Programm 2017 - LOISIUM WeinErlebnisWelt

Werbung
P r o g r a mm
23. 26. März 2017
LOISIUM Langenlois
bis
Festival für
Kammermusik,
Literatur und
zeitgenössische
Musik
www.loisiarte.at
Künstlerische Leitung
Christian Altenburger
Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll
Qualitätvolles Programm im Zeichen der vier Himmelsrichtungen
Als Landeshauptmann von Niederösterreich war es mir immer eine große
Freude, den Ehrenschutz über die LOISIARTE zu übernehmen, seit
das Festival für Kammermusik, Literatur und zeitgenössische Musik im
Weinerlebniszentrum Loisium zum ersten Mal den Kulturfrühling in
Niederösterreich eingeläutet hat. Da trifft es sich gut, dass auch die diesjährige zwölfte Ausgabe der LOISIARTE noch in meine Amtszeit fällt, um
so noch einmal Gelegenheit zu haben zusammen zu fassen, wie viel das
Festival für das Bundesland Niederösterreich bedeutet: Das erstklassige
Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll
Programm inmitten einzigartiger, in die Weingärten von Langenlois eingebetteter Architektur, das seit mehr als einem Jahrzehnt Kulturgenuss auf
höchstem Niveau bietet, präsentiert sich als eine der wohlklingendsten
ˇ
Visitenkarten des blau-gelben Klanguniversums und hat sich zu einem der ansehnlichsten Schaufenster der Kulturarbeit in
Niederösterreich entwickelt.
Gemeinsam mit anderen bekannten und renommierten Kultureinrichtungen des Landes vom Landestheater bis zum
Museum Niederösterreich, vom Festspielhaus bis zu den NÖ Landesausstellungen und von der Kunstmeile Krems
bis Grafenegg hat auch die LOISIARTE in Langenlois einen entscheidenden Beitrag dazu geleistet, den Kulturstandort Niederösterreich national und international erfolgreich zu positionieren.
Hier bietet sich jedes Jahr Gelegenheit zu inspirierenden Begegnungen im Spannungsfeld zwischen zeitgenössischen
Kompositionen und den Werken der klassischen Musikliteratur. Hier wird Jahr für Jahr jener Humus aufbereitet, auf dem
Kunst und Kultur in unserem Land Ideen wachsen, Innovation reifen und Kreativität gedeihen lassen.
So möchte ich dem Team um Christian Altenburger nochmals für das an den Tag gelegte Engagement in den
letzten zwölf Jahren danken und allen Künstlerinnen und Künstlern viel Erfolg und gutes Gelingen wünschen. Das
Publikum lade ich dazu ein, sich von dem qualitätvollen und abwechslungsreichen Programm im Zeichen der vier
Himmelsrichtungen begeistern zu lassen.
Ihr
Dr. Erwin Pröll, Landeshauptmann Niederösterreich
2
Loisiarte – die zwölfte!
Verehrtes Publikum, liebe Freunde der Loisiarte!
Herzlich Willkommen bei der LOISIARTE 2017!
In diesem Jahr gestaltet wieder der großartige Arnold Schoenberg Chor das
Eröffnungskonzert der LOISIARTE und wird dabei auch eine Uraufführung zu
Gehör bringen, die die langjährige Verbundenheit des Chors mit dem Festival
sehr schön zum Ausdruck bringt: unser Composer in Residence für 2017, Christoph Ehrenfellner -, hat im Auftrag der LOISIARTE den „Orientalischen
Liederzyklus für gemischten Chor und Solovioline“ geschrieben, ein höchst
expressives Werk für eine sehr ungewöhnliche Besetzung. Christoph Ehrenfellner ist Komponist, Geiger und Dirigent und gehört zu den vielseitigsten und
profiliertesten Musikern Österreichs. Bei der LOISIARTE 2017 ist er nicht nur
als Komponist vertreten, sondern wirkt auch selbst bei der Aufführung seiner
Werke mit, um auf diese Weise entscheidende interpretatorische Impulse zu geben.
Künstlerischer Leiter Christian Altenburger
Witold Lutosławski war einer der ganz großen Komponisten des 20. Jahrhunderts und ist mir von einem Konzert, bei dem
ich Chain II unter seiner Leitung spielen durfte, in sehr eindrücklicher Erinnerung. Die Präsentation einer repräsentativen
Auswahl der Kammermusikwerke Lutoslawskis bei der LOISIARTE ist mir seit langem ein Anliegen, und ich blicke der
Verwirklichung dieses Wunsches mit großer Freude entgegen.
Kompositionen von Bach, Barber, Brahms, Suk und Vivaldi vervollständigen die vier Programme der LOISIARTE 2017, die
Texte zu den vier Himmelsrichtungen stammen diesmal von Isaak Babel, Bernd Cailloux, Alice Munro und Luigi Pirandello.
Viele der Künstlerinnen und Künstler der LOISIARTE 2017 sind Ihnen bereits aus den vergangenen Jahren vertraut, wir
dürfen in diesem Jahr aber auch erstmals Regina Fritsch, Christopher Hinterhuber und ausgewählte Studierende der
mdw im Loisium begrüßen.
Freuen Sie sich mit uns auf die vier Konzerte der LOISIARTE 2017!
Im Namen des ganzen LOISIARTE-Teams
grüßt Sie herzlich
Christian Altenburger
Künstlerischer Leiter
3
Osten
Donnerstag, 23. März
19.00 Uhr
Basilika
Moderation Dr. Wilhelm Sinkovicz
Josef Suk Drei Gesänge, op. 19
ˇ - Der getäuschte Schäfer
1. Zavedený ovcák
2. Mat‘ moja - Mutter mein
ˇ
ˇ
3. Stasa carodejnice
- Die Hexe Stasa
Christoph Ehrenfellner
Orientalischer Liederzyklus op. 35
auf Gedichte von Hafis
für gemischten Chor und Solovioline (UA)
Auftragswerk der LOISIARTE
Zufällig traf ich ihn ...
Du, vor dem die keusche Knospe
Ich sprach: „Was ist die Lippe?“
Zieht jener Holde ...
Die schönen dieser Welt
Die ganze Welt im Mörser
Komm zurück ...
Wenn ihr, o Freunde ...
Arnold Schoenberg Chor
Leitung: Erwin Ortner
Christian Altenburger
Arnold Schoenberg Chor
Leitung: Erwin Ortner
Violine
__________ Pause __________
Besucherzentrum
Witold Lutosławski
Subito für Violine und Klavier
Christian Altenburger
Christopher Hinterhuber
Violine
Klavier
Isaak Babel Erwachen
Andrea Eckert
Rezitation
Josef Suk
Zehn Gesänge für Frauenchor
und Klavier zu vier Händen, op. 15
1. Žal - Leid
2. Tužba - Sehnsucht
ˇ hrob - Gemeinsames Grab
3. Spolecný
ˇ na jaro - Hirten im Frühling
4. Pastýri
5. Divná voda - Wundersames Wasser
6. Vily - Elfen
7. Pastýrˇ a pastýrka
ˇ - Schäfer und Schäferin
8. Zpominky - Erinnerungen
9. Choutka po vdaní - Heiratslust
10. Kéž by vedeli!
ˇ ˇ - Wenn sie nur wüssten!
Arnold Schoenberg Chor
Leitung: Erwin Ortner
Darya Volkova
Christopher Hinterhuber
Klavier
Klavier
4
Westen
Freitag, 24. März
19.00 Uhr
Basilika
Moderation Dr. Wilhelm Sinkovicz
Christoph Ehrenfellner
Streichquartett op. 24,
La Ballade de la Tsvetaeva
Vozle ryetshki, vozle mostar
(Am Flüsschen bei der Brücke)
Christian Altenburger
Lydia Altenburger
Christoph Ehrenfellner
Reinhard Latzko
Violine
Violine
Viola
Violoncello
Alice Munro
Vergebung in Familien
Regina Fritsch
Rezitation
Witold Lutosławski
Bukoliki
für Viola und Violoncello
Christian Altenburger
Patrick Demenga
Violine
Violoncello
Allegro vivace
Allegretto sostenuto
Allegro molto
Andantino
Allegro marciale
Christopher Hinterhuber
Klavier
Christian Altenburger
Christopher Hinterhuber
Violine
Klavier
Christian Altenburger
Lydia Altenburger
Christoph Ehrenfellner
Patrick Demenga
Violine
Violine
Viola
Violoncello
__________ Pause __________
Besucherzentrum
Witold Lutosławski
Zwei Etüden für Klavier
Allegro
Non troppo allegro
Witold Lutosławski
Partita für Violine und Klavier
Allegro giusto
Ad libitum
Largo
Ad libitum
Presto
Samuel Barber
Streichquartett op. 11
Molto allegro e appassionato
Molto adagio
Molto allegro (come prima) - Presto
5
Norden
Samstag, 25. März
19.00 Uhr
Basilika
Moderation Dr. Wilhelm Sinkovicz
Johann S. Bach
Suite für Violoncello solo Nr. 3 C-Dur
BWV 1009
Prélude
Allemande
Courante
Sarabande
Bourrée I und II
Gigue
Bernd Cailloux
Im Erzählerstau
Christoph Ehrenfellner Streichtrio op. 22,
Variations on Impossibility
A Musical Rubik Cube
Patrick Demenga
Violoncello
Joseph Lorenz
Rezitation
Christian Altenburger
Christoph Ehrenfellner
Reinhard Latzko
Violine
Viola
Violoncello
__________ Pause __________
Besucherzentrum
Witold Lutosławski
Grave für Violoncello und Klavier
Patrick Demenga
Christopher Hinterhuber
Violoncello
Klavier
Johannes Brahms
Trio a-moll für Klarinette, Violoncello
und Klavier, op. 114
Allegro
Adagio
Andantino grazioso
Allegro
Michel Lethiec
Reinhard Latzko
Christopher Hinterhuber
Klarinette
Violoncello
Klavier
6
Süden
Sonntag, 26. März
Matinee 11.00 Uhr
Besucherzentrum
Moderation Dr. Wilhelm Sinkovicz
Antonio Vivaldi
Konzert für vier Violinen
und Streicher h-moll, RV 580
Allegro
Largo -Larghetto - Adagio - Largo
Allegro
Luigi Pirandello
Floris Willem
Konstanze Heinicke
Benjamin Herzl
Janay Tulenova
Christian Altenburger
Lydia Altenburger
Christoph Ehrenfellner
´
Mislav Brajkovic
Kristóf Szimán
Kurt Gold
Violine
Violine
Violine
Violine
Violine
Violine
Viola
Violoncello
Kontrabass
Cembalo
Angst vor dem Glück
Joachim Bißmeier
Rezitation
Witold Lutosławski
Sacher Variation
für Violoncello solo
Reinhard Latzko
Violoncello
Witold Lutosławski
Dance Preludes
für Klarinette und Klavier
Michel Lethiec
Christopher Hinterhuber
Klarinette
Klavier
Allegro molto
Andantino
Allegro giocoso
Andante
Allegro molto - Presto
__________ Pause __________
7
Sonntag, 26. März
Süden
Matinee 11.00 Uhr
Besucherzentrum
Christoph Ehrenfellner Suite zu Kafkas Verwandlung
für Klarinette, Violine und Klavier, op. 32b
1. Käferbewegung
2. Petit Scherzo
3. Feinkost-Käfer
4. Zischlaut
5. Käfer-Ausbruch
6. Käfer-Begräbnis
7. Junge Frauenkörper
Antonio Vivaldi
Konzert für zwei Violoncelli
und Streicher g-moll RV 531
Allegro
Largo
Allegro
8
Michel Lethiec
Christian Altenburger
Christopher Hinterhuber
Klarinette
Violine
Klavier
Reinhard Latzko
Patrick Demenga
Christian Altenburger
Lydia Altenburger
Christoph Ehrenfellner
´
Mislav Brajkovic
Kristóf Szimán
Kurt Gold
Violoncello
Violoncello
Violine
Violine
Viola
Violoncello
Kontrabass
Cembalo
Eine vinophile Reise mit allen Sinnen
LOISIUM WeinErlebnisWelt
Wie aus den Reben ein wohlschmeckender Tropfen wird, wie spannend und
umfassend die Arbeit der Winzerinnen und Winzer mit dem Kulturgut Wein
ist, dies und viel mehr zeigt allen Wein- und Genussinteressierten sowie allen
großen wie kleinen Entdeckern die LOISIUM WeinErlebnisWelt & Vinothek in
Langenlois.
Die faszinierende Welt des Weines ist in und vor allem auch unter der Stadt
zu entdecken: Unter den Weinbergen schlängelt sich ein 1,5 Kilometer
langes und bis zu 900 Jahre altes Labyrinth aus Kellergängen. Dort werden
über 18 einzigartig künstlerisch und spielerisch gestaltete Stationen Fakten,
Geschichten und Mythen rund um den Wein erleb- und spürbar gemacht.
Sie erzählen, wie sich die Traube in Wein verwandelt, wie sich Wetter, Mond
und Boden auf den Wein auswirken oder wie Winzerinnen und Winzer vor
100 Jahren gelebt und dieses uralte Handwerk ausgeübt haben. Der Weinrundgang selbst führt erst durch die eigenen LOISIUM Weingärten, vorbei an
den intensiv-fruchtig und leicht pfeffrigen Grünen Veltliner Reben, und wird
mit dem Durchschreiten des einprägsamen gelben Eingangstors zur Fantasiereise für die ganze Familie. Binnen 90 Minuten verwandeln sich dann
gleichsam die Besucherinnen und Besucher selbst von einer Traube am
Rebstock in fertigen Wein.
Abschließend stehen in der Niederösterreich-Vinothek täglich rund 50 verschiedene offene Weine und etwa zehn Sekte zur Verkostung bereit. Gäste
vor Ort sollten sich daher Zeit nehmen. Reichlich genießen. Und vor allem
die Sinne schärfen. Die Auswahl an edlen Rebsorten scheint grenzenlos zu
sein. Wählen kann man aus über 200 Weinen und mehr als 25 Winzersekten,
die zu Ab-Hof-Preisen erhältlich sind.
Ein Tipp: In geschmackvollen Wein- und Sektseminaren oder in einem Gespräch mit dem Sommelier nähern sich nicht nur Weininteressierte den
hervorragenden Weiß- und Rotweinen sowie Sekten aus Niederösterreich
schrittweise an, sie lernen innovative Newcomer kennen und erfahren
Geheimtipps.
www.loisium-weinwelt.com
Fotos: © Rainer Mirau
9
Christoph Ehrenfellner (*1975)
Der Composer in Residence der LOISIARTE 2017, Christoph
Ehrenfellner, geboren in Salzburg, lebt und arbeitet als Komponist,
Geiger und Dirigent in Wien. Detaillierte biographische Daten sind den
Biographien der Mitwirkenden zu entnehmen. An dieser Stelle drucken
wir Auszüge aus den Vorworten des Komponisten zu den gespielten
Werken ab.
Christoph Ehrenfellner
© Robert Herbst
Zum Streichquartett op. 24, La Ballade de la Tsvetaeva:
Wer im 21.Jahrhundert eine „Ballade“ schreibt, blickt unweigerlich sowohl auf die ursprünglich spanischfranzösische Gattung der mittelalterlichen „Tanz- und Liebesliedchen“, als auch auf die frei-poetische Erzählform tragischer und verblüffender Elemente der Romantik eines Liszt oder Chopin. Beides sind wesentliche formale Grundzüge meines Streichquartett-Satzes, der außerdem seine wienerische Faktur schwerlich
verleugnen kann, obschon er Tanz- und Liebeslied dem alten russischen Volksgut entnimmt – und das
aus gutem Grund: Ballade de la Tsvetaeva ist im Auftrag der Seiji Ozawa International Musicians Academy
geschrieben und verdankt seinen Initialimpuls der franko-russischen Geigerin Alexandra Soumm. Die Liebe
zur Poesie, zu den Dichtern alter und neuer Generationen inspiriert unsere freundschaftliche Verbindung, dass
ich mich thematisch an ihrer Lieblingsdichterin Marina Zwetajewa (1892-1941) orientiert habe. [...] Die einzigartige Mischung, welche die „Zwetajewa-Geschichte“ geschrieben hat, wurde zur emotionalen Vorlage von La
Ballade. Sie erzählt die Geschichte eines Menschen voll unbändiger Fantasie und jugendlicher Träume, eines
Getriebenen und Gefangenen des ureigenen Schicksals. Der Satz aus dem Gedicht Ohne Titel, „All will continue..., as if I´d never been“, steht wie eine unsichtbare Überschrift zwischen den Zeilen, indem er die unfassbare Diskrepanz Zwetajewa´scher Lebenserfahrung treffend umkreist. Der Untertitel von La Ballade kündigt
weiters an: Vozle ryetshki, vozle mostar..., (Am Flüsschen bei der Brücke). Das berühmte russische Volksliedchen ergänzt meinen eigenen musikalischen Themenkomplex um jenes Erdreich, aus welchem die Worte
der Dichterin genommen sind. [...]
Zum Streichtrio op. 22, Variations on Impossibility:
Das Streichtrio Variations on Impossibility trägt den bezeichnenden Untertitel: A Musical Rubik Cube. Der
Rubik-Würfel gibt in diesem Fall einen entscheidenden Hinweis auf die wesentliche innere Beschaffenheit
des Stücks: ein schwieriges Thema, sozusagen eine vertrackte Ausgangssituation wird exponiert, auf ihre
Möglichkeiten und Unmöglichkeiten hin abgeklopft, und verlangt endlich nach einer Lösung. [...] Das Konzept
vom Exponieren eines Themas und von dessen schicksalhaftem Weg zu einer Lösung kennen wir seit
Joseph Haydn. Nicht zufällig hat dieses Grundkonzept die auch heute noch vorherrschenden „klassischen“
Kammermusik-Gattungen hervorgebracht, mit großem Abstand die meisten und populärsten Werke produziert,
10
und den Stil über Jahrhunderte geprägt. [...] In den Variations on Impossibility habe ich mich dieser Frage
gestellt, und als Eingangshypothese für mich formuliert, dass der Prozess des Entwickelns, des Etwas nach
allen Seiten Drehens, in alle Richtungen Versuchens (Variation!), dass dieser Prozess eine Sprache verlangt,
die sowohl auf der Ebene des logos als auch auf jener des eros ihre Ausdrucksformen hat. No na! wird der
Musikfreund nun sagen, aber diese Hypothese hat Konsequenzen für eine Komposition: Eine Sprache, welche
die Emotion als ihren Spiegel anzusprechen weiß, kreist zwangsläufig im weiteren Sinne um das Thema
Schönheit, indem sie sinnlich verlockt und etwas anzurühren vermag. Eine Sprache aber, welcher die ratio
zu folgen im Stande ist, impliziert unweigerlich die Kategorien des Erzählens, die Phänomene Thema und
Richtung (und mit ihr die Achse Zeit). Beide Qualitäten, sowohl jene des Erzählens als auch jene der Schönheit, fanden frühe Krönung bei den klassischen Meistern. Wenn sich ein Komponist heute nun entschließt, zu
exponieren, „thematisch“ zu arbeiten, das heißt, überhaupt mit erkennbaren Themen zu hantieren, so bekennt
er sich zu den oben genannten, guten Gründen dieser Tradition: Die Darstellbarkeit menschlichen Seelenlebens
und Seelenstrebens durch die gezielt injizierte Begegnung der beiden Antagonisten: Natur und Vernunft. [...]
Zur Suite zu Kafkas Verwandlung für Klarinette, Violine und Klavier, op. 32b:
Für das Junge Theater am Theater Nordhausen/Thüringen entstand 2016 ein Kammermusik-Melodram zu einer
adaptierten Fassung von Kafkas berühmter Novelle Die Verwandlung. Dabei trägt ein Trio aus Klarinette, Geige
und Klavier die Aktion von drei Schauspielern und einem Erzähler. Die Suite op. 32b ist ein Exzerpt daraus, für
den konzertanten Gebrauch hergestellt, wobei die Reihung der Szenen aus dramatischen Erwägungen heraus
gegenüber dem Melodram verändert wurde. Die Quintessenz der Erzählung aber - der sich in seinem ungewohnten Lebensraum verändernde Außenseiter Käfer, seine Verwandlung und sein Ende – findet in der Musik
programmatisch Eingang. Das Käfer-Thema, ein kratziger Halbton-Schritt, der sich stockend voran tastet, trifft
im Verlauf der Suite auf allerhand Absonderliches, das in seiner Verzerrung Kafkas Stummfilm-Ästhetik abgelauscht ist: trampelhafte Invasion, Käferglück, brutale Verfolgung, ein grotesk aufgeblasener Trauermarsch auf
dem Hunding-Thema aus Wagners Walküre, und endlich die Musik auf die jungen Frauenkörper, der oft diskutierte, zweifelhaft-leichtfüßige Kafka-Schluss auf ein abgründiges Drama. [...]
Informationen und Gedanken des Komponisten zur Uraufführung für gemischten Chor und Solovioline sind
dem Interview mit Christian Altenburger und Christoph Ehrenfellner zu entnehmen.
www.christophehrenfellner.at
11
Witold Lutosławski (1913 – 1994)
Witold Lutosławski, geboren und gestorben in Warschau, gilt als einer
der wichtigsten Komponisten des 20. Jahrhunderts und wird oft als
„Klassiker der Avantgarde“ bezeichnet. Er war ein Vertreter der neuen
polnischen Expressivität und nahm damit eine Mittlerstellung zwischen
serieller und aleatorischer Kompositionsweise ein. Lutosławski stammte
aus musikalischer Familie und bekam als Kind zunächst privaten KlavierWitold Lutosławski
© akg-images / Marion Kalter
und Geigenunterricht. Er studierte daraufhin am Warschauer Konservatorium Klavier und Komposition u.a. bei Witold Maliszewski, einem Schüler von Nikolai
Rimski-Korsakow. Bis etwa 1945 standen seine Kompositionen zunächst unter dem neoklassizistischen
Einfluss von Igor Strawinsky, gefolgt von einer Phase, in der er sich vor allem mit Volksmusik und Béla Bartók
auseinandersetzte. Ab Mitte der 50er Jahre wandte sich Lutosławski zunehmend seriellen, elektronischen und
experimentellen Kompositionstechniken zu, die ihn auch mit den Vorstellungen von John Cage konfrontierten.
Er zählt damit zur sogenannten Polnischen Schule, der auch Krzysztof Penderecki, Tadeusz Baird, Henryk
Górecki oder Krzysztof Meyer angehören. Nach einer Phase im stalinistischen Polen, in der seine freiere Komponierarbeit abgelehnt wurde und in der er sich mit Gebrauchsmusiken für Film, Rundfunk und Theater über
Wasser hielt, setzte ab den sechziger Jahren zunehmend Akzeptanz ein. In seiner zweiten Lebenshälfte war
Lutosławski außerdem als Dirigent und Pädagoge aktiv. Witold Lutosławskis Œuvre hat seinen Schwerpunkt
in der Arbeit mit und für Orchester. Er schrieb u.a. vier Symphonien, ein Cellokonzert und ein Klavierkonzert.
Unter den kammermusikalischen Werken wurde vor allem sein Streichquartett aus dem Jahr 1964 international
rezipiert. Obwohl Lutosławski vor allem als Komponist von Orchestermusik bekannt wurde, inspirierte ihn die
Transparenz der Kammermusik dazu, zunehmend Lust an der sinnlichen Kantilene zu entwickeln. „Ist seine
Orchestermusik ein Kosmos von Farben, so ist seine Kammermusik zeichnerischer, linearer, kontinuierter“,
schreibt Gottfried Eberle über das Werk des Komponisten. Deutlich wird das Zunehmen von melodischer
Gestalt und motivisch-thematischer Arbeit vor allem in Werken wie der Partita für Violine und Klavier aus 1984
und der Sacher Variation für Violoncello und Klavier (1975), die im Auftrag von Rostropowitsch zum 70. Geburtstag Paul Sachers entstand. Beide Werke werden u.a. bei der LOISIARTE zu hören sein.
12
„Es entsteht etwas Unverwechselbares ...“
Ein Gespräch mit dem Künstlerischen Leiter Christian Altenburger
und dem Komponisten Christoph Ehrenfellner
Was ist das Faszinierende an der LOISIARTE?
Christian Altenburger: Die LOISIARTE hat Programme, die in dieser Form sonst nirgends so zu hören sind.
Diese Kombination von Literatur, neuer Musik, ganz neuer Musik, Uraufführungen, aber auch klassischer oder
historischer Musik und das in dem sehr konzentrierten, intimen Rahmen, den das LOISIUM bietet, ist wirklich
eine einmalige Sache. Es ist auch ein großer Aufwand. Wir studieren jedes Jahr vier Programme nur für diese
vier Tage ein, aber es entsteht etwas Unverwechselbares.
Im heurigen Jahr werden Kompositionen von Christoph Ehrenfellner als Composer in Residence mit
Werken von Witold Lutosławski verbunden. Gibt es einen inhaltlichen Zusammenhang zwischen den
beiden Komponisten?
Christian Altenburger: Ich habe beide Komponisten gekannt, bzw. kenne sie, und glaube, dass beide sehr
expressive Musik schreiben und dass sie ihr Handwerk extrem gut verstehen, bzw. verstanden haben.
Ein Programm-Highlight ist jedes Jahr der Arnold Schoenberg Chor ...
Christian Altenburger: Ja. Das ist eine gewachsene Beziehung. Die kommen wahnsinnig gerne zu uns, auch
weil sie - wie Erwin Ortner immer wieder betont - bei der LOISIARTE neue Programme ausprobieren können.
Und so ist es eigentlich eine logische Folge gewesen, dass wir heuer Christoph Ehrenfellner gebeten haben,
sich Gedanken zu einer Uraufführung zu machen und bei ihm ein Stück für Sologeige und Chor in Auftrag
gegeben haben.
Was erwartet uns bei diesem Auftragswerk?
Christoph Ehrenfellner: Also die Programmperspektive ist ja auf die Himmelsrichtungen ausgerichtet, und
in diesem Fall ist es der Osten. Und ich habe mich an einigen Gedichten eines der berühmtesten Dichter des
Ostens, an Hafis, den Goethe für seinen West-Ost-Diwan schon gelobt hat, vergriffen. Wir ringen heute auf
allen Ebenen um einen Dialog und eine Normalität zwischen westlicher und östlicher Kultur. Indem ich einen
der berühmtesten orientalischen Dichter zelebriere, zeige ich diese Kultur als eine, in der es genauso Höhepunkte gibt. Mit anderen Worten: die Menschen, die aus diesem Raum kommen, sind genauso Menschen,
13
die eine Vergangenheit und hoffentlich auch eine Zukunft haben. Und wenn jetzt Begegnungen aufgrund von
den Kriegen und Flüchtlingsbewegungen stattfinden, dann sind das auch Begegnungen, und ist nicht einfach
nur ein Abschieben, Verdrängen, Loswerden und Wegschauen. Das ist mein Grundstatement in der Auswahl
von Hafis. Das andere ist natürlich, dass ich einfach Poesie liebe. Ich habe mir ein Liederbündel aus acht
Liedern zusammengestellt, die ich für Gemischten Chor und Sologeige in einer recht bunten Konstellation
verbinde. Ich verwende die Geige zunächst wie einen Herold, der ansingt oder antanzt, und der Chor steigt
dann ein. Und dann gibt es natürlich sehr schöne Kombinationsmöglichkeiten. Entweder nur die Damen, in
einer Süffisanz über die Liebe aus der Sicht der Frau, mit einer Geige begleitet, oder nur die Herren, a cappella,
oder die Geige alleine, oder alle zusammen ... Es gibt herrliche Möglichkeiten, mit verschiedenen Varianten zu
spielen. Die Solo-Violine ist der eigentliche Erzähler, der omnipräsent auf alle Arten spricht, und sozusagen
die Worte des Chores unterlegt bekommt - es ist zuweilen ein rechtes Violinkonzert, wo im besten Sinne ein
„concertare“, ein Geben und Nehmen zwischen dem Chor und der Violine herrscht. Man darf nicht vergessen,
dass die Geige der menschlichen Stimme über Jahrhunderte als am ähnlichsten galt. Diese Uraufführung
bietet die Chance, dass die Seelenverwandtschaft zwischen der menschlichen Stimme, also dem Chor, und
der Geige ineinandergreift.
Zeitgenössische Musik gab es bei der LOISIARTE ja von Anfang an ...
Christian Altenburger: Mir persönlich ist die zeitgenössische Musik ein großes Anliegen, weil ich mich schon
seit meiner Jugend immer für neue Musik interessiert habe und denke, dass man als wacher Musiker heutzutage wissen muss, was im Heute und im Jetzt passiert. Wobei man ja auch nicht alles mögen muss, aber ich
finde, die Auseinandersetzung ist sehr wichtig. Mit Witold Lutosławski habe ich noch gemeinsam musiziert und
die Aufführung seiner Werke ist mir schon lange ein Anliegen.
Was ist Ihre Beziehung zu Lutosławski, Herr Ehrenfellner?
Christoph Ehrenfellner: Für mich ist er, so wie für die meisten meiner Kollegen, wahrscheinlich zunächst
einmal eine ungekrönte Größe des 20. Jahrhunderts. Das ist einfach ein Stück elementare Musikgeschichte, mit der man sich auseinander zu setzen hat. Es kam die Begegnung für mich relativ spät, erst in meinem
Studium in Wien. Mir war aber sofort klar – Christian Altenburger hat das sehr schön gesagt –, das Schlüsselwort in dieser Begegnung ist die Expressivität. Das ist kein Komponist, der einen kalt lässt, sondern man merkt
einfach, dass er Verbindung mit der Substanz hat und dass es sofort irgendwie „brennt“. Und das ist durchaus
etwas, wo ich eine gewisse Seelenverwandtschaft herstellen darf. Lutosławski ist jemand, der als Rebell gelebt
und gegolten hat; einer der ersten Brecher des 20. Jahrhunderts gegen eine Generation, die das nicht zulassen
wollte oder konnte, die alten Taue der Tonalität und der Formen auszulassen. Er hat aber innerlich etwas, womit
er nie gebrochen hat, nämlich diese Expressivität oder Sensitivität der Substanz gegenüber, und das merkt
man in jedem Takt. Das beeindruckt, das bewegt mich, das macht seine Musik für mich einfach relevant.
14
Ist atonale oder „moderne“ Musik fürs Publikum schwieriger zu hören?
Christian Altenburger: Ich denke, das Publikum, das zu uns ins LOISIUM kommt, ist ein sehr interessiertes,
das auch musikalische Bildung mitbringt und neue Sprachen und neue Aspekte einfach spannend findet. Viele
Leute gehen auch aus gesellschaftlichen Gründen ins Konzert, aber nicht unser Publikum. Leute für neue Dinge
zu begeistern, auch für ein neues Konzept, ist uns wirklich gelungen – gerade in den letzten Jahren hat sich
unsere Publikumszahl sehr stabilisiert. Und mich freut es sehr, dass ich meine persönlichen Interessen und
Dinge, die mich begeistern, dort verwirklichen kann, und auch offensichtlich Menschen eine Freude machen
kann.
Welche Rolle spielt die Literatur in den Programmen?
Christian Altenburger: Meine Erfahrung ist, dass es für viele Leute ein sehr schönes Gesamterlebnis
darstellt und auch die Konzentration sehr angeregt wird, wenn man verschiedene Kunstformen an einem Abend
kombiniert. Dass man also die Musik sogar besser noch und intensiver aufnimmt, wenn man vorher einen Text
gehört hat. Und es entsteht natürlich auch die Möglichkeit für jeden Besucher, den Abend ganz individuell
zu erleben. Für mich ergeben sich auch aus einem bestimmten Text und einem Musikstück ganz persönliche Assoziationen oder Bilder. Insofern haben wir das von Anfang an so geplant und auch beibehalten,
weil es sehr positiv aufgenommen wird. Und wir haben großartige Schauspielerinnen und Schauspieler, die
alle gerne kommen. Die Atmosphäre im LOISIUM ist sehr intim. Das heißt, wenn ein Schauspieler einen Text
vorliest, spricht er wirklich zu den Leuten und nicht mit dem Mikrophon zu einer Arena. All das, glaub ich, gibt
eine sehr schöne runde Gesamtheit.
Das Gespräch führte Angelika Messner
15
Zur Literatur der LOISIARTE 2017
Kann man Literatur aus verschiedenen Ländern an ihrer Sprache erkennen? Schreibt etwa ein skandinavischer
Autor anders als ein südamerikanischer? Ändern sich Themen und Formulierungen mit dem Umfeld, in dem
sich Autoren aufhalten, bzw. aus dem sie stammen? Seit mehreren Jahren beschäftigt sich die LOISIARTE
mit den vier Himmelsrichtungen, setzt Texte aus verschiedenen Ländern, manchmal auch Kontinenten in vier
Konzerten nebeneinander und bietet so die Gelegenheit, die „Temperatur“ eines Textes auch einmal bewusst
mit seiner Entstehung und Herkunft in Verbindung zu bringen.
Der Text des ersten Abends, Himmelsrichtung Osten, den Andrea Eckert rezitiert, könnte woanders als im
Odessa des beginnenden 20. Jahrhunderts gar nicht spielen. Isaak Babel, einer der größten und gleichzeitig unterschätztesten Geschichtenerzähler Russlands, nimmt uns mit seiner Erzählung Erwachen mit in die
Hafenstadt am Schwarzen Meer. Mit zarter, poetischer, aber überaus kraftvoller Sprache führt er uns seine
russische Kindheit vor Augen, die sowohl von der religiösen Tradition der Chassidim wie auch der Bibel geprägt
war. Babel, 1894 geboren, schrieb gern über das, was er selber erlebt hatte. Erst über die jüdische Kindheit,
später über Revolution und Bürgerkrieg. Der „verlorenen Generation“ russischer Schriftsteller gehört er an – in
seiner Jugend gefeiert, nach der Liquidierung durch das Stalin-Regime totgeschwiegen und vergessen. Sein
kurzes, dramatisches Leben verflackerte wie eine erlöschende Fackel, die uns ein kleines, aber großartiges
Werk hinterließ.
Eine Meisterin des Erzählens ist auch Alice Munro, die uns am zweiten Abend mit dem ihr eigenen, unprätentiösen Erzählstil in ein nordamerikanisches Umfeld führt. John Updike verglich sie in ihrer erzählerischen
Kraft mit Tschechow. Stilistisch schließt sie an die angelsächsische Tradition der Short Story an und verfasste
mehr als 150 Erzählungen. 2013 wurde Alice Munro für ihr Werk mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet
und ist seither auch in Europa eine nicht wegzudenkende literarische Größe. Regina Fritsch, erstmals bei der
LOISIARTE zu Gast, wird Vergebung in Familien für uns lesen, eine Geschichte, die Munro in den 1970er
Jahren geschrieben und veröffentlicht hat. Wie in vielen ihrer Geschichten, die zwischen Hoffnung und
Liebe, Zorn und Versöhnung flirren, lotet darin eine Schwester und Tochter das Verhältnis zu ihrem Bruder
und darüber hinaus das zur gemeinsamen Mutter aus. Mit präziser Beobachtungsgabe und viel Humor wird
die Geschichte der Ich-Erzählerin über ihre Familie vor allem zur Selbstreflexion über das eigene Leben.
Bernd Cailloux wird den wenigsten unserer Zuhörer der LOISIARTE ein Begriff sein. Der 1945 in Erfurt
geborene Schriftsteller war für seinen Roman Das Geschäftsjahr 1968/69 für den Deutschen Buchpreis
nominiert, schreibt Romane, Hörspiele, Essays und Rundfunkfeatures. Er lebt seit 1977 in Berlin. Die
Geschichte Im Erzählerstau, vorgetragen von Joseph Lorenz und der Himmelsrichtung Norden geschuldet,
handelt von einem Schriftsteller, der eine Kurzgeschichte zu einem Wettbewerb einreicht - und das noch
16
vor der Ära der elektronischen Medien, denn die Tücken der Post schlagen ihm ein Schnippchen. Amüsant
dabei ist, dass dem Autor mit seiner Geschichte fast dasselbe passierte wie das, worüber er berichtet. Die
Erzählung wurde nämlich 1991 zum Montblanc-Literaturpreis eingereicht, von der Jury aber übersehen, dann
wiedergefunden, prämiert und erst im Jahr darauf außertourlich veröffentlicht. Sie erzählt humorvoll und
ironisch aus der verrückten Welt des Literaturbetriebes.
Das letzte Konzert führt uns inhaltlich in den Süden, nämlich in das barocke Italien Vivaldis, dessen Musik
äußerst vielschichtige Klangfarben beinhaltet und neben der italienischen Leichtigkeit durchaus auch kalte
und düstere Bilder aufruft. Und Luigi Pirandello, aus dessen Feder der Text des letzten LOISIARTE-Konzerts
stammt, beweist, dass die Düsternis ein Merkmal der romanischen Kultur ist. Er malt seine Geschichte in
pessimistischen Farben. Pirandello, geboren 1867 auf Sizilien und gestorben 1936 in Rom, ist vor allem als
Theaterautor bekannt, hat aber auch mehr als 350 Kurzgeschichten verfasst. 1934 wurde er mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Pirandello, unerreichter Meister der subtilen Irritation, lässt seine Geschichten gern
von der Realität ins Surreale kippen. In der Erzählung Angst vor dem Glück, rezitiert von Joachim Bißmeier,
versucht der Protagonist, der sich für einen Unglücksraben hält, dem Schicksal eins auszuwischen, indem er
all seine Wünsche ins Gegenteil verkehrt - was zu erheblichen Komplikationen mit seinen Mitmenschen führt.
Ort, Sprache, Kultur; all das prägt – jeden von uns und natürlich auch jeden Autor. Möge sich unser Publikum
inspiriert fühlen, die rezitierten Texte heuer einmal nicht nur mit der Musik, sondern auch mit den Lebenswelten,
aus denen die Autoren stammen, zu verbinden und neue Eindrücke über die Eigenheiten und Besonderheiten
einer in ihrer Region verwurzelten Geschichte zu erspüren.
Angelika Messner
17
Christian Altenburger
Künstl. Leiter, Violine
Christian Altenburger studierte an der Musikuniversität seiner Heimatstadt Wien und bei Dorothy DeLay an der Juilliard School New York.
Mit 19 Jahren debütierte er als Solist im Wiener Musikverein. Rasch
folgten Engagements bei internationalen Spitzenorchestern unter
Dirigenten wie Claudio Abbado, James Levine, Zubin Mehta, Dennis
Russell Davies u.a. Neben seiner solistischen Tätigkeit entwickelte sich
Christian Altenburger
© Nancy Horowitz
die Kammermusik zu einem besonderen Schwerpunkt seiner künstlerischen Arbeit. Christian Altenburger konzertiert nicht nur leidenschaftlich gerne mit Kollegen und Freunden
wie Silke Avenhaus, Patrick Demenga, Heinz Holliger, Michel Lethiec, Arto Noras, Ulf Rodenhäuser, Melvyn
Tan u.a., sondern engagiert sich auch bei der Planung profilierter Programme. Von 1999 bis 2005 fungierte er gemeinsam mit der Schauspielerin Julia Stemberger als künstlerischer Leiter des Festivals Mondseetage. Seit 2003 obliegt ihm die künstlerische Leitung des Kammermusikfestivals Schwäbischer Frühling, und
seit 2006 ist er künstlerischer Leiter des Musikfestivals LOISIARTE. 2001 wurde Christian Altenburger als Professor an die Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien berufen.
www.christian-altenburger.at
Lydia Altenburger
Violine
Lydia Altenburger wurde in London geboren, wo sie an der Royal
Academy of Music Violine in der Klasse von Howard Davies und
Klavier bei Druvi de Saram studierte. 2006 schloss sie ihr Studium
mit einstimmiger Auszeichnung ab. Seit 2007 lebt Lydia Altenburger
in Wien und arbeitet als freischaffende Geigerin und Bratschistin. Als
Kammermusikerin tritt sie bei Festivals wie dem Schwäbischen Frühling, Prussia Cove, den Oberösterreichischen Stiftskonzerten, den
Neuberger Kulturtagen und der LOISIARTE auf und musiziert dabei
mit Partnern wie Patrick Demenga, Eszter Haffner, Reinhard Latzko,
Lydia Altenburger
© privat
Michel Lethiec, Christoph Schiller, Marko Ylönen und der Musikbanda Franui. Neben ihren Konzertverpflichtungen gibt Lydia
Altenburger sowohl Violin- als auch Klavierunterricht, vor allem für Kinder und Jugendliche.
18
Arnold Schoenberg Chor
Leitung: Erwin Ortner
Der 1972 von seinem künstlerischen Leiter Erwin Ortner gegründete
Arnold Schoenberg Chor zählt zu den vielseitigsten und gefragtesten Vokalensembles Österreichs. Das Repertoire reicht von der Renaissance und Barockmusik bis zur Gegenwart mit Schwerpunkt auf
zeitgenössischer Musik. Besonderes Interesse des Chores gilt der
A cappella-Literatur, aber auch große Chor-Orchesterwerke
Arnold Schoenberg Chor
© Peter Fischli, Luzern
stehen immer wieder auf dem Programm. Seit 2006 ist der Arnold
Schoenberg Chor Hauschor des Theaters an der Wien. Einen weiteren Schwerpunkt bilden szenische
Opernproduktionen im Rahmen der Wiener Festwochen, Salzburger Festspiele, styriarte, des Carinthischen
Sommers, in Aix-en-Provence u.a. Das Ensemble unternimmt regelmäßig Konzertreisen in Europa, Amerika
und Asien und ist Gast bei wichtigen Festivals im In- und Ausland. Die fast vierzig Jahre währende Zusammenarbeit mit Nikolaus Harnoncourt wurde mit mehreren Auszeichnungen der gemeinsamen Aufnahmen
gewürdigt. Die letzte gemeinsame CD-Produktion ist Beethovens Missa solemnis 2016. Seit 2007 veröffentlicht das Ensemble mit seinem Dirigenten fortlaufend die exklusive CD-Reihe „ASC-Edition“.
www.asc.at
Joachim Bißmeier
Rezitation
Joachim Bißmeier, geboren 1936 in Bonn, kam 1964 nach Wien.
Von 1965 bis 1992 war er Mitglied des Burgtheater-Ensembles und
spielte zahlreiche Rollen. München (Residenztheater), Schauspiel
Frankfurt, Schauspielhaus Zürich, Berlin (Schaubühne, Berliner
Ensemble, Deutsches Theater) u.a. waren weitere Stationen. Seit
einigen Jahren spielt er auch wieder in Wien, zunächst am Theater in der
Josefstadt, zur Zeit als Gast am Burgtheater (in König Lear und
Endspiel).
Joachim Bißmeier
© privat
19
Mislav Brajkovic´ Violoncello
´ geboren 1994 in Zagreb, hat an der Musik Akademie
Mislav Brajkovic,
Liechtenstein studiert. Jetzt studiert er sowohl an der Akademie für
Musik Zagreb (Kroatien) und an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien bei Reinhard Latzko. Er hat zahlreiche Preise
gewonnen: Den ersten Preis beim 19. Internationalen Wettbewerb Lions Grand Prix 2013 Rijeka, erste Preise bei nationalen und
Mislav Brajkovic
© Damian Posse
regionalen Wettbewerben der Kroatischen Republik 2010 und 2012,
den zweiten Preis beim Internationalen Wettbewerb Antonio Janigro in Porec 2010 und den Sonderpreis
beim Internationalen Streicher Wettbewerb Rudolf Matz in Dubrovnik. Als Kammermusiker hat er den ersten
Preis an der 8. Ars Nova 2012 in Triest (Internationaler Wettbewerb) und den ersten Preis beim Nationalen Wettbewerb der Kroatischen Republik in Opatija 2011 gewonnen. Er besuchte Meisterkurse bei vielen
bekannten Künstlern wie Laszlo Fenyo, Laszlo Mezo, Valter Despalj, Michael Flaksman, Reinhard Latzko
und Gustavo Tavares.
Patrick Demenga
Violoncello
Patrick Demenga studierte am Konservatorium Bern, bei Boris
Pergamenschikow in Köln und bei Harvey Shapiro in New York.
Mehrere Preise dokumentieren den Beginn seiner Karriere und heute
zählt er international zu den renommiertesten Cellisten. Als Solist und
Kammermusiker tritt er regelmäßig auf den großen Festivals und in
bekannten Musikzentren auf und arbeitete mit namhaften Musikerpersönlichkeiten wie Armin Jordan, Heinz Holliger, Leonidas Kavakos
und Christian Altenburger u.v.a. sowie Orchestern wie dem Tonhalle
Orchester Zürich, dem RSO Wien, RSO Berlin der Camerata Bern,
Patrick Demenga
© H.R. Hösli
Camerata Zürich, BSO Bern, OCL Lausanne u.v.a. zusammen. Zahlreiche Rundfunkaufnahmen sowie CD-Einspielungen wie die bei Novalis
erschienenen zwei Haydn Cellokonzerte haben ihn einem internationalen Publikum bekannt gemacht. Patrick
Demenga leitet eine Konzertausbildungsklasse an der Haute École de Musique de Lausanne und war über
zwanzig Jahre künstlerischer Leiter der Vier Jahreszeiten-Konzerte in Blumenstein. Seit über zehn Jahren ist
er künstlerischer Leiter der Musikfestwoche Meiringen. www.patrickdemenga.ch
20
Andrea Eckert
Rezitation
Andrea Eckert genoss ihre Ausbildung bei der großen Dorothea
Neff. Sie ist eine Protagonistin des Wiener Theaterlebens. Mit ihren
Chansonabenden gastiert sie in Deutschland, der Schweiz, in Israel
und New York. Sie drehte zahlreiche Dokumentarfilme. Für ihren Film
über Frederic Morton wurde sie 2010 mit der Romy für den besten
österreichischen Dokumentarfilm ausgezeichnet.
Andrea Eckert
© Laurent Ziegler
Am Wiener Volkstheater spielte sie u.a. die Hauptrollen in Judith,
Maria Stuart (Schiller), Elektra (Sophokles), Penthesilea (Kleist), Der gute Mensch von Sezuan (Brecht) und
Clara S. (Jelinek). Als Maria Callas in dem Stück Meisterklasse von Terence McNally wurde sie zum
Publikumsmagneten Wiens. Über 170.000 Besucher sahen diese Produktion. Andrea Eckert wurde mit vielen
Auszeichnungen bedacht. Sie bekam die Kainz Medaille, den Dorothea Neff Preis, den Karl Skraup Preis und
den Hebbel Ring. 2016 wurde sie mit dem Goldenen Ehrenzeichen der Stadt Wien geehrt. Sie ist seit 2016
Intendantin der Raimundspiele Gutenstein. www.andrea-eckert.com
Christoph Ehrenfellner
Viola
Der Salzburger Komponist-Dirigent-Geiger ist 2016-2019 Artist in Residence
am Theater Nordhausen/Thüringen, wofür er u.a. seine 1. Symphonie, sein
1. Ballett und seine 3. Oper komponiert. 2017 ist er Composer in Residence beim Festival Retz Offene Grenzen und beim Festival LOISIARTE in
Niederösterreich und hatte diese Position auch 2012 beim Orchestre
Symphonique de Mulhouse, 2013 bei der Seiji Ozawa Academy Genf und
2015 beim PalmKlang Festival in Salzburg.
Als Dirigent ist er regelmäßiger Gast beim Mexico City Philharmonic
Orchestra, Mozarteum Orchester Salzburg, Krasnojarsk Chamber
Christoph Ehrenfellner
© Robert Herbst
Orchestra, RSO Belarus/Minsk und dem Wiener Jeunesse Orchester. Er
war von 2011-2015 Chef der Sinfonietta Baden. Seit 2011 ist Christoph
Ehrenfellner Juror beim SCL Youth Orchestra Festival im Wiener Musikverein, Lehrbeauftragter für Orchester der
Kunstuniversität Graz, und Leiter des Jugendorchesters beim Allegro Vivo Festival in Niederösterreich. Er war GastKonzertmeister beim Mahler Chamber Orchestra, Simon Bolivar Youth Orchestra und beim Ensemble für Neue Musik
in Salzburg und ist heute v.a. als Kammermusiker ein regelmäßiger Gast auf vielen Festivals weltweit.
21
Regina Fritsch
Rezitation
Regina Fritsch wurde am 12. Juni 1964 in Hollabrunn geboren
und erhielt nach der Matura ihre Schauspielausbildung an
der Schauspielschule Krauss in Wien. Unmittelbar danach
erfolgte ein Engagement ans Burgtheater, dem sie seit 1985
als Ensemblemitglied angehört. Regina Fritsch erhielt für ihr
Schaffen zahlreiche Auszeichnungen, darunter den BerufsRegina Fritsch
© Filip Lav
ehrentitel Kammerschauspielerin, zwei Nestroys und den Alma
Seidler Ring. Neben ihrer Bühnentätigkeit steht sie auch immer wieder für Film und Fernsehen zur
Verfügung. Sie ist Mutter von zwei Töchtern und lebt in Wien.
Kurt Gold
Cembalo
Kurt Gold, geb. 1957, ist gebürtiger Wiener. Er erhielt eine klassische Klavierausbildung am Konservatorium Wien, wechselte dann zu Jazz und Jazzrock. 1992 gründete er das
Ensemble Barock&Co, das er als Cembalist leitet. Sein
Lieblingskomponist ist Johann Sebastian Bach. Kurt Gold ist
Cembalist zahlreicher Ensembles. Darüber hinaus leitet er als
Akkordeonist die Gruppe ARTango und ist Mitglied zahlreicher
Jazzgruppen. Aufgrund seiner musikalischen Vielseitigkeit veranstaltet er gerne Crossover-Konzerte.
2005 erschien seine Solo-CD „Le Connaisseur“ auf Gramola,
2016 ist eine CD mit seiner Bearbeitung von Pergolesis Stabat
mater (2 Singstimmen und Akkordeon) erschienen.
22
Kurt Gold
© privat
Konstanze Heinicke
Violine
Konstanze Heinicke erhielt ihren ersten Violinunterricht mit vier Jahren.
Seit 2015 studiert sie in der Klasse von Christian Altenburger an der
Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Bei dem Wettbewerb Jugend Musiziert gewann sie zahlreiche erste Preise auf der
Regional-, der Landes- und der Bundesebene, verbunden mit einem
Sonderpreis der Deutschen Stiftung Musikleben. 2010 bis 2013 war
Konstanze Heinicke
© privat
Konstanze Heinicke Stipendiatin der Jürgen Ponto Stiftung. Sie trat als
Solistin gemeinsam u.a. mit dem Philharmonischen Orchester Heidelberg, dem Leipziger Sinfonieorchester, dem
Haydn-Orchester Dresden und dem Jungen Sinfonieorchester Dresden auf. Künstlerische Anregungen bekam
sie durch Meisterkurse bei Sir Colin Davis, Igor Ozim, Friedemann Eichhorn, Albrecht Winter sowie Marianne
Piketty. Konstanze Heinicke tritt abwechselnd in diversen kammermusikalischen Besetzungen auf und hat damit
an Meisterkursen von Ensembles wie z.B. dem Dover Quartet, Quatour Ebène oder dem Talich Quartet teilgenommen. Internationale Konzertreisen führten sie bereits nach Israel, Russland, Griechenland, Kroatien und in
die Schweiz.
Benjamin Herzl
Violine
Benjamin Herzl stammt aus einer Salzburger Musikerfamilie. Erste Geigenstunden bei seinem Vater, ab 2005 Unterricht bei Klara Flieder an der
Universität Mozarteum, seit 2011 Studium an der Wiener Musikuniversität bei Christian Altenburger. Wichtige Impulse erhält er u.a. von Christian
Tetzlaff, Ivry Gitlis, Pierre Amoyal und Benjamin Schmid. Bereits 13-jährig
gibt er sein Debüt mit Mozarts Violinkonzert KV 211 beim Internationalen
Mozart-Fest Mannheim. 2008 gewinnt Benjamin Herzl den A.u.V.
Marcosig Wettbewerb in Italien, mit anschließenden Konzerten in Venedig,
Udine und Ljubljana. Darauf folgen Einladungen zu renommierten Festivals
Marie Isabel Kropfitsch
© Monika Lawrenz
wie Haniel Akademie Duisburg, Festspiele Mecklenburg-Vorpommern,
Europäisches Festival Passau, Diabelli Sommer Mattsee oder Dialoge
Salzburg 2016. Zu seinen Kammermusikpartnern zählen u.a. Christopher Hinterhuber, Thomas Zehetmair, Clemens
Hagen oder Thomas Riebl. Auftritte als Solist im Großen Festspielhaus Salzburg, im Konzerthaus Dortmund oder
Open Air im Rosengarten Neuss. Benjamin Herzl ist Stipendiat der Mozartgesellschaft Dortmund, Preisträger des
Internationalen Brahmswettbewerbs 2016 sowie Gewinner des Vadim Repin Mozart Preises.
23
Christopher Hinterhuber Klavier
Nach einer Reihe von Preisen bei wichtigen internationalen Wettbewerben ist Christopher Hinterhuber regelmäßig als Solist im In- und
Ausland gemeinsam mit hochrangigen Orchestern und Dirigenten wie
Ashkenazy, Kreizberg, Cambreling, Weil, Russell Davies oder de Billy
zu hören. Er gastierte wiederholt bei verschiedenen Festivals wie Klavierfestival Ruhr, Schleswig-Holstein-Festival, Mozartwoche Salzburg,
Christopher Hinterhuber
© Nancy Horowitz
Bregenzer Festspiele, Lockenhaus, Styriarte Graz, Carinthischer
Sommer, Haydnfestival Eisenstadt u.a. 2002/3 konzertierte er gemeinsam mit Patricia Kopatchinskaja in der
Reihe Rising Stars u.a. in der New Yorker Carnegie Hall. Ein bemerkenswertes Projekt war die Aufnahme in Ton
und Bild (Christopher Hinterhubers Hände) für den Film Die Klavierspielerin nach Elfriede Jelinek in der Regie von
Michael Haneke (prämiert mit dem Großen Preis der Jury in Cannes 2001). Seit 2012 ist Christopher Hinterhuber
Mitglied des renommierten Altenberg Trio Wien, das einen eigenen Zyklus im Wiener Musikverein spielt. An die
25 CD-Einspielungen und eine Berufung als Professor für das Hauptfach Klavier an die Musikuniversität Wien
2010 unterstreichen seinen herausragenden Rang innerhalb der jüngeren österreichischen Pianisten-Generation. www.christopherhinterhuber.com
Reinhard Latzko
Violoncello
Reinhard Latzko studierte bei Jan Polasek, Martin Ostertag und
Heinrich Schiff. Nach 18 Jahren als 1. Solocellist am SWR Sinfonieorchester und Professor an der Musikakademie Basel ist Reinhard
Latzko seit 2003 Professor für Violoncello an der Universität für Musik
und darstellende Kunst in Wien. Er ist Preisträger nationaler und
internationaler Wettbewerbe und weltweit Leiter von Instrumentalkursen. Reinhard Latzko ist Kammermusikpartner u.a. von Markus
Schirmer, Ulf Hölscher, Heinrich Schiff, Christian Tetzlaff, Gustav
Rivinius, Hartmut Rohde und Christian Altenburger. Solistische
Reinhard Latzko
© Christian Jungwirth
Tätigkeiten umfassen u.a. Auftritte mit dem Basler Sinfonieorchester, dem Tonhalle­Orchester Zürich, dem Sinfonieorchester des
Südwestrundfunks und der Deutschen Kammerphilharmonie unter Dirigenten wie Michael Gielen und Yuri
Ahronowitsch. Reinhard Latzko spielte zahlreiche Uraufführungen u.a. von Rihm, Krenek und Gielen.
www.reinhardlatzko.at
24
Michel Lethiec Klarinette
Der vielbeschäftigte Klarinettist Michel Lethiec hat als Solist und
Kammermusiker mit Künstlern wie Arto Noras, Leonidas Kavakos,
Mstislav Rostropovitch, Frans Helmerson, Régis und Bruno Pasquier,
Yuri Bashmet, Gérard Caussé, Patrick Gallois, Yehudi Menuhin, Ralf
Gothoni, den Moskauer Virtuosen und dem Amati Quartett, Enesco
Quartett, Artis Quartett, Talich Quartett und Prazak Quartett gespielt.
Michel Lethiec
© Josep Molina
Als leidenschaftlicher Interpret zeitgenössischer Musik hat Michel
Lethiec mehrere Werke uraufgeführt, darunter Konzerte von Krzysztof Penderecki, John Corigliano, Marcel
Landowski, Alain Fourchotte, Tamezo Narita, Salvador Brotons u.a. Michel Lethiec hat etwa zwanzig CDs aufgenommen und erhielt zwei Grands prix du Disque. Darunter ist eine Aufnahme mit den drei Konzerten von Krzysztof
Penderecki mit der St. Petersburg Camerata unter der Leitung des Komponisten. Michel Lethiec unterrichtet am
Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris und am Nice Conservatoire, widmet sich nebenbei der
Forschung und gibt regelmäßig Meisterkurse in anderen Institutionen. Er ist der Künstlerische Leiter des Festivals
Pablo Casals in Prades.
Joseph Lorenz
Rezitation
Joseph Lorenz, in Wien geboren, studierte am Mozarteum in Salzburg.
Nach dem ersten Engagement in Kassel folgte das Schillertheater in Berlin,
wo Lorenz sieben Jahre blieb. Die nächsten sechs Jahre war Lorenz in
Düsseldorf, Hamburg, Stuttgart, Basel und Zürich engagiert, von wo
ihn Claus Peymann 1995 nach Wien ans Burgtheater holte. 2004 verließ
Lorenz die Burg und arbeitet seitdem als freiberuflicher Schauspieler, etwa
am Theater in der Josefstadt, am Niederösterreichischen Landestheater
oder Stadttheater Klagenfurt. Seit 1998 ist Joseph Lorenz auch regelmäßig bei den Festspielen Reichenau zu sehen, zuletzt in Dämonen (nach
Joseph Lorenz
© Christoph Zadra
Heimito von Doderer) und Brennendes Geheimnis (nach Stefan Zweig).
Neben seiner Bühnenarbeit ist Joseph Lorenz auch als Sprecher und
Rezitator sehr gefragt (Musikverein Wien, Wiener Konzerthaus, Kulturtage Mondsee etc). Drei Hörbücher liegen
auf: Die Strudlhofstiege von Heimito von Doderer, sowie Tarabas und Das falsche Gewicht von Joseph Roth. 2015
wurde Joseph Lorenz der Berufstitel Kammerschauspieler verliehen.
www.josephlorenz.at
25
Erwin Ortner Dirigent
Erwin Ortner, 1947 in Wien geboren, war Mitglied der Wiener Sängerknaben, studierte an der damaligen Wiener Musikhochschule Musikpädagogik, Kirchenmusik und Dirigieren bei Hans Swarowsky und
Hans Gillesberger und war von 1980 bis 2016 ordentlicher Professor
für Chordirigieren an der Universität für Musik und darstellende Kunst
in Wien, der er von 1996 bis 2002 als Rektor vorstand. 1972 gründete
Erwin Ortner
© Michal Kucharko
er den Arnold Schoenberg Chor. Unter seiner künstlerischen Leitung
entwickelte sich der Chor zu einem der führenden europäischen Ensembles. Von 1983 bis 1995 war er außerdem Chefdirigent des ORF-Rundfunkchores. Erwin Ortner dirigiert regelmäßig Konzerte im In- und Ausland
und leitet Meisterkurse für Chor- und Orchesterdirigieren. 2010 übernahm er die künstlerische Leitung
der seit 1498 bestehenden Wiener Hofmusikkapelle. 2002 wurde ihm der Grammy in der Kategorie Beste
Choraufführung, in welcher Dirigent und der Chorleiter ausgezeichnet werden, für die Aufnahme von Bachs
Matthäus-Passion verliehen, 2010 der Echo für Haydns Jahreszeiten (Arnold Schoenberg Chor, Concentus
Musicus Wien, Nikolaus Harnoncourt).
Wilhelm Sinkovic
Moderation
Geboren 1960 in Wien, studierte Wilhelm Sinkovicz Komposition und Musikwissenschaft. Seit 1984 ist er Musikkritiker der
Tageszeitung Die Presse. Er unterrichtet an der Musik und Kunst
Privatuniversität der Stadt Wien (ehem. Konservatorium) und
hat zahlreiche Bücher verfasst, unter anderem über die Wiener
Staatsoper Das Haus am Ring, Arnold Schönberg Mehr als zwölf
Töne, aber auch über Komponisten wie Johann Strauß und Alban
Berg, sowie zuletzt mit Michaela Schlögl eine Bilanz der vergangenen 30 Jahre des Wiener Musiklebens do re mi fa Sole. Als
Moderator ist Wilhelm Sinkovicz, der lange Zeit auch viele Rundfunksendungen, u.a. Reihen wie Klassische Verführung, gestaltet
hat, alljährlich bei der LOISIARTE zu erleben.
26
Wilhelm Sinkovicz
© privat
Kristóf Szimán Kontrabass
Kristóf Szimán studierte am Béla Bartók Konservatorium und Gymnasium 2004-2008 zuerst Cello und von 2005-2008 dann Kontrabass
bei Istvan Lukacshazi. 2008 gewann er den Ersten Preis beim III.
Kontrabass-Wettbewerb in Ungarn. Nach einer erfolgreichen Aufnahmeprüfung studierte er auf der Universität für Musik und darstellende
Kunst Wien bei Josef Niederhammer. 2016 bekam er sein Diplom.
Kristóf Szimán
© Marcus Eibensteiner
Orchestererfahrung sammelte der gebürtige Ungar unter anderem
bei der Sommerakademie Collegium Musikum in Pommersfelden in den Jahren 2007-2010, der Orchesterakademie Ossiach, dem Wiener Kammerorchester, der Angelika Prokopp Sommerakademie in Salzburg
2012, an der Wiener Staatsoper, der Wiener Volksoper, der Bühne Baden, dem Salonorchester Alt Wien, dem
Schönbrunner Schlossorchester Wien, dem Niederösterreichischen Tonkünstlerorchester, den Vereinigten
Bühnen Wien und der Wiener Akademie 2015.
Janay Tulenova
Violine
Janay Tulenova begann sehr früh, Violine zu lernen und besuchte die
Special Music School for Gifted Children K. Baiseitovoi in Almaty,
Kasachstan, wo sie Unterricht bei Nina Patrusheva nahm. 2008
gewann Janay den Grand Prix der Republik Kasachstan und den ersten
Preis bei der International Violin Competition in Kasachstan, woraus
später ein Engagement mit dem Kazakh State Academic Symphony
Orchestra unter Vag Papyan entstand (Prokofjew Violinkonzert Nr.
1). 2011 wurde Janay mit einem Stipendium an das Moskauer Staatliche Konservatorium aufgenommen (als vierte von 28 ausgesuchten
Janay Tulenova
© Constant Notten
Studenten) und kam in die Klasse von Alexandr Petrovich Kirov. 2012
übersiedelte sie nach Maastricht, Niederlande, um mit Boris Belkin zu
studieren. Nach dem Studienabschluss in Holland begann Janay ihr Masterstudium an der Musikuniversität
Wien in der Klasse von Christian Altenburger.
27
Darya Volkova Klavier
Darya Volkova wurde im Jahr 1991 in Usbekistan geboren.
Im Alter
von fünf Jahren begann sie den Klavierunterricht bei V. Begalova und
studierte zwischen 1998 und 2005 am Musikgymnasium Uspenskiy
V.A. in der Klasse von L. Florentieva. Im Jahr 2002 gewann sie den
zweiten Preis beim internationalen Klavierwettbewerb von Kasachstan und im Jahr 2003 den ersten Preis beim nationalen KlavierwettDarya Volkova
© Darya Volkova
bewerb in Usbekistan. 2003 hat sie an Meisterkursen des Fonds Neue
Namen in Moskau und im 2004 an Meisterkursen der Moskauer International Philharmonic of Classical
Music in Taschkent teilgenommen und wurde in weiterer Folge eingeladen, die Ausbildung an der Zentralen
Musikschule beim Moskauer Staatlichen Konservatorium P.I. Tschaikowsky fortzusetzen. Dort beendete sie
2010 ihr Studium mit Diplom und wechselte anschließend an die Universität für Musik und darstellende Kunst
in Wien in die Klasse Christopher Hinterhuber. 2013 gab Darya ihr Debut als Solistin im Wiener Musikverein.
Floris Willem
Violine
Floris Willem wurde in Lüttich (Belgien) geboren und kommt aus einer
musikalischen Familie. Schon mit drei Jahren begann er Violine zu
spielen. Musik ist für ihn eine Sprache, in der er die Schönheit des
Lebens mit anderen teilen kann. Er studiert momentan bei Christian Altenburger an der Universität für
Musik und darstellende Kunst in Wien und wird von der Stiftung Robus
gefördert. Er spielt eine Violine von J.B. Vuillaume, eine Leihgabe der
Stiftung Arthur Grumiaux.
Floris Willem
© Carine Van Gerven
28
NÖN 3 Wochen
gratis testen!
Entdecken Sie die besten Seiten des Landes.
Testen Sie die NÖN 3 Wochen
gratis und Sie erhalten:
+ Ihre NÖN mit den besten lokalen Inhalten
+ Die NÖN-Landeszeitung mit
Top-Themen aus ganz Niederösterreich
+ tele, das Fernsehmagazin
+ NÖN-LeserClub: Woche für Woche
akttraktive Vorteile
Jetzt testen: NÖN.at/testen
Nah. Näher. NÖN
NÖN.at
OE1_Club_84x170_Loisiarte_17.indd 1
30.01.17 17:00
29
30
Kammermusik
in Grafenegg
Workshops
es
Masterclass
7. – 14. Mai
Eintritt frei
Best of ECMA-Ensembles
Fr, 12. Mai · 19.30 Uhr
Junge Ensembles präsentieren
in einem abwechslungsreichen
Programm das Beste aus
einer Woche European Chamber
Music Academy in Grafenegg.
ar
M
HAYDN · BACH · ADAMS
©
Apollon Musagète Quartett
Sa, 13. Mai · 19.30 Uhr
co
Bo
rg g r e
ve
Boulanger Trio
So, 14. Mai · 11.00 Uhr
TSCHAIKOWSKI · STAUD
Im Anschluss get together
mit den Musikern und
dem Komponisten
Johannes Maria Staud
©
© N. Horowitz
Ire
ne
Za
nde
l
grafenegg.com/ecma
ecma-music.com · mdw.ac.at/ijh
170203_Loisiarte Ecma RZprint.indd 1
03.02.2017 17:27:40
31
Langenlois zu besuchen bedeutet,
der lieblichen Seite des Kamptals zu begegnen.
Einen Ort zu entdecken, dessen sanft
gezeichnete Weinberge, prachtvolle Gärten
und breit gefächerte Architektur und Kultur
um die Sinne seiner Besucher buhlen.
www.langenlois.at
UH_Llois_Loisiarte_84x170.indd 1
32
Reopening
01.07.2017
Bernard Frize, Balaire (Detail), 2015, Galerie nächst St. Stephan © Bildrecht, Wien, 2016
EIN
GUTER B O D E N R E GT
GENUSSFAN TA S I E N A N
13.12.16 08:15
KHK_LiosiarteProgramm_84x170_E1.indd
1
Abstract Painting Now!
Gerhard Richter, Katharina
Grosse, Sean Scully …
Tobias Pils
Untitled
Sébastien de Ganay
Transposition and
Reproduction
www.kunsthalle.at
16.12.16 00:25
ERLEBEN SIE 900 JAHRE
TRADITION & GESCHICHTE
in Langenlois
nte
bie
estyle Am
odernes Lif
m
&
r
tu
ek
nale Archit
Internatio
LOISIUM WeinErlebnisWelt & Vinothek
Loisium Allee 1
3550 Langenlois
+43 (0) 2734 322 40
[email protected]
www.loisium-weinwelt.com
tellen
Feinschmecker bes
op online:
im neuen Wein-Sh
thek.at
www.loisium-vino
33
SchloSSfeStSpiele LAngenLOiS
Die
Lustige
WitWe
Operette in 3 Akten
vOn FrAnz LehAr
HÖRT
DIE
SIGNALE
24. 03. – 17. 04.
2017 / krems
TICKET- & INFOLINE:
02732/908033
KLANGRAUM.AT
20.JuLi –12.Aug.2017
SchLOSS hAindOrF
Musikalische leitung: andreas stoehr
regie: rudolf frey
Gefördert durch das Land Niederösterreich
Langenlois
ticketS 0 27 34 - 34 50
34
www.schlossfestspiele.at
DIE UNTERIRDISCHE WEINMESSE
LOISIUM
WEIN
LUST
27. MAI 2017 / 10-22 Uhr
Erstmalig heißt es verkosten, plaudern
und fachsimpeln in den Kellergängen der
LOISIUM WeinErlebnisWelt. Tief unter der
Weinstadt Langenlois präsentieren rund
40 Winzer aus Niederösterreich deren
flüssiges Gold!
R PFALZ
GASTWINZER AUS DE
R BASILIKA / 19 Uhr
BOTTLE PARTY IN DE
ACT
LIVE DEEJAY + SHOW
e!
itierte Auflag
Tickets / Lim
0 pP
VVK EUR 29.0
R 33.00 pP
EU
sa
as
Tagesk
LOISIUM WeinErlebnisWelt & Vinothek
Loisium Allee 1
3550 Langenlois
+43 (0) 2734 322 40
[email protected]
www.loisium-weinwelt.com
LOISIARTE
Künstlerische Leitung:
Christian Altenburger
Organisation/Öffentlichkeitsarbeit:
Ulrike Brandner-Lauter
Dramaturgie:
Angelika Messner
Organisatorische Mitarbeit:
Stephanie Pick-Eisenburger
Kartenbüro und
Veranstaltungsbetreuung
LOISIUM Team
Technik:
Technik Team LOISIUM Hotel und
Kellerwelt
LOISIUM
Kellerwelt Betriebs GmbH & Co KG
Loisium Allee 1, A-3550 Langenlois
Tel. +43 (0) 2734 / 322 40-0
[email protected]
www.loisium.com
www.loisiarte.at
Impressum:
Für den Inhalt veranwortlich:
Christian Altenburger
Redaktion:
Angelika Messner
Layout:
Katharina Fessl
Druck:
www.walladruck.at
35
15. 18. März 2018
LOISIUM Langenlois
bis
Im Mittelpunkt der LOISIARTE 2018 wird die Musik von György Kurtág
stehen, ergänzt wird das Programm durch Werke aus seinem künstlerischen Umfeld. Der Komponist und Pianist ist nicht nur einer der
bedeutendsten Komponisten Ungarns, sondern findet auch internationale Beachtung. Er ist unter anderem Preisträger des FriedrichHölderlin-Preises der Universitätsstadt Tübingen und seit 2001 Mitglied der
American Academy of Arts and Sciences. Er gilt als ein Künstler, der
hart an der äußersten Verdichtung arbeitet, wird dabei mit Anton Webern
verglichen und als der legitime Nachfolger Liszts, Bartóks, Leó Weiners
und Sándor Veress‘ bezeichnet.
www.loisiarte.at
mit freundlicher unterstützung von
Herunterladen