Saisonprogramm 2009/10

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Saisonprogramm 2009/10
Pressekonferenz, 24. März 2009
Roland Geyer
Intendant des Theater an der Wien
Thomas Drozda
Geschäftsführender Direktor
der Vereinigten Bühnen Wien
Stefan Ruzowitzky
Regisseur
Johannes Kalitzke
Komponist & Dirigent
Hauptsponsor des Theater an der Wien
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
Theater an der Wien
Wo Oper bewegt: Das Saisonprogramm 2009/10
Das neue Saisonprogramm bringt internationale Höhepunkte für Wien und das über das
ganze Jahr hindurch, ohne Sommerpause. Mit dreizehn Premieren setzt das Theater an
der Wien auch in der kommenden Spielzeit auf höchste künstlerische Qualität.
Auf dem Cover des Saisonprogrammbuchs präsentiert das Opernhaus der Stadt Wien ein
signifikantes Symbol – ein pulsierendes Herz, das für Inspiration, Kreativität, Dynamik
und Sehnsucht steht. Diese kraftvolle Vielfalt vom Barock bis zur Moderne spiegelt sich
auch im neuen Saisonprogramm wieder, das faszinierendes Musiktheater von Claudio
Monteverdi, Christoph Willibald Gluck, Johann Sebastian Bach, Joseph Haydn, Gioachino
Rossini sowie Carl Maria von Weber, Johann Strauß und Benjamin Britten, Hans Werner
Henze sowie eine Uraufführung von Johannes Kalitzke umfasst.
Für die hohe künstlerische Qualität garantieren sowohl die Dirigenten Nikolaus
Harnoncourt, René Jacobs, Bertrand de Billy, Donald Runnicles, Thomas Hengelbrock,
Marc Albrecht, Harry Bicket, Cornelius Meister und Johannes Kalitzke, als auch die
Opernregisseure Christof Loy, Tobias Moretti, Robert Carsen, Stephen Lawless, Philipp
Himmelmann, Kasper Bech Holten, Torsten Fischer sowie Stefan Ruzowitzky, der sein
Debüt als Opernregisseur gibt. Mit John Neumeier und Anne Teresa De Keersmaeker sind
zwei der bedeutendsten Choreographen aus dem Bereich Tanz zu Gast.
Mit dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien und den Wiener Symphonikern sowie dem
Arnold Schoenberg Chor stehen wieder erstklassige Klangkörper zur Verfügung, die im
Rahmen mehrjähriger Verträge mit dem Theater an der Wien zusammenarbeiten. Im
Bereich Barockoper werden in der Saison 2009/10 renommierte Originalklang-Orchester
wie das Orchestre des Champs-Élysées, der Concentus Musicus Wien und das Balthasar
Neumann Ensemble zu hören sein. Für die Uraufführung der Oper Die Besessenen von
Johannes Kalitzke konnte das Klangforum Wien gewonnen werden.
Das Credo des Theater an der Wien ist, dem anspruchsvollen Opernpublikum
Musiktheater in Top-Qualität zu bieten. Seit seiner Wiedereröffnung als neues Opernhaus
der Stadt Wien im Jänner 2006 hat sich das Theater an der Wien als Zentrum für
Barockoper und modernes, zeitgemäßes Musiktheater national wie international etabliert.
Auch von Seiten des Publikums ist eine breite Akzeptanz zu verzeichnen: die
Abonnentenzahlen konnten in der Saison 08/09 verdreifacht werden; die Auslastung der
Musiktheaterprojekte liegt durchschnittlich bei 94%.
Unter dem Motto „Abonnenten hören mehr!“ bietet das Theater an der Wien auch für die
kommende Spielzeit eine reichhaltige Auswahl an Abonnements und Zyklen an.
Attraktive Bedingungen gibt es vor allem für Frühentschlossene, die bei der Buchung
oder Verlängerung eines Abonnements bis zum 30. April 2009 eine Ermäßigung von 30%
erhalten. Zur Auswahl stehen neun Abonnements und zwölf Zyklen in sieben
Preiskategorien.
Der Abonnement-Vorverkauf startet heute, den 24. März 2009.
Ab dem 15. Juni startet der freie Kartenverkauf für alle Vorstellungen bis Ende 2009.
Zu Saisonbeginn im September 2009 können Einzelkarten für die gesamte Saison
2009/10 (bis August 2010) erworben werden.
www.theater-wien.at
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
Im Überblick: Das Saisonprogramm 2009/10
MUSIKTHEATER
Benjamin Britten: DEATH IN VENICE
Premiere: 17. September 2009, Koproduktion mit der Staatsoper Hamburg
Eröffnet wird die Opernsaison 2009/10 mit der zweiaktigen Oper Death in Venice von
Benjamin Britten, die 1973, drei Jahre vor Brittens Tod, im Rahmen des AldeburghFestival in Snape uraufgeführt worden ist. Als Vorlage für die 17 durchkomponierten
Szenen adaptierte Brittens Librettistin Myfanwy Piper Thomas Manns bedeutende Novelle
Tod in Venedig.
Unter der musikalischen Leitung von Donald Runnicles spielt das ORF RadioSymphonieorchester Wien. Die Inszenierung stammt von Ramin Gray, der in Wien
zuletzt mit seinen Regiearbeiten zu Simon Stephens Motortown (Festwochen 2005) und
Am Strand der weiten Welt (Volkstheater 2007) präsent war. Als Schriftsteller Gustav
von Aschenbach ist der Tenor Kurt Streit zu hören. In den vielen weiteren Rollen ist
Russell Braun als The Traveller, Christophe Dumaux als The Voice of Apollo, Erik
Årman als Hotel porter sowie Klemens Sander als English Clerk zu sehen. Es singt und
spielt das Vokalensemble Nova.
Die Premiere der Neuproduktion an der Hamburgischen Staatsoper findet am 19. April
2009 statt.
Gioachino Rossini: TANCREDI
Premiere: 15. Oktober 2009, Neuproduktion
Tancredi ist Rossini pur, ein wahres Feuerwerk an virtuosen und lyrisch beseelten Arien.
Schon bald nach der Uraufführung im Februar 1813 im Teatro La Fenice in Venedig
begann Tancredis Siegeszug über die europäischen Opernbühnen. Auch in Wien
grassierte das ansteckende Rossinifieber; bereits 1817 wurde Tancredi erstmals im
Theater an der Wien gespielt.
Regisseur Stephen Lawless und Dirigent René Jacobs setzen mit dieser Neuproduktion
ihre Zusammenarbeit am Theater an der Wien fort. Zuletzt bescherte die Inszenierung
und musikalische Interpretation von Chr. W. Glucks Orfeo ed Euridice dem Theater an
der Wien einen großen Erfolg. Im sizilianischen Kriegs- und Liebesdrama Tancredi sind
u. a. Colin Lee als Argirio, Vivica Genaux als Tancredi, Aleksandra Kurzak als
Amenaide und Konstantin Wolff als Orbazzano zu hören. Neben dem Orchestre des
Champs-Élysées ist der Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner) zu hören.
Hans Werner Henze: DER PRINZ VON HOMBURG
Premiere: 12. November 2009, Neuproduktion
Das Libretto für die dreiaktige Oper verfasste Ingeborg Bachmann nach dem gleichnamigen Schauspiel von Heinrich von Kleist. Stehen bei Kleist noch die Schlacht, der
Gehorsam und die Strafe im Mittelpunkt, so rückt Henze in seiner Oper den Traum, die
Liebe, den Garten und den spielerischen Menschen ins Zentrum des Geschehens. Er schuf
ein bewegendes Musikdrama um Liebe, Freiheit und Verantwortung, das 1960 in
Hamburg uraufgeführt wurde.
Christof Loy, einer der renommiertesten deutschen Opernregisseure und bereits zum
vierten Mal mit einer Regiearbeit am Theater an der Wien vertreten, zeichnet für die
Inszenierung dieser Neuproduktion verantwortlich. Unter der musikalischen Leitung von
Marc Albrecht spielen die Wiener Symphoniker. Als Kurfürst Friedrich Wilhelm von
Brandenburg ist der Tenor John Uhlenhopp, als seine Kurfürstin Helene
Schneidermann, als Prinzessin Natalie Marlis Petersen und als Prinz Friedrich Artur
von Homburg ist Christian Gerhaher zu hören.
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
Joseph Haydn: IL MONDO DELLA LUNA
Premiere: 5. Dezember 2009, Neuproduktion
Il mondo della luna ist heute wohl Haydns bekannteste Oper. In seiner klingenden
Beschreibung der Mondlandschaft gibt es statt Steinen und Staub duftende Blumen und
grüne Wälder, statt Stille zwitschernde Vögel und lyrisch brillante Arien. Anlass der
Uraufführung war die Hochzeit von Graf Nikolaus, einem Sohn des Fürsten, mit Maria
Anna Gräfin Weißenwolf am 3. August 1777 auf Schloss Esterháza. Die Handlung ist die
einer typischen Opera buffa dieser Zeit und stammt aus der Feder des italienischen
Komödiendichters Carlo Goldoni.
Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Nikolaus Harnoncourt, der im
Dezember 2009 seinen 80. Geburtstag feiert. Die Welt auf dem Monde wird von Tobias
Moretti inszeniert, der erstmals eine Opernregie für das Theater an der Wien
übernimmt.
Es spielt der Concentus Musicus Wien. Zu hören sind u. a. als Buonafede Dietrich
Henschel, als Ecclitico Bernard Richter und als Ernesto Vivica Genaux.
John Neumeier/Johann Sebastian Bach: WEIHNACHTSORATORIUM
Hamburg Ballett
Premiere (Wiederaufnahme): 18. Dezember 2009
John Neumeier hat nicht nur mit seiner Ästhetik Ballettgeschichte geschrieben, sondern
auch mit seinen außergewöhnlichen choreografischen und philosophischen Interpretationen großer sakraler Werke. Die Uraufführung von Neumeiers Weihnachtsoratorium im Dezember 2007 am Theater an der Wien wurde sowohl vom Publikum als
auch von den Medien begeistert aufgenommen.
Unter der musikalischen Leitung von Erwin Ortner spielt das Wiener
Kammerorchester. Neben dem Arnold Schoenberg Chor sind als SolistInnen
Christoph Prégardien, Sunhae Im, Marie-Claude Chappuis und Hanno MüllerBrachmann zu hören.
Claudio Monteverdi: L’INCORONAZIONE DI POPPEA
Premiere: 21. Jänner 2010, Koproduktion mit dem Glyndebourne Festival
Der Notentext von Monteverdis letzter Oper L’incoronazione di Poppea galt lange Zeit als
verschollen und wurde erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Venedig wieder entdeckt.
Die zweiaktige Oper gehört zu den ersten, die nicht für einen Fürstenhof gefertigt wurde,
sondern für ein öffentliches Haus, dem Teatro Santi Giovanni e Paolo in Venedig, wo
Monteverdis Spätwerk 1642 uraufgeführt wurde. In diesem Werk stehen Machtgelüste
und Ohnmachtsgefühle auf engstem Raum nebeneinander. Claudio Monteverdi, einer der
Erfinder der Kunstform Oper, hat diese menschlichen Affekte, Leidenschaften und
Emotionen mit Tiefgang in Musik gesetzt.
Regisseur Robert Carsen präsentiert mit der Krönung der Poppea seine dritte
Regiearbeit am Theater an der Wien. An seiner Seite: der Dirigent und Spezialist für
historische Aufführungspraxis Thomas Hengelbrock, der sein Balthasar Neumann
Ensemble dirigieren wird. Unter seiner musikalischen Leitung singen u. a. Lawrence
Zazzo (Ottone), Juanita Lascarro (Poppea), Jacek Laszczkowski (Nerone), Anna
Bonitatibus (Ottavia), Ingela Bohlin (Drusilla), David Pittsinger (Seneca) und
Marcel Beekman (Arnalta).
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
Johannes Kalitzke: DIE BESESSENEN
Auftragswerk & Neuproduktion des Theater an der Wien
Premiere: 19. Februar 2010, Uraufführung
Beginnend mit der Saison 09/10 widmet sich das Theater an der Wien verstärkt dem
Schwerpunkt Musiktheater des 21. Jahrhunderts und präsentiert in den kommenden
Jahren eine Uraufführung pro Spielzeit. Das erste Auftragswerk wurde an den
Komponisten und Dirigenten Johannes Kalitzke vergeben, welcher im Mozartjahr 2006
für die musikalische Leitung der Uraufführung der Oper I Hate Mozart verantwortlich
zeichnete. Als idealer Klangkörper für die Musik von Kalitzke fungiert das Klangforum
Wien. Die Inszenierung liegt in den Händen von Kasper Bech Holten, der zuletzt
Mozarts Le nozze di Figaro (2007) mit viel Witz und Esprit auf die Bühne des Theater an
der Wien gebracht hat. Solisten wie Noa Frenkel, Jochen Kowalski, Leigh Melrose,
Hendrikje von Kerckhove, Manfred Hemm und Benjamin Hulett sind in den
tragenden Partien zu hören.
Die Grundlage für das Libretto des deutschen Schriftstellers Christoph Klimke war der
Fortsetzungsroman Die Besessenen des polnischen Autors Witold Gombrowicz, den dieser
im Jahre 1939 für die polnischen Zeitungen Morgen-Express und Roter Kurier verfasst
hatte. Jahrzehntelang galt der Roman wegen des Krieges als verschollen, bevor er 1967
wiederentdeckt und in viele Sprachen übersetzt wurde. Christoph Klimke hat für seine
Libretto-Dramatisierung Gombrowicz’ „Schauerroman“-Vorlage verdichtet und sich auf
einzelne Handlungsstränge konzentriert.
Christoph Willibald Gluck: IPHIGÉNIE EN TAURIDE
Premiere: 14. März 2010, Neuproduktion
Nach der gelungenen Interpretation von Orfeo ed Euridice im Oktober 2008 präsentiert
das Theater an der Wien ein weiteres Werk von Christoph Willibald Gluck, der zu den
bedeutendsten Opernkomponisten des 18. Jahrhunderts zählt. 1779 erlebte Gluck in
Paris mit der Uraufführung der Iphigénie en Tauride den größten Erfolg seines Lebens. In
diesem Werk gelang es dem ambitionierten Komponisten, seine Reformgedanken bis zur
letzten Konsequenz umzusetzen und dem musikalischen Theater wieder mehr
Wahrhaftigkeit zu schenken. Sein Blick auf den antiken Mythos ist ein Plädoyer für die
Werte der Humanität; zugleich stieß Gluck mit Iphigénie en Tauride das Tor zum
modernen Musikdrama auf.
Unter der musikalischen Leitung von Harry Bicket spielen die Wiener Symphoniker.
Inszeniert wird die tragische Oper vom deutschen Regisseur Torsten Fischer, der mit
seiner letzten Regiearbeit des Operndramas Médée (2007) seinen treffenden Instinkt für
die Interpretation von griechischen Tragödienstoffen unter Beweis stellen konnte.
Als Iphigénie ist Véronique Gens, Andrew Schroeder als Thoas, Stéphane Degout
als Oreste sowie Rainer Trost als Pylade zu hören. Es singt der Arnold Schoenberg
Chor (Ltg. Erwin Ortner).
Anne Teresa De Keersmaeker & Jérôme Bel: 3ADIEUX
Musik von Gustav Mahler
Premiere: 28. März 2010
Die Ausnahmechoreographin Anne Teresa De Keersmaeker ist seit 2006 regelmäßig
mit außergewöhnlichen Tanzprojekten am Theater an der Wien vertreten, zuletzt mit
ihrem Steve Reich-Evening. Mit 3Adieux präsentiert De Keersmaeker gemeinsam mit
Jérôme Bel ein neu konzipiertes Ballett, das erstmals am 16. Februar 2010 am Théâtre
Royal de la Monnaie Bruxelles gezeigt wird.
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
3Adieux ist eine Begegnung zweier eigenwilliger Ausnahmekünstler: der mathematischen
und gleichzeitig expressiven Choreografin Anne Teresa De Keersmaeker und des
französischen Choreografen Jérôme Bel, Schöpfer von umstrittenen Performances wie
The Show Must Go On. Ausgangspunkt für 3Adieux ist der Schlussteil von Gustav Mahlers
Lied von der Erde, der Abschied, in einer dreifachen Wiederholung. 3Adieux ist ein Werk
über Stille, über Verschwiegenheit und über Verwunderung, die in die szenische Realität
eines Körpers übersetzt werden.
Es spielt das Ictus Ensemble, Gesangssolistin ist Sara Fulgoni.
Carl Maria von Weber: DER FREISCHÜTZ
Premiere: 19. April 2010, Neuproduktion
„Der Freischütz hat ins Schwarze getroffen“, schrieb Carl Maria von Weber 1821 unter
dem Eindruck der glanzvollen Berliner Uraufführung an seinen Textdichter Johann
Friedrich Kind. Webers Oper entwickelte sich bald zum Serienerfolg und wurde in der
Musikkritik schon zu seinen Lebzeiten als die erste deutsche Nationaloper bezeichnet.
Unmittelbar nach den napoleonischen Kriegen entstanden, setzt diese romantische Oper
um Versagensangst, brüchige Konventionen und Waldspuk bildmächtig eine Fantasiewelt
frei, deren Aufgebot an gespenstischen Erscheinungen schlicht beeindruckend ist.
Für die Inszenierung konnte der österreichische Regisseur und Oscar-Preisträger Stefan
Ruzowitzky gewonnen werden, der mit dieser Produktion sein Debut als Opernregisseur
am Theater an der Wien gibt. Die musikalische Leitung hat Bertrand de Billy inne, der
mit seinen letzten beiden Interpretationen von Poulencs Dialogues des Carmélites und
Debussys Pelléas et Mélisande „an der Wien“ Furore machte.
Die aufstrebende Sopranistin Elza Van den Heever singt die Agathe, das Ännchen wird
von Mojca Erdmann gegeben, Falk Struckmann gibt den tragischen Schurken Kaspar,
Simon O’Neill den jungen Mann Max, Martin Snell ist als Kuno sowie Henk Neven als
Ottokar zu hören. Als Samiel ist der Schauspieler Karl Markovics zu erleben.
Nadja Michael: ORLANDO MISTERIOSO
Eine inszenierte Liedreise mit Musik von Richard Wagner, Robert Schumann,
Wolf, Gustav Mahler und Richard Strauss
Premiere: 23. Juni 2010
Hugo
Der Ein-Frau-Abend verbindet die Dramatik der großen Oper und Intimität des
Kammerspiels: Vehikel der inszenierten Liedreise der Sopranistin Nadja Michael ist die
Figur des Orlando, der geboren in elisabethanischer Zeit, einmal als Mann oder einmal als
Frau, über mehrere Jahrhunderte lebt.
Die Sängerin und Ausnahmekünstlerin begibt sich gemeinsam mit dem Publikum auf eine
emotional-musikalisch-visuelle Reise, die wie jene von Orlando durch verschiedene
Epochen führt. Eine Reise, die zunächst mit dem staatstragenden Pomp einer Maria
Stuart beginnt und sich mehr und mehr durch die verschiedenen Gestalten und
Geschlechtlichkeiten hindurch nach innen wendet.
Johann Strauss: DIE FLEDERMAUS
Premiere: 15. Juli 2010, Neuproduktion
Anlässlich der triumphalen Fledermaus-Uraufführung am Ostersonntag, den 5. April 1874
im Theater an der Wien, schrieb die Morgenpost: „Das klingt ans Ohr und rieselt durch
das Blut hinab bis in die Beine, und der faulste Mensch im Zuschauerraum fängt
unwillkürlich zu nicken an mit dem Kopfe und wiegt den Leib und strampelt mit den
Füßen. Man kann jetzt in einer Loge des Theaters an der Wien die schönsten
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
Seekrankheiten kriegen, so wogt es im Parterre unter den bezaubernden Tönen, die
Johann Strauß mit seinem Stabe aus dem Orchester wirbelt“
Unter der musikalischen Leitung seines designierten Chefdirigenten Cornelius Meister
musiziert das ORF Radio-Symphonieorchester Wien. Der deutsche Opernregisseur
Philipp Himmelmann zeichnet für die Inszenierung dieser Neuproduktion am
Uraufführungsort verantwortlich.
Kurt Streit gibt den Gabriel von Eisenstein, als seine Frau Rosalinde ist Nicola Beller
Carbone zu hören, Juanita Lascarro singt die Adele und Florian Boesch gibt in
Personalunion Dr. Falke und Frosch. In den weiteren Rollen sind Jacek Laszczkowski
als Prinz Orlofsky, Rainer Trost als Alfred, Markus Butter als Frank und Erik Årman
als Dr. Blind zu sehen.
KONZERTE & OPER KONZERTANT
Die Konzertsaison 2009/10 startet mit dem Eröffnungskonzert am 10. September
2009. Auf dem Programm steht das dramatische Oratorium Susanna von Georg Friedrich
Händel, das die Geschichte der Susanna im Bade aus dem Buch Daniel thematisiert.
Unter der musikalischen Leitung von William Christie spielt sein Ensemble Les Arts
Florissants Chœur et Orchestre. Die Susanna wird von Kate Royal gegeben, die in
England als der „neue Sopran-Star“ gefeiert wird.
6x Oper konzertant
von Antonio Vivaldi, Georg Friedrich Händel und Joseph Haydn
Das vielfältige Musiktheaterprogramm wird von sechs konzertanten Opernaufführungen
begleitet, die sich der Pflege und Aufführung von Raritäten der Opernliteratur widmen.
Anlässlich des Haydnjahres und zu Beginn der Saison 2009/10 steht am 25. September
die konzertante Aufführung der Oper L’anima del filosofo von Joseph Haydn auf dem
Programm. Unter der musikalischen Leitung von Paul Goodwin spielt das
kammerorchesterbasel, es singt der Wiener Kammerchor. SolistInnen sind Simone
Kermes, Paul Agnew und Jonathan Lemalu.
Das von Alan Curtis 1992 in Italien gegründete Ensemble Il Complesso Barocco ist
international bekannt für seine Interpretation italienischer Barockopern sowie Oratorien
und hat eine tragende Rolle in der Wiederbelebung dieser Epoche eingenommen. In der
Spielzeit 09/10 interpretiert Alan Curtis mit seinem Ensemble gleich zwei Opern von
Georg Friedrich Händel: Agrippina am 26. September 2009 und Giove in Argo am 22.
April 2010 mit jeweils hochkarätigen Besetzungen: Ann Hallenberg als Iside, Karina
Gauvin als Calisto, Topi Lehtipuu als Arete und Vito Priante als Erasto.
Die dritte Händel-Oper im Programm ist Ezio, die am 15. November 2009 konzertant zur
Aufführung gebracht wird. Unter der musikalischen Leitung von Attilo Cremonesi spielt
das kammerorchesterbasel; es singen Veronica Cangemi (Fulvia), Lawrence Zazzo
(Ezio), Sonia Prina (Valentiniano) und Kristina Hammarström (Onoria).
Der letzte Schwerpunkt im Konzertbereich „Oper konzertant“ gilt dem Komponisten
Antonio Vivaldi, der selbst in einem Brief behauptete, 94 Opern geschrieben zu haben. 49
konnten bisher als seine Werke identifiziert werden. Am Theater an der Wien kommen
zwei seiner barocken Nummernopern zur Aufführung: Armida al campo d’Egitto am
22. Oktober 2009 unter der musikalischen Leitung von Rinaldo Alessandrini mit dem
Ensemble Concerto Italiano sowie Vivaldis dreiaktige Oper Farnace am 24. Februar
2010 unter der Leitung von Stefano Molardi mit Sonia Prina in der Titelpartie.
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
KONZERTE 2009/10
Das Konzertprogramm der Spielzeit 09/10 rundet das reichhaltige Musiktheaterprogramm mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Georg Friedrich Händel, Joseph
Haydn, Ludwig van Beethoven, Franz Schubert, Jacques Offenbach sowie mit
außergewöhnlichen Projekten von Goran Bregovi und Uri Caine ab.
Der österreichische Pianist Stefan Vladar gestaltet ab November 2009 gemeinsam mit
dem Wiener Kammerorchester einen dreiteiligen Mozart-Zyklus: Zur Aufführung
gelangen Klavierkonzerte und Ouvertüren des „Spiritus Rector“ des Theater an der Wien.
Edita Gruberova, eine der führenden Koloratursopranistinnen ihrer Zeit, ist am 12.
Dezember 2009 am Theater an der Wien zu Gast. Begleitet vom Wiener
Kammerorchester, unter der Leitung von Adriy Yurkevych, wird sie Arien von
Wolfgang Amadeus Mozart, Gaetano Donizetti und Vincenzo Bellini zum Besten geben.
Zum Abschluss des Haydn-Jahres 2009 erwartet das Theater an der Wien-Publikum ein
außergewöhnliches Silvesterkonzert (31.12.): Mit dem Oratorium Die Schöpfung soll
das Jahr 2009 feierlich ausklingen. Unter der musikalischen Leitung von Adam Fischer
spielt das Freiburger Barockorchester. Die hochkarätigen Solisten sind Genia
Kühmeier, Michael Schade und Hanno Müller-Brachmann. Es singt der Arnold
Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner).
Das neue Jahr 2010 wird mit spritzigem Charme am 8. Jänner 2010 mit der konzertanten
Aufführung der Opéra-bouffe La Grande-Duchesse de Gerolstein von Jacques
Offenbach begrüßt. Unter der musikalischen Leitung von Hervé Niquet spielt das
kammerorchesterbasel. Solisten sind u. a. Anne Sofie von Otter, Agatha Wilewska
und Rolf Romei.
Die in Australien geborene amerikanische Sopranistin Danielle de Niese, die im
September 2008 als Ginevra in Händels Ariodante am Theater an der Wien debütierte,
gestaltet am 24. Jänner 2010 gemeinsam mit dem italienischen Barockensemble Il
Giardino Armonico einen Abend mit Arien und Concerti von Georg Friedrich Händel.
Die Konzertserie „Beethoven am Uraufführungsort“ wird auch in dieser Spielzeit
fortgeführt: Die Wiener Philharmoniker spielen unter der Leitung von Christian
Thielemann Beethovens Schicksals-Symphonie sowie die Sinfonia pastorale.
Der Ausnahme-Violinist Julian Rachlin ist ein hoch geschätzter Gast am Theater an der
Wien, hat er doch am 8. Jänner 2006 an der Inauguration des neuen Opernhauses
mitgewirkt. Am 30. April und 2. Mai 2010 interpretiert Rachlin das Gesamtwerk Franz
Schuberts für Violine, Viola und Klavier. Begleitet wird er von Itamar Golan.
Mitten in Manhattan, umrahmt von den 15–geschossigen Wohnhausburgen der vorletzten
Jahrhundertwende, steht ein Denkmal von Giuseppe Verdi. Genau dieses Denkmal hat
den Pianisten und Keyboarder Uri Caine, tief verwurzelt in der New Yorker Jazzszene, zu
dem Projekt The Othello Syndrome inspiriert, das am 20. Oktober 2009 auf die Bühne
des Theater an der Wien gebracht wird. Die musikalischen Grundideen Verdis werden von
Caine in eine andere Musiksprache übersetzt. Der Ort des Geschehens verwandelt sich
dabei in den musikalischen Schmelztiegel einer modernen Großstadt-Metropole mit Jazz
und Pop-Elementen, Rhythm & Blues, Be Bop und elektronischen Sounds.
Bereits zum dritten Mal ist das Multitalent Goran Bregovi mit seiner fulminanten
Wedding and Funeral Band zu Gast. Anlässlich seines 60. Geburtstages präsentiert
Bregovi am 22. März 2010 ein neues Projekt: Orfeo.
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
KABINETTTHEATER & DIE NEUE „HÖLLE“
Auch das Souterrain des Theater an der Wien, seit 1906 „Hölle“ genannt, wird in der
neuen Saison weiterhin bespielt. Das Kabinetttheater präsentiert ab 3. November 2009
ein Figurentheater zur Oper Philemon und Baucis von Joseph Haydn.
Ab 6. März 2010, zum 104jährigen Jubiläum der „Hölle“, der die seinerzeitigen Größen
der Wiener Kabarettszene wie Heinrich Eisenbach, Hans Moser, Karl Farkas und Egon
Friedell zu ihrem Erfolg verhalfen, präsentiert das Theater an der Wien einen historischen
Ausflug in die alte „neue“ Hölle. Gezeigt werden Höhepunkte aus 20 Jahren Kabarett in
authentischen Kostümen und prachtvoller Ausstattung. Das Projekt wird von Georg
Wacks konzipiert und umgesetzt.
Information:
Programmdetails, Besetzungen und Aufführungsdaten entnehmen Sie bitte den
beigelegten Unterlagen in der Pressemappe oder dem Saisonprogramm 2009/10.
Pressebüro THEATER AN DER WIEN
Sabine Seisenbacher
Pressesprecherin des Theater an der Wien
Corporate Communications
Vereinigte Bühnen Wien GmbH
Linke Wienzeile 6, 1060 Wien
Tel. +43 1 588 30-661 | Fax +43 1 588 30-650
E-Mail: presse@theater-wien.at | www.theater-wien.at
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
Musiktheater
Premieren 2009/10
Benjamin Britten Death in Venice
Gioachino Rossini Tancredi
Hans Werner Henze Der Prinz von Homburg
Joseph Hadyn Il mondo della luna
J. S. Bach / John Neumeier Weihnachtsoratorium
Claudio Monteverdi L’incoronazione di Poppea
Johannes Kalitzke Die Besessenen
Christoph Willibald Gluck Iphigénie en Tauride
A. T. De Keersmaeker / Gustav Mahler 3Adieux
Carl Maria von Weber Der Freischütz
Nadja Michael / R. Wagner u.a. Orlando Misterioso
Johann Strauß Die Fledermaus
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
Death in Venice
Oper in zwei Akten (1973)
MUSIK VON BENJAMIN BRITTEN
TEXT VON MYFANWY PIPER NACH DER NOVELLE VON THOMAS MANN
In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Musikalische Leitung
Inszenierung
Bühne
Kostüme
Choreografie
Licht
Donald Runnicles
Ramin Gray
Jeremy Herbert
Kandis Cook
Thomas Stuart
Adam Silverman
Gustav von Aschenbach
The Traveller
The Voice of Apollo
Hotel porter
English Clerk
Kurt Streit
Russell Braun
Christophe Dumaux
Erik Årman
Klemens Sander
Vokalensemble Nova:
Hotel Waiter, Russian Mother, Strawberry Seller, Russian Nanny, Gondolier,
Glass Maker, Guide in Venice, Priest in St. Mark’s, Polish Father, Beggar Lady,
Hotel Guests, …
ORF Radio-Symphonieorchester Wien
Koproduktion mit der Staatsoper Hamburg
Premiere: Donnerstag, 17. September 2009, 19.00 Uhr
Aufführungen: 19., 22., 24. & 27. September 2009
Einführungsmatinee: Sonntag, 6. September 2009, 11.00 Uhr
Venedig als Sinnbild für Sinnlichkeit und Zweideutigkeit, für Schönheit und Verfall – in
seinem letzten und persönlichsten Bühnenwerk orientierte sich der britische Komponist
Benjamin Britten an Thomas Manns berühmter, viel diskutierter und von Visconti
verfilmter Novelle Tod in Venedig. Im Mittelpunkt steht der Schriftsteller Gustav von
Aschenbach und die Geschichte seines Künstlerschicksals: Nach jahrelanger Beherrschtheit zerbricht er an der Spannung zwischen dem Streben nach formvollendeter Schönheit
im Werk und einer heftigen, fieberhaften Leidenschaft.
Den in einer Schaffenskrise steckenden Schriftsteller Gustav von Aschenbach erfasst
Sehnsucht nach Veränderung. Er reist nach Venedig. Bei seiner Ankunft sind Meer und
Himmel trüb, die Luft stickig. Doch dann weckt Tadzio, der Sohn einer polnischen Familie,
seine Aufmerksamkeit. Seine Schönheit und kindliche Anmut faszinieren den Schriftsteller, er verliebt sich in den Jungen und überschreitet damit die Grenzen seiner
bisherigen Vorstellungskraft. Aschenbach glaubt, in Tadzio die vollkommene Form zu
erkennen und gibt sich der Faszination und seinen Gefühlen so stark hin, dass er sich
wehrlos der nahenden tödlichen Cholera aussetzt.
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
Tancredi
Melodramma eroico in zwei Akten (1813)
MUSIK VON GIOACHINO ROSSINI
TEXT VON GAETANO ROSSI
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Musikalische Leitung
Inszenierung
Ausstattung
Bewegungsregie
Licht
René Jacobs
Stephen Lawless
Gideon Davey
Lynne Hockney
Patricia Collins
Argirio
Tancredi
Orbazzano
Amenaide
Isaura
Roggiero
Colin Lee
Vivica Genaux
Konstantin Wolff
Aleksandra Kurzak
Liora Grodnikaite
Ruby Hughes
Orchestre des Champs-Élysées
Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner)
Neuproduktion des Theater an der Wien
Premiere: Donnerstag, 15. Oktober 2009, 19.00 Uhr
Aufführungen: 17., 19., 21. & 23. Oktober 2009
Einführungsmatinee: Sonntag, 4. Oktober 2009, 11.00 Uhr
Das melodienreiche sizilianische Kriegs- und Liebesdrama Tancredi, nach Voltaires
gleichnamiger französischer Tragödie aus dem Jahre 1760, entstand als Auftragswerk für
die venezianische Karnevalssaison 1812/13. Für den 21jährigen Gioacchino Rossini, der
am Beginn seiner Karriere stand, bedeutete dies eine besondere Herausforderung. Nur
mit einer erfolgreichen Opera seria konnte er sich als anerkannter Opernkomponist
etablieren. Um jedoch dem Geschmack des italienischen Publikums entgegen zu
kommen, änderte der Librettist Gaetano Rossi den tragischen Schluss von Voltaires
Drama in ein versöhnliches Ende.
Nach jahrelanger blutiger Fehde verbünden sich die verfeindeten Familien des Argirio und
des Orbazzano gegen die Sarazenen, welche die Stadt belagern. Um die Einigkeit zu
stärken, verspricht Argirio Orbazzano die Hand seiner Tochter Amenaide. Sie jedoch liebt
Tancredi, der im Laufe des Bürgerkriegs enteignet und verbannt worden ist. Tancredi
seinerseits weiß noch nichts von Amenaides geplanter Hochzeit mit Orbazzano. In ihrer
Not will Amenaide Tancredi eine Botschaft übermitteln, in der sie ihn bittet, das Land von
Orbazzano zu befreien. Doch der Brief gelangt in Orbazzanos Hände, worauf dieser
glaubt, das Schreiben sei an den Sarazenenführer Solamir gerichtet. Amenaide wird
verhaftet und zum Tode verurteilt. In dem Glauben, von Amenaide verraten worden zu
sein, tritt unerkannt Tancredi auf, tötet Orbazzano und besiegt später als Anführer auch
die Sarazenen. Das Volk jubelt Tancredi zu und die Liebenden erkennen ihre gegenseitige
Treue. Einer Vereinigung des jungen Paares steht nichts mehr im Wege.
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
Der Prinz von Homburg
Oper in drei Akten (1960)
MUSIK VON HANS WERNER HENZE
TEXT VON INGEBORG BACHMANN NACH DEM SCHAUSPIEL VON HEINRICH VON KLEIST
In deutscher Sprache
Musikalische Leitung
Inszenierung
Bühne
Kostüme
Licht
Marc Albrecht
Christof Loy
Dirk Becker
Herbert Murauer
Olaf Winter
Friedrich Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg
Die Kurfürstin
Prinzessin Natalie
Feldmarschall Dörfling
Prinz Friedrich Artur von Homburg
Obrist Kottwitz
Graf Hohenzollern
Feldmarschall Dörfling
John Uhlenhopp
Helene Schneiderman
Marlis Petersen
Andreas Scheibner
Christian Gerhaher
Frode Olsen
Johannes Chum
Andreas Scheibner
Wiener Symphoniker
Neuproduktion des Theater an der Wien
Premiere: Donnerstag, 12. November 2009, 19.30 Uhr
Aufführungen: 14., 17. & 20. November 2009
Einführungsmatinee: Sonntag, 8. November 2009, 11.00 Uhr
Wenige Jahre nach der Veröffentlichung von Heinrich von Kleists Schauspiel Prinz
Friedrich von Homburg im Jahre 1811 begann man dieses mit Musik zu versehen. Rund
150 Jahre später nahm sich auch Hans Werner Henze, einer der bedeutendsten
deutschen Opernkomponisten der Gegenwart, auf der Suche nach einem geeigneten
Opernstoff der Geschichte des legendären Offiziers und Träumers an: „Als ich nach einer
Sprache suchte, in deren Vereinigung meine Musik Neues zu leisten hätte, eine Sprache,
auf die meine Musik aus war, ist mir der ‚Prinz‘ in den Weg gekommen.“
Am Vorabend der Schlacht von Fehrbellin wandelt der Prinz von Homburg träumend im
Garten, das Kurfürstenpaar und Prinzessin Natalie beobachten ihn. Der schlafwandelnde
Prinz ergreift Natalies Hand, streift ihr einen Handschuh ab und behält ihn. Am nächsten
Morgen bei der militärischen Besprechung denkt er sehnsüchtig an Natalie und achtet
nicht auf die Direktiven der bevorstehenden Schlacht. So schlägt er auf dem Kampffeld
entgegen dem Befehl vorzeitig los und hat damit Erfolg. Doch der Kurfürst verkündet,
dass die eigenmächtige Führung der Truppen mit dem Tod zu sühnen sei. Der Prinz wird
entwaffnet und festgenommen. Trotz Natalies Einwänden erklärt er seine Strafe für
gerecht und will die Konsequenzen tragen. Erst als sich das militärische Korps für den
Prinzen ausspricht, wird das Todesurteil zurückgezogen. Mit verbundenen Augen führt
man den Prinzen in den Garten, wo er einst schlafwandelte. Als Natalie ihm die Binde
abnimmt, wird der anfängliche Traum Wirklichkeit.
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
Il mondo della luna
Dramma giocoso in drei Akten (1777)
MUSIK VON JOSEPH HAYDN
TEXT NACH CARLO GOLDONI
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Musikalische Leitung
Inszenierung
Bühne
Kostüme
Dramaturgie
Nikolaus Harnoncourt
Tobias Moretti
Renate Martin & Andreas Donhauser
Heidi Hackl
Sebastian Huber
Buonafede
Ecclitico
Ernesto
Clarice
Flaminia
Lisetta
Cecco
Dietrich Henschel
Bernard Richter
Vivica Genaux
Julia Kleiter
Irena Bespalovaite
Maite Beaumont
Markus Schäfer
Concentus Musicus Wien
Neuproduktion des Theater an der Wien
Premiere: Samstag, 5. Dezember 2009, 19.00 Uhr
Aufführungen: 7., 9., 11. & 22. Dezember 2009, 19.00 Uhr,
13. Dezember 2009, 16.00 Uhr
Einführungsmatinee: Sonntag, 22. November 2009, 11.00 Uhr
Sind Sie schon einmal zum Mond geflogen, einzig und allein aufgrund der Kraft Ihrer
eigenen Fantasie? Auf Schloss Esterháza schickte Joseph Haydn im Sommer 1777 die
Gäste der fürstlichen Hochzeitsfeierlichkeiten bereits rund 190 Jahre vor der ersten
Mondlandung mit Hilfe ihrer Vorstellungskraft ins fantastische Universum. Für Il mondo
della luna griff er auf einen mehrfach erprobten Opernstoff aus der Feder des
italienischen Komödiendichters Carlo Goldoni zurück und schuf ein Spiel über
menschliche Sehnsüchte, den sagenumwobenen Mond und eine Welt, die auf dem Kopf
steht.
Ecclitico hat es auf Clarice abgesehen und Ernesto liebt deren Schwester Flaminia. Doch
Buonafede, Vater der beiden jungen Damen und seinerseits Hobbyastronom, ist strikt
gegen diese Verbindungen. Auch die wachsende Zuneigung seines Dieners Cecco
gegenüber der Kammerzofe Lisetta beäugt er skeptisch, schließlich hegt er bezüglich
Lisetta eigene Interessen. Doch die jungen Liebenden geben sich nicht geschlagen. Mit
einer List gaukeln sie dem mondsüchtigen Buonafede vor, es habe ihn auf den Mond
verschlagen. Weltraumforschung und Liebesfreuden vermengen sich im heimischen
Garten zusehends zu einem aberwitzigen Verwirrspiel. Volltreffer: Am Ende winkt eine
Trippelhochzeit!
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
Weihnachtsoratorium
Ballett zum Weihnachts-Oratorium, BWV 248 (1734), Kantaten I-III
BALLETT VON JOHN NEUMEIER
MUSIK VON JOHANN SEBASTIAN BACH
Musikalische Leitung
Choreografie, Kostüme, Licht
Bühne
Erwin Ortner
John Neumeier
Ferdinand Wögerbauer
Hamburg Ballett
Evangelist & Tenor
Sopran
Alt
Bass
Christoph Prégardien
Sunhae Im
Marie-Claude Chappuis
Hanno Müller-Brachmann
Wiener Kammerorchester
Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner)
Koproduktion mit dem Hamburg Ballett / Staatsoper Hamburg
Wiederaufnahme: Freitag, 18. Dezember 2009, 19.30 Uhr
Aufführungen: 19. & 20. Dezember 2009, 19.30 Uhr
„Bey einer andächtig Musig ist allezeit Gott mit seiner Gnaden Gegenwart“, so lautet
einer der Einträge von Johann Sebastian Bach in seine dreibändige Luther-Bibel. Die
Eröffnungsworte des Weihnachts-Oratoriums „Jauchzet, frohlocket“ stimmen ein in den
Jubelklang überschäumender Erwartung. Gedacht wird der Menschwerdung Christi. So
dürfte es auch in der Weihnachtszeit 1734/35 in Leipzig geklungen haben, als mit Pauken
und Trompeten die Ankunft Jesu gefeiert wurde – „Am 1sten Heil. Weyhnacht-Feyertage,
Frühe zu St. Nicolai und Nachmittage zu St. Thomæ“, wie der Programmzettel es
ausweist.
Nach Händels Messias, Bachs Magnificat, Mozarts Requiem und Bachs Matthäus-Passion
kreierte John Neumeier mit seiner Choreografie des Weihnachtsoratoriums ein weiteres
Ballett auf sakrale Musik. Zur Aufführung kommen die ersten drei Teile von Bachs
Weihnachts-Oratorium, die nach dem Bericht des Lukas die näheren Umstände der
Geburt Jesu behandeln. Maria und Joseph, das Kind in der Krippe, die Hirten und
himmlischen Heerscharen bilden den äußeren Figurenkreis, der hineinführt in die
grundlegenden Fragen um Vertrauen, Zuversicht, Zweifel und Hingabe. So wird die
biblische Geschichte zu einer Geschichte für alle.
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
L’incoronazione di Poppea
Oper in zwei Akten und einem Prolog (1642)
MUSIK VON CLAUDIO MONTEVERDI
TEXT VON FRANCESCO BUSENELLO
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Musikalische Leitung
Inszenierung
Bühne
Kostüme
Licht
Thomas Hengelbrock
Robert Carsen
Michael Levine
Constance Hoffmann
Robert Carsen & Peter van Praet
Ottone
Poppea
Nerone
Ottavia
Drusilla
Seneca
Arnalta
Damigella
Valletto
Mercurio
Lucano
Fortuna
Virtù
Amore
Lawrence Zazzo
Juanita Lascarro
Jacek Laszczkowski
Anna Bonitatibus
Ingela Bohlin
David Pittsinger
Marcel Beekman
Beate Ritter
Cornelia Horak
Dominik Köninger
Nicholas Watts
Ruby Hughes
Renate Arends
Trine Wilsberg Lund
Balthasar Neumann Ensemble
Koproduktion mit dem Glyndebourne Festival
Premiere: Donnerstag, 21. Jänner 2010, 19.00 Uhr
Aufführungen: 23., 25., 27., 29. & 31. Jänner 2010
Einführungsmatinee: Sonntag, 17. Jänner 2010, 11.00 Uhr
Der Notentext von Monteverdis letzter Oper L’incoronazione di Poppea galt lange Zeit als
verschollen und wurde erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Venedig wieder entdeckt.
In diesem Werk stehen Machtgelüste und Ohnmachtsgefühle auf engstem Raum
nebeneinander. Monteverdi, einer der Erfinder der Kunstform Oper, hat diese
menschlichen Affekte, Leidenschaften und Emotionen mit Tiefgang in Musik gesetzt.
Gerade Poppeas und Neros abschließendes Liebesduett scheint von überirdischer
Schönheit, trotz des Horrors, der die Liebenden verbindet.
Nerone ist Poppeas erotischen Reizen verfallen. Ottone, Poppeas Mann, weiß von dem
intimen Verhältnis seiner Frau zum Kaiser. Auch Nerones Frau Ottavia beklagt ihr
verlorenes Eheglück und bittet den Philosophen Seneca, ihr durch Volk und Senat Hilfe zu
schaffen. Seneca hält Nerone den Unterschied von Macht und Machtmissbrauch vor
Augen. Doch Nerone, der alle beseitigt, die seiner kriminellen Liebe im Wege stehen,
treibt den Philosophen in den Selbstmord. Poppea ihrerseits scheut keine Verleumdung
und weiß Nerones Schwäche für ihren eigenen Aufstieg zu nutzen. Nach einem
missglückten Mordanschlag auf Poppea werden Ottone und seine Komplizin Drusilla
verbannt. Nerone, besessen von der Liebe zur machthungrigen Poppea, verstößt Ottavia
und setzt sich über jede Staatsräson hinweg, als er Poppea zur neuen Kaiserin erhebt. –
Die Voraussage des Prologs, dass Vernunft und Moral gegen Macht und Liebe nichts
auszurichten vermögen, hat sich bewahrheitet.
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
Die Besessenen
Oper (Uraufführung)
MUSIK VON JOHANNES KALITZKE
TEXT VON CHRISTOPH KLIMKE
In deutscher Sprache
Musikalische Leitung
Inszenierung
Bühnenbild
Kostüme
Licht
Johannes Kalitzke
Kasper Bech Holten
Steffen Aarfing
Marie í Dali
Jesper Kongshaug
Frau Ocholowska,
Mutter von Maja
Cholawicki
Maja
Leszczuk
Fürst Holszanski
Skolinski
Noa Frenkel
Leigh Melrose
Hendrickje van Kerckhove
Benjamin Hulett
Jochen Kowalski
Manfred Hemm
Klangforum Wien
Auftragswerk & Neuproduktion des Theater an der Wien
Premiere: Freitag, 19. Februar 2010, 19.00 Uhr
Aufführungen: 21., 23. & 25. Februar 2010
Einführungsmatinee: Sonntag, 14. Februar 2010, 11.00 Uhr
Wüste Gestalten, lodernde Leidenschaft, Geldgier, ein unheilstiftendes Handtuch und
schließlich ein Mord: Mit diesen Ingredienzien reicherte der polnische Autor Witold
Gombrowicz seinen im Jahre 1939 für die polnischen Zeitungen Morgen-Express und
Roter Kurier verfassten Fortsetzungsroman Die Besessenen an. Jahrzehnte lang galt der
Roman wegen des Krieges als verschollen, bevor er 1967 wiederentdeckt und in viele
Sprachen übersetzt wurde. Nun hat der deutsche Schriftsteller Christoph Klimke für seine
Libretto-Dramatisierung Gombrowicz’ Vorlage verdichtet und sich auf einzelne
Handlungsstränge konzentriert.
Die egozentrische, junge und schöne Maja ist mit Cholawicki verlobt, dem vermeintlichen
Erben eines alten, heruntergekommenen, aber an Kunstschätzen reichen Schlosses. Er
soll mit seinem Erbe auch sie wohlhabend machen und gleichzeitig ihre Mutter vor dem
Bankrott retten. Die materiellen Pläne werden jedoch von Leszczuk durchkreuzt, einem
jungen (Tennis)-Spieler, in den sich Maja verliebt. Beide sind skrupellose Egoisten,
mitschuldig an der Selbstzerstörung der Gesellschaft, die von morbidem Verfall
gezeichnet ist. Der Einzige, der sich wirklich für die Zukunft und die Bewahrung der
Kultur des Landes einsetzt, ist der Kunsthistoriker Skolinski, der die Sammlung im
Schloss begutachtet. Nicht nur von Besitz, sondern auch von seinem verschollenen Sohn
besessen, ist hingegen der alte Fürst und Schlossherr. Die Besessenen enden schließlich
in Zerstörung – am Schluss bleibt nur Desillusionierung.
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
Johannes Kalitzke
über die Grenzerfahrungen seiner Besessenen
Ich habe den Roman Die Besessenen von Witold Gombrowicz als Grundlage für meine
vierte Oper gewählt, weil dieser, außer eine fesselnde Geschichte zu erzählen, Figuren in
Beziehung zueinander treten lässt, die wir aus heutiger Sicht gut kennen; ein junges Paar
steht im Mittelpunkt des Geschehens und ist in gegenseitige Hassliebe entbrannt. Beide
versuchen unentwegt, sich im Wettstreit über Grenzerfahrungen einander zu beweisen.
Dabei denkt keiner von beiden an etwas anderes als an die Flucht vor sich selbst, und
auch alle anderen von sich selbst Besessenen in diesem Stück verbindet als einzig
verbliebener Nenner gemeinschaftlicher Erfahrung ein diffuser Bereich von Urängsten,
über den sie sich auf unterschiedliche und dennoch repräsentative Weise definieren.
Im Zentrum der Handlung steht eine Art Vorhang, ein Handtuch, das sich in einem
dunklen Winkel einer Schlossküche durch rätselhafte Bewegungen und Verzerrungen
bemerkbar macht, und welches im Kontext symbolisch für dieses kollektive
Unterbewusste steht, das bildlos, unkenntlich und unerklärbar geworden, bei allen
Beteiligten namenloses Grauen erzeugt. Diese Angst führt in letzter Konsequenz in
verschiedene Stadien der Selbstzerstörung. Da jeder auf seine Weise nur seinen eigenen,
meist kommerziellen Vorteil in seiner Beziehung zum Schloss vor Augen hat (einem
Schloss, in dem Tradition und Kultur bewahrt werden), seinen eigenen
Wettbewerbsvorteil im Ringen um Besitzvermehrung, jedoch keinerlei Sensorium für das
Innenleben kultureller Werte mehr besitzt oder für irgendeine Art von Mitgefühl, welches
sich an verbindenden Unterströmungen zwischenmenschlicher Sorge orientiert, hat
niemand dem mehr etwas entgegenzusetzen. Der Paradigmenverfall erzeugt ein
entfremdetes Verhältnis zu Tradition und Kultur. Selbstsucht und die Identifikation über
extreme Formen der Selbsterfahrung (Töten als Akt der Identifikation) erscheinen als
Bollwerke gegen die unwägbare Gefahr des Selbstverlustes. Man ist reich, schön, und
man setzt alles daran, nicht das zu sein, was man aber tatsächlich wird: unsichtbar.
Die handelnden Personen agieren ohne verbindliche ethische und moralische Normen,
welche bei der Konfrontation mit dem eigenen Spiegelbild, einer Bewertung des eigenen
Handelns, noch hilfreich sein könnten; stattdessen liefern sie sich allen möglichen
Deformationen des Ich-Bezugs und der Bereicherung aus: Man hetzt von Anreiz zu
Anreiz, von Rolle zu Rolle, ohne selbst darin vorzukommen, und verfällt einer obsessiven
Nomadenattitüde in einer Welt ohne Halt.
Die Musik der Besessenen orientiert sich am Verhältnis der unterschiedlichen Zeiten, die
durch die Personen des Stückes repräsentiert werden, in denen sie leben und denen sie
sich zugehörig fühlen und an dem Bild dieses seltsamen Spukgebildes, das die Menschen
dieser Geschichte in Verwirrung stürzt. Elemente alter Musik und kommerzieller Medien
verbinden sich mit der eigenen Klangsprache des Komponisten zu einem Gewebe
struktureller Beziehungen, welches sich im Laufe des Stückes wie die Falten eines Tuchs,
eines Fächers, der sich langsam schließt und eine bildlose Achse hinterlässt, formal zu
einer Mitte verdichtet, die alles in sich aufsaugt. Von haltloser Unruhe getrieben
einerseits, von lauernder Leere andererseits unterbrochen, ist die Musik ein Spiel mit
Genreklischees, die wie motivische Kernelemente, wie kleine Module immer wieder neu
miteinander gekoppelt werden und den Verlauf des musikalischen Geschehens
bestimmen, als Elemente eines geschlossenen Systems, das sich zu entwickeln
vortäuscht, sich aber in Wirklichkeit im Kreise dreht.
Wien, am 21.03.2009
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
Iphigénie en Tauride
Tragédie opéra in vier Akten (1779)
MUSIK VON CHRISTOPH WILLIBALD GLUCK
TEXT VON NICOLAS-FRANÇOIS GUILLARD
In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Musikalische Leitung
Inszenierung
Bühne
Kostüme
Licht
Harry Bicket
Torsten Fischer
Vasilis Triantafillopoulos
Andreas Janczyk
Diego Leetz
Iphigénie
Thoas
Oreste
Pylade
Prêtresse
Femme grecque
Véronique Gens
Andrew Schroeder
Stéphane Degout
Rainer Trost
Petra Simková
Teresa Gardner
Wiener Symphoniker
Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner)
Neuproduktion des Theater an der Wien
Premiere: Sonntag, 14. März 2010, 19.00 Uhr
Aufführungen: 16., 18., 20. & 23. März 2010
Einführungsmatinee: Sonntag, 7. März 2010, 11.00 Uhr
Die Geschichte des Tantalidenfluchs um Rache, Hass, Opferung, tödliche Verstrickungen
und Mord hat über die Jahrhunderte hinweg nichts von ihrer grausamen Faszination
eingebüßt. Unzählige Dramatiker, Autoren und Komponisten beschäftigten sich mit dem
düsteren antiken Familiendrama des Heerführers Agamemnon, seiner Frau Klytämnestra
und ihren Kindern Iphigenie, Orest und Elektra. Auch das von Nicolas-François Guillard
nach Euripides verfasste französische Libretto zu Christoph Willibald Glucks Oper
Iphigénie en Tauride birgt auf seelische Erschütterung abzielendes Gefühls- und
Konfliktpotenzial.
Vor der Opferung durch den Vater wurde Iphigénie gerettet. Nun lebt sie auf der Insel
der Taurer und hat die Aufgabe, jeden Fremden zu töten, der hier Zuflucht sucht. Der
blutige Untergang ihrer Familie verfolgt sie in ihren Träumen. Sie weiß nicht, dass ihr
Bruder Oreste dem Morden entkommen konnte. Nach Jahren sieht sie ihn und seinen
Freund Pylades, die in Gefangenschaftder Taurer geraten, wieder. Doch die Geschwister
erkennen einander nicht. Da der Unbekannte sie aber an Oreste erinnert, beschließt
Iphigénie, ihn zu retten. Aber er will an Pylades’ Stelle sterben. Während der
Opferhandlung erkennen die Geschwister einander. Als Thoas, der König der Skythen,
Oreste töten will, erscheint plötzlich Pylades und ermordet den König. Das Volk besingt
den dämmernden Frieden und das Ende der kriegerischen Zeiten bei den Taurern.
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
3Adieux
Ballett von Anne Teresa De Keersmaeker und Jérôme Bel
MUSIK VON GUSTAV MAHLER
TRANSKRIBIERT VON ARNOLD SCHOENBERG
Konzeption
Anne Teresa De Keersmaeker
Jérôme Bel
Tanz
Gesang
Musikalische Leitung
Anne Teresa De Keersmaeker
Sara Fulgoni
Georges-Elie Octors
Ictus Ensemble
Eine Auftragsproduktion von Rosas
In Koproduktion mit dem Théâtre de la Monnaie Bruxelles, der Opéra de Lille und dem
Sadler’s Wells Dance House London
Premiere: Sonntag, 28. März 2010, 19.30 Uhr
Aufführung: 29. März 2010, 19.30 Uhr
Durch regelmäßige Gespräche über ihre Arbeiten haben Anne Teresa De Keersmaeker
und Jérôme Bel zueinander gefunden. Sie verbindet ihre unendliche Neugier nach dem,
was ein menschlicher Körper auf der Bühne alles ausdrücken, abbilden und produzieren
kann.
Ausgangspunkt für 3Adieux ist der letzte Teil von Gustav Mahlers Lied von der Erde,
jenem sechsteiligen Zyklus, den er in den Schicksalsjahren 1907-09 auf Nachdichtungen
altchinesischer Lyrik von Hans Bethge komponierte. Die komplexe und mysteriöse
Partitur wehrt sich auf den ersten Blick hartnäckig gegen die oben genannte und von
Anne Teresa De Keersmaeker sowie Jérôme Bel angestrebte Körperlichkeit. In 3Adieux
erklingt aus Mahlers Werk nur der Schlussteil, der Abschied, in einer dreifachen
Wiederholung. 3Adieux ist ein Werk über Stille, über Verschwiegenheit und über
Verwunderung, die in die szenische Realität eines Körpers übersetzt werden.
„Gerade wegen der Gefahr, in eine Wiederholung zu geraten, wie auch der Titel bereits
aussagt, werden wir unser Herzblut in dieses Stück legen. Wir werden versuchen, es zu
verstehen und zu erfassen. Es wird sich uns nicht leicht erschließen, aber genauso wie
Gustav Mahler, der sich nicht fürchtete, als er mit dem Tod konfrontiert wurde, werden
auch wir uns nicht fürchten.“ (Anne Teresa De Keersmaeker und Jérôme Bel)
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
Der Freischütz
Romantische Oper in drei Aufzügen (1821)
MUSIK VON CARL MARIA VON WEBER
TEXT VON JOHANN FRIEDRICH KIND
In deutscher Sprache
Musikalische Leitung
Inszenierung
Bühne
Kostüme
Dramaturgie
Bertrand de Billy
Stefan Ruzowitzky
Renate Martin & Andreas Donhauser
Nicole Fischnaller
Anton Maria Aigner
Agathe
Ännchen
Kaspar
Max
Kuno
Kilian
Eremit
Ottokar
Samiel
Elza Van den Heever
Mojca Erdmann
Falk Struckmann
Simon O’Neill
Martin Snell
Dominik Köninger
Artur Korn
Henk Neven
Karl Markovics
ORF Radio-Symphonieorchester Wien
Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner)
Neuproduktion des Theater an der Wien
Premiere: Montag, 19. April 2010, 19.00 Uhr
Aufführungen: 21., 23., 26., 29. April & 3. Mai 2010
Einführungsmatinee: Sonntag, 18. April 2010, 11.00 Uhr
Unmittelbar nach den napoleonischen Kriegen entstanden, setzt diese romantische Oper
um Versagensangst, brüchige Konventionen und Waldspuk bildmächtig eine Fantasiewelt
frei, deren Aufgebot an gespenstischen Erscheinungen schlicht beeindruckend ist.
„Übersehen Sie nicht, wie mir bei dem düsteren Hauptcharakter der Umstand zugute
kommt, dass die halbe Oper im Dunkel spielt“, meinte Weber, der im Freischütz mit viel
melodischem Einfallsreichtum, tosendem Orchester und motivischen Bezügen den Sieg
über die finsteren Mächte schildert.
Max liebt Agathe, die Tochter des Försters Kuno. Damit er sie heiraten darf, muss er
zuerst einen schwierigen Probeschuss bestehen. Doch Max scheint seit einiger Zeit vom
Glück verlassen, er trifft nicht mehr und sieht sich bereits allgemeinem Gespött
ausgesetzt. In seiner Verzweiflung wendet er sich an seinen vermeintlichen Freund
Kaspar, der ihn nachts zum Gießen von Freikugeln in die düstere Wolfsschlucht lockt:
Sechs Kugeln werden unfehlbar das gewünschte Ziel treffen; die siebente jedoch ist für
ein unschuldiges Opfer bestimmt. Nichts ahnend vertraut Max beim Probeschuss vor
versammelter Gemeinschaft der Treffsicherheit der siebenten Kugel. Er schießt und
Agathe fällt. Wie durch ein Wunder wird sie gerettet und an ihrer Stelle stirbt Kaspar.
Max gesteht den Betrug. Er wird zwar nicht aus der Gemeinschaft verstoßen, doch ein
weiteres Jahr auf die Probe gestellt. Erst dann darf er Agathe heiraten, auch ohne
Probeschuss.
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
Orlando misterioso
Eine inszenierte Liedreise
MUSIK VON RICHARD WAGNER, ROBERT SCHUMANN, HUGO WOLF, GUSTAV MAHLER,
RICHARD STRAUSS
Idee, Konzept, Dramaturgie, Sopran
Klavier
Nadja Michael
Miku Nishimoto-Neubert
Licht & Technische Leitung
Maske & Requisite
Tontechnik & Soundeffekte
Choreografie Ophélia
Künstlerische Beratung
Carsten Wank
Kathrin Werger
Thomas Berlin
Volker Michl
Franz Winter
Premiere: Mittwoch, 23. Juni 2010, 19.30 Uhr
Aufführung: 25. Juni 2010, 19.30 Uhr
Ein Liederabend? Der Abend, den die Sopranistin Nadja Michael gestaltet, geht weit
darüber hinaus. Die Sängerin und Ausnahmekünstlerin begibt sich gemeinsam mit dem
Publikum auf eine emotional-musikalisch-visuelle Reise, die wie jene von Orlando durch
verschiedene Epochen führt. Eine Reise, die zunächst mit dem staatstragenden Pomp
einer Maria Stuart beginnt und sich mehr und mehr durch die verschiedenen Gestalten
und Geschlechtlichkeiten hindurch nach innen wendet. Unabhängig von den
Transformationen der äußeren Hülle sieht sich „Orlando“ immer wieder mit den gleichen
Lebensfragen konfrontiert, unter verschiedensten Blickwinkeln.
Die Antworten, welche die Komponisten mit ihren Protagonistinnen und Protagonisten
Maria Stuart, Ophelia und Mignon, aber auch dem fahrenden Gesellen finden, sind so
verschiedenartig wie die Fragesteller selbst. Somit stehen an diesem Abend nicht die
Personen im Vordergrund, sondern die reizvolle Idee der ständigen Transformation eines
Seelenzustands, der Antworten auf diese Fragen finden muss.
Nadja Michael hat dazu Lieder von Richard Wagner, Robert Schumann, Hugo Wolf,
Gustav Mahler und Richard Strauss ausgesucht, die diesen Weg der Wandlung und
Verwandlung, des Werdens und Reifens zeichnen.
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
Die Fledermaus
Operette in drei Akten (1874)
MUSIK VON JOHANN STRAUSS
TEXT VON CARL HAFFNER UND RICHARD GENÉE
NACH MEILHAC UND HALÉVY
In deutscher Sprache
Musikalische Leitung
Inszenierung
Bühne
Kostüme
Cornelius Meister
Philipp Himmelmann
Johannes Leiacker
Gesine Völlm
Gabriel von Eisenstein
Rosalinde
Adele
Dr. Falke (Frosch)
Prinz Orlofsky
Alfred
Frank
Dr. Blind
Kurt Streit
Nicola Beller Carbone
Juanita Lascarro
Florian Boesch
Jacek Laszczkowski
Rainer Trost
Markus Butter
Erik Årman
ORF Radio-Symphonieorchester Wien
Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner)
Neuproduktion des Theater an der Wien
Premiere: Donnerstag, 15. Juli 2010, 19.30 Uhr
Aufführungen: 17., 20., 22., 25., 27., 29. Juli & 3., 5., 8. August 2010
Einführungsmatinee: Sonntag, 11. Juli 2010, 11.00 Uhr
Der hintersinnige Witz dieser Geschichte gefiel Strauß so gut, dass er die Partitur in nur
42 Tagen fertig stellte. Der folgende sensationelle und weltweite Durchbruch machte die
Fledermaus zum Nonplusultra der Wiener Operette. Im Theater an der Wien wurde das
Werk allein in den ersten 65 Tagen nach der Premiere 49 Mal gespielt; bis zum heutigen
Tag waren es insgesamt gar 445 Vorstellungen. Im Sommer 2009 kehrt die nimmermüde, nachtschwärmerische Fledermaus ins Theater an der Wien und somit an den Ort
ihrer Uraufführung zurück.
Rosalinde verfällt den tenoralen Klängen Alfreds, ihr Gatte Gabriel von Eisenstein lechzt
nach den Ballettratten, das Stubenmädchen Adele träumt von einer Karriere als Diva, der
Gefängnisdirektor Frank konvertiert zum französischen Chevalier, sein Gehilfe Frosch
ertränkt den letzten Funken Vernunft im Slibowitz, Prinz Orlofsky erhofft sich
Zerstreuung und Dr. Falke ergötzt sich an seiner Rache – in einer Nacht erliegen alle den
sinnlichen Verlockungen. Bei Glücksspiel, Flirt, Trunk und Tanz fallen die Hemmungen bis
zur allgemeinen Verbrüderung und Verschwesterung: „Für die Ewigkeit, immer so wie
heut’, wenn wir morgen noch dran denken!“ Ja, morgen: Da kommt die Wahrheit
ernüchternd zu Tage. Doch wer ist schuld? Natürlich der Champagner!
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
Oper konzertant
Joseph Haydn L’anima del filosofo
Georg Friedrich Händel Agrippina
Antonio Vivaldi Armida al campo d’Egitto
Georg Friedrich Händel Ezio
Antonio Vivaldi Farnace
Georg Friedrich Händel Giove in Argo
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
L’anima del filosofo
Freitag, 25. September 2009, 19.00 Uhr
Dramma per musica in vier Akten (1791)
Musik von Joseph Haydn (1732-1809)
Libretto von Carlo Francesco Badini
Konzertante Aufführung in italienischer Sprache
Paul Goodwin
Musikalische Leitung
kammerorchesterbasel
Wiener Kammerchor
Euridice, Genio
Orfeo
Creonte, Pluto
Simone Kermes
Paul Agnew
Jonathan Lemalu
Als sein Dienstherr Nikolaus I. im September 1790 verstarb, verlor Joseph Haydn nach
30 Jahren seine Anstellung als fürstlicher Kapellmeister am Hofe Esterháza. Der Londoner
Impresario Johann Peter Salomon reiste sofort nach Wien, als er von der Chance erfuhr,
den freien Haydn nach England zu locken. Zwölf Symphonien und eine Opera seria sollte
Haydn in London zur Aufführung bringen. Doch kaum hatte Haydn im Haymarket Theatre
mit den Proben zu L’anima del filosofo begonnen, unterbrachen die Behörden im Namen
des Königs die Einstudierung der Oper. Haydn war in einen für London typischen
Opernstreit geraten. Der einstige Solotänzer Giovanni Andrea Gallini wollte das
Haymarket Theatre nach einem Brand als italienisches Opernhaus wieder aufbauen und
als Konkurrenz zum königlich protegierten Pantheon etablieren. Der älteste Sohn des
Königs, der Prinz of Wales, unterstützte Gallini. Doch der König selbst, George III.,
verweigerte die notwendigen Konzessionen. Sämtliche Aufführungen von L’anima del
filosofo mussten abgesagt werden.
Der Librettist Carlo Francesco Badini griff für „L’anima del filosofo“ auf den beliebten Stoff
von Orpheus und Eurydike zurück. Anders als in der berühmten Vertonung von Gluck
hatten er und Haydn aber keinen Triumph der Liebe über den Tod vorgesehen. Die Oper
soll „von einer ganz anderen Art sein als jene von Gluck“ notierte Haydn am 8. Jänner
1791. Bereits in der Antike herrschte die Vorstellung von Orpheus als Philosoph, der mit
seinem Gesang nicht nur wilde Tiere besänftigen kann, sondern auch den Menschen die
Zivilisation gebracht haben soll. Ihm gegenüber steht Eurydike als Sinnbild für
Gerechtigkeit und das rechte Maß, die Orpheus lehrt seine Begierden zu zügeln.
Haydn war als Opernkomponist hauptsächlich für die kleinen Verhältnisse des
Esterházyschen Theaters tätig. Als er mit der Arbeit an L’anima del filosofo begann,
waren sieben Jahre vergangen, seit er seine letzte Oper Armida abgeschlossen hatte. Es
hätte sein größter Erfolg werden können, doch Haydn hat seine Oper selbst nie gehört
und bis zu seinem Tod 1809 auch keine weitere mehr komponiert. Erst 1951 wurde das
Werk in Florenz uraufgeführt.
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
Agrippina
Samstag, 26. September 2009, 19.00 Uhr
Dramma per musica in drei Akten (1709)
Musik von Georg Friedrich Händel (1685-1759)
Libretto von Vincenzo Grimani
Konzertante Aufführung in italienischer Sprache
Alan Curtis
Musikalische Leitung
Il Complesso Barocco
Agrippina
Nerone
Poppea
Ottone
Claudio
Pallante
Narciso/Giunone
Lesbo
Svetlana Doneva
Paula Rasmussen
Klara Ek
Iestyn Davies
Umberto Chiummo
Raffaele Costantini
Antonio Giovannini
Matteo Ferrara
Vier Jahre verbrachte der junge Händel in Italien, ehe er gegen Ende seiner Reise am 26.
Dezember 1709 im Teatro San Giovanni Grisostomo in Venedig Agrippina zur Aufführung
brachte.
Die
Oper
erlebte
27,
im
damaligen
Italien
äußerst
seltene
Anschlussaufführungen: ein außerordentlicher Erfolg für den 24-jährigen Komponisten.
Händel erlebte in Venedig den Höhepunkt seines Italienaufenthaltes und zeigte sich im
Dramma per musica äußerst experimentierfreudig, neben Dacapo-Arien komponierte er
liedhafte Teile und kurze Ensembles. Unbekümmert mischte er schon Komponiertes mit
kühnen Neuheiten. Das Libretto stammte vom Geistlichen und Diplomaten Kardinal
Grimani, der mit genauen Charakterisierungen und der geschickten Verknüpfung der
Handlungsstränge eine der dramaturgisch besten Vorlagen für eine Händel-Oper schuf.
Zu seinem eigenen Nutzen, denn das Teatro San Giovanni befand sich im Besitz der
Familie Grimani.
Kaiserin Agrippina will für ihren Sohn Nerone die Macht im Staat erringen. Er soll sich auf
die Herrschaft vorbereiten und das Volk für sich gewinnen. Die Nachricht vom falschen
Tod ihres Gatten Claudio löst ein satirisches, erotisches Intrigenspiel um die
Vorherrschaft im alten Rom aus, in der Kardinal Grimani das Zeitalter unter Papst
Clemens XI. und den Streit um die spanische Erbfolge mit viel Sinn für Pathos und
Parodie darstellte. Im Gegensatz zur blutigen Geschichte gewährt Kaiser Claudio am
Ende aber allen, was sie ursprünglich begehrt haben: Liebe den einen, Macht den
anderen.
Voll des Lobes notierte Händels Biograf, der Theologe John Mainwaring über diese
Spätblüte venezianischer Hofkultur: „Die Zuhörer bey der händelschen Vorstellung
wurden dermaßen bezaubert, dass ein Fremder aus der Art, mit welcher die Leute
gerühret waren, sie alle miteinander für wahnwitzig gehalten haben würde.“ Und
enthusiastisch berichtet Mainwaring von der Aufführung: „So oft eine kleine Pause vorfiel,
schryen die Zuschauer: Viva il caro Sassone, es lebe der liebe Sachse!“
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
Armida al campo d’Egitto
Donnerstag, 22. Oktober 2009, 19.00 Uhr
Dramma per musica in drei Akten (1718)
Musik von Antonio Vivaldi (1678-1741)
Libretto von Giovanni Palazzi
Konzertante Aufführung in italienischer Sprache
Rinaldo Alessandrini
Concerto Italiano
Musikalische Leitung
Califfo
Armida
Osmira
Erminia
Emireno
Adrasto
Tisaferno
Furio Zanasi
Sara Mingardo
Monica Bacelli
Raffaella Milanesi
Marina Comparato
Romina Basso
Martin Oro
Vivaldis Version ist eine von rund 50 Opern, die sich an Torquato Tassos La Gerusalemme
liberata und der Geschichte von Rinaldo und Armida orientieren. Zum ersten Mal wurde
die Oper in der Karnevalsaison 1718 aufgeführt und erlebte danach einige Überarbeitungen.
Ezio
Sonntag, 15. November 2009, 19.00 Uhr
Dramma per musica in drei Akten (1732)
Musik von Georg Friedrich Händel (1685-1759)
nach einem Libretto von Pietro Metastasio
Konzertante Aufführung in italienischer Sprache
Attilio Cremonesi
kammerorchesterbasel
Musikalische Leitung
Fulvia
Ezio
Valentiniano
Onoria
Massimo
Varo
Veronica Cangemi
Lawrence Zazzo
Sonia Prina
Kristina Hammarström
Vittorio Prato
Antonio Abete
Händels Dramma per musica in drei Akten entstand gegen Ende des Jahres 1731 und war
nach Siroe und Poro seine dritte Oper nach einem Libretto von Pietro Metastasio. Der aus
Rom stammende Metastasio, Sohn eines Gemüsehändlers, war der erfolgreichste
Librettist seiner Zeit, seine Vorlagen wurden von den berühmtesten Komponisten
vertont. In Ezio zeigt er den Weg eines Helden vom Ruhm nach der Schlacht über den
tiefen Fall in den Kerker wegen Hochverrats bis zur finalen Rettung durch die Liebe.
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
Im Jahr 453 n. Chr. steht der weströmische Feldherr und Konsul Ezio auf dem Höhepunkt
seiner Macht. Zwei Jahre zuvor konnte er bei der Schlacht auf den Katalaunischen
Feldern den berüchtigten Hunnenkönig Attila besiegen. Doch in Rom gerät Ezio in einen
Streit mit Kaiser Valentiniano: Der siegreiche Feldherr soll dessen Tochter heiraten,
während dieser eigentlich Fulvia begehrt, ausgerechnet die Frau, in die sich auch der
Kaiser verliebt hat. In Händels Oper löst sich diese verhängnisvolle Konstellation in
Wohlgefallen auf: Dem Intriganten Massimo wird verziehen, Fulvia endet in den Armen
des für tot gehaltenen Helden, und der Kaiser beweist seine Menschliebe, indem er Milde
walten lässt.
Bereits 1725 wurden die „gotisch-langobardischen“ Sujets vieler Händel-Opern in London
kritisiert und ihm Metastasios Dramen zur Vertonung empfohlen. Ezio wurde am 5.
Jänner 1732 im King’s Theatre uraufgeführt, erlebte aber insgesamt nur fünf
Aufführungen. Unter den sechs Opern, die Händel für seine unglückliche, zweite
Opernakademie ab 1729 in London schrieb, zeugt die reiche Musik des Ezio von der
Anregungskraft der poetischen Gedanken und der musikalischen Sprache des Dichters.
Mit dem spätantiken Stoff gelang Händel eines der reinsten Beispiele einer Opera seria.
Die historische Wirklichkeit wurde dabei vom Zwang zum glücklichen Ende im 18.
Jahrhundert verdrängt: Drei Jahre nach der Opernhandlung wurde der historische Ezio
bei einer Audienz vom Kaiser eigenhändig umgebracht.
Farnace
Mittwoch, 24. Februar 2010, 19.00 Uhr
Dramma per musica in drei Akten (1727)
Musik von Antonio Vivaldi (1678-1741)
Libretto von Antonio Maria Lucchini
Konzertante Aufführung in italienischer Sprache
Stefano Molardi
Jonathan Guyonnet
Musikalische Leitung & Cembalo
Konzertmeister
I Virtuosi Delle Muse
Farnace
Berenice
Selinda
Gilade
Pompeo
Aquilio
Tamiri
Sonia Prina
Maria Grazia Schiavo
Lucia Cirillo
Sabina Puértolas
Anders J. Dahlin
Robert Getchell
Marina de Liso
Farnace war eine der erfolgreichsten Opern Vivaldis. Nach der Uraufführung im Februar
1727 am Teatro San Angelo in Venedig wurde das Werk – ein seltener Fall – sogleich in
der darauffolgenden Herbst-Stagione am selben Theater nochmals aufgenommen, um
dann 1730 in Prag, 1731 in Pavia, 1732 in Mantua (vielleicht mit Vivaldi selbst als
Impresario) und 1737 in Treviso auf die Bühne zu gelangen.
An der Uraufführung des Farnace wirkte Anna Girò mit, eine Zentralgestalt in Vivaldis
Leben, mit der ihn eine enge Freundschaft bis zu seinem Tod verband. Mit einem für
Österreich interessanten Umstand ist Farnace verbunden. Im Textbuch zur Aufführung
des Werkes in Pavia 1731 bezeichnete Vivaldi sich erstmals als Kapellmeister des
Herzogs Franz Stephan von Lothringen und des Fürsten Joseph Johann Adam von
Liechtenstein.
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
Giove in Argo
Donnerstag, 22. April 2010, 19.00 Uhr
Composizione drammatica in drei Akten (1739)
Musik von Georg Friedrich Händel (1685-1759)
Nach dem Libretto Giove in Argo von Antonio Maria Lucchini
Konzertante Aufführung in italienischer Sprache
Alan Curtis
Musikalische Leitung
Il Complesso Barocco
Iside
Diana
Calisto
Arete
Erasto
Licaone
Ann Hallenberg
Theodora Baka
Karina Gauvin
Topi Lehtipuu
Vito Priante
Gianluca Buratto
Mit virtuosen Chören und prächtigen Partien für die Hörner wollte Händel mit Giove in
Argo 1739 an den Erfolg seiner ersten englischen Oratorien anknüpfen. Er entschied sich
einmal mehr für ein Pasticcio und stellte Arien aus älteren Stücken zu einem neuen
Ganzen zusammen. Während er in den meisten seiner Pasticci erfolgreiche Werke
italienischer Komponisten für die Londoner Verhältnisse adaptierte, griff er für Giove in
Argo fast ausschließlich auf eigene Kompositionen zurück. Die „composizione
drammatica“ in drei Akten ist Händels einzige italienische Oper, in der nur tiefe
Männerstimmen mitwirken und keine Kastratenrolle vorkommt. Und mit zehn Chorsätzen
ist es seine an Chören reichste Oper. Händel komponierte im Gegensatz zu seinen
anderen Pasticci für Giove in Argo einige Arien und den Schlusschor neu. Das Libretto
von Antonio Maria Lucchini hatte er bereits 1719 in Dresden kennen gelernt und nach
London mitgenommen.
Mythische Liebeleien wurden vom Dichter Lucchini äußerst frei zu einer intrigenreichen
Handlung in den griechischen Wäldern von Argos verwoben: Jupiter, als Schäfer Aretes
verkleidet, begehrt ein Liebesabenteuer mit Iside. Gleichzeitig fühlt sich der Göttervater
aber auch von den Reizen Calistos angezogen. Rache, Eifersucht und Tragik im
pastoralen Gefilde treiben die Intrige voran, bis der obligate Preisgesang auf Jupiter und
Amor das Pasticcio ausklingen lässt.
Der Oper blieb der Erfolg versagt. Nach nur zwei Aufführungen am 1. und 5. Mai 1739 im
Haymarket Theatre setzte Händel das Stück wieder ab. Es fehlten einerseits die großen
Sängernamen, da kein Kastrat an der Aufführung beteiligt war, andererseits ging das
Interesse in London an italienischen Opern generell stark zurück. Die moralisch
zweideutige Handlung dürfte das puritanische Londoner Publikum ebenfalls überfordert
haben. Seither war die Oper in Vergessenheit geraten, ehe sie erst 2006 beim Festival
Bayreuther Barock in einer rekonstruierten Fassung aufgeführt wurde. Alan Curtis
präsentierte bei den Internationalen Händel-Festspielen in Göttingen mit seinem
Ensemble Il Complesso Barocco 2007 eine weitere Neufassung des Pasticcios.
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
Konzerte
Eröffnungskonzert 2009/10
Uri Caine: The Othello Syndrome
Mozart Klavierkonzerte I-III mit Stefan Vladar
Edita Gruberova
Silvesterkonzert Die Schöpfung
J. Offenbach: La Grande-Duchesse de Gerolstein
Händel-Arien & Concerti mit Danielle de Niese
Goran Bregovi
Beethoven am Uraufführungsort
Schubert I & II mit Julian Rachlin
Kabinetttheater & die neue „Hölle“
Figurentheater zu Haydns Philemon und Baucis
Tanz der Blinden
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
The Othello Syndrome
Dienstag, 20. Oktober 2009, 19.30 Uhr
Musik von Uri Caine nach Giuseppe Verdi
URI CAINE ENSEMBLE
Bunny Sigler, Josefine Lindstrand, Sadiq Bey
Uri Caine
Chris Speed
Ralph Alessi
Tim Lefebvre
Zach Danziger
Nguyen Le
Gesang
Keyboard
Klarinette
Trompete
Bass
Schlagzeug
Gitarrre
Klavierkonzerte Mozart I
Freitag, 13. November 2009, 19.30 Uhr
STEFAN VLADAR
Klavier
WIENER KAMMERORCHESTER
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Klavierkonzert A-Dur KV 414
Klavierkonzert A-Dur KV 488
Le nozze di Figaro KV 492 – Ouvertüre
Klavierkonzert A-Dur KV 537 Krönungskonzert
Klavierkonzerte Mozart II
Donnerstag, 28. Jänner 2010, 19.30 Uhr
STEFAN VLADAR
Klavier
WIENER KAMMERORCHESTER
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Idomeneo KV 367 – Ouvertüre
Klavierkonzert G-Dur KV 453
Don Giovanni KV 527 – Ouvertüre
Klavierkonzert B-Dur KV 595
Klavierkonzerte Mozart III
Mittwoch, 17. März 2010, 19.30 Uhr
STEFAN VLADAR
Klavier
WIENER KAMMERORCHESTER
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Klavierkonzert Es-Dur KV 271
Die Zauberflöte KV 620 – Ouvertüre
Klavierkonzert Es-Dur KV 482
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
Edita Gruberova
Samstag, 12. Dezember 2009, 19.30 Uhr
EDITA GRUBEROVA
Sopran
WIENER KAMMERORCHESTER
ANDRIY YURKEVYCH Musikalische Leitung
Arien von Wolfgang Amadeus Mozart, Gaetano Donizetti und Vincenzo Bellini
Silvesterkonzert „Die Schöpfung“
Zum Abschluss des Haydn-Jahres 2009
Donnerstag, 31. Dezember 2009, 19.30 Uhr
Joseph Haydn (1732-1809)
Die Schöpfung
Oratorium in drei Teilen (1799)
ADAM FISCHER
Musikalische Leitung
FREIBURGER BAROCKORCHESTER
ARNOLD SCHOENBERG CHOR
GENIA KÜHMEIER
MICHAEL SCHADE
HANNO MÜLLER-BRACHMANN
Sopran
Tenor
Bass
La Grande-Duchesse de Gerolstein
Freitag, 8. Jänner 2010, 19.30 Uhr
Opéra-bouffe in drei Akten und vier Szenen (1867)
Musik von Jacques Offenbach (1819-1880)
Libretto von Henri Meilhac und Ludovic Halévy
HERVÉ NIQUET
Musikalische Leitung
KAMMERORCHESTERBASEL
Mit ANNE SOFIE VON OTTER, AGATHA WILEWSKA, ROLF ROMEI, ANDREW MURPHY u.a.
Händel-Arien & Concerti
Sonntag, 24. Jänner 2010, 19.30 Uhr
DANIELLE DE NIESE Sopran
GIOVANNI ANTONINI
IL GIARDINO ARMONICO
Musikalische Leitung
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
Goran Bregovi
Montag, 22. März 2010, 19.30 Uhr
WEDDING AND FUNERAL ORCHESTRA
Orfeo-Geburtstagsfest von, für und mit Goran Bregovi
OsterKlang 2010
Von Samstag, 27. März bis Ostersonntag, 4. April 2010
Das Festivalprogramm wird im Dezember 2009 veröffentlicht.
Beethoven am Uraufführungsort
Sonntag, 11. April 2010, 11.00 Uhr
CHRISTIAN THIELEMANN
Musikalische Leitung
WIENER PHILHARMONIKER
Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Symphonie Nr. 5 c-Moll Schicksals-Symphonie
Symphonie Nr. 6 F-Dur Sinfonia pastorale
Schubert I
Freitag, 30. April 2010, 19.30 Uhr
JULIAN RACHLIN
ITAMAR GOLAN
Violine
Klavier
Sonaten D-Dur D 384, a-Moll D 385, g-Moll D 408, A-Dur D 574
Schubert II
Sonntag, 2. Mai 2010, 19.30 Uhr
JULIAN RACHLIN
ITAMAR GOLAN
Violine
Klavier
Sonate a-Moll D 821 für Arpeggione und Klavier
Rondo h-Moll D 895
Fantasie C-Dur D 934
An diesen beiden Abenden wird Franz Schuberts (1797-1828) Gesamtwerk für Violine
und Klavier aufgeführt.
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
KABINETTTHEATER
Philemon und Baucis
Figurentheater zur Oper von Joseph Haydn
Arm aber glücklich? Auf der Suche nach Philemon und Baucis
Krise herrscht: Die Kassen sind leer, die Stimmung ist am Tiefpunkt, Verzweiflung macht
sich breit – was für ein elendes Leben! Jeder noch so kleine Luxus, jedes mickrige
Festchen für kaum 1.000 Leute wird einem geneidet, ja sogar schon die Prunkkarosse,
die Dienerschaft ist auf ein Minimum von ein paar Hundert reduziert, in seine
Ferienhäuser traut man sich schon gar nicht mehr… Von ihrer Tochter Marie Antoinette
wird die Frage überliefert: „Warum machen denn die Leute einen solchen Lärm?“ „Sie
können sich kein Brot mehr leisten, Majestät, sie hungern.“ „Wenn das Volk kein Brot
hat, soll’s halt Kuchen essen!“ („S’ils n’ont pas de pain, qu’ils mangent de la brioche!“)
Aber die Philosophen sagen, man kann auch arm glücklich sein – mehr noch: Das wahre
Glück sei nur dort zu finden! Ja, wo gibt’s denn sowas?
Also macht sich die Herrscherin Maria Theresia auf den Weg und zieht durchs Land. Aber
das wahre Glück lässt sich nicht blicken. Da steigt sie mithilfe von Joseph Haydn in die
Katakomben der Stadt: Hier, heißt es, sei zu finden, was sie suchet!
Premiere: Dienstag, 3. November 2009, 20.00 Uhr
Aufführungen: 6., 8., 25., 26., 28. & 30. November
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
„Neue Hölle“
Tanz der Blinden
Ein historischer Ausflug in die alte „neue Hölle“
Im Herbst 1906 eröffneten Siegmund und Leopold Natzler ein kabarettistisches Unternehmen im Souterrain des Theater an der Wien: die „Hölle“. Das Ziel war, eine
geistreiche und mehrheitsfähige Unterhaltung zu bieten. Gute Hausautoren, ein
zugkräftiger weiblicher Star und ein klug auf die Wünsche des Publikums abgestimmtes
Programm machte die „Hölle“ zu einer der langlebigsten Kabarettgründungen der
Vorkriegszeit. Die Stars der „Hölle“ waren Fritz Grünbaum, Béla Lászky und seine Frau,
die umjubelte Diseuse Mela Mars, Ralph Benatzky und Josma Selim. Die Musik lieferten
Franz Lehár, der seine eigenen Erfolge in der „Hölle“ parodierte, Leo Fall, Edmund Eysler
und der junge Robert Stolz. Geboten wurden Chansons, geistreiche Vorträge,
Solonummern, Sketches, pikante Lieder, Einakter und kleine Operetten. Gastspiele und
Varieténummern bereicherten das Programm. Ein moderner Restaurationsbetrieb im
Jugendstilambiente sorgte für das leibliche Wohl der Gäste. Die Größen der Wiener
Kabarettszene verhalfen der „Hölle“ zu ihrem Erfolg: Heinrich Eisenbach, Hans Moser,
Karl Farkas und Egon Friedell. In den 20er Jahren trugen Hugo Wiener, Fritz Heller und
Stella Kadmon zu einer neuen Blüte bei.
Marie-Theres Arnbom und Georg Wacks stellen zum 104jährigen Jubiläum ein Programm
zusammen, das in die Tiefen der „Hölle“ führt und Höhepunkte aus 20 Jahren Kabarett in
authentischen Kostümen und prachtvoller Ausstattung zeigt.
Regie, Programmgestaltung, Musikalische Leitung: Georg Wacks
Mitwirkende: Christoph Wagner-Trenkwitz, Elena Schreiber, Stefan Fleischhacker,
Martin Thoma und Georg Wacks
Musikalisch führt das Ensemble „Albero Verde“ unter der Leitung von Christina Renghofer
durch den Abend.
Premiere: Samstag, 6. März 2010, 20.00 Uhr
Aufführungen: 9., 10., 11. & 13. März
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
Jugend an der Wien
Führungen
Vortrag Traum und Besessenheit
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
Jugend an der Wien
Als junges Opernhaus legt das Theater an der Wien Wert auf innovative Jugendarbeit und
die Auseinandersetzung mit jungem Publikum: Seit September 2007 werden begleitend
zu verschiedenen Opernproduktionen interdisziplinäre Jugendprojekte für Schulen aus
ganz Wien und Umgebung sowie für Klassen im Zuge eines Wienbesuchs angeboten
(Jugend an der Wien). Bisher nahmen ca. 1.400 SchülerInnen im Alter von 14 bis 19
Jahren an den insgesamt fünf Projekten teil.
Im Unterricht und durch zusätzliche Veranstaltungen des Theater an der Wien befassen
sich die SchülerInnen ausführlich mit der jeweiligen Oper, mit deren Hintergrund und mit
verwandten sozialen, gesellschaftlichen und politischen Themen. Durch diese Art von
Projekten wird einerseits die Eigeninitiative und Kreativität der SchülerInnen gefördert,
andererseits ein umfangreicher Blick hinter die Kulissen eines Opernhauses gewährt.
Zu jährlich sechs bis acht Opernpremieren im Theater an der Wien finden nun Jugend an
der Wien-Projekte statt: Die TeilnehmerInnen erhalten jugendgerecht aufgearbeitete
Materialien, Fragen und Arbeitsaufgaben zum Opernstoff, zu den geschichtlichen
Hintergründen sowie zu den Kontexten rund um das Werk. Im Unterricht wird
fächerübergreifend daran gearbeitet.
Das Theater an der Wien bietet außerdem ein vielfältiges Rahmenprogramm:
• Einführungsgespräche
• Führungen
• Workshops zur jeweiligen Oper
• KünstlerInnengespräche
• Probenbesuche
• Diskussionen
Mit einbezogen werden ExpertInnen aus allen Richtungen: PsychologInnen, RichterInnen,
MitarbeiterInnen
sozialer
Einrichtungen
und
Institutionen
oder
betroffene
Persönlichkeiten. Dr. Udo Jesionek, Präsident des ehemaligen Jugendgerichtshofs und
jetziger Präsident des Weissen Ring Österreich, konnte als Schirmherr der Jugend an der
Wien gewonnen werden und bringt sich aktiv in die Arbeit mit den Jugendlichen ein.
Zum ersten Mal finden Ende Juni 2009 die Schulprojektwochen im Theater an der Wien
statt: Zu diesem Anlass werden vier Schulklassen sehr intensive zwei Wochen im
Opernhaus verbringen. Durch kreative Workshops lernen die SchülerInnen die
verschiedenen Abteilungen des Hauses kennen und erleben gleichzeitig die Proben zu
Rossinis Il Turco in Italia. Eine große Abschlusspräsentation beschließt die
Projektwochen.
Beiliegend in Ihren Presseunterlagen finden Sie das aktuelle Jugend an der Wien-Magazin
mit Detailinformationen zur Jugendarbeit im Theater an der Wien sowie
SchülerInnenmeinungen und einen Rückblick auf die bisherige Arbeit. Ausführlich
besprochen wird das Projekt zur Oper The Rake’s Progress von Igor Strawinski.
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
PROJEKTE 09/10
Benjamin Britten: Death in Venice
Projektzeitraum: September ’09
Anmeldeschluss: 2. 9. 09
Premiere: Donnerstag, 17. 9. 09
Geeignet für Musik-, Deutsch-, Englisch- und Geschichtsunterricht sowie Kunsterziehung.
Hans Werner Henze: Der Prinz von Homburg
Projektzeitraum: Oktober/November ’09
Anmeldeschluss: 15. 10. 09
Premiere: Donnerstag, 12. 11. 09
Geeignet für Musik-, Deutsch-, Geschichts-, Ethikunterricht, Kunsterziehung,
Sozialkunde, Psychologie- und Philosophieunterricht.
Joseph Haydn: Il mondo della luna
Projektzeitraum: November/Dezember ’09
Anmeldeschluss: 9. 11. 09
Premiere: Samstag, 5. 12. 09
Geeignet für Musik-, Deutsch-, Italienischunterricht und Kunsterziehung, ev. auch
Naturwissenschaften.
Johannes Kalitzke: Die Besessenen
Projektzeitraum: Jänner/Februar ’10
Anmeldeschluss: 25. 1. 10
Uraufführung: Freitag, 19. 2. 10
Geeignet für Musik-, Deutsch-, Ethikunterricht, Kunsterziehung, Sozialkunde,
Psychologie- und Philosophieunterricht.
Christoph Willibald Gluck: Iphigénie en Tauride
Projektzeitraum: Februar/März ’10
Anmeldeschluss: 22. 2. 10
Premiere: Sonntag, 14. 3. 10
Geeignet für Musik-, Deutsch-, Französisch, Latein-, Geschichts-, Psychologie- und
Philosophieunterricht.
Carl Maria von Weber: Der Freischütz
Projektzeitraum: März/April ’10
Anmeldeschluss: 22. 3. 10
Premiere: Montag, 19. 4. 10
Geeignet für Musik-, Deutsch-, Ethikunterricht, Kunsterziehung, Psychologie- und
Philosophieunterricht.
Aktuelle Informationen finden Sie unter www.theater-wien.at.
Kontakt und Anmeldung: Mag.a Catherine Leiter, MA
Tel. +43 1 58830-616
E-mail: catherine.leiter@theater-wien.at
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
Führungen
Seit Oktober 2007 sind Führungen durch das Haus ein fixer Bestandteil des
Opernbetriebs im Theater an der Wien. Neben einigen öffentlichen Terminen, die
zweimonatlich auf der Website, im Leporello und Theatermagazin publiziert werden, wird
die Möglichkeit zu geschlossenen Führungen angeboten.
Bei geschlossenen Führungen wird nach Möglichkeit auf spezielle Interessen der Gruppen
eingegangen. Vor allem Schulklassen profitieren davon, etwa mit MaskenbildnerInnen,
SchneiderInnen und TechnikerInnen direkt in Kontakt treten und Fragen stellen zu
können. Dabei gewinnen sie nicht nur einen Einblick in den Arbeitsablauf in einem
Theater, sondern erweitern ihr Wissen über mögliche Berufszweige.
Auch für Fokusgruppen besteht die Möglichkeit, die Beschäftigung mit dem Opernbetrieb
zu vertiefen. Da der Theaterbetrieb für den Verlauf der Führungen nicht eingestellt wird,
erleben die BesucherInnen den Betrieb des Hauses hautnah mit und haben so einen
unverfälschten Blick hinter die Kulissen.
Führungen im Theater an der Wien können auch in anderen Sprachen als Deutsch
gebucht werden. Der Rundgang umfasst das Foyer, den Zuschauerraum, nach
Möglichkeit einen Blick auf und unter die Bühne sowie in den Garderobengang und die
Maske. Die Führung im Theater an der Wien, die etwa eine Stunde dauert und auf 30
Personen beschränkt ist, versteht sich so als möglichst umfangreiche Wissensvermittlung
über Opernbetriebe im Allgemeinen und das Theater an der Wien im Besonderen.
Es gelten die üblichen Ermäßigungen (StudentInnen, SchülerInnen, Kinder, Zivil- und
Präsenzdiener, Gruppen ab zehn Personen, Schulklassen).
Preise: Erwachsene 7,- / ermäßigt 5,-/ Schulklassen 3,Kinder unter 6 Jahren frei.
Ansprechperson für alle Führungen im Theater an der Wien:
Mag. Philipp Wagner: 01/58830-664
Email: philipp.wagner@theater-wien.at
Vortrag
Traum und Besessenheit
„Traum und Besessenheit“ – die Opern der Saison 2009/10 analytisch reflektiert und
interpretiert von Georg Titscher.
Vortrag mit Musikbeispielen.
In Zusammenarbeit mit dem Erwin Ringel-Institut.
Die Opern dieser Saison umfassen einen Zeitraum von fast 400 Jahren, von Monteverdis
L’incoronazione di Poppea bis zur Uraufführung der Besessenen. Trotz aller
Unterschiedlichkeit zeigen sich bei näherer Betrachtung gemeinsame Themen, die auch
heute relevant sind. Träume geben im Leben wie in mehreren der Opern dieser Saison
Hinweise auf unbewusste handlungsbestimmende Tendenzen und Triebe, die sich bis zur
Besessenheit steigern können. Im Vortrag werden psychologische Zusammenhänge
analysiert, Gegenwartsbezüge hergestellt und mit Film- und Tonbeispielen erläutert.
Mittwoch, 16. September 2009, 19.30 Uhr
Freier Eintritt für AbonnentInnen des Theater an der Wien sowie für Schulklassen, die an
Projekten von Jugend an der Wien teilnehmen.
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
Abonnements
Karten & Information
Service
Pressekontakt
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
Abonnements 2009/10
Seit der Wiedereröffnung als neues Opernhaus haben Theater an der WienAbonnentInnen viele faszinierende und spektakuläre Abende in der „Oper an der Wien“
erlebt. Mit den programmatischen Schwerpunkten Barock und Moderne konnte das
Theater an der Wien neue Maßstäbe im Wiener Musikleben setzen.
Abonnements & Zyklen 2009/10
Auch in der nächsten Saison bietet das Theater an der Wien eine vielfältige Auswahl an
Abonnements und Zyklen und dies – vor allem für Frühentschlossene – zu attraktiven
Bedingungen: Bei Buchung oder Verlängerung eines Abonnements bis zum
30. April 2009 wird eine Ermäßigung von 30% angeboten.
Zur Auswahl stehen 9 Abonnements und 12 Zyklen in jeweils 7 Preiskategorien.
Angeboten werden vielfältige Kombinationen und für jeden Geschmack das passende
Paket: vom Großen und Kleinen Premieren-Abo bis zum Wochentags- oder WochenendAbo. Neu im Programm ist das Abo Die Zweite…bietet mehr – mit diesem Abo kann
der/die Kunde/in für vier Opernproduktionen die erste Vorstellung nach der Premiere
buchen und erhält exklusiv eine Werkeinführung mit Intendant Roland Geyer.
Mit dem Wahl-Abo 5 aus 9 können Termine und Werkauswahl selbst bestimmt werden.
Für LiebhaberInnen und KennerInnen stehen themenspezifische Abonnements zur
Auswahl: Barocke Kostbarkeiten oder Oper des 20./21. Jahrhunderts.
Zusätzlich wird das Abonnementprogramm durch 12 Zyklen wie u.a. Traum und
Wirklichkeit, Unerfüllte Liebe, „Besessen“ sowie Oper konzertant ergänzt.
Alle Abos, Preise, Abonnement-Bedingungen sowie Ermäßigungen finden Sie auf den
Seiten 85-99 im Saisonprogramm 2009/10.
Am 24. März 2009 startet der Abonnement-Vorverkauf für die Saison 2009/10.
Bestellungen werden per E-Mail, Fax, postalisch sowie an den Tageskassen
entgegengenommen. E-Mail-, Fax- und postalische Bestellungen können per Kreditkarte
(Versand erfolgt direkt) oder mit Erlagschein (Versand erfolgt nach Eingang der Zahlung)
beglichen werden. Bestellte Abonnement-Karten können auch nach Bezahlung mittels
Kreditkarte oder Erlagschein, frühestens jedoch 10 Tage nach durchgeführter
Überweisung, an der Tageskasse des Theater an der Wien gebührenfrei abgeholt werden.
Abo-Infoline von 24.3. bis 14.6.: +43(0)1 588 30-369
Montag bis Freitag 10.00 -14.00 Uhr
Mail: abonnement@theater-wien.at
Fax: +43 (0) 1 588 30-650
Website: www.theater-wien.at
Bestellungen per Post an:
Theater an der Wien
Abonnementbüro
Linke Wienzeile 6
A-1060 Wien
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
Karten & Information
Vorverkauf
Am 24. März 2009 um 10.00 Uhr startet der Abonnementverkauf für die Saison
2009/10.
Bestellte Abonnements können durch Bezahlung mittels Kreditkarte oder Erlagschein
nach Zahlungseingang per Post zugestellt werden (Versandgebühr Einschreiben 4,-),
oder 10 Tage nach erfolgter Bezahlung mittels Kreditkarte oder Erlagschein an der
Tageskasse im Theater an der Wien gegen Vorlage der Reservierungsbestätigung
gebührenfrei abgeholt werden.
Am 15. Juni 2009 um 10 Uhr beginnt der freie Kartenverkauf für die
Vorstellungen bis Dezember 2009 an den Vorverkaufsstellen (Tageskasse Theater
an der Wien, Wien-Ticket Pavillon) sowie per Telefon und im Internet.
Der Vorverkauf für die Vorstellungen ab Jänner 2010 beginnt am 1. September
2009.
Tageskasse
Theater an der Wien, Linke Wienzeile 6, 1060 Wien
Öffnungszeiten: täglich 10.00 bis 19.00 Uhr | Tel.: + 43 (0) 1 588 30-361
Wien-Ticket Pavillon
Karten (ausgenommen Abonnements) sind ab 15. Juni 2009 auch beim Wien-TicketPavillon am Karajan-Platz neben der Staatsoper erhältlich.
Öffnungszeiten: täglich 10.00 bis 19.00 Uhr
Telefon
Karten (ausgenommen Abonnements und sonstige Ermäßigungen)
sind täglich bei Wien-Ticket von 9.00 bis 20.00 Uhr telefonisch
erhältlich.
Internet
www.theater-wien.at
Bestellungen über das Internet sind ausschließlich mit Kreditkarte möglich.
Versandgebühren
Versandkosten bei telefonischer Bestellung und Bezahlung mit Kreditkarte:
Inland 4,- | Ausland 6,Versandkosten bei Bestellung im Internet: Inland 4,- | Ausland 6,Gruppenbuchungen
Für Gruppenbuchungen ab 8 Personen wenden Sie sich bitte an die Vertriebsabteilung
des Theater an der Wien unter Tel. +43 (0) 1 581 81 11-0 bzw. E-Mail: sales@vbw.at
Rollstuhlplätze| Personen mit Gehbehinderung
Rollstuhlplätze (mit einer Begleitperson) können bis zu einer Woche vor der jeweiligen
Vorstellung unter Tel. +43 (0) 1 588 85 bestellt bzw. an unseren Kassen gebucht
werden. Preis: 10,Wir weisen darauf hin, dass das Theater an der Wien keinen Aufzug besitzt. Personen mit
Gehbehinderung wird empfohlen Karten im Parkett oder Parterre zu wählen.
StudentInnen-/SchülerInnenkarten
Studenten-/Schülerkarten sind nach Maßgabe, frühestens jedoch eine halbe Stunde vor
Vorstellungsbeginn gegen Vorlage eines gültigen Ausweises an der Abendkasse erhältlich.
Preis Oper: 15,- | Preis Konzert: 10,-
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
Günstig parken bei Ihrem Besuch im Theater an der Wien
In der WiPark Garage der Technischen Universität können BesucherInnen des Theater an
der Wien während der ersten 5 Stunden um 6,90,- (anstatt 16,-) parken
(Mo-Sa 17-8 Uhr und an Sonn- und Feiertagen). Gutzeitkarten sind an der Theaterkasse
erhältlich. Adresse: Garage Technische Universität, Operngasse 13, 1040 Wien
Ö1 Club-Ermäßigung
Ö1 Club-Mitglieder erhalten auf maximal zwei Karten pro Vorstellung eine
Ermäßigung von 10%. Die Ermäßigung gilt für alle Eigenproduktionen. Bei
Abonnements
und
Stehplatzkarten
ist
keine
Ermäßigung
möglich.
Die Ö1 Club Ermäßigung ist gegen Vorlage der Clubkarte bzw. Angabe der
Mitgliedsnummer erhältlich.
Den Saalplan, Kartenpreise und weitere Detailinformationen über Bestellmöglichkeiten,
Stehplätze und Ermäßigungen finden Sie im Saisonprogramm ab der Seite 120.
WEITERE VERKAUFSSTELLEN & Partner
WIEN-TICKET PAVILLON
1010 Wien, Karajanplatz (neben der Staatsoper)
(täglich 10.00 bis 19.00 Uhr)
Raimund Theater
1060 Wien, Wallgasse 16-18
(täglich 10.00 bis 13.00 Uhr und 14.00 bis 18.00 Uhr)
ÖGB-KARTENSTELLE
KARTENBÜRO JIRSA
1010 Wien, Laurenzerberg 2
1080 Wien, Lerchenfelder Straße 12
sowie alle Kartenbüros, die an WienTicket-Web angeschlossen sind.
Zusendung von Broschüren, Publikationen & Mailings
Sowohl das Saison- und Abonnementprogramm 2009/10 als auch der regelmäßig
aufgelegte Spielplan-Leporello sowie das Theater an der Wien-Magazin mit Detailinformationen und Interviews zu den Produktionen liegen in den Theaterkassen der
Vereinigten Bühnen Wien auf und werden auf Anfrage kostenfrei zugesandt. Zusätzlich
wird ein monatlicher KundInnen-Newsletter mit den aktuellen Infos zu den Produktionen
angeboten.
Kontakt & Bestellung: +43/1 588 30-660 | E-Mail: oper@theater-wien.at
Website
Die Website www.theater-wien.at beinhaltet Spielplan, Besetzungen, Biografien, Werkbeschreibungen, Sonderprojekte, Hintergrundinformationen zu den Produktionen
(kostenfreier Download des Theatermagazins), die Historie des Theater an der Wien und
den Einstieg in das Online-Ticketportal von Wien-Ticket.
Wo Oper bewegt: Theater an der Wien – Saison 2009/10
Pressebüro THEATER AN DER WIEN
Sabine Seisenbacher
Pressesprecherin des Theater an der Wien
Corporate Communications / Vereinigte Bühnen Wien GmbH
Linke Wienzeile 6, 1060 Wien
Tel. +43 1 588 30-661 | Fax +43 1 588 30-650
E-Mail: presse@theater-wien.at | www.theater-wien.at
Service für MedienvertreterInnen:
http://www.theater-wien.at/presse
- Pressemeldungen & Archiv
- Zusendung des monatlichen Medien-Newsletters
- Downloadbereich mit Szenenfotos, Theater- & Portraitfotos
Login: http://www.theater-wien.at/presse/login/
Benutzername: presse@theater-wien.at
Passwort:butterfly
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Sponsoren & Partner 2009/10
HAUPTSPONSOR des Theater an der Wien
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Das Theater an der Wien wird aus Mitteln der
Kulturabteilung der Stadt Wien gefördert.
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Golden Circle
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Medienpartner 2009/10
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Partner JUGEND AN DER WIEN:
Stadtschulrat für Wien
KulturKontakt Austria
Vereinigte Bühnen Wien Ges.m.b.H.| Ein Unternehmen der
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