seitenbühne Nr. 34 - Staatstheater Hannover

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Das Journal der Staatsoper Hannover
seitenbühne 05–07
seitenbühne . Mai bis Juli 2013
PROSZENIUM
ERLEBNISRÄUME SCHAFFEN
»Lohnt sich Ihre Arbeit?« fragt mein Gesprächspartner auf der Orest-Premierenfeier, ein
langjähriger Abonnent. Ich bin verwundert. Bisher bin ich davon ausgegangen, dass im
Zuge der »Musikvermittlungswelle«, die momentan Schulen, Freizeit- und Kultureinrichtungen erfasst, Kunst mit und für junges Publikum allgemein als relevant angesehen wird.
»Zahlt sich das aus? Wie viele der Kinder und Jugendlichen, mit denen Sie arbeiten, werden
später Abonnenten?«
Ob sich Musikvermittlung lohnt, ließe sich leicht in Zahlen beantworten. Über 30.000 Kinder, Jugendliche, Lehrer und Erzieher haben bisher allein in dieser Spielzeit Vorstellungen
der Oper und der Jungen Oper besucht, knapp 1.300 Grundschüler nehmen im laufenden
Schuljahr an unserem neuen Kooperationsprojekt Opernstarter teil. Hinzu kommen mehrere
hundert Kinder und Jugendliche, die teilweise seit vielen Jahren an verschiedenen Clubs,
Ferienprojekten und Workshops teilnehmen. Stolze Zahlen, die sich sehen lassen können.
Natürlich freuen wir uns über volle Zuschauerreihen, über ausverkaufte Veranstaltungen
und Wartelisten bei Projekten. Es macht uns Mut, weitere Schritte zu gehen, gemeinsam mit
dem jungen Publikum neue Formen, Inhalte und Ideen zu suchen und diese auf die Bühne
zu bringen. Und nicht zuletzt müssen wir als öffentlich subventioniertes Haus auch wirtschaftlich denken. Sähen wir manche später als Abonnenten wieder, wäre das doppelt erfreulich.
Doch was später kommt, weiß niemand. Was heute ist, interessiert uns: Wir wollen einem
anspruchsvollen, vollwertigen jungen Publikum anspruchsvolles, vollwertiges Musiktheater
bieten, das die Zuschauer ernst nimmt. Und ihnen dabei Möglichkeiten geben, Musiktheater
selbst auszuprobieren, neue (Bühnen-)Welten zu gestalten, sich unabhängig vom sozialen
Hintergrund künstlerisch mit Musiktheater, Gesellschaft und Welt auseinanderzusetzen, und
kulturelle Teilhabe ermöglichen. Dabei können auch wahrnehmungs- und persönlichkeitsbildende Prozesse in Gang gebracht werden: Im szenischen oder musikalischen Spiel setzt
man sich seinen Mitspielern aus, positioniert sich neu, riskiert, scheitert, gewinnt.
Dabei wollen wir in unserer Vermittlungsarbeit nicht der »Leichtigkeitslüge« (Holger Noltze)
verfallen und das Niveau der Kunst so weit herunterschrauben, dass sie »leicht« zugänglich
ist, sich inhaltlich aber selbst verrät. Wir können Musiktheater nicht in seiner Gesamtheit
erfassen oder gar erklären, wohl aber Möglichkeiten des Erlebens finden. Und das ist auch
gut so, denn die Unergründlichkeit gehört zur Kunst – auch wenn das im schulischen Kontext manchmal schwer auszuhalten ist. Wir wollen Zugänge schaffen, um Kinder und Jugendliche an einen hohen künstlerischen Anspruch heranzuführen, Zugänge, die sie dort
abholen, wo sie sich befinden. Sie sollen sich berühren lassen und sich an Musik, Szene und
der besonderen Atmosphäre im Theater erfreuen. Diese Freude kann Motor für die Neugierde sein, tiefer ins Musiktheater einzudringen.
Ist dies gelungen – und das loten wir täglich aufs Neue aus – dann, finde ich, lohnt sich
unsere Arbeit!
Ihre
Tamara Schmidt
Leitung Musiktheaterpädagogik und Leitung Junge Oper
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04.05
BALLETT
BRIGITTE KNÖSS
VERGNÜGT AUF DEN ABGRUND ZU
Zur Uraufführung des Balletts Inferno – Eine Italo-Revue von Jörg Mannes
»Wenn jeder an sich selbst denkt, ist an alle gedacht.« – Ist dieses Motto heute gesellschaftsfähig
oder gilt es nur im Stillen? Wer es schamlos vorlebt, wird dafür auch bewundert. Wie sonst ließe
es sich erklären, dass Silvio Berlusconis Mitte-Rechts-Partei 2013 bei der Wahl zur italienischen
Abgeordnetenkammer fast ein Drittel der Stimmen erringen konnte? Die Antwort kann nicht heißen: obwohl er ein rechtmäßig verurteilter Betrüger und Lügner ist. Sie muss lauten: weil er es ist.
Amore: Giulia (Catherine Franco) betört Rodrigo (Denis Piza)
Ehrlichkeit und Bescheidenheit haben als Tugenden ausgedient,
jedenfalls im Zusammenhang mit dem viermaligen italienischen
Ministerpräsidenten, der zu den Reichsten in seinem Land zählt.
Berlusconi punktet mit Respektlosigkeit, Zynismus und großen Versprechungen. Früher trat er als Sänger in Nachtclubs und auf Kreuzfahrtschiffen auf, heute bewährt sich sein Showtalent in eigener
Sache. Glamour und Verschwendung gelten als sexy, und sein Machismo adelt den Cavaliere.
Das Phänomen ist nicht neu und beileibe nicht auf Italien beschränkt. Allerdings findet der Blick zurück in die Geschichte gerade
in Rom ein außergewöhnliches Beispiel von Machtgier und Skrupellosigkeit: Die Familie der Borgia ist Ende des 15. Jahrhunderts eine
der einflussreichsten Europas. Das ist kein Zufall, sondern die planmäßige Arbeit mehrerer Generationen. Mit bloßem Geschick, klugen
Investitionen, guter Verwaltung und diplomatischen Verhandlungen
allein ist diese Führungsposition nicht zu erreichen, aber an krimineller Energie mangelt es Rodrigo Borgia nicht, der als Papst
Alexander VI. die Familiendynastie zum Höhepunkt führt. Ihm gelingt es, die Position der Kirche zu festigen und gleichzeitig seine
persönliche Situation zu optimieren. Der Luxus und die rauschenden
BALLETT
Feste dieses Heiligen Vaters, seine Maßlosigkeit und Unersättlichkeit
übertreffen alles bisher Gekannte. Erpressung und Korruption sind
an der Tagesordnung, und selbst vor Mord schreckt der Pontifex
nicht zurück.
Ballettdirektor Jörg Mannes ist fasziniert von solchen »Ehrenmännern«, die weder gute Hirten noch treu sorgende Landesväter sind.
Sie verbergen ihre wahren Machenschaften hinter einer glitzernden
Fassade und präsentieren Politik als Showgeschäft. Und das Volk
lässt sich gerne von ihnen an der Nase herumführen.
»Es ist verblüffend, dass die Menschen denen applaudieren, die sie
mit Grandezza in den Untergang treiben. Niemand kann behaupten,
nicht zu wissen, was gerade in Italien und anderswo abläuft. Macht-
führt Jörg Mannes zum Hintergrund seiner neuen Produktion aus.
Inferno stellt Geschichte und Gegenwart nebeneinander, konfrontiert Fiktion und Realität. Der ständige Wechsel zwischen den Zeitund Erzählebenen erinnert an das Zappen im Fernsehen. Der Choreograph beschreibt das so: »Der Abend hat Show-Charakter. Immer
wird das Publikum angespielt und direkt angesprochen. Wir lassen
eine Ansammlung von Bildern und viele verschiedene Geschichten
Revue passieren. Auch musikalisch bleibe ich diesem Prinzip treu,
wobei alle Stücke etwas Bildhaftes, Filmisches haben – von Five
Days Five Nights, einer Filmusik von Dmitri Schostakowitsch über
Ennio Morricones The Good, the Bad and the Ugly (Zwei glorreiche
Halunken) bis zu Azzurro oder Yuppi Du von Adriano Celentano. Es
Passione: Rodrigo (Denis Piza) begehrt Giulia (Catherine Franco)
missbrauch setzt sich offenbar endlos fort, und es gibt immer auch
Bewunderung für diejenigen, die moralische Grenzen überschreiten.
Das ist heute genauso wie damals bei den Borgia. Deren Familienbande erinnern deutlich an Mafia-Strukturen, die ein System von
Abhängigkeit und Vorteilnahme schaffen. Vielleicht werden jetzt andere Mittel benutzt, oder sie werden besser versteckt. Tatsächlich ist
selbst in unseren Tagen mitten in Europa schon mancher verschwunden oder wurde tot unter einer Brücke gefunden. Ich denke da nicht
zuletzt an die zweifelhaften Geschäfte der Vatikanbank und an die
Indizien, die für einen Giftmord an Papst Johannes Paul I. sprechen«,
liegt beim Zuschauer, die Elemente zu verknüpfen und daraus ein
Ganzes zu schaffen.«
Allen Skandalen und Krisen zum Trotz: Das private Bild der meisten
Deutschen von Italien ist kaum zu erschüttern. Pizza, pasta e vino.
O sole mio. Gelato al limone. La dolce vita. L’amore. Und tatsächlich,
das Schöne, Liebenswerte und Genussvolle existiert nach wie vor.
Widersprüche, die auch Jörg Mannes reizen. Diesmal scheut er sich
nicht, Klischees zu benutzen und dick aufzutragen. Opulenz, Emotion,
Schönheit, Spaß. Auf der Welle der Italianità treiben alle gemeinsam
vergnügt dem Abgrund zu.
06.07
BALLETT
INFERNO – EINE ITALO-REVUE
Ballett von Jörg Mannes
Musik von Adriano Celentano, Ennio Morricone, Dmitri Schostakowitsch u.a.
CHOREOGRAPHIE
Peter Hörtner
Jörg Mannes
DRAMATURGIE
BÜHNE
Alexandra Pitz
KOSTÜME
Silke Fischer
LICHT
Brigitte Knöß
Ballett der Staatsoper Hannover
URAUFFÜHRUNG
11. Mai 2013, 19.30 Uhr
WEITERE VORSTELLUNGEN
15.05., 20.05. (18.30 Uhr), 26.05. (16 Uhr), 01.06.,
04.06. und 06.06.2013, jeweils 19.30 Uhr (sofern nicht anders angegeben)
Papst Alexander VI.
DIE BORGIA
Eine Familie von Gottes Gnaden?
Alonso de Borja stammt aus der spanischen Provinz. Der Jurist in
Staats- und Kirchendiensten avanciert vom gefragten Berater zum
Bischof von Valencia. Auch in Rom kommt er zu Ansehen, wird zum
Kardinal erhoben und 1455 zum Papst gewählt. Als Kalixt III. nützt
er die drei Jahre seines Pontifikats in erster Linie im Hinblick auf die
Versorgung seiner Verwandten, Freunde und Gefolgsleute. Nepotismus verhilft ihnen zu einträglichen Gütern und Ämtern und verpflichtet sie zu Loyalität. Vor allem sein Lieblingsneffe Rodrigo, der
inzwischen den Namen Borgia führt, profitiert von der Zuneigung
des Onkels. Als 25-Jähriger zum Kardinal ernannt, bekommt er wenig
später sogar das Amt des Vizekanzlers übertragen. Damit wird Rodrigo zum zweitwichtigsten Mann der Kirche. Er weiß durch seine
imponierende Erscheinung und durch prunkvolles Auftreten zu beeindrucken. Sein juristisches Wissen, seine Menschenkenntnis und
sein Verhandlungstalent, das die geschickte Täuschung einschließt,
macht ihn zum wichtigsten Gesandten des Papstes an den europäischen Fürstenhöfen. Davon profitiert nicht nur die Kurie, mit politischem Instinkt begabt setzt Rodrigo sein Wissen skrupellos stets zu
seinem Vorteil ein und kommt zu Macht und Reichtum. Nach dem
Tod Kalixts III. droht Rodrigo, den erlangten Einfluss zu verlieren,
doch mit Ausdauer und Kalkül erobert er seine Machtstellung zurück.
Er fühlt sich von Gott mit besonderen Fähigkeiten beschenkt und
zum höchsten Amt auserkoren. Zwar scheitert er 1484 bei der
Papstwahl im Konklave, aber 1492 sichert er sich die Stimmen der
Kardinäle: Mit Pfründen und Gütern erkauft Rodrigo die notwendige
Zweidrittelmehrheit. Elf Jahre regiert er als Alexander VI.
Rom ist zur damaligen Zeit nicht prüde, immer wieder gibt es Kardinäle, die Kinder zeugen, aber dieser zweite Borgia auf dem Stuhl
Petri geht weiter. Er hat mit vermutlich sieben Frauen mindestens
zehn Nachkommen, die er alle – und besonders das erregte die
Gemüter – anerkennt. Er brüstet sich mit ausgeprägter sexueller
Leistungsfähigkeit und entspricht damit dem herrschenden Männlichkeitsideal. Mätressen und Kinder gehen im Papstpalast ein und
aus. Am nächsten stehen ihm seine Tochter Lucrezia und die Söhne
Cesare, Giovanni und Jofré aus der Verbindung mit Vannozza
de’Cattanei. Als seine Lieblinge sind sie Instrumente und zugleich
Nutznießer seiner Politik beim Ausbau des Familienimperiums. Die
schöne und kluge Lucrezia wird mehrfach taktisch verheiratet. Sie,
ebenso wie ihre Mutter Vannozza, vertritt sogar offiziell den Papst in
Abwesenheit. Cesare gilt als unberechenbar und operiert mit Bestechung, Erpressung und Mord als zwielichtiger Helfer an der Seite
seines Vaters. Auch die Mätressen wissen ihre Lage auszunutzen:
Legendär ist die Geschichte der Giulia Farnese, die Jahre lang, von
ihrem Bett aus, die entscheidenden Fäden zu ziehen vermag – sehr
zum Vorteil ihres Bruders Alessandro, den Alexander VI. zum Kardinal ernennt. Die Borgia sind maßlos in ihrer Prunksucht und ihrer
Machtgier. Es gibt ausschweifende Gelage und man munkelt von
Orgien. Dass nicht alles aus den Privatgemächern nach draußen
dringt, beflügelt die Spekulation. Viele sprechen von Rodrigo Borgia
als Teufel auf dem Papstthron, und sind gleichzeitig fasziniert von
den großartig inszenierten Auftritten Alexanders VI. in der Öffentlichkeit. Die prächtigen Gewänder des groß gewachsenen Pontifex,
die Ausstattung seines Gefolges, werden bewundert und beneidet.
Gleichzeitig wachsen die Zweifel an diesem Heiligen Vater. Die
Widersacher mehren sich und müssen mit Geschick und Gewalt in
Schach gehalten werden. Rodrigo Borgia gelingt es, sein Imperium
auf halb Europa auszudehnen, abgesichert durch Verschwägerung
und andere Verbindlichkeiten. Als er 1503 mit 72 Jahren stirbt, ist
sofort von Giftmord die Rede, aber tatsächlich sind die Folgen einer
Malaria die Ursache. Nach seinem Tod beginnt der langsame Verfall
des Borgia-Reiches, doch als die Familie Mitte des 18. Jahrhunderts
ausstirbt, ist sie längst zur Legende geworden.
OPER
S O M M E RGASTSPIEL
2013
ATEMBERAUBENDE SOMMERGASTSPIELE
Tanguera – das Tango-Musical und STOMP kommen nach Hannover
In den ersten beiden Juliwochen gastieren zwei international gefeierte Produktionen an der Staatsoper Hannover:
Provokant, sinnlich, erotisch – das einzigartige Tango-Musical Tanguera kommt direkt aus Argentinien vom 2. bis 7.
Juli erstmalig nach Hannover. Gleich im Anschluss, vom 9. bis 14. Juli sorgt STOMP für staunende Augen, klingelnde
Ohren und erschöpfte Lachmuskeln: Das furioseste, originellste und witzigste Rhythmusspektakel der Erde ist nach
acht Jahren endlich wieder in Hannover zu erleben, neben Bekanntem mit neu entwickelten Szenen.
VORSTELLUNGTERMINE:
»Tanguera« Di, 02.07., 19.30 Uhr | Mi, 03.07., 19.30 Uhr | Do, 04.07., 19.30 Uhr | Fr, 05.07., 19.30 Uhr | Sa, 06.07.,
15.30 und 19.30 Uhr | So, 07.07., 15.30 und 19.30 Uhr » STOMP« Di., 09.07., 19.30 Uhr | Mi., 10.07., 19.30 Uhr | Do., 11.07, 19.30 Uhr | Fr.,
12.07., 19.30 Uhr | Sa., 13.07., 15.30 und 19.30 Uhr | So., 14.07., 15.30 und 19.30 Uhr
In Zusammenarbeit mit
08.09
OPER
KLAUS ANGERMANN
ZWISCHEN VORGESTERN UND ÜBERMORGEN
Zur Premiere von Richard Wagners Die Meistersinger von Nürnberg
Als Richard Wagner 1845, im Jahr der Uraufführung des Tannhäuser, mit dem Gedanken
spielte, mit den Meistersingern von Nürnberg ein ähnliches Thema in Gestalt einer
heiteren Satire zu behandeln, schreckte er
zunächst davor zurück. Eine komische Oper,
die das Verhältnis von Künstler und Gesellschaft thematisiert, erschien ihm in den bewegten Jahren des Vormärz und der deutschen Revolution unangemessen. Wenige
Jahre später entschuldigte sich Wagner regelrecht für diese Idee, indem er in der Mitteilung an meine Freunde aus dem Exil
schrieb: »Ich muss diesen Versuch jetzt selbst
als die letzte Äußerung des genusssüchtigen
Verlangens betrachten, das mit seiner Umgebung der Trivialität sich aussöhnen wollte
und dem ich im Tannhäuser bereits mit
schmerzlicher Energie mich entwunden hatte.« Die Arbeit an Lohengrin, Tristan und
dem Ring hatte erst einmal Vorrang.
Erst am Ende des Exils, 16 Jahre später,
nachdem die Verzweiflung über die gescheiterte Revolution abgeklungen war und die
Erfüllung des Traumes von einem deutschen
Nationalstaat allmählich in greifbare Nähe
rückte, trat der Plan wieder ins Bewusstsein.
Noch in Paris beginnt Wagner 1861 mit der
weiteren Ausarbeitung der Dichtung, die
schon im folgenden Jahr beendet wird. Allerdings kommt die Komposition aufgrund
von Wagners chronischen Finanznöten nur
sehr schleppend voran. Auf der Flucht vor
Gläubigern trifft er 1864 in Stuttgart auf einen Abgesandten des Königs von Bayern,
der ihn einlädt, an den Hof Ludwigs II. nach
München zu kommen. Wagners Geldprobleme sind damit vorerst behoben, doch
Ludwigs Interesse an den Meistersingern ist
eher mäßig. Er möchte lieber, dass Wagner
den Ring fertigstellt. Wieder stagniert die Arbeit an der Nürnberg-Oper, die erst 1867
vollendet wird, nachdem Wagner München
auf öffentlichen Druck verlassen musste und
sich in Tribschen am Vierwaldstätter See
niederließ.
Die Uraufführung des Werkes am 21. Juni
1868 unter der Leitung von Hans von Bülow
im Münchner Hoftheater war trotz zahlreicher negativer Kritiken der größte Erfolg
Wagners. Der Komponist durfte, entgegen
üblicher Hofetikette, den Beifall des Publikums in der Loge des Königs entgegennehmen. Durch Aufführungen in den Folgejahren
in zahlreichen europäischen Städten wurde
die Oper zu einem der populärsten Werke
Wagners, durch das er erst zu einer festen
Größe im deutschen Musikleben wurde.
»ETWAS DEUTSCHES, IM BESTEN UND
SCHLIMMSTEN SINN«
Die Meistersinger von Nürnberg gelten bis
heute als Festoper schlechthin, an der sich
aber auch von Anfang an die Geister schieden. Für den Musikkritiker Eduard Hanslick,
im Allgemeinen ein Wagner-Gegner mit der
Fähigkeit zu einem durchaus differenzierten
Urteil, gehörte die Oper »zu den interessanten musikalischen Abnormitäten«, die als
Regel »das Ende der Musik bedeuten« würden. Und Friedrich Nietzsche, der anfangs
von Wagners Schaffen hingerissen war und
OPER
es später mit umso größerer Polemik ablehnte, erkannte darin »etwas Deutsches, im
besten und schlimmsten Sinn des Wortes,
etwas auf deutsche Art Vielfaches, Unförmliches und Unausschöpfliches ... zugleich
jung und veraltet, übermürbe und überreich
noch an Zukunft.« und folgerte daraus: »Diese Art von Musik drückt am besten aus, was
ich von den Deutschen halte: sie sind von
vorgestern und von übermorgen – sie haben
noch kein Heute.«
Die Rezeption des Werkes in Deutschland
hat ein Übriges getan, um kontroverse Reaktionen herauszufordern. Schon bald nach
Wagners Tod wurde das Stück für nationalistische Ideologie in Anspruch genommen
und als Manifestation eines »siegreichen
Kampfes des germanischen Ideals gegen die
fremden, also feindlichen Mächte« interpretiert. Vor allem mit der Vereinnahmung
durch die Nazis, die die Meistersinger zum
festen Programmpunkt der Nürnberger
Reichsparteitage machten und sie als »Inkarnation unseres Volkstums schlechthin«
verklärten, verlor das Werk seine Unschuld.
Die Geschichte hat in Wagners Oper markante Spuren hinterlassen und es fällt heute
wahrhaftig schwer, eine unvoreingenommene Haltung gegenüber einem Stück zu
gewinnen, in dem ein Hans Sachs am
Schluss »welschen Dunst« und »welschen
Tand« geißelt, um dagegen die »heil’ge
deutsche Kunst« zu setzen.
Freilich wäre es zu billig, in den Meistersingern lediglich ein Dokument eines deutschen Nationalismus sehen zu wollen, der
im 20. Jahrhundert einen perversen Höhepunkt erreichte. Betrachtet man nämlich das
Werk genauer, so wird man feststellen, dass
die gedankliche Konstruktion dieser Oper,
so widersprüchlich sie auch immer ist, zahlreiche Aspekte aufweist, die nationalistischen oder faschistoiden Tendenzen geradezu entgegengesetzt sind.
»EIN MEISTERSINGER MÖCHT ICH SEIN«
Das Auftauchen des jungen adligen Walther
von Stolzing in der zünftigen Behäbigkeit
des Nürnberger Bürgertums löst zunächst
große Irritation und Abwehr bei den Meistern, den Honoratioren der Stadt, aus. Stolzing (nomen est omen), den nach eigenem
Bekunden »zur Kunst die Lieb« in die Noris
verschlug, ist der Fremde, dem man mit
Misstrauen begegnet, zumal er hier nicht
nur bescheiden leben und lernen will, sondern gleich begehrt, in die höchsten gesellschaftlichen Schichten aufgenommen zu
werden: Ein »Meister« will er sein, obwohl
ihm der komplizierte Regelkanon der Meistersinger »fremd vor’m Ohr« klingt und er
sich im Grunde genommen bis zum Schluss
nicht wirklich dafür interessiert. Und Wagner lässt keinen Zweifel daran, dass seine
Sympathie diesem jungen Stürmer und
Dränger gehört, der mit seinem naiven und
ungestümen Dilettantismus eingefahrene
Gewohnheiten kräftig in Frage stellt. Dennoch ist Stolzings Streben ebenfalls auf ein
höchst bürgerliches Ziel gerichtet: Er sucht
die Integration in diese ihm fremde Bürgerwelt, indem er sich zunächst Hals über Kopf
10.11
OPER
verliebt und dann nach dem Meistertitel
greift, weil er anders die Begehrte nun mal
nicht bekommen kann. Im Grunde aber
bleibt ihm Eva genauso fremd wie die Meisterregeln; bis zum Schluss ist unklar, was
die beiden eigentlich verbindet; weder eine
Geistesverwandtschaft noch eine Naturgewalt wie bei Tristan und Isolde motiviert diese Liebe.
»BECKMESSER! KEINER BESSER!«
Insofern ist sein Konkurrent und Gegenspieler Beckmesser gar nicht so weit von Stolzing
entfernt. Auch ihm geht es um sein Prestige,
von dem er als Stadtschreiber und Zensor
schon ein gehöriges Maß erreicht hat. Nur
eine Frau fehlt ihm noch. Sein Nachteil ist
allerdings seine mangelnde Kreativität und
Phantasie. Deshalb flüchtet er sich in seine
toten Regeln, und da Stadtschreiber im 16.
Jahrhundert auch die Polizeichefs waren,
muss ihm Stolzings anarchisches Auftreten
als besondere Provokation treffen. Bekanntlich wollte Wagner mit der Figur des Beckmesser eine boshafte Karikatur des ihm
feindlich gesonnenen Kritikers Hanslick
zeichnen. Erstaunlich ist aber, dass die karikierende Absicht sich in einer Musik manifestiert, die wohl zu den bizarrsten Momenten
der ganzen Partitur gehört. Ob mit Absicht
oder gegen den Willen des Komponisten
wird Beckmesser auf der Festwiese zum eigentlichen »Zukunftsmusiker«, der das gestohlene Preislied auf eigenwillige Art umformt und dabei als einziger auch das
Unbehagen am lärmenden Pomp dieses
Festes artikuliert: Wo es im Original Stolzings
hieß »Sei euch vertraut, welch hehres Wunder mir geschehn«, da singt Beckmesser unmissverständlich »Heimlich mir graut, weil es
hier munter will hergehn.« Doch die Feierlaune darf man nicht ungestraft verderben.
Beckmesser hat verloren. Er wird erbarmungslos ausgelacht. Seine letzte Regieanweisung lautet: »Er stürzt wütend fort und
verliert sich unter dem Volke.« Was er dort
künftig tun wird, bleibt offen.
»ES KLANG SO ALT, UND WAR DOCH
SO NEU«
Das Faszinierende der Meistersinger liegt
ohnehin in der Dialektik des Werkes. Dem
Widersprüchlichen und Gespaltenen der
Personen entspricht die Ambivalenz der Situation, deren biedermeierliche Gemütlichkeit ständig von einer unterschwelligen Aggression durchzogen wird. Jederzeit kann
diese Aggression in offene Gewalt umschlagen, und es entbehrt nicht einer gewissen
Ironie, dass die allgemeine Prügelei am
Ende des zweiten Aktes ausgerechnet vom
Ordnungshüter Beckmesser ausgelöst wird.
Alle diese Widersprüche aber vereinigen
sich in der Person des Hans Sachs, der alles
in einem ist: Außenseiter und anerkannte
Autorität, Hüter der Tradition und Förderer
des Neuen, derb zuschlagender Bollerkopf
und sensibler Lenker der Geschichte, schlauer Taktiker und mitfühlender Freund, sich
nach Liebe sehnender Mann und entsagende Vaterfigur. Sachs ist der einzige, der
auch seine eigenen Widersprüche erkennen
und beherrschen kann. Und er weiß deshalb, dass die Gesellschaft, in der er lebt,
gewisse Regeln braucht, um nicht im Chaos
zu versinken. Er weiß aber auch, dass diese
Gesellschaft im Chaos versinkt, wenn die
Regeln nicht dynamisch angewandt werden
und keine Ausnahmen mehr zulassen. Diese
zwiefache Lektion erteilt er sowohl den Meistern als auch Stolzing. Natürlich werden die
Verirrungen damit nicht abgeschafft, aber
wenigstens pragmatisch gemeistert.
jenseits jeder nationalen Zuordnung steht.
Darauf deutet auch die Verknüpfung mit den
Adjektiven »wahr« und »echt«. In modernen
Worten ausgedrückt würde Sachs demnach
eine authentische Kunst meinen, die er den
seichten Produkten eines in konventionellen
Regeln erstarrten Kunsthandwerks entgegen stellt. Trotzdem bleibt der Versuch, die
Dialektik von Ordnung und Störung, das
Spannungsverhältnis zwischen Regelkanon
und Regelverletzung, die Reibung von Tradition und Traditionsbruch, von Nietzsches
»Vorgestern« und »Übermorgen« durch eine
verklärende Utopie von »wahrer« Kunst aufzulösen, in seinem pseudo-sakralen Pathos
widersprüchlich. Und vielleicht liegt in diesem Widerspruch die eigentliche Komik
eines Werkes verborgen, das man ansonsten
entgegen Wagners ursprünglichem Plan nur
bedingt als Komödie bezeichnen kann.
DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG
Oper in drei Aufzügen von Richard Wagner
MUSIKALISCHE LEITUNG
Olivier Tambosi
Karen Kamensek
BÜHNE
Bengt Gomér
INSZENIERUNG
KOSTÜME
Carla
Caminati LICHT Elana Siberski CHOR Dan Ratiu DRAMATURGIE
Klaus Angermann
HANS SACHS
Albert Pesendorfer WALTHER VON STOLZING
Robert Künzli BECKMESSER Stefan Adam EVA Josefine
Weber DAVID Ivan Turšić VEIT POGNER Per Bach Nissen
FRITZ KOTHNER
Michael Dries
MAGDALENA
Mareike
Morr u.a.
Chor, Extrachor, Statisterie der Staatsoper Hannover
Niedersächsisches Staatsorchester Hannover
»EHRT EURE DEUTSCHEN MEISTER!«
Dennoch lässt die Schlussansprache des
Sachs durch Wagners Wortwahl heute leicht
erschauern. Der nationalistische Beigeschmack dieser Apotheose der deutschen
Kunst besitzt allerdings noch eine andere
Facette: Wagner hatte in seinen Dichtungen
ein ausgeprägtes Gefühl für die Wortetymologie, und so schwingt in dem Begriff
»deutsch« auch die ursprüngliche Bedeutung
des Wortes »einfach, volkstümlich« mit, die
EINFÜHRUNGSMATINEE
2. Juni 2013, 11 Uhr,
Laves-Foyer
PREMIERE
8. Juni 2013, 17 Uhr
WEITERE VORSTELLUNGEN
16., 23. und 26.06.2013
Die Premiere wird live auf NDR Kultur übertragen.
Mit freundlicher Unterstütztung
Mit freundlicher Unterstützung
OPER
DIE SPIELZEIT 2013/14
Neugierig auf die nächste Saison?
Aufgrund der großen Nachfrage steht ab dem 24. August für fünf
Vorstellungen L’Opera seria von Florian Leopold Gassmann wieder
auf dem Programm, erneut im Galeriegebäude Herrenhausen. Die
neue Spielzeit startet traditionell mit dem Konzert zugunsten der
Stiftung Staatsoper Hannover. Neben Solistinnen und Solisten des
Ensembles begrüßen wir am 31. August als Gast Kammersängerin
Helen Donath, die mit uns ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum feiern
wird. Am Tag darauf steht das Eröffnungskonzert der Spielzeit auf
dem Programm. Die erste Premiere folgt am Samstag, den 14. September mit Giuseppe Verdis Ein Maskenball in der Inszenierung von
Olivier Tambosi.
Die Spielzeit- und Konzerthefte 2013/14 liegen im Opernhaus aus
und wurden bereits an alle Abonnenten per Post verschickt. Das Programm finden Sie auch zum Download auf unserer Website. Wenn
Sie ein Exemplar per Post zugesendet haben möchten, können Sie
dies unter presse-oper@staatstheater-hannover.de bestellen.
Der Vorverkauf für die gesamte nächste Spielzeit im Opernhaus startet am Montag, den 5. August 2013. Eintrittskarten für alle August- und September-Vorstellungen können ab Freitag, den 28. Juni 2013 (mit Erscheinen des Leporellos) an den Theaterkassen erworben werden.
NACHTWANDLER
Der beste Freund des Menschen
Vergnüglich und dabei politisch völlig inkorrekt entführen Sie Martin
G. Berger und Klaus Angermann mit einer musikalisch-sexistischen
Revue in eine selige Zeit, als das Weib dem Manne noch untertan
war. Mit historischen Dokumenten in Form von Arien, Liedern und
Schlagern machen Sie Mitglieder des Opernensembles an einem geheimen Ort hinter den Kulissen des Opernhauses mit der maskulinen
Perspektive auf die Frau vertraut. »Ein Weib tut wenig, plaudert viel«
wussten schon Mozart und Schikaneder. Und Franz Lehár lehrt uns,
dass das Studium der Weiber schwer ist – und eben deshalb nur den
Männern möglich, die den Frauen den gut gemeinten Rat geben:
»Kindchen, du sollst nicht so schrecklich viel denken«. Zwar meinen
manche Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts, dass die Männer alle Verbrecher seien. Aber lieb sind sie eben doch, und deshalb
haben auch Frauen Zutritt zu dieser lehrreichen Veranstaltung.
FESTLICHER OPERNABEND
»EUGEN ONEGIN«
Michaela Kaune und Bo Skovhus zu Gast an der Staatsoper
Zum Abschluss der Festlichen Opernabend der Saison 2012/13 begrüßen wir in Peter I. Tschaikowskys Eugen Onegin zwei Weltstars
der internationalen Opernszene. Die Titelpartie singt der dänische
Bariton Bo Skovhus, der an den führenden Opernhäusern in Europa,
Amerika und Japan ein gefragter Gast ist. Neben seinem weit gefächerten Opernrepertoire, das von Mozart über Wagner und Strauss
bis zur zeitgenössischen Musik reicht, hat sich Skovhus auch als
Liedsänger einen Namen gemacht. Als Tatjana steht ihm die Sopranistin Michaela Kaune zur Seite, die seit 1997 dem Ensemble der
Deutschen Oper Berlin angehört und an vielen internationalen
Opernhäusern gastiert. Besonders hervorzuheben ist die regelmäßige Zusammenarbeit mit der Bayerischen Staatsoper München und
der Semperoper Dresden, sowie Auftritte u. a. bei den Salzburger
Festspielen, den Bayreuther Festspielen, dem Maggio Musicale Firenze
und den Berliner Festwochen.
Freitag, 10. Mai, und Samstag, 11. Mai 2013, jeweils 22 Uhr, Treffpunkt Büh-
EUGEN ONEGIN
neneingang
Sonntag, 2. Juni 2013, 18.30 Uhr
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OHRLABOR – DER KONZERTCLUB (15 BIS 19 JAHRE)
EINE PRODUKTION DES CLUBS XS (8 BIS 11 JAHRE)
»Für mich ist das wichtigste, dass nichts kontrollierbar ist. Im Konzert ist alles live, und alles kann zum ›Konzert‹ werden – solange
jemand zuhört. ›Konzert‹ wird durch die Entscheidung des Zuschauers definiert.« (Malte) »Ein Konzert beginnt doch eigentlich schon,
wenn die Musiker ihr Equipment aufbauen, stimmen und den Ton
einrichten!« (Puya) »Beginnt ein Konzert nicht mit Stille? Und endet
mit Applaus? Dazwischen spielen auf der Konzertbühne Musiker,
das Publikum sitzt im Zuschauerraum und hört zu. Man sollte sich
aufs Hören konzentrieren und möglichst wenig sprechen – es wird
höchstens gehustet.« (Judith) »Der Musiker kann nur überzeugen,
wenn er ehrlich und zweihundertprozentig bei der Sache ist.« (Jakoba)
Schon der erste Termin des Konzertclubs Ohrlabor Anfang Februar
zeigt: Für die zehn Jugendlichen verbirgt sich hinter der scheinbar
ehrwürdigen Institution »Konzert« ein Hör- und Erlebnisraum, der
keine Grenzen kennt: mit Musik von Klassik bis Elektro, von Punkrock bis Singer-Songwriter. Zuhörer greifen selbst zum Instrument,
das auch mal eine Blechdose oder der MP3-Player des Handys sein
kann.
Was kann »Konzert«? Und überhaupt, was ist eigentlich Kunst?
Beatles gleich Beethoven? Konzertsaal gleich Jazzclub? Hintergrundmusik beim Erledigen der Hausaufgaben gleich Konzerterlebnis? Kann »Konzert« nicht auch ohne Publikum stattfinden?
Bis Juni 2012 macht sich das Ohrlabor auf die Suche nach Antworten und noch viel mehr Fragen und entwickelt dabei ein eigenes
Konzertformat. Unterstützt von dem Komponisten Calogero Scanio
wird zudem an eigenen Stücken gearbeitet, die Klang und Performance auf unterschiedlichste Weise verbinden. Probebühnen, Fahrstühle, die Opernfoyers, die Kröpcke-Passage oder eine Verkehrsinsel – alles wird zum Ort, an dem »Konzert« stattfindet.
Am 21. und 22. Juni ab 23 Uhr zeigen die zehn Jugendlichen des
Ohrlabors im Rahmen der Reihe Nachtwandler ihr Konzert – als Parcours durch die Opernfoyers!
Basierend auf der Geschichte von Peter Pan, beschäftigen sich die
zwanzig Kinder mit der Frage, was sie von Erwachsenen unterscheidet oder gar mit ihnen verbindet. Einige der Kinder berichten davon, wie sie mit ihren Eltern spielen, dass diese sogar albern sein können und immer noch von ihrer Phantasie Gebrauch
machen. Doch gibt es auch Familien, in denen manchmal ein
Spielpartner fehlt – dieser wird spätestens bei der wöchentlichen
Probe gefunden. Bei den Proben wird manches aus der berühmten
Geschichte neu erfunden. So stellen sich die Kinder Nixen als
selbstsüchtige, hinterlistige aber hübsche Wesen vor, die Menschen als Schätze bewahren wollen. Eines haben alle Figuren
gemeinsam: Sie sind von Peter Pan fasziniert, vielleicht sogar in
ihn verliebt. Aber kann er mit dieser Faszination umgehen, steigt
sie ihm zu Kopf?
Der Kampf um Anerkennung erfordert manch akrobatisches Geschick. Rowena Ansell, Choreographin der Produktion, baut die
Kampfvorschläge der Kinder in die Tanzeinlagen ein. Der Kampf
soll echt aussehen; nicht immer ganz einfach! Mit großem Einsatz
werden die Rückwärtsrollen und Sprünge mit Linksdrehung vorgeführt. An der Mimik muss aber noch gefeilt werden, dabei hilft Theaterpädagogin Mihaela Iclodean. Es ist gar nicht so einfach, den
bösen Blick beizubehalten. Denn die roten Wangen glühen, und ein
Dauergrinsen hat sich schon im Gesicht festgesetzt. Christiane
Friedrich lässt die Kinder die Stimmung der Nixen musikalisch improvisieren: Ob mit Geige, Klavier oder Lotusflöte, Cabassa oder
Conga, alle Instrumente sind erlaubt. Keine leichte Aufgabe für die
Quicklebendigen. Assistentin Sabina Grbo sorgt dafür, dass alle ihren Platz finden.
LEITUNGSTEAM
Calogero Scanio (Komponist), Tamara Schmidt, Katharina Ortmann
LEITUNGSTEAM
Mihaela Iclodean (Musiktheaterpädagogik, Staatsoper Hanno-
ver), Christiane Friedrich (Musikerin), Rowena Ansell (Choreographin), Sabina
Grbo (Freie Theaterpädagogin)
PREMIERE
Samstag, 22. Juni 2013, 15 Uhr, Probebühne 2
WEITERE VORSTELLUNGEN
PREMIERE
Freitag, 21. Juni 2013, 23 Uhr
WEITERE VORSTELLUNG
TREFFPUNKT
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Bühneneingang
Das Kinder- und Jugendprogramm
wird unterstützt von
23.06. (14.30 Uhr) und 24.06.13 (17 Uhr)
TREFFPUNKT Verwaltungseingang
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EINE PRODUKTION DES CLUBS XM (12 BIS 15 JAHRE)
EINE PRODUKTION DES CLUBS XL (16 BIS 20 JAHRE)
Am Anfang eines Probenprozesses steht die Stückauswahl. Es folgt
die Entwicklung eines Konzeptes, der Entwurf eines Bühnenbildes, die Überlegung, wie die Kostüme aussehen könnten und
natürlich die szenische Umsetzung und Einstudierung derselben.
Diesen und anderen Herausforderungen stellten sich die 17 Jugendliche des Clubs XM unter der Leitung von Zuzana Masaryk
und ihrem Team. Entstanden ist das Musiktheaterstück Wir alle
für immer zusammen nach dem gleichnamigen Roman des Kinderbuchautors Guus Juijer. Schnell wird klar, welche Themen das
Stück behandeln, welche Wünsche, Träume aber auch Konflikte
jeder der Jugendlichen kennt und auf die Bühne bringen will.
Gemeinsam mit Musiker Sebastian Witte und Theaterpädagogin
Rebekka Hock haben die Jugendlichen die Romanvorlage bearbeitet und in Musik übersetzt. Die so entstandenen Musikstücke ziehen sich wie ein roter Faden durch das Stück, fangen die im Text
verankerten Stimmungen auf und spiegeln so auf musikalische
Weise die Emotionen eines Teenagers wider.
Für eine gelungene Aufführung sind die Kostüme unerlässlich:
Fundusmitarbeiterin Karin Fliegel versucht die Kostümvorstellungen der Jugendlichen mit Sorgfalt und Liebe zum Detail zu verwirklichen.
Inhaltlich dreht sich das Stück um die 13-jährige Polleke. Sie hat
es wirklich nicht leicht! Ihr Traum von einer harmonischen Beziehung mit ihrer großen Liebe, will zunächst nicht wahr werden. Im
Gegenteil. Sie möchte einfach nur in Ruhe erwachsen werden.
Doch da Eltern und Lehrer keine Ahnung davon haben, was im
Kopf eines Teenagers vorgeht, jagt eine Katastrophe die nächste.
Zum Glück hat Polleke ihre Gedichte …
Ob am Ende alles halbwegs gut ausgeht, wie man sich durch die
Verstrickungen der Teenagerzeit laviert und welche Mühen das
Erwachsenwerden in einer multikulturellen Gesellschaft mit sich
bringt, darüber erzählt Wir alle für immer zusammen.
Für ihr Stück Blick zurück nach vorn haben die Teilnehmer des
Clubs XL in einer siebenmonatigen Probenphase gemeinsam
gebrainstormt, improvisiert und das Thema »erwachsen werden«
in den verschiedenen Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts untersucht. War früher alles leichter? Was ist heute anders als damals? Was heißt es überhaupt, »erwachsen« zu sein? Während
der wöchentlichen Proben konzentrierte sich zunächst alles auf
die Erfindung von Charakteren und die improvisatorische Entwicklung szenischer Sequenzen, die einen direkten Weg ins
Skript gefunden haben. Musiker und Komponist Christoph van Hal
komponierte eigens für die 8-köpfige Band Musikstücke und
Songs, die an die musikalischen Strömungen der Jahrzehnte des
letzten Jahrhunderts angelehnt sind.
Entstanden ist die Geschichte von elf Schülern einer Abschlussklasse, die unfreiwillig aufeinander treffen: Da gibt es den Hipster
Emil, der gerne in Anglizismen redet; die als »Schlampe« verschriene Jacky, die eigentlich nur gemocht werden will; die
strebsame Merle, die Halbwissen nicht ausstehen kann; den stets
nörgelnden Henry, der lieber ein bisschen so wäre wie die immer
gut gelaunte Sonja, die sich aufgrund ihres Gemütes Sunny nennen lässt und die flippige Magda, die die Lebenseinstellung YOLO
(you only live once) nur allzu wörtlich nimmt. Komplettiert wird
das zufällig zusammen gewürfelte Planungskomitee durch die Intrigen der Oberzicke Sarah, den leicht verpeilten, aber immer
hilfsbereiten Maxi, das Computergenie Elli, den überall beliebten
Beau Mike und den unscheinbaren Jan. Bei dem Versuch, die eigene Abschlussparty zu organisieren, reisen die ungleichen Charaktere in die verschiedenen Jahrzehnte des letzten Jahrhunderts,
um festzustellen, dass Abschlussklassen letztlich schon immer vor
den gleichen Fragen gestanden haben: Wie geht es jetzt weiter?
Was wird aus uns werden? Und wann sind wir endlich erwachsen!?
LEITUNGSTEAM
Zuzana Masaryk (Regieassistenz und Abendspielleitung,
LEITUNGSTEAM
Eva Harrison (Musiktheaterpädagogik, Staatsoper Hannover),
Staatsoper Hannover), Sebastian Witte (Musiker), Rebekka Hock (Freie Thea-
Christoph van Hal (Musiker und Komponist) und Kirsten Corbett (Studentin
terpädagogin)
der Szenischen Künste)
PREMIERE
Samstag, 25. Mai 2013 (17 Uhr)
WEITERE VORSTELLUNGEN
26.05., 14.30 Uhr und 26.05.13, 18 Uhr, Probebühne 2
TREFFPUNKT Verwaltungseingang
PREMIERE
Samstag, 11. Mai 2013, 17 Uhr
WEITERE VORSTELLUNGEN
12.05. (16 Uhr) und 13.05.13 (18 Uhr), Probebühne 2
TREFFPUNKT Verwaltungseingang
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KONZERT
SWANTJE KÖHNECKE
BEGLÜCKENDER SPASS, OFFENER AUSTAUSCH
Gespräch mit zwei Orchestermusikern über ihre Kammerkonzerte
Die Kammerkonzerte des Niedersächsischen Staatsorchesters Hannover haben eine lange Tradition. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts etablierten sie sich als regelmäßige Veranstaltungsreihe.
Die Quartettabende des damaligen Konzertmeisters Joseph Joachim waren irgendwann sogar beliebter als die Abonnementskonzerte. Auch heute noch erfreuen sich die Kammerkonzerte großer
Beliebtheit und einer treuen Hörerschar. Grund genug, zwei Orchestermitglieder – Konzertmeisterin Lucja Madziar und Klarinettist Ralf Pegelhoff – zu ihrer Konzertreihe zu befragen.
Swantje Köhnecke Frau Madziar, als Sie
2010 nach Hannover kamen, wie war Ihr
erster Eindruck von der hiesigen Kammerkonzertreihe?
Lucja Madziar Relativ viele Orchester spielen Kammermusik-Matineen. Sonntagvormittags haben wir keinen Dienst, deshalb
bietet sich der Termin an. Aber ich finde toll,
dass es eine große Abwechslung in den acht
Programmen gibt und wir sie selber gestalten können. Man kann mit Kollegen zusam-
men etwas auf die Beine stellen.
Köhnecke Was bedeutet Kammermusik für
Sie? Wann haben Sie Ihre ersten Erfahrungen damit gemacht?
Madziar Für mich ist das sehr wichtig, ich
habe schon immer Kammermusik gemacht!
Mit meinem Bruder, der Cello spielt, habe
ich erst kleine Sachen geübt, mit elf oder
zwölf Jahren dann in einem Klaviertrio –
dabei hatten wir sehr viel Spaß gemacht!
Ich habe das Glück, dass ich im Moment
auch in einem festen Klaviertrio spiele.
Ohne Kammermusik könnte ich es mir überhaupt nicht vorstellen.
Ralf Pegelhoff Ich war auf einem Musikgymnasium, wo wir relativ früh ein Bläserquintett hatten. Auch im Studium war es mir
immer wichtig, Kammermusik zu spielen.
Man erlebt sich da anders als im Orchester:
als Gestaltender. Man ist nicht fremdbestimmt durch einen Dirigenten; man kann
viel mehr ausprobieren; man kann sich seine
KONZERT
Zeit selber einteilen. Die Proben im Orchester sind oft sehr strikt, da muss ein bestimmtes Pensum abgearbeitet werden, und
in der Kammermusik kann man einfach mal
spielerisch ins Detail gehen, das finde ich
wunderbar. Mit Kollegen, die auf einem
ähnlichen geistigen und musikalischen Niveau arbeiten – das ist absolut beglückend.
Köhnecke Wie entstehen Programme, zum
Beispiel jetzt beim 8. Kammerkonzert am 26.
Mai?
Madziar In diesem Fall war das Programm
meine Idee, weil ich sehr gerne das Klarinettenquintett von Brahms spielen wollte,
zum ersten Mal! Dann habe ich überlegt,
was gut dazu passen würde. Streicher mit
einem Blasinstrument zu kombinieren, ist
immer sehr spannend, weil Streicher und
Bläser normalerweise eher unter sich bleiben. So kam ich auf die zwei anderen tollen
Stücke, Mozarts Oboenquartett und Brittens
Phantasy-Quartett mit Oboe. Und alle Kollegen, die ich dafür gefragt habe, waren sofort
gerne dabei.
Köhnecke Was ist für Sie der Unterschied
zwischen fest bestehenden KammermusikEnsembles und freien Gruppen?
Pegelhoff Eigentlich ist es schöner, wenn
man länger zusammen spielt. Für ein einziges Konzert eine neue Besetzung zusammenzustellen, ist sehr aufwändig. Auch die
Selbstverständlichkeit im Umgang miteinander ist eine andere. Man muss sich erstmal vorsichtig »rantasten«: Wie offen ist der
andere, wieviel Feedback, wieviel Kritik ist
möglich?
Köhnecke Diese Art der Kommunikation untereinander ist in Orchesterproben so nicht
möglich?
Pegelhoff Nein, da sitzen wir mehr oder
weniger ohne künstlerisches Feedback und
ohne offenen Austausch untereinander da.
Das finde ich sehr bedauerlich. Mir fehlt diese Ebene im Orchesterspiel.
Madziar Ich empfinde es als Bereicherung,
in einem festen Ensemble zu spielen. Aber
es ist auch nicht immer einfach, wenn sich
Persönlichkeiten
begegnen
oder
im
schlimmsten Fall aufeinander prallen – da
muss man sehen, ob es menschlich zusammen funktioniert. Mit manchen Musikern
klappt das wunderbar, und mit manchen
nicht ganz so gut … Deshalb gibt es in der
Kammermusikwelt auch immer wieder Geschichten von Quartetten, die sich nach 20
Jahren auflösen, weil sie nicht mehr miteinander sprechen wollen. Kammermusik ist
wie eine Beziehung: Man ist aufeinander
angewiesen und darauf, dass man die Grenzen abschätzen kann.
Köhnecke Bei den Kammerkonzerten des
Staatsorchesters wird eine große Vielfalt an
Werken aufgeführt. Sie haben eine große
Freiheit in der Programmgestaltung.
Pegelhoff Leider verarmt heutzutage die
Vielfalt des Kammermusikrepertoires. Freie
Veranstalter suchen häufig das gängige Repertoire, um auf der sicheren Seite in Bezug
auf den Publikumszuspruch zu sein. Unsere
Kammermusikreihe bietet die Möglichkeit,
das zu präsentieren, was ein bisschen entfernter liegt. Jeder hat vielleicht ein Stück,
das einem am Herzen liegt und welches er
im Leben noch unbedingt aufführen will.
Dafür ist es schön, dass es diese Reihe gibt.
Dabei ist die Qualität sehr gut, und die Arbeit mit den Kollegen macht viel Spaß. Der
hohe Publikumszuspruch zeigt, dass wir damit auf dem richtigen Weg sind.
LUCJA MADZIAR (VIOLINE)
ist seit 2010 Erste Konzertmeisterin im Niedersächsischen Staatsorchester. Mit sechs
Jahren erhielt die gebürtige Polin ersten Geigenunterricht und begann 1995 als Jungstudentin ihr Studium in Rostock, dem ein Studium in Graz folgte. Lucja Madziar erhielt
zahlreiche Auszeichnungen und Preise. Nach
ihrer ersten Orchesterstelle als Konzertmeisterin der Essener Philharmoniker unter Stefan Soltesz wechselte sie nach Hannover.
8. KAMMERKONZERT
WOLFGANG AMADEUS MOZART
Oboenquartett F-Dur KV 370
BENJAMIN BRITTEN
Oboenquartett Phantasy op. 2
JOHANNES BRAHMS
Klarinettenquintett h-Moll op. 115
MIT
Matthieu Petitjean (Oboe), Katharina Arend
(Klarinette), Lucja Madziar und Urara Oku (Violine),
Stefanie Dumrese (Viola) und Reynard Rott (Violoncello)
Sonntag, 26. Mai, 11 Uhr, Gebäude der VGH Versicherungen, Haus D
RALF PEGELHOFF (KLARINETTE)
ist seit 1983 Mitglied des Niedersächsischen
Staatsorchesters Hannover. Er war Schüler
des Musikgymnasiums der Stadt Köln, studierte Klarinette in Köln und Hannover. Er
war Stipendiat der Studienstiftung des
Deutschen Volkes, Mitglied der Jungen
Deutschen Philharmonie und Gründungsmitglied des Ensemble Modern. Nebenberuflich arbeitet er seit 2008 als Konfliktberater und Mediator.
18.19
KONZERT
KATHARINA ORTMANN
8. SINFONIEKONZERT
KONZERTFEST
»Italienische Nächte«
»Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn,
Im dunklen Laub die Gold-Orangen glühn,
Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,
Die Myrte still und hoch der Lorbeer steht,
Kennst du es wohl? Dahin! Dahin
Möcht ich mit dir, o mein Geliebter, ziehn.«
Goethes Worte aus dem Bildungsroman Wilhelm Meisters Lehrjahre haben die Italiensehnsucht der Deutschen sprichwörtlich gemacht – als Bild einer kollektiven Sehnsucht,
die bis heute anhält. Mit seinem autobiografischen Bericht Italienische Reise wurde
Goethe zudem zu einem Trendsetter, denn
er offenbarte ein Italien, das nicht nur für
ihn, sondern für viele bedeutende (deutsche) Künstler zum Ziel werden sollte. Ein
Land, dessen Vielfalt die Kunstwelt – vor
allem Maler, aber auch Literaten und Komponisten – enorm bereicherte. Seit dem 18.
Jahrhundert pilgerte man nicht mehr nur
vereinzelt um der Religion, der Musik und
der Wissenschaft Willen nach Italien, sondern aufgrund seines historisch-kulturellen
Erbes und seiner landschaftlichen Schönheit, von beidem intellektuelle und künstlerische Inspiration erhoffend.
Bis heute ist die Anziehungskraft Italiens
ungebrochen, genährt weniger durch einen
tiefergehenden geistigen Bildungsgedanken
wie im 18. und 19. Jahrhundert, als vielmehr durch ein Lebensgefühlt, das dem heimischen entgegen zu stehen scheint: Als
Gegenbild zum tristen, grauen Himmel, der
das deutsche Gemüt (und Klima) beschwert,
lockt die vermeintliche Leichtigkeit des italienischen Lebens, das Bild vom dolce vita
(»süßes Leben«) südlich der Alpen, des dolce
far niente (»süßes Nichtstun«) unter heißer
italienischer Sonne. In den 1950er Jahren
brach ein regelrechter Tourismus-Boom aus,
der die Westdeutschen scharenweise Italien
bereisen ließ. Seither sind kurze Abstecher
nach »Bella Italia« auch inmitten unseres
Alltags möglich – mit Espresso und Cappuccino statt Bohnenkaffee, Gnocchi und Spaghetti statt Bratkartoffeln.
Warum also nicht auch einen Ausflug nach
Italien über die reichhaltige Welt der italienischen Tonkunst antreten? Das Konzertfest
der Staatsoper Hannover zum Abschluss der
Saison 2012/13 bietet dazu reichlich Gelegenheit, mit Werken großer italienischer
Komponisten wie Verdi oder Rossini, aber
auch Komponisten wie dem Tschechen Bohuslav Martinů , den eine Italienreise zu großer Musik inspirierte.
Gioachino Rossini erklingt mit einer seiner
berühmtesten Orchesternummern: Seine
Oper La gazza ladra (Die diebische Elster)
steht weitaus seltener komplett auf dem
Programm als deren Ouvertüre mit ihrer Mischung aus brillantem Spielwitz, Einfallsreichtum und Virtuosität. Umgekehrt ist es
dem Ballett aus Giuseppe Verdis Oper Don
Carlo ergangen: Nach der Uraufführung in
Paris,
für das
Verdi es entsprechend
der dortigen Gepflogenheit komponiert hat,
ist die Oper mit wenigen Ausnahmen nur
noch ohne das Ballett der Königin aus dem
3. Akt gespielt worden. Was dramaturgisch
nachvollziehbar, doch musikalisch bedauerlich ist – weshalb es hier konzertant aufgeführt wird. Bohuslav Martinů besuchte in
den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts
auf seiner Italienreise die Chorkapelle San
Francesco in Arezzo und war von den
farbenprächtigen Fresken des RenaissanceMalers Piero della Francesca so tief beeindruckt, dass dieses Erlebnis seinen Nachklang in einem schwelgerischen Tongemälde
fand, das der Komponist selbst als »ziemlich
impressionistisch« charakterisierte. Monumentale Gemälde, dazu außerordentlich raffiniert instrumentiert, sind auch die Werke
der sogenannten Römischen Trilogie, mit
der der Italiener Ottorino Respighi der »ewigen Stadt« Rom, ihren Brunnen, Pinien und
Festtagen, huldigte. Aus ihr erklingt die
viersätzige Sinfonische Dichtung Pini di
Roma. Doppelt italienisch sogar ist Respighis Ballettmusik La boutique fantasque
(Der Zauberladen), 1919 von den Ballets
Russes in London uraufgeführt: Für die Ge-
KONZERT
OPEN STAGE
Junge Ensembles stürmen das Opernhaus
schichte um einen magischen Puppenladen in Nizza orchestrierte er Tänze von
Gioachino Rossini, die ursprünglich für Klavier
komponiert waren.
Im Umfeld des Konzertes im Opernhaus darf bis in die späteren
Abendstunden in den Foyers der Italiensehnsucht noch weiter
nachgehangen werden: Mit Kammermusik, einem unterhaltsamen Abstecher ins Musiktheater und mit reichlich italienischen Canzoni über die schönste Sache der Welt, die in keiner anderen Sprache so musikalisch daherkommt: l’amore!
8. SINFONIEKONZERT
KONZERTFEST
»ITALIENISCHE NÄCHTE«
GIOACHINO ROSSINI
Ouvertüre zu La gazza ladra (Die diebische Elster) (1817)
BOHUSLAV MARTINŮ
Die Fresken des Piero della Francesca (1955)
OTTORINO RESPIGHI
Am 15. Juni heißt es in der Staatsoper wieder: »mit open
stage für junge Ensembles eine Konzertnacht der Superlative
erleben«. Die Jugendkonzertnacht wurde 2009 ins Leben gerufen, um Jugendlichen eine Plattform zu bieten, sich musikalisch vor Publikum zu präsentieren und (erste) Bühnenerfahrungen zu sammeln.
Nachdem die zahlreichen Bewerber angehört wurden, trifft
die Jury eine Auswahl. Anschließend beginnt der logistische
Teil der Vorbereitungen. Die unterschiedlichen Anforderungen der einzelnen Ensembles müssen eingeholt und ausgelotet werden, wer liefert wann seine Instrumente an, wo
werden die Musiker backstage untergebracht, etc. Zeitgleich
besuchen die so genannten Orchesterlotsen – allesamt Musiker des Niedersächsischen Staatsorchesters Hannover –
punktuell Proben der ausgewählten Ensembles, um sie für
ihren Auftritt zu coachen. Für den reibungslosen Ablauf am
Tage der Veranstaltung sind eine ganze Reihe freiwilliger
Helfern nötig, die sich für die verschiedenen Ensembles verantwortlich zeigen, bis zum Ende der Veranstaltung gut gelaunt Fragen beantworten und zuverlässig etwaige Schwierigkeiten aus dem Weg räumen. Ohne sie wäre eine solche
Großveranstaltung nicht durchführbar.
Und dann sind da noch die Zuhörer denen sich mancher mit
Herzklopfen präsentiert: Schließlich ist es ihre Aufmerksamkeit, ihr Applaus, wofür die jungen Musiker wochenlang geprobt haben. Deshalb laden wir Sie an dieser Stelle ein:
Kommen Sie zahlreich zum Hören und Staunen, wenn am 15.
Juni ab 18 Uhr 21 Ensembles die Bühnen stürmen, um ihre
Leidenschaft für Musik auf ganz unterschiedliche Art und
Weise ausleben.
Suite La Boutique fantasque (Der Zauberladen) P 120 (1919)
GIUSEPPE VERDI
Le Ballet de la Reine (Das Ballett der Königin) aus Don Carlos (1867)
OTTORINO RESPIGHI
Pini di Roma P 141 (1924)
Samstag, 29. Juni 2013, 19.30 Uhr
Sonntag, 30. Juni 2013, 17 Uhr
DIRIGENTIN
Karen Kamensek
Teilnehmer open stage 2013:
JBO YoungStars Seelze, Senior Concert Band der Schillerschule Hannover, Jugendblasorchester der Musikschule Nienburg,
La Winds, Soundgarden, Big Band des Schillergymnasiums
Hameln, Käthe Concert Band, KKS Big Band, Percussion tonal,
U-Jazz, Cindy MacKensen, Fearless, Handglockenchor Wiedensahl, Ensemble Leggero, Anton & Jeffrey, Mister Given,
Kroner, Die Postpunk, Diamond, Ylvie, sueño y sonido sowie
das Niedersächsische Staatsorchester Hannover.
Niedersächsisches Staatsorchester Hannover
Mit freundlicher Unterstützung
Mit freundlicher Unterstützung
20.21
20
ORCHESTER
MICHELLE NEUPERT
REINGEHÖRT!
Mit dem Trompeter Alexander Mayr
»Die erste Oper, die ich hörte, war Mozarts Così fan tutte.
Damals spielten die Berliner Philharmoniker, das war
schon faszinierend«, erinnert sich Alexander Mayr an
seinen ersten Opernbesuch.
Sein Dialekt verrät, dass er aus dem Süden stammt. Aufgewachsen im Salzburger Land, kam der Trompeter bereits sehr früh mit der österreichischen Blasmusiktradition in Berührung. So begann er im Alter von sechs Jahren
mit dem Trompetenspiel und konnte sein musikalisches
Interesse als Jugendlicher an der Musikschule weiter
vertiefen. Am Gymnasium gab es außerdem einen sehr
engagierten Musiklehrer, der mit seinen Schülern monatlich eine Vorstellung im Salzburger Festspielhaus besuchte. »Dass ich selbst auch einmal im Graben sitzen
würde, hätte ich zu diesem Zeitpunkt nicht gedacht.«
Angeregt durch das regelmäßige Hören renommierter
Orchester hatte Alexander Mayr jedoch schon bald den
Wunsch, selbst Berufsmusikers zu werden. Nach einem
Vorbereitungsstudium in Linz nahm er im Jahr 2006
sein Studium in Wien auf. Die Begeisterung fürs Theater
und die Opernliteratur wuchs während seiner Studienzeit. So sammelte der junge Musiker viele Erfahrungen
als Aushilfe in großen Orchestern, u.a. bei den Wiener
Philharmonikern, bis er schließlich im Jahr 2011, nach
erfolgreichem Probespiel, seine erste feste Stelle am
Niedersächsischen Staatsorchester Hannover erhielt.
Dass er den Sprung in den hohen Norden nicht bereut,
merkt man Alexander Mayr an. Begeistert berichtet er
von seinem Orchesteralltag. »Der Wagner-Ring im letzten Jahr war für mich ein Highlight. Den wollte ich
schon immer mal spielen. In dieser Spielzeit freue ich
mich besonders auf die Sinfonia domestica von Richard
Strauss, die wir zurzeit proben.« Privat hört der junge
Trompeter gerne echte, österreichische Volksmusik, besonders, wenn er länger nicht in der Heimat war. Auch
jazzig oder rockig darf es sein, am meisten schwärmt er
jedoch für die Sinfonien Gustav Mahlers.
Neben seiner Beschäftigung als Orchestertrompeter ist
Alexander Mayr bemüht, auch andere Projekte zu pflegen. So hat er mit Orchesterkollegen das Blechbläserquintett StaatsBrass gegründet, das beim 1. Kinderkonzert der nächsten Spielzeit im November zu hören sein
wird. Doch auch seiner Studentenstadt Wien ist er weiter verbunden. Das Wiener Blechbläserensemble phil
Blech, in dem er ebenfalls mitspielt, bringt eigene Arrangements bekannter Werke aus Oper und sinfonischer
Literatur zu Gehör und hat im Januar dieses Jahres eine
erste CD herausgebracht.
Es gehört viel Ausdauer und Fleiß dazu, um den beruflichen wie den eigenen Anforderungen gerecht zu werden, bestätigt Alexander Mayr, doch die Freude an der
Musik spornt ihn an. Wie er als Musiker neben der Arbeit für Ausgleich sorgt? »Wir haben vom Orchester aus
eine Gruppe, mit der wir zweimal pro Woche Fußball
spielen gehen. Ich fahre gleich nach Döhren. Dort gibt
es einen Soccer Park mit ein paar Kleinfeldplätzen, auf
denen man spielen kann«, verrät er und macht sich sofort auf den Weg.
EMPFEHLUNGEN
+ G. Mahler 5. Symphonie, Wiener Philharmoniker,
Lorin Maazel (Sony Classical, 2006)
+ The Talisman Collection …along the way… (Classic
Concert, 2010)
+ phil Blech Wien (Deutsche Grammophon, 2013)
AUS DEN ABTEILUNGEN
JESSICA LÜDERS
»MIT DEN SÄNGERN MITATMEN«
Mit den Souffleusen Katharina Hickmann und Karin Seinsche
»Ich verdiene mein Geld damit, dass ich
Menschen anschreie«, beschreibt Katharina
Hickmann ihre Arbeit als Souffleuse an der
Staatsoper Hannover. Pro Probe benötigt sie
gut 1,5 Liter Wasser, um den Sängern durchgehend eine gute Stütze sein zu können.
Als Souffleuse geht es darum, mit den Sängern mitzuatmen. Man muss immer vordenken und immer wissen, was als nächstes
kommt – denn wenn ein Sänger einen Aussetzer haben sollte, muss man sofort einsteigen können. So kommt es auch mal vor, dass
von dem Soufflagepult einfach laut mitgesungen wird, um den Künstlern zu helfen.
»Wenn ein Blackout eintritt, ist es im Allgemeinen der Fall, dass man an den Kollegen
gar nicht mehr rankommt. Manche sind aber
mittlerweile sehr auf unsere Stimmen konditioniert, sie kennen unsere Stimmfrequenzen
und warten auf unsere Wortanfänge.«
Neben Hickmann arbeitet auch Karin Seinsche in der Soufflage, derzeit in der Produktion Eugen Onegin von Peter I. Tschaikowsky. Besonders dort wird der Aufwand eines
einwandfreien Soufflierens deutlich: Die
Oper wird in der Originalsprache Russisch
gesungen. »Ich habe diese Spielzeit schon
die russische Oper Lady Macbeth von
Mzensk souffliert. Als Vorbereitung auf die
Oper habe ich mich jeden Tag zwei Stunden
mit einer russischen Kollegin getroffen und
bin mit Hilfe einer auf russisch gesprochenen CD des Librettos jede Betonung und
Aussprache durchgegangen.« Denn neben
dem Hereinrufen von Strophen- oder Wortanfängen während der szenischen Proben
und Vorstellungen korrigieren Seinsche und
Hickmann auf Anfrage auch die Aussprache.
Hierbei wird jeder Sänger unterschiedlich
unterstützt. Während der Probenzeit einer
Produktion markieren sich Seinsche und
Hickmann jede Problemstelle und gehen auf
die Soufflagewünsche jedes einzelnen
Künstlers ein: Manche bitten um eine ganze
Phrase, manchen reicht ein Laut und einige
wollen gar nicht souffliert werden.
Jedoch muss nicht nur auf die Künstler eingegangen werden – auch Seinsche und
Hickmann koordinieren untereinander, wie
bestimmte Markierungen aussehen sollen.
Denn wenn eine von beiden einmal krankheitsbedingt ausfällt, muss die andere sofort
erkennen, welche Textstellen für den Sänger schwierig sind. »Der ernste Tenor ist
hellblau, der Buffotenor ist hellgrün. Die
Soubrette und der dramatische Sopran sind
ganz klischeehaft in Rottönen gehalten.«
Aufgeregt sind Seinsche und Hickmann vor
solch spontanen Vorstellungen jedoch nicht.
Denn als Souffleuse muss man sein Ego absolut ausschalten. »Die Sänger fühlen sich
unwohl mit jemandem, der da eigentlich gar
nicht sitzen will oder selbst total nervös ist.
Sie müssen das Gefühl haben, dass sie sich
auf dich verlassen können. Du musst als
Stütze und Aufmunterer agieren – ganz
nach dem Motto ›Wir schaffen das schon!‹«
Darüber hinaus sind Karin Seinsche und Katharina Hickmann schon lange im Theaterbereich tätig. Seinsche ist im Theaterbetrieb
aufgewachsen und wusste früh, dass sie
später einmal zur Oper will. Während ihres
musikwissenschaftlichen Studiums arbeitete sie bereits als Regieassistentin, und war
in der Öffentlichkeitsarbeit, Beleuchtung,
Requisite und Regie tätig. Neben diesen Engagements lehrt Seinsche auch heute noch
szenischen Unterricht an Musikhochschulen, u.a. an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.
Auch Hickmanns Interesse am Theater erwachte früh: »Ab der Studententheatergruppe
war ich vollkommen mit dem Theatervirus
infiziert, ich konnte nicht mehr weg von der
Bühne.« Unmittelbar vor ihrem Engagement
in Hannover war Hickmann in einem
kleineren Theater in der Öffentlichkeitsarbeit
engagiert, wo sie parallel für Bühnenbild und
Kostüme zuständig war. Davor arbeitete sie in
Bereichen der Produktionsleitung, der Inspizienz sowie der Regieassistenz.
Seinsche resümiert: »Wir brauchen das Theaterleben. Die Zusammenarbeit mit den Menschen sowie den Sängern eine gewisse
Sicherheit geben zu können und bei wunderschöner Musik zu arbeiten, fasziniert
mich.«
22.23
KANTINENPLAUSCH
KATHARINA ORTMANN
»DA WO ICH BIN, FÜHL ICH MICH WOHL!«
Mit der Mezzosopranistin Julie-Marie Sundal
»Da wo ich bin, fühl ich mich wohl!« JulieMarie Sundal wiederholt diesen Satz noch
einmal, denkt dann nach, und ergänzt: »Nur
das Meer fehlt mir.« Vor zwölf Jahren ist sie
aus ihrem Heimatland Norwegen weggegangen, zuerst in die USA und dann nach
Deutschland. »Ich bin glücklich in meinem
Beruf, das macht es mir leicht, mich überall
zurecht zu finden.« Vielleicht hilft ihr auch
die erstaunliche Tatsache, dass es für sie
schon als Kind selbstverständlich war, mit
unterschiedlichen Sprachen und Nationalitäten umzugehen: Sie stammt aus einer
norwegisch-deutsch-amerikanisch-französischen Familie! Noch bevor sie in die Schule kam, sprach Julie-Marie Sundal vier Sprachen – eine Fähigkeit, die aus Sicht der
Sängerin mit ihrer musikalischen Begabung
zusammenhängt. »Ich lerne glücklicherweise sehr schnell über das Hören. Als Kind im
Kirchenchor oder beim Klavierunterricht
habe ich meine Stimme schnell gelernt. Das
ist bis heute sehr hilfreich.« Aufgewachsen
ist Julie-Marie Sundal aber nicht nur mit Kirchenmusik, sondern vor allem mit einem
anderen Komponisten, den sie bis heute
liebt: »Ich habe Wagners Musik schon sehr
jung erlebt, weil sie in meiner Familie eine
große Rolle spielte. Wagner ist mein Zuhause. Das hat sich für mich bei meinem ErdaDebüt in Siegfried bestätigt.« Das war am
Theater in Lübeck, wo Sundal 2009/10 ins
Opernstudio aufgenommen wurde. In Lübeck blieb sie nur eine Spielzeit, seit
2010/11 ist die Mezzosopranistin Mitglied
im Ensemble der Staatsoper Hannover, wo
sie seither schon über 20 Partien gesungen
hat und auch in mehreren Sinfoniekonzerten mitwirkte. Ein Höhepunkt war für sie
Mahlers 2. Sinfonie unter Wolfgang Bozic,
die Partie der Zita in Gianni Schicchi in der
Regie von Sebastian Baumgarten, Barrie
Koskys Inszenierung des Rings, in der sie
fünf Rollen verkörperte, und Mrs. Quickly in
Falstaff in der Regie von Olivier Tambosi.
Derzeit singt sie die Partie der Olga in Eugen
Onegin sowie erneut La Badessa in Suor Angelica und Zita in Gianni Schicchi (Il trittico).
Für Sundal war schon immer klar, dass sie
Sängerin werden würde. Sie begann ihr
klassisches Musikstudium an der Toneheimschule in Hamar, weitere Studien folgten am
Konservatorium ihrer Heimatstadt Stavanger
und an der Universität von Massachusetts
(USA) in den Fächern Schauspiel und Oper.
Neben Singen wurde auch die Schauspielerei zu einer ernstzunehmenden Berufsperspektive für sie, was zu Engagements an
kleineren Schauspielbühnen in den USA
führte. Die Tatsache, dass sie als Opernsängerin Schauspiel und Gesang gleichwertig
miteinander verbinden kann, ist für die Sängerin essentiell. Auf der Opernbühne ist das
nicht zu übersehen: Die Sängerin verkörpert
ihre Rollen mit auffallender darstellerischer
Präsenz, Differenziertheit und Leidenschaft.
Neben dem Singen und Spielen hat Sundal
eine weitere große Leidenschaft, der sie seit
ihrer Kindheit nachgeht: das Kochen. Auch
hier offensichtlich mit professionellem Potenzial: Begeistert von ihren Fähigkeiten als
Köchin, bat ihre Gesangslehrerin sie, für
eine Feier für den Präsidenten des Smith
College (Northampton, Massachusetts) zu
kochen. Das verlief so erfolgreich, dass
Sundal weitere Angebote erhielt – und
plötzlich ein kleines Catering-Unternehmen
hatte. Der Aufwand war zwar enorm, aber
der Spaß auch. »Kochen ist für mich mehr als
ein Hobby. Es hat etwas Meditatives. Und es
hat genauso viel mit dem Bauch zu tun wie
das Singen!« Beim Kochen wie beim Singen
legt sie viel Wert auf die eigene Intuition –
es sei denn die Formel stimmt. So wie bei
der norwegischen Fischsuppe, deren Geschmack sie an das Meer erinnert.
NORWEGISCHE FISCHSUPPE
4 Möhren, 2 kleinere Stangen Lauch, 300 ml Kochsahne, 200 ml saure Sahne, 1 kleine Steckrübe, 8 Kartoffeln,
Fischfond (sie macht ihren eigenen aus Fischköpfen, einer Zwiebel, Salz, Pfeffer, Wasser und einem Bouquet
garni), 400 g Nordseekrabben, Fisch (z.B. Seelachs, Seeteufel, und/oder Lachs), Dill, Petersilie (beides feingehackt), Salz und Pfeffer
Während der Fond kocht, die anderen Zutaten vorbereiten. Die Möhren, Kartoffeln, Lauch und Steckrübe in
ähnlich große Stücke schneiden. Den Fond durch ein Sieb passieren, das Gemüse und die Kochsahne dazu
geben und aufkochen. Wenn das Gemüse gekocht ist, den Herd auf niedrige Temperatur stellen. Die saure
Sahne mit einem Schneebesen darunter rühren. Der in Stücke geschnittene Fisch und die Krabben in der
Suppe ca. 5 Minuten köcheln lassen.
Verfeinern mit ein bisschen Dill und Petersilie, Pfeffer und Salz, und frisch gebackenem Brot. Schnell servieren!
FOYER
CHRISTINE LOHMANN
ELTERN AUF ZEIT
Hannoversche Gastfamilien berichten über ihre Zeit mit koreanischen Gesangsstudenten
Familie Aschemann mit Eun-Ji Park, Stipendiatin der Saison 2013/14 und Ensemblemitglied der Jungen Oper
Seit vier Jahren lädt die Staatsoper Hannover Gesangsstudenten der Yonsei Universität
Seoul ein, um drei Wochen lang den Betrieb
an einem großen deutschen Opernhaus mitzuerleben sowie Gesangs- und szenischen
Unterricht zu erhalten. Ergänzt wird das
Programm durch Vorstellungsbesuche und
Ausflüge. Am Ende bedanken sich die Studenten mit einem Abschlusskonzert, das zugleich ein »Vorsingen« ist. Ein Teilnehmer
oder eine Teilnehmerin wird hier für ein Stipendium ausgewählt und ist in der folgenden Spielzeit für ein Jahr Mitglied der
Jungen Oper.
Seit drei Jahren wohnen die koreanischen
Studenten für die Zeit ihres Aufenthaltes bei
Gastfamilien in Hannover, zweimal im Jahr
treffen sich die Gasteltern im »Chois«, einem
koreanischen Restaurant auf der Lister Meile, zu einem Stammtisch. Karin und Markus
Gellert sind von Anfang an dabei, sie zögerten nicht lange, als sie den Aufruf in der HAZ
sahen und suchten bereits vor der Ankunft
Kontakt zu »ihrer« Studentin, um das Kennenlernen zu erleichtern. Gezielt angebrachte Post-Its in koreanischer, deutscher
und englischer Sprache sind im Alltag hilfreich, der sich ansonsten unkompliziert gestaltet. Manche Studenten wärmen sich gerne zum Frühstück das Essen des Vorabends
in der Mikrowelle auf oder legen zwischen
zwei Brötchenhälften Käse, Schinken, Eiersalat sowie Marmelade. »Wir haben das ›korean style breakfast‹ selbst probiert, aber es
überzeugte uns nicht.« erzählt Karin Gellert.
Mit einigen ehemaligen Studenten, die vor
Jahren an dem deutsch-koreanischen Austauschprogramm teilnahmen und nun in
Hannover leben, treffen sich die Gastfamilien auch heute noch: »Wir kochen gemein-
sam oder erledigen ganz alltägliche Sachen,
wie zum Beispiel einen Fahrrradreifen zu
wechseln«, so Markus Gellert.
Wie Familie Gellert stehen Michael Ziesenis
und Volkhard Oberdalhoff auch bereits das
dritte Mal als »Eltern auf Zeit« zur Verfügung.
Als Mitglied des Opernchors wusste Volkhard Oberdalhoff früh von der Suche nach
Gastgebern. »In diesem Jahr waren wir ein
besonders gutes Team,« schwärmt Ziesenis,
»zum Abschluss- und Abschiedsessen ins
»Chois« kam eine Gruppe von über 50 Leuten zusammen.« Einen Ausflug der Studenten nach Berlin nutzen auch viele Gastfamilien, um sich besser kennen zu lernen
und die freie Zeit gemeinsam zu verbringen
und zu genießen. An der historischen Haltestelle »Unter den Linden« (heute »Brandenburger Tor«) gab Michael Ziesenis eine Einführung in die Geschichte des geteilten
Deutschlands und der besonderen Lage
West-Berlins. »Ich hatte das Gefühl, sie haben ein Verständnis für die damalige Situation, sie können es durch die Situation im
eigenen Land nachvollziehen«.
Opernensemblemitgleid Sung-Keun Park
hatte im Jahr 2008 die Idee zu dem deutschkoreanischen Projekt und erläutert den Hintergrund der Initiative: »In Seoul steht das
einzige Opernhaus Südkoreas, das mit westlichen Standards vergleichbar ist. Die Studenten empfinden es als Geschenk hier zu
sein und sind sehr dankbar Deutschland
und den deutschen Opernbetrieb kennenzulernen. Meist können sie später nur im Ausland ihren Beruf ausüben.« betont er.
»Wir würden es wieder tun«, da sind sich die
Familien einig. Für Familie Aschemann ist es
schon bald wieder soweit. Ihre Gaststudentin Eun-Ji Park hat das Stipendium bekommen, wird in der kommenden Spielzeit das
Ensemble der Jungen Oper verstärken und
ab August auch wieder bei ihnen wohnen.
24
FUNDUS
HANNOPERANER UNTERWEGS
Ensemblemitglieder gastieren
Auch in den Frühjahrs- und Sommermonaten sind Sängerinnen und
Sänger des Opernensembles an deutschen Opernhäusern, aber auch
im Ausland unterwegs:
Michael Dries gastierte im Februar als Don Alfonso in Così fan tutte
an der Hamburgischen Staatsoper, während Philipp Heo im März
erneut als Fenton in Falstaff am Deutschen Nationaltheater Weimar
auf der Bühne stand. Ebenfalls im März verband Tivadar Kiss seine
Vorbereitung auf die Premiere von Tschaikowskys Eugen Onegin in
Hannover mit einer erneuten Reise in seine Heimat Ungarn, um an
der Oper Budapest den Triquet zu geben. Im März und April sang
Daniel Eggert den Soljony in den Drei Schwestern an der Züricher
Oper. Bariton Stefan Adam übernimmt zwischen März und Juni die
Rolle des Alberich in Wagners Siegfried am Anhaltischen Theater
Dessau. Eine Rolle aus der Feder des selben Komponisten wird
Julie-Marie Sundal übernehmen, wenn sie im Juni am Theater Koblenz im Fliegenden Holländer gastiert. Mezzosopranistin Monika
Walerowicz zog es als Jurorin beim XV. Internationalen Ada-SariWettbewerb der Vokalkunst im April nach Neu Sandez in Polen, wo
sie ihre gesangliche Expertise und Erfahrung als ehemalige Gewinnerin des Wettbewerbs einbrachte.
Neele Kramer, ehemaliges Ensemblemitglied der Jungen Oper Hannover, hat das Finale des Deutschen Musikwettbewerbs 2013
erreicht und wurde mit einem Stipendium für ihre hervorragende
Leistung belohnt. Herzlichen Glückwunsch!
OPERNRÄTSEL
Bei der gesuchten Oper handelt es sich um eine lyrische Tragödie in
zwei Akten, deren literarische Vorlagen von Marie-Joseph de Chénier und Alessandro Ercole Graf Pepoli stammen. Der Titel des
Stücks verweist nicht nur auf die Protagonistin, sondern auch auf
den historischen Hintergrund der Oper. Der erste Akt spielt in Windsor, der zweite in London. Liebe, Intrige und Tod sind wie so oft
auch hier die Stoffe, die das Werk eines Vielschreibers ausmachen.
Das Gelingen der Uraufführung mit Giuditta Pasta in der Titelrolle im
Teatro Carcano war ein bitternötiger Erfolg für den Komponisten, der
zuvor ein schweres Fiasko mit einer Oper an der Mailänder Scala
erlitten hatte. Ein erneutes Kräftesammeln und schwere Arbeit zahlten sich aus: Seine 35. Oper verschaffte dem Komponisten endlich
den lang ersehnten Durchbruch in Mailand und machte ihn zum
führenden Komponisten des italienischen Musiktheaters. Im
deutschsprachigen Raum war die Oper zum ersten Mal am 26. Februar 1833 am heutigen Theater am Kärntnertor in Wien zu sehen.
In diesem Jahr inszenieren Tobias Hoheisel und Imogen Kogge das
Stück an der Oper Köln.
Der Librettist gilt als einer der bedeutendsten seiner Zeit. Er unternahm nach seinem Studium zunächst ausgedehnte Reisen durch
Spanien, Griechenland, Deutschland und Frankreich, bevor er sich
als Hauptlibrettist an der Mailänder Scala niederließ. Er band sich
jedoch nicht ausschließlich an diese Bühne und war neben dem
Verfassen von fast 100 Libretti – u.a. für Rossini, Verdi und Bellini
– auch als Dichter und Übersetzer französischer Literatur tätig. Auch
zu einer anderen Oper des gesuchten Komponisten, die sich ebenfalls um eine historische Frauenfigur dreht, schrieb der Italiener das
Libretto.
Gesucht sind der Titel und das Uraufführungsjahr des Stückes, sowie
die Namen des Komponisten und Librettisten.
Ihre Antwort schicken Sie bis zum 31.05.2013 per Postkarte an die
Staatsoper Hannover: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Opernplatz
1. 30159 Hannover, oder per Email an presse-oper@staatstheaterhannover.de
Vergessen Sie nicht Ihren Absender und Ihre Adresse! Unter allen
richtigen Einsendungen verlosen wir 5 x 2 Karten für Così fan tutte
am 13.06.2013 um 19.30 Uhr.
Im Rätsel der letzten seitenbühne 03/04.2013 suchten wir die Oper Bluthaus
von Komponist Georg Friedrich Haas und Librettist Händl Klaus mit der Protagonistin Nadja Albrecht.
ORCHESTER
IMPRESSUM
HERAUSGEBER Niedersächsische Staatstheater Hannover GmbH, Staatsoper Hannover, Opernplatz 1, 30159 Hannover INTENDANT Dr. Michael Klügl
Andrea Bartsch TEXTE Dramaturgie, Öffentlichkeitsarbeit, Musiktheaterpädagogik TYPOGRAFISCHES KONZEPT María José Aquilanti, Birgit Schmidt GESTALTERISCHE
UMSET ZUNG Birgit Schmidt DRUCK Steppat Druck FOTOS Lena Obst (Titel), Marek Kruszewski (2–3), Gert Weigelt, (4–5), Manuel Navarro de la Fuente (7 links), Steve McNicholas (7 rechts), Monika Rittershaus (11 links), Balmer&Dixon (11 rechts), Christian Nolting (12–13), Thomas Huppertz (17 unten), Swantje Köhnecke (19), Jessica
Lüders (21), Thomas M. Jauk (22), privat (1, 8–9, 17 oben, 20, 23) TITELBILD Im Schatten des Maulbeerbaums, Anna Bineta Diouf
REDAKTION
seitenbühne . Mai bis Juli 2013
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