Bad_Waldseer_Riedgebiete_Fuehrer_web

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BARBARA WIRTH
OITO SAU
BAD WALDSEER
RIEDGEBIETE
EIN NATUR- UND
WANDERFÜHRER
DURCH DAS STEINACHER
UND DAS OBERE RIED
-
Herausgeber und Mitautoren:
INHALTSVERZEICHNIS
Dr. Barbara - Maria Wirth
ono
Vorworte
Einleitung
4
1.
Ein Riedgeist stellt sich vor
5
2.
Glazialmorphologie
Eine Eiszeit setzt Zeichen
Ein Gletscher auf dem Rückzug
6
Sali
Autoren:
Dobler, Florian
Fuchs, Anja
Gaidzik, Jutta
Hauff, Nico
Holzhaus, Janina
Mosch, Michael
2.1.
2.2.
.. Eisige Zeiten
7
7
3.
Ein Moor entsteht
8
4.
Die Nutzung des Steinacher und des Oberen
Riedes
10
Riedbiotope im Überblick:
12
5.
Durch Nutzung geprägt
6.
6.1.
..
6.2.
..
6.3.
.,
..
6.4.
7.
7.1.
..
..
7.2.
..
..
Barbara Wirth, Otto Sali (Hrsg.):
Bad Waldseer Riedgebiete
Ein Natur- und Wanderführer durch das Steinacher
und das Obere Ried
Verkaufspreis: 6,50 Euro
ISBN: 3-924495-09-2
7.3.
7.4.
..
7.5.
..
Die Pflanzenwelt des Riedes
Pflanzen an Überwiegend trockenen Standorten
Vorsicht bei den Beeren!
Pflanzen an Überwiegend feuchten Standorten
Raffinierte Fallen im Ried, Teil 1
Pflanzen an Überwiegend nassen Standorten
Raffinierte Fallen im Ried, Teil 2
Der Stoff aus dem die Moore sind
Das Ried im Jahresverlauf: Flora
14
15
17
21
25
26
28
30
31
Die Tierwelt des Riedes
Insekten
Ein Superstar unter den Tieren
Wandlungsfähige Flugkünstler
Amphibien
Kröten- und Froschlaich
Kleiner Frosch ganz groß
Reptilien
Vögel
Olympiade der Tiere
Das Ried im Jahresverlauf: Fauna
Kuck mal, wer da frisst
32
Karten & Routen
Übersichtskarte des gesamten Riedgebietes
Legende
Verhalten im Ried
Route 1: Natur Pur
Route 2: Auf den Spuren des Torfabbaus
Route 3: Familienroute
52
Nachwort
Dank / Bildquellen
Literatur
Stichwortverzeichnis
Das Team
62
63
64
66
33
33
36
40
40
42
43
45
48
50
51
52
55
55
56
58
60
Druck: Liebel Druck Bad Waldsee
Copyright 2001 bei den Herausgebern
VORWORT
_-'---""
VORWORT
Mit diesem Natur- und Wanderführer durch das
Steinacher
und das Obere Ried legt der
Seminarkurs des Gymnasiums Bad Waldsee eine
Arbeit vor, die sich in Konzeption, Inhalt und
Gestaltung sowohl an den interessierten Laien als
auch an Naturkenner wendet.
Bürger und Gäste der Stadt Bad Waldsee sollen
so für die einzigartige Flora und Fauna dieses
ehemaligen Torfabbaugebietes sensibilisiert werden.
Unter der Leitung von Frau Dr. Barbara-Maria
Wirth und Herrn Otto Sali und mit Förderung des
Landes Baden-Württemberg
im Rahmen der
Agenda 21 sowie der Stadt Bad Waldsee und
namhafter
ansässiger
Betriebe entstand als
Ergebnis ein schön gestalteter,
informativer
Riedführer, der allen Besuchern die Augen öffnen
und sie die Naturwunder erahnen lassen soll.
Die wissenschaftlichen
Kenntnisse, die dieser
Arbeit zugrunde liegen, wurden im Zeitraum des
Schuljahres 2000/2001 von Oberstufen-schülern
des Gymnasiums Bad Waldsee mit Unterstützung
namhafter Spezialisten der Region im Rahmen
des Seminarkurses erarbeitet. Dieses Buch ist
somit gleichzeitig eine Dokumentation der erfolgreichen Umsetzung
des fächerverbindenden
pädagogischen Konzeptes.
Aus einer Arbeitsgruppe
von Schülern und
Lehrern ist so im Laufe des Jahres ein Team
geworden, ja sogar Freunde, die durch gemeinsame Arbeit zueinander gefunden haben.
Ich freue mich über dieses gelungene Werk und
danke allen Mitgestaltern.
OSD Karl Butscher
Wie alles auf diesem Planeten Erde, so hat auch
unsere
oberschwäbische
Landschaft
eine
Vergangenheit. Auf den besonders ausdrucksvollen Seiten ihres Geschichtsbuches finden wir Bad
Waldsees historische Stadtanlage zwischen zwei
Seen.
Zu den
seit
langem
verlandeten
Wasserflächen gehört das .Steinacher Ried". Wie
auf einer Insel finden wir dort in der Flora und
Fauna Nachfahren der Eiszeit. Teilweise präsentieren sie sich in prachtvollen Blüten und skurilen
Formen, teilweise in vom Aussterben bedrohten
Tierarten.
Jahrhunderte lang versuchte der Mensch das
Ried zu "kultivieren". Er entwässerte es und forstete es auf. Den beim vorbereiteten Abbau anfallenden Torf nutzte er als Brennmaterial,
als
Einstreu und zur Bodenverbesserung. Seit 1950
wird er zum Zubereiten von Moorbädern verwendet. Inzwischen wird der Badetorf im Reicher
Moos gewonnen, im Steinacher Ried kehrt nun
Ruhe ein.
Der vorliegende Riedführer will Sie auf anschauliche Weise mit den Schönheiten
und den
Besonderheiten dieses Fleckchens Erde vertraut
machen. Auf zugelassenen Wegen können Sie
eine anmutige und mit manchem Geheimnis
behaftete Naturlandschaft kennen und verstehen
lernen. Dieses Buch und eine begleitende
Beschilderung erleichtern dies. Beide wurden von
Schülerinnen und Schülern unseres Gymnasiums
zusammen mit engagierten Lehrkräften erarbeitet. Das Land Baden-Württemberg und die Stadt
Bad Waldsee fördern sie im Rahmen der Agenda
21. Allen, die zur informativen Konzeption wie zur
gelungenen Umsetzung beitrugen, gilt mein herzlicher Dank.
Durch ein verantwortungsvolles Verhalten können
die Besucher diesen Dank immer wieder erneut
abstatten. Sie helfen dadurch gleichzeitig mit, ein
ökologisch
wertvolles
Mosaiksteinchen
landschaftstypischer Natur kommenden Generationen
zu erhalten. Viel Spaß bei der Expedition in die
erdgeschichtliche Vergangenheit und Gegenwart.
Rudolf Forcher
Bürgermeister
LIEBE LESERIN, LIEBER LESER
1.
EIN RIEDGEIST STELLT SICH VOR
Hallo!
"Man sieht nur, was man erkennt"
Ziel des Ihnen vorliegenden Buches ist es, die
Einzigartigkeit
und Mannigfaltigkeit
der
Riedbiotope bei Bad Waldsee aufzuzeigen.
Nachhaltige Bemühungen um Sensibilisierung
für die Natur werden unter dem Motto "Global
denken, lokal handeln" von der Agenda 21
unterstützt. Das Projekt zur Erstellung dieses
"Natur- und Wanderführers für das Steinacher
und das Obere Ried" gewann im Rahmen der
lokalen Agenda einen Förderpreis.
So war es möglich, in Zusammenarbeit mit
unterschiedlichen Institutionen und anerkannten Spezialisten einen kompakten Überblick
über die Entstehung, die Nutzungsgeschichte
sowie die Tier- und Pflanzenwelt in unserem
Ried zu schaffen.
Wir wünschen Ihnen viele schöne und informative Riedaufenthalte und viel Freude mit diesem Buch.
Die Herausgeber und Autoren
Mein Name ist Semi - naja eigentlich
heiße ich Kunibert. So hat mich aber schon
800 Jahre niemand mehr genannt. Damals
hatte ich noch eine richtige Burg mit hohen
Mauern und Ritterrüstungen, in denen ich
mich gern versteckte. Ich erschreckte
die Köchin und den Kammerdiener, den
Kindern verlegte ich die Spielsachen und CJ').
den Hund zog ich am Schwanz. Ein bisschen
'1
langweilig war das schon mit der Zeit - bis zu
dem Zeitpunkt, an dem sich mein Leben von
Grund auf änderte.
Eines Tages ging ich bei einem Spaziergang etwas tiefer ins
Moor. Oh, war das schön schaurig und gruselig. Nebel stieg
langsam aus dem matschigen Untergrund und ich kam mir vor,
als schwebte ich in einem riesigen Berg von Watte. Gerade
dachte ich: "Ach, was ein Glück, dass ich ein Geist bin; als
Mensch würde ich hier nie mehr rausfinden!" - da hörte ich ein
Knacken im Unterholz.
Zwei Kinder tasteten sich von Baum zu Baum.Ich konnte ihnen
ansehen, dass sie große Angst hatten.
Gerade wollte ich
anfangen, sie zum Spaß ein bisschen zu ärgern, als das jüngere
Kind plötzlich mit einem Schrei verschwand. Das andere schrie
nun ebenfalls und fischte hektisch mit den Händen in der trüben Moorbrühe eines Grabens herum. Jetzt begriff ich, dass
das kein Spaß mehr war.
Ich nahm alle meine Kraft zusammen und zog an der kleinen
Hand, die in diesem Augenblick aus dem Sumpf auftauchte.
Das kleine Kind lag tropfnass, verklebt und hustend am
Grabenrand, während das andere Kind mich mit großen Augen
anstarrte.
"Schau doch nicht so blöd", sagte ich. "Noch nie einen
Riedgeist gesehen?" Das Kind schüttelte sprachlos den Kopf.
"Los, nach Hause mit euch. Ich zeig euch den Weg!" Ich war
ganz schön wütend auf diese unvorsichtigen Kinder!
Tja, und so kam es, dass ich seit diesem Tag immer öfter ins
Ried ging und nach dem Rechten sah. Inzwischen bin ich ganz
ins Ried umgezogen.
Lasst es euch gesagt sein: "Geht nicht von den eingezeichneten Wegen runter. Das Ried ist nämlich gefährlich!"
Euer Semi
4
5
2.
GLAZIALMORPHOLOGIE
2.1. EINE EISZEIT SETZT ZEICHEN
Vor 20.000 Jahren, im sogenannten Würmglazial,
hatten
sich, aus den Alpen kommend,
riesige Eismassen, sogenannte
Gletscherzungen, bis weit nach
Oberschwaben
hinein vorgeschoben.
Eine davon,
der
Rheingletscher, reichte damals
über Bad Waldsee hinaus. An
seinen Enden lagerte er einen
hohen Wall aus Steinen ab, die
er - wie auf einem Förderband aus den Alpen mit sich gebracht
hatte. Ein Teil dieser sogenannten Würmendmoräne zog sich
östlich von Bad Waldsee als
bewaldete Hügelkette hin und
bildet heute den Tannenbühl mit
seinen Freizeitanlagen und dem
Wildgehege.
Mit der beginnenden Warmzeit
schmolz das Gletschereis ab
und die Gletscherzunge
zog
sich in Richtung
Bodensee-
2.2. EIN GLETSCHER AUF DEM
RÜCKZUG
zurück. In dem vom Gletscher
ausgehobelten,
nun
eisfrei
gewordenen
Zungenbecken
sammelte sich in den Mulden
und Senken das Schmelzwasser. So enstand vor etwa 18.000
Jahren zwischen Bad Waldsee,
Reute und Aulendorf ein riesiger, seichter Schmelzwassersee,
der
seine
größte
Ausdehnung
im Bereich des
heutigen
Steinacher
Riedes
hatte.
Durch
Verlandung
dieses
Gewässers in der Nacheiszeit
wuchs insbesondere im Verlauf
der
letzten
10.000
Jahre
zunächst ein Niedermoor und
anschließend
ein Hochmoor.
Die Riedgebiete Bad Waldsees
(Oberes Ried, Steinacher Ried,
Brunnenholzried) sind Zeugen
dieser Entwicklung.
Der Gletscher schmolz und
die Gletscherzunge zog sich
nach Südwesten zurück.
Die Endmoräne
blieb bestehen.
!
•
Gletschermilch
(Schmelzwasser)
Vor dem Gletscher entstand
eine Schmelzwasserrinne.
t
Ein Schmelzwasserstausee füllte das
Zungenbecken und verlandete
anschließend (siehe S. 8).
t
Moorgebiete
entstanden.
Tiefere Stellen blieben mit
Wasser gefüllt
~Chlosssee
Die Endmoräne
bewaldete allmählich
& Sta~.
.•
(Tann,bÜhl).
~
Eisige Zeiten
Stellt
euch vor: Das Eis des
Gletschers war so dick, dass die
Kirchtürme von Sankt Peter 4 mal
übereinander darin Platz gefunden
hätten .
•
6
Endmoräne
Schmelzwassersee
•
Oberes und Steinacher Ried
•
Gletscher
7
3.
EIN MOOR ENTSTEHT
•• n>
~
fI - ~
Niedermoore bzw. Grundwassermoore können bei der
Verlandung seichter Seen entstehen. Sie werden vom
Grundwasser gespeist und sind durch Wasser- und
Feuchtpflanzen gekennzeichnet.
In das Niedermoor wandert das Torfmoos (Sphagnum)
"...
ein, das sich hier teppich artig ausbreitet und in die Hö~e
.. .
wächst. Ein Hochmoor entsteht. Da das Torfmoos nur Im
~
oberen Bereich wächst und von unten her abstirbt, ist die
Verbindung zum Grundwasser unterbrochen. Das Moos und alle
sich auf ihm ansiedelnden
Pflanzen werden nur noch vom
Regenwasser versorgt.
°.0
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o
°.0
o
0
o•
Grundmorine
Feine mineralische Bestandteile aus dem Schmelzwasser
sich am Grund der Vertiefungen ab.
lagern
o •
Erste Wasserpflanzen besiedeln diesen Lebensraum. Der See verlandet duch Schwimmblatt-Pflanzen und Schilf vollständig. So entsteht das Niedermoor.
Seekreide
o
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See-lBeckenlone
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Auch Bäume wachsen nun vereinzelt auf diesem Untergrund, sterben aber durch die zunehmende Nährstoffarmut ab.
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In den seichten, stillen Gewässern nehmen
Bestandteile zu und lagern sich am Grund ab.
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die organischen
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C
o •
Die Torfmoose siedeln sich auf dem nährstoffarmen Bereich an
und bilden im Laufe der Zeit das Hochmoor. Mit einer Mächtigkeit
von 5 bis 6 Metern bildet es die Grundlage für den Torfabbau.
9
4.
DIE NUTZUNG DES STEINACHER
UND DES OBEREN RIEDES
Der Torfabbau in den Riedgebieten bei Bad Waldsee begann
erst im 18. Jahrhundert, als nach dem 30jährigen Krieg im
Herzogtum Württemberg das Holz knapp geworden war. Die ansteigende Bevölkerungszahl
und die Nutzung
von Wald als
Weidefläche für Vieh hatten den Waldbestand stark verringert. Aus
diesem Grund fing man damals vermehrt an Torf abzubauen, um ihn
als Brennmaterial zu nutzen. Hierfür wurden Teile des Steinacher
Riedes und des Oberen Riedes parzelliert. Der Abbau des Torfs
erfolgte im Handtorfstich, zum einen durch Privatpersonen, zum
anderen im Auftrag des Grafen von Königsegg.
aufgeschichtet.
Nach
der
Trockenzeit wurden sie zu größeren
"Windböcken"
oder
zu
"Schöbern" umgestapelt."
Später wurde der Transport
der Wasen auf Schienen verlagert: Die gestochenen
Wasen
transportierte
man
mit den
Stecherwägelchen auf schmalen
variablen
Schienen,
den
Stecherbahnen, zu einer der im
Ried
verteilten
Torfhütten.
Anschließend wurden sie nun auf
die Rollwagen geladen und mit
der gräflichen
Privatbahn
zur
Verladestation
(Nähe Herdtle) gefahren. Hier übernahm die
Eisenbahn den weiteren Transport; der Torf wurde bis in die
Schweiz exportiert und zum Beheizen von Lokomotiven und
Dampfmaschinen verwendet. Die privat gestochenen Wasen landeten im heimischen Kachelofen.
"WENN D'ES IM WINTER WARM HON WILLSCH, MUSCH IM
SOMMER IM RIED SCHWITZA!"
Quelle: Die Tortmoore Oberschwabens
Die Parzellierung
um 1854
(Bericht des Oberamtmannes
Leemann 1854)
Der Sohn eines ehemaligen Torfstechers erinnert sich: "Jedes
Jahr im Frühjahr wurden aufs Neue die Plätze zum Torfstechen für
die Monate April bis September vergeben. Zuerst musste der
Oberboden je nach Lage etwa 30 - 75 cm tief abgetragen werden.
Dieser Abraum wurde auf den Abstich des letzten Jahres geworfen.
Der Torf wurde
mit speziellen
Werkzeugen
in
1Ox1Ox30cm
große Stücke gestochen
und
dann der Kärrnerin hochgeworfen,
die sie auffing und auf einen
Karren auflud. Am Tag konnte ein
Team, bestehend
aus einem
Torfstecher
und
meist
zwei
Kärrnerinnen,
etwa 3000-8000
Wasen stechen. Mit Schubkarren
wurden die feuchten, schweren
Wasen zum Trockenplatz gefah, ren und dann zu jeweils 8 Stück
~;"""'-....J~Qb;;~~~;:1/
zu einem sogenannten
"Bock"
Seit 1950 wurde in Bad Waldsee Torf für den medizinischen
Moorbadebetrieb abgebaut. Schon in der Oberamtsbeschreibung
der Stadt Waldsee von 1834 wird berichtet, dass der Torf "in der
Regel gut ist und ,----------:----........,
keinen
unangenehmen
Geruch
hat". Später wurde
bestätigt, dass er
für
Badezwecke
gut geeignet sei.
Die
Stadt
entschloss sich deshalb
1949 zum
Bau eines Moor-
r"i~~~==:::~;;;J.~
__
~S:::::=:J
bades.
Mit vier
Holzzubern nahm ~
man den Betrieb im Maximilianbad auf. Die unterstützende Wirkung
des medizinischen Badetorfs bei der Behandlung unterschiedlicher
Krankheiten
stellte die Grundlage dar für den Ausbau der
Kurgebiete in Bad Waldsee. Auch der Badetorf wurde anfangs noch
von Hand gestochen
und mit Pferdefuhrwerken
zu den
Kureinrichtungen
gebracht. Später setzt man Bagger für die
Badetorfförderung ein.
1996 wurde der Torfabbau im Steinacher Ried eingestellt.
11
~ 5.
..
RIEDBIOTOPE IM UBERBLICK:
DURCH NUTZUNG GEPRÄGT
Die Landschaft des Steinacher und des Oberen Riedes stellt ein Mosaik aus verschiedenen Lebensräumen dar, die alle durch den Torfabbau entstanden sind oder
durch ihn beeinflusst wurden. Die Einzigartigkeit dieser Riedgebiete beruht auf dem
Nebeneinander unterschiedlicher Nass- und Trockenbiotope auf relativ kleinem Raum.
B
A
D
C
E
~-~-~---~---~---~ .._-~--~--~-~-~--~-
~
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F
~====--~--
==
A
B
C
D
E
F
Das Hochmoor war
ehemals
5-6
m
mächtig. Über weite Flächen breitete
sich das Torfmoos
wie ein Teppich
aus.
Das
Hochmoor existierte als uhrglasförmige Aufwölbung im
Zentrum des Steinacher Riedes.
Um den Torf abbauen
zu können, wurden
Entwässerungsg räben gezogen. Danach wurde der Torf
bis zum Horizont der
Seekreide abgetragen. Kiesdämme begrenzten anfangs die
Becken, in die der
abgebadete
Torf
zurückgebracht wurde. Dort trocknete er
jedoch völlig aus, da
diese Dämme das
Wasser in die Entwässerungsgräben
durchließen. An diesem
lebensfeindlichen Standort siedeln
bis heute nur sehr
wenige
Pflanzenarten.
Um das Ablaufen
des Wassers
zu
reduzieren, wurden
hier die Dämme
aus dem anfallenden Abraum aufgebaut. Dies hat den
Vorteil, dass hier
das Wasser größtenteils
in
den
Becken
verbleibt
und
zusätzlich
Grundwasser
angesaugt wird.' Auf
den feuchten Böden dieser Becken
entstanden
Grasbulten, und Wasserstellen
blieben
bestehen.
In den wiederverfüllten Becken wurden
zum
Teil
Anpflanzungsversuche
durchgeführt. Wobei sich
der Rohrkolben als
besonders ausbreitungsfreudig
erwies. Diese Bereiche sind eine Nahrungsquelle für verschiedene
Tierarten,
allerdings
können sich in diesen Riedbeständen
keine
anderen
Pflanzenarten
ansiedeln.
In diesen
Moortaschen warf man
den Abraum zum
Teil
zurück
ins
Wasser.
Dadurch
wurde ein Untergrund geschaffen,
auf
dem
das
Torfmoos
wieder
vermehrt wachsen
konnte. Es wurde
kein abgebadeter
Torf
in
diese
Becken
gefüllt,
weshalb sich bald
neue Pflanzen ansiedelten und ein
Feuchtbiotop
mit
Niedermoorcharakter entstand.
Von dem ursprünglich großen Hochmoorschild
sind
heute nur noch kleine Reste erhalten.
Durch die Nutzung
wurde auch dieser
Bereich des Riedes
stark
entwässert,
was
zu
einer
Verheidung führte.
6.
DIE PFLANZENWELT DES
RIEDES
6.1.
PFLANZEN AN ÜBERWIEGEND
TROCKENEN STANDORTEN
MOORWALD
Waldkiefer IQ] V-VI
~
Die
Waldkiefer
ist
als
~
Lichtholzart im Ried häufig .'." __ '"
anzutreffen. Sie liebt das Licht
und kann - im Gegensatz zu
anderen Baumarten - auch auf
Moorböden gut gedeihen.
r:;;;iI Das
Das Steinacher und Obere Ried wurden sehr stark durch den
Torfabbau geprägt: Durch
Eingriffe der Menschen entstanden
unterschiedliche Nass- und Trockenbiotope (siehe S.12), die von
einer großen Pflanzenvielfalt besiedelt wurden.
In diesem Riedführer wurde eine Auswahl an charakteristischen
Pflanzen für die verschiedenen Standorte getroffen. Das Riedgebiet
wurde hierfür in folgende Biotope eingeteilt:
- Überwiegend trockene Standorte
- Überwiegend feuchte Standorte
- Nasse Standorte
Nadelkleid ist grau bis
~
blaugrün. Die langen Nadeln
sind paarweise
zusammenge-·
fasst und bleiben 2-3 Jahre am Baum. Die hängenden Zapfen sind
ei- bis kugelförmig und fingerlang. Sie besitzen einen typisch herben
Waldgeruch.
Wald-Bärlapp
IQ] VI-IX
~
Der Wald-Bärlapp kommt im
~
Ried vor allem im leicht
schattigen Fichtenmoorwald vor,
oft
zusammen
mit
der
Heidelbeere.
Die Sprossen sind lang und
kriechend, wurzeln allerdings
nur an wenigen Stellen. Sie bilden
aufsteigende Triebe, an deren
Spitze die Sporangienähren, ihre "Samen", sitzen.
rrn Die
aufsteigenden Triebe können bei flüchtigem Hinschau~n
dem Frauenhaarmoos verwechselt werden, solange sie
noch keine Sporangienähren tragen.
UU mit
Gemeine Fichte
Legende FLORA:
~
Vorkommen
~
Blütenfarbe
~
Aussehen
IQ]
Blütenfarbe
[R]
Besonderes
V-VI
Blütezeit
14
IQ]
V-VI
~
Die Fichte
ist keine typische Moorbaumart. Da sie an
~
Nährstoffe und Klima nur geringe Ansprüche stellt, aber auf
ausreichende Wasserversorgung angewiesen ist, ist sie auch häufig im Moor vertreten.
r.iiil Die Rinde ist grau bis rotbraun und mit Schuppen besetzt. Die
Nadeln sind spitz. Sie sitzen spiralig an den Zweigen und
haben eine Lebensdauer von 5-7 Jahren. Die weiblichen Zapfen
stehen zunächst aufrecht und hängen dann zur Reifezeit nach
unten.
fQ1 Stark windwurfgefährdet, da die Wurzeln flach unter der
UU Oberfläche liegen.
te:J
unscheinbar
15
Blutwurz
IQI V-VIII
"
Die Blutwurz steht im lichten
~
Moorwald und in den verheideten Pfeifengras-Wiesen.
Sie
zeigt
magere,
nährstoffarme
Böden an.
r.ii1 Die gelben, etwa fingernagel~
großen Blüten sind in der
Regel vierzählig und sitzen auf
dünnen Stielen in gabelig verzweigten, lockeren Blütenständen.
~
~
Die Blutwurz ist ein Volksheilmittel gegen Durchfall und dient
der Blutstillung (Name!).
Preiselbeere
r.;t
IQI
Die oberseits
glänzenden
Blätter sind am Rande eingerollt und bleiben auch im Winter
grün. Die Beeren sind kugelig und
rot. Die unscheinbaren glockenförmigen Blüten sind weiß bis heIlrosa gefärbt. Die Blütezeit dauert von Mai bis Juni.
[ID
Sie ist essbar und sehr schmackhaft.
Vorsicht bei den Beerenl
Nicht alles, was wie Heidelbeeren aussieht,
kannst du essen! Schau nur, wie ähnlich sich
diese bei den Beeren sind. So kannst du si
unterscheiden:
Die Blätter dieser Pflanzen können als Heiltee verwendet werden.
Rauschbeere
~
(~~~~~~a~
Rauschbeere vor. Sie ist weitaus häufiger als die Rauschbeere, und kommt
auch mit ihr zusammen vor.
Die Heidelbeere ist ebenfalls ein
Zwergstrauch. Die eiförmig spitzen Blätter sind fein gesägt und an der
Unterseite etwas behaart. Ihre Zweige
sind grün und kantig. Die Beeren sind blauschwarz und oft bereift,
Fruchtfleisch und Saft sind bläulich.
VI-VII
Im
Ried
kommt
die
~
Preiselbeere auf nährstoffarmen, sauren Böden im nicht allzu
schattigen Moorwald vor, zusammen mit anderen Beersträuchern.
[ID
Heidelbeere Ij) IV-V
"Die
Heid.elbeere kommt i~ Ri~d
~
an ähnlichen
Stellen wie die
IQI
V
Die Rauschbeere kommt im Moorwald
an nicht allzu beschatteten Stellen vor,
ebenso in Randbereichen
der großen
Pfeifeng raswiesen .
Sie ist ein Zwergstrauch mit unterirdisch kriechenden Trieben. Die ovalen
Blätter sind bläulich-grün und ohne Spitze.
Die Zweige sind grau bis braun und rund.
Die Früchte sind blau und weißlich bereift,
Fleisch und Saft farblos.
Ihr Genuß kann zu Schwindelgefühl,
ll:U vorübergehenden Lähmungserscheinungen
und zu Sehstörungen führen. Sie wird leicht mit der Heidelbeere verwechselt
(siehe S. 17).
Rauschbeere
Blätter: blaugrün, verkehrt eiförmig bis elliptisch, ganzrandig
Früchte: farbloses Fruchtfleisch
Stängel: rund, graubraun
Blüten: weißlich
Heidelbeere
spitz eiförmig, Rand gesägt,
Unterseite fein behaart
blaues Fruchtfleisch
grün, kantig
grünlich
rrn
16
17
l~. WEGE
DER VERBLIEBENE
HOCHMOORSCHILD
Moor-Birke
IQ] IV-V
~
Die Moorbirke findet man
~
sowohl auf feuchten
und
nicht bewaldeten Torfböden als
auch im Moor- und Bruchwald.
UND WEGRÄNDER
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Die weiße Rinde ist das aufI •• '
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fälligste Merkmal der Moor. .
.
~t'\~j
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1'\
Birke. Die eiförmig spitzen Blätter
.. '~.'.. '~
'\~
.' ...
haben einen gesägten Blattrand.
<r .
Blattstiele und junge Triebe sind
i
flaumig behaart, weshalb die Moor-Birke auch Haar-Birke genannt
wird.
Immer wenn Moor- und Hänge-Birken wie im Ried gemeinsam
UU vorkommen, findet man auch Kreuzungen zwischen beiden
Arten, deren eindeutige Zuordnung oft sehr schwierig ist.
~."'~'.~~.
' ' ,'',.
'\~~\.,,~U\
3.
•
>;
T
Pfeifengras
IQ] V-IX
~
Das Pfeifengras wächst auf lichtrei~
ehen, wechselfeuchten
Moorflächen.
Es zeigt nährstoffarme, magere Böden an.
Das Pfeifengras ist ein horstig wachsendes Gras, dessen Halme bis zu 2 m
lang werden. Im untersten Bereich bilden
sie 3-4 Knoten, die im Herbst stark
anschwellen, da viele Nährstoffe in ihnen
eingelagert werden. Der restliche Halm ist
knotenlos. Die Blütenrispe ist meist etwas
violett gefärbt.
T Früher wurden die knoten losen Halme
UU zum
Pfeifenputzen
benutzt,
nicht so schnell abknicken.
da sie
h;
_."
"".
Ansonsten kommen an diesen trockenen Stellen des Riedes noch
Wiesen-Wachtelweizen
und Hänge-Birken,
an ganz wenigen
Stellen noch spärliche
Restbestände
von Moosbeere
und
Rosmarinheide vor.
18
Sowohl für den Torfabbau als auch für die Wiederverfüllung der
Torftaschen wurden mit Kies und Schotter Fahrwege im Riedgebiet
angelegt. Dieser riedfremde Untergrund veränderte das ursprünglich saure Bodenmilieu. Das kalkhaltige Gestein bewirkt, dass sich
die sog. Huminsäuren im Untergrund neutralisieren. Im so entstandenen "alkalischen Milieu" können Pflanzen gedeihen, die säureempfindlich sind. So kommt es, dass im Bereich der Fahrwege viele
Arten anzutreffen sind, die für ein Ried eigentlich untypisch sind.
Aus diesem Grund findet man hier die folgenden untypischen
Riedpflanzen: der Pastinak, die Nachtkerze, der Steinquendel,
der Kanadische Katzenschweif, der Einjährige Fingerstrahl, der
Weiße Steinklee und der Acker-Schachtelhalm.
Typisch hingegen sind Hänge-Birke, die Zitter-Pappel, die GrauWeide,
die
Blaugrüne
Binse,
das
Grünstängelmoos,
Pseudoscleropodium
purum, das Krücken-Kurzbüchsenmoos,
Brachythecium rutabulum, das Zarte Thujamoos,
Thuidium delicatulum und der Sparrige Runzelpeter, Rhytidiadelphus squarosus.
Zarte Binse
~
VI-IX
~
Die Zarte Binse kommt auf häufig
~
begangenen Wegen als Pionierpflanze
vor.
Die grasartigen Blätter sind grundständig, ihre Blattscheiden umschließen
jedoch im unteren Drittel den Stängel. Der
lockere Blütenstand ist endständig und wird
von 2-3 Hochblättern deutlich überragt.
fQ1 Die Zarte Binse ist ein Neophyt
U!.J ("Neubürger") in Europa (erstmals
1824 gefunden).
19
Norwegisches Fingerkraut IQ] VI-IX
~
Das Norwegische Fingerkraut ist im Ried
l!!:..J vereinzelt an einigen Wegen und auf
Torfböden anzutreffen.
Die ganze Pflanze ist stark rauhaarig. Die
Blätter sind 3-zählig, fingerförmig (Name!)
mit grob gesägtem Blattrand. Die fünf gelben
Blütenblätter werden zumeist von den Kelchblättern überragt.
Das Norwegische Fingerkraut war wohl in
~
unserer Gegend ursprünglich
nicht beheimatet, allerdings scheint es sich bei uns
einzubürgern.
rn1
Rundblättriges Wintergrün
IQ]
•
\,A,
.•
\. 1',
6.2.
PFLANZEN AN ÜBERWIEGEND
FEUCHTEN STANDORTEN
..
\~
"
-~' ..~.k
-v: ja
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,
VI-VII
~
Das Rundblättrige
Wintergrün
kommt
l!!:..J hauptsächlich im Bruchwald und unter
Fichten auf Torfböden vor.
Die annähernd runden Blätter sind in
grundständigen Rosetten angeordnet. Die
rundliche Spreite hat einen Durchmesser von
etwa 5 cm. Der Blütenstand trägt bis zu 30
nickende weiße bis leicht rosa gefärbte Blüten.
Der Griffel ragt weit über die Blütenkrone heraus und ist S-förmig gebogen.
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I
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~ Ja
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11
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Wellenblättriges Sternmoos Plagiomnium undulatum
~
Das Moos kommt auf nährstoffreicheren,
l!!:..J schattigen Waldböden sowie an feuchten
Standorten vor.
Es hat hellgrüne, locker beblätterte Stängel.
Die Blätter sind zungenförmig, gewellt und
deutlich gezähnt.
MOORWIESEN
UND BRUCHWÄLDER
Schilfrohr IQI VII-X
"Das
Schilfrohr
wächst
oft in
~
Reinbeständen am Rand von offenen Wasserstellen, kommt aber auch
häufig auf abgetorften Flächen und im
Bruchwald vor.
Die Blätter können bis zu 1 m lang
und 4 cm breit werden. Die offenen
Blattscheiden ermöglichen es ihnen,
sich entsprechend
den Windverhältnissen zu drehen, damit sie nicht so viel
Angriffsfläche für den Wind bieten. Die
Blütenrispe ist um die 30 cm lang und
meist einseitig überhängend. Die knotigen Halme können etwa 3 m hoch werden. Die Pflanze vermehrt
sich hauptsächlich vegetativ durch Wurzelstocksprosse.
r"Q"1 Das Schilf trägt im Wesentlichen zur Verlandung der
~
Gewässerufer bei. Zwischen den Halmen sammeln sich dabei
große Mengen eingeschwemmtes
Pflanzenmaterial, aber auch
Schlamm- und Tonteilchen an, so dass die Landpflanzen weiter vordringen können.
'J~ ~ ~
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Großer Runzelpeter Rhytidiadelphus triquetrus
~
Diese Pflanze ist in lichten Wäldern und Gebüschen sowie an
l!!:..J grasigen Böschungen und besonders auf kalkhaltigen und reicheren Böden zu finden.
Sie wächst in oft mehrere Quadratmeter großen, hell-oder gelbgrünen Hochrasen. Die Blättchen sind lanzettförmig, schmal
dreieckig und bis zu 5 mm lang.
[[]
Sie ist unser größtes Astmoos.
Große Anteile der wiederverfüllten Becken sind mit Schilfrohr bedeckt
20
21
Faulbaum IQ] V-VI
~
Der Faulbaum kann im Ried
~
überall angetroffen werden,
er ist ein typischer Riedestrauch,
auch wenn er nicht auf Torfböden
angewiesen ist.
r.iI Der
Faulbaum
wächst
~
strauch- oder baumförmig,
seine graue bis violett-braune
I
Rinde ist mit hellen Korkwarzen
besetzt. Die ganzrandigen Blätter sind breit elliptisch mit ausgezogener Spitze. Die fast erbsengroßen Früchte sind rot und verfärben
sich später schwarz.
fQ1 Die Rinde riecht recht unangenehm, deshalb bekam die
UU Pflanze den Namen "Faulbaum". Früchte, Blätter und Rinde
sind giftig!!
Etagenmoos Hylocomium splendens
~
Es kommt auf schwach sau~
rem bis neutralem Humus,
besonders an Waldböschungen
vor.
r.iI Diese Pflanze kann man in
~
gelblich- oder bräunlich-grünen und deutlich glänzenden, oft
ausgedehnten Beständen finden.
Die Stängel sind mit ein bis mehreren "Etagen" besetzt, die horizontalen Zweige sind doppelt bis dreifach gefiedert.
Jedes Jahr wird eine neue Etage gebildet.
lID
Gemeines Weißmoos Leucobryum glaucum
~
Es bildet ein fast halbkugeliges
~
hellgrünes Polster aus wurmförmigen Sprossen aus.
r.iI Das
Moos
kommt auf zeitweise
~
nassen, kalkfreien Standorten vor,
besonders in Nadelwäldern
und auf
Humus.
Bei Trockenheit
verliert es die
UU Farbe und wird weißlich.
Da
es
oft
zum
Schmuck
der
Weihnachtskrippen und für Totenkränze
verwendet wurde, ist es trotz der relativ
großen Häufigkeit durch das Gesetz
geschützt.
rnl
22
Frauenhaarmoos Polytrichum formosum
~
Das Moos ist anspruchslos,
~
austrocknungsresistent
und
ist an kalkfreien und nährstoffarmen oder auch an trockenen
Standorten zu finden.
r.iI Dieses Moos dehnt sich in
~
dichten, matt dunkelgrünen,
meist 5-10 cm tiefen Rasen bis zu
vielen Quadratmetern
aus. Die
Blätter der einzelnen Pflanzen
werden ca 1 cm lang, sind weit herunter gezähnt, lang gezogen und
allmählich zugespitzt. Sie stehen fast waagrecht ab.
Bei Trockenheit legen sich die Blätter fast an den Stängel an.
lID
Tamariskenblättriges Thujamoos Thuidium tamariscinum
~
Es kommt in schattige~, feuchten
~
Wäldern und auf kalkfreiem. humosem Untergrund vor.
r.iI Das Moos ist dunkelgrün und regel~
mäßig
dreifach
gefiedert.
Es
wächst in Bögen und ist am Ende oft
wieder verwurzelt. Es wird bis zu 10 cm
lang und bildet ausgedehnte, lockere
Rasen. Der Stängel ist dicht mit reich
verzweigten,
fadigen
Auswüchsen
besetzt.
rnl Die
Mehrzahl dieser Moose lebt in
(Lebensgemeinschaft)
mit Pilzen.
UU Symbiose
Diesen feuchten Standort besiedeln auch die Flatter-Binse, das
Mädesüß und der Wasserdost. Außerdem kann man die KohlKratzdistel, die Wald-Engelwurz, den Echten Baldrian, die GrauWeide, die Schwarz-Erle und als eine der wenigen Orchideenarten
die Sumpf-Stendelwurz finden.
Zu den anderen vertretenen Moosarten zählen das Stumpenmoos,
Herzogiella seligeri, das Zypressen-Schlafmoos, Hypnum cupressiforme, die Finger-Becherflechte, Cladonia digitata, das SumpfGabelzahnmoos,
Oicranum
bonjeanii,
Rotstängelmoos,
Pleurozium schreberi, das Schönschnabelmoos,
Eurhynchium
angustirete, das Besen-Gabelzahnmoos,
Oicranum scoparium,
das Durchscheinende Georgsmoos, Tetraphis pellucida und das
Nickende Pohlmoos, Pohlia nutans.
23
ASGETORFTE FLÄCHEN MIT OFTMALS
NACKTEN TORFSTELLEN
-;!:~
1
.
••••••••
•
-
11
•
_.
•
_
••
I
•
1--
Der Sonnentau
Besenheide ~ VII-X
~
Die Besenheide ist an sonni~
gen, nährstoffarmen,
eher
trockenen Stellen zu finden.
r.iillhre
kleinen nadelförmigen
~
Blätter sind vierzeilig angeordnet und immergrün. Sie überdecken den gesamten Stängel.
Die rosa- bis violettfarbenen
Blüten der Besenheide stehen in
einer Traube und sind alle nach oben gerichtet.
Rundblättriger
Sonnentau IQI VI-VIII
~
Im Ried kommt der Sonnentau meist
~
auf nackten Torfböden vor, ganz vereinzelt auch in Torfmoosen.
("diI Seine grundständigen Blätter sind in
~
einer Rosette horizontal ausgebreitet.
Die runden Blattspreiten sind dicht mit
Drüsenhaaren besetzt, die ein klebriges
Sekret
absondern,
um
Insekten
anzulocken, festzuhalten und zu verdauen
(siehe Kinderseite).
fQ1 Diese
Art ist gefährdet
~
~
und deshalb
lJ:U geschützt.
Scheiden-Wollgras
IQI
IV-V
~
Im
Ried
wächst
das
~
Scheiden-Wollgras
gern als
Pionierpflanze in Torfstichen oder
auf offenen Torfflächen.
Die Pflanze wächst in dichten
Horsten und ihre Blätter sind
borstenförmig.
Das
oberste
Stängelblatt hat eine sehr stark
verkürzte Blattspreite und bildet
eine auffällige aufgeblasene Blattscheide. Der Blütenstand ist eine
aufrecht stehende Ähre. Bereits Ende Mai oder Anfang Juni fallen
die weißen namengebenden "Wollknäuel" des Fruchtstandes ins
Auge.
Zusätzlich trifft man hier vereinzelt noch das Alpen-Wollgras
das Weiße Schnabelried an.
24
Die Luft flimmert, die Sonne sticht. An einem drückend heißen
Sommernachmittag tanzen Stechmücken über dem Ried.
IZwischen Moosen versteckt wartet eine geheimnisvolle Pflanze
uf eine günstige Gelegenheit, eines dieser Tierchen in seine
todbringende
Falle
zu
locken.
Ihr
Name
ist:
onnentau!
eUnd schon passiert es: Eine
~>-der Mücken lässt sich von den
Blättern mit ihren glitzernden
Tropfen verführen und setzt
ich durstig darauf nieder.
Was die Fliege für einen
Wassertropfen hielt, ist in
Wahrheit
ein
tödlicher
Klebstoff. In größter Not will
die Fliege sich zappelnd
befreien und verstrickt sich
dadurch immer mehr in den
klebrigen Fäden. Doch damit
Iverschlimmert sie alles!
Die
Blattfinger
des
Sonnentaus schließen sich
fest um ihren Körper und
ersticken die Mücke.
Warum passiert so etwas
Schreckliches im Ried?
Semi erklärt es euch:
Pflanzen müssen -- genau wie du -- bestimmte
Dinge zu sich nehmen, um am Leben zu blei-ben.
" Im Ried sind einige dieser Stoffe aber kaum
oder gar nicht vorhanden. Deshalb haben sich
manche Pflanzen auf besondere Art angepasst und so ihren
Speiseplan erweitert.
Der Sonnentau ist also eine Fleisch fressende Pflanze!
und
25
6.3.
PFLANZEN AN NASSEN
STANDORTEN
VERLANDUNGSZONEN
GEN TORFSTICH
GRABEN UND GRABENRÄNDER
Ci! Er
Blut-Weiderich ~
VI-IX
"
Der Blut-Weiderich kommt vereinzelt in
I!!:.J feuchten Wiesen oder in Gräben vor.
Trockene Standorte meidet er.
Die purpurroten Blütenkerzen und die
an Weidenblätter erinnernden kreuzweis gegenständigen
Blätter geben der
Pflanze ihren Namen. Der Stängel ist vierkantig und im unteren Bereich kahl, im
Bereich des Blütenstandes behaart.
Breitblättriger Rohrkolben IQ] VI-VII
"
Der Breitblättrige Rohrkolben kommt in
I!!:.J Verlandungszonen von Moortümpeln
und in Gräben als Pionierpflanze
vor.
Allerdings werden nährstoffreiche Standorte
bevorzugt.
Die blaugrünen, bandförmigen Blätter
sind oft mehrmals gedreht und überragen in der Regel den Blütenstand. An den
dunkelbraunen weiblichen Kolben schließt
sich nach oben hin ein früh verblühender
männlicher Blütenkolben an.
Früher
wurden
die
Blätter
des
~
Rohrkolbens gerne zum Abdichten von
Fässern verwendet.
IM EHEMALI-
..
Bittersüßer Nachtschatten ~ VI-VIII
•........•.~
wächst
im
lückigen
Röhricht, in Gräben und am
Rand verlandender Moortümpel.
~
Sein Stängel ist unten holzig.
~
Die Blätter sind eilanzettlich
und laufen zu einer Spitze aus.
Am Blattgrund sitzen oft zwei seitlich abstehende
kleine Blattlappen. Die Blüten sind gestielt, ~.__ 1...-•...••..violettblau und ähneln Tomaten- oder Kartoffelblüten. Die Frucht ist
eine leuchtend rote, eiförmige Beere.
Die ganze Pflanze ist giftig, besonders die noch unreifen
~
Beeren.
t!j
r'Q1
Schnabel-Segge
IQ] V-VI
"Diese
Seggen-Art kommt häufig an
I!!:.J Tümpelufern und Gräben vor und bildet
hier oft dichte Bestände.
Ihre Stängel sind stumpf dreikantig und
im unteren Bereich glatt. Die graugrünen Blätter überragen den Blütenstand deutlich. Die auffälligen blaßgelben Schläuche
sind aufgeblasen und fast kugelig. Sie verschmälern sich plötzlich in dem zweizähnigen Schnabel.
r'Q1
Sumpfdotterblume
IQ]
Dieses feuchte Plätzchen bevorzugen auch noch der Fieberklee,
der Wasserschierling, der Zungen-Hahnenfuß, das Blutauge und
die Teichbinse.
III-X
"
Die Sumpfdotterblume wächst
allem in Sumpfwiesen, an
Gräben und an sumpfigen Stellen
im Bruchwald.
Die dunkelgrünen Blätter sind
rundlich,
am
Blattgrund
jedoch herz- oder nierenförmig.
Ihre Stängel sind hohl. Die Blüten
sind gelb und haben meist fünf Blütenblätter, die anfangs grün sind
und sich dann kräftig gelb verfärben.
I!!:.J vor
Neben diesen Pflanzen sind hier noch die Kleine Wasserlinse, der
Froschlöffel, der Ufer-Wolfstrapp, das Sumpf-Helmkraut und die
Roß-Minze zu finden.
26
MOORTÜMPEL
Schwimmendes Laichkraut ~ V-XIII
"Das
Laichkraut
kommt in einigen
I!!:.J Moorgewässern vor und bildet dort mit
seinen
Schwimmblättern
oft
dichte
Teppiche.
~
Der Stängel kann über 1 m lang wer~den.
Die langgestielten,
derben
Schwimmblätter sind elliptisch und etwa 10
cm lang. Die Blütenähren ragen über die
Wasseroberfläche heraus.
Wasserschlauch
IQJ VI-IX
"
Der Wasserschlauch kommt
~
in
alten
Tümpeln
der
Handtorfstiche wie auch in den
abgebaggerten und nicht wiederverfüllten Moorbecken vor.
Moor-Gabelzahnmoos
Dicranum bergeri
"
Das Moos kommt in Hochmoorschlenken vor und verträgt auch
~
Wasserbedeckung gut.
r:diI Es ist dunkelgrün, schwach glänzend und wird bis zu 20 cm
~
hoch. Es wächst in dichten Rasen. Die Stängel weisen einen
deutlich rostfarbenen Filz auf. Die Blätter sind aufrecht und stehen
schwach ab. Sie sind schmal zungenförmig, zugespitzt, in der oberen Hälfte am Rand gesägt.
r.iil Die
Pflanze schwimmt frei im
~
Wasser ohne Wurzeln. Die
fadenförmig fein zerteilten Blätter
sind mit zahlreichen Fangblasen
besetzt, um Kleintiere zu fangen. Die dottergelben Blütenkronen
ragen - an mehrblütigen
Blütenstängeln
sitzend - über die
Wasseroberfläche
heraus. Sie erinnern an die Blüten der
Löwenmäulchen. Sie blühen von Juni bis September.
fQ1 Bei dieser Art handelt es sich um den Verkannten
ULJ Wasserschlauch. Er ist die einzige Wasserschlauch-Art, die im
Steinacher und Oberen Ried vorkommt.
Raffinierte
Magellansches
@@.
In den Sommermonaten kann man in manchen
~
che Pflanze sehen. Sie heißt Wasserschlauch.
Dieses harmlos aussehende Pflänzchen hat es
ganz schön in sich, denn der Wasserschlauch ist
eine Fleisch fressende Pflanze.
Spitzblättriges
~
11
~J
1II
111
1II
111
Wasserflöhe
und
Hüpferlinge sind sein
Hauptnahrung. Damit
sich diese Tierchen
nähern,
gibt
der
Wasserschlauch
Lockstoffe ab. Kaum
berührt
einer der
Hüpferlinge
di
Härchen der Fangblase, öffnet sich schlagartig eine verborgene Klappe, das
Tier wird hineingesaugt und die Klappe schließt sich. Mit
Hilfe der Verdauungssäfte wird das Tierchen bis auf seinen Panzer verdaut.
28
Sphagnum mage/lanicum
"
Das Moos bildet nährstoffar~
me Bulten in Hochmooren,
manchmal
ist
es
auch
in
Schlenken
zu finden und ist
besonders
in
Westund
Mitteleuropa
der
wichtigste
Hochmoorbildner.
Es wächst dicht gedrängt in ~~
Polstern, wird 5-10 cm lang
und ist meist rötlich- bis schmutzig
purpurrot gefärbt.
Fallen im Ried Teil 2
Der Wasserschlauch
Torfmoos
111
DI
1II
Torfmoos
Sphagnum acutifolium
"
Dieses Torfmoos kommt vor
~
allem in nassen Wäldern, an
Waldrändern von Mooren, manch- Ij\':';:~q""
mal auch in Sumpfwiesen vor.
Das Moos ist steif, glanzlos
und besitzt spitze Seitenäste.
Es wird 5-15 cm groß. Das
schopfförmige
Stängelende
ist t
durch die gestutzten oberen Äste
halbkugelförmig.
Oft ist der
Stängel auch rot.
[[]
Im Schatten ist der Schopf grün, ansonsten ist er meist rot.
Im Moor finden sich außerdem noch das Bruchblattmoos
Dicranodonkium
denudatum, das Nickende
Pohlmoos
Pohlia
nutans, das Vielfrüchtige
Gabelzahnmoos
Dicranum polysetum,
das Spießförmige
Torfmoos
Sphagnum
cuspidatum,
das
Steifblättrige
Frauenhaar
Polytrichum
strictum,
das
Heideschlafmoos
Hypnum ericetorum und das Rote Torfmoos
Sphagnum rubel/um.
29
Der Stoff,
aus dem die Moore sind
6.4. DAS
RIED IM
JAHRESVERLAUF: FLORA
[TTYTPilI
I
AlM
J
Waldkiefer
Wald-Bärlapp
Gemeine Fichte
Blutwurz
Preiselbeere
Rauschbeere
I'
••
Heidelbeere
Moor-Birke
Pfeifengras
.1..1.
•
I
J
I
101
Als
N
I
0
I
Zarte Binse
Wie schafft es dieses Moos
soviel Wasser zu speichern?
Semi erklärt
Rundblättriges Wintergrün
es euch:
Das Torfmoos-pflänzchen
hat
zum
Beispiel
die
Blatttüten am Stängel (siehe
Abbildung), in denen sich
Wasser befindet. Nimmt man
eine Hand voll nassen Mooses
und quetscht es aus, so füllt
das gespeicherte Wasser ein
ganzes Glas.
Dieses Moos wächst
sehr langsam nach oben
und stirbt gleichzeitig von
unten her ab. Den abgestorbenen Teil nennt man Torf.
6000
Jahre
wuchs das
Torfmoos,
bis die Torfmächtigkeit von 6m, die im
,
·Steinacher
Ried ursprünglich herrschte,
erreicht
war.
So sehen die Blatttüten
des Torfmooses aus
30
Norwegisches Fingerkraut
I J
."~c
Schilfrohr
Cf)
Besenheide
.\lI
s
I F I M I AlM
I J I J
N l[)
lAIsTal
I
0 0 10 0
0 0
Faulbaum
0 0 0 0
0 0 10
s: Rundblättriger Sonnentau
o
., Scheiden-Wollgras
"
0 0
I J
I
F
IM
I AlM
i. •
'.1..1..
I J I J
I0
I Als
I N I 0 I
I.
Blut-Weiderich
Breitblättriger Rohrkolben
I.
Sumpfdotterblume
Bittersüßer Nachtschatten
Schnabel-Segge
•I.I.
I.
Schwimmendes Laichkraut
Wasserschlauch
o
i.
I•
I.
Blütezeit
Einer der schönen Blicke auf die Riedlandschaft
31
Legende FAUNA:
~
Vorkommen
bei Libellen:
~
~
[[]
Aussehen
K
Körpergröße
F
Flügelspannweite
Nahrung
Besonderes
Brutzeit
7.1.
Durch die Torfnutzung entstand im Steinacher und Oberen Ried
eine Vielfalt an unterschiedlichen Trocken- und Feuchtbiotopen:
Die extremen Bedingungen der noch bestehenden Hochmoorreste
bestimmen nach wie vor die Anpassung der dort siedelnden
Tierarten.
Nährstoffarmut, extreme thermische Schichtung, das
schnelle Zufrieren der Schlenken im Winter sowie das Aufheizen der
Oberfläche im Sommer bedingen eine Anpassung an extreme
Temperaturschwankungen.
Die menschlichen Eingriffe (Entwässerungsgräben,
Aushub von
Torfstichen etc.) in dieses Ökosystem führten zum einen zur
Neutralisierung des sauren Milieus im Moor und zum anderen zu
einer Ausweitung der Trockenheiden.
Die Folge der Austrocknung weiter Riedgebiete ist die Zuwanderung
nicht-riedspezifischer
Tiere von au ßerhalb. Mit zunehmender
Austrocknung des Riedes durch Verheidung und Trockenlegung
erschließen sich immer mehr Säugetiere, die in den umliegenden
Landschaften heimisch sind, diesen Lebensraum. Deshalb findet
man im Ried immer mehr Schwarz- und Rotwild.
Die Nutzung des Steinacher und Oberen Riedes führte jedoch auch
zur Entstehung zahlreicher Feuchtbiotope, deren Fauna sich kaum
von der anderer Seen- und Uferbereiche unterscheidet.
INSEKTEN
Insekten sind Tierarten, die im Laufe ihres Lebens mehrere
Gestaltwandlungen (Metamorphosen) durchlaufen. Je nach
Stadium sind sie an andere Futterpflanzen gebunden. Insekten
sind Biotopspezialisten, die auch an Extremstandorte, wie sie im
Ried vorkommen, angepasst sind. Libellen und Schmetterlinge
zählen zu ihren auffallendsten Vertretern und bilden auch den
Schwerpunkt dieses Buchkapitels. Im Ried findet man außerdem
noch: Räuberische Laufkäfer, Blattkäfer, Heuschrecken,
Springschwänze
und Milben.
Ein Superstar unter' den Tieren
"Käfer können krabbeln und fliegen."
"Ja, aber ...", sagt Semi, " ...im Ried gibt es einen Käfer, de
uch noch schwimmen und tauchen kann!! Und der heißt:
elbrandkäfer!"
Wenn du an einem Riedgewässer
tehst
und
zwischen
den
I."-:~
Wasserpflanzen
einen etwa 4cm
Käfer siehst, der einen hellen
Streifen hinter dem Kopf hat,
o ist das dieser Alleskönner.
Unter Wasser jagt er kleinere
Käfer, Kaulquappen und sogar kleine Fische.
Wie bekommt der Gelbrandkäfer aber beim
Tauchen Luft?
Semi erklärt es euch:
. Dieser Taucher trägt die Luft in winzigen
Bläschen am Körper mit sich in die Tiefe.
32
33
LIBELLEN
Die heimischen Libellenarten existieren in ihrer Form schon seit 250
Mio. Jahren. Während dieser Zeit haben sie sich auf ganz bestimmte (Gewässer-) Biotope spezialisiert. Dies wurde ihnen jedoch zum
Verhängnis: Moore und Feuchtgebiete wurden trockengelegt, noch
bestehende
Stillgewässer
sind
durch
Eingriffe
in den
Mineralhaushalt durch den Menschen gefährdet. Nie war der
Artenschwund so drastisch wie in den letzten 30 Jahren. Zwei drittel der bekannten Libellenarten sind vom Aussterben bedroht. So
zeigt uns die Libellenpopulation in eindringlicher Art und Weise
unsere Fehler im Umgang mit der Natur.
Kleine Moosjungfer (K: 30mm,
F: 40 mm)
~
Sie
ist.
eine
typische
l!!J Hochmoorlibelle und gehört
zu den ersten Arten, die man im
Frühjahr finden kann. Sie tritt häufig im Steinacher Ried auf. Diese
Libelle bleibt stets in Wassernähe
und fällt dort durch ihren unsicheren, hüpfenden, aber schnellen
Flug auf.
Azurjungfer (K: 35 mm, F: 35 mm)
f81 E~.kennbar an
ihre~ dunklen
~
Korper, unterscheiden
sich
Weibchen und Männchen an den
verschiedenfarbigen
Flecken am
Unterleib, die beim Männchen
leuchtend rot und beim Weibchen
meist leuchtend gelb ausfallen.
Schwarze Heidelibelle (K: 35 mm, F: 45 mm)
("@l Das Männchen der schwarlQJ zen Heidelibelle (Bild oben)
besticht durch seine komplett
dunkle
Färbung
mit kleinen
schwarzen Flügelmalen an der
Spitze
jedes
Flügels.
Die
Weibchen dagegen sind ockerbis schmutzig-grau gefärbt. Die
rote Heidelibelle (unten) besitzt
einen blutroten Körper.
~
Diese Art ist gut zu beobachUU ten: Setzt sie sich hin, stellt
sie ihre Flügel ruckweise nach
vorne.
Wartet
man
diese
Flügelhaltung ab, so reagiert sie
unempfindlich auf Annäherung.
Flugzeit:
Vorwiegend
im
August.
"C~•• ~lIt:::~
Das Männchen
besitzt
dazu C:;__
schwarze Flügelmale.
•
Flugzeit von Ende April bis Mitte August
f@1 Azurjungfern
sind
lQJ Kleinlibellen. Die Männchen
besitzen eine mehr oder weniger
metallisch
blaue
Farbe.
Die
Weibchen
sind dagegen eher
grünlich gefärbt. Der Hinterleib
dieser
Art
zeigt
schwarze
Abschnitte.
Durch
diese
Zeichnung unterscheiden sich die
verschiedenen Arten der Azurjungfer. Sie sind schwer auseinander
zu halten. Das Bild zeigt eine männliche Hufeisenazurjungfer.
Gemeine Binsenjungfer (K: 30 mm, F: 40 mm)
~
Blau-Grün-Mosaikjungfer
~
(K: 55 mm, F: 80 mm)
Sie ist eine der größten
l!!J und häufigsten Libellen.
Man findet sie an allen Tümpeln
im Ried.
("@l Der Hinterleib dieser Art
lQJ zeigt wie ein Mosaik blaugrüne, am Ende drei himmelblaue Flecken.
Flugzeit von Mitte Juni bis
Anfang Oktober.·
34
Häufigste Libellenart Mitteleuropas.
Ruhestellung der Tiere an aufrecht
stehenden
Binsen,
Simsen
und
Schachtelhalmen der Gewässer.
f@1lhre
A~gen s.ind intens.iv blau, Brust
Hinterleib oberseits metallisch
grün mit blauen Ringen. Das Weibchen
fällt durch seine kupferne Färbung auf.
Flugzeit von Ende Juni bis Mitte
September
lQJ und
Außerdem kommen im Ried unter anderem die Große und Kleine
~önigslibelle,
die Westliche Keiljungfer die Speerazurjungfer,
die Gemeine Winterlibelle und die Blattbauchlibelle vor.
35
Wand ungsfähige
Flugkünstler
SCHMETTERLINGE
Libellen gibt es schon seit sehr, sehr langer
Zeit. Schon vor 200 Mio Jahren, also noch vor
Erscheinen der Dinosaurier, eroberten sie die
"
Lüfte. Einiges an ihnen ist erstaunlich:
Sie
legen ihre Eier ins Wasser und die Larven
leben als Unterwasserräuber,
bis sie ihre Gestalt verwandel
und zu den Flugkünstlern werden, die wir im Ried beobachten
können.
emi erklärt,
warum sie so gut fliegen können: "Habt ihr
chon gesehen, wie pfeilschnell Libellen fliegen und trotzdem
nhalten können ohne runter zufallen?"
"Die Flügel sind aus einem harte
Material aufgebaut, jedoch sind
viele Adern darin biegsam miteinander verbunden. So stellen
sich
die Flügel
automatisch
immer in den günstigsten Winkel.
Dadurch wird die Libelle zu einem der geschicktesten
Fliege
der Natur!"
Schmetterlinge sind nicht nur besonders auffallende Farbtupfer im
Ried, sie sind auch geniale Überlebenskünstler. Durch die vollständige Verwandlung können sie als Raupe und dann als fliegendes
Insekt zwei völlig verschiedene Lebensräume besiedeln, was ihnen
bessere Möglichkeiten zur Ausnutzung vorhandener
Nahrungsquellen bietet. Da sich die meisten Arten auf bestimmte Pflanzen
spezialisiert haben, kann dies zur Bestimmung genutzt werden. Auf
diese Weise können z.B. die Raupen des Großen bzw. Kleinen
Schillerfalters voneinander unterschieden werden, da sich die
Raupe des Kleinen Schillerfalters von Pappeln, die des Großen von
Weiden ernährt.
2
3
4
Der Zyklus am Beispiel des Kleinen Nachtpfauenauges: Nach der
Paarung (Bild 1) legt das Weibchen Eier ab (Bild 2). Daraus schlüpfen Räupchen, die sich z.B. von Himbeeren ernähren (Bild 3) und
danach in einem Konkon (Bild 4) verpuppen. Im Frühjahr schlüpfen
dann die jungen Falter.
Feuchtbiotope - Lebensraum der Libellen
36
Mehr unter:
http://www.schmetterling-raupe.de
37
Zitronenfalter
Zitronenfalter ist einer der
"Der
~
wohl bekanntesten
Schmetterlinge in Deutschland. Der große Falter
wird nicht nur in Wäldern, die er
bevorzugt,
sondern auch in Gärten
regelmäßig angetroffen.
rID Seinen Namen verdankt er der
lQJ leuchtenden Gelbfärbung des
Männchens. Das Weibchen ist grünlich-weiss gezeichnet
und wird daher
Kohlweissling verwechselt.
Kleiner Fuchs
~
Er ist der häufigste
bunte
~
Schmetterling.
Auch wenn der
Kleine Fuchs keine riedtypische Art
ist wird er dennoch dort von März bis
Oktober noch häufig beobachtet.
rm Durch
oft
mit dem
Großen
rn1 Mit etwas
U!..J
seine charak.teristische
ist der Kieme Fuchs
leicht zu erkennen. Seine Oberseite
zeigt auf den Vorderflügeln je drei.
...
.
schwarze Punkte, von denen einer deutlich großer Ist, als die ande-
lQJ Färbung
Glück kann im Mai die Eiablage des Weibchens an
einem Faulbaum beobachtet werden.
Aurorafalter
"
Der mittelgroße Falter wird Ende
~
April bis Anfang Juni fast überall
noch vereinzelt bis häufig angetroffen.
Er bevorzugt eher magere, trockene
und feuchte Wiesen bereiche sowie
Dämme, Brachen und Böschungen.
r@1 Mit seinen orangeroten FlügellQJ spitzen ist der männliche Falter
unverkennbar,
das Weibchen wird II!!:::;.--dagegen meist mit Weißlingen verwechselt.
rn1 Die Art
überwintert, indem sich die Raupe im Juli oder August
Puppe an Stängel heftet. Werden im Herbst sämtliche
Wiesen gemäht, schadet dies somit solchen Arten.
U!..J als
ren.
rn1 Seine
Raupen leben die meiste Zeit sehr gesellig und können
anderen "Brennnesselraupen" dadurch unterschieden werden, dass sie gelbe Farbanteile - vor allem auf der Oberseite - besitzen.
Ui.J von
Großer und Kleiner Schillerfalter
"
Diese beiden seltenen Arten sin?
~
ein sehr wertvoller Bestandteil
des Riedes. Zu finden sind sie vor
allem auf übelriechenden Stoffen, wie
Pferdeäpfeln in der Zeit zwischen
Ende Juni bis Anfang August.
Man unterscheidet den Großen
lQJ und den Kleinen Schillerfalter
durch
die
Zeichnung
auf
der -~
•..•
Hinterflügelunterseite.
Während der weiße Keil beim
Schillerfalter
sehr kontrastreich
wirkt, ist er beim
Schillerfalter ziemlich verschwommen.
n:rt
Großen
Kleinen
rn1 Die
Raupen lassen sich durch ihre Futterpflanze unterscheiden: Die Raupe des Großen Schillerfalters frisst bevorzugt an
Weiden, wogegen die Raupe des Kleinen Schillerfalters
die
Zitterpappeln bevorzugt.
Ui.J
Mädesüß-Perlmutterfalter
"
Dieser riedtypische Falter ist ein
~
Beispiel für den Zusammenhang
zwischen
Nahrungspflanze
der
Raupen und Verbreitung.
Da die
Raupen
nur
Mädesüß
fressen,
beschränkt sich das Vorkommen vor
allem auf Feuchtwiesen mit Mädesüß.
r@1 Die Oberseite dieses SchmetterlQJ lings zeigt die für Perlmutterfalter
typische orangebraune Färbung mit schwarzen Flecken.
38
Einige weitere bemerkenswerte Tagfalterarten, die ebenfalls im Ried
vorkommen,
sind der Schwalbenschwanz,
der RandringPerlmutterfalter,
der Baldrian-Scheckenfalter,
der WeißkleeGelbling und der Silberfleck-Perlmutterfalter.
39
7.2.
AMPHIBIEN
Amphibien sind Feuchtlufttiere. Man differenziert im allgemeinen
zwischen
Schwanzlurchen
(Salamander
und Molche)
und
Froschlurchen (Frösche und Kröten). Alle Amphibien leben sowohl
im Wasser als auch an Land. So verbringen Frösche die längste Zeit
des Jahres im Wasser, während Kröten hauptsächlich an Land
leben. Deshalb haben Kröten eine trockene, warzige Haut, aus der
sie Gift absondern können. Frösche dagegen besitzen eine mit
Schleim überzogene, glitschige Haut. Durch eine immer schlechter
werdende Gewässerqualität, Austrocknung und Umweltgifte ist der
Lebensraum der Amphibien, die durch ihre sehr dünne Haut besonders empfindlich sind, gefährdet.
Auffällig sind die Wanderungen der Amphibien vom Winterquartier
(Land) zum Laichgewässer, wobei häufig das Männchen huckepack
vom Weibchen
getragen
wird. Die Wanderwege
zu den
Laichgewässern der Frösche und Kröten werden häufig durch
Straßen zerschnitten;
dadurch sind diese Tiere bedroht. In
Bereichen wie dem Steinacher Ried bildet der Lebensraum noch
eine Einheit, wodurch sich die Populationen stabilisieren können.
Wasserfrosch
~
Wasserfrösche
bevorzugen
~
Gewässer
mit
reichlich
Wasserpflanzen
und
dichter
Ufervegetation, die im Ried vielerorts vorhanden sind. Sie sind
tagsüber gut zu beobachten. Vor
allem bei sonnigem Wetter sitzen
Wasserfrösche lange Zeit reglos
zwischen Pflanzen am Ufer oder
verharren auf Blättern von Schwimmpflanzen. Bei Gefahr springt
der Wasserfrosch ins Wasser und versteckt sich im Bodenschlamm.
Er überwintert im Gewässer oder im feuchten Gelände.
r:©1 Die Oberseite der Wasserfrösche ist in der Regel grün mit
lW.I dunklerem Fleckenmuster. Die Unterseite ist grauweiß, oft dunkel marmoriert. Die Männchen fallen durch zwei gut sichtbare,
weiße Schallblasen auf.
Laichzeit: Laichballen ab Mitte April
So einfach kann man Kröten-
voneinander unterscheiden!
~
~
40
Froschlaich
in Ballen
f'
und Froschlaich
Krötenlaich
in Schnüren
Grasfrosch
~
Der Grasfrosch
bevorzugt
feuchte
~
Wiesen und sumpfiges Gelände. Er ist
hauptsächlich in der Nacht aktiv.
r@1 Der Grasfrosch
erreicht
eine
~
Gesamtlänge von 7-9 cm und ist dunkel- bis rötlich braun gefärbt. Seine Haut
weist dunkle Flecken auf. Er besitzt außerdem einen großen braunen Schläfenfleck
(Kennzeichen Braunfrösche).
r::1 Seine
Beute, zu der Insekten, Würmer
Nacktschnecken zählen, fängt er durch Vorschnellen seiner klebrigen Zunge.
Laichzeit: Laichballen Mitte bis Ende März.
L!J und
Erdkröte
~
Erdkröten sind nur zur Eiablage
~
an Wasser gebunden. Die Tiere
sind tagaktiv und leben im Ried.
r:©1 Erdkröten, die bis z~ 12 Jahre
lW.I alt werden, erscheinen grau,
braun, oliv, gelblich oder rötlich. Die
Weibchen werden größer als die
Männchen. Erdkröten besitzen eine
trockene, mit Warzen besetzte Haut.
rQllhre
Hautdrüsen sondern ein ~_ •••
ULJ milchiges, schwach giftiges Sekret ab, das auf die
Schleimhäute eines Fressfeindes brennend wirkt (Schutzfunktion).
Eischnüre werden ab März/April während der Ablage um
Pflanzenteile gewickelt.
Bergmolch
~
Aufgrund seiner weichen
~
und feuchten Haut, ist der
Bergmolch auf Feuchtgebiete
angewiesen. Man findet ihn vor
allem während der Laichzeit in
wenig tiefen, krautigen und stehenden Gewässern, sonst lebt
er meist versteckt an Uferzonen L......_---'~'""'"'- __ IL.:.:.-'-=---'-_>..::.:.'_'__'IlliO~
unter Steinen. Molche gehen erst in der Dämmerung oder nachts
auf Jagd.
r@1 Bergmolche
werden 9 bis 12 cm groß. Das Männchen ist bläu-
lQJ lich gefärbt und hat dunkle Flecken an den Flanken. Der Bauch
.-
ist orange. Das Weibchen ist oliv-braun
orangefarbenen Bauch.
und hat ebenfalls einen
41
Kleiner Frosch ganz groß
Im Frühjahr findest du in den
seichten Gebieten der Weiher und
Tümpel Ansammlungenvon glibberigen, fast durchsicht~
igen und nur wenige
(i~~
Millimeter
großen
Froscheiern,
den
sogenannten Laich.
.@
Aus diesen Eiern entwickeln sich
dann kleine
Kaulquappen.
C:?:si ~
Nach einigen Wochen sehen diese
Kaulquappen .0
schon.
aus wie
Frosch!
fast .~
7.3.
REPTILIEN
Reptilien sind wechselwarme Tiere, d.h. sie müssen Wärme aus der
Umgebung aufnehmen um aktiv zu werden. Sie sonnen sich daher
gerne. Aus diesem Grund sind Echsen und Schlangen im Ried häufig auf besonnten Steinen und Wegen anzutreffen. Im Winter ziehen
sich die Tiere zurück und fallen in die sogenannte Winterstarre.
Reptilien besitzen ein Schuppenkleid. Wächst das Tier, wird die
Schuppenhaut abgestreift. Diese Haut kann man nicht selten im
niedrigen Gebüsch finden. Unter der abgestreiften alten Haut liegt
schon die neue, deren Schuppen nur noch aushärten müssen. Die
Tiere dieser Gruppe sind meist tagaktiv.
SCHLANGEN
Ringelnatter
~
Die ungiftige Ringelnatter ist
~----~".;
~
tagaktiv und schwimmt und
;"r.:c- ..•.-:
taucht hervorragend.
Über die
~.,...'
~
t/
.1
kalte Jahreszeit zieht sie sich in
Höhlungen zurück und verfällt in ,.2.~~
tI
~;.~,;~.~ '.,
~, ••
~
Winterstarre.
.,
;;l."•...
':;-~.
~~ .. -,-r .,0'1
_-" ~\~l~~. ",;~
1"@1 Ringelnattern werden 70 bis : ~-::,:,~~-~::-:
__ \:o:~.~,,/
._.~. ,.•••.•.-;::011I ~ ~~~""
.. "'i:::
.~ e , ~""~.•~,.,~
, J !. "('. -~ ",''',.,r
lillJ 200 cm lang. Sie fallen durch !.I.
??'J
zwei weiß-gelbe Halbmonde seitlich am Kopf auf.
-,t~
ein
Nach
ungefähr
zwölf Wochen ist
der kleine Frosch
fertig
entwickelt
und
hüpft
nun
durchs Ried.
~
ry1 Sie
verschlingen ihre Beute, die hauptsächlich aus Fröschen,
l..!..J Schwanzlurchen, Kröten und kleinen Fischen besteht, wie alle
Schlangen, lebend.
Kreuzotter
-: ,~'
'I:
~
Diese Schlange zählt zu den (".-.,X "~-7
~
Giftschlangen!
Besonders an
;;.:.&"",: -. .
.-\,~,~.~.
trockenen
Stellen
wie
den ~;
...
'l.
,.~
.•
~
•.
~.~".'-~:J'l, .::.
I':!'.••-."
,,-- ", -~"~"
.~\~~
Heideflächen
und
besonnten ~\;,... i:~ 1:;..' \
\f ~';,<t~\\:W
Wegen des Riedes ist Vorsicht
geboten. Bei geringster Erregung
zischt die Kreuzotter sehr laut und
beißt sofort zu. Sie ist tags- und
dämmerungsaktiv und geht nicht ins
Ir~ ' :- y<
"\.,- ~- '" ,-.-:"',"
-1\'
'/'
,"
I', .
Wasser.
t: .
~_':-
~'.
Hier siehst du sehr
viele Frösche auf
dem Weg zu ihrem
Heimatteich um
dort ihren Laich
-: .] abzulegen
Semi sagt ...
Stell dir vor: Wenn ein Froschweibchen im Früjahr 3000 Eier
legt, so werden davon nur 2000 zu Kaulquappen; der Rest wird
gefressen oder erfriert. Nur 500 Frösche überleben den ersten
Winter und nur 2 Frösche kehren als erwachsene Frösche zum
Heimatteich zurück.
42
'_~v'
I"
., .:t: . "
:~~\t;:,
:\~!J'~
'.1
1"@1 Kreuzottern
fallen besonders durch ein dunkles. längs verlaulillJfendes
Zickzackband
am Rücken und die kreuzförmige
Zeichnung des Kopfes auf. Im Gegensatz zur Ringelnatter werden
sie nur 60 cm groß und sind giftig.
~
Sie ernähren sich hauptsächlich von Mäusen und Insekten.
43
EIDECHSEN
7.4. VÖGEL
Blindschleiche
~
Blindschleichen kommen über~
all in sonnigen bis halbschattigen, leicht feuchten Lebensräumen
vor. Das Ried ist folglich ein idealer
Lebensraum für sie. Hier findet man
sie besonders
häufig im Unterholzbereich zwischen Moosen und
Farnen, unter verrottetem Fallholz und Steinen.
Das grünlich-goldene Tier erreicht eine Gesamtlänge von 40-50
lQJcm.
Das schlangenähnliche
Aussehen der Blindschleiche
kommt daher, dass diese Eidechse ihre Extremitäten zurückgebildet
hat.
Neben den bekannten Singvögeln, wie Meisen, Drosseln oder
Finken begegnen wir in den Waldflächen des Steinacher und
Oberen Riedes dem Fichtenkreuzschnabel, dem Specht und dem
Kuckuck. Die größeren Wasserflächen besiedeln Wasservögel, darüber jagen Mauersegler. Neben diesen Brutvögeln beobachtet man
im Frühjahr und im Herbst durchziehende Watvögel, Enten und
andere Zugvögel, die das Ried nur vorübergehend als Rastplatz
oder zur Nahrungssuche nutzen. Über den angrenzenden Wiesen
kreisen Greifvögel,
wie der Wespenbussard,
der Rote und
Schwarze Milan, der Mäusebussard und der Sperber sowie verschiedene Falken.
Das Ried bietet Lebensraum für viele Vogelarten und ist deshalb als
solcher zu erhalten.
@
r"Q1
Manchmal kann die Blindschleiche einem Beutegreifer ent~
kommen, indem sie ein Schwanzstück
abwirft. Dieses
Verhalten unterscheidet sie von den Schlangen.
Zauneidechse
~
Sie ist die häufigste und am
~
weitesten
verbreitete
Eidechse in Mitteleuropa.
Die
Zauneidechse bevorzugt Wiesenund
Waldränder
sowie
Böschungen. Sie verbirgt sich oft
unter Steinen und in Erdlöchern.
r©1 Sie
erreicht
eine
.lQJ Gesamtlänge von bis zu 24 cm. Ihre Grundfarbe ist meist graubraun mit schwarzen oder braunen Flecken. Das Männchen ist
unten und seitlich hell- bis dunkelgrün.
Waldeidechse
~
Die
kleinste
deutsche
~
Eidechse besiedelt viele,
auch rauere
Lebensräume.
Daher
wird
sie
auch
Mooreidechse
oder
Bergeidechse
genannt.
Im
Gegensatz
zu
anderen ~
~
~
.=J
Eidechsen legt sie ihre Eier nicht an geschützten Stellen in der Erde
ab, sondern bringt fertig ausgebildete Jungtiere zur Welt. Dies ist
eine Anpassung an die Unwägbarkeiten ihrer unterschiedlichen
Lebensräume.
r©1 D.i.e Bergeidechse
ist g:aubraun ..mit ein~m. breiten, dunklen
lQJ Langsband. Die Unterseite der Mannchen Ist Im Gegensatz zur
grauen oder rahmfarbenen Unterseite der Weibchen rötlich gefärbt.
44
VÖGEL IN FEUCHTGEBIETEN
GEWÄSSERN
UND
Graureiher
~
Der Graureiher
besiedelt
~
fließende
und
stehende
Gewässer und hält sich im flachen
Wasser der Uferzone auf. Sein
Nest aus trockenem Reisig baut er
auf hohen Bäumen oder im dichten Röhricht. Er kommt in fast
ganz Europa vor.
r©1 Der Graureiher ist kleiner als der Weißstorch und vorwiegend
lQJ grau. Hinterkopf und Kropf haben verlängerte Federn.
Er ernährt sich von Fischen, Fröschen, Eidechsen, Mäusen,
l.!.J Insekten, Schnecken und Würmern.
Brutzeit: März-Juni
ryl
Krickente
'"
Sie
ist
die
kleinste
~
Schwimmente
Europas. Sie
bevorzugt kleine Gewässer mit dichter Ufervegetation.
f'@1Die Männchen tragen während
lQJder Paarungszeit von Oktober
bis Juni ein Prachtkleid, das vor
allem durch den kastanienfarbenen '-----l
Kopf und Hals und den breiten grünen Augenstreif auffällt.
Außerhalb der Paarungszeit sind sie unauffällig dunkelbraun.
~
Krickenten ernähren sich hauptsächlich vegetarisch.
Brutzeit: Mai-Juli
45
Stockente
"
~
in ganz Europa besiedelt.
Teichhuhn
~
Das Teichhuhn kommt in sumpfi~
gen, schlammigen Uferzonen vor
und liebt üppige Vegetation.
~~::fl~~;~:.ii~!
~j~~li~!1
Die Stockente is.t die hä~figste Wildente, die Gewasser ~
f@1 Das Männchen fällt zur
LW.J Paarungszeit durch seinen
I1illfedern,
die hell leuchten,
und
weiße
Streifen
an der
Flanke.
Außerdem hat es einen roten Schnabel mit gelber Spitze.
Das Teichhuhn ernährt sich sowohl v~n zahlreichen Insekten
~
als auch von Grasspitzen und Wasserlinsen.
Typisch ist der Schwimmstil der Teichhühner: Sie nicken beim
U!.J Schwimmen mit dem Kopf.
gelben Schnabel, den blaugrünen
Kopf, einen weißen Kragen und
zwei Paar Federlocken auf dem
Schwanz auf. Das Weibchen ist dagegen immer unscheinbar braun
mit braunem Schnabel.
r=1
rn1
fY1 Die
Stockente ernährt sich ~?rwiegend ve~eta~isch, ab~r auch
~
Wasserinsekten, Fische, Frosche und Weichtiere gehoren zu
ihrer Nahrung. Sie ist ein sogenannter Allesfresser.
Brutzeit April-Juni
Brutzeit: März-Juni
-
Reiherente
~
Sie ist eine häufig tauchende ".. __
~
Ente, die Gewässer
mit
Wasserpflanzen
und
dichter
Ufervegetation bevorzugt.
f@1 Die Reih~rente
ist bis auf
lQJ ihren weißen Bauch ganz
schwarz. Die Weibchen erscheinen bräunlich. Kennzeichnend ist
auch der Nackenschopf, der dieser Art ihren Namen verlieh.
fY1 Sie ernährt sich hauptsächlich von kleinen Wassertieren,
~
besonders von Muscheln.
Brutzeit: Mai-August
f@1 Es besitzt weiße Unterschwanz-
Kiebitz
~
Der Kiebitz besiedelt Wiesen
~
und Viehweiden in fast ganz
Europa. Er badet gerne im flachen
Wasser von Entwässerungsgräben.
f@1 Der taubengroße,
schwarz
lQJweiße Vogel fällt vor allem durch
seine lange Federhaube am Kopf
und seine weißen Backen auf.
Kiebitze ernähren sich von Käfern, Schnecken, Mück~n,
~
Würmern
und Pflanzensamen
und überwintern
Im
Mittelmeergebiet.
r=1
I
I
I
I I
rn1 Zur
Balzzeit im März zeigen die Männchen über der
Brutkolonie auffällige Balzflüge. Der Kibitz zählt zu den gefährdeten Arten.
LB.J
Brutzeit April-Juni
I
I
Blesshuhn
I
~
Das Blesshuhn ist an Seen und Teichen
~
mit Schilfrand in fast ganz Europa anzutreffen.
I
I
I
f@1 Es ist kleiner als die Stockente und an
l1ill das
Wasserleben und Tauchen angepasst. Es ist mit Ausnahme seines weißen
Stirnschildes
und Schnabels
gänzlich
schwarz.
fY1 Das Blesshuhn ernährt sich von
~
Pflanzen und Kleintieren am Ufer, auf
und unter Wasser.
[RJ
Blesshühner
verankern
Wasserpflanzen.
Brutzeit März-August
46
ihr
L-
schwimmendes
~
Nest
an
Bekassine (Riedmeckerle/Himmelsziege)
~
Sie baut ihr Nest gern in ,...,.--------:---:-:;~~:;;:-:;;.,.---I
~
feuchten Wiesen, im Moor
und im Ried.
f@1 Die Bekassine ist eine droslQJ seigroße , braun gefleckte
Schnepfe
mit
sehr
langem
Schnabel und einem deutlichen ~MLJ!!!.I~~"'&
hellen Streifen über den Augen. Ihr Bauch ist hell.
Die Nahrung der Bekassine besteht aus zahlreichen Würmern,
~
Larven und Samen.
Die Bekassine ist eine vom Aussterben bedrohte Vogelart. I.hr
ULJ schwäbischer Name .Riedrneckerle" kommt daher, dass beim
Balzflug durch das Vibrieren der Schwanzfedern ein meckernder
Laut entsteht.
ryl
rn1
Brutzeit April-Juni
47
VÖGEL IN OFFENEN GEBIETEN UND
WÄLDERN
Fitislaubsänger
"
Der Fitis bewohnt lichte Laubwälder mit
~
dichtem Unterholz, Gärten und Parks.
Er überwintert meist im Mittelmeergebiet.
Baumpieper
f@] Der circa 10 cm große Vogel ist braun-
"
Der sperlingsgroße Vogel besie~
delt die freien Flächen im Ried
und aufgelockerte
Waldungen.
Er
überwintert im tropischen Westafrika.
lQJ gelb
~
Oberseite ist gelb-braun
lQJ mit braunen Längsstreifen. Sein
Bauch ist gelblich weiß.
Er .ernährt sich von Insekten und
l..!..J Spinnen.
Mäusebussard
"
Er ist der häufigste Greifvogel bei uns. Der
~
hohe Feldmausbestand im Ried begünstigt die Jungenaufzucht. Seinen Horst baut er
meist auf Waldbäumen. Im Gegensatz zum
Turmfalken brütet der Bussard manchmal im
Ried.
1"@1 Die mit 130cm Spannweite sehr mächtilQJ gen Flügel weisen vorwiegend rötlich braune Farbtöne auf,während
die Brust hell
gefleckt ist. Sonst ist die Färbung variabel.
ry1
Brutzeit Mai-Juli
Sumpfrohrsäliger
"
Der Sumpfrohrsänger bewohnt sumpfi~
ge, busch reiche Ufergebiete, Parkanlagen und Getreidefelder. Der Zugvogel überwintert im tropischen Afrika.
Er besitzt ein unauffälliges graubraunes
lQJ Federkleid mit heller Kehle.
Su~pfrohrsänger fressen Insekten und
l..!..J Spinnen.
W
~
Nest kunstvoll
Halmen auf.
Brutzeit Mai-August
ut..J
~ce-:.
,-_.,
".~'~~".-i~
-- ..
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."~~.'.'
f
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11·
.•
...
.
(~" .
.I
,
,.,...1"
:"\J..
~
~.,..,
~
...;
Seine Beute sind kleine Säuger, Vögel und Frösche.
r"Q"1 Er jagt in offenem
ry1
UU sein
Der Fitis ist ein Insektenfresser.
Brutzeit April-Juni
W Seine
r"Q"1 Wie alle Rohrsänger
gefärbt und dem Zilpzalp ähnlich.
Gelände, wo er durch seinen weit kreisenden
Segelflug auffällt.
Brutzeit April-Juni
hängt dieser Vogel
zwischen langen
Olympiade der Tiere
Turmfalke
"
Häufigster Falke in Europa. Er ist
~
besonders an Waldrändern,
in
offenem Gelände und in der Nähe von
menschlichen Siedlungen zu beobachten. Der Turmfalke baut kein eigenes
Nest, sondern nistet in verlassenen
Tauben- und Rabenvogelnestern oder
in Türmen und Ruinen.
:tS
g~~O~@J'
Semi hat für euch die Sprungweiten
verschiedener Tiere gemessen. Wie
~
weit kannst du aus dem Stand springen?
Probier's mal aus!
W Seine Ob~rseite
~
ist, rotbraun und dunkel gefleckt. Im Gegensatz
Weibchen Sind Kopf und Schwanz des Männchens
graublau. Seine Flügelspannweite beträgt 75cm. Kennzeichnend für
Turmfalken ist auch die schwarze Endbinde des Schwanzes.
lQJ zum
Floh
Mauswiesel
Semi
"Hase
60cm
1,20m
1,50m
2,20m
ry1 Seine
l..!..J
Nah.rung sind kleine Säuger, Reptilien,
Insekten, die er auf dem Boden schlägt.
Lurche
und
[[]
Waldmaus
Frosch
50cm
48
70cm -
~
Heuschrecke
2m
Die angrenze.~den Wiesen de~ Waldseer Riedes nützt er zur
Jagd. Dort fallt er durch seinen schnellen Flug und sein
"Rütteln" auf der Stelle auf, bevor er steil auf die Beute herabstößt.
Brutzeit April-Juni
49
7.5. DAS
RIED IM
JAHRESVERLAUF:
I
J
I F I M I AlM
Hufeisen-Azurjungfer
Blau-Grün-Mosaikjungfer
Schwarze Heidelibelle
Zitronenfalter
Aurorafalter
Gr. und KI. Schillerfalter
Mädesüß-Perlmutterfalter
Kleiner Fuchs
I
~
Grasfrosch
_
J
I-I--
I F I M I AlM
tII
E Erdkröte
Bergmolch
Zauneidechse
Waldeidechse
Blindschleiche
Ringelnatter
Kreuzotter
Graureiher
> Krickente
Stockente
Reiherente
Teichhuhn
Blesshuhn
Kiebitz
Bekassine
Baumpieper
Sum frohrsänger
er
Mäusebussard
Turmfalke
•
Flugzeit
11 Paarungszeit
Brutzeit
50
J
J
•
•
I. I. I.
•• •
I.
•
'0
Fitislaubsän
I
I- ILI
I.
IJIFIMIAIMIJIJIAlslolNlol
i
I
I
J
wer da frisst ...
I Als
I
0
I N I
•••••
• •••
• •
•••
••••
••••
••••
•••
•••
••
•••
Kleine Moosjungfer
Gemeine Binsenjungfer
~fW~a~ss~e~m~os~ch~
Kuck mal,
FAUNA
I
J
I Als
I
0
I N ~
0
I
Semi zeigt euch Tierspuren im Ried
"Wow, der Specht ist ein ganz schön toller
Kerl! Wenn er den Tannenzapfen mit seinem Schnabel abgehackt hat, fliegt er
mit ihm zu einem anderen Baum und
klemmt ihn dort in ein Astloch. Um an
die Samen zu kommen, hackt er die
Zapfenschuppen ab und holt die begehrten Leckerbissen mit seiner klebrigen
Zunge hervor."
"Jedes Eichhörnchen hat seine eigene 'spezielle' Technik entwickelt, um die Nüsse zu
knacken. Junge Eichhörnchen zum Beispiel
nagen wahllos daran herum, während erfahrene Tiere am spitzen Ende eine Rille hineinnagen. In die kleine Rille steckt es sein
Schneidezähne und spaltet die Nuss so in
zwei Hälften!"
"Die Waldmaus muss zuers
die Schuppen des
Tannenzapfens abnagen,
beor sie die Samen verspeisen kann. Daher sieht der zapfen auch so ordentlich aus!"
"Kaum zu glauben, aber die kleine Waldmaus
trägt ihre erbeutete Nuss erst in ein
Versteck und nagt ein kleines Loch in die
Schale. Dann hält sie die Nuss fest und
knabbert mit ihren unteren
Schneidezähnen ein kreisförmiges Loch
hinein. Nun frisst die Maus den Kern heraus."
51
Legende
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Waldfläche
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Wiesenfläche
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Wasserfläche
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Feuchtbiotope
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Damm
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Abbaukante
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Höhenmeter über NN
Verhalten i
Ried
1. Benutze nur die Wege der eingezeichneten
Routen.
2. Halte dich fern von Wasserstellen.
3. Meide auch die oberflächlich
trocken aussehenden
Abfüllbecken, du könntest darin
einbrechen.
4. Lass Pflanzen und Tiere
am Leben: viele von ihnen
sind geschützte Arten.
5. Iss keine Beeren und Früchte,
"
sie könnten giftig sein.
55
Diese Route bietet die schönsten Einblicke in die Tier und
Pflanzenwelt des Riedes.
Länge:
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Standorte
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Routen-Tipps
1. Frösche, Libellen und Vögel tummeln sich zahlreich im und
am Weiher.
2. Neben dem Weg erstreckt sich eine Fläche, welche die für
das Ried typischen Moos- und Grashügel, Bulten genannt, aufweist.
3. Auf diesen abgetorften Flächen wächst das ScheidenWollgras.
4. An Entwässerungsgräben wie diesem blüht im Sommer der
Wasserdost.
5. Man findet auf den waldlosen, feuchten Flächen Torfmoose.
6. Vielleicht haben Sie Glück und können Reptilien, wie zum
Beispiel Eidechsen, bei ihren Sonnenbädern beobachten.
7. Schmetterlinge halten sich häufig am Waldrand und an der
anschließenden Wiesenzone auf, wo sie Futterpflanzen finden.
8. Am Rand der Pfeifengraswiese erschließen sich wunderbare
Blicke auf verschiedene Riedbiotope.
9. Hier sieht man, was aus den ehemaligen Torftaschen
(Becken, entstanden durch den Torfabbau) geworden ist,
nachdem sie mit gebrauchtem Badetorf wieder aufgefüllt wurden. Deutlich erkennt man die Unterschiede der verschiedenen Renaturierungsmethoden.
Mit dieser Route können
Sie die wichtigsten Stationen des Torfabbaus kennenlernen.
Länge: 4,0 - 5,4 km
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Feuchtbiotope
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1. Um das Ried für den Torfabbau zu entwässern wurden zahlreiche Gräben wie dieser gezogen.
2. Hier sieht man, was aus den ehemaligen Torftaschen
(Becken, entstanden durch den Torfabbau) geworden
ist, nachdem sie mit gebrauchtem Badetorf wieder aufgefüllt wurden. Deutlich erkennt man die Unterschiede
der verschiedenen Renaturierungsmethoden.
3. In diesem ehemaligen Torfstich haben sich ohne
menschliche Eingriffe Tiere und Pflanzen wieder angesiedelt.
4. Hier wächst Pfeifengras auf der verbliebenen
Hochmoorfläche.
5. Die tieferen geologischen Schichten des Riedgebiets
wurden als Kiesgrube genutzt.
6. Das .Rothaus" diente früher zur Unterbringung der
Torfstecher-Saisonarbeiter
im Ried.
7. In diesem Kleinareal kann man an hand des unterschiedlichen Niveaus der Oberflächen und des
Entwässerungsgrabens
ehemalige Torfabbauarbeiten
erkennen.
8. Am Waldrand und dem anschließenden
Wiesenbereich tummeln sich im Sommer viele
Schmetterlinge.
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Diese Route bietet einen
schönen Einblick ins Ried
und kann mit einer Rast im
Rothaus abgerundet werden.
Länge: 2,5 - 7,6 km
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Standorte
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3
Routen-Tipps
1. Der Übergangsbereich von Wald und Wiese ist ein Sammelplatz verschiedenster Pflanzen- und Tierarten. Man kann hier viel und lang beobachten.
2. Hier sieht man, was aus den ehemaligen Torftaschen (Becken, entstanden
durch Torfabbau) geworden ist, nachdem sie mit gebrauchtem Badetorf wieder
aufgefüllt wurden. Deutlich erkennt man die Unterschiede der verschiedenen
Renaturierungsmethoden.
Achtung: die dunklen Flächen meiden, man kann
hier einbrechen und versinken!
3. Diese Entwässerungsgräben wurden zur Trockenlegung des Riedes angelegt.
4. Von hier aus erblickt man eines der schönsten Feuchtbiotope im Ried mit
vielen Vögeln, Insekten und Amphibien.
5. Diese Stelle eignet sich gut, um Libellen und Schmetterlinge zu beobachten,
da sie ihre Futterpflanzen in diesem Bereich finden.
6. An diesem Weiher kann man zahlreiche Tier- und Pflanzenarten finden.
7. Neben dem Weg erstreckt sich eine Fläche, welche die für das Ried typischen kleinen Moos- und Grashügel, Bulten genannt, aufweist.
8. Das Rothaus diente früher zur Unterbringung der Torfstecher im Ried und ist
heute als Gasthaus Anlaufpunkt für Riedwanderer.
9. Reptilien, wie zum Beispiel Eidechsen, nehmen hier gerne ihr Sonnenbad.
Übrigens: der Riedmeckerlesweg ist benannt nach dem Vogel names
Bekassine oder schwäbisch .Riedmeckerle",
1O. An diesem Waldrand sind Schmetterlinge immer wieder ein schöner
Blickfang.
WIR HABEN ES GESCHAFFT!
Der Seminarkurs des Bad Waldseer Gymnasiums
2000/2001 (v.L.n.R.): Dr. Barbara Maria Wirth, Florian
Dobler, Jutta Gaidzik, Nico Hauff, Janina Holzhaus, Anja
Fuchs, Michael Mosch, Otto Sali
Keiner von uns hatte eine Vorstellung davon, was uns erwartete, als wir uns an diesem ersten Montag des Schuljahres
200012001 zum Seminarkurs trafen. Wir wussten, dass wir
einen Riedführer erstellen würden, dafür das Ried durchforsten,
Bücher wälzen, Texte schreiben und Fotos machen würden.
Wir wussten auch, dass wir die Ergebnisse dieser Arbeit in ein
Layout packen, drucken lassen und für 12.80 DM an Sie verkaufen würden.
Aber was es bedeutet, ein so umfangreiches Projekt neben der
Schule zu realisieren, davon haten wir überhaupt keine
Ahnung.
Einige Male waren wir am Verzweifeln, kurz davor, aufzugeben.
Dass Sie diesen Führer jetzt trotzdem in Händen halten, verdanken wir nicht zuletzt unseren betreuenden Lehrern Dr.
Barbara-Maria Wirth und Herrn Otto Sali, die uns Wege gezeigt
haben, den Überblick zu behalten, und uns durch ihr
Engagement immer wieder neu motivieren konnten.
Aber auch wir selbst sind über uns hinaus gewachsen, haben
viel gelernt und letzten Endes dieses Buch fertig gestellt.
Viel Spaß damit!
DANKSAGUNG
Unser Dank gilt besonders unseren Mentoren: Karl Brunner, Dr.
Eckhard Dürr, Helmut Herwanger, Ursula Hirrlinger, Rudolph
Ortlieb, Brigitte Schaud, Alfons Schäfer-Verwimp und Walter
Schön.
Für das großzügige Überlassen von Informationen und
Bildmaterial danken wir: Peter Aleksejew, Michael Barczyk, Prof.
Dr. Heiko Bellmann, Dr. Gottfried Briemle (Grünlandinstitut
Aulendorf), Markus Essler, Karl Hofer (ehem. Staatsarchiv
Ludwigsburg), Daniel Masur, Hans-Joachim Masur, Martin
Partsch, Anton Romer, Johannes Schubert, Thomas Stegmann,
Otto Steinhauser sowie Horst Weisser und Franz Renner
(Naturschutzzentrum Bad Wurzach).
Ein besonderes Dankeschön an Wolfgang Albinger für seine
unglaubliche Geduld und Genauigkeit beim Korrekturlesen.
Durch die Unterstützung seitens der Stadt Bad Waldsee insbesondere durch Oberbüqerrneister Rudolph Forcher und dem
Leiter der Kurverwaltung Walter Gschwind, dem Schulleiter des
Döchtbühl Gymnasiums aSD Karl Butscher wurde diese Arbeit
erst möglich. Das Land Baden-Württemberg förderte das
Projekt über die Agenda 21.
Folgenden Institutionen sind wir für ihre Kooperation dankbar:
Forstamt Bad Waldsee, Liebel Druck, Naturschutzzentrum Bad
Wurzach, Systemhaus ebios, Vermessungsamt Bad Waldsee.
Besonderer Dank an Sissi und Wiggerl!
BILOQUELLEN
Seite
Titel
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18 D,U
18 m
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21 u
220
Fotograf
O. Sali
O. Sali
Stadt Bad
Waldsee
B-M. Wirth
E. Dürr
(verändert)
E. Dürr
O. Sali
P. Aleksejew
P. Aleksejew
P. Aleksejew
O. Sali
P. Aleksejew
P. Aleksejew
P. Aleksejew
H. Bellmann
O. Sali
P. Aleksejew
P. Aleksejew
22 m
22u
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31
34 o.rn
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35 o.rn
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O. Sali
H. Bellmann
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H. Bellmann
P. Aleksejew
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O. Sali
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U. Hirrlinger
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W. Schön
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H. Bellmann
H. Bellmann
H. Bellmann
H. Bellmann
H. Bellmann
H-J. Masur
M. Partsch
O. Sali
H-J. Masur
M. Essler
D. Masur
T. Steg mann
H-J. Masur
M. Partsch
H-J. Masur
M. Essler
O. Sali
O. Sali
O. Sali
W. Albinger
Die Autoren
62
63
LITERATUR
SCHLICHTING,
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65
STICHWORTVERZEICHIS
Amphibien 40
Aurorafalter 38
Azurjungfer 35
Baldrian, Echter 23
Bärlapp, Wald- 15
Baumpieper 48
Becherflechte Finger- 23
Bekassine 47
Bergmolch 41
Besenheide 24
Binse, Blaugrüne 19
Binse, Flatter- 23
Binse, Zarte- 19
Binsenjungfer, Gemeine 35
Birke, Hänge- 18, 19
Birke, Moor- 18
Blattbauchlibelle 35
Blesshuhn 46
Blindschleiche 44
Blutauge 27
Blutwurz 16
Brachythecium rutabulum 19
Bruchblattmoos 29
Bruchwälder 21
Gabelzahnmoos, Besen- 23
Gabelzahnmoos, Moor- 29
Gabelzahnmoos, Sumpf- 23
Gabelzahnmoos, Vielfrüchtiges 29
Gelbling, Weißklee- 39
Gelbrandkäfer 33
Georgsmoos, Durchscheinendes 23
Glazialmorphologie 6
Gletscher 7
Grasfrosch 41
Graureiher 45
Grundwassermoor 8
Grünstängelmoos 19
Moosjungfer, Kleine 34
Nachtschatten, Bittersüßer 27
Nachtkerze 19
Nasse Standorte 26 ff
Niedermoor 8
Nutzung des Riedes 10 ff
Olympiade der Tiere 48
Pappel, Zitter- 19
Pastinak 19
Perlmutterfalter, Mädesüß 38
Perlmutterfalter, Randring 39
Perlmutterfalter, Silberfleck 39
Pfeifengras 18
Pflanzenwelt des Riedes 14 ff
Pleurozium schreberi 23
Pohlmoos, Nickendes ?3, 29
Pohlia nutans 23, 29
Polytrichum formosum 23
Polytrichum strictum 29
Preiselbeere 16
Pseudoscleropodium purum 19
Hahnenfuß, Zungen- 27
Heidelbeere 17
Heidelibelle, Schwarze 35
Heideschlafmoos 29
Helmkraut, Sumpf- 26
Herzogiella seligeri 23
Himmelsziege 47
Hochmoor 8
Hochmoorschild 18
Hylocomium splendens 22
Hypnum cupressiforme 23
Hypnum ericetorum 29
Rauschbeere 16, 17
Rhytidiadelphus squarosus 19
Reiherente 46
Reptilien 43
Riedbiotope 12,13
Riedmeckerle 47
Ringelnatter 43
Rohrkolben, Breitblättriger 26
Rosmarinheide 18
Rotstängelmoos 23
Routen durch das Ried 56 ff
Runzelpeter, Großer 20
Runzelpeter, Sparriger- 19
Cladonia digitata 23
Dicrandontium denudatum 29
Dicranum bergeri 29
Dicranum bonjeanii 23
Dicranum polysetuni 29
Dicranum scoparium 23
Eichhörnchen 51
Eidechse 44
Endmoräne 6,7
Engelwurz, Wald- 23
Erdkröte 41
Erle, Schwarz- 23
Etagenmoos 22
Eurhynchium angustirete 23
Fallen im Ried 25,28
Feuchte Standorte 21 ff
Faulbaum 22
Fichte, Gemeine 15
Fieberklee 27
Fingerkraut, Norwegisches 20
Fingerstrahl, Einjähriger 19
Fitislaubsänger 49
Flugkünstler 36
Frauenhaarmoos 23
Frosch 42
Froschlöffel 26
Fuchs, Kleiner 39
66
Insekten 33 ff
Jahresverlauf (Flora) 31
Jahresverlauf (Fauna) 50
Karten 52 ff
Katzenschweif, Kanadischer 19
Kaulquappe 42
Keiljungfer, Westliche 35
Kiebitz 47
Königslibelle, Große u. Kleine 35
Kratzdistel, Kohl- 23
Kreuzotter 43
Krickente 45
Kurzbüchsenmoos, Krücken- 19
Laich 40,42
Laichkraut, Schwimmendes 27
Leucobryum glaucum 22
Libellen 34 ff
Mädesüß 23
Mäusebussard 49
Minze, Roß- 26
Moorentstehung 8,9,30
Moortümpel 27
Moorwald 15
Moorwiesen 21
Moosbeere 18
Mosaikjungfer, Blau-Grün- 34
-
Schachtelhalm, Acker- 19
Schilfrohr 21
Schillerfalter, Goßer u. Kleiner 39
Schlangen 43
Schmelzwasserstausee 6,7
Schmetterlinge 37 ff
Schnabelried, Weißes 24
Schönschnabelmoos 23
Scheckenfalter, Baldrian- 39
Schwalbenschwanz 39
Segge, Schnabel- 27
Sonnentau, Rundblättriger 24,25
Specht 51
Speerazurjungfer 35
Sphagnum acutifolium 29
Sphagnum cuspidatum 29
Sphagnum magellanicum 29
Sphagnum rubellum 29
Spuren 51
Steinklee 19
Steinquendel 19
Stendelwurz, Sumpf- 23
Stern moos, Wellenblättriges 20
Stockente 46
Stumpenmoos 23
Sumpfdotterblume 26
Sumpfrohrsänger 48
Tannenzapfen 51
Teichbinse 27
Teichhuhn 47
Tetraphis pellucida 23
Thuidium delicatulum 19
Thuidium tamariscinum 23
Thujamoos, Tamariskenblättriges 23
Thujamoos, Zartes 19
Tierwelt des Riedes 32
Torfabbau 10,11
Torfmoos, Magellansches 29
Torfmoos, Rotes 29
Torfmoos, Spießförmiges 29
Torfmoos, Spitzblättriges 29
Trockene Standorte 15 ff
Turmfalke 49
Verhalten im Ried 55
Verlandung 9
Verlandungszonen 27
Vögel 45
Wachtelweizen, Wiesen 18
Waldeidechse 44
Waldkiefer 15
Wasserdost 23
Wasserfrosch 40
Wasserlinse, Kleine 26
Wasserschierling 27
Waldmaus 51
Wasserschlauch 28
Weide, Grau- 19, 23
Weiderich, Blut- 26
Weißmoos, Gemeines 22
Widertonmoos, Moor- 29
Wintergrün, Rundblättriges- 20
Winterlibelle, Gemeine 35
Wolfstrapp, Ufer- 26
Wollgras, Alpen- 24
Wollgras, Scheiden- 24
Zauneidechse 44
Zeittafel 68
Zitronenfalter 38
Zypressenschlafmoos 23
67
1732·
1799:
1806:
1834
1850:
1850
1876
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Eine aus Stadt (Bad Waldsee), Grafschaft (Waldburg Wolfegg) und Kloster (St. Peter) bestehende
Kommission entschließt sich, dass ein Teil des Riedes urbar
gemacht werden soll.
Das Ried wird durch Gräben entwässert. Im gleichen Jahr
w räen Wege angelegt.
Da Holz knapper und teurer wird, teilt man das Ried auf und
überlasst den Bürgern Parzellen, um dort Torf als
Brennmaterial stechen zu können.
In der Oberamtsbeschreibung von Waldsee wird berichtet,
.Torfstiche finden sich hauptsächlich zu Waldsee, Steinach
[.. .J, besonders im Aulendorfer Thann, wo die gräfliche
Standesherrschaft jährlich allein über 700.000 Stück steeben lässt." Außerdem würden "die abgestochenen Plätze
in der Regel wieder geebnet, gehörig entwässert und zur
Holzkultur oder als Wiesen benutzt"
Die Eisenbahnlinie Ulm - Friedrichshafen wird gebaut. Nun
ird Torf auch als Heizmaterial für Loks benutzt.
'IV rscliliedene Versuche der Torfveredelung schlagen
f 111:1850-1853versucht die "Württembergische Torfverkohlungsgesellschaft" aus Torf Kohle zu machen. Wenige
Jahre später wird ausprobiert, ob man den Torf mittels
Dampfeinströmung pressen und trocknen kann
(l858). Auch die "Württembergische
Actiengesellschaft für Kugeltorffabrikation" hat 1865 keinen
E olg, da alle diese Methoden zu aufwändig
und teuer waren. Nach diesen Fehlschlägen setzt der Graf
von Königsegg auf den Handtorfstich. Um aber die Arbeit
zu erleichtern, baut man ein Netz aus Schienen auf, auf
denen Rollwagen fahren und den Torf transportieren können. Überreste dieser Bahnen kann man noch heute sehen,
zum Beispiel der Heidekrautweg.
Bau einer 1275 m langen Privatbahn vom Herdtle zum
Rothaus um den Torf aus dem Ried zu holen und beim
Herdtle auf die Staatsbahn zu verladen. Die Grafschaft
beschäftigte im Sommer bis zu 300 Personen und im
Winter etwa 80. Darunter waren auch Saisonarbeiter aus
Italien und Polen, die im Rothaus gelagert haben.Da sich
die vorherigen Versuche einer maschinellen
Torfgewinnung nicht rentierten, werden erst ab etwa 1900
äschinen (Presstorfmaschinen) dafür eingesetzt. Durch
tHese P.roduktionssteigerung wurde Torf sogar in die
Schweiz exportiert. Bis in die 30er Jahre wird die
Torfproduktion beibehalten.
Nach dem 2. Weltkrieg gibt es vorübergehend eine intensive Nutzung des Rieds, da Heizmaterial knapp ist.
In Waldsee wird ein medizinisches Moorbad eröffnet.
Der Torfabbau für die Nutzung als Badetorf wird eingestellt.
DAS TEAM
Arbeitsbereich
Autoren
Mentoren
Flora
Jutta Gaidzik
Nico Hauff
Helmut Herwanger
Alfons SchäferVerwimp
Fauna
Anja Fuchs
Michael Mosch
Jutta Gaidzik
Ursula Hirrlinger
Walter Schön
Rudolf Drtlieb
Brigitte Schaud
Daniel Masur
Geologie/Geomorphologie
Jutta Gaidzik
Janina Holzhaus
Barbara Wirth
Eckhart Dürr
Nutzungsgeschichte
Janina Holzhaus
Helmut Herwanger
Karl Brunner
Anton Romer
Abbildungen
und SemiSeiten
Janina Holzhaus
Barbara Wirth
Florian Dobler
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.:(j Karten &
:3
Michael Mosch
Tabellen
~:a Layout
Landschaftsskizzen
Korrekturlesung
Florian Dobler
Otto Sali
Wolfgang Albinger
BARBARA WIRTH
Orro SAU
BAD WAlDSEER
RIEDGEBIETE
EIN NATUR- UND
WANDERFÜHRER
DURCH DAS STEINACHER
UND DAS OBERE RIED
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