Virtuelle Rekonstruktion der Synagoge in Oberwart/Felsőőr

Werbung
Diplomarbeit
Virtuelle Rekonstruktion der
Synagoge in Oberwart/Felsőőr
Ausgeführt zum Zwecke der Erlangung des akademischen Grades
eines Diplom-Ingenieurs
unter der Leitung von
Ao. Univ. Prof. Arch. DI Dr. techn.
Bob MARTENS
Institut für Architektur und Entwerfen
Eingereicht an der Technischen Universität Wien
Fakultät für Architektur und Raumplanung
von
Simon HOSEMANN
Matrikelnr.: 0825535
Theresiengasse 51/9, 1180 Wien
Wien, Mai 2015
Kurzfassung
Das Ziel der vorliegenden Diplomarbeit ist die virtuelle Rekonstruktion der
Synagoge in Oberwart/Felsőőr, ein Gebäude, welches in seiner ursprünglich
geplanten Form und Nutzung nicht mehr erhalten ist.
Der Tempel wurde im Jahr 1904 errichtet und von der jüdischen Gemeinde bis
zur Annexion Österreichs durch das Nationalsozialistische Deutsche Reich
genutzt. Nach dem nur 34 Jahre andauernden Bestehen des Gebäudes wurde
es zweckentfremdet und zu einem Feuerwehrlöschgerätehaus umfunktioniert.
Die heutige Nutzung der Räumlichkeiten der ehemaligen Synagoge als Büround Lehrräume der örtlichen Zentralmusikschule besteht seit dem Jahr 1997.
Durch diese vielfältigen Umbaumaßnahmen ist heute nur mehr wenig Substanz
des historischen Entwurfs erhalten.
Im ersten Teil der Arbeit werden das Leben und die Geschichte der jüdischen
Gemeinde von Oberwart/Felsőőr beschrieben, um einen Einblick in die heute
nicht mehr existierende Gemeinschaft zu vermitteln. Des Weiteren wird die
Entstehung und Entwicklung deren Israelitischen Kultusgemeinde erläutert.
Der zweite Teil widmet sich im Speziellen dem Gebäude der Synagoge, dessen
geschichtlichen Werdeganges und dessen Architektur, sowie vergleichbaren
Synagogen.
In weiterer Folge wird die Arbeitsweise im Prozess der virtuellen Rekonstruktion
beschrieben. Dies beinhaltet eine nachvollziehbare Dokumentation der
Vorgänge, von der intensiven Recherchephase und dadurch ermittelten
Quellenmaterialien, bis zur Modellierung des Gebäudes mittels CAD (computeraided design) -Software.
Abschließend wird die Vorgehensweise in der Visualisierung des virtuellen
Modells beleuchtet und die Ergebnisse dargestellt.
Die Schaubilder sollen
einen Eindruck vermitteln, wie die Synagoge in Oberwart/Felsőőr in ihrer
ursprünglichen Erscheinung ausgesehen hat.
Abstract
The aim of this master thesis is the virtual reconstruction of the synagogue in
Oberwart/Felsőőr, a building that no longer exists in its originally planned form
and use.
The temple was built in 1904 and used by the Jewish community until the
annexation of Austria by the NS regime. After only 34 years of existence, the
building was converted into a fire station. Since 1997 the former synagogue has
been used as a Central Music School. Because of these rebuilding actions,
almost none of the original structure of the historical design was preserved.
In the first part of this thesis, the history and the development of the Jewish
community in Oberwart/Felsőőr will be described in order to provide an insight
into the community, which no longer exists.
The second part is devoted to the building structure of the synagogue, its
historical development and architecture, and to comparable synagogues.
Subsequently, the operation method in the virtual reconstruction process will be
described. This includes the documentation of the research phase and the
materials determined in that process as well as the modelling of the building
using CAD (computer-aided design) -software.
In the final part, the visualization procedure of the virtual model and the results
will be illustrated. The renderings are intended to give an impression of what the
synagogue in Oberwart/Felsőőr looked like in its original appearance.
Inhaltsverzeichnis
1.
EINLEITUNG
1
2.
DIE JÜDISCHE GESCHICHTE VON OBERWART/FELSŐŐR
3
2.1 Von der ersten Ansiedelung bis zur Filialgemeinde
3
2.2 Von der Filialgemeinde zur Kultusgemeinde
3
2.3 Ein Einblick in das jüdische Leben in Oberwart/Felsőőr
4
2.4 Das Ende jüdischen Lebens in Oberwart/Felsőőr
11
2.5 Nach dem Ende des NS-Regimes 1945
11
3.
13
DIE SYNAGOGE IN OBERWART/FELSŐŐR
3.1 Der geschichtliche Werdegang der Synagoge
13
3.2 Die städtebauliche Situation
19
3.3 Die Architektur des Tempels
21
3.3 Vergleichsobjekte
23
4.
25
DIE VIRTUELLE REKONSTRUKTION
4.1 Recherche
25
4.2 Quellenmaterialien
28
4.3 Arbeitsprozess
38
Die Gebäudeabmessungen
44
Die Dachkonstruktion
45
Die Fassaden
46
Der Innenraum
49
Die Umgebung
57
4.4 Modellierung mittels ArchiCAD
5.
6.
61
Die Geschosse
62
Die Ebenen (Layer)
63
Die Objektbibliothek
66
Das Schalen-Werkzeug
68
Das Morph-Werkzeug
68
Die Oberflächenmaterialien
69
VISUALISIERUNG
71
Die Texturen
72
Die Beleuchtung
73
Die Visualisierungen
73
SCHLUSSFOLGERUNG
85
LITERATURVERZEICHNIS
86
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
88
ANHANG
95
1. Einleitung
Mit der virtuellen Rekonstruktion der Synagoge in der Wiener Neudeggergasse
wurde im Jahr 1998 ein Projekt von Prof. Bob Martens und DI Herbert Peter
gestartet, welches sich zum Ziel setzte die zerstörten Synagogen Wiens
nachzubauen. Durch das stetig wachsende Interesse an diesem Projekt wurde
eine
Erweiterung
des
Konzeptes
in
Angriff
genommen,
welche
die
Rekonstruktion von Synagogen der Österreichisch-Ungarischen Kronländer
vorsah.
So
ist
das
Ergebnis
der
Rekonstruktion
der
Synagoge
in
Oberwart/Felsőőr ein Teil dieses Projektes.
Eine Besonderheit dieses Gebäudes ist, dass es heute noch in einer
adaptierten Form existiert. Dennoch ist die Bezeichnung „Rekonstruktion“
angebracht, denn sie bezieht sich auf das Nachbilden des ursprünglichen
Zustandes der Synagoge. Aufgrund der baulichen Umwandlungen ist es heute
nur sehr schwer nachzuvollziehen, welche Elemente ursprünglich vorhanden
waren und wie das tatsächliche Erscheinungsbild des Tempels ausgesehen
hat. Das Ergebnis der Modellierung und die Visualisierung der virtuellen
Synagoge versuchen dieses historische Erscheinungsbild darzustellen.
In Anbetracht einer eventuell zukünftigen Ergänzung oder Bearbeitung des
digitalen Modells stellen die Dokumentation der recherchierten Materialien und
Erläuterungen der Arbeitsprozesse eine Grundlage für diese dar. So knüpft das
Modell an das Gesamtprojekt „virtuelle Rekonstruktion von Synagogen“ an und
ermöglicht dennoch eine Adaption.
1
2
2. Die jüdische Geschichte von Oberwart/Felsőőr
Die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Oberwart/Felsőőr ist eine, im
Vergleich zu anderen Gemeinden des Burgenlandes, sehr kurze. Doch in einem
nur
etwa
hundertjährigen
Entwicklungszeitraum
konnte
die
jüdische
Bevölkerung eine Gemeinschaft mit wirtschaftlicher und gesellschaftlicher
Bedeutung
bilden.
Die
Kultusgemeinde
konnte,
bis
zum
„Anschluss“
Österreichs an das „Großdeutsche Reich“ 1938, Grundstücke und Bauwerke
wie die Synagoge, ein Rabbinatshaus und einen Friedhof ihr Eigentum nennen.
2.1 Von der ersten Ansiedelung bis zur Filialgemeinde
Eine genaue Jahreszahl, wann sich die ersten Juden und Jüdinnen in
Oberwart/Felsőőr ansiedelten ist nicht bekannt, doch die erste registrierte
Datierung stammt aus dem Jahr 1793 und in der „Conscriptiones Judaeorum“
(statistische Aufzeichnung über die jüdische Bevölkerung) sind ab 1822, Juden
in Oberwart/Felsőőr verzeichnet. 1 Mit dem im Jahr 1840 vom ungarischen
Reichstag verabschiedeten Gesetz wurde den Juden in ganz Ungarn das
Betreiben von Handel und Gewerbe erlaubt. 2 Daraufhin zogen viele jüdische
Familien, vor allem aus der Gemeinde Schlaining, nach Oberwart/Felsőőr. Die
Juden und Jüdinnen der Nachbargemeinde hatten mehrere Gründe sich in
Oberwart/Felsőőr niederzulassen: die bessere verkehrstechnische Anbindung
und Infrastruktur, die besseren Wohnverhältnisse, die Markterhebung 1841 und
die damit einhergehende Entwicklung zum Verwaltungszentrum der Region. 3 Im
Jahr 1868 wurde schließlich in Oberwart/Felsőőr eine Filialgemeinde der
Kultusgemeinde Schlaining gegründet.
2.2 Von der Filialgemeinde zur Kultusgemeinde
Bereits Ende des 19. Jahrhunderts lebte die Mehrzahl der Mitglieder der
jüdischen Gemeinde außerhalb von Schlaining und ab 1905 waren mehr
1
MINDLER, Die jüdische Gemeinde von Oberwart/Felsőőr, p.22-23
HABRES, REIS, Jüdisches Burgenland, p.153
3
MINDLER, Die jüdische Gemeinde von Oberwart/Felsőőr, p.27
2
3
Gemeindemitglieder in Oberwart/Felsőőr ansässig als in der Muttergemeinde
selbst. Diese Entwicklung dürfte auch daher rühren, dass 1904 die Synagoge in
Oberwart/Felsőőr eröffnet wurde. 4
Der
Großteil
der
Kultussteuer
wurde
mittlerweile
von
Oberwarter
Gemeindemitgliedern bezahlt und die Schlaininger Vorstandsmitglieder hatten
immer weniger Einfluss. 5 Der Rabbiner Dr. Felix Blau kündigte am 17. Jänner
1923 in Schlaining, da er zu wenig Gehalt bekam und übersiedelte nach
Oberwart/Felsőőr. Die Gemeinde Schlaining wollte dennoch nicht den offiziellen
Sitz der Kultusgemeinde an Oberwart/Felsőőr weitergeben. 6 Dieser Streit
begründete sich vermutlich nicht nur auf finanziellen und wirtschaftlichen
Argumenten, sondern auch auf einem Zwiespalt zwischen einer traditionellen
und einer liberalen Gemeinde. Denn bereits während Oberwart/Felsőőr noch
zum Königreich Ungarn gehörte, haben sich die Juden und Jüdinnen zu den
Neologen-Kongress-Gemeinden bekannt.
Das Bezirksrabbinat wurde schließlich im Jahr 1929 nach Oberwart/Felsőőr
verlegt und im Mai 1930 wurde die konstituierende Versammlung der
Israelitischen Kultusgemeinde Oberwart abgehalten. Die jüdische Gemeinde
von Schlaining wurde zur Filialgemeinde. 7 (Ebenfalls der Kultusgemeinde von
Oberwart/Felsőőr angeschlossen waren: Badersdorf, Großpetersdorf, Markt
Allhau, Oberschützen und Pinkafeld. 8)
2.3 Ein Einblick in das jüdische Leben in Oberwart/Felsőőr
Die jüdische Gemeinde zählte im Jahr 1900 über 100 Mitglieder, bei einer
Gesamtbevölkerung von 3471 Einwohnern. Die Juden und Jüdinnen waren in
wirtschaftlicher Hinsicht ein durchaus wichtiger Teil der Stadt. Sie übten Berufe
aus, wie Gemischtwarenhändler, Marktfahrer oder Textilhändler. Die Familien
betrieben zumeist Klein- und Mittelbetriebe, allerdings wurden auch freie Berufe
ausgeübt, wie der des Arztes oder Rechtsanwaltes. 9 Die Wohnungen und
4
MINDLER, Grenz-Setzungen im Zusammenleben, p.93
HABRES, REIS, Jüdisches Burgenland, p.153
6
MINDLER, Die jüdische Gemeinde von Oberwart/Felsőőr, p.34
7
HÖRZ, Jüdische Kultur im Burgenland, p.396
8
GENÉE, Synagogen in Österreich, p.99
9
HÖRZ, Jüdische Kultur im Burgenland, p.394
5
4
Geschäfte der jüdischen Bevölkerung waren nicht in einem eigenen Viertel
situiert, wie es in anderen Städten durchaus üblich war, sondern befanden sich
vor allem entlang der Hauptstraße. 10 Die jüdischen BewohnerInnen dürften laut
Aussagen von Zeitzeugen bis 1938 in der Oberwarter Gesellschaft weitgehend
integriert gewesen sein. So wurden Juden und Jüdinnen auch in örtlichen
Vereinen,
wie
dem
Gewerbeverein
oder
dem
örtlichen
Fußballclub
aufgenommen und gründeten nur wenige eigene Vereine. 11
Eine eigene jüdische Volksschule dürfte es in Oberwart/Felsőőr nicht gegeben
haben. Die meisten Kinder jüdischen Glaubens gingen in die evangelische
Volksschule und erhielten gesonderten Religionsunterricht vom Rabbiner oder
Religionslehrer. Um ihre Kinder in eine israelitische Volksschule schicken zu
können, mussten die Eltern auf umliegende Ortschaften ausweichen, wie zum
Beispiel Szombathely, was aber nur wenige Familien taten. 12 Neben der
evangelischen Volksschule, gab es noch eine katholische (in welcher die
damals sogenannten „Zigeuner“ unterrichtet wurden) und eine reformierte
Volksschule. Der jüdische Religionsunterricht dürfte in der Synagoge und im
Rabbinatshaus abgehalten worden sein. Weiterführende Schulen gab es keine
in Oberwart/Felsőőr, das nächstgelegene (evangelische) Gymnasium befand
sich in Oberschützen. 13
Über Synagogendiener (Schammes), Kantoren, Schächter, Rabbiner oder
andere aktive Mitglieder in der Synagoge der jüdischen Gemeinde ist nicht sehr
viel bekannt. Der Rabbiner Dr. Felix Blau (1861-1932) war jedenfalls, wie
bereits erwähnt, seit Jänner 1923 nicht mehr in der Gemeinde Schlaining tätig,
sondern ab Mai/Juni 1923 in Oberwart/Felsőőr. Außerdem hatte er seit dieser
Zeit die Aufsicht über die koschere Herstellung von Produkten inne, wie in der
Abbildung 1 zu sehen ist.
10
HABRES, REIS, Jüdisches Burgenland, p.153
HÖRZ, Jüdische Kultur im Burgenland, p.397-398
12
MINDLER, Die jüdische Gemeinde von Oberwart/Felsőőr, p.50
13
MINDLER, Grenz-Setzungen im Zusammenleben, p.115-118
11
5
Abb. 1: Rabbiner Dr. Felix Blau
als „Maschgiach“ beim
Koscherstempeln in
Oberwart/Felsőőr, ca. 1920
Die rituellen Schlachtungen der Tiere wurden vom Schächter („Schochet“)
durchgeführt, welche Emanuel (Manó) Kern (1845-1922), Leopold Hochfelder
(gest. 1923) und Michael Rosenberg waren. 14 Letzterer sollte Dr. Felix Blau
nach
seinem
Tod
1932
als
Rabbiner
ersetzen,
was
allerdings
mit
Komplikationen verbunden war, da Michael Rosenberg (geb. 1904 im heutigen
Lettland) kein österreichischer Staatsbürger war. Seit dem 7. Juni 1932
arbeitete er als Vorbeter („Kantor“), Religionslehrer und Schächter. Letztendlich
erhielt er doch im Folgemonat eine Aufenthalts- und Anstellungsbewilligung.
Nachdem Rosenberg allerdings keinen „Inländerstatus“ hatte, musste die
Kultusgemeinde
immer
wieder
um
eine
Verlängerung
der
Beschäftigungsbewilligung ansuchen. Die Israelitische Kultusgemeinde wollte
Rosenberg eine fixe Anstellung als Rabbiner gewähren, welche er schließlich
für einen Zeitraum von einem Jahr bis zum 31. Dezember 1937 bekam, jedoch
nur unter der Bedingung, einen „inländischen Ritualfunktionär“ auszubilden,
welcher ihn selbst ersetzten würde. Ein weiteres Ansuchen der IKG im Jahr
1938 wurde von der nationalsozialistischen Reichsstatthalterei abgelehnt,
woraufhin Rosenberg vermutlich im Mai 1938 nach Wien und von dort aus nach
Ungarn floh. 15 Näheres ist über das Verbleiben von Michael Rosenberg nicht
bekannt.
14
15
6
MINDLER, Die jüdische Gemeinde von Oberwart/Felsőőr, p.50-52
MINDLER, Grenz-Setzungen im Zusammenleben, p.107-108
Abb. 2: Michael Rosenberg
(zwischen den Kerzen) in
Oberwart/Felsőőr, 1937
Das Rabbinatshaus in Oberwart/Felsőőr, ein eingeschossiges Gebäude, befand
sich durch einen Hof getrennt in unmittelbarer Nähe zur Synagoge. In der
Literatur und den Arisierungsakten wird das Gebäude auch als „Amtshaus/ gebäude“, „Beamtenhaus“, „Rabbinerhaus“ und zum Teil auch fälschlicher
Weise „jüdische Schule“ bezeichnet. Das Rabbinatshaus beherbergte eine
Wohnung für den Rabbiner, in welcher bis zum Jahr 1938 die Witwe und
Tochter des Rabbiners Dr. Felix Blau wohnten. Die Wohnung bestand aus zwei
Zimmern, einer Küche und einem weiteren Raum. Des Weiteren befand sich ein
Amtszimmer des Rabbiners im Gebäude, wo die Sitzungen der Kultusgemeinde
abgehalten wurden und zum Teil auch der Religionsunterricht stattfand. 16 Im
Zuge des Nationalsozialismus wurde das Gebäude im Jahr 1940 „arisiert“ und
die Stadtgemeinde „kaufte“ am 24.Juli 1940 die Liegenschaften der
Israelitischen Kultusgemeinde Oberwart/Felsőőr. 17 Spätestens ab Mai 1939
wurde das Gebäude vom Feuerwehrkommandanten bewohnt. Im selben Jahr
wurde es renoviert und von der Stadtgemeinde verwaltet. Der Bürgermeister
der Stadt bestätigte am 29. Mai 1946 die Enteignung des Rabbinatshauses und
der Synagoge. 18
Entgegen der Annahmen in der Literatur, befand sich das Rabbinatshaus nicht
in
der
heutigen
Ambrosigasse
15,
sondern
laut
Fortführungsmappe
(Katastermappe) aus den Jahren 1928 (siehe Abb. 9) und 1934, einem
16
Angaben von Benjamin Israel Heinrich, vormaliger Vorstand der IKG Oberwart. Aktennotiz,
IKG Wien, Rechtsbüro, 22.7.1940. A / VIE / IKG / I-III / IKG / Oberwart / 1 / 3.
17
Kaufvertrag zwischen der IKG Oberwart/Felsőőr und der Stadtgemeinde Oberwart/Felsőőr,
Wien, 24.7.1940. A / VIE / IKG / I-III / IKG / Oberwart / 1 / 4.
18
Bürgermeister Franz Weisch an IKG Wien, Oberwart/Felsőőr, 29.5.1946. A / VIE / IKG / I-III /
IKG / Oberwart / 1 / 5.
7
Grundbuchsauszug vom 24. Mai 1939 19 und dem Kaufvertrag vom 24. Juli
194015, in der heutigen Ambrosigasse 13 (nord-östlich der Synagoge). Nach der
Nutzung als Wohnung des Feuerwehrkommandanten beherbergte das
Gebäude Gemeindewohnungen. 20 Im Jahr 2014 wurde das Objekt abgetragen.
Abb. 3: Das Rabbinatshaus in
Oberwart/Felsőőr, undatiert (um
1928). Ausschnitt einer
Ansichtskarte
Der jüdische Friedhof von Oberwart/Felsőőr ist die einzige Liegenschaft der
Israelischen Kultusgemeinde, welche noch weitgehend in ihrer ursprünglichen
Beschaffenheit erhalten ist. In der Stadt befinden sich heute insgesamt sechs
Friedhöfe. Der reformierte Friedhof
und der sogenannte „Russenfriedhof“
(Sowjetischer Soldatenfriedhof) liegen am südwestlichen Rand der Stadt. Die
Friedhöfe der Konfessionen römisch-katholisch, evangelisch (A.B.), jüdisch und
der
nichtkonfessionelle
Gemeindefriedhof
befinden
sich
östlich
des
Stadtzentrums.
Wann genau, der jüdische Friedhof angelegt wurde, ist nicht belegt. Allerdings
dürfte es jedenfalls erst nach dem Februar 1892 dazu gekommen sein, da die
„Oberwarther Sonntags-Zeitung“ in diesem Monat über die Einleitung der
nötigen Schritte berichtete. 21 Der älteste, noch erkennbare Grabstein stammt
aus dem Jahr 1896 und der jüngste ist mit dem Todesjahr 1950 datiert.
Der jüdische Friedhof dürfte (wie heute noch) eingezäunt gewesen sein und
eine Zeremonienhalle befand sich auf dem Grundstück 22, welche im Zuge des
„Anschlusses“ 1938 zerstört wurde, sowie auch Gräber und Grabsteine
19
Grundbuchs-Auszug, Amtsgericht Oberwart, 24.5.1939. A / VIE / IKG / I-III / IKG / Oberwart /
1 / 1.
20
BAUMGARTNER, Geschichte der jüdischen Gemeinde zu Schlaining, p.36
21
MINDLER, Grenz-Setzungen im Zusammenleben, p.118-119
22
Vermögensbestandsanmeldungen, 1939. A / VIE / IKG / I-III / IKG / Oberwart / 1 / 4.
8
geschändet wurden. 23 Der jüdische Friedhof in Oberwart/Felsőőr wird heute von
der Stadtgemeinde erhalten. 24
Abb. 4: Jüdischer Friedhof in
Oberwart/Felsőőr, 2014
Einen guten Einblick in das jüdische Leben einer Oberwarter Familie gewährt
ein Interview mit dem Zeitzeugen Joseph Paul Weber:
„Ich wurde am 16.März 1922 in Oberwart im Burgenland geboren, meine Schwester
Magdalene ein Jahr später. […] Mein Vater Simon Weber wurde 1891 in Szepetk
geboren, ein kleiner Ort in Ungarn. […] Mein Vater und Onkel József wurden im Ersten
Weltkrieg an der russischen Front gefangen genommen. […] Als mein Vater
zurückgekommen war, wurde er 1921 mit meiner Mutter Lenke Maschanzker, Älteste
von fünf Geschwistern, verheiratet. […] Meine Eltern zogen in die westungarische
Kleinstadt Felsőőr, heute Oberwart. Sie hatten eigentlich nicht vor, Ungarn zu
verlassen, sie waren Ungarn wie auch alle anderen in ihrer Familie, aber durch den
Vertrag von Trianon im Jahr 1920 kam dieser Teil Westungarns zu Österreich und
wurde zum Burgenland. […] Am Anfang hatten meine Eltern ein Geschäft im
Obertrumm von Oberwart. […] Als ich etwa vier Jahre alt war, zogen meine Eltern nach
einer Auseinandersetzung mit unserer Vermieterin, die mir und meiner Schwester
etwas antun wollte, ins Untertrumm auf die Hauptstraße Nummer 85. […] Ich ging in
die evangelische Volksschule in Oberwart. Ein Rabbiner hielt den Religionsunterricht
für die jüdischen Schüler. Danach besuchte ich die Hauptschule und hatte auch dort
nur lauter Einser im Zeugnis. Meine Eltern und Lehrer erkannten, dass ich für eine
höhere Schule geeignet war, und so schrieben sie mich im Evangelischen
Realgymnasium in Oberschützen ein, das ich vier Jahre, von der zweiten bis zur
fünften Klasse, besuchte. Aber es wurde immer ärger, wie man mich dort behandelte.
Die Schüler verprügelten mich und schimpften mich »Saujud«, damals ein üblicher
Schimpfname. […] Der Antisemitismus meiner Klassenkameraden wurde so
unerträglich, dass ich es nicht mehr aushielt. Mein Vater fand für mich eine Schule in
Wien, wo diese Probleme nicht so groß waren, und schrieb mich 1937 in der
23
24
MINDLER, Die jüdische Gemeinde von Oberwart/Felsőőr, p.64-65
MINDLER, Grenz-Setzungen im Zusammenleben, p.120
9
Lehranstalt für Maschinenbau und Elektrotechnik ein. […] Ein paar Tage vor dem 12.
März gab es bereits Gerüchte, dass irgendetwas passieren wird. […] Als ich wieder mit
den anderen Klassenkameraden in der Schule war, kam ein neuer Lehrer durch die
Tür und sagte: »Heil Hitler!« Wir sagten: »Das ist eine jüdische Klasse«, und er drehte
sich um und ging. Man schickte uns dann nach Hause. […] Nach ein paar Tagen fuhr
ich mit meinem Koffer im Zug nach Hause. […] Im Mai kamen drei Männer in unseren
Laden und »arisierten« unser Geschäft. […] Wir mussten alles dem Deutschen Reich
übergeben. Wir verloren unser Einkommen, unseren Lebensunterhalt, alles, was uns
am Leben erhielt. Im Mai nahmen sie uns das Geschäft weg und ein, zwei Monate
später wurden die Juden zu einem der schon leeren Löwy-Kaufhäuser beim
Oberwarter Park beordert. Dort waren zwei große junge Gestapo-Männer aus
Deutschland, sie hatten einen starken Akzent. […] Mein Vater wollte schlau sein und
sagte: »Wir sind keine Österreicher, wir sind Ungarn«, was in gewisser Weise sogar
richtig war, aber der Gestapo-Mann antwortete nur: »Ich gebe dir vier Tage, um, das
Land zu verlassen, oder deine ganze Familie landet im Konzentrationslager!« Ich
glaube, er erwähnte Dachau. […] Wir verkauften alles, was wir zurücklassen mussten,
billigst an die Nachbarn, die unsere Situation ausnutzten. Dann mieteten wir einen
Lastwagen für das restliche Umzugsgut und fuhren nach Wien, wo wir eine Wohnung
in Untermiete fanden.“ 25
Joseph Paul Weber konnte 1939 mit seinen Eltern und seiner Schwester nach
Shanghai flüchten, wo sie bis 1947 blieben (1943-1945 im Ghetto). Nach einem
Zwischenaufenthalt in San Francisco/USA übersiedelten Herr Weber und seine
Frau über Kolumbien nach La Paz/Bolivien. Im Jahr 1952 erhielten sie
schließlich ein Visum für die USA und zogen nach San Francisco.26
Joseph Paul Weber ist 2008 verstorben. 27 Im Zuge der Recherche konnte der
Verfasser dieser Arbeit mit einer Enkelin von Herrn Weber Kontakt aufnehmen,
welche die Abbildung 2 zur Verfügung stellte, auf der ein Teil der jüdischen
Gemeinde von Oberwart/Felsőőr zu sehen ist.
25
Joseph P. Weber (geb. 1922) im Interview. In: LANG et al. (Hgg.), Vertrieben, p.377-384
Joseph P. Weber (geb. 1922) im Interview. In: LANG et al. (Hgg.), Vertrieben, p.386-397
27
MINDLER, Grenz-Setzungen im Zusammenleben, p.397
26
10
2.4 Das Ende jüdischen Lebens in Oberwart/Felsőőr
So abrupt wie das Leben der Familie Weber in Oberwart/Felsőőr endete,
wurden alle jahrelang aufgebauten Existenzen jüdischer Mitglieder der
Gemeinde beendet. Wie vielerorts kam es bereits am 11. März 1938 durch
ortsansässige
NationalsozialistInnen
zu
Übergriffen
und
Verhaftungen.
Spätestens im Mai 1938, mit dem Abreisen von Michael Rosenberg, dürfte sich
die jüdische Gemeinde von Oberwart/Felsőőr aufgelöst haben und im August
1938 waren alle Juden und Jüdinnen der Gemeinde vertrieben worden. Viele
von
ihnen
flüchteten
nach
Ungarn,
da
noch
einige
die
ungarische
Staatsbürgerschaft innehatten, die Sprache beherrschten und Verwandte in
Ungarn hatten. Allerdings wurden spätestens im März 1944 auch in Ungarn
viele Flüchtlinge deportiert und ermordet. Einige Verfolgte konnten nach
Jugoslawien gelangen, wo sie aber auch nicht lange sicher waren und später
demselben Schicksal erlagen. Die meisten Juden und Jüdinnen aus dem
Burgenland versuchten über Wien in die USA auszureisen (wie zum Beispiel
Familie Weber). Jene, welchen dies nicht gelang, wurden deportiert und
ermordet. 28
2.5 Nach dem Ende des NS-Regimes 1945
Von 141 in Oberwart/Felsőőr lebenden „jüdischen“ Personen (1938 von den
NationalsozialistInnen registriert) ist nur von 42 Personen belegt, dass sie
überlebt haben. Zurück nach Oberwart/Felsőőr kamen nur vier Personen, wobei
Hermine Glaser bereits 1950 verstarb und Max Schein, welcher 1945 aus dem
KZ-Mauthausen zurückkehrte, 1948 nach Paraguay und später in die USA
auswanderte. (Da er in seinem Heimatort niemanden seiner Familie oder der
ehemaligen jüdischen Gemeinde vorfand.) Lediglich das Ehepaar Alfred und
Cäcilie
Glaser
lebte
wieder
seit
1947,
bis
zu
ihrem
Ableben
in
Oberwart/Felsőőr. 29
Die jüdische Gemeinde von Oberwart/Felsőőr war die jüngste jüdische
Gemeinde des heutigen Burgenlandes. Sie ging auf die nichtjüdische
Umgebung ein, in wirtschaftlicher, aber auch sozialer Hinsicht. Sie war neolog
28
29
MINDLER, Grenz-Setzungen im Zusammenleben, p.213-223
MINDLER, Die jüdische Gemeinde von Oberwart/Felsőőr, p.128-139
11
(liberal) ausgerichtet und in gewisser Weise sehr fortschrittlich. Umso tragischer
ist die Tatsache, dass sie nicht mehr besteht. Heute gibt es nur wenige
sichtbare Spuren der jüdischen Gemeinde in Oberwart/Felsőőr, wie eine
Gedenktafel an der ehemaligen Synagoge, einen Gedenkstein für die Opfer des
Nationalsozialismus im Stadtpark/Kulturpark und die erhaltenen Überreste des
jüdischen Friedhofes. 30
30
MINDLER, Die jüdische Gemeinde von Oberwart/Felsőőr, p.141
12
3. Die Synagoge in Oberwart/Felsőőr
Im Laufe der Zeit hat das Gebäude der Synagoge in Oberwart/Felsőőr viele
bauliche Veränderungen über sich ergehen lassen müssen, wobei die
ursprüngliche Nutzung als Tempel von verhältnismäßig kurzer Dauer war.
Im Gegensatz zu den meisten Synagogen des Burgenlandes, welche während
des Nationalsozialismus gesprengt, abgerissen oder später abgetragen wurden,
ist die Bausubstanz durch den Umstand der anderwärtigen Nutzungen noch
heute in Grundzügen erhalten.
3.1 Der geschichtliche Werdegang der Synagoge
Der erste schriftlich festgehaltene Nachweis über das Vorhaben der jüdischen
Gemeinde einen Tempel zu errichten, stammt aus dem Jahr 1902. Die
„Oberwarther Sonntags-Zeitung“ dokumentierte die einzelnen Schritte des
Bauvorhabens bis zur Einweihung der Synagoge.
„Bethausbau in Oberwarth. Unter den israelitischen Glaubensgenossen in Oberwarth
hat sich ein Komitee gebildet, welches den Bau eines Bethauses anstrebt. Aus diesem
Anlasse begab sich am letzten Dienstag eine Deputation nach Rothenthurm um Se.
Exzellenz den Herrn Grafen Julius Erdödy zu ersuchen, das Protektorat über das
Bethausbaukomitee zu übernehmen. Se. Exzellenz empfing das Komitee sehr
freundlich und hat auch das Protektorat bereitwilligst übernommen.“ 31
Der Wunsch der jüdischen Gemeinde nach einem Bethaus dürfte auf die
Tatsache zurückzuführen sein, dass aufgrund der stetig wachsenden
Gemeinde, das Zimmer im Maisl’schen Hause zu klein wurde. Jenes Zimmer
wurde bis zur Eröffnung der Synagoge als Betraum genutzt. 32 Des Weiteren
dürfte die Loslösung von der Muttergemeinde Schlaining auch ein Anstoß zur
Durchführung jenes Bauvorhabens gewesen sein. Im April 1904 kam es
schließlich zu einer Ausschreibung, in welcher ein Zimmermeister aus
Rotenturm den Zuschlag erhielt.
31
N.N., Bethausbau in Oberwarth. In: Oberwarther Sonntags-Zeitung, 29.2.1902, p.4
N.N., Einweihung des israel. Bethauses in Felsöeör. In: Oberwarther Sonntags-Zeitung,
13.11.1904, p.3
32
13
„Tempelbau in Felsöeör. Am 21. d. fand die Minuendo-Lizitation zum Tempelbau in
Felsöeör statt und wurde der Bau dem Zimmermeister Johann Konrad in Vas:Vörösvár
übergeben.“ 33
In einem Artikel der „Oberwarther Sonntags-Zeitung“ über die Einweihung der
Synagoge, werden Johann Konrath und Samuel Strobl als Bauleiter bezeichnet.
Ein gewisser Ingenieur/Architekt Alexander László wird als „Meister“ des
Bethauses genannt. 34
Im Juni 1904 erfolgte die Grundsteinlegung für den Bau der Synagoge.
„Grundsteinlegung. Am 1.Juni Vormittag ½ 8 Uhr wurde von den Vorstehern der
israelitischen Kultusgemeinde in Felsö.Eör der Grundstein für den neu zu erbauenden
Tempel in feierlichster Weise gelegt.“ 35
Nach einer Bauzeit von nur fünf Monaten, welche laut Zeitungsberichten
zufolge auch durch die Bemühungen „Andersgläubiger“ unterstützt wurde, fand
die Einweihung der Synagoge statt. 36
Abb. 5: Programm zur Einweihung der
Synagoge, 1904
33
N.N., Tempelbau in Felsöeör. In: Oberwarther Sonntags-Zeitung, 24.4.1904, p.3
N.N., Einweihung des israel. Bethauses in Felsöeör. In: Oberwarther Sonntags-Zeitung,
13.11.1904, p.3-4
35
N.N., Grundsteinlegung. In: Oberwarther Sonntags-Zeitung, 5.6.1904, p.4
36
N.N., Einweihung des israel. Bethauses in Felsöeör. In: Oberwarther Sonntags-Zeitung,
13.11.1904, p.3
34
14
In der Zeitschrift „Die Wahrheit – Unabhängige Zeitschrift für jüdische
Interessen“ wird die feierliche Einweihung des Tempels beschrieben. Es geht
hervor, dass sowohl Vertreter der jüdischen Gemeinde Szombathely, Rechnitz
und
Schlaining,
als
auch
Vertreter
der
evangelischen
Kirche
von
Oberwart/Felsőőr (aber nicht der katholischen Kirche) teilnahmen.
„Schlaining. (Tempeleinweihung.) Zu Felsö Eör wurde am 6. d. M. ein neuer Tempel
mit großer Feierlichkeit eingeweiht. Was der Feierlichkeit die Krone aufsetzte, war die
imposante Kundgebung der ungetrübten Eintracht unter den Einwohnern der ganzen
Gemeinde. Das Protektorat über den neuerbauten Tempel hat Seine Exzellenz Herr
Geheimrat Graf Julius Erdödy, der Abgeordnete des Bezirkes, übernommen. […] Zum
größten Bedauern der Gemeinde war derselbe infolge schwerer, plötzlicher
Erkrankung eines Familienmitgliedes verhindert, persönlich zu erscheinen. Er sandte
daher seinen Sekretär als seinen Vertreter, der in warmen Worten die Gefühle des
edlen Grafen verdolmetschte. Die Feierlichkeit begann im alten Bethause, wo Herr. M.
Ehrlich, Rabbiner aus Rechnitz, rührende Abschiedsworte vom alten gewohnten
Bethause sprach. Sodann wurden die Thorarollen aus demselben herausgenommen
und unter dem Baldachin von den anwesenden Rabbinern in den neuen Tempel
getragen. Es war ein imposanter Zug, an welchem sich alle Konfessionen beteiligten
und die ausgerückte Feuerwehr bildete Spalier zu beiden Seiten. Als der Zug sich in
Bewegung setzte, erdröhnten Pöllerschüsse. Voran schritten weißgekleidete Mädchen,
die Psalmen sangen. Als der Zug beim neuen Tempel anlangte, wurde der vergoldete
Schlüssel von einem Mädchen dem Vertreter des Grafen überreicht, der denselben mit
herzlichen Worten übernahm und den Tempel an die Gemeinde übergab. Beim
Eintritte in das schöne Gotteshaus stimmte Herr Kantor Leopold Hochfelder unter
Assistenz des Chores das Ma tauwoh an. Nach dem Einheben der Thorarollen in die
heilige Lade bestieg Herr Rabbiner Felix Blau aus Schlaining die Kanzel und hielt eine
schöne Einweihungsrede, worauf er das Ner Tomid [Ewiges Licht] anzündete und die
übliche
Schehechejonu-Bendiktion
sprach.
Hierauf
folgte
eine
großangelegte
Einweihungsrede des Herrn Rabbiners Dr. Bela Bernstein aus Steinamanger, die auch
auf die Nichtjuden starken Eindruck machte. Es wurden noch mehrere Psalmen
gesungen und das Minchagebet verrichtet, womit die erhebende Feier zu Ende war.
Nach der Einweihung fand ein Bankett zu 100 Gedecken statt, an welchem sich der
Vertreter des Grafen und die Intelligenz des Ortes ohne Unterschied der Konfession
beteiligten. […] Beim Abschiede von dem gelungenen Feste nahm jeder das
erhebende Bewußtsein mit, daß in diesem Orte ein ungetrübtes friedliches
15
Einvernehmen unter den Konfessionen herrscht, was in der gegenwärtigen Zeit der
Gehässigkeit und Verhetzung besonders wohl tut.“ 37
Die letzten Worte dieses Artikels verdeutlichen die liberale Einstellung der
jüdischen Gesellschaft von Oberwart/Felsőőr und welche besondere Akzeptanz
sie in der restlichen Gemeinde hatte. Was sich allerdings spätestens nach dem
„Anschluss“ 1938 ändern sollte.
„Im April 1938 wurde vom Bürgermeisteramt Herrn Julius Schwarz, Schriftführer der
Kultusgemeinde,
der
Auftrag
erteilt,
das
Tempelgebäude
zu
räumen.
Das
Tempelgebäude in Oberwart wird dzt. als Feuerrequisitenhaus benützt, das
Wohngebäude in Oberwart vom Kommandaten der dortigen Feuerwehr bewohnt.“ 38
Das Inventar an Ritualgegenständen (14 Thorarollen) wurde von der
Israelitischen Kultusgemeinde Wien in Verwahrung genommen und vermutlich
nach Wien gebracht. Im Juni 1939 wurde vom Stab des Reichskommissars für
die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich an die
Aufbaufonds Vermögenverwaltungs GmbH in Wien berichtet, dass die
Synagoge für die Kreisfeuerwehr umgebaut wurde. Ab 1940 wurde das
Gebäude von der Feuerwehr als Gerätehaus und Feuerwachraum genutzt,
sowie eine Klasse der kaufmännischen Handelsschule die Räumlichkeiten
nutzen konnte. 39
Abb.6: Feuerwehrhaus, ehem.
Synagoge von Oberwart/Felsőőr,
undatiert (Nach 1989 da die
Gedenktafel angebracht ist)
37
38
N.N., Tempeleinweihung. In: Die Wahrheit, 18.11.1904, p.10
Vermögensanmeldungen, Simon Weber, Wien, o.D. A / VIE / IKG / I-III / IKG / Oberwart / 1 /
4.
39
MINDLER, Grenz-Setzungen im Zusammenleben, p.113
16
Mit dem Kaufvertrag vom 24. Juli 1940 gehen der Tempel und alle anderen
Liegenschaften der israelitischen Kultusgemeinde Oberwart/Felsőőr (vertreten
durch den Leiter der IKG Wien, Dr. Josef Israel Löwenherz) in den Besitz der
Stadtgemeinde Oberwart (vertreten durch Bürgermeister Franz Weisch) über. 40
Am 29. Mai 1946 bestätigt der Bürgermeister von Oberwart/Felsőőr die
Enteignung in einem Schreiben an die Israelitische Kultusgemeinde Wien. 41
„Im Jahre 1953 wurde die ehemalige Synagoge samt dem angrenzenden
Wohngebäude für Zwecke der Stadtfeuerwehr von der israelitischen Kultusgemeinde
käuflich erworben.“ 42
In der „Chronik der Stadtfeuerwehr Oberwart“ wird die Enteignung allerdings
nicht thematisiert und es entsteht der Eindruck, dass die selbstverständliche
Umfunktionierung auch noch mit mühevollen baulichen Maßnahmen einherging.
„[…] die bereits zur Stadtfeuerwehr avancierte Löschmannschaft übersiedelte im Jahre
1939 in die Ambrosigasse Nr. 11. Dieses Gebäude war ursprünglich das Bethaus der
israelischen Kultusgemeinde. Es musste erst durch umfangreiche Baumaßnahmen
zum
Feuerwehrhaus
umfunktioniert
werden.
So
mussten
zuerst
die
Tore
herausgebrochen und für den Lehrsaal eine Decke eingezogen werden.“ 43
Im Jahr 1989 wurde eine Gedenktafel an den Leidensweg der „ehemaligen
jüdischen Mitbürger“, auf Initiative der Israelitischen Kultusgemeinde Graz, am
Gebäude angebracht. 44
Abb. 7: Gedenktafel an der
Fassade der ehem. Synagoge in
Oberwart/Felsőőr, 2014
40
Kaufvertrag, Wien, 27.7.1940 A / VIE / IKG / I-III / IKG / Oberwart / 1 / 4.
Bürgermeister von Oberwart/Felsőőr an IKG Wien, Oberwart/Felsőőr, 29.5.1946 A / VIE / IKG
/ I-III / IKG / Oberwart / 1 / 5.
42
KAPAI Ernst, Drei Jahrzehnte Kommunalpolitik in Oberwart 1945-1975. In: Die Obere Wart.
Festschrift zum Gedenken an die Wiedererrichtung der Oberen Wart im Jahre 1327. Oberwart
1977, p.279-286, hier: p.280.
43
N.N., Die Feuerwehrhäuser der FF Oberwart. http://www.feuerwehroberwart.at/downloads/geschichte/allgemein/Download/Geschichte_der_FF_Oberwart.pdf,
Zugriff: 19.04.2015
44
HÖRZ, Jüdische Kultur im Burgenland, p.402
41
17
Eine tatsächliche Zerstörung des Bethauses durch die Nationalsozialisten fand
nicht statt, denn das Gebäude wurde zweckentfremdet und baulich adaptiert,
woraus die Gemeinde einen Nutzen zog und dies in gewisser Weise auch heute
noch der Fall ist. Die Gedenktafel ist heute an der süd-westlichen Fassade
montiert.
Die letzten Umbaumaßnahmen des Gebäudes wurden im Jahr 1996 durch den
Gemeinderat beschlossen. Für die Zentralmusikschule Oberwart soll das
Gebäude adaptiert werden und das Platzproblem durch einen Umzug lösen. 45
Die Planung übernahm der ortsansässige Arch. DI Walter Neubauer, welche
folgende bauliche Maßnahmen vorsah:
„[…] Das vorliegende Projekt sieht nun die Entfernung des Schlauchturmes und die
Sichtbarmachung des historischen Kubus vor, an der Nordostseite wird ein Zubau
errichtet, welcher den Saal für die Zentralmusikschule aufnehmen soll. Der vorgelegte
Entwurf versucht an den Langseiten durch vertikale Lichtbänder die ursprüngliche
Rythmisierung wieder aufzunehmen, sowie auch den Synagogeneingang mit der
darüber liegenden Rosette, welche in den Rohbaumaßen noch vorhanden sind, wieder
aufzunehmen. Hierbei wären auch die entsprechenden Details abzustimmen.“ 46
Abb. 8: „Färbelung Entwurf“ der
Zentralmusikschule
in Oberwart/Felsőőr von Arch. DI
Walter Neubauer, undatiert
Am 3.Oktober 1997 wurde das Gebäude, mit der Nutzung als Musikschule,
eröffnet.45 Bei den Umbauarbeiten sollen Deckengemälde entdeckt worden
45
N.N., Die Geschichte der Zentralmusikschule Oberwart. http://zentralmusikschuleoberwart.com/geschichte/, Zugriff: 21.04.2015
46
Dokument des Bundesdenkmalamts, Wien, 5.7.1996 Bundesdenkmalamt,
Landeskonservatorat für Burgenland
18
sein, welche freigelegt werden sollen, „wenn die Gemeinde einmal sehr viel
Geld“ haben sollte, was wohl nie passieren wird. 47
3.2 Die städtebauliche Situation
Das Gebäude der ehemaligen Synagoge in Oberwart/Felsőőr befindet sich nur
etwa 250 Meter Luftlinie, vom Hauptplatz der Gemeinde entfernt. Das
Grundstück war in der Tempelgasse (heute Ambrosigasse 11) gelegen, welche
in den Wehoferbach mündete (dieser ist heute größtenteils verbaut). Auf der
Liegenschaft der Kultusgemeinde, nicht direkt anschließend, sondern durch
einen Hof getrennt, befand sich das Rabbinatshaus.
befanden
sich
eine
Holzhütte
für
In dem selbigen Hof
Geflügelschlachtung,
Klosetts,
eine
Holzkammer und ein Brunnen. 48
Abb. 9:
Fortführungsmappe
(Katastralmappe) des
Grundstücks der IKG
Oberwart/Felsőőr (rote
Markierung) und dessen
Umgebung, 1928
47
48
HÖRZ, Jüdische Kultur im Burgenland, p.402
Vermögensanmeldungen, Simon Weber, Wien, o.D. A / VIE / IKG / I-III / IKG / Oberwart / 1 /
4.
19
Der straßenseitige Eingang der Synagoge befand sich an der nord-westlichen
Fassade und der Eingang der Frauen befand sich an der nord-östlichen Seite.
So wie die meisten Synagogen des Burgenlandes, war auch jene in
Oberwart/Felsőőr freistehend, was möglicherweise darauf zurückzuführen ist,
dass es kein eigenes „Judenviertel“ in der Gemeinde gab oder dass der Tempel
der neologen jüdischen Gemeinde im Vergleich zu anderen burgenländischen
Synagogen verhältnismäßig spät errichtet wurde.
Abb. 10: Ansicht von Oberwart/Felsőőr, 1937
Wie in der Abbildung 10 ersichtlich, befand sich das Gebäude inmitten dreier
Kirchen: der römisch katholischen, der evangelischen H.B. (reformierten) und
der evangelischen A.B. (v.l.n.r.). Dieses Motiv wurde um 1930 sehr oft für die
Erstellung von Ansichtskarten ausgewählt, möglicherweise um die Eintracht der
Glaubensrichtungen und darunter auch jene der jüdischen Gemeinde, zu
zeigen.
20
3.3 Die Architektur des Tempels
Aufgrund der Tatsache, dass das Gebäude der ehemaligen Synagoge von
Oberwart/Felsőőr heute noch in Grundzügen erhalten ist, kann man die
architektonische Ausführung immer noch ablesen. Es handelte sich um einen
rechteckigen, einschiffigen Grundriss, mit einer Außenabmessung von etwa
7,90m x 16,35m. Das Satteldach wurde als dreifach stehender abgestrebter
Pfettendachstuhl ausgeführt und mündete in einer Firsthöhe von etwa 10,50m.
Gedeckt wurde das Dach mit roten Dachziegeln und bei den Wänden handelte
es sich um ein verputztes Ziegelmauerwerk.
Die seitlichen Fassaden wurden von jeweils drei hohen Rundbogenfenstern und
einem Rundfenster gegliedert. An der nord-östlichen Fassade befand sich eine
Rundbogentüre unter dem Rundfenster. An der süd-östlichen (rückwertigen)
Wand dürfte lediglich eine kreisrunde Öffnung ausgeführt worden sein, welche
in den Raum des Dachstuhls führte. Auf manchen Ansichtskarten ist eine
hervorstehende Umrandung der Fensteröffnungen (Fasche) zu erkennen.
Direkt unter der Traufe bildete ein Kranzgesims mit Hohlkehle den oberen
Abschluss der Außenwände. Ein umlaufender, etwa 70 cm hoher Sockel bildete
den unteren Abschluss des Gebäudes. Die straßenseitige Fassade dürfte
mittels
eines
Gurtgesimses,
über
der
Rundbogentüre
(Haupteingang),
gegliedert worden sein. Darüber befand sich des Weiteren ein großes
Rundfenster, welches von unverputzten Ziegelsteinen eingefasst war. Im
Giebeldreieck der Straßenfassade war eine schmale Rundbogenöffnung
eingelassen.
Auf
Zentralmusikschule
Fotografien
ist
zu
vom
erkennen,
Umbau
dass
die
des
Gebäudes
Hauptfassade
zur
mittels
Mauersprünge und Bogenfriese gegliedert wurde.
Die wohl auffälligste bauliche Ausführung des Tempels, welche das Gebäude
von der umliegenden Architektur unterscheidet, sind zwei Zwiebeltürmchen an
den Ecken der Eingangsfassade. Bis etwa einem halben Meter über der
Traufhöhe ragten quadratische Säulen und mündeten in die besagten
Türmchen.
21
Abb. 11: Ausschnitt einer
Postkarte von Oberwart/Felsőőr,
Kaufmann Julius Kohn, 1905
Über den Innenraum der Synagoge in Oberwart/Felsőőr können nur wenige
detaillierte Aussagen getroffen werden, da es keine Beschreibungen und nur
eine Fotografie, auf welcher der Innenraum ansatzweise zu sehen ist,
vorhanden sind. Des Weiteren ist die heutige Ausgestaltung im Inneren des
Gebäudes kaum mehr vergleichbar mit jener des originalen Entwurfs.
Die seitliche Eingangstüre verrät uns, dass im vorderen Viertel des Tempels ein
Aufgang zur Frauengalerie vorhanden war, wo sich auch ein Vorraum befand.
Die im Einreichplan, für den Umbau zur Zentralmusikschule, eingezeichneten
Mauerstücke im Vorraumbereich lassen vermuten, dass es einen Abstellraum
oder Garderobenraum gegenüberliegend der Treppe gab. Die Frauengalerie
umfasste den gesamten Raum in U-Form. Auch im Inneren bildeten Gesimse
einen oberen Abschluss der Wände und darüber wurde eine Hohlkehle
ausgeführt, welche in die Decke überleitete. Die Holzbankreihen im Erdgeschoß
wurden durch einen Mittelgang unterbrochen. Laut einer Auskunft von Benjamin
Heinrich,
dem
vormaligen
Vorstand
der
Israelitischen
Kultusgemeinde
Oberwart/Felsőőr beherbergte das Tempelgebäude ca. 120 Sitzplätze. 49
Der in die Wand eingelassene Thoraschrein befand sich auf einem Podest,
welches auf einem weiteren, über die gesamte Breite des Innenraums
gebauten, Podest stand. Eine Wandmalerei in Steinoptik zierte die süd-östlich
ausgerichtete Wand und vermutlich einen Teil der Seitenwände. Das Steinmotiv
49
Angaben von Benjamin Israel Heinrich, vormaliger Vorstand der IKG Oberwart. Aktennotiz,
IKG Wien, Rechtsbüro, 22.7.1940. A / VIE / IKG / I-III / IKG / Oberwart / 1 / 3.
22
könnte auf eine Anlehnung an das Aussehen der Klagemauer in Jerusalem
zurückzuführen sein.
Abb. 12: „Shavuot Feier in
Oberwart mit all den jüdischen
Kindern“, undatiert
3.3 Vergleichsobjekte
Aufgrund der Tatsache, dass das recherchierte Quellenmaterial für die virtuelle
Rekonstruktion der Synagoge in Oberwart/Felsőőr sehr beschränkt ist, müssen
Vergleichsobjekte herangezogen werden. Es wurde versucht jene Synagogen
der näheren Umgebung, mit einem annähernd gleichen Entstehungsjahr, einer
vergleichbaren
Größe
und
einem
ähnlichen
Baustil
zu
erforschen.
Nachstehende Objekte ermöglichten eine angemessene Interpretation der
ermittelten Unterlagen.
Abb. 13: Ehem. Synagoge in
Kobersdorf, 2006
Eckdaten der Synagoge in Kobersdorf:
Baujahr
1860
Größe
23m x 15m
23
1938-1945
Verwüstet
Heute
Wird restauriert 50
In einem Artikel der „jüdischen Kulturzeitschrift – David“ wird die Synagoge in
Oberwart/Felsőőr mit jener in Kobersdorf verglichen, welche dem Stil der NeoRenaissance zugeordnet wird. 51
Abb. 14: Synagoge in
Neunkirchen, 1946
Eckdaten der Synagoge in Neunkirchen:
Baujahr
1883
Größe
16m x 9m
1938-1945
Verwüstet, Lager für jüdische Zwangsarbeiter
Heute
1984 abgerissen, Außenmauern stehen als
Mahnmal
Obwohl sich die Gemeinde Neunkirchen in Niederösterreich befindet, hatte die
jüdische Gemeinde einen starken Bezug zum Burgenland, da sich in den
Sechzigerjahren des 19. Jahrhunderts viele Juden aus dem heutigen
Burgenland in Neunkirchen ansiedelten. Die Synagoge wurde nach dem Vorbild
des Kobersdorfer Tempels, im historistischen Stil, errichtet. 52
50
SHIRION, Gedenkbuch der Synagogen und jüdischen Gemeinden Österreichs, p.195
GENÉE, Die Juden des Burgenlandes und ihre Synagogen. In: David – Jüdische
Kulturzeitschrift, Dezember 1989, p.6-13, hier p.13
52
SHIRION, Gedenkbuch der Synagogen und jüdischen Gemeinden Österreichs, p.137
51
24
4. Die virtuelle Rekonstruktion
Um ein virtuelles Modell der Synagoge in Oberwart/Felsőőr erstellen zu können,
wurden grundsätzliche Informationen über das Gebäudes benötigt. Diese
Informationen konnten durch einen intensiven Rechercheprozess ermittelt
werden. Schlussendlich standen Planmaterialien, Fotografien und eine Analyse
und Vermessung des Gebäudes im heutigen Zustand, sowie textliche
Beschreibungen des Tempels zur Verfügung. In Folge wurde versucht, mit
jenen ermittelten Daten, eine angemessene Interpretation der Ausgestaltung
der Synagoge abzuleiten. Als Hilfestellung für diesen Prozess dienten die zuvor
beschriebenen Vergleichsobjekte.
Aufbauend
auf
diese
Arbeitsschritte
konnte
die
tatsächliche
virtuelle
Rekonstruktion, mit Hilfe von folgenden Programmen, begonnen werden:
ArchiCAD 18 der Firma Graphisoft für die Erstellung des 3D-Modells und
Artlantis Studio 5 ebenfalls der Firma Graphisoft zur Generierung von
Visualisierungen.
4.1 Recherche
Im Zuge einer Besichtigung der Stadt Oberwart/Felsőőr und des Gebäudes der
ehemaligen Synagoge wurde mit dem Bauamt der Stadtgemeinde Kontakt
aufgenommen und ermittelt, welche Unterlagen in Form von Plänen vorhanden
sind. Es stellte sich heraus, dass keine Pläne der Synagoge vorhanden sind, da
seinerzeit das Rathaus und sämtliche Unterlagen verbrannt wurden. Laut einem
historischen Abriss auf der Internetseite der Stadtgemeinde wurde das Rathaus
im Jahr 1945, vor der Besetzung der Stadt Oberwart/Felsőőr durch die Rote
Armee, angezündet. „Sozusagen im letzten Augenblick waren die letzten zivilen
Verwaltungsstellen evakuiert worden, vor ihrer Flucht vernichteten sie sämtliche
Papiere und zündeten dabei auch gleich das Rathaus an, das gänzlich
ausbrannte.“ 53
53
N.N., Stadt Oberwart – Geschichte.
http://www.oberwart.gv.at/index.php?option=com_content&task=view&id=59&Itemid=352,
Zugriff: 08.05.2015
25
Allerdings wurde vom Bauamt der Einreichplan zum Umbau des Gebäudes zur
Musikschule zur Verfügung gestellt, welcher, wie sich später herausstellte,
durch einen Auswechslungsplan ersetzt wurde. Des Weiteren wurden
Kontaktinformationen des planverfassenden Architekturbüros übermittelt.
Ein Gespräch mit Arch. DI. Walter Neubauer lieferte allerdings keine neuen
Informationen. In späterer Folge wurde Kontakt mit einem Mitarbeiter des
Architekturbüros aufgenommen, welcher Skizzen der Bestandsaufnahme des
Gebäudes vor dem Umbau zur Musikschule übermittelte.
Am Bezirksgericht Oberwart wurde die historische Grundbuchseintragung
eingesehen, diese verzeichnete allerdings nur den Kaufvertrag mit der
Einverleibung des Eigentumsrechts durch die Stadtgemeinde Oberwart und
eine Eintragung des Gebäudes als Feuerwehrlöschgerätehaus.
Im Burgenländischen Landesarchiv in Eisenstadt konnten die Arisierungsakten
begutachtet werden und es wurden Ansichtskarten übermittelt, auf welchen die
Synagoge zu erkennen ist.
Das Aufsuchen des Österreichischen Staatsarchives lieferte keine konkreten
Unterlagen betreffend der Synagoge, allerdings konnte Einsicht in die
Satzungen für die Israelitische Kultusgemeinde Oberwart genommen werden.
Durch eine Internetrecherche und dem Gespräch mit einer Verwandten des
Trafik-Besitzers, welcher oben erwähnte Ansichtskarten vertrieb, wurde mit
einer
Interessensgemeinschaft
Kontakt
aufgenommen,
welche
alte
Stadtansichten, Postkarten und Briefmarken sammelt und untereinander
austauscht. So wurden eine Aufnahme des Gebäudes während des Umbaus
zur Musikschule und eine Fotografie aus dem Jahr 1929, mit der Synagoge im
Hintergrund, übermittelt.
Die Internetrecherche verhalf auch zu dem Kontakt zu Dr. Ursula Mindler,
welche sich intensiv mit dem Thema der jüdischen Gemeinde von
Oberwart/Felsőőr beschäftigte. In ihren Büchern werden auch die Synagoge
und deren Werdegang beschrieben und sie übermittelte Zeitungsartikel der
„Oberwarther Sonntags-Zeitung“.
Die Onlinepräsenz aller Ausgaben der „jüdischen Kulturzeitschrift DAVID“, in
welchen die Themen „Juden im Burgenland und burgenländische Synagogen“
26
behandelt wurden, ermöglichten es einen Überblick über jene Thematiken zu
erhalten. Genaue Informationen über die Synagoge in Oberwart/Felsőőr waren
allerdings nicht enthalten.
Um einen Überblick über die Eingliederung des Tempels in das Stadtgefüge zu
erlangen, wurde das Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen sowohl in
Wien, als auch in Oberwart kontaktiert und es wurden die Urmappe aus dem
Jahr 1857 und die Fortführungsmappen aus den Jahren 1928 und 1934 zur
Verfügung gestellt. Mithilfe dieser Unterlagen konnten die umliegenden
Gebäude der Synagoge in abstrakter Form rekonstruiert werden.
Das Bundesdenkmalamt - Landeskonservatorat für Burgenland dokumentierte
den Umbau des Gebäudes zur Musikschule. Unter jenen Unterlagen befand
sich ein Auswechslungsplan des Architekturbüros, welcher den ausgeführten
Baumaßnahmen entspricht. Er enthält auch die Baubeschreibung und
Fotografien der Baustelle während der Umbaumaßnahmen.
Im Archiv der Israelitischen Kultusgemeinde Wien wurden die Akten, betreffend
die israelitische Kultusgemeinde Oberwart begutachtet, welche unter anderem
Vermögenswertaufstellungen,
Grundbuchsauszüge
und
den
Kaufvertrag
beinhalten.
Im Bildarchiv des Jüdischen Museums Wien konnten Fotografien aus den
1980er Jahren, mit dem Gebäude als Feuerwehrlöschgerätehaus, ausfindig
gemachten werden.
Das Fotoarchiv in Yad Vashem – The Holocaust Martyrs' and Heroes'
Remembrance Authority (Jerusalem, Israel) lieferte ein, für die Rekonstruktion
der
Synagoge
in
Oberwart/Felsőőr,
wichtiges
Quellenmaterial.
Eine
Innenaufnahme des Tempels, welche das Fotoarchiv in Yad Vashem von der
Tochter des ehem. Kantors, Michael Rosenberg erhielt.
27
4.2 Quellenmaterialien
Aufbauend auf die zuvor angeführten, recherchierten Unterlagen erfolgte eine
Analyse und Auswahl der, für den Prozess der virtuellen Rekonstruktion
dienlichen Quellenmaterialien. Neben den Unterlagen, welche einen Einblick in
das jüdische Leben in Oberwart/Felsőőr gewährten, konnten folgende
Planmaterialien, Fotografien und Bestandsaufnahmen eine angemessene
Rekonstruktion der Synagoge und deren Umgebung ermöglichen.
Abb. 15: Historischer Kataster –
Urmappe, Übersicht Oberwarth/
Felsőőr, 1857
Für die Darstellung der umliegenden Gebäude wurde die Urmappe aus dem
Jahr 1857 herangezogen und der in der Abb. 15, weiß markierte Auszug
benötigt. Dieser Ausschnitt wurde so eingegrenzt, dass die Kirchen der drei
unterschiedlichen Konfessionen enthalten sind und sich die Synagoge im
Mittelpunkt befindet.
28
Abb. 16: Historischer Kataster – Urmappe, Oberwarth/Felsőőr,
Ausschnitte der Blätter 11, 15 und 16, 1857
Da die Synagoge allerdings erst im Jahr 1904 erbaut wurde, ist sie im
historischen Kataster nicht eingetragen. Sie sollte in späterer Folge an der
Stelle der weißen Markierung, siehe Abb. 16, errichtet werden.
Um die Bauaktivitäten der auf das Jahr 1857 folgenden Jahre zu eruieren,
wurden die Fortführungsmappen aus den Jahren 1928 und 1934 herangezogen
(siehe Abb. 18). Diese Katasterpläne beinhalten allerdings nur einen
beschränken Ausschnitt um das Gebäude der Synagoge und so wurden
unterstützend Ansichtskarten der Stadt Oberwart/Felsőőr analysiert. Dabei war
vor allem eine kolorierte Aufnahme, etwa aus dem Jahr 1928 von Bedeutung,
welche die Stadt aus der Sicht vom Turm der katholischen Kirche zeigt.
Abb. 17:
Ansichtskarte
Oberwart/Felsőőr,
um 1928
29
Abb. 18: Fortführungsmappen, 1928 (rechts), 1934 (links)
Nachdem die Grundmauern des Gebäudes in der heutigen Form gleich der des
Tempels sind, konnten die Maße des Auswechslungsplanes und einer
Vermessung Vorort verwendet werden.
Abb. 19: Grundriss EG,
Auswechslungsplan
zur Errichtung einer
Zentralmusikschule,
1996
30
Abb. 20: Schnitt, Auswechslungsplan zur Errichtung einer
Zentralmusikschule, 1996
Für die Rekonstruktion des Dachstuhls wurden die Ergebnisse der Vermessung
des Gebäudes herangezogen.
Abb. 21: Dachstuhl der ehem.
Synagoge in Oberwart/Felsőőr,
2014
Wie das Synagogengebäude allerdings in seiner gesamten Erscheinung
ausgesehen hat, kann nur an den Darstellungen der Ansichtskarten abgelesen
werden. (siehe Abb. 22 und Abb. 23)
Um gewisse Maße und Details zu analysieren halfen Fotografien des Gebäudes
als
Feuerwehrlöschgerätehaus,
Aufnahmen
des
Umbaus
zur
Zentralmusikschule und die Begutachtung des Gebäudes in seiner heutigen
Gestalt.
31
Abb. 22: Ausschnitt einer
Abb. 23: Ausschnitt einer
Postkarte von
Ansichtskarte von Oberwart/Felsőőr,
Oberwart/Felsőőr, Kaufmann
1937
Julius Kohn, 1905
Abb. 24: Feuerwehrhaus,
Abb. 25: Feuerwehrhaus,
ehem. Synagoge von
ehem. Synagoge von
Oberwart/Felsőőr, 1996
Oberwart/Felsőőr, undatiert
Abb. 26 - 28: Umbau des Feuerwehrhauses zur Zentralmusikschule, 1996
32
Abb. 29: Zentralmusikschule,
Abb. 30: Zentralmusikschule,
ehem. Synagoge von
ehem. Synagoge von
Oberwart/Felsőőr, 2014
Oberwart/Felsőőr, 2012
Die einzige Aufnahme des Innenraumes scheint bei der ersten Betrachtung,
aufgrund der großen Personenzahl welche fotografiert wurde, nicht sehr
aufschlussreich zu sein. Allerdings konnten durch eine Fotobearbeitung und
einer genauen Analyse folgende Informationen abgelesen werden:
Abb. 31: „Shavuot Feier in Oberwart mit all den jüdischen Kindern“,
Analyse der Innenaufnahme, undatiert
33
#1
Die Frauengalerie verlief an den Seiten bis nach vorne zur süd-östlichen
Außenwand.
#2
Die Form und Ausgestaltung der Bänke ist zu erkennen und ermöglicht
eine Rekonstruktion.
#3
An den seitlichen Wänden im vorderen Bereich waren ebenfalls Bänke
positioniert.
#4
Die dunkle Farbe des Fußbodens lässt vermuten, dass es sich um einen
Holzbelag handelte, was in der Synagoge in Kobersdorf auch zugetroffen
haben dürfte. (In den Bestandsplänen der Kobersdorfer Synagoge ist ein
Holzbohlenbelag eingetragen.) Ein heller Bereich direkt über dem Boden
weist auf einen Sockel hin, auf welchem die Kinder der dritten Reihe von
vorne stehen.
#5
An der Vorderkante des Sockels war ein Holzgeländer, mit einem
Handlauf montiert.
#6
Auf der Fotografie ist ein Teil des Musters des Thoravorhangs
(„Parochet“) zu erkenne. Vor dem Vorhang hängte das Ewige Licht („Ner
Tamid“). Der Thoraschrein selbst ist nicht sichtbar.
#7
Zwei Thorarollen werden von den Kindern gehalten.
#8
Rechts neben dem Thoraschrein befand sich eine Uhr.
Des Weiteren ist die Bemalung der süd-östlichen Wand mit einem Steinmuster
zu erkennen. Aufgrund der Aufstellung der Kinder kann darauf geschlossen
werden, dass sich der Thoraschrein auf einem weiteren Podest befand, da die
hintersten Personenreihen erhöht standen.
Da das Quellenmaterial der Synagoge in Kobersdorf sehr aufschlussreich und
vielfältig war, wurde dieses für die Rekonstruktion einiger Details der Synagoge
herangezogen. Von Bedeutung waren in diesem Fall weniger die Grundrisse
und Schnitte der Bestandspläne aus dem Jahr 1977, sondern die Detailpläne
der Tischlerarbeiten für die Eingangstüre und die Ausgestaltung der Fenster.
Fotografien jener Details unterstützten den Prozess der Rekonstruktion.
Auch ein, für die Gestaltung des Innenraums wichtiges Detail, wurde in seiner
Ausformung der Synagoge in Kobersdorf nachempfunden, nämlich der
34
Kronleuchter, welcher durch Innenaufnahmen der Synagoge rekonstruierbar
wurde.
Abb. 32: Detailplan Türe, Synagoge
Abb. 33: Aufnahme
Kobersdorf, 1977
der Türe, Synagoge
Kobersdorf, 1984
Abb. 34: Detailplan Fenster,
Abb. 35: Aufnahme
Synagoge Kobersdorf, 1977
eines Fensters,
Synagoge Kobersdorf,
2007
35
Abb. 36: Detailplan Rosettenfenster,
Abb. 37: Aufnahme
Synagoge Kobersdorf, 1977
eines Rosettenfensters,
Synagoge Kobersdorf,
2007
Abb. 38: Innenaufnahme der
Synagoge Kobersdorf, undatiert
36
Das Quellenmaterial der Synagoge in Neunkirchen beschränkte sich auf
Fotografien vor (siehe Abb. 14) und während des Abbruches des Gebäudes.
Abb. 39: Abbruch der Synagoge
Abb. 40: Abbruch der Synagoge
Neunkirchen, 1984
Neunkirchen, 1984
37
4.3 Arbeitsprozess
Die Vorgangsweise im Prozess der virtuellen Rekonstruktion einer Synagoge
oder auch anderer Gebäude, hängt vor allem von den vorhandenen Unterlagen
und Materialien ab. Im durchaus ungewöhnlichen Fall der Synagoge in
Oberwart/Felsőőr war die Tatsache, dass das Gebäude in Grundzügen nach
wie vor erhalten ist ausschlaggebend dafür, eine Herangehensweise zu
entwickeln, welche sich auf diese Tatsache stützt. Konkret bedeutet dies, dass
die Vermessung und Analyse des Bestandes grundlegend für die virtuelle
Rekonstruktion war. Allerdings wären diese Prozesse nicht von so großer
Bedeutung gewesen, wenn Planunterlagen der Synagoge vorhanden gewesen
wären.
Aufgrund der mehrmaligen Umbauten des Gebäudes können heute aber nur
wenige Schlüsse auf das tatsächliche Aussehen des Tempels gezogen werden,
was dazu führte, dass eine Interpretation anhand von Fotografien und
Vergleichsobjekten notwendig wurde.
Durch diese Vorgehensweise wurde versucht eine digitale Nachbildung der
Synagoge in Oberwart/Felsőőr anzufertigen, welche durch nachvollziehbare
Vergleiche und Annahmen, dem tatsächlichen Aussehen des Gebäudes
entspricht.
Die
folgenden
Darstellungen
sollen
nachvollziehbarer Weise erläutern.
38
die Herleitung einiger
Details
in
Abb. 41: Analyse – Grundriss Erdgeschoss
Hinter dem Thoraschrein dürfte sich eine Wandnische befunden haben, welche
erst mit dem Umbau zur Zentralmusikschule verschlossen wurde. Ob sich die
Ausgestaltung des Stiegenhauses, vor der Umfunktionierung des Gebäudes
zum Feuerwehrlöschgerätehaus von jener danach wesentlich unterschieden
hat, konnte nicht eruiert werden. Die Öffnung der Eingangstüre wurde im Zuge
des ersten Umbaus verschlossen und davor ein Holzturm zum Aufhängen und
Trocknen der Feuerwehrschläuche errichtet.
39
Abb. 42: Analyse – Grundriss Empore
Im vorderen Drittel der nordöstlichen Wand gab es im Inneren einen
Wandsprung, welchem das Gesimse und die Hohlkehle an der Decke folgten.
Jene beiden Gestaltungselemente sind heute noch erhalten. Ebenso die
Öffnung des Rundfensters, sie dürfte ähnlich der originalen Ausführung sein.
40
Abb. 43: Analyse – Ansicht Eingangsfassade
Im Zuge des Umbaus zur Zentralmusikschule wurde die Fassade der originalen
Ausgestaltung nachempfunden. Dies geschah vermutlich durch Studien der
Überreste, welche sich hinter dem Holzturm befanden. Dieses Quellenmaterial
wurde ebenfalls im Prozess der virtuellen Rekonstruktion herangezogen.
41
Die Zwiebeltürmchen konnten nur anhand der Aufnahme von 1904 rekonstruiert
werden. Da über die Beschaffenheit der Fenster und Türen keine Informationen
aufgetrieben werden konnten, wurden die Details der Synagoge in Kobersdorf
adaptiert.
Abb. 44: Analyse – Schnitt
Der Dachstuhl des heutigen Gebäudes ist noch jener aus der Zeit der
Errichtung der Synagoge. Dieser wurde vermessen und analysiert. Sowohl die
Form des Gesimses an der Fassade, als auch jene der Gesimse im Inneren
sind nach wie vor erhalten. Ein Holzabschluss bildete eine Umrandung der
Galerie und konnte anhand der Innenaufnahme rekonstruiert werden. Wie die
42
Ausgestaltung der Fensteröffnungen im Inneren ausgesehen hat, kann nicht mit
Sicherheit gesagt werden, allerdings lässt eine Aufnahme während dem Umbau
des Gebäudes zur Zentralmusikschule eine Interpretation zu.
Abb. 45: Analyse – Ansicht Nord-Ost-Fassade
Die ungefähre Höhe und Tiefe des Sockels an den Außenfassaden konnte
durch die erhaltenen Reste festgestellt werden. Eine Ansichtskartenaufnahme
bestätigt die Annahme, dass es Faschen um die Fenster- und Türöffnungen als
Fassadengestaltung gab. Einheitlich wurden für die Rekonstruktion der Fenster
und Türen die Details der Synagoge in Kobersdorf herangezogen.
Aufbauend
auf
diesen
Analysen
und
Entscheidungen
bezüglich
der
Vergleichsobjekte konnte mit der Erstellung des dreidimensionalen Modells
begonnen werden.
43
Die Gebäudeabmessungen
Da die Abmessungen der Grundmauern sowohl in den Einreichplänen zum
Umbau zur Zentralmusikschule, als auch durch die Bestandsaufnahme und
Vermessung gegeben waren, konnten diese laut jenen Unterlagen erstellt
werden.
Bei der Geschoßhöhenermittlung wurde die Bestandsaufnahme aus dem Jahr
1996 herangezogen, wobei beim Umbau zum Feuerwehrlöschgerätehaus eine
durchgehende Decke eingezogen wurde und diese nicht mit Gewissheit
dieselbe Höhe der ursprünglichen Decke hatte. Daher wurde zur Überprüfung
eine Analyse des Innenraumfotos der Synagoge durchgeführt:
Abb. 46: Analyse – Innenraumfoto
Durch die Ermittlung des Fluchtpunktes der Aufnahme konnte der Boden und
die Galerie ergänzt werden und so wurde die Raumhöhe ermittelt. Die
Deckenstärke der Empore wurde mit 25cm festgelegt. Dies ist ein Maß,
welches bei der Synagoge in Kobersdorf vorzufinden war und auch in etwa am
Innenraumfoto abzulesen ist. Des Weiteren wurde die Abmessung des
Luftraums abgeleitet. Der oberste Abschluss des Innenraumes ist heute noch
erhalten und die Höhe konnte durch die Vermessung festgestellt werden.
44
Die Dachkonstruktion
Ebenfalls im Bestand ablesbar war die Konstruktion des Dachstuhls. Nach der
Vermessung konnten Grundriss und Schnitte angefertigt werden, um auf deren
Basis das dreidimensionale Modell aufzubauen. Beim dreifach stehenden
abgestrebten Pfettendachstuhl wird der Pfosten unter der Firstpfette abgestrebt,
um so einen Hängepfosten zu erhalten, welcher einen begehbaren Dachraum
in der Mitte ermöglicht. Dies wurde ebenfalls durch die Abstrebung der
Mittelpfette ermöglicht. 54
Abb. 47: Schnitte und Grundriss der Dachkonstruktion
54
SCHMITT, Die Bauteile und das Baugefüge Grundlagen des heutigen Bauens, p.487
45
Abb. 48: Rekonstruktion des Dachstuhls
Die Fassaden
Die Rekonstruktion der straßenseitigen Fassade wurde zum Großteil auf einer
Fotografie aus dem Jahr 1996 gestützt. Es konnten folgende Details abgeleitet
werden:
Abb. 49: Rekonstruktion der Eingangsfassade
46
Die Kontur der repräsentativen Zwiebeltürmchen konnte nicht eindeutig
festgestellt werden, da die wenigen Aufnahmen die Synagoge nur sehr klein
zeigen und die Auflösung dementsprechend klein ist. Dennoch wurde eine
Interpretation anhand des vorhandenen Materials abgeleitet.
Die zwei
Türmchen dürften ident in Erscheinung getreten sein, lediglich der Sockel
wurde
unterschiedlich
ausgeführt.
[Nachdem
die
Materialität
der
Zwiebeltürmchen nicht eindeutig zuordenbar ist, wurde im Prozess der
Visualisierung eine dunkle Metalltextur zugewiesen. (Vergleichbar mit einer
angelaufenen
Bronze-
bzw.
Kupferlegierung.)
Die
Säule
unter
den
Zwiebeltürmchen zeigt sich lediglich in der Aufnahme aus dem Jahr 1905 mit
einer dunklen Materialität. Daher wurde in der Visualisierung eine weiße
Fassadenfarbe eingesetzt.]
Abb. 50: Rekonstruktion der Zwiebeltürmchen
Da die Gesimse im Traufenbereich an der Zentralmusikschule nach wie vor
ablesbar sind, konnten sie anhand der Einreichpläne aufgebaut werden. Die
genaue Ausformung vermittelte die Analyse des Bestandes.
Abb. 51: Rekonstruktion der Gesimse
47
Im Falle der Fensteröffnungen waren laut Bestand die Breite und Position
dieser gegeben, allerdings wurden die Höhen verändert. Diese wurden anhand
eines Rasters, welcher auf der Fotografie aus dem Jahr 1904 aufgetragen
wurde, ermittelt. Das Ergebnis wurde mit demselben Prozess, anhand anderer
Fotografien und Aufnahmen vom Umbau 1996, verglichen und bestätigt.
Abb. 52: Höhenermittlung Fensteröffnungen
Nachdem, aufgrund der fehlenden Unterlagen, keine Rekonstruktion der
Fenster und Türen der Synagoge in Oberwart/Felsőőr erstellt werden konnte,
wurde das Vergleichsobjekt Synagoge Kobersdorf herangezogen.
Abb. 53: Rekonstruktion der Fenster und Türen
48
Der Innenraum
Das Inventar und die Ausgestaltung des Betraumes konnte nur anhand der
einzigen
Innenaufnahme
der
Synagoge
und
dem
Vergleichsobjekt
in
Kobersdorf rekonstruiert werden. Doch nachdem durch die Analyse der
Aufnahme des Innenraumes einige Details festgestellt werden konnten, bilden
diese einen wichtigen Teil in der Modellierung des Tempels.
Durch Verzerren des Bildausschnittes mit den Sitzbänken konnte das seitliche
Profil dieser dargestellt werden. Daran anschließend wurde eine Sitzfläche und
eine Rücklehne mit Lesepult und Fach für Gebetsbücher modelliert. Was nicht
aus der Aufnahme hervorgeht ist, ob sich die Sitzbänke auf einer hölzernen
Erhöhung befunden haben. Da dies aber in den meisten Synagogen der Fall
war, wurde es in der Rekonstruktion so dargestellt.
Abb. 54: Rekonstruktion der Sitzbänke
Bei der Aufstellung der Sitzbänke waren lediglich die Abstände der ersten
Sitzreihen im Bereich des Mittelganges abzuschätzen. Bei der Anordnung
wurde allerdings auch auf die ungefähre Anzahl der Sitzplätze geachtet, denn
diese
belief
sich,
laut
dem
vormaligen
Vorstand
Kultusgemeinde Oberwart/Felsőőr, auf ca. 120 Plätze.
55
der
Israelitischen
So ergab sich in der
Rekonstruktion eine Aufstellungen mit 72 Sitzplätzen im Erdgeschoss und 52
Sitzplätzen auf der Empore.
55
Angaben von Benjamin Israel Heinrich, vormaliger Vorstand der IKG Oberwart. Aktennotiz,
IKG Wien, Rechtsbüro, 22.7.1940. A / VIE / IKG / I-III / IKG / Oberwart / 1 / 3.
49
Abb. 55: Sitzbankaufstellung, Links: Erdgeschoss, Rechts: Empore
Das Profil des Handlaufs der Brüstung ist auf der Fotografie zu erkennen,
allerding nicht der restliche Teil des Geländers. Im Modell wurde eine
Kassettierung eingefügt, da dieses Gestaltungs- und Konstruktionselement in
der Synagoge in Kobersdorf ausgeführt wurde.
Abb. 56: Rekonstruktion der Brüstung
50
Im Innenraum zwischen den Fenstern befinden sich, zum Teil auch noch heute
Gesimse. Sie bilden einen Übergang zur Hohlkehle, welche bis zur Decke
verläuft. Das Detail wurde Vorort vermessen und konnte so modelliert werden.
Abb. 57: Rekonstruktion der Gesimse Innen
Fehlende Unterlagen bezüglich Leuchtkörper im Betraum machten das
Heranziehen eines Vergleichsobjektes notwendig. Es wurde ein Leuchter (nicht
der Hauptleuchter) der Synagoge in Kobersdorf, mittels fotografischer Vorlage,
nachmodelliert.
Abb. 58: Rekonstruktion des Leuchters
51
Ein anderes wichtiges Gestaltungselement des Innraumes der Synagoge in
Oberwart/Felsőőr war die Bemalung der Wände in Stein- oder Marmoroptik.
Dieses Muster wurde mittels Fotobearbeitungsprogramm aus der Aufnahme
extrahiert und vervielfältigt. Dann wurde die Vervielfältigung so abgeändert,
dass insgesamt eine homogene und nicht repetitiv wirkende Gesamtoberfläche
entstand. So wurde ein Pattern mit ungefähr 40 Einzelteilen generiert, in
Graustufen abgewandelt und im Zuge des Visualisierungsprozesses auf die
Wand aufgetragen.
Abb. 59: Rekonstruktion der Wandbemalung
Der Thoravorhang wurde im dreidimensionalen Modell als eine dünne, leicht
gewellte Fläche erstellt, welche aber noch nicht den Informationsgehalt der
Fotografie beinhaltete. Um das Motiv des Vorhanges zu modellieren, wurden
zunächst die Umrisse des Musters, mittels CAD-Software mit Linien und
Splines,
nachgezeichnet.
Anschließend
wurden,
mittels
Fotobearbeitungsprogramm, diese Konturen färbig ausgefüllt und mit einer
Stofftextur versehen. Für die Farbe und Struktur des Samtes wurde von einer
Fotografie, eines Thoravorhanges das Motiv entfernt und hinter das
nachmodellierte Muster gelegt. Die Ergänzung der seitlichen und unteren
Sterne, sowie die Umrandung des Vorhanges und die Farbgebung sind reine
Interpretation des vorhandenen und recherchierten Materials. Der Schriftzug
über der Krone ist auf der Aufnahme ebenfalls nicht eindeutig zu erkennen.
Lediglich der Buchstabe ‫( ש‬hebräisch: Shin) ist lesbar. Allerdings wurde ein
ähnlicher Thoravorhang recherchiert, welcher diesen Buchstaben an etwa
derselben Stelle enthielt. Er ist Teil der Aufschrift:
52
Übersetzt: „Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, daß ich unter ihnen
wohne.“ 56 Dieselbe Aufschrift befindet sich über dem Haupteingang der großen
5F
Synagoge
in
Budapest
(in
der
Dohány-Straße),
möglicherweise
eine
Bestätigung der Interpretation der Aufschrift (Zugehörigkeit zu Ungarn). Die
beiden Lettern links und rechts neben der Krone sind ein häufig verwendetes
Motiv in der Gestaltung von Thoravorhängen. Der rechte, in der Fotografie
sichtbare Buchstabe ist ein: ‫( כ‬hebräisch: Kaph), der Anfangsbuchstabe des
Wortes Ketubim (Schriften). Ergänzend, links neben der Krone, befand sich der
Buchstabe: ‫( ת‬hebräisch: Taw), der Anfangsbuchstabe des Wortes Thora.
Abb. 60: Rekonstruktion des Thoravorhanges
Die Form und Ausgestaltung des Thoraschreins konnte nicht anhand der
Fotografie des Innenraumes abgelesen werden. Der Grund dafür sind die
aufgehängten Zweige, welche die Sicht auf den Thoraschrein versperren. Die
Aufnahme wurde im Zuge einer Schawuot Feier angefertigt. Schawuot, das
jüdische Wochenfest, ist eines der drei Wallfahrtsfeste und in seiner biblischen
Herkunft ein Erntefest. Es erinnert an die Offenbarung am Sinai, wo die zehn
Gebote empfangen wurden. Während dieses Festes besteht oft der Brauch das
Haus und die Synagoge mit frischem Grün zu schmücken. 57
56F
56
Lutherbibel 1912, 2.Mose 25:8
DIENEMANN Max, Schawuot. In: Jüdisches Fest / Jüdischer Brauch – Ein Sammelwerk.
1979, p.280-287
57
53
So wurde nur eine sehr abstrakte Darstellung des Thoraschreins gewählt,
welche sich auf eine Aufnahme der Synagoge in Neunkirchen bezieht. Die
ungefähre Breite des Schreins konnte der Innenraumfotografie entnommen
werden.
Abb. 61: Rekonstruktion des Thoraschreins
Über die Bima, dem Platz von dem aus die Thora verlesen wurde, ist nichts
Näheres bekannt. Vermutlich wurde das Pult, auf welchem die Thorarollen
aufgelegt wurden, zum Zwecke der Fotoaufnahme der Schawuot Feier zur
Seite geschoben. Es wurde somit auch eine abstrakte Darstellung dieses
Einrichtungsgegenstandes erstellt.
Abb. 62: Rekonstruktion eines Lesepults
54
Das Ewige Licht (Ner Tamid) hingegen ist ein Einrichtungselement, welches
sehr gut auf der Innenaufnahme zu erkennen ist. Dieses wurde durch eine
Analyse und Ermittlung der Kontur des Objektes nachmodelliert, sowie auch die
Aufhängung mittels Kette dargestellt wurde. Bis zu welcher Höhe die Kette
reichte und wie sie befestigt wurde ist nicht zu erkennen. Es wurde eine
abstrakte Form eines Hackens, welcher aus dem Thoraschrein ragt, gestaltet.
Abb. 63: Rekonstruktion des Ewigen Lichtes
55
Das Ergebnis der Modellierung der Elemente des Innenraumes zeigt eine
naheliegende Interpretation der vorhandenen Unterlagen. Es vermittelt so einen
Eindruck über die Gestaltung und Nutzung der Synagoge in Oberwart/Felsőőr.
Abb. 64: Visualisierung des Betraumes
56
Die Umgebung
Bei der Rekonstruktion der umliegenden Gebäude wurde ein Ausschnitt von
Oberwart/Felsőőr gewählt, welcher es ermöglichte die Stadtansicht der
zahlreichen Ansichtskarten nachzustellen. Zu diesem Zwecke wurde ein etwa
1km x 400m großer Bereich analysiert. Es wurde der historische Kataster als
Grundlage herangezogen und mittels Informationen aus Ansichtskarten
ergänzt. So konnte ein Schwarzplan mit eingetragenen Straßenzügen der
Umgebung erstellt werden. (siehe Abb. 64, Synagoge rot markiert, Kirchen blau
markiert)
Abb. 65: Schwarzplan von Oberwart/Felsőőr um 1928
Für die dreidimensionale Darstellung dieses Ausschnittes wurden die
Gebäudehöhen und Dachformen anhand der Darstellungen der Ansichtskarten
und Fotografien einzelner Straßenzüge ermittelt.
Im Falle von Oberwart/Felsőőr spielte das Gelände in der Erstellung des
Umgebungsmodells auch eine wichtige Rolle. Denn bei Annahme des Niveaus
der Synagoge auf ±0,00m, befindet sich die katholische Kirche (in Abb. 64 am
rechten Bildrand) auf einer Höhe von etwa +8,50m und die evangelische H.B.
(reformierte) Kirche (in Abb. 64 am linken Bildrand) auf einer Höhe von etwa
+1,50m. Diese Topografie erhält in einer Darstellung von einem Punkt hinter
der katholischen Kirche aus eine sichtbare Bedeutung.
Um das Gelände zu modellieren wurde die Software „SketchUp“ zur Hilfe
gezogen. Jenes Programm ermöglicht einen Import von „Kartendaten“ und
deren Geländeausformungen. Die so erhaltene Topografie, in Form einer
Fläche, wurde in das Programm ArchiCAD übertragen und bildete dort eine
Grundlage als Objekt. Die Fläche wurde in eine Freifläche gewandelt. Dieser
57
Vorgang ermöglichte es die Straßenzüge auszuschneiden, um ihnen eine
differenzierte Materialität zuordnen zu können. Den abstrakt modellierten
Umgebungsgebäuden musste ihr Ursprung auf der Höhe des jeweiligen
Geländes zugewiesen werden.
Die Modellierung der Umgebung im heutigen Zustand wurde anhand der
aktuellen
digitalen
Katastralmappe
durchgeführt
und
als
Schwarzplan
dargestellt. Es wurde ein kleinerer Ausschnitt gewählt, da im anschließenden
Prozess der Visualisierung die Darstellung der Synagoge im Mittelpunkt stand.
Abb. 66: Schwarzplan von Oberwart/Felsőőr 2015
Die dreidimensionale Erstellung der heutigen Umgebung erfolgte ebenfalls
mittels der importierten Topografie, der Modellierung der Gebäude und dem
Anlegen der Straßenzüge, wobei das Niveau der Straßen herabgesetzt wurde,
um eine Gehsteigkante zu generieren. Dies war im Falle des historischen
Umgebungsmodells nicht notwendig, da es zu jener Zeit laut Ansichtskarten
noch keine Gehsteige in diesem Sinne gab.
Das Ergebnis sind zwei virtuelle Umgebungsmodelle, welche den Kontext der
Synagoge und deren Standort im Stadtgefüge darstellt.
58
Abb. 67: Virtuelle Rekonstruktion der Umgebung um 1928
Abb. 68: Virtuelle Rekonstruktion der Umgebung 2015
59
60
4.4 Modellierung mittels ArchiCAD
Im folgenden Kapitel wird beschrieben, wie in der Erstellung des virtuellen
Modells mit der eingesetzten Software umgegangen wurde. Es wird im
Speziellen erläutert, welche Funktionen und Einstellungen angewandt wurden,
um ein gegliedertes und übersichtliches Arbeiten zu ermöglichen. Das
Programm ArchiCAD der Firma Graphisoft in der Version 18 (2014) kam zur
Anwendung und ermöglichte durch eine objektorientierte Arbeitsweise die
Modellierung der dreidimensionalen Rekonstruktion. Als Grundlage für die
Erstellung der räumlichen Abbildung dienten zuvor ausgearbeitete, digitale,
zweidimensionale Pläne.
Die in der Software ArchiCAD 18 vorhandene Einstellung der Gliederung des
Modells in Geschosse, ermöglicht eine Bearbeitung dieser und strukturiert die
Objekte in der vertikalen Richtung.
Eine weitere wichtige Funktion ist die Zuordnung der Elemente zu Ebenen
(Layer). Diese können ein- oder ausgeblendet werden, um sie so einzeln
bearbeiten zu können und das Gesamtmodell zu gliedern.
Die Erstellung von GDL-Objekten (Geometric Description Language) und deren
Zuordnung in der „Bibliothek“ ermöglichen einen effizienten Umgang mit diesen,
teils aufwendig konstruierten Objekten, wie zum Beispiel Einrichtungselemente
oder Fenster.
Die folgenden Beschreibungen und Darstellungen sollen die Vorgehensweisen
mit diesen Funktionen erklären und anhand von Beispielen einen Einblick in die
Arbeitsweise gewähren. So wird die Strukturierung des dreidimensionalen
Modells nachvollziehbar erläutert.
61
Die Geschosse
Im Modellierungsvorgang war die Geschosseinteilung, vor allem für die
Rekonstruierung der Decken, Einrichtungsgegenstände, Rundfenster und des
Dachstuhls und deren zugehörigen Referenzhöhen, von Bedeutung. Da sich die
Außenwände und Langfenster über zwei Geschosse erstrecken, wurden diese
in ihrer gesamten Höhe im Erdgeschoss erstellt und beziehen sich auf jenes
Niveau. Die Zuweisung der Elemente auf ein bestimmtes Geschoss zeichnet
sich ebenfalls im Grundriss ab, da sie nur auf dem zugewiesenen Geschoss
sichtbar werden.
Die
Geschosse
wurden
so
zugewiesen,
dass
ihre
Höhe
von
der
Fußbodenoberkante des einen, bis zu jener des darüber liegenden Geschosses
reicht. Als Ursprung und Nullpunkt wurde das Fußbodenniveau des Betraumes
gewählt und insgesamt erstreckt sich das virtuelle Modell der Synagoge in
Oberwart/Felsőőr über drei Geschosse.
Erdgeschoss:
von ±0,00 bis +3,40
Geschosshöhe: 3,40 m
Obergeschoss:
von +3,40 bis +6,89
Geschosshöhe: 3,49 m
Dachgeschoss:
von +6,89 bis +10,90
Geschosshöhe: 4,01 m
Abb. 69: Geschosse des ArchiCAD-Modells
62
Die Ebenen (Layer)
Die Ebenenstruktur der ArchiCAD Software ermöglicht das zielgerichtete
Arbeiten mit zugewiesenen Objekten. Sowohl das Ein- und Ausblenden der
Ebenen, als auch das Sperren dieser, bietet den Vorteil nur bestimmte Teile
des Modells zu bearbeiten.
Bei der Modellerstellung wurde keine voreingestellte Ebenenkombination
verwendet, sondern eine Struktur angelegt, welche auf die notwendige Anzahl
und Benennung der Ebenen Rücksicht nimmt. So wurden insgesamt 14 Ebenen
angelegt, wovon 12 auf den nachfolgenden Seiten dargestellt sind.
Auf der „07 Hilfsebene“ befinden sich Objekte, welche für die Modellierung der
Synagoge notwendig waren. Diese wurden allerdings in der dreidimensionalen
Darstellung
ausgeblendet.
Der
Ebene
„07
Zeichnung“
wurden
zweidimensionale Hilfslinien und Zeichnungen zugeordnet. Die ArchiCADEbene ist eine von der Software vorgegebene Ebene, welche allerdings mit
keinen Objekten belegt wurde.
Abb. 70: Verwendete Ebenen im ArchiCAD-Modell
63
01 Außenwände
01 Fassade
01 Innenwände
02 Decken
03 Dach
03 Dachkonstruktion
Abb. 71: Ebeneninhalte Nr. 01-03
64
04 Fenster/Türen
05 Einrichtung
05 Geländer
05 Treppe
06 Umgebung 1928
06 Umgebung Heute
Abb. 72: Ebeneninhalte Nr. 04-06
65
Die Objektbibliothek
Nach der Modellierung von Einrichtungsgegenständen, Fenstern oder Türen
mittels Morphs, Profilen und anderen Funktionen, können die fertiggestellten
Elemente als Objekte in der Bibliothek gespeichert werden. So können sie in
weiterer Folge leicht vervielfältigt, verschoben, aber auch bearbeitet werden.
Ein weiterer Vorteil der Verwendung von Bibliothekselementen ist die
Reduzierung der Datenmenge, da die Objekte in der Programmiersprache GDL
(Geometric Description Language) gesichert werden. Die in der Abbildung 72
dargestellten
Objekte
wurden
modelliert
abgespeichert.
Abb. 73: Objekte der Objektbibliothek
66
und
als
Bibliothekselemente
Der Profilmanager
Die Funktion des Profilmanagers wurde bei der Modellierung der Brüstungen,
Gesimse, Hohlkehlen, Bänke und anderer Elemente eingesetzt. Dieses Tool
ermöglicht es ein beliebig gestaltetes Profil entlang einer Wand, einem
Unterzug oder einer Säule zu extrudieren. Im Falle der Brüstung wurde der
Handlauf und der Sockel, bzw. der Galerieabschluss auf diese Weise
konstruiert. Die ebene Fläche dazwischen wurde als einfache Wand hergestellt,
von welcher in späterer Folge die Kassettierung abgezogen wurde.
Die im Profilmanager erstellten Elemente der Brüstung verhalten sich wie
Wandobjekte und werden so bei einem Verlauf über eine Ecke automatisch
verschnitten.
Abb. 74: Profil der Brüstung
Abb. 75: Brüstungsecke
67
Das Schalen-Werkzeug
Dieses Werkzeug kam sowohl in der Modellierung der Zwiebeltürmchen, als
auch bei Teilen des Leuchters und des Ewigen Lichtes zum Einsatz. Mit der
Funktion „Geometriemethode: Rotiert“ wird das zuvor ermittelte Profil um eine
Achse gedreht und ergibt so eine Rotationsfläche.
Abb. 76: Modellierung der Zwiebeltürmchen
Das Morph-Werkzeug
Um ein zuvor erstelltes Element frei modellieren zu können, kann dieses in ein
„Morph“ konvertiert werden. So setzt sich das Objekt aus Knotenpunkten,
Kanten und Flächen zusammen, welche beliebig verändert werden können.
Durch die Verschiebung dieser Eigenschaften ändert sich die Geometrie des
Morphelements. Das Werkzeug wurde zum Beispiel für die Erstellung der
Fensteröffnungen verwendet. Die abgeschrägte innere Fensterlaibung konnte
durch die Abänderung eines zuvor erstellten Wandprofils generiert werden.
Mittels dem „Solid Element-Befehl: Abzug“, wurde das Negativ der Öffnung aus
der Wand herausgeschnitten.
68
Abb. 77: Modellierung der Fensteröffnungen
Die Oberflächenmaterialien
Bei der Modellierung der Synagoge im Programm ArchiCAD war die Art der
Texturen nicht von Bedeutung, da die tatsächliche Materialbelegung in weiterer
Folge im Programm Artlantis durchgeführt wurde. Um allerdings die für die
Visualisierung
sichtbaren
Oberflächen
mit
unterschiedlichen
Materialien
belegen zu können, war es notwendig auch im Modellierungsprozess
verschiedene Oberflächen zuzuordnen. So musste schon in jenem Prozess
bedacht und entschieden werden, auf welchen Elementen sich unterschiedliche
Materialien zeigen sollten.
69
70
5. Visualisierung
Bevor der Prozess der Visualisierung gestartet werden konnte, musste das
gesamte dreidimensionale Modell in dem Programm ArchiCAD fertiggestellt
werden. So wurden noch Details, wie die Gehsteigkanten oder die
Straßenlaternen ergänzt und ergeben dadurch eine Komplettierung des
Erscheinungsbildes dieses Modells.
Wie in Kapitel 4.4 erläutert, war die Materialzuordnung bereits bei der
Modellierung von Bedeutung, allerdings spielte die Art der Materialien zu
diesem Zeitpunkt noch keine Rolle. Denn nach der Übertragung der Daten in
das Programm Artlantis besteht so die Möglichkeit, die unterschiedlichen
Materialien mit verschiedenen „Shaders“ zu texturieren. Die Layerzuordnung ist
hier ebenfalls relevant, da die Materialien nach der Oberflächentextur und dem
Layer strukturiert sind.
Für die Erstellung der Visualisierungen wurde das Rendering-Programm
Artlantis Studio 5 verwendet. Diese, für ArchitektInnen und DesignerInnen,
entwickelte Software bietet eine zuverlässige Voransicht während des
Prozesses der Materialbelegung und Bearbeitung. Die zusätzliche Funktion der
Anfertigung von „3D Panoramen“ ermöglicht eine virtuelle Begehung des
Modells.
Nach der Übertragung des dreidimensionalen Modells in das Programm
Artlantis wurden Einstellungen zur Belichtung vorgenommen. Des Weiteren
erfolgte eine Ergänzung der Umgebung mittels Bepflanzung. Bei der
Materialzuordnung
wurde
einerseits
auf
voreingestellte
„Shader“
zurückgegriffen, andererseits auch individuelle Texturen erstellt und bearbeitet.
Anschließend an den tatsächlichen Rendervorgang wurden die generierten
Darstellungen mittels Bildbearbeitungsprogramm verfeinert, um möglichst
realitätsnahe Details zu integrieren.
71
Die Texturen
Bei der Materialienauswahl wurden entweder programminterne „Shader“
verwendet, abgeändert und bearbeitet, oder eigene Texturen erstellt. Im Falle
des Holzbelags im Inneren des Betraumes wurde eine Abbildung eines
Holzbretterbodens dahingehend verändert, dass eine möglichst realistische
Darstellung in der Visualisierung erreicht wurde. Mittels einer sogenannten
Bump Map wurde der Abbildung eine Information über Erhebungen in der
Textur zugewiesen. Diese wurde dadurch im Rendervorgang miteinbezogen.
Abb. 78: links: Bump Map Holztextur, rechts: Rendering Holzbelag
Eine weitere Methode in der Erstellung einer Textur wurde im Falle des
Thoravorhanges angewandt (siehe Kaptiel 4.3 Arbeitsprozess/Der Innenraum).
Durch
das
Aufbringen
eines
einzelnen
Bildes
(ohne
automatische
Vervielfältigung) konnte ebenso der Ziegelkranz um das Rundfenster der
Straßenfassade erstellt werden. Eine zuvor erzeugte Abbildung der einzelnen
Ziegel wurde auf den Kranz aufgetragen und mittels Alpha-Kanal freigestellt. So
war es möglich eine Diversität der Ziegeltextur zu erzielen um einen
realistischen Eindruck zu erzeugen.
Abb. 79: Ziegelkranz – Textur, Alpha-Kanal, Rendering
72
Die Beleuchtung
Bei der Ausleuchtung des Modells wurde auf die Funktion „Heliodone“
zurückgegriffen. Diese ermöglicht, durch die Zuweisung eines Ortes, eine
Simulation des Sonnenstandes. Es wurden die Koordinaten der ehem.
Synagoge in Oberwart/Felsőőr eingegeben und die Nordausrichtung ergänzt.
Abb. 80: Screenshot: Projektposition – Heliodone, Artlantis Studio 5
Als Ergänzung zu der natürlichen Belichtung, wurden Lichtquellen in die
Straßenlaternen eingesetzt, um so eine Szenerie mit optimaler Ausleuchtung zu
erhalten. Nachdem Zeit-, Wolken- und Schatteneinstellungen vorgenommen
wurden, konnten Visualisierungen des Außenbereiches, mit der gewünschten
Beleuchtung, erstellt werden.
Im Innenraum wurden ebenfalls künstliche Lichtquellen in den Leuchter und das
Ewige Licht eingesetzt. Diese unterstützen das seitlich einfallende Sonnenlicht
und beleuchten den Betraum.
Die Visualisierungen
Die Abbildungen 81 und 82 zeigen das virtuelle Modell im Kontext der
historischen Umgebung und stellen den direkten Vergleich zu einem oft
verwendeten Ansichtskartenmotiv her.
In den Abbildungen 83 und 84 wird das Gebäude als Synagoge,
Feuerwehrlöschgerätehaus und Zentralmusikschule gezeigt und ermöglicht
einen direkten Vergleich. Des Weiteren werden die Umbaumaßnahmen und
Zubauten, welche in abstrakter Form dargestellt wurden, sichtbar.
Die Abbildungen 85 bis 88 zeigen die Synagoge in der heutigen Umgebung,
wobei das Rabbinatshaus in seiner ursprünglichen Form dargestellt wurde.
Die Visualisierungen des Innenraumes, sowie die Darstellungen der Grundrisse
und Schnitte, vermitteln einen Eindruck über den Betraum und zeigen die
Struktur des Gebäudes.
73
Abb. 81: Vergleich: Ansichtskarte aus dem Jahr 1932 – Visualisierung
74
Abb. 82: Visualisierung der Synagoge in ihrer Umgebung 1932
75
Abb. 83: Vergleich: Synagoge – Feuerwehrhaus – Musikschule
76
Abb. 84: Vergleich: Synagoge – Feuerwehrhaus – Musikschule
77
Abb. 85: Die Synagoge in der heutigen Umgebung, Blick aus Westen
Abb. 86: Die Synagoge in der heutigen Umgebung, Blick aus Norden
78
Abb. 87: Die Synagoge, Blick aus Westen
Abb. 88: Die Synagoge, Blick aus Norden
79
Abb. 89: Der Betraum
Abb. 90: Blick von der Galerie
80
Abb. 91: Der Grundriss, Erdgeschoss
81
Abb. 92: Der Grundriss, Obergeschoss
82
Abb. 93: Querschnitt
83
Abb. 94: Längsschnitt
84
6. Schlussfolgerung
Das Ergebnis des, von der Recherchearbeit bis zur Visualisierung reichenden
Prozesses,
ist
veranschaulicht
eine
das
Interpretation
Erscheinungsbild
der
ermittelten
des
Gebäudes
Unterlagen
der
und
ehemaligen
Synagoge in Oberwart/Felsőőr. Einige wenige Schlussfolgerungen für die
virtuelle Rekonstruktion konnten aus dem heute noch bestehenden und
genutzten Bauwerk gezogen werden. Allerdings wurde die detaillierte
Nachbildung der nicht mehr vorhandenen Strukturen durch den Mangel an
Planunterlagen und Fotografien wesentlich erschwert.
In der Modellierung des virtuellen Modells, mittels der CAD-Software ArchiCAD,
wurde auf alle ermittelten bzw. relevanten Unterlagen Bedacht genommen, um
so eine möglichst realistische und detailgetreue Abbildung des Tempels
darstellen zu können. Ebenso wurde im Visualisierungsprozess darauf
geachtet,
so
wenige
Einzelheiten
wie
möglich
auf
reine
Interpretationsgrundlagen zu stützen. Die so entstandenen Darstellungen
verdeutlichen die Relevanz einer intensiven
Grundlagenermittlung und
ermöglichen es die Synagoge von Oberwart/Felsőőr virtuell zu erleben.
Das
Gesamtprojekt
der
virtuellen
Rekonstruktionen
von
Synagogen
veranschaulicht, wie ein Teil eines nicht mehr vorhandenen historischen Gutes
wieder zum Leben erweckt werden kann. So wird an das jüdische Leben vor
dem Nationalsozialismus erinnert und ein Einblick in die Vergangenheit
gewährt.
Da diese Arbeit ein Teil des Projektes ist und in einer nachvollziehbaren und
dokumentierten Arbeitsweise vorgegangen wurde, ist das virtuelle Modell des
Tempels,
im
Falle
neuer
Erkenntnisse
oder
Unterlagen,
für
eine
Weiterbearbeitung geeignet.
Die stetige Erweiterung des Gesamtprojektes weist auf das wachsende
Interesse an diesem Thema hin, welches wünschenswerter Weise bestehen
bleibt und fortgeführt werden kann.
85
Literaturverzeichnis
BAUMGARTNER Gerhard, Geschichte der jüdischen Gemeinde zu Schlaining.
Österreichisches
Institut
für
Friedensforschung
und
Friedenserziehung.
Stadtschlaining 1988
GENÉE Pierre, Synagogen in Österreich. Löcker Verlag. Wien 1992
GOLD Hugo, Gedenkbuch der untergegangenen Judengemeinden des
Burgenlandes. Edition Olamenu. Tel Aviv 1970
HABRES Christof/REIS Elisabeth, Jüdisches Burgenland. Entdeckungsreise.
Metroverlag. Wien 2012
HÖRZ Peter F.N., Jüdische Kultur im Burgenland. Historische Fragmente –
volkskundliche Analysen (Veröffentlichungen des Instituts für Europäische
Ethnologie der Universität Wien 26). Wien 2005
KAPAI Ernst, Drei Jahrzehnte Kommunalpolitik in Oberwart 1945-1975. In: Die
Obere Wart. Festschrift zum Gedenken an die Wiedererrichtung der Oberen
Wart im Jahre 1327. Oberwart 1977, p.279-286
KRINSKY, Carol Herselle, Europas Synagogen. Architektur, Geschichte und
Bedeutung. Marixverlag. Wiesbaden 1997
MINDLER
Ursula,
Grenz-Setzungen
im
Zusammenleben.
Verortungen
jüdischer Geschichte in der ungarisch/österreichischen Provinz am Beispiel
Oberwart/Felsőőr (Schriften des Centrums für Jüdische Studien 20). Innsbruck
2011
MINDLER Ursula, Die jüdische Gemeinde von Oberwart/Felsőőr. edition lex
liszt 12. Oberwart 2013
SCHMITT Heinrich/HEENE Andreas, Hochbaukonstruktion: Die Bauteile und
das Baugefüge Grundlagen des heutigen Bauens. Springer Fachmedien.
Wiesbaden 1998
SCHWARZ
Hans-Peter/HAMMER-SCHENK
Synagoge. Klett-Cotta Verlag. Stuttgart 1988
86
Harold,
Die
Architektur
der
SHIRION Elisheva/Dr. MEIER SCHWARZ Synagogue Memorial (Hrsg.),
Gedenkbuch der Synagogen und jüdischen Gemeinden Österreichs (Ashkenaz
House Synagogue Memeorial). Horn 2012
THIEBERGER Friedrich (Hrsg.), Jüdisches Fest/Jüdischer Brauch. Ein
Sammelwerk. Jüdischer Verlag. Königstein/Ts. 1979
TSCHÖGL
Gert/TOBLER
Barbara/LANG
Alfred
(Hrsg.),
Vertrieben.
Erinnerungen burgenländischer Juden und Jüdinnen. Mandelbaum Verlag.
Wien 2004
Internetquellen
Geschichte
der
Stadt
Oberwart
auf
http://www.oberwart.gv.at/
[Zugriff:
08.05.2015]
Kobersdorf auf http://www.austriansynagogues.com [Zugriff: 10.03.2015]
Neunkirchen auf http://www.austriansynagogues.com [Zugriff: 10.03.2015]
Joseph P. Weber über die Zeit vom März bis November 1938 in Oberwart und
Wien auf https://vimeo.com/109899494 [Zugriff: 24.10.2014]
Jüdischer Friedhof auf http://www.waechter-oberwart.at/ [Zugriff: 20.10.2014]
Oberwart/Burgenland
(Österreich)
auf
http://www.xn--jdische-gemeinden-
22b.de/ [Zugriff: 26.04.2015]
Zeitschrift, Die Wahrheit auf http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/ [Zugriff:
30.10.2014]
DAVID,
Jüdische
Kulturzeitschrift
auf
http://www.davidkultur.at/
[Zugriff:
22.10.2014]
HP der Stadtfeuerwehr Oberwart. http://www.feuerwehr-oberwart.at/ [Zugriff:
19.04.2015]
HP der Zentralmusikschule Oberwart. http://zentralmusikschule-oberwart.com/
[Zugriff: 21.04.2015]
87
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1:
Rabbiner
Dr.
Oberwart/Felsőőr,
Felix
Blau
beim
Koscherstempeln
ca.
1920.
Quelle:
in
http://www.waechter-
oberwart.at/typo3temp/pics/119d817cda.jpg, Zugriff: 14.04.2015
Abb. 2:
Michael Rosenberg in Oberwart/Felsőőr, 1937. Quelle: Tiffany
Weber-Stahlbaum
Abb. 3:
Das Rabbinatshaus in Oberwart/Felsőőr, undatiert. (Ausschnitt
einer Ansichtskarte) Quelle: Burgenländisches Landesarchiv Fotosammlung
Abb. 4:
Jüdischer Friedhof in Oberwart/Felsőőr, 2014. Quelle: Simon
Hosemann
Abb. 5:
Programm
zur
Einweihung
der
Synagoge,
1904.
Quelle:
VIELMETTI Nikolaus, Die Juden in Oberwart. In: Die Obere Wart.
Festschrift zum Gedenken an die Wiedererrichtung der Oberen
Wart im Jahre 1327. Oberwart 1977, p.485-486, hier: p.485.
Abb. 6:
Feuerwehrhaus,
ehem.
Synagoge
von
Oberwart/Felsőőr,
undatiert. Quelle: Jüdisches Museum Wien – Bildarchiv
Abb. 7:
Gedenktafel
an
der
Fassade
der
ehem.
Synagoge
in
Oberwart/Felsőőr, 2014. Quelle: Simon Hosemann
Abb. 8:
Färbelung Entwurf der Zentralmusikschule in Oberwart/Felsőőr
von
Arch.
DI
Walter
Neubauer,
undatiert.
Quelle:
Bundesdenkmalamt, Landeskonservatorat für Burgenland
Abb. 9:
Fortführungsmappe (Katastralmappe) des Grundstücks der IKG
Oberwart/Felsőőr und dessen Umgebung, 1928. Quelle: BEV Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, Vermessungsamt
Oberwart
Abb. 10:
Ansicht von Oberwart/Felsőőr, 1937. Quelle: Burgenländisches
Landesarchiv – Fotosammlung
88
Abb. 11:
Ausschnitt einer Postkarte von Oberwart/Felsőőr, Kaufmann Julius
Kohn,
1905.
Quelle:
Burgenländisches
Landesarchiv
–
Fotosammlung
Abb. 12:
„Shavuot Feier in Oberwart mit all den jüdischen Kindern“,
undatiert. Quelle: Yad Vashem, The Holocaust Martyrs' and
Heroes' Remembrance Authority – Photo Archive
Abb. 13:
Ehem.
Synagoge
in
Kobersdorf,
2006.
Quelle:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/96/Kobersdorfehemalige-Synagoge-nah-(041006).gif, Zugriff: 26.04.2015
Abb. 14:
Synagoge in Neunkirchen, 1946. Quelle: http://www.xn--jdischegemeinden-22b.de/images/neunkirchen1.png, Zugriff: 26.04.2015
Abb. 15:
Historischer Kataster – Urmappe, Übersicht Oberwarth/Felsőőr,
1857. Quelle: Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen
Abb. 16:
Historischer Kataster – Urmappe, Oberwarth/Felsőőr, Ausschnitte
der Blätter 11, 15 und 16, 1857. Quelle: Bundesamt für Eich- und
Vermessungswesen
Abb. 17:
Ansichtskarte
Oberwart/Felsőőr,
um
1928.
Quelle:
Burgenländisches Landesarchiv – Fotosammlung
Abb. 18:
Fortführungsmappen,
1928
(rechts),
1934
(links).
Quelle:
Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen Vermessungsamt
Oberwart
Abb. 19:
Grundriss
EG,
Auswechslungsplan
Zentralmusikschule,
1996.
Quelle:
zur
Errichtung
einer
Bundesdenkmalamt
Landeskonservatorat für Burgenland
Abb. 20:
Schnitt,
Auswechslungsplan
Zentralmusikschule,
1996.
zur
Quelle:
Errichtung
einer
Bundesdenkmalamt
Landeskonservatorat für Burgenland
Abb. 21:
Dachstuhl der ehem. Synagoge in Oberwart/Felsőőr, 2014.
Quelle: Simon Hosemann
89
Abb. 22:
Ausschnitt einer Postkarte von Oberwart/Felsőőr, Kaufmann Julius
Kohn,
1905.
Quelle:
Burgenländisches
Landesarchiv
–
Fotosammlung
Abb. 23:
Ausschnitt einer Ansichtskarte von Oberwart/Felsőőr, 1937.
Quelle: Burgenländisches Landesarchiv – Fotosammlung
Abb. 24:
Feuerwehrhaus, ehem. Synagoge von Oberwart/Felsőőr, 1996.
Quelle: Bundesdenkmalamt Landeskonservatorat für Burgenland
Abb. 25:
Feuerwehrhaus,
ehem.
Synagoge
von
Oberwart/Felsőőr,
undatiert. Quelle: Jüdisches Museum Wien – Bildarchiv
Abb. 26:
Umbau des Feuerwehrhauses zur Zentralmusikschule, 1996.
Quelle: Bundesdenkmalamt Landeskonservatorat für Burgenland
Abb. 27:
Umbau des Feuerwehrhauses zur Zentralmusikschule, 1996.
Quelle: Bundesdenkmalamt Landeskonservatorat für Burgenland
Abb. 28:
Umbau des Feuerwehrhauses zur Zentralmusikschule, 1996.
Quelle: Christian Benedek
Abb. 29:
Zentralmusikschule, ehem. Synagoge von Oberwart/Felsőőr,
2014. Quelle: Simon Hosemann
Abb. 30:
Zentralmusikschule, ehem. Synagoge von Oberwart/Felsőőr,
2012. Quelle: Bob Martens
Abb. 31:
„Shavuot Feier in Oberwart mit all den jüdischen Kindern“, Analyse
der
Innenaufnahme,
undatiert.
Quelle:
Yad
Vashem,
The
Holocaust Martyrs' and Heroes' Remembrance Authority – Photo
Archive
Abb. 32:
Detailplan
Türe,
Synagoge
Kobersdorf,
1977.
Quelle:
Bundesdenkmalamt Wien, Planarchiv, gez. Arch. DI Rudolf
Pamlitschka
Abb. 33:
Aufnahme der Türe, Synagoge Kobersdorf, 1984. Quelle: WelzKäsznar, Judith Susanna: Synagoge Kobersdorf: Revitalisierung.
Verbliebene Jüdische Geschichte im Burgenland, Diplomarbeit,
Wien 2008, p.108
90
Abb. 34:
Detailplan
Fenster,
Synagoge
Kobersdorf,
1977.
Quelle:
Bundesdenkmalamt Wien, Planarchiv, gez. Arch. DI Rudolf
Pamlitschka
Abb. 35:
Aufnahme eines Fensters, Synagoge Kobersdorf, 2007. Quelle:
Welz-Käsznar,
Judith
Susanna:
Synagoge
Kobersdorf:
Revitalisierung. Verbliebene Jüdische Geschichte im Burgenland,
Diplomarbeit, Wien 2008, p.107
Abb. 36:
Detailplan Rosettenfenster, Synagoge Kobersdorf, 1977. Quelle:
Bundesdenkmalamt Wien, Planarchiv, gez. Arch. DI Rudolf
Pamlitschka
Abb. 37:
Aufnahme eines Rosettenfensters, Synagoge Kobersdorf, 2007.
Quelle: Welz-Käsznar, Judith Susanna: Synagoge Kobersdorf:
Revitalisierung. Verbliebene Jüdische Geschichte im Burgenland,
Diplomarbeit, Wien 2008, p.107
Abb. 38:
Innenaufnahme der Synagoge
Kobersdorf, undatiert. Quelle:
http://magyarzsido.hu/images/zsinagogak/Kabold.jpg,
Zugriff:
10.05.2015
Abb. 39:
Abbruch der Synagoge Neunkirchen, 1984. Quelle: Bob Martens
Abb. 40:
Abbruch der Synagoge Neunkirchen, 1984. Quelle: Bob Martens
Abb. 41:
Analyse – Grundriss Erdgeschoss. Quelle: Links: Eigenbild;
Rechts: Bundesdenkmalamt Landeskonservatorat für Burgenland
Abb. 42:
Analyse – Grundriss Empore. Quelle: Links: Eigenbild; Rechts:
Bundesdenkmalamt Landeskonservatorat für Burgenland, Simon
Hosemann
Abb. 43:
Analyse
–
Ansicht
Eingangsfassade.
Quelle:
Links
oben:
Eigenbild; Rechts: Bundesdenkmalamt Landeskonservatorat für
Burgenland, Burgenländisches Landesarchiv – Fotosammlung,
Christian Benedek; Unten: Bundesdenkmalamt Wien, Planarchiv,
gez. Arch. DI Rudolf Pamlitschka
Abb. 44:
Analyse – Schnitt. Quelle: Links oben: Eigenbild; Links unten: Yad
Vashem, The Holocaust Martyrs' and Heroes' Remembrance
91
Authority – Photo Archive; Rechts unten: Bundesdenkmalamt
Landeskonservatorat für Burgenland; Sonstige: Simon Hosemann
Abb. 45:
Analyse – Ansicht Nord-Ost-Fassade. Quelle: Oben: Eigenbild;
Unten v.l.n.r.: Simon Hosemann, Burgenländisches Landesarchiv
– Fotosammlung, Bundesdenkmalamt Wien, Planarchiv, gez.
Arch. DI Rudolf Pamlitschka
Abb. 46:
Analyse – Innenraumfoto. Quelle: Yad Vashem, The Holocaust
Martyrs' and Heroes' Remembrance Authority – Photo Archive;
Eigenbild
Abb. 47:
Schnitte und Grundriss der Dachkonstruktion. Quelle: Eigenbild
Abb. 48:
Rekonstruktion des Dachstuhls. Quelle: Eigenbild
Abb. 49:
Rekonstruktion der Eingangsfassade. Quelle: Christian Benedek
Abb. 50:
Rekonstruktion der Zwiebeltürmchen. Quelle: Burgenländisches
Landesarchiv – Fotosammlung; Eigenbild
Abb. 51:
Rekonstruktion
der
Gesimse.
Quelle:
Bundesdenkmalamt
Landeskonservatorat für Burgenland; Eigenbild
Abb. 52:
Höhenermittlung Fensteröffnungen. Quelle: Bundesdenkmalamt
Landeskonservatorat für Burgenland; Eigenbild
Abb. 53:
Rekonstruktion
der
Fenster
und
Türen.
Quelle:
Bundesdenkmalamt Wien, Planarchiv, gez. Arch. DI Rudolf
Pamlitschka; Eigenbild
Abb. 54:
Rekonstruktion
der
Sitzbänke.
Quelle:
Yad
Vashem,
The
Holocaust Martyrs' and Heroes' Remembrance Authority – Photo
Archive; Eigenbild
Abb. 55:
Sitzbankaufstellung, Links: Erdgeschoss, Rechts: Empore. Quelle:
Eigenbild
Abb. 56:
Rekonstruktion der Brüstung. Quelle: Yad Vashem, The Holocaust
Martyrs' and Heroes' Remembrance Authority – Photo Archive;
Eigenbild
Abb. 57:
92
Rekonstruktion der Gesimse Innen. Quelle: Eigenbild
Abb. 58:
Rekonstruktion
des
Leuchters.
Quelle:
http://magyarzsido.hu/images/zsinagogak/Kabold.jpg,
Zugriff:
10.05.2015; Eigenbild
Abb. 59:
Rekonstruktion der Wandbemalung. Quelle: Yad Vashem, The
Holocaust Martyrs' and Heroes' Remembrance Authority – Photo
Archive; Eigenbild
Abb. 60:
Rekonstruktion des Thoravorhanges. Quelle: Yad Vashem, The
Holocaust Martyrs' and Heroes' Remembrance Authority – Photo
Archive; Eigenbild
Abb. 61:
Rekonstruktion des Thoraschreins. Quelle: Bob Martens; Eigenbild
Abb. 62:
Rekonstruktion eines Lesepults. Quelle: Eigenbild
Abb. 63:
Rekonstruktion des Ewigen Lichtes. Quelle: Yad Vashem, The
Holocaust Martyrs' and Heroes' Remembrance Authority – Photo
Archive; Eigenbild
Abb. 64:
Visualisierung des Schnittmodells. Quelle: Eigenbild
Abb. 65:
Schwarzplan von Oberwart/Felsőőr um 1928. Quelle: Eigenbild
Abb. 66:
Schwarzplan von Oberwart/Felsőőr 2015. Quelle: Eigenbild
Abb. 67:
Virtuelle Rekonstruktion der Umgebung um 1928. Quelle:
Eigenbild
Abb. 68:
Virtuelle Rekonstruktion der Umgebung 2015. Quelle: Eigenbild
Abb. 69:
Geschosse des ArchiCAD-Modells. Quelle: Eigenbild
Abb. 70:
Verwendete Ebenen im ArchiCAD-Modell. Quelle: Eigenbild
Abb. 71:
Ebeneninhalte Nr. 01-03. Quelle: Eigenbild
Abb. 72:
Ebeneninhalte Nr. 04-06. Quelle: Eigenbild
Abb. 73:
Objekte der Objektbibliothek. Quelle: Eigenbild
Abb. 74:
Profil der Brüstung. Quelle: Eigenbild
Abb. 75:
Brüstungsecke. Quelle: Eigenbild
Abb. 76:
Modellierung der Zwiebeltürmchen. Quelle: Eigenbild
93
Abb. 77:
Modellierung der Fensteröffnungen. Quelle: Eigenbild
Abb. 78:
links: Bump Map Holztextur, rechts: Rendering Holzbelag. Quelle:
Eigenbild
Abb. 79:
Ziegelkranz – Textur, Alpha-Kanal, Rendering. Quelle: Eigenbild
Abb. 80:
Screenshot: Projektposition – Heliodone, Artlantis Studio 5.
Quelle: Eigenbild
Abb. 81:
Vergleich: Ansichtskarte aus dem Jahr 1932 – Visualisierung.
Quelle: Burgenländisches Landesarchiv – Fotosammlung;
Eigenbild
Abb. 82:
Visualisierung der Synagoge in ihrer Umgebung 1932. Quelle:
Eigenbild
Abb. 83:
Vergleich: Synagoge – Feuerwehrhaus – Musikschule. Quelle:
Eigenbild
Abb. 84:
Vergleich: Synagoge – Feuerwehrhaus – Musikschule. Quelle:
Eigenbild
Abb. 85:
Die Synagoge in der heutigen Umgebung, Blick aus Westen.
Quelle: Eigenbild
Abb. 86:
Die Synagoge in der heutigen Umgebung, Blick aus Norden.
Quelle: Eigenbild
Abb. 87:
Die Synagoge, Blick aus Westen. Quelle: Eigenbild
Abb. 88:
Die Synagoge, Blick aus Norden. Quelle: Eigenbild
Abb. 89:
Der Betraum. Quelle: Eigenbild
Abb. 90:
Blick von der Galerie. Quelle: Eigenbild
Abb. 91:
Der Grundriss, Erdgeschoss. Quelle: Eigenbild
Abb. 92:
Der Grundriss, Obergeschoss. Quelle: Eigenbild
Abb. 93:
Querschnitt. Quelle: Eigenbild
Abb. 94:
Längsschnitt. Quelle: Eigenbild
94
Anhang
Pläne
Grundriss Erdgeschoss, Auswechslungsplan zur Errichtung einer
Zentralmusikschule, 1996. Quelle: Bundesdenkmalamt Landeskonservatorat für
Burgenland
95
Grundriss Obergeschoss, Auswechslungsplan zur Errichtung einer
Zentralmusikschule, 1996. Quelle: Bundesdenkmalamt Landeskonservatorat für
Burgenland
96
Grundriss Dachgeschoss, Auswechslungsplan zur Errichtung einer
Zentralmusikschule, 1996. Quelle: Bundesdenkmalamt Landeskonservatorat für
Burgenland
97
Lageplan, Auswechslungsplan zur Errichtung einer Zentralmusikschule, 1996.
Quelle: Bundesdenkmalamt Landeskonservatorat für Burgenland
Schnitt, Auswechslungsplan zur Errichtung einer Zentralmusikschule, 1996.
Quelle: Bundesdenkmalamt Landeskonservatorat für Burgenland
98
Nordwestansicht, Auswechslungsplan zur Errichtung einer Zentralmusikschule,
1996. Quelle: Bundesdenkmalamt Landeskonservatorat für Burgenland
Südwestansicht, Auswechslungsplan zur Errichtung einer Zentralmusikschule,
1996. Quelle: Bundesdenkmalamt Landeskonservatorat für Burgenland
Südostansicht, Auswechslungsplan zur Errichtung einer Zentralmusikschule,
1996. Quelle: Bundesdenkmalamt Landeskonservatorat für Burgenland
99
Grundriss Erdgeschoss, Bestandsaufnahme 1996. Quelle: DI Drazen Pletikapic
100
Grundriss Obergeschoss, Bestandsaufnahme 1996. Quelle: DI Drazen
Pletikapic
101
Nordostansicht, Bestandsaufnahme 1996. Quelle: DI Drazen Pletikapic
102
Ansichtskarten
Postkarte von Oberwart/Felsőőr, Kaufmann Julius Kohn, 1905. Quelle:
Burgenländisches Landesarchiv – Fotosammlung
Fotografie Oberwart/Felsőőr, Synagoge im Hintergrund, 1929. Quelle: Christian
Benedek
103
Ansichtskarte Oberwart/Felsőőr, undatiert. Quelle: Burgenländisches
Landesarchiv – Fotosammlung
Ansichtskarte Oberwart/Felsőőr, undatiert. Quelle: Burgenländisches
Landesarchiv – Fotosammlung
104
Ansichtskarte Oberwart/Felsőőr, undatiert. Quelle: Burgenländisches
Landesarchiv – Fotosammlung
Ansichtskarte Oberwart/Felsőőr, 1932. Quelle: Burgenländisches Landesarchiv
– Fotosammlung
105
Ansichtskarte Oberwart/Felsőőr, um 1927. Quelle: Burgenländisches
Landesarchiv – Fotosammlung
106
Fotografien
Fotografien des Feuerwehrlöschgerätehauses, undatiert. Quelle: Jüdisches
Museum Wien – Bildarchiv
107
Fotografien des Umbaus des Feuerwehrhauses zur Zentralmusikschule, 1996.
Quelle: Bundesdenkmalamt Landeskonservatorat für Burgenland
108
Fotografien vom Umbau des Feuerwehrhauses zur Zentralmusikschule, 1996.
Quelle: Bundesdenkmalamt Landeskonservatorat für Burgenland
109
Herunterladen
Random flashcards
Erstellen Lernkarten