäußerten Emotionen von
Kunden stecken andere an.
• Auftreten der Angestellten: Untypische Verkäufer
werden positiver bewertet.
• Dichte: pro Person verfügbarer Raum
• Crowding: Subjektive Wahrnehmung von zu wenig
Raum
– Je höher die Dichte, desto höher die Stimulierung der Kunden,
Ablenkung und Zeitdruck nehmen zu, die Verweildauer
verringert sich.
– Optimales Maß der Dichte hängt von der Art des Geschäfts ab
(Disco vs. Kleidergeschäft); Frauen reagieren auf Crowding
sensibler als Männer
100
E-Commerce – Online-shopping
Vertrieb über das Internet
1997: 6,5% der Deutschen nutzen das Internet
2007: 62,7% der Deutschen nutzen das Internet
Vorteil: Unabhängig von Zeit und Ort können Informationen
gesucht und Güter eingekauft werden
Risikowahrnehmung von Online-Zahlungen: abhängig vom
Bekanntheitsgrad der Website; je riskanter ein Kauf
wahrgenommen wird, desto geringer die Kaufabsicht
Design der Website ist zu Beginn wichtig, später sind
Informationen wichtiger; Design sollte nicht ablenken
Um die Akzeptanz von Online-shopping zu erhöhen, muss
das Vertrauen in das Rechtssystem, das technische
System und das Vertrauen zu den Verkäufern hoch sein.
101
Persönlicher Verkauf
Image des „point of sale“ (Tietz, 1983):
• Fachgeschäft: zuverlässig, attraktiv,
übersichtlich, individuell
• Versandhandel: vielseitig, modern, zuverlässig,
bequem
• Verbrauchermarkt: preisgünstig
Expertenberatung wird geschätzt!
Ziel des Verkaufs: Argumente liefern, welche dazu
führen, dass Konsumenten ihre Einstellung zu
Gütern entsprechend ändern und bereit sind, zu
kaufen.
102
Persönlicher Verkauf
Veränderung im Verhalten können herbeigeführt
werden durch z.B.
• Durchbrechen von Gewohnheiten
– z. B. ein junger Mann fragt eine ältere Frau in der UBahn nach dem Sitzplatz
• (Schein-)Argumente und Begründungen
– Kann ich schnell 5 Seiten kopieren, weil ich es für die
Vorlesung sehr eilig habe (94 %)
– Kann ich schnell 5 Seiten kopieren (60 %)
– Kann ich schnell vorgehen, weil ich kopieren muss
(93 %) (Langer et al. 1978)
• Einstellungsänderungen
103
Elaboration likelihood model
(Petty & Cacioppo, 1986)
Informationen der Verkäufer werden je nach
Motivation der Kunden unterschiedlich verarbeitet.
Motivation und Interesse hoch: zentrale
Informationsverarbeitung - Sachargumente sind
wichtig.
Motivation und Interesse gering: periphere
Informationsverarbeitung - Eigenschaften des
Senders, der Situation kommen zum Tragen.
104
Persönlicher Verkauf – Eigenschaften der
Verkäufer
Positiver Zusammenhang zwischen Verkaufserfolg und
• Alter
• Ausbildung
• Fachkenntnissen
• Erfahrung
• Intelligenz
• Extraversionsneigung
• Dominanz
• Einfühlungsvermögen
• Sachliche Argumentation
• Leistungsorientierung und Leistungsmotivation
• Status
105
106
Eigenschaften der Verkäufer
• Status: Person wird in Lehrveranstaltung vorgestellt;
Teilnehmer werden später nach Größe gefragt: Besucher
„wächst“ mit zunehmendem Status („Student“,
„Assistent“, „Dozent“, „Professor“; 1.5 cm/Statusstufe)
(Wilson, 1968)
• Nonverbale Charakteristika:
– „Baby-Face“: löst Vertrauen aus.
– Stimmhöhe, -modulation, Sprechgeschwindigkeit,
Mimik und Gestik
– Hohes Gesprächstempo kann Gegenargumente
verhindern (Smith & Shaffer, 1991) und kompetent wirken
(Hurth, 2007).
– Frauen wirken in Gesprächen mit Männern
überzeugender, wenn sie zögerlich argumentieren
und Pro- und Kontraargumente offenlegen. Bei
Gesprächen zwischen Frauen ist ein fordernder
Gesprächsstil effizienter (Carli, 1990)
Stereotype
107
Eigenschaften der Verkäufer
• Ähnlichkeit zwischen Käufer und Verkäufer:
(Alter, Körpergröße, Religion, politische
Einstellung, Einkommen, Rauchen, etc.)
– Vergleichbares Lebensalter korreliert mit Abschluss
von Lebensversicherungen (Gadel, 1964).
– „Ähnlicher Musikgeschmack“ fördert Absatz von
Zubehör (Woodside & Davenport, 1974).
• Charisma: Halo-Effekt: Eine attraktive Person
hat auch eine attraktive Meinung (Cialdini,
1993).
• Sympathie: Tupperware-Partys: Einladung zu
Freunden
108
Gesprächsverlauf und Darstellung der
Standpunkte
Adaptiver Verkauf: Verkaufsverhalten auf die
Eigenheiten der Kunden ausrichten und flexibel sein
(Weitz, Sujan, & Sujan, 1986).
Sammeln von Informationen über Bedürfnisse und
Einstellungen der Kunden, Produkteigenschaften,
Vor- und Nachteile etc. und das flexible Einbauen
dieser Informationen in das Verkaufsgespräch
(Haas, 2006).
„Theorie“ über Persönlichkeitseigenschaften und
Kundentypen haben.
Dynamik des Gesprächsverlaufs beachten.
109
Phasen des Gesprächsverlaufs nach
Olshavsky (1973)
• Orientierungsphase: Kunden bringen ihre
Meinung ein, danach informiert der Verkäufer –
auf die Meinungen der Kunden eingehen
• Bewertungsphase
• Abschlussphase: Besprechen von Liefer- und
Zahlungsmodalitäten
Sachlich-rationale Argumentation und Zeigen von
Akzeptanz und Wohlwollen gegenüber den
Käufern (Angerer, 2004)
110
Erfolgreiche Taktiken von Bankkundenberatern:
•
•
•
•
•
Werben um neue Kunden
Persönliche Anrede
Anpassen der eigenen Sprachcharakteristika an jene der Kunden
Bestätigung der Entscheidung der Kunden
Kunden nach Abschluss kontaktieren
Druck und Aufforderung:
• Moderate Kaufhinweise sind am erfolgreichsten
• Zu starker Druck löst Reaktanz aus
• Furchtappelle (auf negative Konsequenzen bei Nicht-Kauf
hinweisen) wirken nur wenn, a) Rezipienten von der Wichtigkeit
des Problems überzeugt sind, b) sie für das Problem und dessen
Konsequenzen empfänglich sind und c) die Lösungsvorschläge
geeignet erscheinen. (Schutzmotivations-Theorie von Rogers,
1983)
111
• Wiederholung von Argumenten
– Mere exposure effect (Zajonc, 1968)
– Wiederholt vorgebrachte Argumente wirken stärker (Arkes et al.,
1991)
• „Taumel des Handelns, bevor andere zuschlagen“
– Scheinbarer Mangel steigert Interesse (Lieferengpässe, andere
Käufer)
– Z. B. Bücher, als begrenzt verfügbar beschrieben, wurden teurer
eingeschätzt (Verhallen & Robben, 1994)
• Entgegenkommen wird durch einen späteren
Gefallen „zurückbezahlt“:
– Reziprozität als soziale Norm: Entgegenkommen einer Person wird
erwidert
– Experiment Regan (1971): Mitgebrachtes Cola steigert Losverkauf,
unabhängig von Sympathie
112
Verkaufstaktiken
• „Low ball“: absichtlich zu niedrigen Preis nennen,
Festlegen auf Entscheidung, danach Preiskorrektur oder
nötige Zusatzkäufe. Wirkung via Konsistenz,
z. B. PC-Verkauf; Kabel, Tastatur, etc.
• „Foot in the door“: attraktives Einstiegsangebot vor
eigentlichem Verkauf. Wirkung via Konsistenz,
z. B. Zeitungsabonnements
• „Door in the face“: sehr hohes Einstiegsangebot vor
eigentlichem Verkauf, „Entgegenkommen“. Wirkung via
Reziprozität, z. B. Verkauf eines Anzuges
• „That‘s not all“: hohes Einstiegsangebot, das sofort
verbessert wird. Wirkung via Reziprozität, Ankerpreis;
z. B. „Marktschreier“, die ein Küchengerät verkaufen
113
Verteidigung gegen Einflusstaktiken
• Wissen über Persuasionsabsichten der Verkäufer
(Motive, Strategien)
• „Portion“ Misstrauen gegenüber besonders attraktiven
und ehrlich wirkenden Verkäufer
• Im Gespräch nicht nur Sachinhalte beachten sondern
auch die Art der Gesprächsführung
• Eigene Reaktionen reflektieren (auf Geschenke,
Ankerpreise, Statussymbole etc.)
• Auf „framing“ achten (z. B. Sicherheit statt Risiko)
• Kenntnisse über systematische Entscheidungsfehler
• Vor dem Kauf vorbereiten und informieren
114
Persönlicher Verkauf - Eigenschaften der
Käufer
• Selbstwert
kurvilinearer Zusammenhang mit
Einstellungsänderung: Personen mit sehr
geringem und sehr hohem Selbstwert weniger
beeinflussbar (Rhodes & Wood, 1992)
• Extraversion und Introversion
In Kombination mit emotionaler Labilität
relevant: Austausch-Verstärkungs-Theorie
(Brandstätter, 1985)
115
Eigenschaften der Käufer
Austausch-Verstärkungs-Theorie
Austauschorientierung
Emotional labil
Extravertiert
Introvertiert
Emotional stabil
Freundlichkeit →
Emotionen als störend;
Dankbarkeit,
neutrale Gesprächsstile
Entgegenkommen
als sachlich
Unfreundlichkeit →
Ärger, Beharren
Freundlichkeit →
Stolz, Beharren
Unfreundlichkeit →
Furcht,
Entgegenkommen
Verstärkungsorientierung
Emotionen als störend;
neutrale Gesprächsstile
als sachlich
116
Involvement der Kund/en:
Je involvierter eine Person ist, desto mehr wird sie nach
Informationen zu Alternativen suchen und sich eine starke
Meinung bilden (Verkauf an Involvement anpassen)
Stimmung:
• Negative Stimmung verstärkt analytisches Denken
• Positive Stimmung bewirkt Unterschätzung von Risiken
• In schlechter Stimmung eventuell Kauf als
„Stimmungsreparatur“
(Stimmung = Information-Heuristik)
117
Verkaufstrainings
• Schulung, um verbal und nonverbal gezielt
agieren zu können
- Kognitive Ziele: Aneignung von Wissen
über eigene und Konkurrenzprodukte
- Affektive Ziele: Beeinflussung von
Einstellungen
- Psychomotorische Ziele: Training der
Bedienung bestimmter Geräte
118
Verkaufstraining – Grid-Ansatz
(Blake & Mouton, 1979)
1
KUNDENORIENTIERUNG
Modell der
Führung
übertragen
auf Verkauf
2
3
1.9
„menschlich
orientiert“
4
5
6
7
8
9.9
„problemorientiert“
9
9
8
7
6
5
4
1.1
„Nimm oder
lass‘ es“
9.1
„umsatzorientiert“
3
2
1
VERKAUFSORIENTIERUNG
119
„Interkulturelles Einfühlungsvermögen“
Fähigkeit verbale und nonverbale Informationen zu entschlüsseln
(Rituale und Regeln, Bedeutung von Verhaltensweisen):
Training (Thomas, 1990):
• effektive Kommunikation und Kooperation
• Fachliche Qualifikation
• Sprachkenntnisse
• Landes- und Kulturkenntnisse
Dekodierung der Ursachen bestimmten Verhaltens
(Kausalattribution), von Zielen des anderen (Finalattribution), von
Normen und Rollen
Isomorphe Attribuierung: Verhalten der Partner soll so verstanden
werden, wie es dem fremdkulturellen Orientierungssystem
entspricht.
120
Beziehungsmarketing
= Kunden langfristig an das Unternehmen binden
• Ermöglicht auf die Individualität der Kunden
einzugehen
• Erspart Kosten
• Basiert auf der Norm der Reziprozität,
wechselseitigem Vertrauen und Commitment
Wahrgenommene Expertise hat die höchsten
Effekte auf Kundenzufriedenheit, Vertrauen und
Verkaufserfolg (Bauer, et al., 2007).
121
Kommunikationspolitik
122
123
Kommunikationspolitik
• Ausgangsbedingungen von
Werbeaktivitäten
• Ziele und Strategien der Werbung
• Techniken und Wirkung der Werbung
• Überlegungen zu Sozialtechniken
• Generierung von Gefühlen in der Werbung
124
Kommunikationspolitik
Ausgangspunkt der kommunikationspolitischen
Entscheidungen (Schweiger & Schrattenecker, 2009):
Corporate Identity
Identität eines Unternehmens,
Unternehmenspersönlichkeit
Ziel:
• Ein einheitliches Bild über das Unternehmen, seine
Produkte und Aktivitäten soll entstehen
• Positionierung am Markt: Attraktivität des eigenen
Angebots erhöhen und gegenüber von
Konkurrenzprodukten positiv hervorheben
• Schaffung von Aktualität und Aufmerksamkeit,
Vermittlung von Emotionen, um Interesse zu wecken
und zum Kauf anzuregen (Vollert, 2006)
125
• Instrumente der Kommunikationspolitik:
– Massenkommunikation: Werbung, Produktdesign, oder
Gestaltung von Schaufenstern, Katalogen
– Persönliche Kommunikation: Verkaufsgespräch,
Individuelle Beratung auf Fachmessen etc.
• Wege:
– Werbung: beabsichtigte Beeinflussung von marktrelevanten
Einstellungen und Verhaltensweisen ohne formellen Zwang
unter Einsatz von Werbemitteln und bezahlten Medien
– Öffentlichkeitsarbeit (public relations): „bewusstes und
legitimes bemühen um Verständnis sowie Aufbau und Pflege
von Vertrauen“ (Schweiger & Schrattenecker, 2008), nach
außen als auch nach innen – über Massenmedien,
Pressekonferenzen, Kundenzeitschriften etc.
– Direktwerbung: Werbesendungen, Teleshopping etc.
– Event-Marketing und Sponsoring: Konferenzen, Messen,
Sportevents etc.
– Product-Placement: Kino-, Fernsehfilme etc.
126
Promotionsmethoden
(Nieschlag, Dichtl, & Hörschgen, 1972)
•
•
•
•
•
Produktproben (kurzzeitige Probenverteilung)
Sonderpreise (Preisvorteile; Grosspackungen)
Zugaben (Vergabe von Waren; Gutscheine)
Gewinnspiele
Persönlicher Verkauf (Demonstration,
Präsenter)
• Merchandising Methoden (besondere
Plazierung und Hervorhebung von Produkten)
• Publicity Maßnahmen (Veranstaltungen,
Stars)
127
Ausgangsbedingungen von
Werbeaktivitäten
• Informationsüberschuss und -überlastung: nur 1-2% aller
Informationen werden beachtet
• Gesättigte Märkte: Das eigene Produkt kann nur auf
Kosten der Konkurrenten vermehrt abgesetzt werden.
• Qualitätsunterschiede zwischen den Waren sind gering.
Konsequenz:
• „Aufmerksamkeitsökonomie“ (Frey, 2005)
• Bildkommunikation verdrängt Text
• Emotionen verdrängen Sachinhalte
• Verwendung von Farben
• Markendifferenzierung: z.B.: Frühstücksflocken
128
Rahmenbedingungen
Informationsüberlastung
% der Werbung
30
Sachinformation
20
Emotionsanteile
10
0
19101920
19201930
19301940
19401950
19501960
19601970
19701980
Anteile von Sachinformationen und emotionalen Inhalten in
Werbeanzeigen von 1910 bis 1980 (nach Leiss, Kline & Jhally, 1986) 129
Rahmenbedingungen
Informationsüberlastung (Hackl-Grümm, 1994)
Felix-Ketchup
Nivea
Coca-Cola
BLAU
Marlboro
GELB
GRÜN
ROT
Kurier
Chiquita
LILA
Palmers
Milka
130
„Neue Medien“ - Internet
• Untersuchung von Internetwerbung, Interaktivität, ECommerce, Prozesse der Werbung, Einstellung zu
Webseiten, Werbeinhalten und Marken im Vergleich zu
klassischen Medien.
• Neuer Kontext: Nutzer sind allein zu Hause haben aber
gleichzeitig die Möglichkeit zu virtueller Kommunikation
(chat-rooms, blogs, etc.)
Stärke der Online-Werbung:
• Integrierte Erfolgskontrolle: Registrierung von Mausklicks
und Aktivitäten (email, Anfragen, etc) der Nutzer
• Unmittelbare Optimierung von laufenden Kampagnen
131
Ziele und Strategien der Werbung
Die Wirksamkeit von Werbung muss messbar sein, deshalb
müssen die Werbeziele konkret formuliert werden.
Allgemeine Ziele:
• Erhöhung des Umsatzes
• Positive Einstellung zu Produkten
• Erhöhung der Kaufbereitschaft
Ziele werden erreicht über:
• Aktualisierung
• Emotionalisierung
• Information
132
• Aktualisierung (wichtigstes Ziel): Die
Werbebotschaft muss wahrgenommen werden.
• Information: Wenn die Kunden bestimmte
Bedürfnisse haben und wissen, dass ein
Angebot zur Befriedigung führt, dann ist es
notwendig über die Eigenschaften des Angebots
zu informieren.
• Emotionen: Auf gesättigten Märkten müssen
Bedürfnisse erst geweckt werden, d.h. statt
Informationen werden Gefühle vermittelt.
Information und Assoziation von Gefühlen dient
der Positionierung von Gütern. Die Einstellung
zum Gut soll sich von den Einstellungen zu
Alternativprodukten abheben.
133
Ziele und Strategien der Werbung
Fiktive Positionierung von Automarken in einem
zweidimensionalen Einstellungsraum
Porsche
*
Sportlich
Idealposition
für Zielgruppe 1
Jaguar
*
Automarke x *
* Fiat
teuer
Cadillac
*
Renault
*
wirtschaftlich
*
Volkswagen
*
Mercedes
Idealposition
für Zielgruppe 2
Solide
134
Techniken und Wirkung der Werbung
Werbetechniken zur Gestaltung von Werbemittel:
Sozialtechniken: Systematische Anwendung von
Gesetzmäßigkeiten zur Gestaltung der sozialen
Umwelt, insbesondere zur Beeinflussung von
Menschen.
Die Wirkung von Sozialtechniken ist vom
Involvement der Konsumenten, den
Beeinflussungsmethoden und der Zahl der
Werbewiederholungen abhängig.
135
Involvement
Involvierte Konsumenten: Suchen aktiv
nach Informationen und verwenden zentrale
Informationsverarbeitungsprozesse
Werbewirkung hängt vom Inhalt der
Botschaft ab
Wenig involvierte Konsumenten:
Informationen werden durch periphere
Verarbeitungsprozesse verarbeitet
Werbewirkung über visuelle und
akustische Gestaltung und die
emotionale Aufmachung
136
Beeinflussungsmodalität
• Text, Sprache: vorrangig werden
Sachinformationen vermittelt
– wird sequenziell-analytisch verarbeitet
• Bilder: Gefühle werden vermittelt
–
–
–
–
werden schnell wahrgenommen
aktivieren stark
werden ganzheitlich, analog verarbeitet
können miteinander verknüpft werden, indem sie
räumlich zusammen angeordnet werden
– lösen starke Emotionen aus
– bleiben lebhaft in Erinnerung
137
Wiederholungshäufigkeit
• Notwenig, um Lerneffekte zu erzielen
• Abhängig von der Art der Werbung und den
Kommunikationsbedingungen
• Je weniger involviert die Konsumenten sind
desto mehr Wiederholungen sind notwendig.
• Vor allem bei involvierten Konsumenten kommt
es nach einigen Wiederholungen zur
Entwicklung von negativen Gegenargumenten
• Steigende Anzahl von Wiederholungen führt zu
Langeweile und negativen Assoziationen (Wearout-Effekt; Banner-Burnout)
138
Abnutzungswirkung von Werbebotschaften durch
innere Argumente (nach Kroeber-Riel, 1991b)
Tabelle 6.9: Abnutzungswirkungen von Werbebotschaften durch innere Gegenargumente (nach
Kroeber-Riel, 1991b)
Wirkung der Wiederholung bei informativer
Beeinflussung und geringem Involvement der
Konsumenten
Abnutzungserscheinungen sind möglich, obwohl
Rezipienten an der Werbebotschaft kaum
interessiert sind. Weil Konsumenten weitgehend
passiv Informationen aufnehmen, ist die
Wiederholung der Botschaft notwendig. Die
Bewerbung einer Marke könnte durch variierende
Werbeanzeigen, Slogans etc. erfolgen.
Wirkung der Wiederholung bei emotionaler
Beeinflussung und geringem Involvement der
Konsumenten
Abnutzungserscheinungen sind kaum möglich, weil
Rezipienten emotionalen Botschaften
entsprechend den Gesetzen der klassischen
Konditionierung kaum ausweichen können.
Üblicherweise sind 20 bis 30 Wiederholungen
notwendig, bis Emotionen und Produktmarke
„zusammengeschweißt” sind.
Wirkung der Wiederholung bei informativer
und/oder emotionaler Beeinflussung und hohem
Involvement der Konsumenten
Abnutzungserscheinungen sind, unabhängig
davon, ob informativ oder emotional geworben
wird, bereits nach wenigen Wiederholungen
wahrscheinlich. Deshalb ist es zweckmäßig,
Werbebotschaften zu kürzen und häufig Inhalte zu
wechseln. Unterhaltsame Werbung führt seltener
zu inneren Gegenargumenten als nicht
unterhaltsame.
139
Überlegungen zu Sozialtechniken
Subliminale Werbung:
Juni 1956, Sunday Times
Es erscheint ein Bericht über eine Studie, in welcher
Kinobesuchern bewusst nicht erkennbare, extrem
kurzzeitige Einblendungen von Werbebotschaften
dargeboten wurden. Nach der Filmvorführung wurde
anscheinend mehr von den umworbenen Produkten
verkauft als üblich.
„Geheime Verführer“ (Packard, 1957)
140
Studie von Hawkins (1970):
• Darbietung von Reizen: 2.7 Millisekunden
• Design:
– A (Kontrollgruppe): „sieht“ Silbe „NYTP“
– B1: unterschwellige Darbietung von „NYTP“ und überschwellig
„COKE“
– B2: unterschwellige Darbietung von „COKE“
– B3: unterschwellige Aufforderung von „DRINK COKE“
• Ergebnisse: Teilnehmer der Kontrollgruppe berichten geringere
Durstintensitäten als Teilnehmer der Experimentalgruppen.
Replikation der Studie durch Beatty & Hawkins (1989)
scheitert!
Bedeutsamer als unterschwellige Werbung sind
überschwellige Elemente, die nicht bewusst
wahrgenommen werden und verhaltenswirksam werden
(Gerüche, Farbe; siehe auch Priming)
141
Kardinalgebote der Werbung:
1)
2)
3)
4)
5)
Werbebotschaft muss beachtet werden
Botschaft muss aufgenommen werden
Emotionen müssen vermittelt werden
Verbindung von Gefühl und Produkt
Werbeinhalt muss in den Kunden
verankert werden
142
Aufmerksamkeit durch
• Intensive Physische Reize (groß, laut, bunt)
• Emotionale Reize ( Schlüsselreize, Kindchenschema,
Erotik)
• Überraschende Reize (gedankliche Widersprüche, z.B.
Tierkopf auf Auto)
• Hohe Einschaltfrequenzen, Reminder Technik
Zu starke Reize können aber von der eigentlichen
Werbebotschaft ablenken.
Kriterien für Gestaltung
Platzierung und Größe in Zeitschriften
Unterhaltungswert
Klarheit und Verständlichkeit
Bild/ Text-Anordnung
143
Für die Wahrnehmung optimale Bild-Text
Anordnung (Janiszewski, 1990)
Werbebild
PIKI
Bei Bildern: rechts oben
Werbetext
Le retour du stylenéoclassique. C
hez Fiat on appelle cela le retro-f
uturisme, mais le monde de l'automobile dénomme néoclassique, c
ette mode qui consisteà agrément
er une carrosserie moderne de peti
tes références au passé. Une initia
tive due aux Japonais. l'ère du x ro
i semble desormais révolvue, Aud
ourd'hui, sait pertinemment que la
présence d'une calandre ou de bag.
PIKI
Bei Texten: links oben
144
Gedächtnis
(Wimmer, 1980)
Neben Wiederholungshäufigkeit ist auch
Aktivierungskraft von Werbeanzeigen relevant
Erinnerung an Werbung
Stark aktivierende Anzeige
Schwach aktivierende Anzeige
1
3
5
8
Wiederholungen
145
Generierung von Gefühlen in der
Werbung
Messung von Emotionen über 4 Aspekte:
1) Intensität der Erregung
(Aktivierungsgrad)
2) Richtung der Emotion (positiv oder
negativ)
3) Gefühlsqualität (z.B. Interesse, Freunde,
Überraschung etc.)
4) Bewusstseingrad oder Klarheit des
Gefühls
146
Emotionale Konditionierung
• Analog zu Klassischer Konditionierung
• Voraussetzungen für Wirksamkeit:
– Gleichzeitige Darbietung von emotionalem Reiz und
(neutralem) Markennamen
– Dargebotene Reize müssen intensiv sein
– Zahlreiche Wiederholungen sind notwendig
– Konsistente Reizdarbietung ist notwendig
– Gedankliche Passivität ist kein
Konditionierungshindernis
Güter sollen mit für die Zielgruppe relevanten
Emotionen aufgeladen werden (z.B. Erfolg,
Leistung, Jugendlichkeit, Sportlichkeit etc.)
147
Emotionale Konditionierung
Hoba-Experiment (Kroeber-Riel, 1992)
• Filme mit vorgeschalteten Werbeanzeigen mit
fiktiven Markennamen („Hoba “- Seife und
„Semo“ -Ordner), zahlreiche
Ablenkungsanzeigen
• Insgesamt 9 Filme über mehrere Tage, in
Summe 30 Anzeigen Hoba bzw. Semo.
–
–
–
–
Gruppe a: schwach emotionale Werbung ohne Text
Gruppe b: stark emotionale Werbung ohne Text
Gruppe c: schwach emotionale Werbung mit Text
Gruppe d: stark emotionale Werbung mit Text
148
Emotionale Konditionierung
(Kroeber-Riel, 1992)
Sachlicher Eindruck
Stark
Starke Emotion, Text
Starke Emotion,
kein Text
Schwache Emotion,
kein Text
Schwache Emotion,
Text
Schwach
Schwach
Emotionaler Eindruck
Stark
Anmerkung: Die Pfeilrichtung gibt die Position der Vor- und Nachhermessungen an.
149
Emotionale Konditionierung schafft auch
Stimmung
Durch positive Bildreize werden positive
Stimmungen geweckt und damit
a) positive Elemente aus den gespeicherten
Wissenselementen ins Bewusstsein gerufen,
b) die dargebotenen Informationen positiver
aufgenommen und
c) gedankliche Beurteilungsvorgänge positiv
beeinflusst (z.B. Bower, 1981).
Der Einfluss der Stimmung auf die
Informationsverarbeitung wurde im „Affect Infusion
Model“ beschrieben (Forgas, 1994)
150
Affect Infusion Model (Forgas, 1994)
Merkmale des
Urteilsgegenstandes
Merkmale der
urteilenden Person
Merkmale der
Situation
* Bekanntheit
* Komplexität
* persönliche Relevanz
* Motive und Ziele
* Emotionen
* kognitive Kapazität
* Präzision
* Verfügbarkeit von Kriterien
* soziale Erwünschtheit
Direkter Zugriff
„direct access
strategy“
(kristallisierte
Informationen
und Urteile)
Stimmung:
Kein Einfluss
Motivierte
Verarbeitung
Urteilsheuristiken
„motivated
processing
strategy“
„heuristic
processing“
(zielgerichtete
Urteile)
(einfache
Urteile)
Stimmung:
Stimmung:
Geringer Einfluss Einfluss
Substantielle
Informationsverarbeitung
„substantive
processing“
(extensive Urteile)
Stimmung:
Einfluss
z.B. Erinnerung
z.B. Stimmung =
Informations-Heuristik
151
• State dependency: Jene Wortliste wird
besser erinnert, die bei jener
Stimmungslage enkodiert wurde, die der
Stimmung bei der Wiedergabe entsprach
(Bower, et al. 1978).
• Mood congruency: Gedächtnis- und
Lernleistung hängen von der Stimmung
ab: positiv gestimmte Rezipienten sollten
positive Inhalte, und negativ gestimmte
Rezipienten negative Inhalte detaillierter
verarbeiten (Forgas, 1991).
152
Mood congruency
(Kirchler & Hermann, 1986)
Erinnerung an Produktnamen abhängig von Stimmung der
Rezipienten und Emotionen in Werbebotschaften
Erinnerung (Recall)
1.0
.8
Positive Stimmung,
positive Werbung
Negative Stimmung,
negative Werbung
.6
Neutrale Stimmung,
neutrale Werbung
.4
.2
.0
Inkongruente
Versuchsbedingungen
Kongruente Versuchsbedingungen
153
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