Neuere Rechtsgeschichte Südtirols

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Neuere Rechtsgeschichte Südtirols
1. Semester
Nach der Vorlesung von Dr. Morsak Chlodwig-Louis
1
Inhaltsverzeichnis
1 Südtirol und die Ideen der Aufklärung Europas
1.1 Die geistespolitischen Reflexe . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.2 Stellenwert des Jahres 1703 für Südtirol . . . . . . . . . . . . .
1.3 Die Logik imperialen Denkens . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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2 Absolutismus
2.1 Absolutistische Bildvorstellungen . . . . . . . . . .
2.1.1 Die Barocken Fresken und Kaisersäle . . . .
2.1.2 Vorstellungen rechtlicher Art . . . . . . . . .
2.1.3 Hierarchie der Stühle . . . . . . . . . . . . .
2.2 Die pragmatische Sanktion . . . . . . . . . . . . . .
2.2.1 Folgen für Tirol . . . . . . . . . . . . . . . .
2.2.2 Allgemeine Staatswohlfahrt . . . . . . . . .
2.3 Der Kodifikationsgedanke zu Zeiten Maria Theresas
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3 Das
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letzte Jahrhundert eines gemeinsamen Tirols
Tirol unter Bayern . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Tirol von 1810 - 1814 . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Tirol in den Jahrzehnten vor dem 1. Weltkrieg . . . .
3.3.1 Ganztirol im Zeichen der franziszäischen Zeit .
3.3.2 Der Vormärz in Tirol . . . . . . . . . . . . . .
3.3.3 Das Sturmjahr 1848 . . . . . . . . . . . . . .
4 Südtirol und Saint Germain
4.1 Der Diktatfrieden von 1918 . . . . . . .
4.2 Südtirol und die Annexion durch Italien
4.3 Der Faschismus in Südtirol . . . . . . . .
4.4 Kirche und Staat . . . . . . . . . . . . .
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5 Südtirol vor und nach dem 2. Weltkrieg
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5.1 Operationszone Alpenvorland . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
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1
1.1
Südtirol und die Ideen der Aufklärung Europas
Die geistespolitischen Reflexe
Montesquieu verlangte eine Teilung der Gewalten im Staat. Politik, Bürokratie und Jurisprudenz sollten sich gegenseitig nicht in die Zuständigkeitsbereiche des Anderen einmischen. Ohne Kant wäre Montesquieu nicht zu denken,
da Kant den Humanismus, die Menschlichkeit der Person selber, initiiert hatte. Die alten Griechen, Platon, Aristoteles und Sophokles waren bereits mit
dem Gedanken an einen humanen Menschen vertraut, jedoch schafften sie zu
der Zeit mit diesem Gedanken nicht so ganz den Durchbruch.
J.J. Russeau war euch ein Philosoph und Staatstheoretiker der französischen
Revolution. Er war der Meinung, der Adel müsse weg. Er sah die Enthauptung von Marie Antoinette und des Königs. Als dann die französische Revolution sich dem Ende neigte, zog er sich nach Zürich zurück. Dort schrieb
er das Erziehungsbuch „Emile“. Dies war ein sehr streng konservatives Buch,
was eigentlich seiner vorrevolutionären Meinung widersprach. Jeder Stamm
und jedes Volk habe sich nach ihrer Identität zu geben und ihre Souveränität
zu bilden. Ihre Souveränität müsse auch ausgeführt werden. Jedoch erreichte
Russeau nicht das was er im Sinne gehabt hatte. Er wollte eine Gemeinschaft
der Kulturen bilden, doch die Stämme setzten sich alle ab und wollten ihren
eigenen Staat bzw. ihr eigenes Fleckchen Land.
1.2
Stellenwert des Jahres 1703 für Südtirol
Nachdem Kurfürst Max Emanuel von Bayern siegreich in Tirol einmarschierte, ließ er sich von der Tiroler Regierung huldigen, indem der sich jetzt gefürsteter Graf von Tirol nannte, und schickte alle Aufgebote nach Hause. Jedoch
hatte man die Rechnung ohne dem Volke des noch freien Südtirol gemacht.
Das Volk erhob sich eigenmächtig, erschoss sogar einige österreichische Beamte, welche zum Frieden mahnten. Ganz Südtirol griff zu den Waffen. Beim
Auszug der Meraner durch das Passeiertal gegen den Jaufen, erfolgte eine
nicht unwesentliche Meuterei gegen ihren Anführer Vigil von Hohenhauser.
Man warf ihm vor, gemeinsame Sache mit dem Feind zu machen, da er nicht
für ausreichend Munition sowie Mobilisierung gesorgt habe, und überhaupt
das Aufgebot aufgrund seiner Nachlässigkeit auf die Schlachtbank führe. Die
Volkswut begann zu glühen, man riss ihn kurz vor St. Martin vom Pferde,
schlug mit Pistolen auf ihn ein, bis einer der Aufgebotenen den tödlichen
Schuss auf Hohenhauser setzte. Kurzerhand wurde Baron von Flugi zum
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Kommandanten gewählt, und man zog weiter gegen den Feind.
1.3
1
Die Logik imperialen Denkens
Ein paar Jahre nach der französischen Revolution kam ein intelligenter Militär mit einem Drang nach Gewalt an die Macht: Napoléon. Er hatte dem
bankrotten Königtum den Gar aus gemacht. Sein Bestreben war es die eigenen Grenzen so weit wie möglich zu erweitern. Er unterwarf bis zum Schluss
fast ganz Europa. Die Volkssouveränität wurde von Napoléon mit Militärstiefeln getreten. Er brachte auch wieder den Zentralismus nach Frankreich,
denn er ließ alles von Paris aus lenken und entscheiden. Die Religion wurde
unter Napoléon instrumentalisiert. So wurde der Papst nach Paris gebracht
wo er Napoléon zum Kaiser krönen sollte. Doch Napoléon setzte sich die
Krone selber auf und so verlor der Papst seinen Nutzen. So wie er bei der
Krönung den Papst nur pro forma gebraucht hatte, so nutzte er die Religion
auch im Krieg aus. Seiner Meinung nach - zumindest nach außen - war jeder
Krieg von Gott gewollt und man solle sich dem Willen Gottes beugen. So
wurden dann auch die Waffen vor jeder Schlacht gesegnet. Napoléon hatte
jedoch einen großen Fehler gemacht in seiner Politik der Ausbreitung. Er gab
nämlich den unterworfenen Ländern seinen code civil als Gesetzesbuch, wo
jedoch die Gleichheit der Bürger und die Abschaffung der Privilegien groß
geschrieben wurde. Die Unterworfenen aber hatten überhaupt keine Rechte.
Deshalb gab es dann Gegenrevolutionen und Napoléon wurde auf S. Helena
verbannt.
2
Absolutismus
2.1
2.1.1
Absolutistische Bildvorstellungen
Die Barocken Fresken und Kaisersäle
Vor allem in Brixen, im Kloster Neustift und im Kloster Säben sind die Barocken Fresken zu bewundern. Das Absolute verkörpert sich im Herrscher.
Das Stift St. Florian in Oberösterreich hatte eine 2km lange Fassade und
hauptsächlich eine barocke Bauart.
Im Kaisersaal traf man sich mit den hohen Beamten. Darin fanden bis zu
300-600 Leute platz. Für die Inhaber des Klosters waren die Zusammenkunften immer ein Horror, da man sich auf Kosten der Klöster bewirtschaften
1
http://www.schuetzen.com/skmeran-stadt/html/kompanie/chronik2.asp
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ließ.
Im Kaisersaal war alles voller Deckenmalereien, da diese Säle auf einen Kaiserbesuch ausgerichtet waren. Im Stift St. Florian war der Gott Jupiter auf
der Decke abgebildet. Er ist der Hauptgott und somit verbildlicht er, dass er
alles über hat.
Imperium bedeutet Regentschaft. Imperium lässt sich von imperial herleiten,
somit lebt die Antike wieder auf. Absolutismus ist das absolute Eigentum
über das Reich.
2.1.2
Vorstellungen rechtlicher Art
Domus = Haus → Dynastie der Habsburger. Das „Sol Austriacus“ war die
österreichische Sonne, da sich der Kaiser als Sonne fühlte (vgl. Sonnenkönig).
Das Sol Austriacus ist in Stams zu sehen. Dort, wo die Sonne hin scheint ist
fruchtbarer Boden, wo keine Sonne ist (Schatten) ist nur „tabula rasa“. Die
Gegnerin des Sonnenkönigs war die Königin der Nacht. Als Zusammenhang
könnte man da den Sonnenkönig (Sonne = König) und die französische Revolution (Nacht = Gegenbewegung zum König, zur Sonne) sehen.
2.1.3
Hierarchie der Stühle
In der Wiener Hofburg sah man das Paradebeispiel - unter Maria Theresa für diese Hierarchie.
• Das Gesinde, die Menscher (Dreckmenscher)
Sie bekamen bei Tisch einen Schemel zugewiesen
• Knecht
Musste auf dem Boden mit den Hunden und Katzen essen
• Stuhl ohne Armlehne
• Stuhl mit Armlehne
.
• ..
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Dies ging so weiter, je höher ein Stand war umso mehr konnte er sich am
Stuhl anlehnen. In Südtirol wurde dieses Standesranking nachgeäfft und so
polierte man Nussmöbel mit Wachs, bis sie so aussahen, wie die der „Reichen“.
2.2
2.2.1
Die pragmatische Sanktion
Folgen für Tirol
Der Vater Maria Theresas war Kaiser Karl VI. und der letzte gebürtige Habsburger. Es fehlte Karl VI. an männlichem Nachwuchs. Nach 6 Jahren „Training“ bekam er dann endlich einen Sohn. Dieser Junge verstarb aber nach
kurzer Zeit schon wieder. So wurde dann pragmatisch-juridisch ein Dokument
verfasst, durch welches Maria Theresa 1756 ins Amt eingesetzt wurde. Jedoch
kam sofort aus Bayern großer Protest. Das Haus Habsburg nämlich, verheiratete sich mit einem Lothringer. Sinn und Zweck der pragmatischen Sanktion
war es, die Spanier, Bayern, etc. daran zu hindern, das Tiroler Reich ein zu
nehmen. Nach der Hochzeit mit dem Lothringer wurde Tirol bzw. Österreich
von Wien aus zentralistisch regiert. Es bildete sich dann aber in Tirol eine
Anti-Lothringen-Stimmung aus. Um die Revolutionen zu verhindern wurde
in Innsbruck dann ein Palais gebaut mit enorm großen Fresken. Ein weiteres
Palais wurde den Thurn und Taxis gewidmet, da sie eines der größten Handelsgeschlechter waren. Kurz vor der Hochzeit mit den Lothringern wurde in
Innsbruck zu Ehren Kaiser Leopold I. eine Uni gewidmet. Jedoch wurde diese
von Napoléon und den Bayern geschlossen und machten daraus ein theologisches Zentrum. Als dann Innsbruck wieder in der Hand Tirols war, wurde
die Universität von Kaiser Franz I. wieder eröffnet. Daher kommt auch der
Name „Leopold-Franzens-Universität“.
2.2.2
Allgemeine Staatswohlfahrt
Wenn jemand absolutistisch regiert, kann man dem Stand keine Mitsprache
geben. Sie durften daher nur mehr bei den Versammlungen hinter dem Thron
Aufstellung nehmen und still sein. Die Staatswohlfahrt ist nämlich einzig und
alleine Aufgabe des absolutistischen Herrschers. Niemand sonst konnte wissen, was dem Staat sonst wohlwollend zu Gute kommt. Die Staatswohlfahrt
wurde von der Polizey ausgeführt und es wurde auch stark auf die Einhal-
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tung der Sitten und auf die Moral geschaut.
2.3
Der Kodifikationsgedanke zu Zeiten Maria Theresas
Für das Territorium wurde von Maria Theresa ein corpus iuris verfestigt, welches lückenlos und modern war und auch von der Bevölkerung verstanden
und anerkannt wird. Maria war aber, mit dem vom Kanzler ausgearbeiteten
„codex Theresanus“ nicht einverstanden. Dieser Kodex wurde dann aber dennoch, gegen ihren Willen, veröffentlicht.
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3
Das letzte Jahrhundert eines gemeinsamen
Tirols
Diese Jahre stehen noch immer unter dem Einfluss der französischen Revolution. Die nach-revolutionäre Zeit ist ein Streben nach dem Neuen (Montesquieu, J.J. Russeau,...). Jeder Stamm soll die Souveränität der Ordnung
selber herstellen, jedes Volk soll seine eigene Souveränität ausleben dürfen
und auch selbst bestimmen können. Mit Russeau macht sich dann der übersteigerte Nationalismus in Europa, Mitte des 19. Jhd., breit. Die eigene Souveränität war auch Grund des Unterganges der K.u.K.-Monarchie.
Thomas Hobbes’ „Leviathan“ ist einer der Wegbereiter der Demokratie. Jedoch sprach er sich in seinem Werk nicht explizit für die demokratische
Staatsform aus, ließ jedoch eine gewisse Sympathie für Demokratie und auch
für die Monarchie erkennen. Das Werk Hobbes’ entstand im 17. Jhd. und der
grundlegende Inhalt besagt, dass sich die Menschen zu einem Staat zusammenschließen sollen, da sie alleine keine Chance hätten im Naturzustand zu
überleben. Kaiser Joseph II. übernahm dann diese Gedanken des Leviathan.
3.1
Tirol unter Bayern
Während des Friedens von Pressburg (25.12.1805) griff Napoléon plötzlich
von Italien her Tirol an. Der Friede von Pressburg wurde 1805 unterzeichnet
und fixierte die Grenzlinie zwischen Bayern und Tirol, welche sich vor allem
durch politische Gründe ergab. Mit der Annexion Tirols durch Bayern ergab
sich diese politische und kulturelle Grenze. Unter Bayern verschwand dann
die Sonderstellung der verschiedenen Landstände. Durch die verschiedensten
Schmälerungen der Freiheit fühlten sich die Tiroler total unter einer Besatzungsmacht. Diese Schmälerungen weckten in den Tirolern den Begriff der
„natio“ (= nur geboren). Von da her kommt der Begriff der Tiroler Nation
(Wir sind so geboren!).
Andreas Hofer schrieb dann eine Wehrverfassung, in welcher die Einberufung
des Landsturms für die Verteidigung der eigenen Grenzen vorgesehen war.
Seit Napoléon war das bayrische Königtum sein Handlanger. Alle Bayrischen
Könige waren von Napoléon’s Gnaden. Bayern verlor über 60’000 Soldaten
bei den Schlachten in Russland und im Osten. Als Ausgleich gab Napoléon
Bayern Südtirol. Der Bayrische König schmeichelte sich dann bei den Tirolern ein, indem er von sich gab, er sei ein geborener Tiroler. Doch später dann
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wurde der Name Süd-Tirol in Süd-Bayern umgetauft. Dies alles war im Sinne
der Bayrischen Politik (Imperialismus). Bayern setzte dann einen Franzosen
(Montgelas) als Ministerpräsidenten ein. Dieser war der Erz-Säkularisierer
der südtiroler Klöster. Später dann wurde in Bayern eine Geldentwertung
für Südtirol angeordnet. Die älteren Bewohner traf es am härtesten und es
folgte auch noch eine fast 86%ige Arbeitslosigkeit. Doch das, was die Südtiroler am meisten erregte war die 1807 angeordnete Medizinalreform. Durch
eine Pockenepidemie gab es sehr viele Tote und als man in Bayern ein Gegenmittel erfand, wurden für die Tiroler eine Pflichtimpfung verordnet. In ganz
Tirol gab es Unruhen da die Impfungen für die Zeit recht schmerzhaft waren
und auch durch diese Impfungen einige Todesfälle hervorgerufen wurden. Auf
diese schon ziemlich mit Ärgernis angesehene Impfung folgte dann noch die
Zwangsrekrutierung aller Tiroler über 14. Die Jungen adliger Abstammung
mussten nicht einrücken, dafür rückte aber ein Beutel ihres Geldes ein. Diese
gesamten Verärgerungen der Tiroler Bevölkerung zusammen ließ ein gewaltiges Widerstandspotential aufleben. Da trat dann A. Hofer in Erscheinung.
Auch wenn der Adel ziemlich viel Geld hatte, bekam dieser dennoch die
Machtpolitik der Bayern zu spüren. Es wurden nämlich sämtliche Adelstitel
abgeschafft. Nur jene, welche durch Ahnenforschung oder ihren Stammbaum
nachweisen konnten, dass sie adligen Geschlechts waren, durften diesen Titel
auch behalten.
Montgelas erließ dann ein Dekret, nachdem in Tirol die Christmetten nicht
mehr abgehalten werden durften, da „Wachskerzen sinnlos abgebrannt würden“. Die ersten Widerstände wurden vom französischen Heer ohne Probleme
niedergeschlagen.
1809 folgte dann die Dreiteilung Tirols. Der Norden ging an Bayern, der
Süden wird Besatzungszone des Königreiches Italien und der Westen wurde
von Napoléon selbst eingenommen. Napoléon hatte ganz Tirol unterworfen
und gegen die Unterdrücker wehrte sich die Tiroler Bevölkerung stark. Die
vier wichtigsten Schlachten sind die vier Bergiselschlachten, jedes mal für
die Befreiung Innsbrucks. Der Innsbrucker Bürgermeister Peratoner rief bei
jeder „Befreiung“ Innsbrucks die Lobesode an die Besatzer aus. Durch die
ständigen Verluste und Niederlagen der Bayern wurden diese von Napoléon
ziemlich nieder gemacht. Als dann Hofer verraten wurde, schnappten ihn sich
die Franzosen und ließen ihn in Mantua zum Tode verurteilen. Danach folgte
der Friedensvertrag von Schönbrunn.
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3.2
Tirol von 1810 - 1814
Die Dreiteilung durch Napoléon war eine ziemliche Machtpolitische Willkür seinerseits. Außerdem war es ein Feilschen um Bevölkerungszahlen. Die
neu geschaffenen Grenzen trafen den Süden am schärfsten, da dort durch
horrende Zölle die Ausfuhr von Wein fast vollkommen unterbunden wurde.
Auch wurden die Steuern im Tiroler Gebiet enorm angezogen. Das Tirol von
Bayern musste sehr hohe Kriegsabgaben leisten. Erst als die Katastrophe in
Russland 1812 Napoléons eintraf gab es eine Distanzierung Europas von Napoléon. Der Befreiungskampf lebte auf und die Fremdherrschaft Napoléons
hörte dann 1813 auf. Tirol musste jedoch noch 2 Jahre warten, bis es wieder zurück gegliedert worden war, da Bayern mit Österreich verbündet war.
Auch dies ist die Logik imperialen Denkens, schnell die Seiten zu wechseln.
So wurde erst 1815 die Trennung Tirols rückgängig gemacht.
3.3
3.3.1
Tirol in den Jahrzehnten vor dem 1. Weltkrieg
Ganztirol im Zeichen der franziszäischen Zeit
Zwischen 1804 und 1806 ging das Heilige Römische Reich Deutscher Nation
unter. Mit diesem Untergang wurde auch die Reichskrone nieder gelegt. Damals entstand auch der erste doppelte Königstitel: Franz I. und II. Er war der
erste Kaiser von Österreich und der zweite Kaiser des deutschen Reiches. Unter ihm wurden sehr viele geistliche Eigentümer verweltlicht (säkularisiert).
Im Zeitraum um 1816 war eine Wende der Politik zu erkennen. Sehr viele, der
1809 säkularisierten Klöster wurden wieder zurückgegeben an die geistlichen
Mächte. Die von den Bayern gestohlenen Bücher und Ornate wurden jedoch
nicht wieder zurückgegeben.
1822 wurden die Priesterseminare wieder an die Bischöfe zurückgegeben. Es
wurde eine liberale Geisteshaltung ausgebildet und gefördert. Die Kirche an
sich wurde aber auf ein Abstellgleis verbannt.
1837 erfolgte die Ausweisung der Zillertaler Protestanten. Dies löste dann
einen politischen Reflex aus und die Bauern fingen an über ihre Freiheit nach
zu denken. Auf das folgte ein erbitterter Kulturkampf in welchem Konservative und Liberale gegeneinander kämpften und die nationale Frage Tirols
diskutierten.
In der gleichen Zeit kam ein Theologie-Professor auf, welcher die Unfehlbarkeit des Papstes bezweifelte und auch die gesamte Theologie anschwärzte.
Dieser Professor hieß Wahrmund. Obwohl er darauf hin suspendiert wurde
lebte er seinen Einfluss trotzdem noch ziemlich ergiebig aus auch wenn er im
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hintersten Winkel des K.u.K.-Reiches verweilen musste. Tirol kam zugleich
in das Stadium des Vormärz.
3.3.2
Der Vormärz in Tirol
Der Vormärz war eine Zeit der Neuordnung der franziszäischen Politik, in welcher der Kodifikationsgedanke wieder stark auf kam. 1812 wurde das ABGB
festgesetzt. Italien folgte dann mit Garibaldi. Das Streben nach der Kodifikation könnte mit „Nationalismus“ überschrieben werden, da es sich stark
an Reichen bzw. Staaten orientierte und jeder sein eigenes Gesetz festsetzen
wollte. 1815 folgte dann der Wiener Kongress, nachdem Napoléon endgültig
vertrieben worden war. Auf dem Wiener Kongress wurde eine neue alte Ordnung Europas festgelegt, ein Zustand sollte wieder hergestellt werden, wie
er vor Napoléons Zeiten Bestand hatte. Metternich war bestrebt danach, ein
gemeinsames Europa zu gründen, so wie es die heutige EU darstellen sollte.
Metternich, damaliger Staatskanzler, war der Initiator des Wiener Kongresses und gründete auch die Heilige Allianz. Mit der Heiligen Allianz wollte
er die konservativen Gedanken vertreiben. Nachdem die französische Revolution als Hauptgrund für das Auferstehen Napoléons angesehen wurde, beschloss Metternich in der Heiligen Allianz die größten Dynastien (Romanovs,
Habsburger, Preussen,...) auf zu nehmen um eine erneute Machtergreifung
zu unterbinden. Jedoch konnte eine derartige Unterbindung nur durch Zensur und Verbote erfolgen. Als Metternich dann sah, dass die Heilige Allianz
recht einseitig war (die aufgenommenen Dynastien verstanden sich recht gut
untereinander), wollte er Frankreich auch noch aufnehmen. Dies rief jedoch
großes Kopfschütteln bei den Anwesenden hervor. Durch großartige Argumentationen konnte Metternich dann die Anderen überzeugen, dass es in der
Allianz auch einen Gegenpol brauchte um nicht etwa eine starke Seite zu
bilden, welche dann alleine machen konnte was sie wollte.
Nestroy musste ins Gefängnis wegen seinem Stück „Die Freiheit von Krähwinkl“. In diesem Stück hielt er den Österreichern vor, sie seien viel zu liberal
Grillparzer wanderte ins Gefängnis wegen „König Ottokar und Ende“. In diesem Stück legte er sich mit den Habsburgern an.
Rossini schrieb eine zynische Hymne auf Pius IX. Er musste ebenfalls im
Gefängnis schmoren.
Donizzetti komponierte gefühlsbetonte Lieder. Ebenfalls verboten und eingekerkert.
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3.3.3
Das Sturmjahr 1848
Im März 1848 gab es in Frankreich wieder revolutionäre Bewegungen. Der
König wurde abgesetzt und ein Bürgerkönig kam an die Macht (Louis Philippe). Auf der Universität Wien kamen ziemlich einige Randalierer zusammen
um die feudalen Zustände zu zerstören. Die Monarchie sollte gestürzt werden
nachdem die herrschenden Zustände das Bürgertum dazu veranlassten gegen
das System und die Zensur Metternichs vor zu gehen. Bei den Märschen wurden Schwarz-Rot-Goldene Fahnen getragen (Freiheit und Gleichheit). Mit
diesen Aufmärschen wollte man eine neue Verfassung erreichen. Der König,
nachdem er sich durch die Demonstranten bedrängt fühlte, flüchtete auf die
Hofburg. Dort wurde dann die Schwarz-Rot-Goldene Fahne gehisst zum Zeichen, dass das Königshaus auch für die Menschenrechte einstehe. Nicht sehr
viel später schwappte die Revolution auch auf Innsbruck über. Diese Aufstände waren die erste und einzige bürgerliche Revolution Tirols. Das Herrscherhaus Innsbrucks zog sich nach Mären zurück, doch die Mären waren den
Herrschern nicht sehr wohl gesonnen.
Der oberste Militär, Radetzky, war beauftragt die Revolutionen in Innsbruck
und Wien niederzuschlagen. Als er dies schaffte wurde auf ihn der RadetzkyMarsch komponiert. Die nieder geschlagene Revolution aber brachte nicht
viele Neuerungen. Das einzige „Opfer“ war Ferdinand, welcher nicht mehr
ganz „dicht“ war. Ihm folgte Franz-Josef, der Sohn der Erz-Herzogin Sophie.
Franz-Josef heiratete dann Elisabeth von Bayern, besser bekannt als Sissi.
Nach 1848 entwickelte sich die sogenannte Paulskirchen-Versammlung. In
dieser Versammlung wurde - wieder einmal - über die Neuordnung Europas
diskutiert.
Gesamttirol sah sich seit 1861 wieder dem Königreich Italien gegenüber, doch
schaffte es die Tiroler Regierung nie, für Welschtirol eine eigene Autonomie
durchzusetzen. Es gab für die Tiroler keinen Grund ihnen eine Autonomie zu
gewähren, da sie Welschtirol gleich wie die anderen Gebiete Tirols ansahen,
trotz Minderheiten. Die Verweigerung der Autonomie wurde dann am Ende
des ersten Weltkriegs als Vorwand genommen um Südtirol zu bekommen.
1871 bildete sich das Deutsche Kaiserreich heraus. Dadurch änderte sich das
gesamte Umfeld Tirols. Eine weitere Konsequenz welche die Verweigerung
der Autonomie herbeiführte war, dass sich Welschtirol als eigener Staat in
der Paulskirchen-Konferenz ein trug. Bei den Paulskirchen-Versammlungen
kam allerdings nicht sehr viel heraus und die Lösungen waren ziemlich unbefriedigend. Bismarck hatte dort seine ersten Auftritte und schockierte schon
damals mit seien nationalistischen Reden. So hätten nach seinen Vorstellungen nur Deutsch-Österreicher Zutritt zum Deutschen Reich und die Welschtiroler und die „Schlawacken“ wollte man überhaupt nicht sehen.
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In der Zwischenzeit krempelten die Habsburger die Verwaltung Tirols um.
Alles wurde unter die zentrale Aufsicht des Kaisers gestellt und die Landstände vollkommen aufgehoben. Jedoch bekam Tirol eine eigene Verfassung.
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4
Südtirol und Saint Germain
Die Logik des imperialen Denkens zieht sich durch die ältere Rechtsgeschichte
wie ein roter Faden. Vor allem die Vergrößerung der Reiche war ein Hauptpunkt des Imperialismus. Früher war der Begriff des Reiches ein rein geographischer Aspekt. Man sah sich nach den natürlichen Grenzen um und bis dort
hin reichte das Reich. Dieser geographische Aspekt fiel dann aber mit dem
Imperialismus weg und es ging um das Imperium. Auch die zentralistische
Verwaltung und Regierung sind Hauptmerkmale für den Imperialismus. Die
Tiroler versuchten - nach der Logik des imperialen Denkens - in Rovereto und
Trient die deutsche Sprache als Reichssprache ein zu führen. Es war nämlich
unmöglich auf Einzelschicksale zu schauen. Dies rächte sich jedoch am Ende
des ersten Weltkriegs.
Nach dem ersten Weltkrieg setzten die Tiroler nämlich voll auf Wilson mit
seinen 14 Punkten. In diesen Punkten führte er nämlich auf, dass die Grenzen Italiens nach klar erkennbaren kulturellen und sprachlichen Vorstellungen verlaufen sollten. Wilson unterlag jedoch einer Fehlinterpretation und
war auch nicht so sehr informiert über die Zustände im Norden Italiens und
zugleich des Südens Österreichs. So wurde Südtirol an Italien abgegeben. Im
Mai 1919 wollte sich Tirol als Freistaat ausrufen, da Südtirol unrechtmäßig
an die Italiener abgegeben worden war. Jedoch scheiterte dies vor allem an
Italien.
4.1
Der Diktatfrieden von 1918
Südtirol wurde an Italien abgegeben, da sich die Italiener, kurz vor Ende des
Krieges auf die Siegerseite schlugen. In der Konferenz von London wurde die
Teilung Tirols beschlossen um am 26. April 1915 wurde der Vertrag unterzeichnet. Damit war auch die Brennergrenze anerkannt.
Der italienischen Regierung zufolge war das „Alto Adige“, wie es von ihnen
genannt wurde, das Ergebnis eines Eindringens in ein Gebiet, welches kulturell, ökonomisch und sprachlich immer zu Italien gehört hätte. Die Rückkehr Südtirols nach Italien sei eine Wiedergeburt der Nation Italiens. Wilson
gab seine Zustimmung, obwohl er in seinen 14 Punkten die Minderheiten zu
Selbstbestimmung ermuntert hatte: „Die neu auferlegten Grenzen müssten
ein lebensfähiges Land gründen“, „Der Minderheitenschutz müsse den sozialen Interessen angepasst werden“. Doch Südtirol wurde im eigenen Land zur
Minderheit.
Als Entschädigung für die Lebensmittel Lieferungen nach Südtirol holte sich
14
Italien aus dem neu „erworbenen“ Land sehr viele Kulturgüter, welche in
das Nationalmuseum geschafft wurden. Dies spiegelt wieder die Logik des
Imperialismus wieder. Man versuchte seine Macht aus allen Bereichen dar
zu stellen. So war auch zu Napoléons Zeiten und auch im 2. Weltkrieg der
Kunstraub Gang und Gebe. Jedoch brachte dann Vittorio Emanuele einige
Kunstwerke nach Südtirol zurück.
Der Meinung Wilsons würde die Brennergrenze im Alpenraum 100%ige Sicherheit bei einer möglichen Fusion zwischen Österreich und Deutschland
bieten. Damit lag Wilson nicht einmal so falsch, denn 1919 wurde schon die
Deutsch-Österreichische Verfassung gegründet, nachdem die Überzeugung
aufgebracht wurde, dass Österreich Bestandteil des deutschen Reiches sei.
Durch die territorialen Verluste Österreichs wurde es zu einem Spielball der
Siegermächte und so war es ein Leichtes den Zusammenschluss mit Deutschland zu unterbinden. Als dann Tirol immer mehr zerstückelt werden sollte,
wehrten sich die Tiroler stark dagegen und forderten eine vollkommene Neutralität (vgl. Meinhard II.) Gesamttirols. Jedoch stellte sich Italien dagegen.
Italien regierte immer zentralistischer und so kam in der Bevölkerung Angst
auf und die Frage der Identität spielte eine große Rolle. In dieser Zeit entwickelten sich vier verschiedene Auffassungen der Lage.
Die Tiroler Nation wurde als das all Umfassende gesehen (Deutsch- und
Welschtirol zusammen), was aus der Tradition und geschichtlichen Vergangenheit Tirols herrührt (Habsburger-Reich).
Die zweite Identität war voll Anti-Österreichisch/Habsburgisch eingestellt,
sehr sozialistisch und Anti-Kirchlich.
Der dritte Strom war die Auffassung der Zusammengehörigkeit zu Österreich,
dem Habsburgerreich und dem deutschen Reich (initiiert von Goethe, Schiller und Herder).
Die vierte Linie war die, des Deutschen. Es gab ein kulturelles und sprachliches Bindungsglied zu Deutschland. Die Misserfolge der K.u.K-Heeresleitung
führten dazu, dass lieber „Die Wacht am Rhein“, als die österreichische Hymne gesungen wurde.
4.2
Südtirol und die Annexion durch Italien
Am 10. Oktober 1920 wurde die Umsetzung der Regelungen von Saint Germain rechtskräftig. Vittorio Emanuele III. sah schon damals ein, dass es für
das neu an Italien angegliederte Gebiet nur eine autonome Lösung gebe.
Im April 1921 kam es dann zum ersten faschistischen Übergriff in Bozen. Am
2. Oktober 1922 kam es zum faschistischen Marsch auf Bozen und 20 Tage
15
später machte es Mussolini nach und startete seinen Marsch auf Rom. Im
Jänner 1923 wurden Südtirol und Trient zur „Venetia tridentina“ zusammengefasst.
4.3
Der Faschismus in Südtirol
Am 6. Februar 1926 wollte Mussolini das „Alto Adige“ italianisieren, weil es seinen Angaben zufolge - schon immer italienisch gewesen sei. Ettore Tolomei
war damals Abgeordneter und verkündete sein Assimilierungsprogramm. Es
sollte eine kulturelle und gedankliche Umerziehung in Südtirol stattfinden.
Ettore Tolomei schlug dann im Bozner Theater 32 Punkte auf, welche das
gesamte Leben regelten und die Italianisierung Südtirols fördern sollten. Erstaunlich aber ist, dass Tolomei durch und durch Deutsch-Tiroler war. Er
besuchte die deutsche Schule, hatte eine deutsche Ausbildung und kam erst
durch Mussolini auf die italienische Spur.
Die wichtigsten Punkte seiner Schrift waren:
• Verbot des Namen „Südtirols“
• Nur noch italienische Ortsnamen
• Italienische Nachnamen
• Walter v.d. Vogelweide-Denkmal musste in Bozen verschwinden
• Presse wurde Zensiert
• Deutsche Zeitungen werden verboten, nur noch die „faschistische Alpenzeitung“ erlaubt
Zugleich mit den Schriften Tolomeis wurde in Bozen 1926 - 1928 das Siegesdenkmal errichtet. In dieser Zeit krempelte Mussolini die gesamte öffentliche Verwaltung Südtirols um. Kein Bürgermeister sollte mehr eingesetzt werden, alles ging von der Hand bestimmter „Potestá“ aus, es durften nur mehr
italienische Bürokraten eingesetzt werden, Italienisch wurde zur Amtssprache, Raiffeisenkassen wurden verboten, die Höferechte wurden aufgehoben
und statt dessen die italienische Bauernhof-Ordnung geltend gemacht und
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zu guter Letzt wurden die Deutschen Schulen nur mehr in italienisch Unterrichtet. Es durfte in den öffentlichen Schulen nur noch Italienisch unterrichtet
werden. Deshalb schickten viele Eltern ihre Kinder in Privatschulen, damit
sie dort Deutsch weiterhin gelehrt bekommen. Doch wurde das von Mussolini bzw. Tolomei unterbunden in dem das Verbot des deutschen Unterrichts
erlassen wurde. Um dem entgegen zu wirken wurden sehr viele Katakombenschulen gegründet. Der Drahtzieher und Organisator dieser Schulen war
Michael Gamper. Durch den erbitterten Kampf, die deutsche Sprache zu erhalten wurden 1928 sogenannte deutsche Pfarrschulen wieder erlaubt. Über
33’000 Schüler und Kinder bekamen so wieder Unterricht in ihrer Muttersprache.
Diese immer wiederkehrenden Niederlagen Tolomeis über die Deutsche Bevölkerung ließ dann einen weiteren Plan aufkommen. Tolomei versuchte die
deutsche Minderheit zu Majorisieren. Deshalb wurden ca. 3000. ha an Kulturgrund enteignet und statt dessen eine Industriezone errichtet. 1966 hatte
Bozen plötzlich über 100’000 Einwohner welche größten Teils Italiener waren.
4.4
Kirche und Staat
Die Grenzziehung am Brenner hatte der Diozöse Brixen einen schweren Schlag
versetzt, da ihr Einflussbereich vorher bis in Österreichische Lande reichte. Sigismund Weiz war der damalige Bischof Brixens und verließ den Stuhl kurz
vor dem Einmarsch der italienischen Truppen. So blieb der Bischofsstuhl
dann einige Zeit vacant, da man sich nicht mit dem italienischen Diktator
anlegen wollte. 1930 bekam dann die Diozöse Brixen wieder einen größeren
Zulauf, da der Trientner Diozöse einen Weihbischof für die Deutschen im
Trentino einstellte.
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5
5.1
Südtirol vor und nach dem 2. Weltkrieg
Operationszone Alpenvorland
1943 wurde Mussolini gestürzt und am 8. September, kurz vor seinem Sturz,
erreichte Mussolini einen Waffenstillstand und schlug sich auf die Seite der
Alliierten. Sofort marschierten deutsche Truppen als „Befreier“ in Südtirol ein. Die Südtiroler begrüßten die Deutschen mit Jubeln da sie hofften, Südtirol würde endlich wieder zurück nach Tirol kommen. Doch Mussolini gründete unter Mithilfe Hitlers die „Republica di Saló“ in Belluno.
In Südtirol folgte dann eine fürchterliche Verfolgung der Dableiber nachdem die Operationszone Alpenvorland gegründet worden war. Michael Gamper, Katakombenschulen-Gründer und Dableiber, konnte fliehen. Die gesamte
Südtiroler Burschenschaft im wehrfähigen Alter wurde in die SS, Polizei, SA
etc. eingezogen. Sehr viele Südtiroler aber verweigerten den Eid auf Hitler
und desertierten. Am 2. Mai 1945 besetzten dann die Amerikaner die Operationszone Alpenvorland und „befreiten“ das Gebiet.
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