Fakten zu Mord in Carnuntum - Lesen in Tirol

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Fakten zu Mord in Carnuntum
Vorbemerkung
Das Skriptum „Fakten zu Mord in Carnuntum“ bietet zum Buchklub
GORILLA-Band 37 Mord in Carnuntum jene Hintergrundinformationen zum Buch, die ursprünglich auf der Buchklub-Cybertour publiziert wurden.
Viel Erfolg mit den Buchklub-Taschenbüchern aus der Reihe GORILLA
und im Speziellen mit dem Band Mord in Carnuntum
wünscht
Reinhold Embacher
Impressum
Herausgeber: Österreichischer Buchklub der Jugend
Leitung der Herausgabe: Mag. Gerhard Falschlehner, Mayerhofgasse 6, 1040 Wien; Tel.: (01 ) 505 1754-0
Redaktion: Mag. Reinhold Embacher
Grafische Gestaltung: Mag. Reinhold Embacher
© Buchklub 2016
www.buchklub.at
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Fakten zu Mord in Carnuntum
Inhalt
AUSTRIA ROMANA
Provinzen .......................................................................... 4
Städte ................................................................................ 5
Straßen .............................................................................. 6
GERMANEN
Völker ................................................................................ 7
Lebensweise ...................................................................... 8
Kriege ................................................................................ 9
CARNUNTUM I
Das Forum ....................................................................... 10
Villa des Lucius ............................................................... 11
Thermen .......................................................................... 13
Amphitheater .................................................................. 14
CARNUNTUM II
Das Militärlager .............................................................. 15
Legionen ......................................................................... 16
Limes ............................................................................... 17
MARC AUREL
Lebenslauf ....................................................................... 18
Philosophie ..................................................................... 19
Tod und Nachfolge .......................................................... 20
LINKS ...................................................................................... 21
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AUSTRIA ROMANA
Provinzen
Bevor die Römer den Alpenraum eroberten, hatten sie wirtschaftliche Kontakte zum keltischen
Königreich Noricum. Im ganzen römischen Reich war das norische Eisen wegen seiner Härte
und Qualität begehrt. Aber auch die Goldvorkommen in den Alpen weckten das Interesse der
Römer.
Die Eroberung des Alpenraums
Unter Kaiser Augustus (31 v Chr. - 14 n. Chr.) änderte sich die Situation. Der Kaiser wollte die
Grenzen des Imperiums nach Norden ausdehnen, um Italien sicherer vor den immer wieder
eindringenden Germanen zu machen. Die Stiefsöhne
des Kaisers, Drusus und Tiberius besetzten 15 v. Chr.
Nordtirol und Vorarlberg. Die beiden Länder wurden
Teil der Provinz Rätien, die auch große Teile Bayerns
und der Schweiz umfasste. Österreich östlich des Zillertals wurde als Provinz Noricum dem römischen Reich
angeschlossen. Ganz im Osten gehörten das Wiener
Becken sowie das Burgenland zur Provinz Pannonien,
die sich weit ins heutige Ungarn hinein erstreckte.
Austria Romana
Die Donau als Limes
Die nördliche Grenze des Imperium Romanum bildete somit die Donau. Damit war die Grenze relativ leicht zu verteidigen. Die Römer gründeten zahlreiche Städte, die teilweise bis heute
bestehen. Auch die von den Römern gezogenen Grenzen zwischen den Provinzen gibt es teilweise noch. So bildet nach wie vor das Zillertal die Grenze zwischen der Diözese
(Kirchenprovinz) Innsbruck und der Erzdiözese Salzburg.
Donaulimes
Bildquelle Landkarte: CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=70450
Bildquelle Limes: By Ziegelbrenner [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (http://
creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
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AUSTRIA ROMANA
Städte
Carnuntum war die bedeutendste Stadt in Pannonien. Sie entstand am wichtigen Verkehrsknotenpunkt zwischen Limesstraße und Bernsteinstraße. Ihr Ursprung geht auf ein Winterlager
zurück, das die Römer 6 n. Chr. errichteten. Kaiser Trajan machte Carnuntum 106 n. Chr. zur
Hauptstadt Oberpannoniens. Als Kaiser Marc Aurel gegen die Markomannen kämpfte, wählte
er Carnuntum zu seinem Stützpunkt. So war die Stadt an der Donau einige Jahre lang das
Zentrum des Imperium Romanum.
Vindobona
Weniger Bedeutung als Carnuntum hatte Vindobona (Wien). Auch hier gab
es ein Legionslager, allerdings wurde die Stadt während der Markomannenkriege arg in Mitleidenschaft gezogen. Am Michaelerplatz kannst
du noch heute die Reste des römischen Vindobona sehen.
Städte in Noricum
Das Zentrum der Provinz Noricum bildete eine Stadt, deren antiken Namen
wir nicht kennen. Die sogenannte „Stadt auf dem Magdalensberg“ nördlich
von Klagenfurt war ein wichtiger Handelsplatz für norisches Eisen. Aus dieser Siedlung stammt der vielleicht bedeutendste Fund des römischen Österreichs: der Jüngling vom Magdalensberg. Die Statue steht heute im
Kunsthistorischen Museum in Wien.
Weitere Städte dieser Provinz waren Aguntum in
der Nähe von Lienz in Osttirol, Teurnia bei
Spittal an der Drau, Iuvavum (Salzburg) sowie
die Donaustädte Lauriacum (Lorch bei Enns) und
Ovilava (Wels).
Städte in Rätien
In der Provinz Rätien lag mit Brigantium
(Bregenz) nur eine bedeutende Stadt auf dem
Boden des heutigen Österreichs.
Jüngling vom
Magdalensberg
Stadttor von Aguntum (bei Lienz)
In Innsbruck gab es nur das Heerlager Veldidena. Heute noch erinnert der Stadtteil Wilten an
den Namen. Hier lebte auch die älteste namentlich bekannte Tirolerin. Wir kennen sie, weil
sie Opfer eines Diebstahls wurde und auf ein Täfelchen folgenden Fluch schrieb:
Secundina bittet die Götter Mercur und Moltinus, dass sie den, der ihr 14 Denare und
zwei Draucus gestohlen hat, verfolgt, ihm das wieder wegnimmt, ihn von denen, die er
am liebsten hat, entfernt und ihn vor Gericht bringt.
(gekürzt nach Gerhard Reiter: Latein-Forum 16, 1992)
Bildquelle Aguntum: bilder.tibs.at/Reinhold Embacher
Bildquelle Jüngling: von de:Benutzer:Griensteidl (Eigenes Werk) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) oder CC-BYSA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons
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AUSTRIA ROMANA
Straßen
Die Römer waren hervorragende Straßenbauer. Das hatte zunächst militärische Ursachen. Je
größer das Imperium wurde, desto wichtiger war es, Soldaten von einer Provinz in die andere
zu bringen. Die Straßen waren gepflastert und liefen, sofern es vom Gelände her möglich
war, geradlinig von Ort zu Ort. Die Via Appia, die bekannteste der Römerstraßen, führte von
Rom nach Brindisi in Süditalien.
Wichtige Verkehrswege
Aber auch durch die Provinzen
auf dem Gebiet des heutigen
Österreichs liefen Römerstraßen:
Von Carnuntum nach Passau
verlief die Limesstraße entlang
der Donau. Von Carnuntum nach
Süden führte die Bernsteinstraße
durch das Burgenland weiter zur
Adria. Auch die Alpen konnten
auf Römerstraßen überquert
werden. Tirol war damals schon
ein Transitland. Die HauptverbinRömerstraße in Carnuntum
dung führte jedoch nicht über
den Brenner, sondern weiter westlich über den Reschenpass, das Inntal und über den Fernpass ins bayerische Augsburg, der Hauptstadt der Provinz Rätien.
Meilensteine
Entlang der Straßen zeigten Meilensteine die Entfernung zu den nächstgelegenen Städten an.
Für Archäologen sind die zwei Meter hohen, oft mit Inschriften versehenen Steine wichtige
Hinweise auf das Straßennetz der Römer. Die Kaiser nützten die Meilensteine auch dazu, sich
hervorzuheben und ihre Leistungen im gesamten Reich bekannt zu machen. Dies zeigt die Inschrift auf einem Meilenstein aus Veldidena (Wilten in Innsbruck):
Kaiser Septimius Severus, Sieger über die Araber und Adiabener, größter Besieger der
Parther, Oberpriester, Konsul, Vater des Vaterlandes ... stellte die Straßen und Brücken
wieder her. Von Augsburg 110 Meilen.
Tavernen
Entlang der Römerstraßen gab es Landhäuser (villae) für die Reichen und Gasthäuser
(tabernae) für die gewöhnlichen Reisenden. Die Tavernen waren oft von niedriger Qualität.
Die Reisenden mussten sich auch vor Dieben in Acht nehmen.
Bildquelle: bilder.tibs.at/Reinhold Embacher
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GERMANEN
Völker
Nördlich des römischen Reiches lag das sogenannte freie Germanien. Allerdings gab es nie
ein einheitliches Volk von Germanen, sondern zahlreiche Stämme, die eine ähnliche Sprache
und teilweise auch eine ähnliche Lebensweise hatten.
Der Name Germanen existiert heute noch in der englischen Bezeichnung für Deutschland
(Germany). Viele Germanenstämme, die mit den Römern teils befreundet, teils im Krieg waren, sind heute noch zumindest dem Namen nach anzutreffen.
Stämme
Wusstest du, dass im Südwesten Deutschlands heute noch Alemannen leben? Auch die Sachsen gibt es heute noch in Ostdeutschland. Die nach Großbritannien ausgewanderten Angeln
und Sachsen gaben England und seinen Bewohnern (Angelsachsen) den Namen. Andere, die
Burgunder nämlich, wanderten nach Frankreich aus, wo eine Landschaft namens Burgund
liegt.
Einen besonders schlimmen Ruf hatten die kriegerischen Vandalen, die ursprünglich aus
Nordeuropa stammten. Heute noch spricht man von einem Vandalen, der seine Zerstörungswut nicht kontrollieren.
Die Markomannen, gegen die Kaiser Marc Aurel Krieg führen musste, lebten im heutigen
Böhmen, einem Teil der Tschechischen Republik. Ihre Spuren verlieren sich in der Geschichte.
Nach dem Jahr 400 werden sie nicht mehr erwähnt.
Die Römer konnten sich nur mit Mühe die Namen der vielen Germanenstämme merken. Immerhin versuchten Cäsar oder Tacitus in ihren Beschreibungen Germaniens Ordnung in die
verschiedenen Stämme zu bringen.
Germanenstämme um 50 n. Chr.
Bildquelle: Von Karl Udo Gerth - Eigenes Werk, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5819588
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Fakten zu Mord in Carnuntum
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Germanen
Lebensweise
Die Germanen lebten in kleinen Dörfern. Die Häuser waren aus Holz und besaßen keine
Fenster. Eine besondere Form waren die Grubenhäuser, deren Giebel bis zum Erdboden
reichten und deren Innenräume bis zu einem Meter in die Erde versenkt waren. Grubenhäuser dienten vor allem als Werkstätten und aufgrund der kühlen Temperaturen als Lagerräume. Die Germanen legten wenig Wert darauf, ihre Siedlungen durch Wälle oder Zäune zu
schützen.
Gesellschaft
Die Germanen trugen als
Zeichen ihrer Freiheit die
Haare lang. Daneben gab
es die Halbfreien
(Knechte) und Rechtlose
(Kriegsgefangene und
Sklaven). Die freien Männer trafen sich zum Teil
monatlich, zum Teil alle
paar Jahre, um wichtige
Entscheidungen zu treffen. Diese Ratsversammlung bezeichnet man als
In einem Germanendorf
Thing. Auf dem Thingplatz
wird über die Wahl von Königen, aber auch über Krieg und Frieden oder über Rechtsfragen
abgestimmt. Ein Germane war zur Teilnahme an der Versammlung berechtigt, wenn er Waffen tragen durfte. Die Waffen waren für die Germanen besonders wichtig. Daher schlugen
sie, wenn sie in der Ratsversammlung einer Sache zustimmten, ihre Waffen zusammen. Durch
lautes Murren drückten sie aus, dass sie gegen einen Antrag waren.
Wirtschaft
Was immer die Germanen brauchten, stellten sie selbst her. Die meisten waren Bauern, doch
brauchte es auch spezialisierte Handwerker wie Tischler, Töpfer oder Schmiede. Diese erhielten für ihre Leistungen kein Geld. Das kannten die Germanen nicht. Sie betrieben einen
Tauschhandel mit den Produkten, die sie herstellten oder aus der Landwirtschaft und der Jagd
zur Verfügung hatten.
Schrift
Die Germanen verwendeten eine eigene Schrift. Die Schriftzeichen heißen Runen. Diese wurden in Holz oder Stein geritzt und hatten im Glauben der Germanen magische Kräfte. Allerdings konnten nur sehr wenige Germanen lesen und schreiben.
Bildquelle: By Michael Fiegle (Own work (Original text: Eigene Fotografie)) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or
CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons
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Fakten zu Mord in Carnuntum
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Germanen
Kriege
Zwischen Römern und Germanen kam es immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Bereits 113 v. Chr. fielen die germanischen Stämme der Kimbern und Teutonen im römischen Reich ein und verbreiteten Furcht und Schrecken. Auf dem Gebiet des heutigen Österreich kam es zur Entscheidungsschlacht. Die Germanen waren drauf und dran, die Römer völlig zu vernichten, da setzte ein Gewitter ein. Die Germanen sahen darin eine grollende Warnung ihres Wettergottes Donar und zogen sich zurück. Weitere Kämpfe folgten. Erst gut 20
Jahre später gelang es den Römern, die gefährlichen Eindringlinge zu schlagen.
Julius Cäsar
Julius Cäsar ging ein halbes Jahrhundert später zum Gegenangriff über. Er wollte Germanien
erobern und ließ von der Provinz Gallien aus Brücken über den Rhein errichten. Doch der
größte Feldherr der Römer musste sich wieder zurückziehen. Er erkannte den Fluss Rhein als
Grenze zu Germanien an.
Augustus
Auch Kaiser Augustus unternahm einen Versuch, Germanien zu erobern. Da es am Rhein immer wieder zu Unruhen gekommen war, fasste er den Plan, Germanien bis zum Fluss Elbe
unter römische Herrschaft zu bringen. Seine Stiefsöhne Drusus und Tiberius eroberten den Alpenraum und dehnten das Imperium Romanum bis an die Donau aus. Der Plan, Marbod, den
König der Markomannen, zu unterwerfen,
misslang ebenso wie der Versuch, von den
Germanen östlich des Rheins Steuern einzutreiben. Varus, der Feldherr des Augustus, wurde von den Germanen im Teutoburger Wald 9 n. Chr. vernichtend geschlagen. Drei Legionen gingen verloren,
sodass Augustus den Ausspruch getan haben soll: „Varus, Varus, gib mir meine Legionen wieder!“
Schlacht zwischen Römern und Germanen
Marc Aurel
Ab dem 2. Jahrhundert wollten immer mehr Germanen ins römische Reich einwandern. Der
Druck auf die Donaugrenze wurde immer größer. Während der Regierungszeit des Marc Aurel
(161-180) kam es zu mehreren Kriegen gegen die Markomannen. Der Kaiser wählte Carnuntum zu seinem Stützpunkt und konnte die Angreifer gerade noch abwehren.
Die folgenden Jahrhunderte brachten den Römern immer wieder Kriege mit germanischen
Stämmen. 410 plünderten die Westgoten Rom. Das Weströmische Reich ging schließlich unter, als der letzte weströmische Kaiser, Romulus Augustulus, 476 vom Germanenfürsten Odoakar abgesetzt wurde.
Bildquelle: von Friedrich Tüshaus 1832-1885 („Der Spiegel“ 11/2007 S. 143) [Public domain], via Wikimedia Commons
Fakten zu Mord in Carnuntum 10
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Carnuntum I
Das Forum
Das Forum war der Hauptplatz einer antiken Stadt. Es war nicht nur Mittelpunkt der Verwaltung, sondern auch das Zentrum gesellschaftlichen und religiösen Lebens. So finden sich auf
einem Forum neben dem Rathaus (Curia) auch das Gericht, Tempel und Markthallen. Das Forum befand sich meist an der wichtigsten Kreuzung der Stadt und galt als ihr Aushängeschild.
Daher wurden die Foren der Städte auch großzügig angelegt und prächtig ausgestattet.
Um das Jahr 2000 gelang es Wiener Wissenschaftlern mit einem Bodenradar das seit über
hundert Jahren gesuchte Forum von Carnuntum zu finden. Zur Blütezeit Carnuntums befand
sich hier das Zentrum des öffentlichen Lebens. Prächtige Gebäude, wie der Sitz der Stadtregierung, Markthallen und Verwaltungsbauten, umgaben einen großzügig angelegten Platz.
Das Forum in Carnuntum wurde an der Limes-Straße auf einem Hang errichtet, der nach
Norden zur Donau abfällt. Die 142 x 65 m große Anlage gliedert sich in drei Teile. Im Norden
des Platzes lag eine Markthalle (Basilika), der eine Ladenreihe vorgelagert war. Im Süden begrenzten Gasthäuser (Tavernen) das Forum. Den Platz beherrschte ein großer Tempel, das
Capitolium.
Da das Forum noch nicht ausgegraben, sondern nur mit dem Bodenradar vermessen ist, kann
nur vermutet werden, dass es in der Regierungszeit Kaiser Hadrians (117 bis 138 n. Chr.) gebaut worden ist. In diese Zeit fiel auch die Stadterhebung der Zivilstadt von Carnuntum.
Blick auf das Forum von Carnuntum (Rekonstruktion)
Bildquelle: bilder.tibs.at/Reinhold Embacher
Fakten zu Mord in Carnuntum 11
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Carnuntum I
Villa des Lucius
Das Haus, in dem Julia mit ihren Eltern wohnt, bietet einen Luxus, wie ihn der Militärtribun
und seine Frau auch von Rom kennen. Eine der Attraktionen des Archäologieparks Carnuntum ist eine Villa eines Tuchhändlers namens Lucius.
Der Wiederaufbau des Gebäudes erfolgte mit nachgebauten römischen Kellen, Meißeln und
Hämmern. Für den Mörtel verwendete man wie zur Römerzeit Flusssand und Kalk. Für die
Dachkonstruktionen wurden möglichst alte, wie zur Römerzeit mit der Axt behauene Balken
aus Abbruchhäusern und Scheunen der Umgebung verwendet. Auch die für die Römerzeit typische Fußbodenheizung (Hypokaustum) wurde nachgebaut.
Von außen wirkte ein römisches Haus nicht sehr einladend, oft waren die Außenwände nicht
verputzt, Fenster gab es keine oder nur wenige. Die Räumlichkeiten des römischen Hauses
waren um einen geräumigen Innenhof (Atrium) angesiedelt, der Zentrum des Hauses war.
Das Atrium entwickelte sich zur Empfangshalle. In der Mitte des Atriums war ein Becken
(Impluvium) eingelassen, in das Regenwasser durch ein Loch im Dach tropfte.
Vom Atrium aus gelangt Julia in die einzelnen Schlafzimmer (cubicula), aber auch ins Esszimmer der Familie (triclinium): Auch gibt es im hinteren Bereich der Villa einen Garten, der von
einem Säulengang eingerahmt und mit Mosaiken, Pflanzen, Springbrunnen, Statuen und
Wandmalereien verziert ist. Hier ist es im Sommer angenehm kühl, sodass die Familie des Tribuns manchmal im Freien isst.
Weitere Räume in der Villa des Militärtribunen sind ein geräumiges Bad (balneum), das Tablinum, in dem Valerius Maximus arbeitet, und natürlich die Küche (culina).
Villa des Lucius (Rekonstruktion)
Bildquelle: bilder.tibs.at/Reinhold Embacher
Fakten zu Mord in Carnuntum 12
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Carnuntum I
Haus des Lucius, Seitenansicht (Rekonstruktion)
Wohnraum im Haus des Lucius (Rekonstruktion)
Bildquelle: bilder.tibs.at/Reinhold Embacher
Fakten zu Mord in Carnuntum 13
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Carnuntum I
Thermen
Eines der größten Projekte des heutigen Archäologischen Parks Carnuntum ist die Errichtung
einer römischen Therme (großes öffentliches Bad). Der Bau einer Therme ist durch den Ablauf
des Badevorganges bestimmt: Man begab sich zuerst in den Auskleideraum (Apodyterium),
der mit einzelnen Nischen für die Kleidung ausgestattet war. Bei den Auskleideräumen befanden sich meist Toiletten. Dann begann das stufenweise Aufwärmen des Körpers in den Wasserbecken des Kaltbades (Frigidarium) und anschließend in den trockenen Durchgangsräumen des Warmbades (Tepidarium). Die Höchstbelastung für den Körper war das Heißbad
(Caldarium), wo in kleinen Wannen gebadet wurde. Im Heißbad herrschte eine hohe Raumtemperatur, die durch eine Unterbodenheizung (Hypokaustum) erreicht wurde.
Freizeitangebot
Vor oder nach dem Caldarium kam das Sudatorium, ein Schwitzbad, vergleichbar mit einer
Sauna. Gebadet wurde generell nachmittags bis abends, eine Glocke signalisierte die Öffnungszeit. Der Besuch einer Therme dauerte mehrere Stunden und ist mit dem Besuch eines
Freizeitparks in unserer Zeit vergleichbar. Neben den eigentlichen Bädern gab es Imbissstände, Sportplätze, Gärten und Arztpraxen.
Apodyterium
Liegen in der Therme
Frigidarium
Latrinen
Bildquelle für alle Bilder: By Wolfgang Sauber (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0
(http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Fakten zu Mord in Carnuntum 14
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Carnuntum I
Amphitheater
Bis zu 12.000 Besucher strömten durch die beiden großen Holztore des Amphitheaters der
Zivilstadt von Carnuntum und jubelten den öffentlichen Theateraufführungen, Gladiatorenoder Tierkämpfen von den Sitzreihen aus zu. Diese Sitzreihen stiegen stufenweise um die oval
angelegte Arena an. Die Arenamauer ist heute noch stellenweise über zwei Meter hoch erhalten, ursprünglich ragte sie vermutlich bis zu vier Meter empor. Von den Tribünen ist heute leider nichts mehr zu sehen.
Das Volk wurde im alten Rom nach dem Motto „Brot und Spiele“ bei Laune gehalten. Amphitheater hatten oft eine komplizierte Bühnentechnik, mit der die Aufbauten in den Untergrund
abgesenkt werden konnten. Manche Arenen wurden sogar komplett mit Wasser angefüllt.
Bei vielen Amphitheatern war es möglich, den Zuschauerraum ganz oder zumindest teilweise
mit Sonnensegeln zu überdachen. Ursprünglich wurden Amphitheater aus Holz gebaut. Um
etwa 27 n. Chr. stürzte östlich von Rom eine solche Holztribüne ein und tausende Menschen
kamen ums Leben. Dies führte dazu, dass von da an Tribünen nur noch auf festem Untergrund errichtet werden durften. Auch in Carnuntum gab es zuerst ein Amphitheater aus Holz.
Dieses wurde in den Markomannenkriegen zerstört. Danach entstand ein Theater in Steinbauweise.
Dort kämpften wie überall im römischen Imperium Gladiatoren auf Leben und Tod. Meist waren die Kämpfe Zweikämpfe mit festgelegten Regeln und fixen Waffengattungen. Besonders
beliebt waren beim Publikum die Kämpfe auf der „Brücke“, einer konstruierten Holzrampe,
wo sich ein Retiarius mit Dreizack und Netz gegen zwei schwer bewaffnete Secutores, bewaffnet mit Schild und Schwert, durchzusetzen hatte. Aber auch Tierhetzen fanden statt.
Und so manches Amphitheater wurde zum Schauplatz grausamer Hinrichtungen von Christen,
die den wilden Tieren vorgeworfen wurden, wenn sie sich weigerten, den Kaiser anzubeten.
Reste des Amphitheaters von Carnuntum
Bildquelle: By Ulrich Latzenhofer from Perchtoldsdorf, Österreich (Amphitheater II) [CC BY-SA 2.0 (http://
creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons
Fakten zu Mord in Carnuntum 15
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Carnuntum II
Das Militärlager
Die römischen Soldaten waren es gewohnt, in feindlichen Gebieten immer wieder Lager für
eine begrenzte Zeit aufzuschlagen, die sie durch Wälle und Gräben sicherten. Daneben gab
es Standlager. Hier lebten die Soldaten nicht in Zelten, sondern in festen Baracken, oft sogar
in Häusern aus Ziegeln oder Stein. Die Lager waren quadratisch oder rechteckig angelegt.
In Carnuntum gab es 6 n. Chr. bereits ein festes Winterlager, um 50 n. Chr. entstand das Legionslager. Dieses Lager war durch zwei gerade Straßen durchschnitten, die Via praetoria und
die Via principalis. Der Kommandant der Legion wohnte im Praetorium.
Verwaltungsgebäude
Die Principia waren das Verwaltungsgebäude eines Militärlagers. Darin befand sich das Truppenheiligtum für den Kaiser und die Fahnen. Auch Büro- und Versammlungsräume waren darin untergebracht. Im Hof der Principia stand das Tribunal, ein Podest, von dem aus Recht gesprochen wurde.
Weitere Bauten im Lager waren neben den Wohnbaracken für die Soldaten Werkstätten, Getreidespeicher und ein Lazarett.
Die Militärstadt
Um das Legionslager entwickelte sich eine kleine Stadt. In der sogenannten Militärstadt lebten
die Familien der Soldaten, die offiziell nicht heiraten durften. Aber auch Handwerker und
Händler ließen sich rund um das Legionslager nieder.
Das Legionslager von Carnuntum (Rekonstruktion)
Bildquelle: bilder.tibs.at/Reinhold Embacher
Fakten zu Mord in Carnuntum 16
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Carnuntum II
Legionen
Die Stärke der römischen Armee basierte auf den gut ausgerüsteten Fußsoldaten einer Legion. Zwar gab es in der Schlacht auch die Reiterei, ihre Aufgabe bestand aber nur darin, die
Flanken zu schützen und fliehende Feinde zu verfolgen.
Stärke und Aufbau einer Legion
Eine Legion umfasste in der Regel 6000 Legionäre. Das Kommando führte der Legatus, vergleichbar einem General. Die höheren Offiziere waren die Militärtribunen. Julias Vater war
der Höchste unter diesen Tribunen, da er aus dem Senatorenstand kam. Er überprüfte die
Wachposten und nahm Beschwerden von Soldaten gegen ihre Vorgesetzten auf. Die Offiziere
der einzelnen Truppenteile hießen Zenturionen. Zu den Unteroffizieren gehörten die sogenannten Adlerträger. Jede Legion hatte Feldzeichen, die in der Schlacht weithin sichtbar getragen wurden und zur Orientierung dienten. Die Feldzeichen an die Feinde zu verlieren, galt
bei den Römern als größte Schande.
Römische Legionäre
Die Ausrüstung eines Legionärs
war umfassend. Zu seinen Waffen
gehörten Wurfspeer, Schwert und
Schild. Das Marschgepäck, zu dem
auch Werkzeuge zum Bau eines
Lagers gehörten, wog etwa 30 bis
40 kg. Nur Zelte und schwere Geräte wurden von Lasttieren getragen. Die Legionäre waren bekannt
dafür, dass sie schnell weite Strecken zurücklegten und ihre Feinde
immer wieder überraschten.
Die Dienstzeit eines Legionärs betrug 20 Jahre. Als man den Soldaten erlaubte, Familien zu
gründen und diese in der Nähe des Lagers anzusiedeln, verringerte sich die Schlagkraft der
römischen Armee. Hatte jemand den Militärdienst abgeleistet, wurde ihm ein Stück Land zur
Bebauung zugewiesen.
Neben den Legionen gab es in der römischen Armee auch Hilfstruppen, die sich aus Einheimischen zusammensetzten. Ein Sohn des Vannius dient in einer solchen Einheit.
Bildquelle: von Die Autorenschaft wurde nicht in einer maschinell lesbaren Form angegeben. Es wird MatthiasKabel als Autor
angenommen (basierend auf den Rechteinhaber-Angaben). [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) oder CC-BY-SA3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons
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Fakten zu Mord in Carnuntum
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Carnuntum II
Limes
Die Römer sicherten die Grenzen ihres Reiches durch Wälle, Mauern und Zäune. Diese
Grenzbefestigung nennt man Limes. In regelmäßigen Abständen standen Wachtürme, zwischen den Türmen waren Spähtrupps römischer Legionäre unterwegs und verhinderten, dass
Germanen in großer Zahl ins Reich eindrangen. Nur an bestimmten Stellen, meist in der Nähe von Militärlagern, kontrollierten die Römer den Zuzug in das Imperium.
Der Donaulimes
Der norische und oberpannonische Limes im heutigen Österreich war weniger aufwendig zu
kontrollieren. Es handelte sich nämlich um eine Flussgrenze entlang der Donau. Es gab
Wachtürme und Kastelle zum Schutz der Grenze. Darüber hinaus hatten die Römer eine Flotte, die von der Donau aus die Grenze kontrollierte.
Die bedeutendsten Legionslager auf österreichischem Boden waren Lauriacum (Lorch bei
Enns), Vindobona (Wien) und Carnuntum.
Weitere Befestigungen am Limes
Kastelle gab es unter anderem in Lentia (Linz), Favianis (Mautern) und Augustianis
(Traismauer). In Niederösterreich sind die Reste des römischen Limes am besten erhalten. Der
Hufeisenturm von Mautern erinnert bis heute an die römische Vergangenheit unseres Landes.
Rekonstruktionsversuch des Nordtores von Favianis.
Bildquelle: Von Mediatus - Eigenes Werk Maßangaben via Veleius (Der Römische Limes in Österreich, Band 42, 2002) und
unter Zuhilfenahme der Rekonstruktionsbesprechungen und Beispiele in Johnson/Baatz: Römische Kastelle (Theiss, 1987).,
CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10324816
Fakten zu Mord in Carnuntum 18
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Marc Aurel
Lebenslauf
Marc Aurel wurde im Jahre 121 unter der Regierung
des Kaisers Hadrian geboren. Die Kaiser im 2. Jahrhundert zählten zu den sogenannten Adoptivkaisern.
Das hieß, fähige Männer wurden als Söhne adoptiert
und zu Nachfolgern auf dem Kaiserthron bestimmt.
Hadrian machte Antoninus Pius zu seinem Nachfolger,
der 138 Kaiser wurde und Marc Aurel sowie Lucius Verus adoptierte. Marc Aurel heiratete Faustina, die Tochter des Kaisers, und bekleidete bedeutende Ämter. Daneben beschäftigte er sich intensiv mit Philosophie,
dachte über die richtige Art zu leben nach und verfasste auch Bücher dazu.
Thronbesteigung
161 bestieg Marc Aurel gemeinsam mit Lucius Verus
den Kaiserthron. Im selben Jahr bekam er einen Sohn,
Commodus, der einmal sein Nachfolger werden sollte.
Marc Aurel musste sich gleich zu Beginn seiner Regierungszeit mit äußeren Feinden schlagen. Die Parther
bedrohten die Ostgrenze des Reiches. Lucius Verus besiegte die Feinde in Armenien und Mesopotamien,
doch rückkehrende Truppen brachten die Pest nach
Rom. Die Hauptstadt des Imperiums wurde schwer in
Mitleidenschaft gezogen.
Marc Aurel in militärischer Rüstung
Krieg an der Donau
168 brachen beide Kaiser nach Norden auf. Germanen hatten die Donau überquert und waren bis ins heutige Slowenien vorgestoßen. Während dieses Feldzuges starb Lucius Verus, der
Mitkaiser Marc Aurels. Ab 169 hielt sich Marc Aurel als alleiniger Kaiser in Carnuntum auf. Er
hatte die Stadt zu seinem Stützpunkt während der Germanenkriege gemacht. 170 musste er
gegen die Markomannen und Quaden eine vernichtende Niederlage hinnehmen. Doch schon
zwei Jahre später eroberte Marc Aurel Pannonien zurück und unternahm einen Vorstoß ins
Gebiet der Markomannen. Es kam 173 zu einem Friedensschluss.
175 ließ sich der Feldherr Avidius Cassius im Osten des Reiches zum Kaiser ausrufen. Der
Verschwörer wurde jedoch ermordet. Marc Aurel reiste nach Griechenland, Kleinasien, Syrien
und Ägypten. Er konnte den Frieden wieder herstellen, als er plötzlich an die Donau zurückkehren musste. Wieder hatten sich die Markomannen erhoben. Marc Aurel unternahm
179/180 Vorstöße nördlich der Donau. Im Jahre 180 erkrankte er schwer und starb. Lange
Zeit vermutete man Vindobona, das heutige Wien, als des Ort seines Todes. Heute ist dies in
der Wissenschaft umstritten.
Bildquelle: Von I, Sailko, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5886103
Fakten zu Mord in Carnuntum 19
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Marc Aurel
Philosophie
Marc Aurel ist in die Geschichte als Philosophenkaiser eingegangen. Er empfand die Regierungsarbeit und besonders die vielen Kriege, die er führen musste, als große Last. Viel lieber
wäre er ausschließlich ein Philosoph gewesen, der über den Sinn des Lebens nachdachte und
Bücher über die richtige Art zu leben schrieb.
Stoa
Im alten Griechenland gab es viele Philosophen wie Sokrates oder Platon und auch zahlreiche
philosophische Richtungen. Die stoische Philosophie fand besonders viele Anhänger unter den
Römern. Auch Marc Aurel war ein Stoiker, wie man die Anhänger der Stoa nannte.
Diese Philosophie war in unruhigen Zeiten sehr populär, da sie die Menschen lehrte, Schicksalsschläge gelassen hinzunehmen. Die Menschen sind am glücklichsten, wenn sie sittlich leben und mit wenig Besitz zufrieden sind, wenn sie für die Mitmenschen Mitleid empfinden und
mit den Schwachen der Gesellschaft menschlich umgehen. Die Stoiker glaubten an die Unsterblichkeit der Seele und an einen gütigen Gott, der in der Natur wirkt und mit weiser Voraussicht das Leben der Menschen lenkt. Dieser Lehre wandte sich Marc Aurel bereits als 12jähriger Junge zu. Er kleidete sich wie ein Philosoph und verzichtete auf jede Art von Luxus.
Marc Aurel schlief auf einer unbequemen Bretterunterlage. Und nur mit Mühe überredete ihn
seine Mutter, ein Tierfell auszubreiten, damit er es etwas angenehmer in der Nacht hatte.
Ein Philosoph auf dem Thron
Als Kaiser ließ Marc Aurel es sich trotz der politischen Aufgaben nicht nehmen, philosophische
Bücher zu schreiben. In Griechisch, der Sprache der Philosophen, verfasste er seine
„Selbstbetrachtungen“. Die Philosophie der Stoa hatte gewisse Ähnlichkeiten zum Christentum, weshalb stoische Philosophen wie Marc Aurel im Mittelalter hoch angesehen waren.
Übersetzung der Selbstbetrachtungen des Marc Aurel (Hamburg, 1727)
Bildquelle: Von Gerd Thiele - Eigenes Werk (Originaltext: eigenes Foto), CC BY-SA 2.0 de, https://commons.wikimedia.org/
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Fakten zu Mord in Carnuntum 20
© 2016
Marc Aurel
Tod und Nachfolge
Lange Zeit hieß es, Kaiser Marc Aurel sei in Vindobona, dem heutigen Wien, gestorben. Dies
ist heute unter Wissenschaftlern umstritten. Fest steht Folgendes:
Der Kaiser stirbt
Marc Aurel erkrankte im Jahre 180 schwer. Er wusste, dass er sterben musste, doch nahm er
den Tod gelassen hin. Er ließ seinen Sohn Commodus holen und ermahnte ihn, den Krieg gegen die Germanen siegreich zu beenden. Dann verweigerte der Kaiser, typisch für einen stoischen Philosophen, Nahrung und Wasser. Nach sechs Tagen rief er seine engsten Freunde
ans Sterbebett und lächelte über den Tod. Er sprach zu ihnen: „Warum weint ihr über mich?
Weint doch wegen der Pest und all der Menschen, die daran sterben!“ Und als die Freunde
fortgingen, rief er ihnen nach: „Lebt wohl, ich gehe euch voraus.“
Am nächsten Tag sah er noch seinen Sohn Commodus. Doch er schickte ihn gleich fort, damit
dieser sich nicht ansteckte. Daraus schließen Historiker, dass Marc Aurel vielleicht an der Pest
erkrankt war. In der folgenden Nacht, am 17. März 180, starb der Kaiser. Aufgrund der
Kriegslage vermuten manche Forscher, dass nicht Wien, sondern Sirmium, eine Stadt im heutigen Serbien, der Ort seines Todes war.
Ein schlechter Nachfolger
In der Folge wurde Kaiser Marc Aurel als der ideale Herrscher gepriesen. Er habe in seiner
ganzen Regierungszeit nur einen Fehler begangen, und zwar den, seinen leiblichen Sohn
Commodus zum Nachfolger zu bestimmen. Der war nämlich als Kaiser das Gegenteil von seinem Vater. Er liebte Gladiatorenspiele und hielt sich selbst für den wiedergeborenen Herkules. Commodus wurde in Rom immer verhasster und im Jahre 192 ermordet.
Kaiser Commodus (180-192)
Bildquelle: von Photographed by: York Museums Trust Staff [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)
oder CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons
Fakten zu Mord in Carnuntum 21
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Buchklub GORILLA: Mord in Carnuntum
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Aktuell
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